Test: Denon AVR-1803

18.09.2002 (cr)

Nur noch 599 EUR kostet der Einstieg in die Extended Surround-Klangwelt bei Denon ab Ende September 2002: Dann nämlich ist der neue AVR-1803 zu haben, der mit sechs jeweils 110 Watt starken Endstufen antritt und sowohl Dolby Digital 5.1 EX als auch DTS ES Discrete und Matrix 6.1 decodieren kann. Interessantes Feature: Zwar ist nur eine Endstufe für den Back Surround Kanal vorgesehen, diese aber lässt sich aufsplitten und für 2 Back Surround-Lautsprecher nutzen. Terminals für beide Lautsprecher finden sich auf der Geräterückseite, selbstverständlich, wie für alle Kanäle, in solider Schraubausführung anstatt in wenig überzeugenden Klemmen. Lieferbar ist der elegant-zurückhaltend gestylte AV-Receiver Denon-gewohnt in Schwarz oder Gold, die Frontplatte wie auch die beiden im Bild sichtbaren großen Drehregler bestehen aus hochwertig verarbeitetem Aluminium. Das Design wurde im Vergleich zum Vorgänger, man muss sagen gekonnt, aber nicht übertrieben, überarbeitet.  Des weiteren gehört das größte Manko des AVR-1802 endlich der Vergangenheit an: Die wenig wertige, zu kleine und zudem unübersichtliche Fernbedienung musste einer kompletten Neuentwicklung weichen, die sehr ordentlich verarbeitet ist und eine angenehme Größe aufweist. Ansonsten gibt es weitere wichtige Änderungen im Vergleich zum Vorgänger: Wie auch beim reinen 5.1-Gerät AVR-1603 tut auch im AVR-1803 ein neuer Analog Devices "Melody"-32-Bit-DSP seinen Dienst. Genauso wie das kleinere Modell tritt ebenso der AVR-1803 mit einem variablen Bassmanagement (80, 100 oder 120 Hz auswählbar) an. Die integrierte Dolby Pro Logic II-Funktion ist mit allen Einstellmöglichkeiten im Music Mode versehen, ein 5- bzw. 6-Kanal-Stereo-Modus gehört ebenso wie umfangreiche Anschlussmöglichkeiten inklusive eines Front AV-Eingangs mit S-Video-Beschaltung und optischem Digitaleingang zum reichhaltigen Ausstattungsumfang des Denon-Receivers. 

So wird eigentlich nichts vermisst, außer einer kompletten Bestückung mit Pre-Outs für alle Kanäle. Aber zaubern kann auch Denon nicht, bei 599 EUR Kaufpreis ist die Ausstattung ansonsten überragend und auch Kleinigkeiten wie das schön anzusehende Display mit feiner Auflösung sind stimmig. 

Bewertung

 

Bedienung

Was die Höhe des Bedienkomforts angeht, ist der neue AVR-1803 dem AVR-1802 deutlich überlegen. Einen großen Anteil an dieser Steigerung hat die neu entwickelte Fernbedienung, die überzeugen kann. Wichtige Funktionselemente sind sogar mit phosphoreszierenden Tasten ausgestattet. Obwohl sehr viele Tasten auf dem IR-Commander zu finden sind, entsteht durch die sinnvolle Abgrenzung kein unnötiges Wirrwarr. Zudem sind die Tastengruppen auch noch durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet, die einzelnen Knöpfe haben einen gut definierten Druckpunkt. Eine verbesserte Bedienbarkeit durch eine direkte Taste für 1. Stereo, 2. 5-Kanal-Stereo und 3. DD/DTS Dolby ProLogic II (je nach Signal) macht den Umgang mit dem AV-Receiver nochmals einfacher, gerade diese Funktion hat sich in der Testpraxis sehr gut bewährt. Wer schon einmal einen AV-Receiver hatte, wird den AVR-1803 praktisch ohne Studium der Bedienungsanleitung konfigurieren können - so stellen wir uns eine problemlose Bedienbarkeit und hohen Bedienkomfort vor. Dazu kommt das Denon-eigene "Personal Memory Plus"-Funktion, die schon vom AVR-1802 her bekannt ist: Diese merkt sich automatisch für jede Programmquelle den zuletzt gewählten Hörmodus, die Lautsprecherpegel und die Verzögerungszeiten. Somit übernimmt Personal Memory Plus eine ganze Reihe von notwendigen Einstellungen, wenn die Programmquelle gewechselt wird und trägt damit zum sehr guten Bedienkomfort bei. Das Display ist zwar nicht ganz so groß, erfreut dafür mit schöner, klarer DOT Matrix Auflösung und einem guten Kontrast. Selbstverständlich sind die Abstände zu den Lautsprechergruppen vom Hörplatz in Metern einstellbar, die Surround-Lautsprecher und die beiden Frontboxen sind aber jeweils nur zusammen und nicht getrennt zu justieren (also nur Surround und nicht Surround links und Surround rechts einzeln bzw. nur Front/Subwoofer zusammen und nicht Front links und Front rechts sowie Subwoofer einzeln), was angesichts des Preises und der Ausstattung aber in Ordnung geht. Problematisch wird es dann, wenn die beiden Surroundlautsprecher bei ungünstiger Raumaufteilung einen stark voneinander abweichenden Abstand voneinander haben, wenn also z.B. der rechte Surroundlautsprecher weitaus näher am Hörplatz angebracht ist als der linke. Gleiches gilt für die Hauptboxen. Hier sollte man daher darauf achten, in etwa einen gleichen Abstand beider Hauptlautsprecher bzw. beider Surroundlautsprecher zum Hörplatz zu berücksichtigen, damit der Ton auch bei allen Lautsprechern gleichzeitig ankommt. Separat einstellbar ist selbstverständlich der Abstand des Back Surround-Lautsprechers. Verwendet man, wie von der Ausstattung her möglich, 2 Lautsprecher, gilt für beide die selbe Einstellung, was aufgrund der geringen Differenz der beiden Back Surround-Boxen, die nur in einem kleinen Abstand voneinander (max. 1 Meter ist ideal) aufgebaut sein sollten, nicht sehr problematisch ist). Die Bedienregler am Gerät selber sind sehr hochwertig ausgeführt, besonders der präzise geführte Aluminium-Lautstärkeregler überzeugt. Nicht ganz gelungen sind die wenigen Funktionstasten, die sich auf dem mit dunkel getönter Plexiglasapplikation eigentlich elegant verkleideten Teil des Geräts befinden: Diese sind, soll eine Bedienung am Gerät selber und nicht über die Fernbedienung erfolgen, bei Dunkelheit nicht zu erkennen. Dies ist aber nur eine Kleinigkeit, ansonsten überzeugt das Bedienkonzept des AVR-1803 auf der ganzen Linie: Sechs Sterne. 

Bewertung
 
Testequipment:

Film

Wenn es sein muss, kann es der Denon AVR-1803 kräftig krachen lassen: So gehört bei der Wiedergabe der Sequenz in DTS ES Discrete 6.1 aus dem Blockbuster "Gladiator", zu finden auf der  DTS Demo DVD Nummer 5: Selbst ohne aktiven Subwoofer gab der AV-Receiver viel Gas und bescherte so ein komplettes Klangbild, vor allem im Bassbereich fällt hier das gute Volumen auf. Sonst ist der AVR-1803 eher ein differenziertes, natürlich und klar klingendes Gerät, das auf eine natürliche Klangcharakteristik ausgelegt ist. Der Denon ist kein stark bass- und effektlastiger "Schwerathlet", der mit jedem Schritt zum Ausdruck bringt, dass er vor Kraft kaum laufen kann, die motorische Feinarbeit aber nicht zu seinen Stärken gehört (je nach Vorliebe des Käufers kann natürlich auch ein solcher "Schwerathlet" begeistern). Aber wehe, wenn er losgelassen: Wo Kraft gefragt ist, da packen die sechs leistungsstarken Endstufen gnadenlos zu. Nur der in dieser Disziplin überragende Kenwood KRF-V9060D lässt in vergleichbarer Lautsprecherkonfiguration  ohne Aktivsubwoofer die Brandpfeile und Brandkugeln mit noch einem Tick mehr Wucht detonieren. Dafür aber liefert der Denon die nochmals exaktere Detaileinarbeitung, die auch gehobenen Ansprüchen von Leuten, die zwischen den großen Effektsalven ebenfalls genau hinhören, genügen dürften. Hervorragend ist es um die Stimmwiedergabe bestellt: Differenziert und natürlich, trifft der AVR-1803 im wahrsten Sinne des Wortes exakt den richtigen Ton. Sehr gut eingearbeitet: Die beiden Back Surround Lautsprecher, obwohl für beide Boxen nur eine Endstufe bereit steht. Dies gibt aber in der Praxis kein Problem, nur sollte bei der Ohmzahl der verwendeten Lautsprecher etwas Obacht gegeben werden: Denn durch die Art der Schaltung bleiben bei der Verwendung von 4-Ohm-Lautsprecher nur 2 Ohm übrig, wenn 2 Lautsprecher arbeiten. Daher sollten unbedingt 8-Ohm-Boxen angeschlossen werden, so bleibt dann bei 2 angeschlossenen Lautsprechern ein Widerstand von 4 Ohm pro Box übrig - und das stellt kein Problem dar, wie die Praxis zeigt. Das Raumgefühl und die Hochtonauflösung im Surroundbereich, besonders natürlich im DTS ES Discrete 6.1-Betrieb, ist auf einem lobenswerten Level - dies alles zeigt, dass Denon mit dem AVR-1803 alles andere als eine Mogelpackung zusammen gestellt hat, denn eindeutig leidet die Qualität nicht unter der für diesen Kaufpreis extrem guten Ausstattung. Auch bei der ebenfalls auf der 5. DTS Demo DVD enthaltenen Ausschnitte aus "Jurassic Parc - The Lost World" kann sich der Denon gut in Szene setzen: Auch bezüglich der maximal möglichen Kraftausbrüche kann sich der Denon hier in diesem Tonbeispiel auf eine Stufe mit den überragenden Modellen von Yamaha und Kenwood setzen. Das verstärkt den Eindruck: Bei sehr effektgewaltig abgemischten Tonspuren zeigt der Denon Bestleistungen in den Disziplinen Kraft und Dynamik, und dies auch bei deutlich forcierten Pegeln im 40 Quadratmeter großen Hörraum. Wer einen entsprechend dimensionierten aktiven Subwoofer anschließt, wird beim Auszug aus "Titan A.E." auf der bestens abgemischten DTS Demo-Disc sein "blaues Wunder" erleben: Hier nämlich funktioniert die Zusammenarbeit zwischen unserem Super-Woofer Acoustic Research Chronos W38  und dem AVR-1803 bestens, genauso wie bei der Sequenz aus "U-571" auf dem selben Sampler ist so eine stets saubere, präzise und  voluminöse Basswiedergabe möglich. Der Einsatz eines so souveränen Bassriesen kann durchaus auch an einem günstigen AV-Receiver Sinn machen - wenn dieser insgesamt so gelungen abgestimmt ist wie der Denon AVR-1803, geht das ohne Anpassungsprobleme - wie auch schon beim Kenwood KRF-X9060D und beim Yamaha RX-V630 festgestellt werden konnte.  Sehr exakt gibt der AV-Receiver auch kleine Effekte und die Umgebungsgeräusche bei "Mission To Mars" wieder, was wiederum beweist, dass der AVR-1803 als "Feingeist" sehr überzeugend auftritt. Die Back Surround-Klangkulisse erfreut hier zum einen durch eine sehr gute Integration, zum anderen werden Effekte, die aus dieser Richtung kommen, nuancenreich und präzise wiedergegeben. Noch mehr Wucht im Antritt bringt hier der Kenwood KRF-X9060D mit, denn ganz so kräftig wie die DTS Demo DVD Nummer 5 ist "Mission To Mars" nicht abgemischt - der Kenwood macht dies fast vergessen, während der Denon hier eben, wie auch sonst, die Klangcharakteristik sehr natürlich in den Hörraum bringt. Die Folge davon: Die liebevoll-feinsinnige Aufbereitung des Music-Scores, der so das Geheimnisvolle, das dem Mars in diesem Film eigen ist, besonders gut zur akustisch zur Geltung bringt.  Richtig zur Sache geht es wieder beim überragend abgemischten 1. Star Wars-Teil "Episode 1 - The Phantom Menace", wo wiederum der gelungene Spagat zwischen feiner Detailwiedergabe und einer kraftvollen Effektkulisse auffällt. So lässt es der AVR-1803 bei den verschiedenen Gefechtszenen lautstark und kraftvoll angehen, bei den Laserschwert-Gefechten fetzen die umhersausenden Schwerter nur so durch den Hörraum. Dabei fällt auch die sehr exakte Effektpositionierung auf, das Zusammenspiel mit den zum Test verwendeten Dipolen im Surroundbereich klappt bestens: Ein erfreulich guter Kompromiss zwischen räumlicher Weite und Effektpräzision wird auch dem ambitionierteren Heimcineasten gefallen. Umgebungsgeräusche arbeitet der Denon auch bei der Episode 1-DVD sehr gut ein, plastisch und klar bringt der AV-Receiver auch die gerade bei günstigeren AV-Receivern gern vernachlässigten kleinen Zwischentöne zur Geltung. Heraus ragt bei der Darbietung des AVR-1803 die sehr klare und fein gestufte Stimmwiedergabe. 

Musik

Sehr differenzierte, auch bei hohen Pegeln absolut klare und natürliche Stimmwiedergabe: Was die Stimmeinarbeitung angeht, macht dem AVR-1803 auch im Mehrkanal-Musikbetrieb kein anderes Gerät dieser Preisregionen etwas vor. Bei der Wiedergabe der Scorpions-DVD "Acoustica" (gewählte Tonspur DTS 5.1) fiel die saubere, klare und sehr angenehme Gesamtcharakteristik auf: Auch die Einarbeitung der Instrumente, gerade im Bereich der Filigranarbeit, war für ein Gerät dieser Preisklasse überragend: Das Piano klingt plastisch und akkurat, auch kleine Zwischentöne oder das für eine schön klingende Piano-Wiedergabe wichtige, fein dosierte Abklingen gab der AVR-1803 tadellos wieder. Auch in bestechender Form: Die lebendig und frisch klingende Gitarre. Da sich der AVR-1803 bislang sehr natürlich und differenziert ausgelegtes Gerät demonstrierte, unterzogen wir den kultivierten AV-Receiver einer "echten Bewährungsprobe" in DTS 5.1: Die vom Anforderungsprofil sehr hoch liegende 2. Symphonie von Gustav Mahler, abgelegt auf der dritten DTS Demo DVD, sollte möglichst feinfühlig wiedergegeben werden. Mission gelungen: Vor allem die schwierig handzuhabenden Choralstimmen ordnete der AVR-1803 erstaunlich gut ein und schuf so eine differenziertes, weitläufiges Gefühl kultivierter Räumlichkeit, welches der Musik genau den richtigen Charakter verlieh. Die Querflöten sowie die Pauke arbeitete der AV-Receiver mit sehr viel Feingefühl heraus und sorgte so für Hörvergnügen auf erstaunlichem Niveau - vor allem, wenn man bedenkt, dass der AVR-1803 599 EUR kostet. Die hochwertige interne Signalverarbeitung  mit 32 Bit-DSP (dasselbe DSP wie im Kenwood KRF-X9060D) und die mit viel Aufwand optimierte Vorverstärkereinheit zahlen sich anscheinend gerade hier aus. Wer noch mehr Klarheit und Feinarbeit möchte, muss auch mehr bezahlen, ebenso derjenige, der zugleich eine unglaublich füllige, räumlich noch dichtere Charakteristik wünscht. Eine Glanzleistung liefert der AVR-1803 bei Wolfgang Amadeus Mozarts Symphonie Nummer 40, zu finden auf einer Naxos "Musical Journey"-DVD (Tonspur Dolby Digital 5.1/DTS 5.1, beide Tonspuren gecheckt), ab: Wiederum begeistert das bei klassischer Musik enorm wichtige klare und natürliche Klangbild mit einer sehr gelungenen Wiedergabe der Streicher und einem souveränenen, stimmigen Management der Orchestereinsätze. Innerhalb des Orchesters werden auch die Blkasinstrumente in der ihnen eigenen Charakteristik auf einem für diese Preisklasse erstaunlichen Niveau dargestellt. So bleibt als Fazit bei der Wiedergabe mehrkanalig abgemischter DVDs festzuhalten: Jeder AV-Receiver hat eine Disziplin, die ihm besonders liegt - beim AVR-1803 ist diese Disziplin die besonders akkurate Wiedergabe hochwertiger 5.1-Musik-DVDs, hier liefert er eine überragende Vorstellung ab, die wirklich begeistern kann. 

Bei Felix Mendelssohn-Bartholdys 1. Symphonie beweist der AVR-1803 im Pro Logic II-Music-Betrieb seine Talente: Mit klarer Akzentuierung im Hochtonbereich beweist der AV-Receiver sehr gut, dass auch mit einem Surround-Aufpolierer inzwischen ein erstaunlich differenziertes Wiedergabeprofil möglich ist. Was die Feinfühligkeit angeht, gibt es praktisch kein Gerät in dieser Preisklasse, das die ihm anvertraute musikalische Signalverarbeitung ähnlich sorgfältig in Angriff nimmt. Was den Bassbereich betrifft, liefert der AVR-1803 eine gute Leistung ab, das Volumen ist nie übertrieben, sondern stets in natürlichem Umfang gehalten, so dass sich hier der Eindruck hoher klanglicher Homogenität einstellt. Wem es um schieren Bassdruck und ein sehr großes Volumen geht: Hier bieten die Konkurrenzmodelle von Yamaha, der RX-V630, und der THX Select AV-Receiver von Kenwood, der KRF-V9060D, im PL II-Betrieb noch mehr. Gerade der Kenwood ist zu ungewöhnlich heftigen Kraftausbrüchen fähig. Die liebevolle Feinarbeit aber leistet der Denon am besten ab, der ausgeglichene Yamaha positioniert sich in der Mitte. Es kommt hier auch auf den bevorzugt gehörten Musikstil an. Für die Klassik- und Jazzfans dürfte der akkurate Denon erste Wahl sein, wer CDs wie Toni Braxtons Album "Secrets", also bass- und volumenstarke R&B-Musik und/oder Dance- und Techno-Stücke als seine persönlichen Präferenzen ansieht, liegt beim bassstarken Kenwood richtig. Gerade bei der "Secrets"-CD bot der AVR-1803 zwar eine sehr natürliche, feinfühlige Stimmwiedergabe und eine sehr gute Präzision im Bassbereich, hier aber kann sich der deutlich teurere KRF-V9060D mit seiner druckvollen Basswiedergabe an der Spitze der AV-Receiver der "bürgerlichen Preisklassen" behaupten. Der sehr fair kalkulierte Yamaha RX-V630 ist der beste Allrounder, mit seiner Auslegung ist den Yamaha-Entwicklern ein sehr guter Kompromiss auf hohem Niveau gelungen. So dürfte es auch hier keine zu große Schwierigkeit sein, das Gerät zu finden, das den individuellen Anforderungen am ehesten gerecht wird. Der Kenwood KRF-X9060D kann noch als Pluspunkt verbuchen, dass er nicht nur mit Dolby PLII Music mit allen Einstellmöglichkeiten ausgeliefert wird, sondern zusätzlich das ebenfalls exzellente Smart Circle Surround II mitbringt. Neo:6 hat der Kenwood auch noch, ebenso übrigens der AVR-1803, aber dieses inzwischen älteste der genannten Surround-Aufpoliersysteme hat gegen die modernere Konkurrenz von Smart und Dolby keine allzu großen Chancen mehr. So bleibt insgesamt im Punkt Surround-Aufpolierer festzuhalten, dass hier kein Konkurrenzmodell an die Ausstattungsvielfalt und die damit verbundenen vielfältigen Einsatz- und Einstellmöglichkeiten des Kenwood KRF-X9060D herankommt. Wer also großen Wert auf ein sinnvolles und reichhaltiges Sortiment an Surround-Aufpolierern legt, sollte sich den KRF-X9060D genau anhören und anschauen. Unser Tipp: Probe hören, denn alle Geräte sind zweifellos hervorragend, von ihrem Grundcharakter her aber keinesfalls identisch, sondern durchaus verschieden. 

Was die Stereowiedergabe anbetrifft, kann der Denon ebenfalls überzeugen. Bei den Stücken der CD "Königin der Nacht - Cheryl Studer singt Mozart" beweist der Denon sein Können mit einer differenzierten, genau richtig akzentuierten Stimmwiedergabe und einem insgesamt frischen und lebendigen Klangbild. Er klingt nicht so voll wie der Yamaha RX-V630, der, im Gegensatz zu früheren Yamaha AV-Receiver-Baureihen, im Stereobetrieb nicht mehr mit schlanker und spitzer, sondern mit angenehm harmonischer, aber trotzdem exakter Charakteristik gefällt. Dafür agiert der Denon sehr frei und klar im Hochtonbereich, so dass er sich im Stereobetrieb die Spitzenposition mit dem Yamaha teilen kann, der zwar auch sehr gute Hochtonarbeit leistet, dem AVR-1803 gehen auch hohe Pegel aber im Hochtonbereich noch leichter von der Hand, denn niemals beginnen die Höhen, auch nur ansatzweise belegt oder angestrengt zu klingen. Natürlich, was die Brillanz und Transparenz angeht, gibt es noch Steigerungen, die sind aber dann auch mit erheblichen finanziellen Mehrausgaben verbunden. Hier sollte jeder nach einem ausführlichen Probe hören entscheiden, wo die Präferenzen zu setzen sind. Fest steht, dass Yamaha und Denon im Stereobetrieb zurzeit herausragende Modelle bieten - hier werden bald folgende Tests klären, wie es gegen die in dieser Disziplin traditionell starke Konkurrenz von Harman Kardon steht. Fest steht auch schon, dass es für die HK-AV-Receiver schwieriger als früher wird, sich gegen die erstaunlich klar und komplett klingenden Geräte von Yamaha und Denon effektiv zur Wehr zu setzen. Der für sich betrachtet im Stereobetrieb ebenfalls sehr ordentliche Kenwood KRF-X9060D fällt in den Punkten Präzision und Feinarbeit etwas hinter Yamaha und Denon zurück, bringt aber auch im Stereobetrieb den besten Krafteindruck herüber. Daher ist auch der Kenwood keine schlechtere Wahl, er setzt nur die Schwerpunkte anders Also auch hier: Die eigenen Prioritäten entscheiden. 

Bewertung Klang Film
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik
Bewertung Klang Dolby PLII
Bewertung Klang Stereo
 
Fazit

Wieder einmal hat Denon ein wegweisendes Produkt auf die Beine gestellt, denn zum sehr günstigen Preis von 599 EUR erhält auch der anspruchsvollere Heimcineast eine höchst interessante Package, die alles beinhaltet, was man zu einem kompletten Heimkinoerlebnis braucht. Sehr gut gefällt auch beim AVR-1803 die maßvoll überarbeitete, zeitlos-elegante Optik und die gediegene Verarbeitung, die das Flair höherer Klassen in niedrigere Preisregionen bringt: Der AVR-1803 wirkt noch solider und hochwertiger als der AVR-1802. Der größte Kritikpunkt am AVR-1802, die unbefriedigende Fernbedienung, ist Schnee von Gestern: Die praktische und hochwertige neue Fernbedienung ist insgesamt nun einer der besten IR-Controller am Markt. Lobenswert sind die sechs Endstufen, die Back Surround Endstufe ist sogar noch so konfigurierbar, dass die eine Endstufe für zwei Back Surround Lautsprecher genutzt werden kann. Klanglich kann die Denon-Neuentwicklung voll überzeugen. Besonders gelungen ist der klare, feinfühlige Hochtonbereich, der das Gerät sogar für die traditionell anspruchsvollen Liebhaber klassischer Musik interessant macht. Diese Höreindrücke ziehen sich durch alle Wiedergabeformate, sowohl im DD/DTS-Modus als auch in Dolby PLII und im reinen Stereobetrieb - immer fällt der überdurchschnittlich saubere Hochtonbereich positiv auf. Am anderen Ende des Frequenzspektrums, im Bassbereich, beweist der AVR-1803, dass er bei Bedarf erstaunlich kraftvoll zupacken kann. Seine Endstufen zeigen auch unter Belastung, selbst ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer, kaum Belastungserscheinungen, hier hat Denon trotz des niedrigen Kaufpreises nicht gespart. Die Performance der Endstufeneinheit ist also sehr gut - die klangliche Auslegung setzt aber Detailarbeit vor betont effektgewaltige Darstellung. Damit hier aber keine Zweifel aufkommen: Bei exzellent abgemischten Film- DVDs bringt auch der AVR-1803 die Gewalt der Effekte herausragend zur Geltung, die Basskraft ist auf hohem Niveau, die Durchschlagskraft der Effekte enorm und für die Preisklasse schon fast sensationell gut, hier wird bei hervorragender Software schon fast das Niveau des teureren Kenwood erreicht. Nur bei etwas schlankeren (nicht insgesamt SCHLECHTEN, sondern im Bassbereich ZURÜCKHALTENDEREN Abmischungen) zeigt der Denon diese Auslegung deutlicher als der Kenwood KRF-X9060D, der auch die bei etwas zurückhaltenderen Abmischungen etwas geringere Basskraft sehr gut zu kompensieren weiß  und noch immer unheimlich heftig antritt. Zudem ist die Bassperformance des Kenwood-Receivers im Dolby PLII Music Betrieb nach wie vor unübertroffen, so dass bilanziert werden kann: Wem es um die schiere Kraft im Bassbereich gerade bei der Musikwiedergabe und die schiere Wucht bei der Effektwiedergabe auch bei etwas zurückhaltend abgemischten DVDs geht, dann ist nach wie vor der Kenwood KRF-X9060D eine besonders empfehlenswerte Offerte, der Receiver kann die Special Effects-Fraktion mit seinem für seine Preisklasse schon fast brachialen Antritt begeistern. Besonders homogen, und zwar bei fast jeder Art von Software (auch bei insgesamt SCHLECHTEREN, d.h. blechern klingenden, zu mittenbetonten, zu wenig lebendigen Soundtracks mit schwächerer Surroundkulisse und zu wenig differenziertem Klang oder auch bei lieblos abgemischten CDs), klingt der ausgeglichene Yamaha RX-V630, der mit seinem ausgewogenen, jedoch nie langweiligen Klangbild vielen Interessanten gerecht werden dürfte. 

Im Stereobetrieb kann der Denon AVR-1803 absolut überzeugen und nimmt nun zusammen mit dem überraschend klar und homogen klingenden Yamaha RX-V630 die Klassenspitze ein. Der Yamaha klingt noch eine Idee voller, der Denon dafür im Hochtonbereich gerade bei hohen Pegeln noch klarer und akzentuierter, also eine Geschmacksfrage.  Der Kenwood erbringt ebenfalls eine respektable Leistung, sein Sound ist auch im Stereobetrieb unerreicht kraftvoll, aber nicht ganz so differenziert wie bei Denon und Yamaha. Das zeigt, dass der Kenwood auch eine andere Käufergruppe ansprechen möchte, nämlich die der absoluten Surround-Freaks, denen vor allem ein reichhaltiges Angebot an Surround-Funktionen wichtig ist: Mit Dolby Pro Logic II, CS Circle Surround II, DTS Neo:6 und einem THX Select Zertifikat bietet hier auch keiner mehr als der Kenwood, der trotz seines höheren Preises für die Liebhaber kräftiger Effektsalven, einer bassstarken Musikwiedergabe und umfangreichen Surround-Klang-Möglichkeiten erste Wahl sein dürfte. Derjenige, dem eine akkurate Wiedergabe klassischer Musik, die beste Stimmwiedergabe seiner Preisklasse sowie eine für das Geld unübertroffene Feinfühligkeit bei der Detailarbeit am wichtigsten ist, der greift zum AVR-1803, der auch dem auf eine natürliche Wiedergabe bedachten Surround-Liebhaber gefallen dürfte. Derjenige, dem das Preis-/Leistungsverhältnis und Allroundqualitäten besonders wichtig ist, trifft mit dem Yamaha RX-V630 die richtige Wahl. Der Käufer des Yamaha muss allerdings im Vergleich zur teureren Konkurrenz auf die Decodiermöglichkeit für DTS ES Discrete/Matrix 6.1 verzichten: Der RX-V630 decodiert DTS ES Compatible 6.1 und DD 5.1 EX, auch können keine 2 Back Surround Lautsprecher angeschlossen werden - aber alles geht nicht, man muss immer klare Schwerpunkte vor dem Kauf setzen. Wie bei der Suche nach dem Partner fürs Leben ist immer auch eine gewisse Kompromissbereitschaft gefragt. 

Sehr differenzierter Klang, tolle Ausstattung, hochwertige Verarbeitung - und das alles zum Sparkurs
Gesamturteil:
 
  Mittelklasse
Test 18.09 2002
Preis-/Leistungsverhältnis:
 
Pro:
  • Überragende Detaileinarbeitung im Heimkino- und Musikbetrieb

  • Starker, bassgewaltiger Antritt bei exzellent abgemischten DVDs

  • Differenzierte, klare Stereowiedergabe

  • Endstufen mit sehr guter Dauerperformance

  • Hochwertige Verarbeitung

  • Sehr gute Fernbedienung und einfache Bedienung

Contra:
  • Gelungenes Gesamtkonzept: Echte Mängel gehören nicht dazu

 

Wichtige Daten: 

  • AV-Receiver mit DD 5.1/DTS 5.1/Dolby Digital 5.1 EX/DTS ES Matrix/Discrete 6.1
  • 6 x 110 Watt (an 6 Ohm, 1 kHz, Klirrfaktor 0,7 %) 
  • Dolby ProLogic II
  • 32 Bit-Melody-DSP von AD
  • 96 kHz/24-Bit D/A-Wandler
  • 5-/6-Kanal-Stereo-Modus
  • Verschiedene DSP-Programme
  • Cinema Equalizer
  • Personal Memory Plus
  • Einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz (80/100/120 Hz)
  • Anschlüsse Audio: 4 optische Digitaleingänge, 1 koaxialer Digitaleingang, 1 optischer Digitalausgang, 8 Analogeingänge (inklusive Phono), 3 Analog REC Ausgänge, 1 Sechskanal-Eingang
  • Anschlüsse Video: 2 Komponenteneingänge, 1 Komponentenausgang, 5 S-Video-Eingänge, 3 S-Video-Ausgänge, 5 FBAS-Eingänge, 3 FBAS-Ausgänge
  • Frontplatte und Drehregler aus Aluminium
  • Neue Fernbedienung mit phosphoreszierenden Funktionselementen 
  • Abmessungen (B x H x T in mm) 434 x 171 x 417
  • Gewicht: 11,7 kg
  • Lieferbare Farben: Schwarz und Gold
  • Preis: 599 EUR

 

Die aktuelle Denon Produktpalette mit vielen DVD-Playern und AV-Verstärkern sowie -Receivern - natürlich auch mit dem AVR-1803

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