TEST: Pioneer iPhone-/iPod-Sounddock XW-NAW1 - Der Klang-Champion in der Liga bis 200 EUR

28. September 2010 (cr)

Eleganter Auftritt

Logo

Beleuchtete Touch-Bedienelemente

Pioneer macht dem iPod sowie dem iPhone akustisch Beine – das sehr sauber verarbeitete, mit geringen Spaltmaßen und tadelloser Materialanmutung versehen, für Marktpreise um die 180 EUR erhältliche Sounddock XW-NAW1 ist der perfekte Unterhalter für zwischendurch. Wie von Pioneer-Kompenenten gewohnt, bietet auch das XW-NAW1 exzellente klangliche Eigenschaften, die der Konkurrenz zeigen, wie gut ein iPod/iPhone-Dock klingen kann. Wer das Dock nicht mitnehmen, sondern fest in seine Wohnlandschaft integrieren möchte – auch eine Wandmontage ist möglich. Wahlweise bietet sich eine Aufstellung mittels des mitgelieferten Standfußes an . Nur 80 mm Tiefe und Touch-Bedienung über beleuchtete Sensortasten sind spezielle Produktmerkmale. 

 

Video-Übersicht

Zubehör mit verschiedenen iPod/iPhone Schalen plus Netzteil und Fernbedienung

Fernbedienung kleiner als eine Scheckkarte

Hochglanzschwarze Oberfläche

Touch-Tasten

Die Touch-Tasten könnten allerdings etwas schneller ansprechen. Um einen guten lang zu garantieren, bekommt der geneigte Kunde 2 x 15 Watt Ausgangsleistung und ein hochwertiges 2-Wege-Lautsprechersystem. 76 mm Tief-/Mitteltöner werden hier von einem 13 mm Hochtöner flankiert. Für iPod und iPhone Inhalte steht ein Komponenten-Videoausgang zur Disposition. Für eine weitere Programmquelle steht ein Auxiliary-Eingang bereit, was sehr zu loben ist, da eine deutlich bessere Bildqualität als über einen FBAS Ausgang möglich ist. Die Anschlüsse sitzen gerade und fest. Die mitgelieferte, sehr kleine Fernbedienung geht leicht verlustig, wenn man nicht aufpasst. Sie ist im schwarzen Klavierlack-Finish gehalten – auf Vorder- und Rückseite. Daher ist sie leicht kratzempfindlich. 

Gelungener Materialmix

Saubere Detailverarbeitung

Lautsprechersystem

Mit iPhone 4 im Einsatz

In den Klangtestreihen mit unserem iPhone 4 konnte sich das XW-NAW1 glänzend in Szene setzen. Bei „Always on my Mind“ von SuReal begeistert das Dock mit einer dynamischen und erstaunlich kräftigen Wiedergabe. Der Klang wird prima vom Lautsprechersystem gelöst und breitet sich homogen im Raum aus. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist ausgezeichnet und setzt für ein Gerät dieser Kategorie Maßstäbe, vor allem dann, wenn man bedenkt, dass das elegante Sounddock noch nicht einmal nach einer besonders hohen Investition verlangt. Der Bass beeindruckt durch ein überraschendes Volumen und durch einen Tiefgang, dem man einer so kompakten Komponente nie zugetraut hätte. Mit Verve nimmt das XW-NAW1 auch das Real Booty Babes-Mix des Lady Gaga Megahits „Pokerface“, mit dem 2009 die Charts aufgemischt wurden, in Angriff. Der treibende Beat wird nachdrücklich in den Hörraum gefeuert und sorgt für richtiges Club-Feeling in der Mittagspause. Tonal bleibt die Pioneer-Lösung dabei angenehm neutral und driftet weder in eine schrille noch in eine zu bedeckte, im Hochtonbereich sehr indifferente Richtung ab. Stimme und Effekte werden auch hier wieder sehr gut voneinander getrennt. 

Anschlüsse

Spitzen-Klang für einen fairen Kaufpreis

80er Jahre Evergreens liegen dem talentierten Sounddock ebenfalls. „Left on my own devices“ von den Pet Shop Boys geht ab wie bei der Schulparty früher. Der Bass besitzt einen straffen, auf den Punkt kommenden Auftritt, die Stimme des Sängers ist klar verständlich und besitzt sogar gewissen Facettenreichtum. Der schwungvolle Rhythmus wird gut erfasst und ordentlich in den Raum getragen. Passenderweise entpuppt sich das Sounddock als wenig aufstellungskritisch. So kann es der Besitzer dort positionieren, wo es aus optischer und raumökonomischer Sicht hinpasst. „Always on my Mind“ – diesmal von den Pet Shop Boys: Mit diesen Leistungen werden wir das Dock bestimmt nicht vergessen, es ist sozusagen „always on our Mind“. Kräftig, souverän, mit Raumwirkung – hier werden aus akustischer Sicht Maßstäbe in der Klasse der iPod Sounddocks bis 200 EUR gesetzt. 

Das Klipsch iGroove ist ein harter Konkurrent - aber teurer, wenn auch noch pegelfester. Dafür detailliert das XW-NAW1 besser und zeigt, dass es aktuell zu den besten iPod Sounddocks gehört. Das Philips SBD8100 klingt im direkten Vergleich ähnlich gut wie das Pioneer-Dock, allerdings wirkt die Basskraft des XW-NAW1 deutlich massiver, gleichzeitig ist der Bass noch eine Idee besser an den Mitteltonbereich angebunden. Nach wie vor ist das schicke Philips Dock aber eine sehr gute Wahl, da die Verarbeitung tadellos ist und auch optisch Akzente gesetzt werden. Pfiffig präsentiert sich Yamahas Wireless iPod/iPhone Soundstation PDX-50. Durch die drahtlose Übertragung zwischen Soundsystem und iPod kann man letzteren bequem in der Hand halten. Allerdings agiert die Pioneer-Lösung mit mehr Dynamik und wirkt im Bassbereich noch zupackender.

Beschäftigen wir uns weiter mit Hits der 80er Jahre. Sandras „În the Heat oft he Night“ klingt kräftiger, klarer und besser – oder sollen wir schreiben „bässer“ – als auf den oft dreimal so großen Ghettoblastern der damaligen Stand. „Welcome to Tomarrow“ – die Zukunft ist da, guter Klang zu Mitnehmen und nahezu überall genießen verlangt nicht mehr nach unhandlichen Abmessungen. Leider aber ist das Pioneer-Dock nicht für den Batteriebetrieb ausgelegt, was leichte Punktabzüge mit sich bringt. Auch sind die Standfüße nicht sonderlich praktisch, wenn man das Dock transportieren möchte. 

Dafür macht sich das XW-NAW1 auch bei Andrea Bocellis „Dell’Amore Non Si Sa“ richtig gut und präsentiert die Stimme des berühmten blinden Sängers mit Charisma und guter Staffelung – wenn man die Rahmenbedingungen, dass es sich um ein iPod/iPhone Sounddock handelt , mit einbezieht. Die tieffrequente Wirkung überrascht uns auch hier auf der ganzen Linie.

Schicke Optik, starker Auftritt

Insgesamt verdient sich das optisch schicke und klangstarke XW-NAW1 auf jeden Fall eine große Kaufempfehlung, da es schwer sein dürfte, in vergleichbaren Preisregionen ein ähnlich klangstarkes Dock zu erwerben. Pioneer verzichtet bei der neuesten iPod/iPhone Schöpfung zudem bewusst auf DSP-Spielereien und eine aufwändige Fernbedienung mit erweiterten Steuerungsmöglichkeiten – nur Lautstärke, Play/Pause, Titelsprung vor- und rückwärts sowie der An-/Aus-Schalter finden sich auf der Remote.

Der Soundmeister - Pioneers XW-NAW1 liefert satten, kraftvollen Klang und sieht edel aus

iPod/iPhone-Docks Mittelklasse
Test 28. September 2010

+ Schicke Optik
+ Komplette Beleuchtung der Bedienelemente
+ Kräftiger Sound
+ Gute Dynamik
+ Tadellose Pegelfestigkeit
+ Komponenten-Video-Ausgang

- Sehr kleine Fernbedienung
- Etwas langsame Reaktion der Touch-Bedienelemente am Gerät

Test: Carsten Rampacher
Datum: 28. September 2010