TEST: Stereo-CD-Receiver/Lautsprecher-Set Magnat MC-2

30. März 2010 (jw/cr)

Röhrenvorstufe

Noble Anmutung

Regalboxen im Lieferumfang

Einführung

Magnat setzt sein Ziel, mit hochwertiger Stereo- Elektronik im Stereo Bereich ein Zeichen zu setzen, mit dem MC-2 Stereo CD-Receiver auch in günstigeren Preisklassen fort und möchte mit dem optisch noblen System auf voller Bandbreite punkten. Das MC-2 System wird auf dem Markt für ca. 550 € gehandelt und hat gleich zwei hochwertige 2-Wege Bassreflex-Regallautsprecher mit im Gepäck, welche jeweils mit einem 1X130mm Tiefmitteltöner sowie einem 1X25mm Höchtöner bestückt sind und eine Nennleistung von 80 / 140 Watt bieten. Der MC-2 selbst geht mit einer Nennleistung von 20Hz – 20kHz und einer Impulsleistung von 2 X 100 Watt "in den Ring".  Ob Magnats Stereo-Offerte den guten Ruf der Elektronik-Produkte des Hauses - basierend auf früheren Tests bei uns - in niedrigere preisliche Gefilde übertragen kann, haben wir nachgeprüft.

Verarbeitung, Technik und Ausstattung

Hochwertiger Lautstärkedrehregler

Solider Gehäusedeckel

Gelungene Detailverarbeitung

Disc-Lade

CD-Receiver von unten

Fuss

Innenleben komplett

Ringkerntrafo

Röhrenvorstufe

Hochwertiges Kühlelement

Sehr hochwertige LS-Anschlüsse am CD-Receiver....

...und an den Boxen

Membran Tiefmitteltöner

Hochtöner

Magnat bietet mit dem MC-2 mit aufwändiger Röhrenvorstufe dem Käufer ein Produkt, das für seinen aktuellen Marktpreis von ca. 550 € eine sehr hochwertige Ausstattung und edle verbaute Materialien offeriert. Das stabile Gehäuse mit massiver gefräster Aluminiumfront und den fest eingefassten und vergoldeten Anschlüssen auf der Rückseite suggeriert die Zugehörigkeit zu einer höheren Preisliga. Im Inneren des MC-2 warten hochwertige Parts wie die ECC88-Doppeltriode oder die kanalgetrennten hochstromfähigen Audio-Leistungs-ICs von Thomson mit einer Ausgangsleistung von 2 x 40 W (20Hz-20kHz, THD < 1.0%, 4Ω) auf Ihre in Betriebname. Ein hochwertiger Ringkerntrafo ist für die Stromlieferung zuständig und sichert, dass auch ein längerer Betrieb mit höheren Pegeln möglich ist. Liebevolle Details wie das Fenster in der Frontplatte, welches einen Blick auf die verbaute Röhrenvorstufe ermöglicht, aber auch die Seitenteile in Klavierlackoptik, die das Gesamtbild des Magnat MC-2 in optischer Hinsicht gekonnt abrunden, zeigen, dass man fürs investierte Geld viel Qualität geboten bekommt. Das CD-Laufwerk arbeitet mit einer Laser-Einheit von Sanyo und hat ebenso wie die Front eine Abdeckung aus Aluminium. Leider aber ist das Laufwerk weder besonders leise noch besonders schnell beim Einlesen von CDs. Hier hätten wir in dieser Preisliga mehr erwartet. Prima hingegen ist zu bewerten, dass,, gut zugänglich auf der Gerätefrontseite, ein USB-Eingang zum Anschluss eines USB-Sticks platziert ist. Schließt man einen USB-Stick mit MP3-Dateien an, ist zwar die Einlesezeit durchaus etwas länger, dann aber geht der Betrieb flott und reibungslos, auch beim Springen von Track zu Track, vonstatten. Wer die Wiedergabecharakteristik an die jeweils zugespielten Musikrichtungen anpassen möchte, kann dies über den eingebauten EQ in 5 verschiedenen Modi (Pop, Rock, Classic, Vocal und Linear) bewerkstelligen. Freude einer möglichst unverfälschten Wiedergabe sollten den EQ in der Stellung "linear" belassen. Auch die Regallautsprecher sind technisch auf tadellosem Niveau. Um ansprechende Ergebnisse zu erzielen, wurden den Boxen jeweils ein 25mm Hochtöner mit Gewebemembrane und kräftigem Neodym-Antrieb sowie ein 130mm Tiefmitteltöner spendiert, das Ergebnis ist eine Belastbarkeit von 80 Watt (dauerhaft) und 140 Watt (kurzzeitig) und die Wiedergabe eines Frequenzbereichs von 35 – 35000 Hz. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Anschlüsse

Analoge Anschlussauswahl

Gesamte Rückseite

Line In und Kopfhörerausgang

Der CD-Receiver verfügt Anschlussseitig über vergoldete analoge Anschlüsse sowie vergoldete Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse auf der Rückseite und einen USB Anschluss auf der Frontplatte. Die Übersicht:

• 2 Cincheingänge (AUX 1/2)
• 1 Cinchausgang (REC Out)
• 1 Sub Out
• 1 FM 75Ohm
• 1 AM
• 1 USB (Front)
• 1 Kopfhörerausgang, 3,5 mm Miniklinke (Front)
• 1 Line In, 3,5 mm Miniklinke (Front) zum analogen Anschluss externer Musikplayer

Bilanzierend wird hier ein durchschnittliches Niveau geboten, das für eine Komponente dieser Art ausreicht. Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Befriedigend - gut. 

Bedienung

Informationen über die aktuell gespielte Titelnummer und Laufzeit, Lautstärke etc. werden über das LCD Display gut leserlich wieder gegeben. Auch die Bedienelemente auf der Front des MC-2 Systems sind übersichtlich angeordnet und leicht zu bedienen, der Lautstärkeregler lässt sich mit leichtem Widerstand drehen und gibt mit seinen Rastungen während der Nutzung ein haptisches Feedback an den Nutzer. Was Magnat hätte besser lösen können, wäre die Bedienbarkeit des MC-2 via der mitgelieferten Fernbedienung. Diese ist vom Design her nicht wirklich ansprechend und auch die Bedienung des MC-2 mittels Fernbedienung fällt aufgrund des zu geringen Arbeitswinkels etwas unglücklich aus. Denn zielt man nicht direkt auf den MC-2, kommt auch keinerlei Reaktion auf gegebene Befehle. Zudem sind auch elementare Funktionstasten nicht beleuchtet. Wenigstens liegt der Remote-Controller relativ gut in der Hand, die Tasten sind leicht gummiert und haben einen ordentlichen Druckpunkt. Problemlos ist eine Einhandbedienung möglich. Gesamtnote: Sehr gut. 

Klang

Getestet mit Master Passion Greed/Nightwish, Infinity 2008/DJ Claas, Bodies/Robbie Williams, Faithless/Insomnia, Time to say Goodbye/Andrea Bocelli

Zierliche Boxen mit tollem Klang

Pegelfest, harmonisch, dynamisch

Akustisch ist das MC-2-System ideal geeignet für Stereo-Liebhaber, die wenig Platz für die Aufstellung ihrer Anlage zur Verfügung haben oder aber die eine leistungsfähige kleine Anlage für die Bibliothek oder das Home Office suchen, die sich klanglich sehr deutlich von handelsüblichen Microanlagen der 200 bis 300 EUR-Liga unterscheidet. Bei Nightwishs "Master Passion Greed" wird eine impulstreue Vorstellung abgeliefert, die MC-2 geht das hohe Tempo des Stücks erstaunlich gut mit und behält die Kontrolle über die verschiedenen klanglichen Ebenen. Die Pegel, die die relativ kompakte Anlage zur Verfügung stellen kann, sind immens - Lautstärken, die deutlich oberhalb der Zimmerlautstärke liegen, werden ohne Schwierigkeiten erzielt. Beeindruckend dabei ist, dass die MC-2 dann nicht mit unschönem Komprimieren oder mit hörbarem Verzerren für Disharmonie sorgt. Natürlich - in großen Hörräumen oberhalb der 20 Quadratmeter können keine enormen Pegel gehört werden, aber wer dies versuchen möchte, hat die eigentliche Bestimmung der MC-2 auch nicht verstanden. Beim Dance-Klassiker "Insomnia" von Faithless überzeugt die schmucke Magnat-Anlage ebenfalls praktisch auf der ganzen Linie. Aufgrund der Tatsache, dass die beiden Regallautsprecher relativ kompakt sind und kein aktiver Subwoofer vorhanden ist (dieser lässt sich aber "nachrüsten" - es gibt auf der Rückseite der MC-2 einen Vorverstärkerausgang) ist der Tiefgang zwar etwas limitiert, aber für so kleine Schallwandler beachtlich. Der Bass ist gleichermaßen schnell wie gut strukturiert, den Aufbau des Songs stellt die MC-2 facettenreich und mit überraschend hoher Räumlichkeit dar. Auch die Stimmwiedergabe ist tadellos, vokale Charakteristika werden gut herausgestellt, was besonders überzeugend wirkt, da sich der Sound gerade bei mittlerem Pegel prima vom Lautsprecher löst. Beim 2008er Remix des Trance-Klassikers "Infinity" von DJ Klaas beeindruckt uns das MC-2 ganz besonders - der harte, genau auf den Punkt kommende Bass wird ungemein kontrolliert erfasst und impulsschnell umgesetzt, das haben wir bei so kleinen Systemen bislang kaum zu hören bekommen. Dass gerade so energiegeladene, schnelle Musik so klar und lebendig von einem Mini-System umgesetzt wird - da kann man sich bei Magnat guten Gewissens auf die Schulter klopfen.  Die Einstellung "linear" empfehlen wir für die meisten Anwendungen, weil man dann den harmonischen, runden, aber trotzdem nie langsamen Klang des MC-2 in Reinkultur genießen kann. Die Röhrenvorstufe sorgt für ein gleichermaßen gefälliges wie recht reichhaltiges Klangbild, im Vergleich zu reinen Röhrengeräten aber sind die mit Transistoren versehen Endstufen dann für einen dynamischen, impulstreuen Auftritt. Dies lässt sich auch bei "Bodies" von Robbie Williams nachvollziehen. Fetzig, klar umrissen, lebendig - es macht schlichtweg Freude, der MC-2 zuzuhören. Auch bei ruhigeren, aber sehr emotionalen Tracks wie "Time to Say Goddbye"" von Andrea Bocelli hinterlässt die feine Stereolösung einen gediegenen Eindruck - die Detaillierung ist erstaunlich gut, was einen erwachsenen, vollwertigen Eindruck hinterlässt, und erneut löst sich der Klang sehr gut von den Membranen. Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Fazit

Klein, fein, leistungsstark - die Magnat MC-2

Mit der MC-2 hat Magnat ein überzeugendes Statement abgegeben, wie eine kleine, Platz sparende Stereolösung heute auszusehen hat. Die edle Verarbeitung und der harmonische, aber gleichzeitig lebendige Klang gehen eine ausgezeichnete Verbindung miteinander ein. Durch die gekonnte akustische Auslegung kann man auch problemlos mehrere Stunden hören,  ohne dass sich Langeweile oder Stress ausbreiten. Durch den USB-Eingang auf der Gerätefront zeigt sich die kleine, feine Anlage auch modernen Anschlussvarianten gegenüber offen. Die hochwertige verbaute Technik zeigt gleichzeitig, dass die MC-2 auch in klassischen Tugenden, die dem konservativen Stereo-Liebhaber wichtig sind, voll punkten kann. Kritik verdienen das etwas laute und nicht allzu schnelle Laufwerk sowie die billig zugekaufte Fernbedienung. 

Kleiner Klang-Ästhet mit hervorragender Verarbeitung und beachtlichen Pegelreserven

Stereo-Microsysteme obere Mittelklasse
Test 30. März 2010

+ Räumlicher und klarer Klang
+ Sehr angenehme akustische Gesamtauslegung
+ Prima Detaillierung
+ Enorme Pegelfestigkeit
+ Solide Verarbeitung
+ Hochwertige verbaute Komponenten
+ USB-Eingang

- Billige Fernbedienung
- Laufwerk benötigt Feinschliff


 



Test: Jens Willershausen, Carsten Rampacher
26. März 2010