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TEST: Panasonic Micro-HiFi-Anlage SC-PMX9 mit umfangreichen Multimediafunktionen

12.06.2013 (cr/bar/sw)

Panasonic SC-PMX9 für 549 EUR

Hauptgerät

Fernbedienung

Rückansicht des Hauptgerätes

Unser Beamer-Partner für erstklassige Bildwiedergabe im Redaktionsheimkino

Unser Partner für hochauflösende Audiodateien aus dem Internet

Das Produkt

Gut in der Hand liegender Lautstärke-Drehregler

Display

Disclade

Panasonic bietet mit der SC-PMX9 für EUR 549,-- eine neue hochwertig und komplett ausgestattete Micro-Hifi-Anlage an. Schon optisch wird durch die hochwertige Alufront ein Akzent gesetzt, schade nur, dass Details nicht zum sonst guten Gesamteindruck passen: Die Kunststoffabdeckung, die das Dock für das iPhone 5 bei Nichtbetrieb verschließt, wirkt labil. Wer überdies das Gerät hochhebt, entdeckt dass nur einfache, kleine Gumminippel als Standfüße dienen. Der haptisch und optisch überzeugende Lautstärkedrehregler setzt dafür ein positives Signal hinsichtlich der Verarbeitungsqualität. Das einseitige Display löst ordentlich auf. Auf Knopfdruck fährt die Disc-Lade zügig und relativ leise hinaus.

Box mit Schutzgitter

3-Wege-Lautsprecher: Tief-/Mitteltöner, Hochtöner, Superhochtöner

Tief-/Mitteltöner

Hochtöner

Superhochtöner

Lautsprecher von hinten

Terminals

Bassreflexrohr, akkurat verschraubt

Gute Verarbeitung im Detail, hier die Aufnahmebolzen für das Lautsprecherschutzgitter aus Stoff

Im Preis inbegriffen sind zwei sehr kompakte 3-Wege Bassreflex-Regalautsprecher in hochglänzendem Schwarz. Die Verarbeitung ist ordentlich, aber nicht perfekt. Alle vier Ecken, vorne wie hinten, sind recht spitz. Die Lautsprecherkabelanschlüsse an den Boxen hinten sehen so aus, als könne man auch Bananenstecker verwenden. In der Praxis aber haben wir es nicht geschafft, die Terminals so einsetzen zu können, dass sie Bananenstecker aufnehmen. Wer sich die Konstruktion genauer anschaut, sieht auch, dass dies technisch nicht geht. Am Hauptgerät befinden sich Lautsprecherkabelschraubanschlüsse, an die man problemlos Bananenstecker anschließen kann. Mit 210 mm Breite, 120 Höhe und 266 m Tiefe ist das Hauptgerät sehr kompakt, das Gewicht beträgt 3,1 kg. Die dazugehörigen Lautsprecher sind 161 mm breit, 238 mm hoch und 262 mm tief. Sie wiegen 2,6 kg. Panasonic gibt einen Stromverbrauch von 60 Watt im Betrieb an, der Standby Stromverbrauch liegt bei 0,4 Watt. 

Nachdem wir uns mit Optik und Verarbeitung beschäftigt haben, wenden wir uns der Technik und den Ausstattungsmerkmalen zu: Für eine effektive Signalverstärkung sorgt der LincsD-Amp. Hierbei handelt es sich um einen kompakten und leistungsstarken Verstärker, der für eine präzise, reine akustische Wiedergabe sorgen soll. Insgesamt stellt die SC-PMX9 120 Watt Ausgangsleistung nach RMS bereit. Damit der Klang der Quelle angepasst werden kann, gibt es vier Equalizer Voreinstellungen: Heavy, Clear, Soft, Vocal. Für neutrale Wiedergabe ist das Programm „Flat“ vorgesehen. Wie auch beim klassischen Hifi-Verstärker, finden sich links vom Display zwei handliche Drehregler zur Einstellung von Bass und Höhen.  Zu den Lautsprechern. Panasonic hat die Tieftöner der Lautsprecher mit einer Bambus-Membran ausgestattet, die recht leicht und steif ist. Die Tieftöner weisen einen Durchmesser von 14 cm auf, die Hochtöner von 1,9 cm und Piezo-Superhochtöner einen Durchmesser von 1,5 cm.

Die SC-PMX9 verfügt über flexible multimediale Eigenschaften. Sie kann sehr einfach per WLAN mit WPS drahtlos ins Heimnetzwer eingebunden werden. Des Weiteren können z.B. vom Smartphone oder Tablet Musiksignale per Bluetooth zugespielt werden. Auch auf DLNA Netzwerkkomponenten wie Homeserver oder PCs kann die SC-PMX9 zugreifen. Als zentrales Instrument fungiert dabei die Panasonic Streaming App, die für Apple iOS und Android Devices kostenlos in den jeweiligen Stores herunterzuladen ist. Für Apple Devices ist auch AirPlay integriert. 

Auswahl der Lautsprecher

Wiedergabe eines Titels

Wiedergabeliste

Künstlerliste

Wenden wir uns der App zu: Für die Nutzung der AirPlay Funktion benötigt man sie nicht, denn diese funktioniert auch, wie üblich bei Apple direkt über die ab Werk von Apple vorinstallierte Musik-App. Man braucht aber die Panasonic Music-Stream-App. wenn man Musik von PCs oder Servern wiedergeben möchte, die sich im selben Netzwerk wie die Panasonic Anlage befinden. 

iPhone-Dock mit Lightning-Port

Mit Apple iPhone 5

Auf dem Hauptgerät befindet sich ein aufklappbares Dock für das iphone5. Setzt man das Telefon ein, muss man den Eingang iPod-Dock anwählen. Möchte man Titel zur Wiedergabe auf dem iPhone auswählen, drückt man die iPod Menütaste links vom Navigationskreuz auf der Fernbedienung der Panasonic Anlage. Dann greift man direkt aufs Display des iPhones zu und kann sich bequem Wiedergabeliste, Album oder Titel aussuchen. Das Display des SC-PMX9 Hauptgerätes ist nicht in diesen Bedienprozess involviert, es zeigt immer nur den gewählten Eingang an. Kommt der Gast mit einem weiteren iPhone vorbei, so stellt dies bei der SC-PMX9 kein Problem dar. Vorne links auf der Gerätefront befindet sich ein USB-Eingang, möchte man diesen nutzen, wählt man als Quelle „iPod Port“. Direkt am USB-Eingang steht "iPad", natürlich können aber auf iPhones oder iPods angeschlossen werden. Die Steuerung kann auch bei Anwahl dieses Einganges mit der Panasonic Fernbedienung erfolgen, simultan geschieht die Auswahl des gewünschten Titels wie beim Dock über das Display des angeschlossenen Apple Devices. 

Um eine Bluetooth Verbindung herzustellen, geht man folgendermaßen vor: Über die Eingangswahl wird Bluetooth ausgewählt, dann muss „New Device“ angewählt und bestätigt werden, anschließend auf dem Smartphone muss die SC-PMX9 ausgewählt und bestätigt werden. Für die Nutzung der Bluetooth-Funktion ist die Panasonic App. nicht erforderlich. Weiterhin ist wichtig, dass das Smartphone oder Tablet im Bluetooth-Modus für „Andere“ Geräte sichtbar ist. 

Weitere Ausstattungsmerkmale umfassen die Wiedergabe von Musikdateien, die von einem angeschlossenen USB-Flash-Medium (USB 2.0 Anschluss) kommen. Als Formate von USB werden MP3 und Flac akzeptiert. Ebenfalls liest das CD-Laufwerk neben normalen CD-Audio-Discs auch CD-R’s und CD-RW’s, auch mit MP3-Dateien. Über eine Internet-Radio-Funktion verfügt die SC-PMX9 leider nicht. Hier wäre z.B. die Integration von vTuner, einer beliebten kostenlosen Internet-Radio-Plattform, sinnvoll gewesen. Ein normaler analoger UKW-Radio-Tuner mit RDS und 30 Stationsspeichern ist allerdings an Bord. Integriert ist auch ein programmierbarer Timer. 

Anschlussübersicht hinten

USB-Eingang vorn

Die Anlage verfügt im Einzelnen über folgende Anschlüsse: Vorne befindet sich, wie erwähnt, das USB-Terminal, hinten gibt es einen Netzwerkanschluss, einen 75 Ohm Antennenanschluss und einen 2-Kanal-Analog-Audio-Eingang. Der 3,5 mm Kopfhörerausgang befindet sich links oben neben dem Dock. Kommen wir zum Menü: Dieses wird durch Drücken der Setup-Taste auf der Fernbedienung aufgerufen. Man kann im Menü u.a. die WLAN-Verbindung konfigurieren, die Software aktualisieren oder den Display-Dimmer betätigen. Leider besitzt der Dimmer nur eine Stufe.

Klang

Klanglich gefällt die kleine Panasonic-Lösung mit gutem Auflösungsvermögen. Wir starten direkt mit 192 kHz Stereodateien im Format Flac, die wir über einen angeschlossenen USB-Stick wiedergeben. Das melancholische Stück „Dronning Fjellrose“ der Akustikjazzer des „Hoff Ensemble“ klingt überraschend kultiviert, die Räumlichkeit überzeugt und selbst im Bassbereich ist Volumen da. Natürlich kann man aufgrund der sehr kompakten Lautsprecher keine Wunder erwarten, für die Abmessung aber ist die Leistung ausgezeichnet. Richtig gut ist die Wiedergabe der Stimme, mit ordentlichen Konturen und einer durchaus wahrnehmbaren Loslösung des Klangs vom Lautsprecher. 

Hilfreich wäre es gewesen, wenn Panasonic auf der Rückseite des kleinen Hauptgerätes einen Vorverstärker-Ausgang für den direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers vorgesehen hätte. Dann wäre die SC-PMX9 zu einer veritablen 2.1 Lösung geworden. Bei „Stop this world“ von Diana Krall (96 kHz Flac) zeigt die SC-PMX9 eine freiaufspielende Stimmwiedergabe, Dianas Stimme löst sich sehr gut von den Lautsprechern. Gerade im kleinen Hörraum von rund 9 bis knapp 15 qm bietet die Panasonic-Anlage einen atmosphärisch dichten Klang, problemlos kann man sie bei nur leichten Einbußen bzgl. der Räumlichkeit und der gleichmäßigen Klangentfaltung auch in Hörräumen bis gut 20 qm einsetzen. Durch den geringen Platzbedarf eignet sie sich somit prima für den Einsatz im kleineren Wohnraum mit beengten Platzverhältnissen. 

Die SC-PMX9 ist in der Lage, auch das Klavier mit guter klanglicher Reinheit und authentischer Temperatur akustisch umzusetzen. Der Bass ist auch bei diesem Stück wieder überraschend präsent. Ebenfalls in 96 kHz Flac liegt „Money Money Money“ in der Adaption von Nils Landgren (Album Funky Abba) vor. Der relaxte Stil dieses Stückes kommt prima heraus. Impulstreue, Präzision und Lebendigkeit sorgen für erstaunliche Freude beim Hören. Es wird offensichtlich, dass die kleine Anlage akustisch kaum Vergleiche zu scheuen braucht. Auf den ersten Blick zwar nicht sonderlich preisgünstig, entpuppt sie sich bei genauem Hinhören als waschechte kleine Hifi-Anlage, die Brillanz im Hochtonbereich ebenso kennt, wie Zupacken bei der Basswiedergabe. Dazwischen gliedert sich ein homogener, gut gestaffelter Mitteltonbereich ein. Stimmen gibt die PMX9 natürlich und klar definiert wieder, gleichzeitig sind vokale Elemente gut ins tonale Gesamtgefüge integriert.

„Bella Vita“ von DJ Antoine (CD-Qualität) klingt kraftvoll und dynamisch, die Trennung der Stimme von den Instrumenten gelingt ansprechend. Die erzielbaren Pegel reichen auch für leicht gehobene Ansprüche problemlos aus. Die Panasonic Anlage bleibt lange souverän und produziert nur in geringfügigem Maße Verzerrungen. Die Basskraft ist gut, natürlich gibt es durch das geringe Volumen der kleinen Regallautsprecher schon Beschränkungen hinsichtlich des möglichen Tiefgangs, diese fallen aber nicht so enorm aus, wie wir es eigentlich befürchtet hätten. Es ist ein durchaus wahrnehmbares Bass-Fundament da - für alltägliche Anwendungen absolut ausreichend. 

Insgesamt wird ein vollwertiger, erwachsener Stereo-Sound offeriert, die beiden kleinen Lautsprecher können als gelungene Ergänzung zum Hauptgerät angesehen werden. Die Hochtonwiedergabe ist erwachsen - brillant und gefällig und deutlich entrückt von dem oftmals nicht überzeugenden Standard kompakter Stereo-Anlagen. Somit ist es auch möglich, die PMX9 für alle Arten von Musik einzusetzen, auch bei Klassik verzagt sie nicht. Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr. 4, KV 218, kommt mit guter Sensibilität zum Ausdruck, die instrumentalen Soli weisen recht klare Konturen auf. Man merkt es in den hinteren Orchesterreihen, dass es hier etwas an Detaillierung mangelt - ganz Gattung und Preisklasse verhehlen kann die PMX9 eben doch nicht. 

Das Denon Netzwerk-Musiksystem new CEOL ist ein mit 799 EUR teurere Konkurrent für die Panasonic-Anlage. Wahlweise kann die Anlage auch ohne die dazu passenden Lautsprecher gekauft werden. Die komplette Lösung überzeugt mit erwachsenem Klang, im Hochtonbereich aber ist die preisgünstigere Panasonic-Anlage sogar ebenbürtig. Auch im Bassbereich wird beinahe die identische Performance erzielt. Im Mitteltonbereich agiert die New Ceol differenzierter und detailreicher, hier merkt man den Mehrpreis. Gut ist bei der New Ceol, dass vTuner und auch Spotify integriert sind. Stereo-Anlage mal anders - mit dem Yamaha Musiksystem Restio ISX-B820 für rund 600 EUR. Ist die PMX9 vom Design her eher klassisch, so sieht die Restio extravagant und modern aus. Klanglich gefällt sie durch Frische und Dynamik, die PMX9 löst aber feiner im Hochtonbereich auf und bietet mehr Substanz im Bassbereich. Nicht überzeugend - ein Netzwerkanschluss oder ein WLAN-Modul fehlt bei der Restio. Zurück zu klassischen Micro-Anlagen. Hier tritt die EXKLUSIV-TEST: Onkyo Mini-HiFi-Anlage CS-555DAB für 499 EUR, die es auch in einer Variante ohne DAB+-Tuner gibt (449 EUR), auf den Plan. Für den fairen Preis wird eine kleine, feine Anlage mit hochwertiger Verstärkertechnik geboten - die sehr ausgewogen, natürlich und lebendig klingt. Leider aber gibt es keinen Netzwerkanschluss und kein Bluetooth. 

Fazit

Die SC-PMX9 bietet eine hohe mediale Vielfalt. Ein Dock für das iphone5 ist ebenso integriert wie ein Front USB-Eingang, an den nicht nur USB-Flash-Medien, sondern auch ein weiteres iPhone oder iPad angeschlossen werden kann. Musik von Tablet oder Smartphone kann auch per Bluetooth zugespielt werden. Mittels der Panasonic Music-Streaming-App. ist es überdies möglich, auf Musikdateien zuzugreifen, die auf PCs und Servern im gleichen Netzwerk liegen. Was wir allerdings vermissen, ist eine Internet-Radio-Funktion. Nur ein herkömmlicher UKW-Radio-Tuner ist mit an Bord. Akustisch hat uns die kleine Anlage sehr gut gefallen. Sie klingt kultiviert, authentisch und lebendig, die Pegelfestigkeit liegt überraschend hoch. Obwohl Panasonic digitale Verstärkereinheiten verwendet, erscheint die Akustik nicht oberflächlich und synthetisch sondern natürlich und räumlich. Optisch tritt sie SC-PMX9 als klassische Mikro-Hifi-Anlage auf, die Verarbeitung ist bis auf wenige Details überzeugend. Zu diesen Details gehören die einfachen Standfüße und die Kunststoffabdeckung fürs iphone-Dock. Klarer Vorteil der SC-PMX9 ist die einfache Einbindung ins WLAN-Netzwerk per WPS, auch zu nennen wäre die Wiedergabemöglich von 192 kHz und 96 kHz Flac-Dateien über USB. So kann sich die Panasonic-Anlage bilanzierend als wohlfeile, gekonnt aufspielende und modern ausgestattete komplette Musiklösung profilieren. 

Umfangreich ausgestattete Micro-HiFi-Anlage mit überdurchschnittlich gutem Klang

Micro-HiFi-Anlage Mittelklasse
Test 26. Juni 2013

+ Klarer und lebendiger Klang
+ Erstaunlich gute Basswiedergabe
+ FLAC bis 192 kHz wird wiedergegeben
+ WiFi integriert
+ Bluetooth
+ Anschluss von 2 Apple iOS Devices parallel möglich
+ Kompakte Abmessungen

- Keine Internet Radio-Funktion
- Etwas wackelige Abdeckung des iPhone-Docks
- DLNA-Nutzung nur mit App

Test: Carsten Rampacher, Barbara Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26. Juni 2013