TEST: Hanns.G HL231DBP - 23" Widescreen LCD-Monitor mit LED Backlight

6. Oktober (Frank Querfurth)

Einführung

Ultraleichter und sehr flacher Monitor aus dem Hause Hanns.G für knapp unter 200 EUR (Amazon.de 190 EUR). Der PC-Monitor ist eingehüllt in ein Gehäuse, dessen Rückwand der Form eines Stachelrochen nachempfunden wurde. Weiter wirbt der Hersteller mit einer hochwertigen Teil-Ummantelung, die der Brillanz von Kristall gleich kommen soll. Wir waren gespannt, was der Monitor im Praxisbetrieb bietet. 

Technik

Unter der Panel-Bezeichnung TN LCD TFT verstehen wir einen Flüssigkristallbildschirm (LED) der mit Dünnschicht-Transistoren (TFT) elektronisch gesteuert wird. Dies ist Standard und soll hier nicht weiter beleuchtet werden. Wir wollen hingegen die Abkürzung TN näher erläutern: Ein einzelnes Bildelement, Pixel, besteht aus zwei lichtdurchlässigen Platten, zwischen diesen Platten befindet sich die Kristallflüssigkeit. Dabei sind die Innenseiten der Platten so geschliffen, dass die Moleküle des  Flüssigkristalls eine schraubenförmige Drehung von 90° besitzt. Dieses Modell nennt man "twisted nematic" (TN, nematische Drehzelle). Ergo bezeichnet die Abkürzung TN eine relative Drehung der Zellen um 90°, aber welchem Zweck dient diese Verdrillung?

Wichtig ist, dass beide Platten linear polarisierend (und parallel) zueinander angeordnet sind. Dies bewirkt, dass bei keiner angelegten Spannung einfallendes Licht die erste Platte passiert und folglich linearisiert wird. Beim durchlaufen des Flüssigkristalls wird das linearisierte Licht um 90° gedreht und kann somit die zweite Platte nicht durchdringen. Also erscheint das Panel bei keiner angelegten Spannung schwarz. Legt man nun eine Spannung an, richtet sich der Flüssigkristall dem Feld der Spannung aus, er verliert seine Schraubenform und lässt das unverändert von der einen zur anderen Platte laufen. Die Zelle leuchtet hell. Dies gilt für ein Schwarz/Weiß-Panel, bei farbigen Display wie bei dem des HL231, besteht ein Pixel aus drei Subpixeln, die eine differenzierte Darstellung der Farben rot, grün und blau (RGB) ermöglichen.

Eine ausführliche Erläuterung zur LCD-Technologie, Hintergrundbeleuchtung und Anderen findet sich in diesem Artikel:

http://areadvd.de/hardware/2010/flachbildschirmkaufberatung.shtml

Lieferumfang

Hauptgerät:

  • 23" Monitor 
  • Standfuß oval 20,5 cm x 19 cm aus ABS-Kunststoff

Kabel:

  • Audio-Kabel analog (186 cm)
  • Video-Kabel VGA (176 cm)
  • Netzkabel (Europa, 180cm)
  • 12V Gleichstromadapter (von LiteOn "Made in China", 159 cm)

Sonstiges:

  • Garantie,  3 Jahre Austausch-Service
  • kurze Schnellstart-Anleitung
  • CD (software und Bedienungsanleitung)
Anschlüsse

  • DVI-Eingang (mit HDCP)
  • VGA-Eingang
  • Audio Line-In Eingang
  • 12V-Stromanschluss

Die Bestückung geht in Ordnung, ein zusätzlicher HDMI-Anschluss wäre wünschenswert. Wegen der integrierten Lautsprecher verfügt der Hanns G Monitor auch über einen Audio-Eingang.

Verarbeitung

Ergonomisches Design

Hochglanz-Finish Rückseite

Simpler Standfuß

Bedienelemente frontal rechts

Die Rückseite des Hanns.G ist der Form eines Rochen nachempfunden. Beim ersten Anblick des Monitors werden Designfreunde nicht enttäuscht. Design und Material können auf den ersten Blick überzeugen. Einzig die angeblich kristallähnliche transparente Kante an der Unterseite des Schirms hält dieses Bild nicht aufrecht. Der Vergleich mit den Rochen ist immerhin noch nachvollziehbar, aber diese Leiste als kristallähnlich zu bezeichnen, sprengt unsere Phantasie. Hinzu kommt noch, dass der hintere Teil der Leiste nicht begradigt ist. Sonst sind alle weiteren Kanten und Flächen sauber verarbeitet, das verwendete Material fühlt sich simpel an - leichte Quietschgeräusche ertönen dabei. Mit der Oberfläche des Gehäuses sollte man vorsichtig umgehen um keine Kratzspuren zu hinterlassen. Die Menütasten liegen alle auf einer Schiene, d.h. wackelt eine, wackeln alle, der Ein-/Ausknopf ist beleuchtet.

Fazit Verarbeitung:

Optisch steht der Monitor relativ gut da. Wirft man einen genauen Blick darauf, kann er nicht mehr so überzeugen. Das Material kann immerhin durch sein geringes Gewicht punkten, was aber nicht mit in diesen Teil der Bewertung eingeht. Design und Verarbeitung in Bezug zur Geräte- und Preisklasse: Befriedigend.

Installation und Bedienung

Winkeleinstellung von +5° bis -15°

Für eine optimale Ergonomie kann der Schirm vorsichtig gekippt werden, nicht jeder Monitor dieser Preisklasse bietet diese Möglichkeit.

Das Menü ist einfach strukturiert und leicht zu bedienen um Helligkeit, Kontrast und Farbe einzustellen. Die Menütasten reagieren zu träge um flüssig Einstellungen vorzunehmen. Optisch erscheint es durchaus ansprechend.

Helligkeit und Kontrast

Für einen besonders hohen Kontrast kann der X-Kontrast auf "Ein" gesetzt werden.

Farbeinstellung

Benutzer

  • Warm

  • Natürlich

  • Kühl

  • Benutzer

Einfache Farbeinstellungen. Zusätzlich wünschenswert wäre die Einstellung eines Gammawertes.

Bildeinstellung

Nach dem Anschließen des Monitors skaliert sich das Bild automatisch, auch im VGA Betrieb muss nicht nachjustiert werden. Die Auto-Anpassung funktioniert tadellos.

OSD-Einstellung

Die "OnScreenDisplay"-Abschaltzeit kann zwischen 10 und 100 Sekunden gewählt werden. Als Menüsprachen sind außer Deutsch, Englisch, Französisch noch Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Holländisch, Russisch, Tschechisch, Schwedisch, Koreanisch, Japanisch und zwei weitere ostasiatische Sprachen verfügbar. Das "OSD"-Menü kann in drei Farben, Orange/Grün/Blau angezeigt werden.

Fazit Installation

Das Anbringen das Fußes ist gut gelöst, der schwenkbare Monitor ist ein großes Plus. Das Menü ist optisch sehr gut und bietet die gängigsten Funktionen. Voreingestellte Farbeinstellungen machen die Anpassung einfacher. Von Nachteil ist die langsame Reaktionszeit des Menüs. Installation und Bedienung in Relation zur Gerätekategorie und Preisklasse: Sehr gut.

Bild

Der 23" Zoll Monitor ist groß genug um effizient mit dem PC oder Laptop arbeiten zu können. Die hohe Auflösung erlaubt es problemlos mehrere Fenster offen zu halten. Bei Desktop-Farbeinstellungen im Graubereich und höchster Auflösung erscheinen die Fenstermenüs ab und zu etwas verschwommen. 

Für Profis in Sachen Bildbearbeitung eignet sich ein TN-Panel weniger, obwohl aus fast jedem Blickwinkel der Inhalt des Schirms sehr gut sichtbar ist, verändern sich feine Farbdynamiken, z.B. bei grauen Flächen, schon bei leichten Veränderung des Betrachtungswinkel. Für den gelegentlichen Benutzer von Bildbearbeitungs-Software mag dies keine Rolle spielen.

Für den Gelegenheits-Spieler bietet der Monitor eine sehr gute Performance die Reaktionszeit ist schnell und führt zu keinen negativen Effekten. Für intensive Sessions ist das Bild zu aggressiv und neigt dazu, das Auge zu belasten, auch wenn wir die Helligkeit entsprechend runter setzen.

Wir haben "altes" SD-Material und "neues" HD-Material auf dem HL231 getestet. Mit seinen 1920 x 1080 Pixeln kommt der Monitor sehr gut mit HD-Material klar. Dabei machen mehr als eine Million Lichtventile eine saubere Arbeit. Jedes dieser Ventile ist nochmals in drei Farbbereiche, Rot, Grün und Blau - kurz RGB, unterteilt. Das kühle Licht der LEDs wird mehr oder weniger elektronisch gedrosselt durch die Ventile gejagt und erreicht unser Auge mit einer hohen Farbenpracht. In unseren Testszenen von HD-Material konnte der HL231 besonders überzeugen. Anders beim DVD-Material: Das DVD-Material wird auf die native Auflösung des Panels hochskaliert und wirkt flach und pixelig. Dennoch lassen sich dank des 23" großen Displays sowohl alte wie auch neue DVDs in Maßen genießen.

Fazit Bild

Wir haben hier kein Display, das eine Heimkinoanlage optisch bereichert, sondern einen Computer mit einem visuellen Ausgang beschenkt. DVD-Material wird ordentlich wiedergegeben, der Schwerpunkt der HL231 liegt rein technisch betrachtet im HD-Bereich. Da treten die Fehler im Testbild und die subjektiv aggressiv wirkende Hintergrundbeleuchtung in den Schatten und ans Licht tritt das scharfe und bestechende Bild bei HD-Auflösung. Besonders bei Spielen kommt man Dank der hohen Auflösung auf seine Kosten. Etwas aufwertend wirkt der vorhandene "X-Kontrast". Bild in Relation zu Geräteklasse und Preiskategorie: Gut.

Ton

Die 2-mal 1 Watt Lautsprecher eignen sich höchstens um leise neben der Arbeit am PC Musik zu hören. Sollten in einer Notlage keine externen Lautsprecher zur Verfügung stehen, ist es immerhin von großem Vorteil eingebaute zu besitzen. Man kann mit Ihnen Filmton hören, allerdings ohne Ansprüche an die Qualität zu stellen.

Fazit

Nutzer, die einen reaktionsschnellen Monitor in nativer 16:9 HD-Auflösung wollen, bietet der Hanns G Monitor alles, was Sie brauchen. Regelt man die Helligkeit entsprechend runter steht längeren Sessions im Grunde nichts im Wege. Für Hardcore-Gamer oder Bild-Spezialisten ist der HL231 nicht zwingend empfehlenswert. Im Fokus der Entwickler steht die HD-Technologie, eine Stärke des HL231. Ein weiterer Pluspunkt ist der "X-Kontrast" - durch ihn wird das Bild etwas angenehmer.

Kippbares TN-Panel mit hoher Reaktionsgeschwindigkeit

PC-Monitore
Test: 06.10.2010

+ Großer Betrachtungswinkel
+ ultraleichter Monitor
+ Kippbares Display
+ integrierte Lautsprecher

- Langsames OSD
- Teils aggressives Beleuchtungsverhalten
- Verarbeitung weist Mängel auf

Technische Daten:

  • TFT-Farb-LCD
    Größe: 23.0"
    Pixelabstand: 0.2652mm (H) x 0.2652 mm (V)
    H-Frequenz: 24KHz - 83KHz
    V-Frequenz: 56 - 75 Hz
    16.7M Farben
    Max. Auflösung: 1920 x 1080 @60 Hz
    Plug&Play: VESA DDC2BTM
    Stromverbrauch: Modus EIN 27 W, Energiesparmodus < 1 W, Modus AUS < 0.5 W
    Audioausgang: Nennleistung 1.0 W rms (pro Kanal)
    Maximale Bildschirmgröße: Horizontal 533mm, Vertikal 312mm
    Abmessungen: 547mm (B) x 352mm (H) x 189mm (T)
    Gewicht (Netto): 3.25 kg

Text: Frank Querfurth
Datum: 06.10.2010