Test: Quadral Power Cube Sub 500

07. April 2004 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Klein, dynamisch und bärenstark - wer bei diesen Worten an aufwändig getunte Kleinwagen denkt, liegt völlig daneben - denn hier in unserem Test geht es um DEN Vorzeige-Subwoofer der Quadral-Entwickler: Der Power Cube Sub 500 genannte Bassist soll kompakte Abmessungen mit großartiger Dynamik, immenser Pegelfestigkeit und beachtlichem Tiefgang kombinieren. Um diese hoch gestreckten Entwicklungsziele zu erreichen, stattete man den silberfarbenen Würfel mit viel raffinierten Features und einer kraftvollen Endstufe aus, die nicht weniger als 500 Watt an Sinus- und 750 (!!!) Watt an Musikleistung bereit stellt - genug Energie, um auch große Hörräume mit einem raumfüllenden Bass zu versorgen. 

Um eine möglichst effektive, saubere Basswiedergabe zu erreichen, habe die Quadral-Entwickler einiges getan. So kommt ein Passivradiator zum Einsatz (im Bild oben gut zu erkennen), der für eine klare, saubere Basswiedergabe ohne störende Strömungsgeräusche sorgt. Bei Quadral heißt diese Technik acw. acw steht für "air coupled woofer" und ist eine besondere Variante des bassverstärkenden Reflexprinzips. Dabei wird der übliche Reflextunnel durch eine Fläche und Masse genau definierte und sehr hubfreudige Membran ersetzt. acw vermeidet Strömungsgeräusche und Tunnelresonanzen, wie sie die Luft erzeugt, wenn sie sich mit hoher Geschwindigkeit den Weg durch einen Reflextunnel bahnt. 

Auch auf der Rückseite des Power Cube dominiert Hochwertigkeit, alle nötigen Einstellmöglichkeiten sind vorhanden

Was die Verarbeitung angeht, so sind wir von Quadral einen hohen Standard gewohnt, und auch der Power Cube 500 fällt nicht negativ aus dem Rahmen. Das Gehäusematerial wirkt hochwertig und haltbar, bei unserem Testgerät waren beide Membranen, die Passivmembran und der Downfire-Treiber, sauber eingepasst. Die Geräterückseite dokumentiert ebenfalls das ansprechende Qualitätsniveau, alle für eine akkurate Einstellung nötigen Regler sind vorhanden und griffgünstig und solide ausgeführt. Wer den aktiven Subwoofer zwischen die Frontlautsprecher einschleifen möchte, findet für diese Operation Schraubverschlüsse, die allerdings noch etwas größer und höher wertig ausfallen könnten. Selbstverständlich ist ein Kaltgerätestecker-Anschluss vorgesehen. Ebenfalls verfügt der Quadral-Subwoofer über eine sehr gut funktionierende Standby-Automatik.  Was wir noch vermissen, ist eine Fernbedienung, mit der man komfortabel vom Hörplatz aus die Lautstärke einstellen kann - manchmal, gerade bei wechselndem Quellmaterial, eine hilfreiche Errungenschaft. 

Der Power Cube Sub 500 ist als Downfire-Subwoofer ausgelegt

Der Quadral Power Cube Sub 500 ist als nach unten abstrahlender Subwoofer (Downfire) konstruiert. Downfire-Subwoofwoofer sollten über erheblich leistungsfähigere Endstufen verfügen als Frontfire-Subwoofer. Schließlich wird ein guter Teil des Basses für die Gebäudesubstanz verbraucht. Bei leistungsschwachen Subwoofer-Endstufen bleibt dann nicht mehr viel für den hörbaren Bass übrig - wie mancher wenig druckvolle Vertreter besonders von Subwoofer-/Satelliten-Systemen der unteren Mittelklasse und der Mittelklasse zeigen. Daher tut Quadral gut daran, eine entsprechend leistungsfähige Digitalendstufe zu verbauen. Durch die 360°-Verteilung des Basses werden sogenannte stehende Wellen zwar nicht verhindert, ihre Folgen in Form von Selbstauslöschung von Bassfrequenzen sind jedoch stark vermindert. Die "Basslöcher" sind sehr klein und werden kaum bemerkt - wobei man auch diese Feststellung nicht globalisieren kann und viel auch vom restlichen Lautsprecherequipment, der korrekten Justage und der Raumakustik abhängt.  

Zu nah an der Wand (wobei die Nähe, die der Downfire-Subwoofer zur Wand haben kann, natürlich auch vom Material der Hörraumwand abhängt) oder in der Raumecke sollte man Downfire-Subwoofer eigentlich nicht aufstellen, wobei der Power Cube Sub 500 sich recht tolerant verhält. Problematisch können sich Downfire-Subwoofer in manchen Altbauten oder in schlecht gedämpften Neubauten verhalten, wenn sie bei kräftigem Betrieb für störende Resonanzen sorgen. Auf jeden Fall sollte man Downfire-Subwoofer nicht in akustisch sehr hellhörigen Räumen einsetzen. Hier wird dann kein echter Bassdruck geboten, sondern ein großer Teil der Energie verpufft in unschönen Resonanzen und in unpassendem Dröhnen. In akustisch weniger hellhörigen Räumlichkeiten, am besten mit guter Dämpfung, machen leistungsstarke Downfire-Subwoofer hingegen eine ausgezeichnete Figur. Sehr lobenswert: Quadral liefert passend dimensionierte, solide gefertigte Standfüße (Bild links) gleich mit, so dass der Power Cube die richtige Distanz zum Boden bekommt und eine einwandfreie Basswiedergabe gewährleistet ist. Die Elemente werden einfach mittels eines Schraubendrehers befestigt und sorgen auch für sicheren Halt.

Klang

Kompakt und bärenstark? Ob diese Kombination auf den Power Cube 500 zutrifft, wollten wir im Hörtest klären - und erlebten eine faustdicke Überraschung. Denn welches Volumen und welche immense Basskraft der aktive Subwoofer entwickelt, verdient höchsten Respekt. Wichtig ist natürlich als Grundlage eine stimmige Einpegelung und die richtige Art der Aufstellung. Mehr zu diesen Themen finden Sie in unserem großen Subwoofer-Special. Ist der Power Cube richtig aufgestellt und eingepegelt, liefert er bei actiongeladenen Filmen wie "U-571", "Titan A.E." oder "James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie" einen druckvollen, klar strukturierten Bass - auch bei sehr hohen Pegeln ist der gebotene Nachdruck immens. Dank seiner sehr großen Leistungsfähigkeit kann der Power Cube ohne Schwierigkeiten auch in Hörräumen, die rund 40 Quadratmeter messen, eingesetzt werden - dies würde man dem auf den ersten Blick etwas kümmerlich wirkenden Würfel auf Anhieb nicht zutrauen. Besonders auch der tadellose Tiefgang überzeugte uns, daher kann der Quadral-Subwoofer auch subtile Tiefbasselemente im vollen Umfang darstellen. Nur die Liebhaber einer weit überdurchschnittlichen Tiefbasswiedergabe sollten sich nach einem voluminöseren Subwoofer umschauen, denn ab gewissen Dimensionen ist das Gehäusevolumen durch nichts zu ersetzen. Diesen anspruchsvollen Freunden des extremen Tiefbasses legen wir dann Boliden vom Schlage eines Teufel M11000 ans Herz. Die heftigen Wasserbombenexplosionen in "U-571" werden ebenso zu einem intensiven Basserlebnis wie die Verfolgungsjagden, Explosionen und Schusswechsel in "Der Morgen stirbt nie". Im Dauerbetrieb - 4 Stunden mit kräftigen Lautstärken - kann sich die verbaute Digitalendstufe sehr gut in Szene setzen, ohne Ermüdungsanzeichen produziert der Quadral-Subwoofer einen klaren, kräftigen und raumfüllenden Bass.

Kompakter Leistungsträger: Der Power Cube 500 machte im Hörtest großen Spaß

Auch im Musikbetrieb konnte der Power Cube Glanzpunkte setzen. Bei "Ain't no Bidness" von Insane Clown Posse, zu finden auf dem aktuellen DTS Music Sampler, zeigte der Power Cube 500 der etablierten Konkurrenz die Krallen: Völlig unbeeindruckt von den schnellen Rhythmuswechseln und der Mischung aus Kickbass und subtilen, tieffrequenteren Bassanteilen sorgte der Quadral-Woofer für eine klare, saubere und äußerst kraftvolle Wiedergabe. Keinerlei störende Strömungs- und Resonanzgeräusche konnten herausgehört werden, solide, souverän und satt ertönte der Bass. Doch mit differenzierter klassischer Musik kommt der "Kraftwürfel" ebenso bestens zurecht: Bei verschiedenen Naxos DTS/Dolby Digital 5.1 Musik-DVDs von Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn setzte sich der kompakte Basslautsprecher bestens in Szene. Er spielt sehr kultiviert auf und stellt die Basswiedergabe nie übertrieben stark in den Vordergrund, wenn ein rascher Einsatz, wie z.B. bei großen Dynamiksprüngen, gefordert ist, dann ist er mit Hochgeschwindigkeit zur Stelle und sorgt so für einen authentischen Eindruck unverfälschter Dynamik. Er baut ein eindrucksvolles, vielschichtiges Bassfundament auf, was für einen tiefen, kompletten Klangeindruck ohne Abstriche sorgt. Die sehr guten musikalischen Leistungen finden in Bezug auf die Wiedergabequalitäten im Stereoeinsatz ihre nicht minder eindrucksvolle Fortsetzung. Auch hier begeistern die Unmittelbarkeit und die Souveränität - beides in Verbindung sorgt für ein kraftvoll-kultiviertes, dynamisches Klangbild. Mit seiner harmonischen, jedoch nie langweiligen Gesamtcharakteristik kommt der Power Cube Sub 500 für einen sehr breiten potentiellen Kundenkreis in Frage, denn bei allen Medien macht der Subwoofer einen ausgezeichneten Eindruck. Ganz gleich, ob DVD Video, CD, SACD oder DVD Audio, vor keiner Aufgabe "drückt" sich Quadrals Top-Bassist. Besonders beeindruckend bei seinem Performance-Profil: Schwächen scheinen nirgendwo durch, dies spricht für eine solide, durchdachte und gelungene Konstruktion. 

Fazit

Erstklassige aktive Subwoofer, die für sehr anspruchsvolle Anwendungen geeignet sind, kosten jede Menge Geld - und brauchen sehr viel Platz. Dass beides nicht zwangsläufig so sein muss, stellt Quadral mit dem Power Cube Sub 500 eindrucksvoll unter Beweis. Zugegeben, 899,-- EUR sind auch eine Menge Geld, für diesen Betrag bekommt der geneigte Käufer aber auch einen gleichermaßen kompakten wie leistungsstarken aktiven Subwoofer, der ohne Einschränkungen bei uns im Test überzeugen konnte. Völlig souverän meistert der Power Cube Sub 500 auch sehr hohe Pegel, der Tiefgang und das Volumen können ebenso gefallen wie die hohe Präzision. Durch seine klare, saubere Spielweise eignet sich der Quadral-Woofer auch für musikalische Anwendungen sehr gut. Dynamische Orchestereinsätze, der kraftvolle Bass einer Pauke, die tiefen Töne eines Violoncello - all dies weiß der Power Cube tadellos darzustellen. Sehr positiv fiel uns auch die qualitativ hochwertige Machart des Quadral-Bassisten auf, so dass man insgesamt ein äußerst positives Testfazit ziehen kann: Exzellente Leistung hat ihren Preis - im Falle des Power Cube Sub 500 aber einen extrem fairen.

Glanzleistung: Der bärenstarke und kompakte Power Cube Sub 500 überzeugt ohne Abstriche

Oberklasse
Test 12.04.2004
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Extrem kompakt

  • Überdurchschnittlich leistungsstark

  • Problemlose Aufstellung

  • Sehr saubere und klare Basswiedergabe

  • Für Mehrkanal- und Stereoanwendungen geeignet

  • Hochwertige Verarbeitung

  • Fairer Kaufpreis

Contra:
  • Keine mitgelieferte Fernbedienung

Technische Daten
  • Typ: aktiver Subwoofer

  • Prinzip: Bassreflex (acw), downfire

  • Sinus-/Musikbelastbarkeit (W): 500/750
    Übertragungsbereich (Hz): 22...150

  • Übertragungsfrequenz (Hz): 40-150 variabel
    Eingangsempfindlichkeit (mV): 250

  • Stand-By-Schaltung: ja

  • Phase: 0...180º schaltbar

  • Tieftöner: 260 mm Ø

  • Passivmembran: 260 mm Ø (acw-Membran)

  • Maße (H x B x T) in cm: 42,9 x 30,5 x 40,0

  • Gewicht (kg): 21,2

  • Ausführung: silbern, schwarz

  • Preis 899,-- EUR

Test: Carsten Rampacher
Testassistent: Matthias Walther-Richters

12. April 2004