TEST: Onkyo T-4070 - Leistungsfähiger Netzwerk Tuner mit Spotify Support und Steuerung via iOS/Android-App

13.03.2012 (phk/sw)

Einführung

Der Onkyo T-4070 ist ein flexibler Netzwerk-Tuner, der den Zugriff auf konventionelles Radio, Internetradio, Cloud-basierte Streaming-Services und DLNA-Streaming vereint. Der T-4070 unterstützt, abgesehen von Sonos, als derzeit einziger Netzwerk-Player sowohl AirPlay als auch den Musik-Streaming-Service Spotify. Der erfolgreiche Spotify-Service ist erst seit heute in Deutschland verfügbar, da das skandivanische Unternehmen mit den Lizenzgebühren der GEMA zunächst nicht einverstanden war. Umso erfreulicher, dass pünktlich zum Start in Deutschland bereits ein hochwertiges Standalone-Gerät für die Nutzung bereit steht. Der Onkyo ist zudem Airplay-fähig und gibt mithilfe der Onkyo Remote App via WLAN auch Musik von Android-Smartphones wieder. Ein frontseitiger USB-Anschluss sorgt für die Wiedergabe vom USB-Medium, Flash-Speichergeräten und iPod/iPhone. Der Onkyo T-4070 bietet nicht nur multimediale Flexibilität sondern punktet auch mit audiophilen Qualitäten. Ein flaches, schwingungsdämpfendes Gehäuse für optimalen Schutz gegen gehäusebedingte Vibrationen, DIDRC zur Rauschreduzierung und separate 192kHz/24-bit D/A-Wandler für den linken und rechten Kanal. Der Onkyo T-4070 ist zum UVP von 799 EUR erhältlich.

Technische Daten

  • IDRC (Dynamic Intermodulation Distortion Reduction Circuitry) 
    Empfang von Internet-Radio und Musik-Streaming-Diensten über Ethernet (vTuner, Last.fm, Spotify, AUPEO!)
    Kompatibel mit AirPlay für iPod touch/iPhone/iPad
    Heimnetzwerkfunktion mit DLNA 1.5-Zertifizierung
    Wiedergabe von Audiodateien über das lokale Netzwerk (MP3, WMA, WMA Lossless, FLAC, WAV, Ogg Vorbis, AAC)
    Direkte digitale Verbindung von iPod/iPhone und Flash-Speichergeräten über einen USB-Anschluss an der Gerätefront
    Unterstützt Onkyo Remote Apps zur Steuerung von Onkyo Hi-Fi Komponenten über iPod touch/iPhone und Android Phone (benötigt Android OS 2.1 oder höher)
    Advanced Music Optimizer für komprimierte digitale Musikdateien
    Separate 192 kHz/24 Bit-DA Wandler von Wolfson® (2 × WM8742) für den linken und rechten Kanal 
    Schwingungsdämpfendes, 1,6 mm starkes, flaches Chassis 
    UKW/MW/DAB+-Tuner
    40 UKW/MW-Senderspeicher
    40 DAB/DAB+-Senderspeicher
    RDS (RT/PTY/TP)
    3 digitale Audioausgänge (AES/EBU von Amphenol, optisch und koaxial)
    Analoger Audioausgang
    Vergoldete, massiv gearbeitete RCA-, AES/EBU- und Koaxialanschlüsse
    Dreistufiger Display-Dimmer (Normal/Dunkel/Dunkler)
    Spotify-Kompatibilität
    Steuerung über Onkyo Remote App für Android/iPod touch/iPhone – mit der Möglichkeit, über RI angeschlossene Komponenten wie z.B. CD-Player C-7070 und Verstärker A-9070 ebenfalls von der App aus anzusteuern
Formate und Anschlüsse

Rückseite

Analoger Audio-Ausgang sowie Radio-Antennenanschlüsse

Digitale Ausgänge XLR/Koaxial/Optisch, Ethernet und RI Remote

  • Stereo Cinch analoger Audio-Ausgang
  • Digitaler Audioausgang optisch
  • Digitaler Audioausgang koaxial
  • Digitaler Audioausgang XLR
  • Ethernet-Slot
  • Remote Interactive Remote Control

Der Netzwerk-Tuner verfügt über analoge wie digitale Anschlussmöglichkeiten und kann so auf verschiedene Weisen mit einem Verstärker/AVR verbunden werden. Für die analoge Übertragung steht ein Stereo Cinch-Ausgang zur Verfügung, digital bietet der T-4070 einen AES/EBU XLR-Slot sowie optische und koaxiale Verbindungsmöglichkeiten. Für den Zugang ins Heimnetzwerk steht eine Ethernet-Schnittstelle zur Verfügung, außerdem RI Remote Control Anschlüsse, über die angeschlossene Onkyo-Geräte wie z.B. der C-7070 CD-Player und A-9070 Verstärker sogar über die Onkyo Remote App gesteuert werden können.

Unterstützte Formate über das lokale Netzwerk umfassen MP3, WMA (Lossless), FLAC, WAV, Ogg Vorbis und AAC. Die USB-Schnittstelle sorgt für die Verbindung von USB-Medien, iPod/iPhone und sonstigen Flash-Speichern.

Verarbeitung und Bedienung

Frontansicht

Bedienelemente rechts

Funktionstasten unter dem Display

Power-Button

Punktmatrix-Display

Fernbedienung

Solider Standfuß

Frontblende aus Alu

Kantenverarbeitung

Aufgeräumtes Innenleben

Stromzufuhr

Elkos

Innenleben gesamt

Der Onkyo T-4070 überzeugt durch ausgezeichnete Verarbeitungsqualität und ein hochwertiges optisches Auftreten. Der Gehäusemantel ist aus stabilem, 1,6mm starkem Aluminium und auch die Frontblende ist aus gebürstetem Aluminium. Spaltmaße sind rund ums Gerät gering, nirgends weist der Onkyo scharfe Grate oder unsaubere Kantenverarbeitung auf. An der Unterseite befinden sich solide, groß dimensionierte, Standfüße, die dem Gerät ausgezeichneten Halt bieten. Die Anschlüsse auf der Rückseite sitzen passgenau und sehr fest, auch mit etwas stärkerem Druck lässt sich hier nichts verrücken. Die Frontblende in Schwarz wirkt sehr hochwertig, das große Punktmatrix-Display unterstützt den edlen Eindruck. Die grüne Schrift ist sowohl von weiter Entfernung als auch bei hohem externen Lichteinfach immer tadellos ablesbar. Die stationären Bedienelemente bieten allesamt einen ausgezeichneten Druckpunkt, auch der USB-Slot ist gut eingepasst. Die mitgelieferte Fernbedienung mit schwarzen Tasten und silberner Oberfläche im geschliffenen Alu-Look komplettiert die schlichte, moderne optische Aufmachung. Der Tastendruckpunkt ist gut, die Oberfläche der Fernbedienung gegenüber Fingerabdrücken und sonstigem Schmutz unempfindlich. Es sind nicht zu viele Tasten vorhanden, so bleibt die FB recht übersichtlich. Dennoch stehen mit Eingangswahl-, Wiedergabetasten, Navigationskreuz und weiteren Funktionstasten sowie Zifferntasten ausreichend viele Bedienmöglichkeiten zur Verfügung. Beleuchtet ist die Fernbedienung nicht.

Menü

Mit der Setup-Taste auf der Fernbedienung gelangt man in die Konfigurationseinstellungen des Onkyo T-4070. Sämtliche Einstellungen werden mit dem Geräte-Display vorgenommen, da das Gerät über keine Videoausgabe verfügt. Dank des breiten Displays und der guten Auflösung ist der Bedienkomfort aber recht hoch. Insgesamt stehen drei Menüpunkte in englischer Sprache zur Auswahl, das "Hardware-Setup", "Network Setup" und "Firmware Update".

Im Hardware-Setup lässt sich die Auto-Standby-Funktion aktiv oder inaktiv schalten. Empfängt der T-4070 30 Minuten lang kein Audiosignal, schaltet sich das Gerät bei aktivem Auto Standby automatisch ab. Im zweiten Punkt stellt man das AM Frequenz Abstimmraster ein, der dritte Punkt setzt den "Music Optimizer" - einen Klangverbesserer bei Musikstücken mit geringer Datenrate, aktiv oder inaktiv. In der Regel umfasst das Hardware Setup lediglich diese drei Punkte, steht der Eingang aber auf Airplay können noch folgende Konfigurationen vorgenommen werden: Setzt man "Auto Select" auf "On" wird bei Airplay-Wiedergabe im Netzwerk automatisch der Airplay-Modus des T-4070 aktiviert. Zudem wird bei aktiviertem "Wake up on AirPlay" der Onkyo automatisch in den Betriebszustand versetzt, sobald eine AirPlay-Wiedergabe startet.

Im Network-Setup lassen sich MAC- und IP-Adressen des T-4070 einsehen, außerdem DHCP aktiviert oder IP-Adressen, Subnetzmaske und Gateway manuell eingeben lassen. Der Onkyo T-4070 reserviert stets zwei IP-Adressen, die zweite ist für AirPlay notwendig. Auch ein Proxy kann verwendet werden. Verwendet man die Onkyo Remote App und möchte den T-4070 auch im ausgeschalteten Zustand mit der iOS/Android-App starten, muss der Punkt "NetworkControl" auf Enable gesetzt werden. Die konventionelle Steuerung funktioniert auch ohne, aber das Einschalten nicht. Zu beachten ist lediglich, dass sich der Standby-Stromverbrauch erhöht. Auch wenn man die App nicht verwendet, bietet der sogenannte Netzwerk-Standby den Vorteil, dass der Onkyo sofort nach dem Einschalten mit dem Netzwerk verbunden ist und nicht erst eine Verbindung herstellen muss, dies kann nämlich schon mal 1 bis 2 Minuten dauern.

Wie der Name schon sagt kann im letzten Punkt ein Firmware Update durchgeführt werden, auch die aktuelle Version wird angezeigt. Das Firmware-Update kann über Internet oder USB erfolgen.

Web Setup

Netzwerk-Einstellungen

weitere Internetradio-Programme hinzufügen

Eingabe verschiedener Login-Daten

Auf das Web Setup des T-4070 wird über die IP-Adresse, die man problemlos im Network Setup ablesen kann, im Browser zugegriffen. Das Web Setup dient einerseits fortgeschrittenen Netzwerk-Einstellungen, hauptsächlich aber dem Hinzufügen weiterer Internetsender. Die URL der Internetradio-Programme wird unter "My Favorites" eingegeben und auch abgespeichert. Es können bis zu 20 weitere Sender hinzugefügt werden. Unter "My Favorites" und dann "Customer Setup können auch die Login-Daten von last.fm, Napster, Spotify und AUPEO! über den Browser eingegeben werden.

Onkyo Remote App 

App-Start und Gerätewahl

Eingangswahl

NET Übersicht und vTuner Stationen

AUPEO!

Streaming vom Android-Smartphone zum Onkyo T-4070

DLNA Server- und Kategoriewahl

Streaming vom Smartphone und AMP/CD-Control via RI

Die Onkyo Remote App ist kostenlos im Android Market - bald Google Play Store - erhältlich. Gibt man in die Suche "Onkyo Remote" ein, liefert das Smartphone die richtige App als erstes Ergebnis. Die Onkyo App ist lediglich 2.66 MB groß. Beim Start von Onkyo Remote wird automatisch das Heimnetzwerk nach kompatiblen Geräten durchsucht. Natürlich muss sich sowohl das Smartphone als auch der Onkyo T-4070 Netzwerk Tuner im Heimnetzwerk befinden. Zu beachten ist ebenfalls, dass das Onkyo Gerät sich im eingeschalteten Zustand befinden muss, ansonsten wird er nicht aufgefunden. Findet das Smartphone das Gerät, erscheint es zur Auswahl am Bildschirm. Nun öffnet sich der Startbildschirm. Neben der Abschaltmöglichkeit des Gerätes kann die Eingangswahl vorgenommen werden, außerdem im unteren Bereich mit den drei Buttons zwischen Audio-Streaming vom Smartphone, Lautstärkeregelung und Steuerung des T-4070 bzw. eines über RI angeschlossenen Gerätes hin- und hergeschalten werden. Bei der Eingangswahl kann man die verschiedenen Radiotuner FM/AM und DAB auswählen, USB startet die USB-Wiedergabe und NET öffnet eine große Auswahl an Internetradio-Stationen und Musik-Streamingservices sowie die DLNA-Funktion.

vTuner, AUPEO!, last.fm, NAPSTER und das erfolgreiche, seit neuestem auch in Deutschland erhältliche Spotify, können problemlos mit der Onkyo Remote App gesteuert werden. Wählt man die DLNA-Funktion an, werden uns alle im Netzwerk befindlichen Server angezeigt, nach Auswahl der Musik-Kategorie die Ordnerstruktur des jeweiligen Servers und die darauf befindlichen Dateien können mit dem Onkyo T-4070 wiedergegeben werden. Ausgezeichnet gefällt uns die Streaming-Möglichkeit der Musikdateien auf dem Smartphone zum Onkyo T-4070. Kein Dock ist nötig, noch muss das Smartphone auf irgendeine Weise mit dem Gerät verkabelt werden. Ähnlich wie bei AirPlay werden die Musikdateien per Streaming via WLAN zum Onkyo geschickt und dort wiedergegeben. Auch die Anzeige des Album-Covers etc. ist möglich. Ist über den RI Remote Control Anschluss ein weiteres Onkyo-Gerät, wie der C-7070 oder A-9070, verbunden so kann dieser ebenfalls mit der Remote App gesteuert werden. Input für den Verstärker und Wiedergabetasten für den CD-Player befinden sich auf der zweiten Seite, wenn man auf den "Fernbedienungs-Button" rechts unten klickt.

Auch für iPod Touch und iPhone hält Onkyo eine App bereit, die Onkyo Remote 2. Die Funktionen sind bei Android- und iOS-Version weitgehend identisch. Auch mit der Onkyo Remote 2 ist die Steuerung von Geräten die via RI verbunden sind, möglich.

Spotify

Endlich ist es soweit! Einer der gefragtesten Musik-Streaming-Services ist nach langer Wartezeit endlich auch offiziell in Deutschland verfügbar. Mit über 3 Millionen zahlenden Abonnenten und 10 Millionen aktiven Nutzern gehört das skandinavische Unternehmen "Spotify" zu den erfolgreichsten Musikdiensten. Dies ist natürlich einerseits auf das einfache Handling und das hohe Maß an Flexibilität zurückzuführen, andererseits umfasst Spotify auch ein riesiges Angebot von über 16 Millionen Songtiteln.

Besonders freuen können sich Besitzer von Onkyo-Komponenten. Die aktuellen TX-NR414, TX-NR515 und TX-NR616 sowie der hier vorgestellte T-4070 Netzwerk Tuner unterstützen allesamt Spotify und bieten direkten Zugriff auf das Musik-Angebot, ohne den PC verwenden zu müssen. Abgesehen von Onkyo setzen auch Philips mit seinen Streamium-Geräten und Sonos auf Spotify. Für die Verwendung ist lediglich eine Internetverbindung und ein Spotify Premium-Abonnement notwendig. Spotify lässt sich in drei Varianten nutzen. Die "Free"-Version ist, nomen est omen, komplett kostenlos, dennoch kann der Nutzer auf die komplette Musikbibliothek zugreifen, es müssen aber Werbe-Unterbrechungen zwischen einzelnen Liedern in Kauf genommen werden. Für 4,99 EUR/Monat gibt es "Unlimited", welches identische Funktion ohne Werbung bietet. Das "Premium"-Angebot kostet 9,99 EUR/Monat. Mit dem Premium-Angebot kann man erstellte Playlisten offline synchronisieren und auch ohne Internetverbindung auf dem PC oder dem Mobiltelefon wiedergeben. Spotify ist zwar dafür bekannt, dass selbst bei mobilem 3G-Empfang das Musik hören noch ohne Komplikationen möglich ist, allerdings befindet man sich ja auch häufig in Bereichen in denen überhaupt kein Internetzugang zur Verfügung steht (z.b. U-Bahn). Zudem möchte man das monatliche Datenvolumen ja auch nicht überstrapazieren. Das Premium-Abonnement umfasst außerdem Exklusive Inhalte und verbesserte Soundqualität, so kann man sich die Tracks mit höherer Bitrate (bis zu 320 kbps) ins Haus holen.

Spotify Abonnements

PC-Software

Wer sich bei Spotify registrieren möchte, benötigt zwangsweise einen Facebook-Account. Ist man bereits bei Facebook Mitglied, kann man sich aber sofort auf der Spotify Webseite anmelden und der Download der PC-Software beginnt. Bei der Erstanmeldung stehen dem Anwender für 48 Stunden ein kostenloser Premium-Account zum Ausprobieren zur Verfügung. Die Spotify-Software ähnelt ein wenig iTunes, sinnvoll ist es schon zu Beginn Playlisten zu erstellen. Dann kann einfach nach einem gewünschten Interpeten gesucht werden und Titel zu einer vorhandenen Playlist hinzugefügt werden. Wir wollen hier nicht zu tief in die eigentliche Bedienung der Spotify Software einsteigen, diese ist ohnehin größtenteils selbsterklärend und intuitiv. Was wir aber beschreiben möchten, ist die Verwendung mit dem Onkyo T-4070.

Um den Netzwerk Tuner T-4070, oder jegliches andere Spotify-kompatible Gerät, für Spotify betriebsfertig zu machen, muss das Gerät bei Spotify registrieren und sich mit seinen Benutzerdaten mit dem Gerät anmelden. Leider unterstützt bisher kein Gerät die Anmeldung mit den Facebook-Benutzerdaten. Dies soll zwar mit zukünftigen Firmwares geändert werden, im Moment muss aber noch ein kleiner Umweg in Kauf genommen werden. Man wendet sich also an die Spotify-Website und klickt auf den Link Hilfe (http://www.spotify.com/de/help/faq/devices/connect-devices/). Nun wird ein eigener Spotify Benutzername, in der Regel eine Zahlenfolge, für Geräte erstellt. Nach Erhalt einer e-Mail an die angegebene Adresse wird noch ein Passwort gesetzt. Da der T-4070 kein OSD besitzt, melden wir uns aus Komfortgründen mit der Onkyo Remote App für Android an, natürlich könnten wir unsere Daten auch über die Browser-Steuerung eingeben. In der App wählen wir Spotify aus und werden sogleich nach Benutzername und Passwort gefragt, nun funktioniert der Login und die Registrierung des Gerätes problemlos. Der T-4070 ist für die Wiedergabe bereit. Aufgrund der möglichen hohen Bitrate der Titel beim Premium-Abonnement ist Spotify für eine hochwertige HiFi-Anlage geradezu prädestiniert.

Testequipment
Klang

Wir zücken zunächst unser Android Smartphone und streamen mithilfe der Onkyo Remote App die auf dem Smartphone befindlichen Dateien zum T-4070. Schnell und beinahe verzögerungsfrei werden die Musikdaten übertragen. Beim ersten Track "Planet Love" von Dj Quicksilver empfängt uns der Onkyo mit einem lebendigen und dynamischen Klangbild. Wir lassen den T-4070 selbst die D/A-Wandlung übernehmen und spielen analog zu. Sowohl Tiefton-Management als auch Mitten- und Hochtonbereich gelingen differenziert. Selbst bei nicht aktiviertem Music Optimizer wird man schwungvoll mitgerissen. Schaltet man diesen aktiv, wirkt die akustische Präsentation noch etwas räumlicher, allerdings erscheint uns der Hochtonbereich etwas schärfer. Alle Frequenzbereiche sind klar und durchhörbar, flink agiert der Onkyo T-4070 bei eingespielten Synthesizer-Elementen. Die Bassdrum wirkt kräftig, voluminös und sehr präzise, zu dick wird hier nicht aufgetragen. Bei "Mack The Knife" von Robbie Williams kann der Onkyo regelrecht glänzen. Die Orchesterstaffelung ist ausgezeichnet, einzelne Instrumente werden klar und fein herausgearbeitet und können präzise lokalisiert werden. Die Stimme von Robbie Williams wird sauber und charakteristisch erfasst und steht im Mittelpunkt der Bühne. Mit dem Music Optimizer holt man noch etwas mehr Dynamik raus. Die Blechbläser klingen exzellent, werden aber nie aggressiv in den höheren Ebenen. Auch im folgenden "Do nothing till you hear from me" setzt sich die ausgezeichnete Präsentation fort. Ein solides Bass-Fundament legt den Grundstein der Big Band, die feindynamisch herausgezeichnet wird und zu einem harmonischen Ganzen verschmilzt. Robbie Williams' Stimme steht stehts im Vordergrund, wirkt aber nicht überräpresentiert. Das Solo bei etwa 1:50 wird mit leichter Schärfe exzellent erfasst.

Die D/A-Wandler im T-4070 leisten wirklich erstaunliches, wir spielen unserem TX-NR5009 mit optischem Kabel digital zu und der T-4070 kommt schon nahe an die Performance des 5009 heran. Wer genau hinhört, wird Nuancen in der Feindynamik heraushören, auch die Dynamik in den tiefen Frequenzen zeichnet der 5009 klarer durch. Zugegeben, die Gesamtperformance - Grob- und Feindynamik, Stimmwiedergabe, Transparenz - liegt beim 5009 noch etwas höher. Für ein Gerät im Preisbereich um 799 EUR bietet der T-4070 aber eine exzellente Präsentation und wird einen weniger hochwertigen AV-Receiver häufig in den Schatten stellen.

Wir bleiben beim Streaming, greifen aber jetzt mit dem T-4070 auf unseren Buffalo Mediaserver zu. Andrea Bocellis O Surdate Nnammurato erklingt mit detaillierter und charakteristischer Stimmwiedergabe des Tenors. Die Stimme Andreas steht klar im Vordergrund und überdeckt etwas die hintergründigen Instrumente, die so nicht mehr problemlos differenzierbar sind. Der Onkyo überzeugt mit solider Grobdynamik, allerdings fehlt es etwas am Grundtonbereich und akustischer Dichte. Sowohl letzterer Kritikpunkt als auch die Überlagerung der Stimme kann aber, zumindest teilweise, auf die Aufnahmequalität und Bandbreite der MP3-Datei zurückgeführt werden. Wir schalten einen Gang höher, sowohl in Bezug auf die Audioqualität als auch der Musikart. Paul Kalkbrenners "Altes Kamuffel" ertönt in der Redaktion, gepackt in verlustfrei komprimiertem FLAC. Hart, trocken und präzise kommt der Kickbass, die verschiedenen Ebenen im voluminösen Tieftonfundament sind sauber getrennt. Die Synthi-Elemente im Mitten- und Hochtonbereich werden mit hoher Geschwindigkeit recht direkt zum Hörer geschleudert. Der Onkyo T-4070 schlägt nicht die samtere, weiche Gangart ein. Zwar wird der Hochton nicht agressiv, ist aber recht klar und hart. Besonders bei hohen Pegeln kann es schon mal zu einer Überanstrengung des sensiblen Gemüts kommen. Impulstreu, flink und dynamisch geht es aber bei den elektronischen Klängen von "Queer Fellow" stets zu. Auch als nach etwa einer halben Minute das Tiefton-Fundament hinzukommt, gibt sich der Onkyo keine Blöße. Nach knapp einer Minute dann die harten Bass-Schläge, die enorm trocken und präzise dem Hörer um die Ohren geschleudert werden, klasse! Mit ähnlich guter Leistung erklingt "Für immer" von Unheilig und überzeugt mit guter Stimmwiedergabe, Räumlichkeit und dichter akustischer Kulisse.

Bei den verschiedenen Internetradios (frei: vTuner & AUPEO!) setzen sich die guten Leistungen aus dem Streaming fort. Bei schwacher Datenrate leidet meist die Grobdynamik und die Klangkulisse klingt nicht mehr so harmonisch, da ein spezifischer Frequenzbereich zumeist unter- bzw. überräpresentiert wird. Mit dem Music Optimizer lässt sich aber häufig ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielen und so erfreut uns die Dramatic - Rock Radiostation von AUPEO! mit einer sehr guten räumlichen Präsentation, ausgezeichneten Gitarrenklingen und charakteristischer Stimmwiedergabe. Auch Klassik-Liebhaber werden auf ihre Kosten kommen. Der T-4070 ist zwar nicht unbedingt enorm musikalisch ausgelegt, überzeugt aber durch direkten, lebendig frischen Klang und bietet selbst bei der datenreduzierten Internetradio-Übertragung noch eine sehr solide Präsentation.

Fazit

Der Onkyo T-4070 ist ein sehr flexibler Multimedia-Player für den anspruchsvollen Anwender. Mit vTuner, last.fm und AUPEO! Support greift er auf die populärsten und umfangreichsten Internetradio-Stationen zu. Mit Napster steht auch ein Cloud-basierter Streaming-Service zur Verfügung. Das ganz besondere Bonbon ist natürlich Spotify, hier hat sich Onkyo aktuell ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, abgesehen vom T-4070 bieten nur aktuelle Onkyo-Receiver und vereinzelte Mitstreiter den Support für den in Deutschland neuen Streaming-Service. Zudem ist das Gerät AirPlay-fähig und gibt mithilfe der Onkyo Android-App auch Musik von einem Android-Smartphone via WLAN wieder. Bei jeglichen Multimedia-Anwendungen überzeugte der Onkyo im Testbetrieb mit hoher Betriebssicherheit, einfachem Handling und schnellem Reaktionsverhalten. Auch akustisch hat der Onkyo in beinahe allen Lebenslagen überzeugen können. Er zählt nicht zu den sensibelsten Vertretern, sehr direkt und klar ist die Auslegung. An Lebendigkeit und Spielfreude fehlt es ihm aber nicht und er kann mit ausgezeichneter Präzision weiter punkten. Wenn sich auch noch mehr Flexibilität mit einem integrierten WLAN-Modul erreichen ließe, überzeugen einfaches Setup, Zuverlässigkeit, akustische Qualitäten und nicht zuletzt ein schicker optischer Auftritt für den 799 EUR UVP kostenden Netzwerk Tuner.

Zuverlässiger & flexibler Netzwerk-Tuner mit Spotify-Support und tollen akustischen Eigenschaften

Netzwerk-Audio-Player obere Mittelklasse
Test 13. März 2012

+ Spotify Support
+ Einfaches Setup
+ Betriebssicherheit
+ Einfaches Handling
+ Schicke optik
+ Großes Display

- kein WLAN

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13.03.2012

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