Test: 3 DVD-Fernbedienungen für die Playstation 2


Einleitung

Die Playstation als vollwertiger Player - schön wär´s. Denn bislang lassen sich die DVD-Funktionen der Playstation 2 lediglich über den mitgelieferten Controller umständlich ansteuern. Eine Fernbedienung, die dies komfortabler erledigt, gibt es bislang nur bei der leicht veränderten japanischen Playstation 2 (siehe Bild oben) und dürfte erst langfristig auch hierzulande erhältlich sein. Diese Lücke füllen zum Glück wenigstens gleich mehrere Fremdanbieter aus. Grund genug, die am weitesten verbreiteten Kandidaten einmal näher unter die Lupe zu nehmen, was in diesem Vergleichstest geschehen soll. Die drei Fernbedienungen von InterAct!, Saitek und Mad Catz kosten im Handel jeweils um die 50 DM und arbeiten alle nach dem gleichen Prinzip: An einen der Slots für den Game-Controller wird ein mitgelieferter Infrarotsender gesteckt, der die Befehle der Fernbedienung umsetzt. Eine externe Stromversorgung benötigt der Infrarotempfänger nicht, er benutzt hierfür die Versorgungsspannung des Controller-Ports.

Die drei Fernbedienungen von Saitek, Mad Catz und InterAct! (von links nach rechts)

Saitek

Die Saitek-Fernbedienung gewinnt eindeutig den Schönheitspreis: Würde nicht der kaum wahrnehmbare Saitek-Schriftzug auf der Fernbedienung sein, so könnte man fast glauben, dass es sich hierbei um ein Original-Utensil von Sony handeln würde. Das Design entspricht zu 100% der Designlinie der Playstation 2 in Farbe und Form. Mit seinem tiefen Blau-Ton sorgt der Infrarot-Empfänger für einen kleinen farblichen Akzent. Kleiner Haken: Gegenüber der US-Version sind zwei Tasten vertauscht worden. Um die Symbolbeschriftung auf der Fernbedienung zu ändern, muss man hierzu einen dünnen Aufkleber auf die Fernbedienung setzen. Dieser fällt zwar kaum auf, ist allerdings etwas kratzempfindlicher als das Plastik des Gehäuses.

Im Gegensatz zu den Infrarot-Empfängern von InterAct! und Mad Catz schleift der Saitek-Empfänger gleichzeitig auch den Controller-Anschluss durch, der normalerweise in dem Moment verloren geht, wenn der IR-Empfänger angeschlossen wird - eigentlich eine prima Sache. Allerdings sorgt das etwas zu breit geratene Design durch seinen leichten Versatz dafür, das der zweite Controller-Port teilweise verdeckt wird, was dazu führt, das am Ende doch nur ein Port zu Verfügung steht. So wird aus der guten Idee, den Port nicht wegzunehmen, am Ende doch nichts.

Die Bedienung der Playstation 2 geht mit der Saitek-Fernbedienung recht einfacht. Sie verfügt über einen guten Aktionsradius und liegt mit ihren schmalen Abmessungen gut in der Hand. Störend sind allerdings die Symbole, die z.B. bei den Tasten für die Sprache und die Untertitel verwendet werden und die analog zu den gleichen Smybolen im Playstation 2 On Screen-Menü etwas Gewöhnung erfordern, um sofort die richtige Taste für die richtige Funktion wählen zu können.

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InterAct!

Die InterAct!-Fernbedienung erinnert vom Design ein wenig einem Osterei - was aber kein Manko ist, denn die ovale Form sorgt dafür, dass sie von allen drei Testexemplaren auch am besten in der Hand liegt. Die Auswahl der Tastenbelegungen erfolgte mit Sinn und lässt sich einfach merken. Im Gegensatz zur Saitek-Fernbedienung sind die Tasten nicht nur mit Symbolen für erweiterte Bedienungsfunktionen versehen, sondern gut lesbar beschriftet. Der kleine Infrarot-Empfänger belegt einen kompletten Controller-Part. Solange man in erster Linie alleine mit der Konsole spielt, mach dies auch nichts aus, denn man kann problemlos den Empfänger permanent im zweiten Port stecken lassen, der alle DVD-Befehle verwerten kann.

Die Steuerung ist sehr leicht und auch der Aktionsradius ist recht gut, auch wenn man im Vergleich zur Saitek-Fernbedienung schon etwas genauer die Playstation 2 anvisieren muss. Hat man sich die Belegung der Tasten eingeprägt, so ist das Handling der InterAct!-Fernbedienung am besten von allen drei Kandidaten, was damit zusammenhängt, dass man den Daumen nicht weit bewegen muss, um alle möglichen Funktionstasten anzusteuern. Die InterAct-Fernbedienung kam uns außerdem noch ein wenig leichter vor als das Saitek-Modell.

 

Mad Catz

Die poppig-bunte und griffig in der Hand liegende Fernbedienung von Mad Catz ist die einzige Fernbedienung im Test, die sich auch für andere Geräte verwenden lässt. Neben der Playstation 2 kann man auch noch einen Fernseher und einen Videorecorder (sofern nicht bereits entsorgt) ansteuern. Dafür benötigt man aus einer beigelegten Tabelle die drei Ziffern des herstellerspezifischen IR-Codes. Die Eingabe geht schnell voran, allerdings ließ sich ein JVC-Videorecorder trotz mehrfacher Eingabe auch eines alternativen Zahlencodes nicht zum Leben erwecken.

Die Mad Catz-Fernbedienung ist die größte, am robustesten gebaute und zugleich auch schwerste Fernbedienung aller drei Kandidaten, was auch damit zusammenhängt, dass sie nicht mit zwei kleineren Micro-Batterien sondern mit Mignon-Zellen betrieben wird. Positiv fallen die großen Tasten für die wichtigsten Funktionen und die durch eine stellenweise Gummierung des Gehäuses erhöhte Griffigkeit auf. Allerdings kann die Anordnung der Tasten, die unterschiedlich in Form und Größe sind, nicht richtig überzeugen. Von allen drei getesteten Fernbedienungen muss man sich bei der Mad Catz am deutlichsten die genauen Belegungen einprägen. Dafür sind die Druckpunkte der Tasten am besten definiert. Der Aktionsradius hingegen ist nicht so groß wie bei den anderen Modellen. Man muß schon sehr zielgenau auf die Konsole halten, damit diese auch das macht, was man will.

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Fazit

Jede der drei Fernbedienungen erfüllt ihren Zweck ohne große Schwierigkeiten. Auch von der Verarbeitung machen die drei Modelle einen guten bis sehr guten Eindruck, wobei die hier die Mad Catz-Fernbedienung das Feld anführt, die am ehesten auch einen mittelgroßen Wutanfall überleben dürfte.

Richtig perfekt ist allerdings auch keiner der Kandidaten, denn vermisst haben wir bei allen drei Modellen, dass das Navigationskreuz so wie es bei den meisten DVD-Player-Fernbedienungen ist und über einen Druckpunkt in der Mitte verfügt. Die getesteten Fernbedienungen haben diesen alle außerhalb, was zunächst für jeden, der bereits einen DVD-Player hat, ein wenig gewöhnungsbedüftig ist. Trotz dieses Mankos bereiten die Modelle aber weniger Ärger als viele andere Fernbedienungen, denn sie lassen sich alle ohne Probleme auch in der Dunkelheit blind nutzen. Die Mad Catz-Fernbedienung ist zwar nicht ganz so benutzerfreundlich wie die anderen Modelle, lässt sich dafür aber auch für andere Geräte wie Fernseher und Videorecoder verwenden, deren Basisfunktionen unterstützt werden. Die Saitek-Fernbedienung ist ein guter Allrounder und sieht obendrein auch noch klasse aus, während die InterAct!-Fernbedienung am ergonomischsten geformt ist und das beste Bedien-Konzept besitzt.

Leider lässt sich trotz Einsatz einer Fernbedienung die Playstation 2 noch immer nicht wie ein normaler DVD-Spieler verwenden. Dies hängt damit zusammen, dass alle drei Fernbedienungen eigentlich nichts anderes machen, als die Befehle, die sich normalerweise über das Gamepad eingeben ließen, auf anderem Wege zu übertragen. Es fehlt aber z.B. eine Zehnertastatur. Auch der Umstand, dass man extra einen Infrarot-Empfänger benötigt, der einen Controller-Port belegt, ist etwas störend. Die Schuld hieran liegt aber bei Sony als Hersteller der Konsole, der es versäumt hat, einen Infrarotempfänger direkt ins Gerät zu integrieren. Auch die etwas träge Handhabe hängt nicht mit der langsamen Umsetzung der Infrarot-Befehle zusammen, sondern mit dem recht lahm auf Kommandos reagierendem Laufwerk, mit dem die Playstation 2 ausgestattet ist.

Übrigens: Wer ohnehin bereits eine programmierbare Fernbedienung wie z.B. die Pronto besitzt, kann natürlich auch lediglich die Infrarotempfänger verwenden und der eigenen Fernbedienung die Infrarotcodes der Zusatzfernbedienungen beibringen.

Test von Karsten Serck

22.01.2001