Test: Magnat Betasub 30A

08. April 2005 (cr) (khp)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments

Gerade AV-Einsteiger haben meist ein sehr begrenztes Budget, möchten aber trotzdem nicht stückweise ihre Anlage einkaufen, sondern mit DVD-Player, AV-Receiver und Mehrkanal-Lautsprechersystem gleich zu Beginn komplett durchstarten. Und zum echten Mehrkanal-Flair gehört auch ein aktiver Subwoofer, der gerade im Einsteigersegment besonders wichtig ist, weil zum einen kein Geld für hochwertige, bassstarke Standlautsprecher da ist und zum anderen gerade günstigere AV-Receiver darauf angewiesen sind, dass ein aktiver Subwoofer ihnen Arbeit im leistungsintensiven Bassbereich abnimmt.  Genau hier kommt unser Testkandidat ins Spiel, der Magnat Betasub 30A, der mit seinem Verkaufspreis (rund 400 €) das Budget nicht überstrapaziert. Wer sich auf dem Markt umsieht, wird sogar feststellen, dass der 30A bereits für ca. 300 € den Besitzer wechselt. Für diesen Kaufpreis ist das Gebotene absolut in Ordnung: Ein 30 cm Tieftonchassis und eine Endstufe mit 130 Watt RMS-Leistung stellen eine gute Kombination für kleinere bis mittlere Hörräume dar. Dass der nach unten abstrahlende Downfire-Subwoofer gleich in drei Farben (buche, kirsche, schwarz) lieferbar ist, vereinfacht die optische Integration. 

Sauber gemacht: Das Anschlussfeld ist zwar nicht von übertriebener Ausstattung, aber von stimmiger Verarbeitung geprägt

Die Verarbeitung des Betasub zeigt Licht- und Schattenseiten. Die ersteren finden sich beim hochwertig wirkenden und sauber eingepassten Anschlussterminal. Wer den Betasub zwischen die Lautsprecher einschleifen möchte, findet solide Schraubverschlüsse vor. Auch ist das Basschassis ordentlich eingefügt, was auch von unten betrachtet für ein appetitliches Erscheinungsbild sorgt, das allerdings durch die billigen Standfüße an Wertigkeit einbüßt: Diese Distanzhalter sind aus billigem Hartplastik und sehr bruchempfindlich. Die Gehäuseverarbeitung ist einfach, deutlich zu sehen ist das z.B. an den scharfen Kanten. Das silberfarbene Material, aus dem die Frontseite des Subwoofers besteht, wirkt dagegen recht ansehnlich. 

Die Membran ist ordentlich eingepasst. Störend sind aber die sehr billigen Standfüße aus bruchempfindlichen Kunststoff

Klang

Der Preisklasse gemäß ist der Betasub nicht der richtige Basslautsprecher, um für gehörigen Nachdruck im großen Heimkino zu sorgen. Vielmehr liegt seine Stärke darin, dem Einsteiger, der im kleineren Hörraum bis maximal 25 Quadratmeter hört, ein nie störendes, aber doch allseits präsentes Bassfundament zur Verfügung zu stellen. Auch durch den stabilen Aufbau überzeugt der Betasub, denn auch bei erhöhtem Pegel konnten wir kaum Dröhn- oder Strömungsgeräusche vernehmen. Der Betasub macht auf andere Weise klar, wenn das Ende der Fahnenstange erreicht ist: Es kommt einfach keine Leistung mehr, der Bassdruck lässt rapide nach, das Fundament geht verloren. Magnat sagte man gern nach, maßlos durchstartende Disco-Woofer zu bauen, die für ernsthafte Aufgaben eher weniger geeignet sind. Dieses Vorurteil lässt sich auf unseren Betasub nicht übertragen, der für einen Woofer dieser Preisklasse erstaunlich kultiviert klingt. Magnat-typisch wird zwar bei Kickbässen ordentlich hingelangt und eine ansprechende Darstellung geboten, aber dies ist nur die eine Seite: Mit seiner Fähigkeit, sich passend zu integrieren, ist auch das klassische Konzert keine Tabuzone für den Betasub 30. Nicht so recht überzeugen konnte uns aber der gebotene Tiefgang. Die Werksangabe von 20 Hz als unterer Grenzfrequenz erscheint uns doch etwas sehr optimistisch, wie sich bei verschiedenen Filmbeispielen ("James Bond: The World is not enough", "Die Mumie kehrt zurück", "X2", "Behind Enemy Lines", "Minority Report") herausstellte: Hier war die Basswiedergabe bei sehr umfassenden Effekten, die sehr tief heruntergehen, eher dürftig. Wenn es hingegen um die passende Untermalung des Music Score oder die Wiedergabe von Bässen, die zwischen 40 und 80 Hz liegen, geht, konnte der Betasub überzeugen. Insgesamt ist der Woofer aus akustischen Gesichtspunkten heraus eine gute Wahl für Einsteiger. Für die Musikwiedergabe ist er überraschend gut geeignet, während es bei filmischen Action-Spektakeln etwas an Substanz fehlt. Der Betasub 30A ist relativ hart aufgehängt, um hier noch mehr Druck und Schub in Verbindung mit dem relativ großen 30 cm Chassis zu bekommen, müsste die Leistung der Endstufe üppiger bemessen sein. 

Integriert sich gut: Der Betasub 30A

 

Fazit

Der Magnat Betasub 30A überzeugt mit seiner stimmigen akustischen Integration, der tadellosen Kickbasswiedergabe und mit seinen geringen Störgeräuschen auch bei höheren Lautstärken. Die Pegelfestigkeit ist ordentlich, man sollte nur bedenken, dass der Betasub nicht in Hörräumen, die über 25 Quadratmeter messen, eingesetzt werden sollte, da gerade bei gehobener Lautstärke sein Durchsetzungsvermögen nicht mehr ausreicht. In solchen Fällen lässt der Bassdruck merklich nach. Nicht perfekt ist der Tiefgang, Basseffekte unterhalb der 40 Hz werden etwas stiefmütterlich behandelt. Die Verarbeitung ist nüchtern-sachlich, nicht aber übertrieben liebevoll. Insgesamt ein für Einsteiger gut geeigneter Subwoofer mit einem günstigen Marktpreis. 

Für Einsteiger tadelloser aktiver Subwoofer mit sehr guter Integrationsfähigkeit

Einsteigerklasse
Test 08.04.2005
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Sehr gute Kickbasswiedergabe

  • Für fast alle Musikarten gut geeignet

  • Neigt kaum zum störenden Dröhnen

  • Sehr fairer Marktpreis

Contra:
  • Tiefgang nur befriedigend

  • Einfache Gehäuseverarbeitung

  • Billige Standfüße

Technische Daten
  • Prinzip: Aktiver Bassreflex Subwoofer 

  • Bestückung: 1 x 300 mm Woofer 

  • Ausgangsleistung (RMS/max.): 130 / 260 Watt 

  • Frequenzbereich: 20 - 200Hz 

  • Übergangsfrequenz: 50 - 200Hz regelbar 

  • Ausführung: schwarz, buche, silber, kirsch 

  • Abmessungen (B x H x T): 335 x 510 x 400 mm

  • UVP: 399,80 €, Marktpreis ca. 300 €

Test: Karl-Heinz Pöppl, Carsten Rampacher
Redaktion: Carsten Rampacher

08. April 2005