EDV-Support by

   

TEST: Denon DSD500 - Leistungsstarkes Music Dock Cocoon Home

28.03.2013 (phk/sw)

Das Produkt

Denon möchte mit dem Cocoon Home nicht nur ein einfaches iPod-Dock mit Streaming-Funktion in hübscher Verpackung bieten, sondern ein Audiosystem für Zuhause mit problemloser Integration und hoher Flexibilität zur Verfügung stellen. So unterstützt das Cocoon Home Audio-Streaming mit allen gängigen Smartphone- und Tablet-Betriebssystemen wie Android, iOS und Windows. Außerdem greift das kompakte Audiosystem auf bis zu 17.000 Internetradiosender zu. Die Verbindung des Denon Cocoon Home mit dem eigenen Netzwerk soll automatisch und problemlos erfolgen, unter Zuhilfenahme von iTunes kann Musik sogar gleichzeitig an mehrere Cocoon-Geräte gestreamed werden. Für Android und iOS gibt es natürlich eine kostenlose App. Das Cocoon Home ist in Weiß und Schwarz zur UVP von 499 EUR erhältlich.

Stoffgitter abgenommen

DDL-Tieftöner und Hochtöner

Rückseite des Cocoon Home

OLED-Display

 

Trotz der hohen Funktionsvielfalt wird bei Denon auch beim Cocoon auf eine exzelleten Klangwiedergabe höchsten Wert gelegt. Aufgrund der recht üppigen Dimensionen und damit hohem Gehäusevolumen schafft Denon eine solide Grundlage für sauberen und vollen Klang. Maßgefertigte Lautsprecher wurden integriert, 2 x 40mm Hochtöner und 2 x 100 mm Tieftöner werden von einem 4 x 25 Watt Class D Verstärker angetrieben. Bei den Tieftönern handelt es sich um DDL (Denon Double Layer) Tieftöner, die dank einer kolbenartiger Bewegung bessere Dynamik als konventionelle Treiber und weniger Verzerrungen bieten können. Physischen Anschluss an das Cocoon findet neben dem iPhone auch jeglicher MP3-Player oder ein Handy, etc. mit einem 3,5mm Klinkenstecker sowie ein USB-Massenspeicher über den integrierten Slot.

Schon beim ersten Anblick erkennt man, dass das Cocoon Home auch aus optischer Sicht ein Schmuckstück ist. Egal von welcher Seite betrachtet, das Gerät zeigt sich extravagant, schick und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Ob Schwarz oder Weiß, die Front ist mit einem Stoffgitter überzogen. Die Rückseite des Soundsystems wird von einer transparenten Verkleidung mit farbiger Innenseite geschlossen, was zu einem glasähnlichen Eindruck und solider Haptik führt. An der Oberseite befinden sich Touch-sensitive Tasten, die beleuchtet sind und auf Berührungen sensibel reagieren. Besonderes Schmuckstück vorne ist das OLED-Display, welches mit hoher Leuchtkraft und großer Schrift überzeugt, die auch bei einigem Abstand zum Gerät noch problemlos zu entziffern ist. Die Helligkeit des Displays lässt sich individuell regeln. Audioquelle, Albuminformationen, Zeit und auch das Einstellungsmenü werden hier angezeigt

Stoffgitter und Denon-Logo im Detail

Dock

Beleuchtete Bedienelemente Oberseite

Fernbedienung

Auch wenn das Stoffgitter an Kunststoff angebracht ist, fasst es sich hochwertig an und ist zudem sehr feinmaschig. Das Stoffgitter sollte man aufgrund der sehr schicken optischen Aufmachung auf jeden Fall auf dem Cocoon belassen. Nimmt man es ab, ist das Kunststoffgehäuse zu sehen, in dem die Tief- und Hochtöner untergebracht sind. Umrandet wird das Cocoon und auch das OLED-Display in Weiß von silbernem Alu, welches auch beim soliden Standfuß zum Einsatz kommt. Das Gitter schließt bündig mit der Alu-Umrandung ab, störendes Spaltmaß oder einen unsauberen Übergang gibt es nicht. Mit einem Druck auf das OLED-Display fährt das iPhone/iPod/iPad-Dock geschmeidig aus dem Gehäuse. Es handelt sich noch um einen 30-Pin-Anschluss, ein iPhone 5 ist also nur mit einem entsprechenden Adapter nutzbar. Zudem kann es bei etwas größer dimensionierten Hüllen zu Problemen kommen, abgesehen davon sitzen die iDevices aber recht sicher und auch in angedocktes iPad wird vom Cocoon Home geladen.

Der Materialübergang vom Aluminium zur Rückseite erfolgt nicht ganz so nahtlos, der Kunststoff sitzt an manchen Stellen 1-2mm zu tief. Die transparente Rückseite mit innenliegender Farbe erscheint, wie von Denon beschrieben, hochwertig und bietet ausgezeichnete Haptik. An den von unten beleuchteten Touch-Bedientasten sind Play/Pause, +/- und eine Taste in Musiknotenform vorhanden, die sowohl Quellen als auch Presets des Denon Cocoon Home durchschaltet. Das frontseitige OLED-Display löst enorm fein auf und bestätigt die angegebene hohe Helligkeit. Der solide Alu-Standfuß, der für besseren Halt an der Unterseite noch mit Gummileisten versehen ist, sorgt für hohe Standfestigkeit - mit 5,4 kg ist das Cocoon Home auch nicht gerade ein Leichtgewicht. Die Abmessungen betragen 451 x 236 x 170 mm. Als Stromverbraucht gibt Denon 33 Watt an, im Standby soll das Audiosystem gerade einmal 0,5 Watt benötigen. Die kompakte Fernbedienung des Cocoons nimmt das Design des großen Audiosystems direkt auf und kommt in quasi identischer Form daher. Darauf befindet sich ein Power-Button, die Quellen-/Presetwahltaste sowie Wiedergabe- und Lautstärketasten mit sehr gutem Druckpunkt. Zwei AAA-Batterien finden in der Remote ihren Platz.

Alu-Standfuß

Anschlüsse Rückseite

Die Anschlüsse sowie einzelne stationäre Bedienelemente sind auf der Rückseite des Standfußes zu finden: 3,5mm Klinke, USB und Ethernet-Slot. Das Cocoon Home kann dank WiFi-Modul auch drahtlos ins Netzwerk eingebunden werden. Dies gelingt komfortabel per WPS. Ist der eigene Router noch nicht WPS-fähig, kann die Einbindung auch über Netlink erfolgen. Dazu muss ein iPod touch oder iPhone angedockt und die Cocoon gestartet werden, mit der Netlink-Taste werden dann die Netzwerkeinstellungen des iDevices an das Cocoon übertragen. Rechts daneben ist noch eine Loudness-Taste sowie der On/Standby-Button integriert.

Für die Bedienung mit der App muss das Cocoon ins Netzwerk integriert werden

Home-Screen in Weiß und Schwarz

Internetradio und lokale Wiedergabelisten

Interpreten- und Albenansicht inkl. Cover

Wiedergabe vom DLNA-Server

Internetradio

Sleep Timer des Geräts und Wecker

Nach Uhrzeit einschalten, Setup

Schwarzes oder weißes Thema wählen, Display-Helligkeit einstellen

Die Cocoon App kann sowohl im App Store als auch im Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden. Beim Start wird überprüft, ob ein Cocoon im Netzwerk vorhanden ist, danach öffnet sich der Homescreen mit den verschiedenen Möglichkeiten der Musikwiedergabe. Unter MusicPlayer kann beim iPhone auf die lokale Musikbibliothek zugegriffen und diese wiedergegeben werden, dann wählt man bei AirPlay das Cocoon Home aus und die Musik wird direkt darüber abgespielt. Bei der Android App läuft das etwas anders ab, hier wird unter Music Server "Local Contents" die Musikbibliothek wiedergegeben. Das scheint aber der einzige Unterschied der beiden Applikationen zu sein. Die verschiedenen Quellen können in der App gewählt werden, auch die Steuerung des Internetradios geht damit viel komfortabler. Display-Helligkeit und ob die App in weißem oder schwarzem Gewand erscheinen soll, wird im Setup eingestellt. Zusätzlich gibt es einen Sleep Timer, sowie eine Einschalt- und Weckfunktion. Lokale Musik kann natürlich auch mit dem konventionellen Music Player via AirPlay wiedergegeben werden. Steht das iPhone im Dock, wird automatisch über das Cocoon die Musik ausgegeben. Auch unser iPhone 5 mit Lightning- auf 30-Pin Adapter wird problemlos erkannt.

Klang

Das Cocoon Home zeigt bei unserem ersten Testsample "Goldfinger" des Royal Philharmonic Orchestras - zugespielt via gedocktem iPhone 5 - eine sehr räumliche Darstellung des Orchesters. Die Bühne ist strukturiert aufgebaut und einzelne Instrumente können sehr gut differenziert werden. Die Wiedergabe wirkt harmonisch und angenehm, erst bei sehr hohem Pegel werden einzelne Instrumente ein wenig schneidend. Das hohe Volumen des Cocoon kommt bei einzelnen Paukenschlägen oder tiefen Tönen der Blechbläser sehr zugute, hier zeigt das Denon Gerät Kraft und Souveränität. Das gesamte Instrumentalgeschehen wird mit einer Klarheit wiedergegeben, die bei solch doch eher kompakten Audiosystemen eine Seltenheit ist. Zudem zeigt sich das Cocoon präzise und auf den Punkt. Selbst bei komplexerem Klanggeschehen bleiben verschiedene akustische Ebenen sauber voneinander getrennt und können nachvollzogen werden.

Auch bei Andrea Bocelli ist dies bemerkenswert. Die Stimme steht klar im Fokus und wird sehr zentral abgebildet, dahinter liegende einzelne Instrumente bleiben aber prägnant und Feinheiten können herausgehört werden. Die Stimme des Tenors wird natürlich nicht mit allen Nuancen und feindynamischen Aspekten erfasst, zeigt aber durchaus Fundament und für Bocelli charakteristische Züge. Der stets schwierige Piano-Anschlag gelingt mit einer gewissen Wärme und stellenweise etwas zu dezenter Züruckhaltung. Die Violinen hingegen wirken gekonnt und angenehm harmonisch. "L'attesa" wird wieder mit toller Räumlichkeit an den Hörer getragen, außerdem zeigt sich hier die Gesamtwiedergabe voluminös und kraftvoll, darüber legt sich klar fokussierte Stimme Andrea Bocellis. Auch bei etwas höherem Lautstärkepegel bleibt das Cocoon bei einer sehr musikalischen und angenehmen Tonalität. Ein metallischer, blecherner Einschlag ist nie feststellbar - souverän und harmonisch tritt das Cocoon keinem auf die Füße, sondern begeistert durch lebendige, authentische Wiedergabe.

Wir muten dem Cocoon Home natürlich auch elektronische Klänge zu, "Open the Gate" von Cosmic Gate darf es uns präsentieren. Die anfänglichen, atmosphärischen Klänge wirken räumlich und weitschweifend, bis die etwas progressive Stimme hinzukommt, die klar und zentral im Raum steht. Auf das lange Intro lassen wir "Exploration of Space" folgen, der flinke Beat wird zunächst in hoher Geschwindigkeit präzise dargestellt. Besonders überrascht sind wir von Kraft und Geschwindigkeit, als die kontinuierliche Bassdrum des Tracks einsetzt. Bis in hohe Pegel hinein bleibt das Cocoon souverän. Der Tiefgang ist natürlich nicht immens, dafür Kraft und suggerierte Wirkung des Bassschlages enorm. Zart besaiteten Seelen geht dieser durchaus bis in die Magengrube, hartgesottene Technofreaks werden davon natürlich nicht beeindruckt. Elektronische Effekte sind sauber eingebunden und auch bei hoher Komplexität noch hör- und ortbar.

Bezüglich Authentizität, Harmonie und Souveränität ist uns bei kompakten Audiosystemen noch kein Pendant mit identisch hochwertiger Wiedergabe untergekommen. Klar, das Cocoon Home ist nicht mehr sehr kompakt und auch nicht portabel, bietet aber dennoch für Größe und Gewicht eine überdurchschnittliche Performance, und das sowohl bei klassischer als auch moderner Musik. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass das Cocoon nicht die lebendigste, belebendste und farbigste Akustik bietet. Anstatt zu polarisieren, möchte es jedem gefallen - und das gelingt zum Großteil.

  • Harman Kardon Go+Play Wireless: Das Go+Play Wireless ist ebenfalls ein akustisch starker Bluetooth-Lautsprecher, kann aber nicht ganz mit Kraft und Volumen des Cocoon Home mithalten. Allein die Größe macht hier natürlich einiges aus. Erstklassige Verarbeitung weisen beide Geräte auf, der Cocoon Home bietet zusätzlich noch ein iPod/iPhone-Dock. Das Go+Play kann dafür mit Akkus betrieben werden.

  • Klipsch Gallery G-17 Air: Das Gallery G-17 Air von Klipsch bietet ebenfalls eine sehr schicke Optik und solide klangliche Präsentation, kann aber weder mit Akustik, Materialqualität und Verarbeitung des Cocoon von Denon wirklich mithalten. 

Fazit

Das Cocoon Home von Denon bietet nicht nur formschöne Optik und schickes Design, auch die Verarbeitungsqualität kann überzeugen. Die Materialqualität kann sich, obwohl es sich größtenteils um Kunststoff handelt, mehr als sehen lassen, gerade die Rückseite wirkt eher wie Glas als schlichtes Plastik. Hohe Flexibilität wird groß geschrieben, so empfängt das Cocoon Audiodaten von Android- und iOS-Decives genauso wie von NAS-Servern oder Windows-PCs. Zudem ist Internetradio an Bord und via USB oder analogem Klinkenanschluss können jegliche weiteren Geräte angeschlossen werden. Akustisch kann man hier kaum kritisieren. Exzellente Räumlichkeit, dichtes Volumen und eine souveräne Wiedergabe auch bei höherem Pegel sind nur die Eckpfeiler der gekonnten musikalischen Darstellung. Wie bereits erwähnt lässt sich dem Denon-Gerät allenfalls vorwerfen, dass es allen gefallen möchte und dadurch ein wenig Spektakel verloren geht - bilanzierend bietet das Audiosystem aber eine extrem hohe Performance. Günstig ist das Cocoon Home aber nicht zu haben, 499 EUR UVP werden für das hübsche Audio-Accessoire fällig.

Optisch schönes Audiosystem mit hoher Flexibilität und ausgezeichneten akustischen Eigenschaften

Soundstation Oberklasse
Test 28.03.2013


+ Sehr gefällige Akustik
+ Tolle Räumlichkeit
+ Kräftiger, voluminöser Klang
+ Solide Verarbeitung und Materialqualität
+ Formschönes Design
+ Exzellentes Display
+ Problemloses WPS-Setup
+ In Schwarz und Weiß erhältlich

- Anschluss von Lightning Devices nur mit Adapter

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 28.03.2013

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD