TEST: RaidSonic IcyBox IB-MP3011Plus - Leistungsfähiger Media Player mit hoher Formatvielfalt?

09.01.2012 (phk/sw)

Einführung

Für etwa 140 EUR Marktpreis ist der RaidSonic IB-MP3011PLUS erhältlich. Der Media Player in schlichter, aber hochwertiger Optik in gebürstetem Alu soll umfangreiche Ausstattung und flexible Wiedergabemöglichkeiten bieten. Ausgestattet mit dem Realtek RTD1185 werden jetzt auch, abgesehen von den zeitgemäßen Formaten, auch 3D-Inhalte unterstützt. Auch bei der Audio-Wiedergabe wurde zugelegt, neben Pass-Through wird nun auch der Stereo-Downmix von DTS/DD, TrueHD und AAC 7.1 unterstützt. Zusätzlich zum Streaming bietet der RaidSonic Shoutcast Internet-Radio, USB-Slots (1x 3.0), einen SD-Kartenslot, Bittorrent-Client und einen Web-Browser. Dank der Unterstützung von Maus und Tastatur, die über USB angeschlossen werden können, ist die Bedienung endlich auch komfortabel.

Lieferumfang:

  • HDMI-Kabel
  • USB Kabel (3.0 Typ A-B)
  • Komponentenkabel
  • Kabel f. FBAS + Stereo Cinch
  • Schrauben für HDD-Einbau
  • Netzteil
Verarbeitung

Front-Ansicht

Power-Button

Oberflächen-Finish

Seitliche Ansicht

Front-Display

Rückseite

Innenleben der IB-MP3011Plus

Anschluss-Möglichkeit einer HDD

Der IcyBox genügt ein passiver Kühlkörper

Fernbedienung

Der RaidSonic Media Player bietet eine hochwertige Optik und solide Fertigungsqualität. Das Gehäuse ist komplett in gebürstetem Aluminium gehalten und an der Unterseite durch vier Schrauben fixiert. Der Übergang zur Frontblende ist nicht ganz nahtlos, leicht stehen die seitlichen Gehäuseteile über. Die seitlich untergebrachten sowie die rückseitigen Anschlüsse sind sauber integriert, an der Seite weisen die Öffnungen allerdings ein wenig scharfe Kanten auf. Vorne befindet sich ein silberner Power-Druckknopf mit ausgezeichnetem Druckpunkt. Das Display an der Vorderseite ist gut eingepasst und zeigt lediglich den Betriebsstatus an. Hinten und an der Unterseite sind Lüftungsschlitze zur passiven Kühlung angebracht. Löst man die vier Schrauben an der Unterseite lässt sich das Gehäuse wie eine Schublade abziehen und der Blick auf das Innenleben wird frei. Das Innenleben wirkt aufgeräumt, hier ist der Realtek RTD 1185 mit 3D-Unterstützung (SbS) zu finden. Hier ist auch Platz für eine 3,5 Zoll Festplatte bis zu 2 TB. Der kleine passive Kühlkörper und die Lüftungsschlitze reichen der Icy Box zur Kühlung aus, ein aktiver Lüfter ist nicht nötig. Die Fernbedienung gefällt durch ein sehr gutes Layout mit großen Tasten und sehr gutem Druckpunkt. Ein mittig platziertes Navigationskreuz und die darin befindliche OK-Taste sorgt für komfortable Bedienung im Betrieb, eine Beleuchtung der Tasten ist nicht vorhanden.

Anschlüsse

Anschlüsse Rückseite

Anschlüsse seitlich

Rückseite:

  • HDMI-Ausgang
  • Komponentenvideo-Ausgang
  • FBAS Composite + Stereo Cinch analoger Audio-Ausgang
  • Digitaler Audio-Ausgang optisch
  • Ethernet-Anschluss RJ45

Seitlich:

  • USB 3.0 Typ B
  • USB 2.0 Typ A 2x
  • SD-Kartenslot

Der IB-MP3011PLUS bietet flexible Anschlussmöglichkeiten zur AV-Wiedergabe mit einem HDMI-Anschluss, Komponentenvideo- und FBAS Composite. Audio kann digital via HDMI bzw. TOSLINK oder analog via Stereo Cinch Ausgang ausgegeben werden. Der Ethernet-Anschluss soll für eine Gbit-Verbindung mit dem heimischen Netzwerk sorgen. Seitlich sind zwei USB 2.0 und ein USB 3.0 (Typ B) untergebracht, ein SD-Kartenslot erweitert die multimediale Ausstattung.

Bedienung und Menüs

Hauptmenü

Nach kurzer Zeit ist der Media Player betriebsbereit. Nach etwa zwei Sekunden erscheint ein "Icy Box"-Logo am Bildschirm, nach etwa 25 Sekunden erscheint das Hauptmenü und der Bootvorgang ist komplett beendet. Mit der Fernbedienung lässt sich mit dem Navigationskreuz problemlos und komfortabel durch das Menü navigieren. Ganz rechts findet man das mit einem Zahnrad gekennzeichnete Icon für die "Einstellungen", die folgende Möglichkeiten offeriert:

Einstellungen

Systemeinstellungen

  • Menüsprache
  • Textcode
  • Systemschrift ändern
  • Change Desktop
  • DVD Auto-Wiedergabe
  • Bildschirmschoner
  • DLNA DMR

Video-Einstellungen

  • Seitenverhältnis 16:9/16:10/Letter Box 4:3/Pan Scan 4:3
  • Fernsehnorm: Hier wird die Auflösung eingestelt von 576i bis 1080p60
  • 1080p24 Ein/Aus
  • Plasma Modus Aus/Dark/Dim/Light
  • Deep Color Auto/12 bit/10 bit/Off
  • Bildschirmgröße

Audio-Einstellungen

  • Nachtmodus Aus/Ein/Komfort
  • HDMI Ausgang LPCM/Passthrough
  • SPDIF Ausgang LPCM/Passthrough

Netzwerk-Einstellungen
  • LAN-Einrichtung DHCP/Statisch
  • WLAN-Einrichtung: nur mit optionalem USB-Dongle
  • PPPoE Setup LAN/WLAN
  • BT Aus/Ein
  • Transmission Aus/Ein
  • NAS Modus Aus/Ein
  • FTP Aus/Ein
  • UPnP-Server Aus/Ein
  • Host-Name

Einstellungen Sonstiges

  • Versionsinformationen
  • Netzwerkinformationen
  • HDD spin down Aus/5 Minuten/15 Minuten/30 Minuten
  • USB Erweiterungen
  • Pin Schutz Aus/4-stelliges Kennwort eingeben
  • Ordner Schutz Aus/4-stelliges Kennwort eingeben
  • Kennwort

Die Menüpunkte sind großteils verständlich und selbsterklärend. Etwas ungewohnt ist die Einstellung der Auflösung unter dem Punkt "Fernsehnorm". Um die Auflösung festzulegen, kann auch der Shortcut auf der Fernbedienung "TV Sys." verwendet werden. Mit "Setup" werden die Einstellungen aufgerufen, das Häuschen öffnet das Hauptmenü. Shortcuts für die Wiedergabe von Fotos, Musik oder Videos sind auf der Fernbedienung nicht zu finden.

Auf der Fernbedienung befinden sich Shortcuts fürs Home Menü, für die Photo-, Video- und Musikwiedergabe. Über die Info-Taste erhält der Anwender Informationen zum gerade laufenden Material (z.B. Name der gerade anzeigten Bilddatei). Die kleine Fernbedienung liegt gut in der Hand, allerdings sollte man die einzelnen, angenehm gummierten Tasten schon mit etwas Nachdruck betätigten, damit die gewünschte Aktion auch zustande kommt. 

Testequipment
Streaming & Multimedia-Features

Quelle wählen

Server-Auswahl

Gewohnte Unterteilung in Musik/Fotos & Videos

Wählt man den ersten Punkt im Home-Menü des RaidSonic Media Players "Dateimanager" kann man das gewünschte Protokoll auswählen, wie auf die freigegebenen Daten im Netzwerk zugegriffen werden sollen, darunter "NFS" Network File System, "UPnP" Universal Plug n Play und "Netzwerk" - Windows-Standardfreigabe. Nach jeweiliger Auswahl kann man das gewünschte Quellgerät, sei es ein Desktop-PC oder dedizierter Dateiserver, wählen. Universal Plug n Play steht hier als Synonym für DLNA, darunter lassen sich also DLNA-Medienserver ansteuern. Wie gewohnt empfängt uns nach der Server-Auswahl auch die Unterteilung in Music, Photos und Videos.

Videos auf unserem Medienserver

Fotowiedergabe

Optionen bei der Fotowiedergabe

Ordneranzeige Musikwiedergabe

Ansicht der Musikstücke im Ordner

Ansicht während der Wiedergabe

Wir streamen Videos, Photos und Musik via DLNA von unserem Buffalo-Server. Die Musikwiedergabe beschränkt sich nicht nur auf MP3, AAC, WMA und WAV sondern muss natürlich auch, um der Funktion als Media Player gerecht zu werden, Audioformate wie Dolby Digital unterstützen. Dies ist im Testbetrieb auch der Fall, sowohl Audio Passthrough als auch Stereo Downmix folgender Formate verlief problemlos: DTS 5.1, AAC 5.1 und Dolby TrueHD 7.1. Laut Angaben des Herstellers soll zusätzlich auch AAC 7.1 sowie Dolby Digital Plus 7.1 möglich sein.

Die Foto-Wiedergabe umfasst die Anzeige von JPEG-Dateien in hoher Auflösung und Bitmap-Dateien. Die Foto-Darstellung gelingt farbenfroh und auch bei hoher Auflösung ohne hohe Pufferzeiten. Drückt man die Options-Taste der Fernbedienung können Anzeigedauer, Überblendungsschema, eine fortlaufende bzw. zufällige Dia-Show gestartet werden und die Dia-Show mit Musik unterlegt werden.

Beim Video-Streaming stehen dem anspruchsvollen Anwender eine Vielzahl von möglichen Formaten zur Verfügung. Der RaidSonic IB-MP3011PLUS spielt während des Testbetriebs folgende Formate ab:

  • AVI
  • MPEG
  • TS/M2TS
  • MKV
  • MP4
  • Quicktime MOV
  • WMV
  • VOB DVD
  • ISO

Ebenso unterstützt der Media Player Untertitel wie SRT, SUB und sogar ASS.

Internetinhalte

Youtube

flickr

Browser - hier Wikipedia

Der RaidSonic Icy Box IB-MP3011PLUS bietet zusätzlich zu seinen Streaming-Funktionen auch verschiedene Internetinhalte. Mit einem Klick auf das Icon öffnet sich eine Übersichtsseite mit folgenden Applikationen:

  • Youtube
  • flickr
  • Yahoo Finance
  • Bttorrent
  • Video Podcasts
  • Picasa
  • Buddy Link
  • JukeBox
  • Audio Podcast
  • Yahoo Weather
  • Shoutcast Radio

Anwendungen wie Youtube, ShoutCast & Flickr sind für die Anzeige am TV-Gerät optimiert und auch per Fernbedienung sehr einfach und komfortabel bedienbar. Noch besser geht es nur, wenn man Maus und Tastatur via USB anschließt. Möchte man den integrierten Browser des Media Players nutzen, ist dies besonders empfehlenswert.

Fazit

Der RaidSonic Icy Box IB-MP3011PLUS ist nicht der günstigste Mitstreiter im Segment der Media Player, bietet dafür aber für etwa 140 EUR Marktpreis hervorragende Materialqualität und solide Verarbeitungsgüte. Der schlicht elegante Look in gebürstetem Aluminium-Schliff sorgt zudem für einen schicken Auftritt, soll der Media Player nicht im AV-Rack versteckt, sondern offen im Wohnzimmer platziert werden. Nicht nur äußerlich gefällt das Gerät, schließt man den Player an ein Bildwiedergabegerät an offenbart sich ein hoch auflösendes, optisch gut aufgemachtes Bedienmenü mit fehlerfreier Übersetzung. Ob Streaming oder Wiedergabe von einem USB-Stick oder einer SD-Karte, die Icy Box zeigt sich stets betriebssicher. Die umfangreiche Formatvielfalt gefällt auch dem anspruchsvollen Anwender, besonders die Unterstützung vieler Video- und Tonformate überzeugt. Die Einbindung des Gerätes ins Netzwerk erfolgt kabelgebunden, entweder komfortabel via DHCP oder der manuellen Eingabe einer statischen IP-Adresse. Die drahtlose Einbindung ist grundsätzlich möglich, dafür ist aber ein zusätzlicher, optional erhältlicher, WLAN USB-Dongle notwendig. Abgesehen von den Wiedergabemöglichkeiten bietet der Media Player auch noch einen Web-Browser, verschiedene Internet-Inhalte sowie Bittorrent- und FTP-Funktion, zudem kann eine 3,5 Zoll Festplatte fest im Gehäuse integriert werden, um Dateien stationär zu speichern. Aufgrund der hohen Flexibilität und dem komplexen Funktionsumfang empfinden wir den geforderten Preis als durchaus gerechtfertigt und sprechen für den IB-MP3011Plus gern eine Kaufempfehlung aus.

Komfortabel bedienbarer Media Player mit großer Formatvielfalt

Media Player
Test  09. Januar 2012

+ Formatvielfalt
+ Netzwerk-Streaming + Wiedergabe von USB-Medien und SD-Karten
+ Unterstützung von Tastatur/Maus via USB
+ Hohe Verarbeitungsgüte
+ Integrierte Internetinhalte + Web-Browser

- WLAN nur via optionalem USB-Dongle

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 09.01 2012