Test: Mirage Sub-/Sat-System Omnisat

02.10.2003 (cr)

 

2350.—EUR sind für ein Subwoofer-/Satellitensystem ein ziemlich heftiger Preis. Für das gleiche Geld kann der geneigte Käufer sich auch schon ein qualitativ überzeugendes Standlautsprecher-Set kaufen. Doch unser Testkandidat, das Mirage Omnisat 5.1, bringt fürs Geld eine Menge aufwändiger Technik mit. So sind die fünf identischen Satellitenlautsprecher omnipolar ausgelegt und strahlen somit nach allen Seiten ab. Mit einer empfohlenen Verstärkerleistung von 10 bis 150 Watt sind die kompakt bauenden Lautsprecher sehr flexibel einzusetzen. Der Schalldruck beträgt 89 dB. Die Nennimpedanz beträgt 8, die Minimalimpedanz 4 Ohm. Der Frequenzgang reicht laut Hersteller von 70 Hz bis 20.000 Hz, wobei wir gerade im Hochtonbereich auch bei High Quality Audio-Medien eine sehr gute Eignung des Omnisat-Pakets feststellen konnten. 

Hier zeigt sich, dass die Werksangaben bezüglich des Frequenzgangs und die Wiedergabe-Souveränität auch im erweiterten Hochtonbereoch manchmal nicht ganz zusammen passen. Wir testeten anderen Sub-/Sat-Packages, die einen weiter hoch reichenden Frequenzgang hatten und trotzdem nicht annähernd dieses ausgezeichnete Handling bieten konnten wie das Mirage-Set. Doch dazu später mehr. 


Zunächst ist festzustellen, dass die die verwendeten Baugruppen von hochwertiger Machart sind. Als Hochtöner kommt ein 1-Zoll PTH-Hybridkonuschassis aus reinem Titan zum Einsatz. Als Tieftöner verwendet Mirage ein 4,5 Zoll messendes Hybridchassis mit Polypropylenmembran, Butylgummisicke und Titanbeschichtung. Passend zu den hochwertigen Komponenten wirkt auch die Gehäusequalität der Satelliten sehr edel. 

Die Anschlussterminals auf der Rückseite der Satelliten sind selbstverständlich in Form von Schraubverschlüssen ausgeführt, somit können auch größere Kabelquerschnitte beziehungsweise Bananenstecker verwendet werden. Das einzige, was wir noch befürworten würden, wäre eine Hartvergoldung der Anschlussterminals.

Viel wurde nun über die aufwändigen Satelliten geschrieben - doch was wäre ein solches Set ohne die passende tieffrequente Unterstützung? Natürlich hat Mirage auch einen entsprechen leistungsfähigen aktiven Subwoofer mitgeliefert: Den LFE-150, dessen Dauerleistung 150 Watt beträgt. Die mögliche Kurzzeitbelastung beträgt imposante 600 Watt, der Frequenzgang des aktiven Bassisten reicht von 23 Hz bis 150 Hz (bei -3 dB). Ein 10 Zoll großes Hybridchassis mit Polypropylenmembran und Titanbeschichtung sorgt für die richtige Basswiedergabe. 

Ein Regler für die Übernahmefrequenz, ein umschaltbarer Phasenregler und ein Pegelregler finden sich griffgünstig auf der Frontseite des Woofers. Eine Fernbedienung, die man in dieser Preisklasse eigentlich erwarten könnte, wird nicht offeriert. Die Verarbeitung des Basslautsprecher ist außerordentlich solide. Das Gehäusematerial wirkt hochwertig, das Anschlussfeld auf der Rückseite des Subwoofers ist ebenfalls qualitativ überzeugend ausgeführt.

Mit 20,4 kg bringt der Frontfire-Sub ein ganz schönes Gewicht auf die Waage. Selbstverständlich ist ein Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss integriert. Nur die Front-Abdeckplatte des aktiven Subwoofers überzeugte uns qualitativ nicht ganz - schöner ist der "Basslieferant", wenn man ihn "nackt", das heißt ohne Abdeckung, aufstellt.

Akustisch stellten wir in Anbetracht des Kaufpreises natürlich erstklassige Leistungen - und das Mirage-System enttäuschte uns nicht, was besonders in Anbetracht der hervorragenden Performance, die bereits deutlich günstigere Sub-/Sat-Sets mitbringen, doch erstaunlich war. Durch das omnipolare Abstrahlverhalten zeichnete das Mirage-Set eine beeindruckende Front- und Surroundschallkulisse, man fühlte sich inmitten des Geschehens. Beim "Chronos"-Trailer auf der siebten DTS Demo-DVD konnte sich das System exzellent in Szene setzen. Der aktive Subwoofer lieferte eine beeindruckende Bassperformance, hier muss man allerdings hinzufügen, dass der weit überdurchschnittlich kraftvolle PSW-3000, Bestandteil des KEF Subwoofer-/Satellitenlautsprechersystems KHT-3005, hier sehr gut mithalten kann, obwohl das KEF-Set günstiger zu haben ist - vor allem, wenn man die Marktpreise des in limitierter Auflage offerierten Systems bedenkt. 

Die anderen "Bestandteile" des Mirage-Sets ermöglichten ebenfalls herausragende Ergebnisse: Die Satelliten sorgen gerade bei diesem Trailer für eine besonders gelungene Wiedergabe: Raumfüllend, klar und sauber durchstrukturiert wird hier ein Leistungsprofil geboten, das seinesgleichen sucht. Ähnliche akustische Beobachtungen konnten wir auch beim Trailer von "E.T" auf der siebten DTS Demo-DVD machen: Eine unheimlich breite und zugleich dichte Surround-Soundkulisse zeigte die Vorteile der omnipolaren Technik eindrucksvoll auf. Beim Eagles-Song "Hotel California" brillierte das Omnisat-Paket mit einer tollen Stimm- und Instrumentaldarstellung: Was die Lautsprecher trotz ihrer kompakten Abmessungen an Stimmtiefe, Stimmaufbau und Detailtreue bei der Instrumentalwiedergabe leisten, ist von absolut hervorragender Qualität.

Sehr gut gefiel uns vor allem, dass trotz der voluminösen, räumlich vollauf überzeugenden Darstellung auch die Präzision begeistern konnte. Kleine Details gehen hier nicht im gesamten tonalen Gefüge hilflos unter, sondern werden mit Sorgfalt und der passenden Akzentuierung eingebunden. Sehr schön agiert auch bei kleinen Feinheiten der aktive Subwoofer, der in Bezug auf seine Musikalität mit tadellosen Resultaten aufwarten kann. Besonders beeindruckend ist die exzellente Präzision, hier schlägt er sogar knapp den ausgezeichneten KEF PSW-3000. Dieser jedoch kontert mit seiner nochmals höheren Dauerbelastbarkeit, gerade extrem hohe Pegel managt der KEF-Bassist im Film- und im Musikbetrieb mit unerschütterlicher Souveränität. Hier wirkt der Mirage-Woofer im direkten Vergleich etwas angestrengter. Die Unterschiede sind aber marginal, das KEF- wie auch das Mirage-Set können problemlos in Hörräumen bis ca. 30 Quadratmeter eingesetzt werden, was für Subwoofer-/Satellitensysteme ein ausgezeichneter Wert ist. Durch die hochleistungsfähigen Satelliten ist beim Mirage-Set sogar noch im 30 Quadratmeter-Raum ein sehr dichter Raumeindruck gegeben. Hier kann das KEF KHT-3005 nicht ganz mithalten.

Einige Leser wundern sich, dass so viele Subwoofer-/Satellitensystem zum einen in unseren Tests hervorragend abschneiden - zum anderen zeigen sich manche erstaunt darüber, dass bei unserer Klassen-Einteilung am Testende längst nicht jedes Subwoofer-/Satellitensystem lediglich in die Einsteiger- oder in die Mittelklasse eingestuft wird. Hierzu zwei Bemerkungen: Erstens sind die Test-Einstufungen auf die jeweilige Geräte-Gattung abgestimmt. Das heißt, dass die Einstufung "Mittelklasse" oder "Oberklasse" in Bezug zur Gerätegattung (hier also Subwoofer-/Satellitensysteme) und nicht absolut zu sehen ist. Zweite Bemerkung: Noch vor einiger Zeit war es so, dass viele, selbst teure Subwoofer-/Satellitensysteme wenig aufwändig konstruiert waren und daher klanglich nicht überzeugen konnten. Eine unbefriedigende Hochtonwiedergabe, ein wenig aussagekräftiger Bassbereich (was auf die mitgelieferten unterdimensionierten Subwoofer zurückzuführen war), eine oberflächliche Stimmwiedergabe und eine unzureichende Musikalität kennzeichneten einen Großteil der Angebote. Damals erfüllten viele Subwoofer-/Satellitensysteme ausschließlich die Klangwünsche von akustisch wenig anspruchsvollen Hörern. 

Inzwischen aber haben sich Subwoofer-/Satellitensysteme zu Lösungen gemausert, die auch anspruchsvollere Musik- und Filmhörer nicht enttäuschten dürften. Durch eine aufwändige Konstruktion der Satelliten und durch kraftvolle, solide aufgebaute aktive Subwoofer sind viele Subwoofer-/Satelliten-Systeme akustisch längst in einer höheren Liga. Diejenigen Leser, die diesen Worten keinen Glauben schenken, sollten sich einfach einmal die von uns getesteten Systeme selber anhören. Wir haben uns in aufwändigen Selektionen die Mühe gegeben, die interessantesten Angebote zu selektieren. Dies führt zu einem sehr hohen Schnitt bei den Testbewertungen, sorgt aber dafür, dass man, je nach Prioritätensetzung, unter besonders reizvollen Alternativen am Markt diejenige aussuchen kann, die den eigenen Prioritäten am besten entspricht, denn was die Auslegung angeht, offenbaren sich deutliche Unterschiede. Was hier bevorzugt wird, hängt aber vom eigenen Geschmack ab, ob man z.B. eine besonders natürliche, eine besonders basskräftige oder eine besonders im Hochtonbereich prägnante Darbietung schätzt. Die Leistungsprofile vieler von uns getesteter Sets aber sind insgesamt überragend. Sicherlich gibt es in unserer Auswahl auch einmal das ein oder andere Set, das nicht absolut überzeugen kann - diese akustischen Nachteile werden dann auch eindeutig zur Sprache gebracht.

Zurück zu unserem Testkandidaten, wo es äußerst wenig Anlass zur Kritik gibt. Mit einer erstaunlich hohen Klanggüte managt das Ominsat-System auch DVD Audio- oder SACD-Discs. Eine sehr homogene Klangverteilung und eine außerordentlich gelungene Dynamik sind hier herauszuhören. Die Detailwiedergabe ist für ein solches Lautsprechersystem gelungen. Hier bieten aber konstruktionsbedient konventionelle, entsprechend hochwertige Standlautsprecher mehr. Wichtig für die DVD Audio- und SACD-Anwendung ist, dass entweder der DVD Audio-/SACD-Player ein geräteinternes Bassmanagement oder aber der verwendete AV-Receiver einen in Bezug auf das Bassmanagement konfigurierbaren 6-Kanal-Eingang mitbringen muss. Es ist unbedingt erforderlich, dass die Basssignale auf den aktiven Subwoofer umgeleitet werden.

Unser LFE-150 vom Omnisat-Paket hatte keinerlei Probleme mit einer anspruchsvollen Wiedergabe. Ein präziser und dennoch voluminöser, nie schwammig wirkender Bass sorgte für große Zufriedenheit auf den Gesichtern des Testteams. Dieser Eindruck von Zufriedenheit verstärkte sich noch, nachdem wir das Set im Stereobetrieb anhörten: Ein absolut herausragender Raumeindruck, zum Ausdruck gebracht durch die feinfühlig und akkurat aufgebaute virtuelle Bühne, ist ebenso zu loben wie die klare, im Hochtonbereich erstaunlich differenzierte Stimmwiedergabe. Auch bei hohen Pegeln wird die Gesamtdarstellung löblicherweise nie zu spitz oder zu aggressiv, sondern bleibt immer klar und berechenbar. 

Fazit

Mit dem Omnisat 5.1 baut Mirage ohne Zweifel eines der besten Subwoofer-/Satellitensysteme der Welt. Die überragende Räumlichkeit, gepaart mit der sehr guten Präzision, einem klaren, lebendigen Hochtonbereich und einem ausgesprochen guten Stereoklang sind Parameter, die deutlich zeigen, dass selbst anspruchsvolle Besitzer eines Standlautsprechersystems zum potentiellen Kundenkreis des Omnisat-Pakets gehören. Nicht wenige schätzen an ihren Standlautsprecher zwar die Akustik, aber nicht die großen Abmessungen und die damit verbundenen Probleme bei der Wohnraumintegration. Nach wie vor bieten natürlich sehr hochwertige und entsprechend teure Standboxen noch mehr Detailtreue, Homogenität und Klarheit, das Mirage-Set erreicht aber durchaus den Standard von Standlautsprecher-Sets seiner Preisklasse. Damit relativiert sich auch der für ein Subwoofer-/Satellitensystem sehr hohe Kaufpreis, denn die gebotenen Leistungen sind absolut überragend. Die Verarbeitung aller Komponenten ist ausgesprochen gut. Für eine noch komfortablere Bedienung des aktiven Subwoofers vermissen wir nur eine Fernbedienung.

Das Omnisat 5.1-System ist sehr teuer - dafür bekommt der Käufer aber eines der weltbesten Subwoofer-/Satellitensysteme

Oberklasse
Test 02.10.2003
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Überragende räumliche Darstellung

  • Aktiver Subwoofer mit sehr guten Leistungsreserven

  • Satelliten mit sehr hohen Belastungswerten

  • In Hörräumen bis zu 30 Quadratmetern einzusetzen

  • Hohe Präzision aller Komponenten

  • Extrem gute, tiefe und charismatische Stimmwiedergabe

  • Überdurchschnittliche Stereo-Klangqualität

  • Sehr hochwertige Verarbeitung

Contra:
  • Aktiver Subwoofer ohne Fernbedienung

  • Hoher Kaufpreis

Technische Daten
  • Omnisat-Satelliten: Frequenzgang 70 bis 20.000 Hz, Musikbelastbarkeit 150 Watt, Trennfrequenz 2,2 kHz, Schalldruck 89 dB, Nennimpedanz 8 Ohm, Minimalimpedanz 4 Ohm, empfohlene Verstärkerleistung 10 bis 150 Watt, Gewicht 3,2 kg, Maße (H x B x T  in cm): 20,3 x 15,8 x 20,3

  • LFE-150 aktiver Subwoofer: Diskreter MOSFET-Verstärker in Class A/B-Ausführung, 150 Watt Dauerleistung, 600 Watt kurzzeitige Leistung, Frequenzgang 23 Hz bis 150 Hz bei -3 dB, Phasenregler 0 Grad/180 Grad, Einstellmöglichkeit für Übernahmefrequenz 40 Hz bis 120 Hz bei 18 dB/Oktave, Maße (H x B x T in cm): 31,5 x 50 x 39,4

  • Preis (UVP): 2.350,-- EUR

Test: Carsten Rampacher
Testassistent: Matthias Walther-Richters

02. Oktober 2003

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