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TEST: Denon DSD300 - Flexibles Music Dock Cocoon Portable

09.07.2013 (cr/sw)

mitgelieferte Fernbedienung im Scheckkartenformat

Das Produkt

Denon offeriert für 399 EUR ausschließlich in schwarzer Version das Wireless-Musiksystem Cocoon Portable mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten an. Optisch überzeugt das kompakte Device durch das Premium-Design und die hochwertige Materialanmutung. Ein in das ausziehbare Dock integrierte Display, sehr gute Oberflächenqualität und kleine Spaltmaße zeigen Liebe zum Detail. Gummielemente unter dem Cocoon garantieren sicheren Halt auf allen Unterlagen. Um das Display spannt sich ein silberner Rahmen, ebenso wie um das Lautsprechergitter. Im Lieferumfang enthalten ist eine kleine Fernbedienung.

Bassreflexöffnung

Ausziehbares Dock

Rückseite: Stromanschluss, 3,5 mm Aux-In, Netzwerkschnittstelle, Wireless-Buttons netlink/WPS, Loudness, Power On/Off

Tragetasche zum Cocoon Portable - gibt es als Zubehör oder bei speziellen Aktionen im Fachhandel

Das Cocoon Portable System ist mit wiederaufladbarem Akku ausgestattet, so kann man es auch zum Picknick mitnehmen oder für die Beschallung der Strandparty nutzen. Rund 5 Stunden garantiert die eingebaute Batterie Musikgenuss, es sei denn, man übertreibt mit dem Pegel, dann ist der Stromverbrauch natürlich höher. Apropos Strandparty - Spritzwassergeschützt ist das schicke einschalige Gehäuse auch noch. Das System spielt Musik von Apple iOS-Devices, von Android- oder Windows-basierten Smartphones wireless per Streaming ab. Mit NetLink oder WPS lässt sich Cocoon überdies einfach ins Heimnetzwerk einbinden. In der Praxis ging die WPS-Einbindung schnell und einfach, nur den WPS-Knopf auf der Rückseite des Cocoon Portable drücken, dann den WPS-Button am entsprechend geeigneten Router, und  - fertig. Bei der integrierten Internet Radio Funktion kann man die drei Lieblingssender speichern und auch per Smartphone darauf zugreifen. Für den einfachen Transport ist ein Tragegriff vorhanden. Sehr praktisch ist das kleien Fach für die Aufbewahrung der Fernbedienung beim Transport.

Die Cocoon ist kompatibel zu den Audioformaten MP3, WMA, AAC, WAV, FLAC und LPCM und verfügt über Wecker und Sleep Timer - beides ist über die App (für Android und Apple iOS kostenlos in den jeweiligen Stores AppStore und Google Play erhältlich) steuerbar. Der eingebaute Verstärker liefert satte 50 Watt (2 x 25 Watt) und arbeitet nach dem Class D-Prinzip (digitaler Verstärker). Digitale Class D-Verstärker sind trotz kompakter Abmessungen aufgrund ihrer hohen Effizienz außergewöhnlich leistungsstark und produzieren kaum Verlustwärme. Die beiden Vollfrequenztreiber weisen jeweils einen Durchmesser von 100 mm auf. Für bessere Basswiedergabe sorgt die Bassreflexöffnung. Der Stromverbrauch im Standby-Betrieb liegt bei 0,5 Watt, das Gewicht ist mit 3,3 kg für eine portable Lösung recht hoch. Die Abmessungen: Cocoon Portable ist 352 mm breit, 180 mm hoch und 136 mm tief.

Apple iOS App

iOS-App

Möglichkeit zur Namensänderung

Startmenü

Wiedergabeliste

Musikwiedergabe

Sleep Timer

Wecker

Alben-Übersicht

 

Internet Radio

Genres

Genre "Dance"

 

Internet Radio - Senderwiedergabe

Hinzufügen zu den drei direkt aufrufbaren Presets oder zu den Favoriten

 

Wiedergabe von Musikdateien von PCs und Servern

 

Wiedergabe eines Titels vom Notebook mit "Servio" Tool

Thumbnail-Coveranzeige

Android-App

Denon Cocoon App auch für Android erhältlich

Setup

Internet Radio-Plattform auch bei Android

Startbildschirm mit Funktionsübersicht

 

Die Steuerung mit der App geht komfortabel vonstatten. Durch, dass AirPlay in die iOS App integriert ist, wird man das Dock eher seltener brauchen. Für Apple iOS mit Lightning Anschluss benötigt man ohnehin einen knapp 30 EUR kostenden Adapter, denn Cocoon Portable hat noch den herkömmlichen Apple Devices-Anschluss für iPhones bis einschließlich Apple iPhone 4S. Zum Aufladen des mobilen Apple Devices kann man das Dock aber gut verwenden, und in der Zeit ebenfalls Musik hören. Die iOS App bietet neben der AirPlay Funktion noch Internet Radio, den Zugriff auf Server und PCs sowie NAS-Systeme mit entsprechend freigegebenen Musikdateiarchiven, einen Sleep Timer und einen Wecker. Leider ist die Android App nicht identisch ausgestattet. Es fehlt eine Streamingmöglichkeit für Musikdateien direkt vom Smartphone auf den Sever. Onkyo und Yamaha haben für ihre AV-Receiver beispielsweise eine Android-App, mit der genau dies funktioniert.

Klang

Beim 007-Film-Hit "A View To A Kill" überzeugt Cocoon Portable mit sehr guter räumlicher Wirkung und überzeugender akustischer Klarheit. Obwohl das Quellmaterial alles andere als akustisch perfekt daherkommt, bietet Denons Soundsystem nachdrücklichen und lebendigen Klang mit guter Stimmverständlichkeit. Dass die Stimme etwas schrill abgemischt ist und partiell zum Zischeln neigt, kann das Cocoon zwar nicht ganz vertuschen, aber das Ergebnis überrascht durch ausgezeichnete Qualität. Bei "Live And Let Die", aus dem ersten 007-Streifen mit Roger Moore, punktet der sorgfältige Aufbau des Paul Mc Cartney-Stückes, inzwischen x-mal gecovert. Die schnellen Passagen erscheinen dynamisch, nur die Trommelwirbel hinterlassen einen etwas oberflächlichen Eindruck. Die Räumlichkeit und die Loslösung des Klangs von den Chassis gelingt auch hier sehr gut. "Don't Be So Shy" war einer der beiden großen Moti Special 80er Jahre Hits - und auch hier macht Cocoon Portable ordentlich Druck. Natürlich kann man, was dem Anwender mit technischem Sachverstand ohnehin klar sein dürfte, keine Tiefbass-Exzesse erwarten, aber Bassanteile sind durchaus vorhanden und werden recht gut von der Stimme getrennt. Stärke des Cocoon ist auch hier wiederum der angenehme, klare und nicht bedeckt oder verwaschen wirkende Klang. Die Pegelfestigkeit lässt keine Wünsche offen und verweist praktisch alle Konkurrenten auf die Plätze. Toy Careys Hit "Room With A View" wirkt ebenfalls kraftvoll und wird mit Substanz wiedergegeben. Erst bei beachtlichem Pegel kommt es zu Vibrationen innerhalb des Gehäuses, ähnlich akustisch klingend wie Bass-Dröhnen im nicht optimierten Hörraum. Hier sollte man dann doch die Lautstärke etwas herabsetzen. Sonst glänzt Cocoon Portable mit guter Stimmverständlichkeit und einem weitläufigen Klangbild. "Flight To Paris" von DJ Klaas zeigt, dass auch Kickbässe präzise wiedergegeben werden. Bassanteile unterhalb des Kickbasses werden aber nicht mehr zur Gänze erfasst. Hierzu braucht es einfach mehr Volumen bezüglich des Gehäuses. Lebendig und mit akkurater räumlicher Ausbreitung erklingt der Song, und die verschiedenen elektronischen Effekte sowie die weibliche Stimme werden klar und sauber verarbeitet. Verschiedene parallel stattfindende akustische Ereignisse bereiten Cocoon Portable keine Probleme. "Revolution Reloaded 2K13" von DJ Klubbingman featuring Beatrix Delgado im Mix von Silver&Picar bietet dem Cocoon Portable erneut die Möglichkeit, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Und das gelingt mit sauberem Aufbau, tadelloser Einbindung der Vocals und einer ausgezeichneten Wiedergabe des Pianos wiederum überzeugend. Für mehr klangliche Ausdruckskraft bei niedrigen Pegeln ist die Loundness-Funktion, auf der Geräte-Rückseite zu finden, hilfreich.

  • Harman Kardon Go+Play Wireless: Das Go+Play Wireless ist ebenfalls ein akustisch starker Bluetooth-Lautsprecher, der im Bassbereich noch mehr Kraft als Cocoon Portable bietet, dafür aber nicht ganz so gut detailliert. Erstklassige Verarbeitung weisen beide Geräte auf, der Cocoon Portable bietet zusätzlich noch ein iPod/iPhone-Dock. Das Go+Play kann ebenfalls mit Akkus betrieben werden.

  • Klipsch Gallery G-17 Air: Das Gallery G-17 Air von Klipsch bietet eine sehr schicke Optik und solide klangliche Präsentation, kann aber weder mit Akustik, Materialqualität und Verarbeitung des Cocoon von Denon wirklich mithalten und ist überdies zu teuer.

  • JBL Charge: Ultrakompakter und dafür enorm klangstarker Bluetooth-Lautsprecher. Für den halben Kaufpreis des Cocoon Portable erhält man natürlich nicht die Klarheit und Pegelfestigkeit der Denon Systemlösung, dafür einen sauber verarbeiteten und pfiffigen Bluetooth-Lautsprecher, der extrem klein ist, dem Anwender aber trotzdem die Option an die Hand gibt, über den USB-Anschluss auch noch das Smartphone aufzuladen.

Fazit

Das Cocoon Portable von Denon gefällt durch kompakte Abmessungen, flexible Einsatzmöglichkeiten und sehr solide Verarbeitung. Das formschöne Design sorgt für einen edlen Eindruck. Sogar spritzwasserfest ist das Cocoon Soundsystem, ein eingebauter kräftiger Akku sorgt für Freude beim mobilen Einsatz. Mit klarem, räumlichen Klang und sehr guter Pegelfestigkeit fällt Cocoon Portable ebenfalls positiv auf. Gerade die App für Apple iOS-devices weist eine Vielzahl an Features auf, AirPlay, Internet Radio, Zugriff auf PCs und Server aus dem gleichen Netzwerk, Wecker und Sleep Timer-Funktion sind vorhanden. Leider kann die Android-App nicht auf eine Streaming-Funktion für die auf dem Smartphone gespeicherte Musik zurückgreifen. Das Display, welches im Dock integriert ist, gefällt durch tadellose Auflösung und gute Ablesbarkeit. Nicht überzeugt hat uns, dass eine Bluetooth-Funktion fehlt und auch kein WiFi Direct integriert ist - so ist man nur so weit flexibel, wie das heimische WLAN-Netzwerk reicht. Alternativ kann man natürlich mit einem Smartphone einen Hotspot generieren, perfekt ist die Lösung aber nicht. Trotzdem - für knapp 400 EUR erhält der geneigte Kunde ein optisch sehr attraktives, gut ausgestattetes und ausgezeichnet klingendes Soundsystem für zu Hause und unterwegs. 

Optisch attraktiv, flexibel einzusetzen und klanglich rundherum überzeugend - Denons Cocoon Portable ist darüber hinaus preislich fair kalkuliert

Soundstation obere Mittelklasse
Test 09.07.2013


+ Überraschend gute Pegelfestigkeit
+ Hoch liegende Räumlichkeit
+ Lebendiger, klarer Klang
+ Solide Verarbeitung und Materialqualität
+ Formschönes Design
+ Exzellentes Display
+ Problemloses WPS-Setup

- Anschluss von Lightning Devices nur mit Adapter
- Kein Bluetooth oder WiFi Direct
- Nur in schwarzer Version erhältlich

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 09.07.2013

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