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TEST: Astell&Kern High-End Musicplayer AK 100 

02.05.2013 (cr/sw)

High End Musicplayer, portabel, in edler Verpackung für 699 EUR

Highlight ist das haptisch tolle Drehrad für die Lautstärke, in 150 (!) Stufen kann hier eine extrem feine Anpassung vorgenommen werden

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Das Produkt

Für 699 EUR kommt man auch auf portablem Wege in den Genuss bestmöglicher Klangwiedergabe. Der Hi-Res und HiFi-Liebhaber, der auch beim Musikgenuss unterwegs mittels Kopfhörer nicht auf exzellente Klanggüte verzichten möchte, bekommt für diesen Preis den Astell&Kern AK100, der mit 32 GB internem Speicher und zwei microSD-Slots für zwei microSD-Karten mit je bis zu 32 GB Fassungsvermögen antritt. Eine 2 GB microSD-Karte mit verschiedenen 192 kHz/24-Bit Demo-Tracks befindet sich im Lieferumfang. 

USB-B-Anschluss, 2 x microSD-Slot. Unterstützt werden bis zu 32 GB

Seitliche Bedienelemente

Top: Eingang für externe Quellen. Daneben: Kopfhörerausgang (3,5 mm)

Der kantige, recht dicke, aber doch insgesamt durch die geringe Länge noch recht kompakte( 59,2 mm breit, 79 mm lang, 14,4 mm tief und 122 g wiegend) HiRes-Musicplayer ist sauber verarbeitet und sieht dank des Alu-Gehäuses edel aus. Besonderes Highlight ist der seitlich montierte, in 150 Stufen justierbare, gerasterte Lautstärkedrehregler. Praktisch ist der optische Digitaleingang (3,5 mm), an den seitlich entweder PC, Notebook oder CD-Player/DVD/BD-Player angeschlossen werden kann. Dadurch können externe Geräte die erstklassigen Wolfson WM8740 24-Bit D/A-Wandler des AK100 mit verwenden. Maximal können 192 kHz/24-Bit Audio-Files nativ bitgenau verarbeitet werden.Astell&Kern spricht hier vom "Master Quality Sound". Der Frequenzgang reicht von 10 Hz bis 20 kHz (bei +/- 0,02 dB bei 24bit 48kHz). Der Geräuschspannungsabstand liegt bei 110 dB (1 kHz, 0 dB, 24bit 48kHz). Die Ausgangsimpedanz beträgt 22 Ohm. 

Als Headunit eingebaut ist ein Telechips TCC 9201 CPU. Mit schnellen Reaktionen beim Betrieb und störungsfreiem Betrieb können wir dem Player ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Der AK100 unterstützt WAV, FLAC, AAC, WMA, Ogg Vorbis, MP3, ALAC AIFF und APE. Das ist eine tolle Formatvielfalt, aber leichte Kritik müssen wir dennoch anbringen: DSD wird nicht unterstützt. Dies supporten sogar schon 600 EUR AV-Receiver wie der Onkyo 7.2 AV-Receiver TX-NR626. Dafür trumpft der Player mit einer Bluetooth 3.0 Schnittstelle auf. 

Das Display hat eine Diagonale von 6,1 cm und stellt mit 320 x 240 Pixeln dar. Das ist nach heutigen Maßstäben wenig berauschend, für den Zweck reiner Musikwiedergabe aber ist dies vollkommen ausreichend. Es ist als Touchscreen ausgeführt. Die Reaktionen des Touchscreens sind erfreulich genau und sensibel, was die Freude an der Bedienung weiter steigert. Integriert ist auch ein per Fingerberühung steuerbarer EQ mit fünf Bändern. Die EQ-Änderungen können direkt auf dem Monitor verfolgt werden. Das Ganze funktioniert sehr einfach, zuverlässig und effektiv. Der 200 mAh Akku hielt in unseren Testreihen rund 4:45 Stunden. Der USB-B-Ladeanschluss ist mit jedem entsprechenden handelsüblichen USB-Kabel kompatibel. 

Display während der Wiedergabe

Übersichtliche Menüstrukturen

Wiedergabeordner "Alle Musiktitel)

Integrierter Equalizer

Mit dem Finger steuerbar

Dateiinformationen

Die Bedienung ist mittels Touchscreen und einigen Hard Keys einfach, die Menüs sind - bis auf den EQ - relativ schmucklos, aber einfach verständlich. Rasch kann man sich z.B. alle Ordner anzeigen lassen und dabei auch komfortabel zwischen internem Speicher und den beiden microSD-Steckplätzen hin- und herschalten. Kaum ist der AK100 an den PC angeschlossen, fragt der Musicplayer, ob nur der eingebaute Akku aufgeladen oder der AK100 als USB-Medium genutzt werden soll. Es ist ein Kinderspiel, Musik auf den Player zu übertragen. Auch bei speicherintensiven, großen HiRes-Files geht die Übertragungszeit in Ordnung. 

Klang

Akustisch liest man nur Gutes vom AK100 - so waren wir gespannt, wie er sich am edlen und extrem klangstarken Hightech-On-Ear-Kopfhörer Ultrasone Signature Pro macht. Wir haben zunächst verschiedene hochauflösende Audio-Files ausprobiert und starteten mit "Money Money Money". Allerdings hörten wir den ABBA-Klassiker nicht in der normalen und hinlänglich bekannten Form, sondern in der Adaption von Nils Landgren. Auf seinem Album "Funky ABBA" hat der "funkige" Versionen von ABBA-Klassikern zusammen getragen. Die 96 kHz/24-Bit FLAC-Datei zeigt uns gleich, wohin die Reise geht. Fundiert, sehr präzise und mit toller Räumlichkeit kommt das dreifache Geld zum Ausdruck. 

Kleine dynamische Differenzen baut der AK100 hervorragend ein - zusammen mit dem edlen Headphone von Ultrasone, der als besonderes Merkmal über S-Logic Plus verfügt. Das Design der Kopfhörerkapsel wurde optimiert und tonal in aufwändiger Arbeit fein getunt. Mittels einer zusätzlichen Bedämpfung bilden der Schallwandler und das Bufferboard (Trennwand zwischen Luftvolumen am Ohr und Kopfhörerkapsel) eine bezüglich der Charakteristik her neue Klangeinheit – die hörbaren Folgen: Mehr Neutralität im Klangbild und räumlich weiter perfektionierte Wahrnehmung von Stimmen oder Instrumenten beim Hören konventioneller Stereoquellen. In Verbindung mit dem feinst auflösenden, reinen Signal, welches vom AK100 angeliefert wird, erzielt unsere "Highend-Anlage für die Westentasche" exquisite Klangqualität auch für den sehr anspruchsvollen Hörer. Die Trennung der Stimme von den Instrumenten und die Einarbeitung der Stimme in den akustischen Gesamtzusammenhang. 

Wie sieht es bei "Money For Nothing" von den Dire Straits aus? Der Klassiker kommt bei uns im FLAC-Gewand mit 96 kHz/16-Bit. Der Anfang der Maxi-Version wird sehr differenziert wiedergegeben, der langsame Aufbau kann so vom Hörer ungemein präzise genossen werden. was uns beeindruckt: Wie gekonnt der AK100 den virtuellen Raum weitet, das ist schier unglaublich. Plötzlich schaltet der Zuhörer vollkommen ab und gibt sich nur noch dem Musikhören hin. Dieser Prozess findet ganz automatisch statt, der AK100 zieht den stolzen Besitzer unmerklich ganz in seinen Bann. Perfekt lässt sich die Hörlautstärke mit dem haptisch schönen Drehregler in 150 Stufen einstellen. So hat man immer die Lautstärke eingestellt, die wirklich genau zur derzeitigen Hör-Situation passt. Was uns ausgesprochen gut gefällt, ist der enorm brillante, gleichzeitig aber nicht spitze Hochtonbereich. Er klingt angenehm und liefert gleichzeitig eine exakte Ausleuchtung des akustischen Inhalts. Stings Klassiker "Englishman in New York" hat sich in CD-Qualität eingeschlichen. Schon bei 44,1 kHz und 16-Bit ist es grandios, welche Detaillierung und räumliche Ortung offeriert wird. Der volle, runde, zugleich exakte Bass untermalt den Song mit hervorragendem Fundament. Die Streicher, die ebenfalls kurz zu hören sind, wirken ungemein dicht und lebendig bei der Wiedergabe. 

Wir setzen mit dem 96 kHz/24 Bit-FLAC-File "Stop This World" fort. Der Bass ist enorm straff und klar, der Tiefgang besticht. Die rauchige, charismatische Stimme Dianas stellt der AK100 mitten auf eine virtuelle Bühne, das Piano ist wohl temperiert, die Anschlagdynamik kommt feinfühlig heraus. Genial ist der Tiefgang zu Beginn von Hans Zimmers "Underground Army". Unglaublich, wie tief der Bass herunter geht, was neben der Güte des AK100 auch die Qualität des Ultrasone Signature Pro eindrucksvoll beweist. Der düstere Track kommt martialisch-kraftvoll daher und liefert eine tolle Räumlichkeit (44,1 kHz/16-Bit, CD-Qualität). Heiterer und schwungvoller geht es bei "We Weren't Born To Follow" von Bon Jovi (ebenfalls in CD-Qualität, FLAC) zur Sache.Fetzig klingen die E-Gitarren, charismatisch ertönt Jon Bon Jovis Stimme. Wir wechseln wieder in höhere Auflösungsgefilde und zu Pink Floyd, die sich fragen" Is There Anybody Out There?". Stimmen, entfernt, näher, Effekte, Störgeräusche - der Anfang wird meisterlich wiedergegeben, auch der tiefe, raumfüllende, subtile Bass. Die akustische Gitarre kommt exzellent heraus, wie der Spieler in die Seiten greift, wird beinahe spürbar. Herausragend auch der Bass und das Hi-hat bei Michael Jacksons Klassiker "Billy Jean" - durchhörbar bis ins letzte Detail, kraftvoll, mit überragender Impulstreue,  macht das Hören großen Spaß. Kleine Unterschiede im dynamischen Gesamtgefüge werden souverän und sofort pariert. 

Mit höchster Auflösung geht es klassisch weiter: 192 kHz/24-Bit FLAC, so lauten die Eckdaten, in denen die Datei mit Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert KV 218, 1. Allegro (gespielt von Marianna Thorsen/Trondheim Solistene, 2L Recording) vorliegt. Und hier läuft der AK100 zu Bestform auf. Selten haben wir die Violine so durchsichtig und gleichzeitig so angenehm vernehmen dürfen. Die Orchestereinsätze sind von klarer Struktur und extrem hoch liegender Gesamtdynamik bestimmt. Nicht nur in den vorderen, auch in den hinteren musikalischen Ebenen wird ein realistischer Raum generiert, und praktisch jeder einzelne Musiker ist präzise zu hören. Nun geben wir nochmals richtig Gas - und zwar mit "Party 2 Daylight" von den Global Deejays in CD-Qualität. Auch bei diesem modernen Dance-/House-Track sind die Leistungen bestechend - oder anders gesagt: Es dürfte schwierig sein, bei einem transportablen Gerät noch bessere Klangqualität realisieren zu können. Massiver, präziser Bass, tolle Räumlichkeit, exzellente Grob- und Feindynamik und enorme Pegelfestigkeit: Der AK100 brilliert in jeder Disziplin. 

Fazit

Der Astell&Kern AL100 ist ein brillant aufspielender transportabler Musicplayer, der sich durch erstklassige Feindynamik, enorme Grobdynamik, tolle Räumlichkeit und kraftvollen, präzisen Bass auszeichnet. Das 2,4 Zoll Display mit Touch-Funktion erlaubt eine komfortable Bedienung. Der kleine, aber griffgünstige Lautstärkedrehregler mit 150 Einstellpositionen ist etwas für den echten HiFi-Fan. Das akkurat in Aluminium gekleidete Gerät weist einen optischen Digitaleingang auf, so dass auch externe Quellen die erstklassigen Referenz-DACs aus dem Hause Wolfson nutzen können. Das Übertragen von Musik gestaltet sich einfach, überdies unterstützt der AK100 bis auf DSD alle relevanten Musik-Dateiformate. 

Exzellenter transportabler Musicplayer, der höchste akustische Qualität auch beim Musikgenuss unterwegs sichert

Musicplayer Luxusklasse
Test 02. Mai 2013

+ Unglaubliches Detaillierungsvermögen
+ Extrem lebendiger, dynamischer Klang
+ Präziser, druckvoller Bass mit superbem Tiefgang
+ 32 GB intern plus 2 microSD-Slots für Karten mit bis zu 32 GB
+ Touchscreen mit sehr gutem Reaktionsvermögen
+ Wirkungsvoller EQ
+ Bluetooth 3.0
+ Optischer Digitaleingang
+ Toller Lautstärkedrehregler

- Unterstützt aktuell kein DSD
- Relativ dick
- Kostspielig

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02.05.2013

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