Test: Quadral Ascent-Lautsprecherserie

07. Juni 2004 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Früher waren Lautsprecher einem Zweck dienlich: Sie sollten, möglichst in brauchbarer Qualität, Musik wiedergeben. Wie sie aussahen, war sekundär. Heute hat sich das Anforderungsprofil maßgeblich gewandelt: Ein Lautsprecher sollte in exzellenter Güte Filmton und Musik darstellen können - und er muss zusätzlich noch schön aussehen. Die Zeiten klobiger und grobschlächtig auftretender Boxen sind endgültig vorbei. Beim Hannoveraner Anbieter Quadral ist dies schon seit geraumer Zeit bekannt. Der größte Teil der Produkte wird daher in schlichtem, eleganten und modernen Design angeboten - so auch die Lautsprecher-Baureihe Ascent. Der Standlautsprecher Ascent 860 (Stückpreis 699,-- EUR), der Regallautsprecher Ascent 260 (Stückpreis 299,-- EUR) und der Center-Lautsprecher Ascent Base II (Stückpreis 399,-- EUR) sind, allesamt in silberfarbener Lackierung, bei uns zum Test angetreten, um zu beweisen, dass man einen fairen Kaufpreis, ein schickes Design und einen runden, gelungenen Klang problemlos unter einen Hut bringen kann. Als tieffrequente Ergänzung fungiert der bereits ausgezeichnet von uns getestete, 899,-- EUR kostende Basslautsprecher Quadral Power Cube Sub 500, der mit 500 Watt Sinus- und 750 Watt Maximalleistung eine kraftvolle und präzise Basswiedergabe garantiert. Insgesamt wechseln rund 3.300,-- EUR (ganz genau 3.294,-- EUR) den Besitzer. Ein stolzer Betrag, aber wie wir es von Quadral vermuten, wird auch einiges dafür geboten. 

Allen Lautsprechern ist die hervorragende Verarbeitung gemein, die bis ins Detail überzeugen kann. Besonderes Augenmerk verdient die Rückseite der Ascent 260, deren Anschlussterminal für die Lautsprecherkabel sehr hochwertig und edel verarbeitet ist.

Schon fast luxuriös: Lautsprecherkabel-Anschlussterminal mit solider Plexiglasabdeckung bei der Ascent 260

Auch sonst gefällt die Ascent 260 mit einer optisch und haptisch einwandfreien Oberfläche, alle Kanten sowie die Einpassungen für die Membranen sind sorgfältig gearbeitet. Mit einer Nennbelastbarkeit von 100 und einer Musikbelastbarkeit von 150 Watt kann sie einiges an Belastung verdauen und eignet sich sehr gut als Surroundlautsprecher für größeren Anlagen in extensiveren Hörräumen. Seine außergewöhnlich temperaturstabile Tieftöner-Schwingspule verleiht ihm eine besonders hoch liegende Belastbarkeit. Ein zweiter Hochtöner auf der Gehäuserückwand zur bipolaren Schallverteilung verstärkt zusätzlich den Eindruck von Weiträumigkeit, was für den Surroundbetrieb besonders von Vorteil ist. Als Frontbox für kleinere Systeme in Hörräumen bis rund 30 Quadratmeter kann man diesen für Verstärker von 4 bis 8 Ohm geeigneten Schallwandler ebenfalls bestens einsetzen. Der Übertragungsbereich geht von 45 bis 25.000 Hz. 

Hochwertiger Regallautsprecher: Die Ascent 260 ist sehr flexibel einzusetzen

Hält auch dem zweiten Blick stand: Die Gehäuseverarbeitung der Ascent 260

Der Standlautsprecher Ascent 860 präsentiert sich mit weniger aufwändigem Anschlussterminal für die Lautsprecherkabel, eine Plexiglasabdeckung ist hier nicht vorhanden. Die Box selber ist ansonsten ebenfalls sehr ansehnlich geraten, durch den schlanken, eleganten Auftritt passt sie perfekt in viele Wohnlandschaften. Zwar ist sie nicht so kompakt wie mancher Satellitenlautsprecher, mit ihrer säulenartigen Form zeigt sie aber unaufdringliche Eleganz. Mit 150 Watt Nenn- und 300 Watt Musikbelastbarkeit erfüllt sie in Bezug auf die Belastungswerte problemlos gehobene Ansprüche. Der Übertragungsbereich reicht von 28 bis 25.000 Hz, der Lautsprecher ist geeignet für Verstärker zwischen 4 und 8 Ohm. 

 

Ohne Plexiglasabdeckung und ohne Bi-Wiring: Anschlüsse bei der Ascent 860

 

Perfekte Passung: Hier kann man ruhig genau hinsehen

Schlanke Schönheit: Die Ascent 860 hat "Model-Maße"

Der in unserem Test-Set enthaltene Centerlautsprecher möchte natürlich keinesfalls zurückstecken - auch wenn er nicht ganz die Eleganz der 860er Standbox bieten kann, so wirft er seine tadellosen Belastungswerte (Nennbelastbarkeit 115, Musikbelastbarkeit 200 Watt) und sein einwandfreies Finish in die Waagschale. Von 35 bis 25.000 Hz reicht hier der Übertragungsbereich, geeignet ist der Center für Verstärker von 4 bis 8 Ohm.

Stimmgewaltig: Ascent Base II-Center

 

Quadral Altima

Alle Ascent-Lautsprecher unseres Testensembles sind mit Altima-Membranen ausstaffiert. Quadral vereint bei dieser Eigenentwicklung die drei Leichtmetalle Aluminium, Titan und Magnesium miteinander  - mit folgendem Hintergrund: Die Hauptursache für den unterschiedlichen Klang diverser Membranmaterialien liegt in der Tatsache, dass sich Membranen beim Schwingen unkontrolliert verbiegen und dann nicht den Vorgaben der Schwingspule folgen.

Das Ausmaß dieser so genannten "Partialschwingungen" determiniert großenteils den Eigenklang der Membranen. So tendieren weiche Kunststoffversionen zum Beispiel klanglich zur Trägheit (was zu Ungenauigkeit, zu einem "verwaschenen", wenig lebendigen Klangbild führen kann), die derzeit recht populären Membranen aus Aluminium dagegen zur Härte, während Papiermembranen je nach ihrer Zusammensetzung mal in die eine, mal in die andere Richtung ausschlagen. Deshalb versuchen die Lautsprecherhersteller, materialbedingte Eigenresonanzen möglichst effektiv zu unterdrücken und auf verschiedene Frequenzen zu verteilen, um sie damit bestmöglich zu kaschieren. Das Altima-Prinzip eröffnet dagegen laut Quadral ganz andere Möglichkeiten: Zum Einen lassen sich die Materialresonanzen damit aus dem jeweiligen Einsatzbereich der Lautsprecher herausdrängen oder -schieben, und zum zweiten ermöglicht es Altima, die Resonanzen zu bündeln und dann per Netzwerk zu eliminieren. Das scheint simpel, gelingt aber kaum mit anderen Materialien. Daher sollen Schnelligkeit, akribische Genauigkeit und und die Abwesenheit von Eigenklängen die besonderen Kennzeichen der Altima-Membranen sein. 

Sehr gut ergänzt wird das Ascent-Paket durch den Power Cube Sub 500. Mit seiner leistungstarken Digitalendstufe, die maximal 750 Watt mobilisiert, ist der Downfire-Subwoofer auch in großen Hörräumen nicht verloren.  Um eine möglichst effektive, saubere Basswiedergabe zu erreichen, haben die Quadral-Entwickler einiges getan. So kommt ein Passivradiator zum Einsatz, der für eine klare, saubere Basswiedergabe ohne störende Strömungsgeräusche sorgt. Bei Quadral heißt diese Technik acw. acw steht für "air coupled woofer" und ist eine besondere Variante des bassverstärkenden Reflexprinzips. Dabei wird der übliche Reflextunnel durch eine Fläche und Masse genau definierte und sehr hubfreudige Membran ersetzt. acw vermeidet Strömungsgeräusche und Tunnelresonanzen, wie sie die Luft erzeugt, wenn sie sich mit hoher Geschwindigkeit den Weg durch einen Reflextunnel bahnt. 

In der Ruhe liegt die Kraft: Keine Nebengeräusche und sauberer Bass durch den Passivradiator beim Power Cube

Verleiht den Bässen Flügel: Mit maximal 750 Watt starken Endstufe agiert der Downfire-Subwoofer

Komplett: Alle Einstellmöglichkeiten finden sich auf der Rückseite

Was die Verarbeitung anbetrifft, überzeugt auch der aktive Subwoofer: Das Gehäusematerial wirkt hochwertig und haltbar, bei unserem Testgerät waren beide Membranen, die Passivmembran und der Downfire-Treiber, sauber eingepasst. Die Geräterückseite dokumentiert ebenfalls das ansprechende Qualitätsniveau, alle für eine akkurate Einstellung nötigen Regler sind vorhanden und griffgünstig und solide ausgeführt. Wer den aktiven Subwoofer zwischen die Frontlautsprecher einschleifen möchte, findet für diese Operation Schraubverschlüsse, die allerdings noch etwas größer und höher wertig ausfallen könnten. Selbstverständlich ist ein Kaltgerätestecker-Anschluss vorgesehen. Ebenfalls verfügt der Quadral-Subwoofer über eine sehr gut funktionierende Standby-Automatik.  Was wir noch vermissen, ist eine Fernbedienung, mit der man komfortabel vom Hörplatz aus die Lautstärke einstellen kann - manchmal, gerade bei wechselndem Quellmaterial, eine hilfreiche Errungenschaft. 

Der Power Cube Sub 500 ist als Downfire-Subwoofer ausgelegt

Der Quadral Power Cube Sub 500 ist als nach unten abstrahlender Subwoofer (Downfire) konstruiert. Downfire-Subwoofwoofer sollten über erheblich leistungsfähigere Endstufen verfügen als Frontfire-Subwoofer. Schließlich wird ein guter Teil des Basses für die Gebäudesubstanz verbraucht. Bei leistungsschwachen Subwoofer-Endstufen bleibt dann nicht mehr viel für den hörbaren Bass übrig - wie mancher wenig druckvolle Vertreter besonders von Subwoofer-/Satelliten-Systemen der unteren Mittelklasse und der Mittelklasse zeigen. Daher tut Quadral gut daran, eine entsprechend leistungsfähige Digitalendstufe zu verbauen. Durch die 360°-Verteilung des Basses werden sogenannte stehende Wellen zwar nicht verhindert, ihre Folgen in Form von Selbstauslöschung von Bassfrequenzen sind jedoch stark vermindert. Die "Basslöcher" sind sehr klein und werden kaum bemerkt - wobei man auch diese Feststellung nicht globalisieren kann und viel auch vom restlichen Lautsprecherequipment, der korrekten Justage und der Raumakustik abhängt.  

Zu nah an der Wand (wobei die Nähe, die der Downfire-Subwoofer zur Wand haben kann, natürlich auch vom Material der Hörraumwand abhängt) oder in der Raumecke sollte man Downfire-Subwoofer eigentlich nicht aufstellen, wobei der Power Cube Sub 500 sich recht tolerant verhält. Problematisch können sich Downfire-Subwoofer in manchen Altbauten oder in schlecht gedämpften Neubauten verhalten, wenn sie bei kräftigem Betrieb für störende Resonanzen sorgen. Auf jeden Fall sollte man Downfire-Subwoofer nicht in akustisch sehr hellhörigen Räumen einsetzen. Hier wird dann kein echter Bassdruck geboten, sondern ein großer Teil der Energie verpufft in unschönen Resonanzen und in unpassendem Dröhnen. In akustisch weniger hellhörigen Räumlichkeiten, am besten mit guter Dämpfung, machen leistungsstarke Downfire-Subwoofer hingegen eine ausgezeichnete Figur. Sehr lobenswert: Quadral liefert passend dimensionierte, solide gefertigte Standfüße (Bild links) gleich mit, so dass der Power Cube die richtige Distanz zum Boden bekommt und eine einwandfreie Basswiedergabe gewährleistet ist. Die Elemente werden einfach mittels eines Schraubendrehers befestigt und sorgen auch für sicheren Halt.

Klang

Ein Filmerlebnis der besonderen Art ermöglicht unser Ascent-Testset. Obwohl grundsätzlich zurückhaltend ausgelegt, liefert unser Test-Set bei bass- und effektintensiven Szenen eine hervorragende Vorstellung. In Sekundenschnelle steht der aktive Subwoofer bereit und lässt beim 2. Teil der "Mumie" die Armee des Skorpionkönigs bassgewaltig durch den Hörraum marschieren. Die Verfolgungsjagden bei "Ronin" werden ausdrucksstark wiedergegeben, dies gilt auch für die Launen der Ozeane und die erbitterten Seeschlachten in "Master and Commander". Doch die Quadral Ascent zeigen noch andere Tugenden: Denn gerade in Szenen, in denen es nicht mit unerbittlichem Druck vorangeht, liegen die Stärken. Atmosphäre aufbauen - z.B. bei "U-571" vor den brachialen Wasserbombeneinschlägen - oder in James Bond 007 "Stirb an einem anderen Tag" in der Startsequenz  - das liegt den Quadral-Boxen ganz besonders. Man kann fast den Puls der Protagonisten fühlen, das Herz pochen hören - Spannung, die einem den Atem raubt, liegt über dem Hörraum, dies machen die Ascent-Lautsprecher hör- und fühlbar. Was das unerbittliche Voranschreiten bei harten Effektgewittern angeht, liefern die Quadral-Schallwandler zwar auch eine sehr gute Leistung ab, es gibt aber LS-Kombinationen, die hier für noch mehr Nachdruck sorgen. Der Ascent Base II ermöglicht eine präzise, auch bei hohen Pegeln klare Stimmdarstellung. Ganz gleich, ob Frauen- oder Männerstimme, charismatisch und akkurat stellt der Centerspeaker jede Facette dar. Diese Eigenschaft prädestiniert das Ascent-Set besonders auch für Filme, die ihren Reiz aus den Dialogen beziehen - und aus der Begleitmusik sowie kleinen, subtilen Effekten, kombiniert mit räumlich aktiven Elementen wie Wasserrauschen oder den Geräuschen des Windes. Denn die Ascent 260 ermöglichen durch den zusätzlich auf der Rückseite installierten Hochtöner eine sehr weiträumige und zugleich feinfühlige Darstellung, somit werden im Verbund mit den anderen Boxen glänzende Resultate erreicht. Wenn z.B. ein "potentielles Pärchen" am Wasser entlang spaziert, um endlich zueinander zu finden, dann kann der Ascent Base II die Macht der Worte, die feinnervige Anspannung, sehr gut zum Auditorium transportieren. Die beiden Ascent 260 bringen die Geräusche des Wassers, die leichten Windböen und die musikalischen Einlagen detailliert zu Gehör. Unterstützt werden sie optimal von den Ascent 860, die mit angenehm weichem, aber nie verwaschen-unsauberem Klang sehr melodiös gesoundet sind und mit sanfter Emotion den Music Score und die Raumklanginformationen für das vordere akustische Feld gewinnbringend wiedergeben.

Auch im Musikbetrieb kann man dem Quadral-Ensemble ausgezeichnete Zensuren mit auf den Heimweg nach Hannover geben. Besonders auffällig ist wiederum, dass man allen Lautsprechern stundenlang auch bei höheren Lautstärken zuhören kann - und nicht nur das: Man möchte immer weiter hören. der Grund für diese plötzliche "Sucht nach Sound" liegt in der homogenen, natürlichen Auslegung aller Komponenten. Immer ist ein ausgeglichener Klang garantiert, und zwar praktisch unabhängig von der Musikart. Lediglich Heavy Metal- oder auch Techno-Liebhaber würden sich vielleicht ein fetzigeres  und auffälligeres Auftreten wünschen, aber für alle anderen Fälle ist das Ascent-Set gerüstet. So liegen den silberfarbenen Lautsprechern vor allem auch klassische Stücke. Mit sehr guter Detaillierung meistert das Quadral-Set beispielsweise Violinen- oder Piano-Soli. Immer schaffen es die Lautsprecher, eine hohe Plastizität und einen facettenreichen, klaren Hochtonbereich mit einer hohen Ausgewogenheit zu verbinden. Bei orchestralen Einsätzen kommen Dynamiksprünge stimmig zum Zuhörer, vor allem zu loben ist die hohe Gesamthomogenität. Der aktive Subwoofer ermöglicht einen fundierten, raumfüllenden, aber nie künstlich übertriebenen, andere akustische Anteile zudeckenden Bass. Überzeugen kann auch der Center mit seiner sehr präzisen, sauber strukturierten Wiedergabe. Das Volumen ist ebenfalls sehr gut, somit sind vielfältige Einsatzmöglichkeiten gegeben. Die Ascent 860 liefern einen gradlinigen, klaren Klang bei Stimmen und Instrumenten, mit dem sehr fein aufgebauten, dynamischen und im Hochtonbereich frischen Sound begeistern die Ascent 260.

Insgesamt macht das Quadral-Set im Musik- und im Filmbetrieb viel Spaß, ebenso wie das Nubert nuLine 5.1-Set. Diese Lautsprechersysteme dokumentieren überzeugend, was ein 5.1 Set mit Standlautsprechern und bärenstarkem aktivem Subwoofer bei Kaufpreisen von 3.000,-- bis 3.300,-- EUR heutzutage leisten kann. Sie verdienen daher beide Angebote unsere besondere Empfehlung. Die zwei Lautsprecher-Sets sind aber unterschiedlich ausgelegt, was durchaus von Vorteil ist, da so jeder Interessent mit individuellen Ansprüchen leichter sein Traum-Set finden kann. Beim nuLine-Paket begeistert vor allem der nicht zu bremsende Vorwärtsdrang. Mit unnachgiebiger Wucht marschieren die ausladenden Frontlautsprecher im "Teamwork" mit dem AW-1000 voran. Für Actionfilme und Liebhaber von Rock-, Heavy Metal- oder auch Trance-/House-/Techno-Musik führt kaum ein Weg an den Nubert-Boxen vorbei. Sie realisieren einen Druck, eine Kraft und ein Volumen, das man gehört haben muss, auch weitaus teurere Lautsprecher-Packages mancher Konkurrenten können hier nicht mithalten. Die Boxen reißen mit, schaffen emotionale Verbindungen des Hörers zur Musik - kurzum: Grandios. Genauso begeistern auch die Ascent-Lautsprecher, aber sie tun dies auf völlig andere Art und Weise: Stiller, differenzierter, feinfühliger. Hier sorgen die zurückhaltende Souveränität und der höchst harmonische, auch über Stunden angenehme Klang für das Flair. Ob im Hintergrund laufend oder als "Hauptdarsteller" - die Ascent-Lautsprecher treffen den richtigen Ton. Nichts wird überbetont, nichts geht unter - natürlich und mit Bedacht abgestuft, ist der Klang immer auf feinfühlig-zurückhaltende Art und Weise präsent. Bei Bedarf kann der sehr leistungsfähige aktive Subwoofer schnell zupacken - aber er ist anders ausgelegt als der Nubert-Woofer. Während der Nubert-Woofer stets zum Abgeben seiner ganzen Leistung herausfordert, weil er einen brachialen, überragend druckvollen Bass mit exzellentem Tiefgang ermöglicht, ist es beim Quadral-Subwoofer eher das gute Gefühl, zu wissen, dass immer genug Power da ist - wenn ein plötzlicher orchestraler Einsatz oder eine plötzliche Explosion sekundenschnell die volle Kraft fordern. Insgesamt schaffen die Quadral-Boxen genau das, was auch die Nubert-Lautsprecher realisieren können: Akzente über ihre Preisklasse hinaus zu setzen. Nur die Akzente selbst sind andere: Der reife, charmant-zurückhaltende, aber doch kraftvoll-souveräne, nie herausfordernde Klang begeistert bei den Ascent-Schallwandlern und sorgt für ein tief gehendes Hörerlebnis.

Fazit

Zugegeben, rund 3.300 ,- EUR sind kein Sonderpreis für ein 5.1 Lautsprecher-Set. Man bekommt bereits hochwertige 6.1.- oder 7.1-Alternativen namhafter Hersteller. Trotz dieser Feststellung ist das Quadral Ascent 860 5.1 Set eine besondere Empfehlung Wert, denn, auch wenn diese Behauptung zunächst widersinnig klingen mag: In Anbetracht der klanglichen Leistungen ist der Kaufpreis sogar extrem fair. Die Begründung für solch euphorische Worte wollen wir Ihnen nicht vorenthalten - der höchst angenehme, ausgewogene, über alle Maßen harmonische Klang ist der große Vorteil unseres Ascent-Sets. Ob Film- oder Musikwiedergabe, immer steht eine klare, gefällige und fundierte Wiedergabe im Vordergrund. Der Subwoofer harmoniert bestens mit dem Rest des Ensembles, er greift mit viel Kraft, aber auch mit hoher Präzision tieffrequent ein und verleiht dem Gesamtklang ein solides, druckvolles und mitreißendes, aber nie überbetontes Fundament. Die Ascent 860 gefallen mit dem runden, stimmigen Präsenztonbereich, nie spielen sie sich unangenehm in den Vordergrund, sondern überzeugen lieber durch ein gleichermaßen souveränes Handling aller ihr anvertrauten Wiedergabequellen. Ob orchestrale Stücke oder Jazzmusik, ob Actionkomödie oder Drama, mit der natürlichen und sehr gut abgestuften Gesamtwiedergabecharakteristik liegen die schlanken Säulen stets richtig. Natürlich kann man von den Lautsprechern aufgrund ihrer Gehäuseabmessungen keine Basswunder erwarten, aber im oberen Bassbereich und unteren Mitteltonbereich reicht das Gebotene vollkommen aus, und darunter steht der potente Subwoofer Gewehr bei Fuß. Der Centerlautsprecher begeistert ebenfalls, präzise, mit stimmigem Volumen und mit einem frischen, aber nicht überbetonten Hochtonbereich werden hier Akzente gesetzt. Bleiben die Ascent 260 - sie ermöglichen eine sauber strukturierte, dynamische und räumlich überzeugende Surroundklangkulisse, die auch kleine Nuancen in höheren Frequenzlagen sehr angenehm herausarbeitet. Unsere Bilanz: Wieder einmal ein Quadral-Set, das durch viele Stärken überzeugt, aber durch keine ernsthafte Schwäche negativ auffällt.

Quadral beweist mit dem Ascent-Ensemble erneut, dass man zu den führenden Lautsprecher-Anbietern gehört

Obere Mittelklasse
(komplettes Set)
Test 07.06.2004
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Höchst angenehmer, homogener Klang

  • Dynamische, klare Filmtonwiedergabe

  • Lebendige, harmonische Musikdarstellung

  • Alle Komponenten extrem pegelfest

  • Center mit hervorragender Präzision

  • Überdurchschnittlich leistungsstarker aktiver Subwoofer

  • Hochwertige Verarbeitung

  • Gefälliges Design

  • Tadelloses Preis-/Leistungsverhältnis

Contra:
  • Für den fairen Kaufpreis überragendes 5.1 Set ohne Schwächen

Technische Daten
  • Ascent 860:
    Typ: 3-Wege-Baßreflex-Standlautsprecher
    Prinzip: Bassreflex
    Nennbelastbarkeit: 150 W
    Musikbelastbarkeit: 300 W
    Übertragungsbereich: 28...25.000 Hz
    Verstärker: 4...8 Ohm
    Bestückung:
    Hochtöner: 25 mm Kalotte
    Mitteltöner: 135 mm ø ALTIMA®
    Tieftöner: 2 x 135 mm ø ALTIMA®
    Abmessungen (HxBxT): 113 x 16,6 x 23,2 cm
    Ausführung:
    Ahorn/Champagner(Echtholzfurnier)
    Kirsche(Echtholzfurnier)
    silber-lackiert

  • Ascent Base II:
    Typ: 3-Wege-Bassreflex-Centerspeaker
    Prinzip: Bassreflex
    Nennbelastbarkeit: 115 W
    Musikbelastbarkeit: 200 W
    Übertragungsbereich: 35...25.000 Hz
    Verstärker: 4...8 Ohm
    Bestückung:
    Hochtöner 25 mm Kalotte
    Mitteltöner 135 mm ø ALTIMA®
    Tieftöner 135 mm ø ALTIMA®
    Abmessungen (HxBxT): 33,9 x 16,6 x 23,2 cm
    Ausführungen:
    Ahorn champagner
    Kirsche
    Silber-lackiert

  • Ascent 260: 
    Typ: 3-Wege Baßreflex Regallautsprecher
    Prinzip: Bassreflex, bipolar
    Nennbelastbarkeit: 150 W
    Musikbelastbarkeit: 150 W
    Übertragungsbereich: 45...25.000 Hz
    Verstärker: 4...8 Ohm
    Bestückung:
    Hochtöner 25 + 13 mm
    Tieftöner 135 mm ø ALTIMA®
    Abmessungen (HxBxT): 33,9 x 16,6 x 23,2 cm
    Ausführung:
    Ahorn champagner(Echtholzfurnier)
    Kirsche(Echtholzfurnier)
    Silber-lackiert

  • Power Cube 500:

  • Typ: aktiver Subwoofer

  • Prinzip: Bassreflex (acw), downfire

  • Sinus-/Musikbelastbarkeit (W): 500/750
    Übertragungsbereich (Hz): 22...150

  • Übertragungsfrequenz (Hz): 40-150 variabel
    Eingangsempfindlichkeit (mV): 250

  • Stand-By-Schaltung: ja

  • Phase: 0...180º schaltbar

  • Tieftöner: 260 mm Ø

  • Passivmembran: 260 mm Ø (acw-Membran)

  • Maße (H x B x T) in cm: 42,9 x 30,5 x 40,0

  • Gewicht (kg): 21,2

  • Ausführung: silbern, schwarz

Test: Carsten Rampacher

07. Juni 2004