Test: DVD Audio-Player Denon DVD-3300

Finish, Features und Anschlüsse

DVD Audio is coming, und Denon möchte bei den ersten erhältlichen Geräten gleich ein Modell anbieten: Den DVD-3300 für 2999 DM, käuflich zu erwerben ab September 2000. Optisch kommt einem der DVD-3300 mit seinem unauffällig-schlichten Design vor wie ein alter Bekannter, er integriert sich nahtlos in die Denon-Produktpalette. Das noch zusätzlich mit einem Dolby Digital- und DTS-Decoder ausgestattete Gerät, dessen technische Basis diesmal wieder von Technics/Panasonic kommt, ist in schwarz und champagner erhältlich und überzeugt durch seine ausgesprochen hochwertige Verarbeitung mit massiver Metallfront. Alle Bedienelemente sind auf lange Haltbarkeit ausgelegt, die Lagerung der DVD-Lade macht einen ordentlichen Eindruck. Auch das Innenleben ist proper verarbeitet und unterstreicht so den sehr guten Gesamteindruck. Das Gewicht von 5,4 kg dokumentiert ebenfalls, dass der Käufer hier ein langlebiges Produkt erworben hat.  Nicht ganz mit kommt da die Fernbedienung. Sie ist dem hohen Qualitätsniveau des Gerätes schlicht und einfach nicht angemessen. Wer also sowieso eine programmierbare Universalfernbedienung wie zum Beispiel die Philips Pronto sein eigen nennt, kann diese sofort die Codes der DVD-3300-Fernbedienung lernen lassen und diese dann in ein finsteres Eckchen verbannen. Ansonsten aber muss sich nichts am DVD-3300 verstecken: Ein Picture Mode mit fünf Programmen zur individuellen Bildanpassung ist genauso an Bord wie der Cinema Voice Mode, der die Stimmen der Dialoge mehr betonen soll. Leider kann der DVD-3300, da er auf Matsushita-Basics zurückgreift, keine CD-Rs oder CD-RWs lesen. Dies ist vor allem deshalb schade, weil Denon beim DVD-1000 ein anderes Laufwerk verwendet, welches neben der Abspielmöglichkeit für selbst gebrannte CDs auch eine groß dimensionierten Bufferspeicher aufweist, welcher für die so gut wie unmerklichen Layerwechsel verantwortlich ist und nebenbei ein derart unauffälliges Laufgeräusch entwickelt,dass selbst das in dieser Beziehung sehr gute Panasonic/Technics-Laufwerk Mühe hat, da noch Besseres zu bieten. Auf der Rückseite des DVD-3300 finden sich zwei Scartbuchsen, ein S-Video-Hosiden-Ausgang und zweimal FBAS-Cinch-Out. Ein Komponentenausgang hat der Player im Gegensatz zu seinem kleinen DVD Video-Bruder DVD-1000 nicht.

Bewertung

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Bedienung

Die Bedienung des Denon erweist sich trotz der ergonomisch nicht perfekten Fernbedienung als relativ problemlos. Die sehr hochwertigen Tasten am Gerät selber bieten eine sehr gute Haptik, so dass man sie gerne bedient und die Fernbedienung mit ihren kleinen Tasten mit leicht schwammigen Druckpunkt lieber beiseite legt. Das On-Screen-Menü ist hinlänglich bekannt: Denon greift hier auf das altbewährte Panasonic-GUI zurück.Das Display des Players fügt sich nahtlos ins gute Gesamtbild ein, es ist nett anzusehen und zeigt alle wissenswerten Informationen an.

Bewertung

Bild

Was das Bild betrifft, so präsentierte sich der Denon DVD-3300 in guter Form. Ein sehr guter Kontrastumfang und eine feine Detailzeichnung waren zu beobachten, bei "Der Schmale Grad" (Code 2) überzeugte der Player mit seiner plastischen Farbwiedergabe genauso wie bei "Die Welt Ist Nicht Genug". Bei nicht ganz perfekter Software bot der DVD-3300 immer noch ein sehr erfreuliches Bild, ohne bei erstklassiger Software die Detailtreue zu vernachlässigen. Bei allem Lob muss trotzdem gesagt werden, dass in Punkto Bildqualität auch der DVD-3300 seinen Meister in seinem "kleinen Bruder", dem DVD-Video-Player DVD-1000, gefunden hat. Wenn auch nur um Nuancen, so muss er sich bei Schärfe und Detaildarstellung doch knapp dem nicht nur seine Klasse anführenden DVD-Video-Player aus gleichem Hause beugen. Insgesamt aber bietet auch der DVD-3300 ein außerordentlich gutes Bild ohne wirkliche Schwächen.

Bewertung


Ton

Kurzer Überblick: Anschluss DVD Audio

DVD-Audio oder die Renaissance der Cinch-Kabel: Hochwertige Cinch-Kabel sind - zumindest vorerst - wieder gefragt. 192 kHz/24 Bit-Aufnahmen oder Musikstücke, die in 96 kHz/24 Bit-Fünfkanaltechnik aufgenommen werden, können beim Anschluss des Players via optischem oder koaxialem Digitalkabel nicht entsprechend wiedergegeben werden, denn: Das Maximale, was über ein optisches oder koaxiales Digitalkabel übertragen werden kann, ist 96 kHz/24 Bit-Zweikanal. Und auch das setzt voraus, dass der Verstärker oder Receiver dann echte 96 kHz/24 Bit-Digital/Analogwandler besitzt - so wie zum Beispiel der Yamaha DSP-AX1 oder auch der recht preisgünstige Denon AVR-1801. Wer also höchste Klangqualität bei DVD Audio genießen möchte, schließt seinen DVD Audio-Player mit denen schon vom Anschluss eines DVD-Player-internen Decoders her bekannten drei Cinch-Kabeln an einen Verstärker/Receiver mit 5.1-Eingang an. Und dieser Eingang am Verstärker/Receiver sollte 100 kHz-tauglich sein, um auf die 192 kHz Abtastfrequenz bei DVD Audio-Aufnahmen vorbereitet zu sein. Wie sind die 100 kHz-Tauglichkeit und die 192 kHz Abtastfrequenz in Einklang zu bringen? Des Rätsels Lösung liegt im Zusammenhang zwischen Abtast- und Nutzsignal: Nach dem Abtasttheorem des Mathematikers Shannon kann man mit einer bestimmten Abtastfrequenz höchstens ein Nutzsignal codieren, das keine höheren Anteile als die Hälfte der Abtastfrequenz in sich trägt - sonst treten schwerwiegende Fehler auf: Im Falle einer 192kHz-Aufzeichnung heißt das, dass fehlerlos Tonfrequenzen mit maximal 192 : 2, also mit 96 kHz, wiedergegeben werden können, die dann via Cinch in den Analogeingang des Receivers hineinströmen. Somit sind Verstärker/Receiver mit 100 kHz-tauglichen Eingang für alle DVD Audio-Formate geeignet.

Der Denon DVD-3300

Wer im direkten Vergleich eine herkömmliche Audio-CD hört, kann live miterleben, dass die DVD Audio ein neues Kapitel in punkto Klangtreue aufschlägt: Die DVD-Audio-Aufnahmen kamen in kristallklarer Auflösung zum Zuhörer  - vor allem im 192 kHz/24-Bit-Zweikanal-Modus war das Klangerlebnis beeindruckend. Besonders Klassik- und Jazzfans dürfen sich freuen, konnte mit der Abtastfrequenz und der Auflösung einer bisherigen CD gerade ihre Lieblingsmusik nur mit Einschränkungen wiedergegeben werden: Aufgrund der technischen Defizite der CD klangen Instrumente wie zum Beispiel ein Saxophon oder eine Violine zu wenig differenziert und zu mittenbezogen. Gerade der bei einem Streichinstrument fein auflösende Hochtonbereich kam nicht annähernd in Originalqualität herüber. DVD Audio schafft hier einen Quantensprung: Fein gestuft und auch in kleinen Details präzise kommt der Klang der Instrumente zum Zuhörer, mit stets einwandfreier Ortbarkeit und einem nicht zu weichen Klangbild, welches Nuancen gerne untergehen lässt. Im Vergleich mit anderen schon gehörten DVD Audio-Playern zeigte der Denon DVD-3300 gerade im Hochtonbereich eine herausragende Leistung: Kristallklar ist das Klangbild, und mühelos meistert der Player auch schwierige Passagen. Das spricht für die Hochwertigkeit des verwendeten D/A-Wandlers. Der DVD-3300 empfiehlt sich damit als Gerät für highfidele Musikfreunde, die auch innerhalb des DVD Audio-Systems noch Unterschiede heraushören können.

Verwendete Software

Die für die Hörprobe zur Verfügung stehende DVD-Audio-Software enthielt zu einem großen Teil Jazz, dessen Dynamik vor allem im Tiefbass- und Höhenbereich auf normalen 16-Bit-Audio-CDs oft nicht ausdrucksintensiv dargestellt werden kann. Dies ist auf der DVD-Audio - das muss man auch als nicht ausgesprochener Jazz-Liebhaber eingestehen - hervorragend gelungen. Zum Vergleich diente die Technics-Hybrid-DVD vom Jazz-Festival in Hamburg 1999 (auf der einen Seite DVD-Video, auf der anderen Seite DVD-Audio), die auch direkte Vergleichstracks in herkömmlicher CD-Qualität enthielt.

Doch auch Klassisches konnten die nun auf DVD-Audio "umgeschulten" Ohren wahrnehmen, so ein Ausschnitt aus den wunderschönen "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi. Ein so präzise aufspielendes Orchester hat man auf einer normalen CD bislang noch nicht gehört. Vor allem feine Nuancen können entschieden besser herausgearbeitet werden, so wird auch den weniger klangstarken Instrumenten des Orchesters mehr Ausdruckskraft verliehen. Diese Aufnahme lag im 96 kHz/24-Bit-Format vor und befand sich auf einem Demo-Sampler von Denon.

Dolby Digital/DTS-Decoder und Digitalklang

Doch auch die anderen Tugenden eines guten DVD-Video-Players vernachlässigt der Denon nicht:  Denn der integrierte Dolby Digital/DTS-Decoder zeigte im Test erstaunliche Qualitäten. Selbst der oftmals gerade bei internen Decodern schlappe Bassbereich wird beim Denon DVD-3300 gut wiedergegeben. Bei den Test-DVDs "Der Schmale Grad" (Code 2) und "Die Welt Ist Nicht Genug" (Code 2) bot der Denon neben seinen Qualitäten im LFE-Bereich auch eine insgesamt für ein Gerät mit integriertem Decoder überdurchschnittliche Dynamik. Der sonst oft zu beobachtende leicht muffig-mittige Klang gerade im Surroundbereich ist den Player völlig fremd. Gleiches bestätigt sich für die DTS-Sektion: Die Szene aus "Saving Private Ryan" auf der vierten DTS-Demo-DVD wird genauso wie der Ausschnitt aus "The Haunting" ohne Fehl und Tadel wiedergegeben.

Und last but not least: Der Digitalton ist dynamisch und klar, eine aufwendige Abschottung des Netzteils und streng voneinander separierte Audio-/Video-Sektionen lassen auch minimale Störgeräusche erst gar nicht aufkommen.

So stellt der DVD-3300 klanglich eine sehr verlockende Alternative dar: Mit seinen hochwertigen D/A-Wandlern, seinem sehr guten DD/DTS-Decoder und dem famosen Digitalklang zeigt er sich jeder Aufgabe gewachsen.

Bewertung



Fazit

Der Denon DVD-3300 besticht mit seinen hervorragenden Audio-Eigenschaften, die nirgendwo eine Schwäche aufweisen. Selbst in Anbetracht des nicht gerade günstigen Einstiegspreises wird hier für das viele Geld auch eine Spitzen-Leistung geboten. Im Bildbereich ist der DVD-3300 sehr gut, ohne allerdings neue Maßstäbe zu setzen. Schärfe, Kontrastumfang und Detailtreue sind aber über jeden Zweifel erhaben und entsprechen summa summarum den Erwartungen. Wünschenswert wäre es, wenn Denon den Nachfolger des DVD-3300 mit einem ähnlichen Laufwerk ausstattet wie schon den DVD-1000 und den DVD-1500, das mit Hilfe seines großen Bufferspeichers auch den Layerwechsel souverän managt und in der Lage ist, CD-Rs und CD-RWs wiederzugeben. Beim im DVD-3300 verwandten Panasonic/Technics-Laufwerk findet der Layerwechsel in nicht ganz so perfekter Form statt, CD-Rs oder CD-RWs gibt der DVD-3300 nicht wieder. Hervorragend ist wieder die Verarbeitung des gesamten Geräts, nur die Fernbedienung hinkt da hinterher.

AREA DVD-Tipp: Für highfidele Musikfreunde ein erstklassiger Partner

Pro & Contra

tonale Eigenschaften überragend
Erstklassige Verarbeitung
Sehr gutes Bild
Recht hoher Preis
Keine CD-R- oder CD-RW-Wiedergabe

Technische Daten

Das Anschlussterminal des DVD-3300

DVD-Audio/Video-Player mit 24-Bit/192 kHz D/A-Konvertern
Eingebauter Dolby Digital/DTS-Decoder
10-Bit/27 MHz Video D/A-Konverter
Anschlüsse Audio: 1 x Sechskanal-Cinch-Out, 2 x Zweikanal-Cinch-Out, 1 optischer, 1 koaxialer Digitalausgang
Anschlüsse Video: 2 x SCART, 1 x S-Video Hosiden, 2 x FBAS Video Cinch
Cinema Voice Mode
Picture Mode mit 5 Einstellmöglichkeiten
Lieferbare Farben: schwarz und champagner
Maße (B x H x T in mm): 434 x 107 x 266
Gewicht: 5,4 kg
Preis (Stand 28. August 2000): 2999 DM
Lieferbar ab (Stand 28. August 2000): September 2000

28. August 2000

Test: Carsten Rampacher

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