TEST: Philips Android-Sounddock AS351 mit Bluetooth und App-Steuerung

24. Mai 2012 (cr/sw)

Einführung

Auch Android-Smartphones kommen jetzt in den Genuss eines Philips-Sounddocks - für knapp 130 EUR ist das AS351 erhältlich. Das Android-Snartphone wird über den MicroUSB-Anschluss aufgeladen, die Musikübertragung funktioniert per Bluetooth-Streaming (Bluetooth-Version 2.1). Mittels der Fidelio oder der Dock Station App (beide weitestgehend identisch) aus dem Google Play Store kann man verschiedene Funktionen nutzen. Das Dock hat 10 Watt RMS Leistung, Dynamic Bass Boost und kann auch, wenn es im mobilen Einsatz ist, mit 4 AA/LR6 Alkali-Batterien betrieben werden. Die Betriebszeit im Batteriebetrieb gibt Philips mit 8 Stunden maximal an. Das Android-Sounddock funktioniert ab Android-Version 2.1. 

Einrichtung

Philips sorgt für etwas Verwirrung, denn im Android Market, jetzt Google Play, finden sich mit Dock Studio und Fidelio zwei ähnliche Apps. Auch die Funktionsbeschreibung ist ähnlich. Auf dem Umkarton des AS351 jedoch wird die Fidelio App als die richtige empfohlen, also haben wir uns diese auf unser Motorola Smartphone RAZR XT910 herunter geladen. Voraussetzung, dass alle Features genutzt werden können: Die App "Songbird" als Musikwiedergabe- und Verwaltungsprogramm sollte auf dem Android Device installiert sein. Ist dies der Fall, funktioniert alles reibungslos. Voraussetzung für den Betribe ist es, dass man das Smartphone über Bluetooth mit dem Lautsprecher koppelt (bei uns hat es ohne Eingabe irgendwelcher Kopplungs-Codes beim Smartphone funktioniert). Die Bluetooth-Übertragung funktionierte im Wesentlichen fehlerfrei, ab und zu allerdings gab es Unterbrechungen. Als wir dann Dockingstation neu gestartet und die Bluetooth-Verbindung erneuert haben, ging alles reibungslos. Zu den Bluetooth-Daten/Profilen: Philips gibt realistische 10 Meter Reichweite an, unterstützt werden die Bluetooth-Profile A2RP, AVRCP, SPP. 

Überblick über die Fidelio Android App: 

Grundmenü und Wettervorhersage

Einstellungen und Musikwiedergabe

Die Philips Fidelio App bietet verschiedene Funktionen für Philips Fidelio Dockinglautsprecher, einschließlich automatischer Bluetooth-Verbindung, Songbird Musik-Player, weltweitem Internetradio, Steuerung für die Toneinstellungen und einem Multifunktionswecker.

Mit Fidelio und dem Songbird Musik-Player kann man Musikwiedergabelisten einfach vom PC mit Ihrem Android-Gerät synchronisieren, durchsuchen, wiedergeben und verwalten. Und es ist auch möglich, das, was man hört, mit Freunden auf Facebook zu teilen und Fotos von Künstlern bei Flickr anzusehen.
Im Radio-Modus stehen dank Internet Radio-Funktion (Tune In) über 7.000 Radiosender weltweit zur Verfügung. Sender können, wie gewohnt, z.B. nach Genre, Ort oder Sendername durchsucht werden. Im Uhrmodus können verschiedene individuelle Musikweckrufe eingestellt werden. Eine Wettervorhersage ist ebenfalls Bestandteil der App. Sie wurde ausschließlich für die Verwendung mit Philips Fidelio Dockinglautsprechern und Android-Smartphones entwickelt. Es besteht keine Kompatibilität mit anderen Dockinglautsprechern. Minimale Telefonanforderungen:

• Android Version 2.1 oder höher
• Bluetooth 
• Micro USB 

Verarbeitung und Anschlüsse

Wenige Bedienelemente

Anschlüsse

Micro USB-Slot

Bewegliche Schiene

Alu-Finish

Rückseite

Der Dockinglautsprecher in recht kompakter Form und gefälligem Look mit klavierlackschwarzer Oberfläche im unteren Bereich des Gehäuses und stoffbezogener Oberseite (unter dem Stoff sitzen die Lautsprecherchassis) überzeugt durch akkurate Verarbeitungsqualität. Es finden sich keine unsauberen Kanten oder überstehende Kunststoff-Grate. Das AS358 besitzt eine Leiste, in die Standby-Knopf, Bluetooth-Verbindungssymbol (blinkt während Suche/Verbindungsaufbau, leuchtet konstant bei funktionierender Verbindung) sowie Laut-/Leise-Tasten integriert sind. Hinten finden sich neben dem Anschluss für das externe Netzteil noch ein 3,5 mm Aux-Anschluss und ein USB-Terminal. Vorn ist die Einheit, in die das Android-Device zum Laden eingesetzt wird, verschiebbar, um sich verschiedenen Geräte-Größen inklusive Tablets und verschieden untergebrachten MicroUSB-Anschlüssen anzupassen. Der Verschiebemechanismus erscheint recht solide. Damit man das Android-Gerät leichter anschließen kann, ist es möglich, die Anschlusseinheit leicht nach vorn zu kippen - sehr durchdacht.  Unter der Anschlusseinheit ist ein Alu-Inlay untergebracht, das sehr sauber eingepasst ist. Leider liefert Philips keine Fernbedienung mit, die als zusätzliches Tool durchaus sinnvoll wäre, wenn z.B. das Smartphone zum Laden eingedockt ist und man sich in gewisser Distanz zum AS351 befindet. 

Klang 

Hier kommt das AS351 bei "Freakin'Out" von den Global Deejays ordentlich in Fahrt: Die maximal erreichbaren Pegel sind für die kleine Tanzeinlage in der Mittagspause im Büro absolut ausreichend, und es sind sogar Anflüge von Basskraft zu erahnen. Viel Tiefgang kann man bauartbedingt nicht erwarten, aber das Gebotene reicht für die Befriedigung der Grundbedürfnisse des Clubgängers aus, der auch im Office Farbe bekennt und seine Lieblingsmusik auf dem Philips-Dock hört. Auch bei "Kissed A Girl" von den Real Booty Babes gibt das Philips-Dock richtig Gas - auch bei höherem Pegel bleibt eine gute Stimm- und Instrumentaltrennung erhalten. Der Aufbau verschiedener akustischer Effekte wird prima und mit nachvollziehbarer Dynamik erledigt. Der Bass klingt allerdings etwas hölzern und neigt bei höheren Pegeln zum leichten Durchschlagen. Beim Jennifer Lopez-Hit "On The Floor" kommt die Stimme der Sängerin prima heraus, der Bass bleibt sogar recht präzise und impulstreu. Bei diesem Track wird das Fehlen von Tiefgang allerdings recht deutlich. Hier wäre es vielleicht eine Idee, wenn man für den stationären Einsatz einen Vorverstärkerausgang zum Anschluss eines kleinen aktiven Subwoofers bereit stellen würde. Das Remix des 80er Jahre-Klassikers "Sunglasses At Night" von Voodoo&Serano klingt ab Beginn richtig gut, der Rhythmus wird schwungvoll und mit ordentlicher Räumlichkeit übertragen. Auch mit emotionalen Songs wie "Immortality" von den Bee Gees kommt das Dock gut zurecht und stellt die vokale Präsenz in den Mittelpunkt bei der Wiedergabe. Trotzdem rutschen die Instrumente nicht unpassend aus dem Fokus, sondern werden parallel mit recht klarer Kontur übertragen. Das gilt auch für den Harold Faltermeyer-Titel "memories" (bekannt aus dem Film Top Gun - als sich Tom Cruise an seinen Vater erinnert, ertönt dieser Song) - natürlich kann man keine exzellente Detaillierung und Feindynamik erwarten, aber die harmonische und recht klare Wiedergabe gefällt. Beim Bon Jovi-Hit "It's My Life" arbeitet das AS351 die E-Gitarre und auch den Grundrhythmus des Songs mit Schwung heraus und trennt auch bei höherem Pegel Stimme und Instrumente noch überzeugend. Kraft und Nachdruck des Songs können sogar im Ansatz herausgestellt werden. 

Fazit

Das Philips-Dock ist ordentlich verarbeitet und gefällt durch die zeitlose Optik. Akustisch leistet es trotz des günstigen Kaufpreises einiges: Der Klang ist homogen und angenehm, sogar die Räumlichkeit kann man als überraschend gut bezeichnen. Die Bluetooth-Audioübertragung funktioniert bilanzierend sehr gut. Praktisch ist, dass man das Philips-Dock auch für den mobilen Einsatz draußen nutzen kann - dank Batteriebetrieb. Die kostenlos erhältliche App bietet praktische Funktionen und eine einfache, leicht verständliche Bedienung. 

Mobiles Dock für Android-Smartphones in schicker Optik

Android-Docks untere Mittelklasse
Test  24.05.2012

 

+ Sogar Ansätze von Räumlichkeit herauszuhören
+ Gute akustische Harmonie
+ Problemloses Handling + praktische App
+ Batteriebetrieb möglich
+ Solide Verarbeitung

- Keine Fernbedienung

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 24.05.2012