Test: DVD-Player Harman/Kardon DVD 1

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- & Softwareentwicklung

Finish, Features und Anschlüsse

Auch Harman/Kardon, die sich mit hochwertigen Hifi-Komponenten und Heimkino-Receivern und - Verstärkern einen Namen gemacht haben, ist inzwischen mit drei DVD-Playern auf dem deutschen Markt vertreten: Neben dem exorbitant teuren Highend-Player Signature 3.0 für 4998 Mark gibt es noch den DVD-5, einen Wechsler für 5 DVDs (1299 Mark), und den Standard-Standalone-Player DVD1 für 999 Mark, der seine Qualitäten in diesem Praxistest unter Beweis stellen musste.  

Schon nach dem Auspacken des Geräts kommt Freude auf: Ein schlichtes, elegantes Design und eine sehr hochwertige Verarbeitung, bei der nur das etwas billige Hartplastik der Fernbedienung stört, sind keine Selbstverständlichkeit und erklären zumindest teilweise, warum der Harman/Kardon-Player preislich deutlich über den Einsteiger-Geräten der meisten Konkurrenten liegt. Neben einem Standby-Schalter findet sich auch ein richtiger Netzschalter auf der aufgeräumten Gerätefront, auf der die wichtigsten Bedienungstasten erst dann ihre Funktion enthüllen, wenn der Player angeschaltet ist und dann die Funktionsbezeichnung neben der Taste aufleuchtet. Nicht nur ein netter Gag, denn so wird die Bedienung des Geräts im Dunkeln wesentlich erleichtert - genauso wie durch die beleuchtete Fernbedienung. An Anschlüssen bietet der Harman/Kardon das Gewohnte: Zwei SCART-Buchsen, die erste S-Video- und RGB-tauglich, die zweite dient zum Durchschleifen eines Videorekorders. Einmal S-Video Hosiden und der zwar meistens überflüssige, aber obligatorische FBAS-Cinch-Anschluss runden das visuelle Angebot ab. Für die tonale Verbindung stehen, wie üblich, ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang sowie ein analoger Cinch-Anschluß für den Stereodownmix zur Verfügung.

Die DVD-Schublade kommt leise heraus, die Lagerung der Schublade macht einen ordentlichen Eindruck, das Laufgeräusch des Laufwerks ist relativ dezent, nur im Pause-Modus klingt es etwas merkwürdig. Der Player gibt keine CD-Rs wieder, sondern nur CD-RWs.

Insgesamt kann der Harman/Kardon in der ersten Teildisziplin ein sehr gutes Ergebnis einfahren - er hat zwar keine üppige Ausstattung, aber alles Wesentliche ist da, seine Verarbeitung liegt deutlich über dem Durchschnitt.

Bewertung

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Bedienung

Das Bedienkonzept des Harman/Kardon-Players ist gelungen. Die Fernbedienung ist beleuchtet und liegt sehr gut in der Hand, die einzelnen Knöpfe sind durch teilweise unterschiedliche Formgebung gut zu unterscheiden. Kleine Kritikpunkte gibt es schon, doch sie sind nur von eher geringer Bedeutung: Dass es für die Ein- und Ausschaltfunktion auf der Fernbedienung je einen Knopf gibt, ist sehr ungewöhnlich. Praktischer wäre es auch, wenn sich die Enter-Taste im und nicht außerhalb des Cursor-Navigationskreuzes befinden würde.

Ansonsten überwiegen die positiven Aspekte. Die Bedienelemente am Gerät selber sind, wie schon oben erwähnt, auch beleuchtet, im Dunkeln erleichtert dies die Bedienung. Die Bildschirmmenüs sind graphisch in Ordnung, wenn auch nicht ganz so nett anzusehen wie zum Beispiel die Benutzeroberflächen der Sony-Geräte. Trotzdem liegen sie bezüglich der optischen Anmutung im guten Mittelfeld. Vom Aufbau und vom Unfang her sind sie jedenfalls übersichtlich und geben dem Benutzer keine Rätsel auf. Alle Einstellungen lassen sich problemlos vornehmen.

Bewertung

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Bild

Die Bildqualität des Harman/Kardon-Geräts überzeugt voll. Besonders hervorzuheben ist die sehr natürliche Farbwiedergabe, die der Player bei der Code 2-DVD von Walt Disneys "Hercules" genauso unter Beweis stellen konnte wie bei den Ausschnitten aus "Dancing With Wolves" und "Saving Private Ryan auf der DTS-Demo-DVD Volume 4. Auch die warmen Wüstenfarben bei verschiedenen Szenen auf der Code 2-DVD von "Wild Wild West" sehen sehr realistisch auf dem Harman/Kardon-Gerät aus.

Was die Detailtreue und den Kontrastumfang betrifft, kann sich der Player ebenfalls mit schon sehr gut getesteten Konkurrenzprodukten wie dem Onkyo DV-S525 messen. Im Vergleich zu den in den Bilddisziplinen die Maßstäbe setzenden Pioneer-Geräten DV-626D und DV-717 sowie dem Toshiba SD-9000 sind es nur Nuancen, die den Harman/Kardon von den besten Geräten trennen: Eine noch feiner differenzierte Detailwiedergabe und ein noch überzeugender Kontrastumfang vor allem unter schwierigen Bedingungen (Szenen, die im Dunkeln oder bei sehr starker Helligkeit spielen) und bei erstklassiger Software haben die zwei Pioneer-Player und der Toshiba der Konkurrenz noch voraus.

Bei normaler Software hat der Harman/Kardon aufgrund seines etwas weicheren Bildes die Nase vorn: Er bügelt mehr kleine softwarebedingte Fehler aus und bietet insgesamt ein Bild, das sich am besten mit dem Wort "angenehm" umschreiben lässt.

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Ton

Hier schlägt die große Stunde des Harman/Kardon: Seine Audio-Qualitäten sind vorzüglich und setzen in seiner Klasse klar die Maßstäbe. Der Player hat einem überdurchschnittlichen Digitalton sowohl in DTS als auch in Dolby Digital, der rein und klar selbst bei hohen Lautstärken jedes Detail wiedergibt. Bei der klanglich sehr guten "VH-1 - Divas Live"-DVD in Dolby Digital 5.1 überzeugt er mit einer kristallklaren, plastischen Wiedergabe, Mariah Careys Stimme wird in allen Details wiedergegeben. Auch bei den DTS-Ausschnitten von "Saving Private Ryan" und "The Haunting" konnte der Player sein Können unter Beweis stellen, Sheryl Crows "Am I Getting Through" klingt so, als würde die Sängerin mitten im Zimmer stehen, so gut wird die Stimme wiedergegeben, vor allem im Höhenbereich.

Doch das ist noch nicht alles: Auch der eingebaute D/A-Wandler weiß zu gefallen: Die von Cheryl Studer gesungenen Mozart-Arien von der DDD-CD "Königin der Nacht - Cheryl Studer singt Mozart" klingen plastisch, fein differenziert und beeindrucken vor allem im schwierigen Hochtonbereich mit hoher klanglicher Präzision.

Hier gibt es nichts zu kritisieren, nur festzustellen: Mit seinen hervorragenden tonalen Eigenschaften ist der Harman/Kardon der Geheimtipp für diejenigen, die ein Gerät mit einem exzellenten Digitalton kombiniert mit einem D/A-Wandler suchen, der sich nicht hinter sehr guten Mittelklasse-CD-Playern verstecken muss.

Bewertung

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Fazit

Der Harman/Kardon ist zwar nicht gerade das günstigste Einsteigergerät auf dem Markt. In Anbetracht seiner überdurchschnittlichen Qualitäten ist das Gerät aber auf jeden Fall seinen Preis wert. Die hochwertige Verarbeitung, das gute Bild und die überragenden Audioeigenschaften machen den Player besonders empfehlenswert. Nennenswerte Schwächen leistet sich der DVD1 keine. Das Bedienkonzept überzeugt auch im Detail, und schön anzusehen ist der Harman/Kardon obendrein auch noch.


Pro & Contra

plus.gif (283 Byte) Hervorragender Ton
plus.gif (283 Byte) Sehr gutes Bild
plus.gif (283 Byte) Hochwertige Verarbeitung und elegantes Design
plus.gif (283 Byte) Überzeugendes Bedienkonzept
minus.gif (271 Byte) Laufwerksgeräusch im Pause-Modus etwas nervend

Technische Daten

96 kHz / 24bit D/A - Wandler
Videoausgänge: 2x SCART , 1 x Hosiden (S-Video), 1 x Cinch (Composite)
Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 1 x koaxial,
analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix
Farbe: Schwarz
Maße (B x H x T): 44 x 10, 8x 33, cm
Gewicht: 7 kg
Preis: 999 DM (UVP)


24. April 2000

Test: Carsten Rampacher