PREVIEW: Erste Eindrücke des neuen Dualcore-Smartphones HTC Sensation

19.04.2011 (cr/phk)

HTC Sensation

Wir hatten bei einem HTC-Event die Möglichkeit, das neue Dual Core-Smartphone HTC Sensation unter die Lupe zu nehmen. Die Konkurrenz ist aktuell hart, das LG Optimus Speed hat gerade erst unser Referenz-Prädikat abgestaubt und hat neben der hohen Leistungsfähigkeit den Vorteil, dass es relativ preisgünstig ist – dieser Begriff ist in Relation zur Ausstattung zu sehen und nicht absolut gemeint. Das LG gibt es für einen Marktpreis von ca. 440 EUR und zu Top-Konditionen mit Vertrag bei Vodaphone (ab ca. 80 EUR). Hier kann das HTC nicht ganz mitgehen, es kommt auf 599 EUR, allerdings ist dies die UVP, denn das Gerät kommt erst Mitte Mai auf den Markt und ist dann vier Wochen exklusiv bei Vodaphone erhältlich. Danach kann man das gute Stück auch ohne Vertrag erwerben. Wir halten Marktpreise kurz nach dem Start von rund 530 EUR für realistisch.

4,3" Display

Touch-Bedienelemente

Technisch kann das HTC zumindest nach dem Datenblatt nicht nur mit dem LG mithalten, sondern dieses sogar überholen. Als Dual Core Chipsatz dient hier nicht der nVidia Tegra CPU, sondern – schon traditionell „Haus- und Hoflieferant“ von HTC – ein nagelneuer Qualcomm Dual Core Prozessor mit 2 x 1,2 GHz Taktung. Der Arbeitsspeicher beträgt 768 MB, 1 GB steht als interner Speicher z.B. für Apps zur Verfügung. Auch das Display ist größer, während LG es bei 4 Zoll belässt, weist HTC der neuen Sensation des Jahres ein 4,3 Zoll Großdisplay zu, das durch Corning Gorilla Glass sehr effektiv gegen Kratzer geschützt ist. Wir kennen dieses Material schon vom Motorola Defy, seinerzeit eines der ersten Mobiles mit Corning Gorilla, und vom Mobile Internet Device Dell Streak. Es erweist sich als sehr nützlich, möchte man das Display auch unter widrigen Umständen frei von Kratzern halten. Irgendwelche schlecht sitzenden und die Touch-Sensibilität beeinträchtigenden Schutzfolien sind damit endgültig „out of Order“.

Das Display des Vorserienmodells hinterlässt – wir hätten von HTC auch nichts anderes erwartet – einen erstklassigen Eindruck. Hohe Brillanz trifft auch Detailschärfe und Farbreinheit, die Tiefenwirkung ist top. Schnell reagiert das Sensation auf Berührungen, obwohl die Firmware noch nicht final war. Auch der Wechsel vom Hoch- ins Querformat geht schnell vonstatten. Der Blickwinkel ist sehr gut, bei direktem Lichteinfall stören aber, wie meist, Reflexionen. 

Lock-Screen personalisieren

Wallpaper, Skin, etc. personalisieren

Widgets hinzufügen

Neu ist die attraktive Benutzeroberfläche HTC Sense in aktualisierter Version mit frei konfigurierbarem Lock Screen und neuen vorinstallierten Widgets. Man kann direkt vom Lock Screen zur Anwendung (in den Aktivierungsring auf dem Lock Screen ziehen) gelangen und muss das Sensation nicht erst entsperren und dann die gewünschte Applikation starten. Die Bootzeit beträgt 5 Sekunden ( Schnellstartfunktion für Schnelle Neustarts - braucht allerdings zusätzliche Akkuleistung), das Ausschalten für die Vorbereitung zum Neustart braucht ebenfalls nur rund 5 Sekunden. Das HTC speichert für einen schnellen Neustart im Hintergrund Daten – entnimmt man den Akku, ist der Speed allerdings dahin. Dann dauert der erste Start länger. 

An Verbindungsmöglichkeiten ist alles an Bord, was einen raschen Datentransfer begünstigt. Enorm schnell agiert das HTC gerade in Großstädten und Ballungsräumen, weil hier (hat man den entsprechenden Datenvertrag) HSPA+ mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 14,4 Mbit/s seine Vorteile zusammen mit dem schnellen Prozessor und dem flotten Browser ausspielen kann. Keine Veränderung bei Uploads (HSUPA) – hier steht das Limit bei 5,76 MBit/s. Selbstverständlich werden WLAN-n (leider ohne WPS) und Bluetooth 3.0 unterstützt. Der schon erwähnte schnelle Browser ist einer der Vorzüge von Android Gingerbread, neben der Fähigkeit, dass das Smartphone auch dann, wenn viele Daten vorhanden sind und abgerufen werden, nur wenig langsamer wird.

USB-Anschluss, unter anderem für HDMI-Adapter

8 MP Kamera

Rückseite

Bautiefe

Unibody-Gehäuse aus einem Stück

Corning Gorilla Glas

Möchte man das Smartphone mit dem TV verbinden, benötigt man einen Adapter (ca. 35 EUR) von Micro USB auf HDMI. Das geht auch besser, wie das LG Optimus Speed beweist, das gleich einen HDMI-Anschluss mitbringt. 

Die eingebaute 8 MP Kamera (zusätzlich gibt es eine VGA-Frontkamera), die Bildqualität Still Images gefällt sehr gut im Macrobetrieb. Insgesamt zu loben ist die gute Lichtempfindlichkeit, auch punkten kann der ausgezeichnete Kontrast. Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen liefert das Sensation plastische, detailreiche Aufnahmen. Sie präsentieren sich farbecht und mit guter Tiefenwirkung. Durch Instant Capture entsteht die sehr geringe Auslöseverzögerung. 

Wie auch beim Optimus Speed und beim kommenden Samsung Galaxy SII können Videos in 1080p und 30 fps aufgenommen werden. Diese sind scharf und das HTC überzeugt mit schneller Anpassung an unterschiedliche Lichtverhältnisse. Fließende Bewegungswiedergabe, hohe Plastizität.

HTC Watch war bisher nur als Testversion zu sehen

Neu ist HTC Watch als Cloud-basierter Video-Streaming –Dienst. Beim Deutschland-Start sollen 600 Filme verfügbar sein. Nötig ist ein eigener Account, auf bis zu 5 HTC-Devices kann der gekaufte Content betrachtet werden. Wer den HDMI-Adapter (siehe oben) hinzu kauft, kann den Content bei Anschluss an den TV auch übertragen und auf dem größeren TV-Screen betrachten. Das Sensation kann im übrigen Videomaterial auch in 1080p wiedergeben. Das ist beileibe nicht selbstverständlich. Auf dem mit 960 x 540 Pixeln auflösenden Display wird eine exzellente, scharfe und detailgetreue Bildqualität ermöglicht. 

An Formaten wird folgendes akzeptiert: Audioformate: AAC, amr, ogg, m4a, mid, mp3, wav, wma Video: 3gp, 3gp2, mp4, wmv, avi,xvid (mp4 asp und mp3, auch bei avi). Das Smartphone ist DLNA 1.5 zertifiziert und kann Bilder, Musikdateien und Videos z.B. auf einen netzwerkfähigen TV streamen. 

Der 1520 mAh Akku liegt leistungsmäßig im guten Durchschnitt der Klasse, viel länger als ein guter Tag wird sich aber bei eifrigem Gebrauch nicht herausholen lassen. 

Home-Screen HTC Sensation

Wir halten das sehr gut verarbeitete Sensation für eine sehr interessante Bereicherung – es bietet alles, was dem aktuellen technischen Standard entspricht, und überzeugt somit durch sehr flexible Nutzungsmöglichkeiten. Sobald ein Testgerät verfügbar ist, werden wir einen umfangreichen Testbericht anfertigen.

Text: Carsten Rampacher
Bilder: Philipp Kind
Datum: 19.04.2011