XXL-TEST: Pioneer AV-Verstärker Susano SC-LX90 - Pioneers Dynamik- und Pegel-Ass in exklusiver Optik 

30.10.2009 (cr/phk) 

Testequipment
Netzwerk, iPod und USB

iPhone-/iPod-Wiedergabe - Übersicht

Wiedergabe eines Titels

iPod: Am mitgelieferten Kabel können sowohl iPod als auch iPhone angeschlossen werden. Auf dem Display wird eine Übersicht der auf dem iPod befindlichen Dateien angezeigt und Inhalte können über den SC-LX90 wiedergegeben werden. Selbstverständlich kann alles mit der Remote des Susano gesteuert werden. Beachten sie hier bitte, dass der kleine Schiebeschalter zwischen TV und AMP auf „Source“ gestellt werden muss und zusätzlich iPod als Quellenwahltaste angewählt ist. Man kann durch die Inhalte bequem mit dem Navigationskreuz manövrieren oder die Play/Wiedergabetasten im unteren Drittel der Remote verwenden.

USB-Menü - auch auf dem Monitor des Gerätes sichtbar

USB - Musikwiedergabe

USB: Möchte man Dateien von USB wiedergeben oder aus dem Netzwerk streamen, muss die Home Media Gallery geöffnet werden. Hier ist folgendermaßen vorzugehen: Der Schiebeschalter inmitten der Remote muss auf „Source“ stehen und als Quellenwahltaste muss „Gallery“ gewählt werden. Dann ist man in der Lage, eigene Playlisten erstellen, ein Netzwerk-Setup auszuführen, einen Streaming-Server zu selektieren und schließlich unter dem Punkt USB von einem USB-Speichermedium Daten wiederzugeben. Nach Anwahl unseres 16 GB PNY Sticks werden die gespeicherten Daten schnell erkannt und als Liste auf dem Display angeordnet. Eine ausgesuchte MP3 wird nach kurzer Ladezeit abgespielt, offerierte Optionen sind „Lied wiederholen“, „Random“ und „A-B“, also einen Part des Tracks wählen der fortlaufend abgespielt wird. An dieser Stelle wollen wir kurz den „Sound Retriever“ analysieren. Dieser DSP soll komprimierte verlustbehaftete Musikdateien akustisch aufpolieren. Urteilen wir nach unserem Eindruck, tut er dies auch ausgezeichnet: Ein vorher zurückhaltender Kickbass erscheint kräftig und druckvoll, das gesamte Klangbild erscheint voluminöser und besser ausgeleuchtet, die Gesamtdynamik macht einen Satz nach vorne und scheint besser differenziert und konturiert.  Auch Bilder werden übersichtlich in einer Liste dargestellt und erscheinen zusätzlich als Thumbnail in der linken oberen Bildschirmecke. Die Ladezeit für Bilder durchschnittlicher Größe ist angemessen kurz. Unter Optionen kann das angezeigte Bild zu einer Playlist hinzugefügt werden oder ein Diashow-Setup mit folgenden Funktionen durchgeführt werden: Effekt (Auto/White Out/Black Out/Off) und Intervall (3-60 Sekunden). Wird, bevor ein Bild ausgewählt wird, Musik wiedergegeben, ertönt während der Diashow obligatorisch weiterhin Musik. Die Videowiedergabe stellt sich ähnlich problemlos dar, aus unserer Auswahl wird MPEG, WMV und Divx-Avi wiedergegeben, als Option steht eine Zeitsuche zur Verfügung: Man gibt die gewünschte Stunden- und Minutenzahl ein, und es wird automatisch an diese Stelle gesprungen.

Netzwerksetup

Server: Video-Optionen

Multimediasetup

Netzwerk: Wenn mN in der Home Media Gallery „Server“ auswählt, wird eine Übersicht der im Netzwerk vorhandenen Server angezeigt und der Gewünschte kann gewählt werden. Hier muss gleich zu Beginn der jeweilige Datentyp ausgewählt werden. Da hier wie bei USB Bilder-, Musik- und Videodateien abgespielt werden, stehen also diese drei als Oberpunkte zur Verfügung. Ist das entsprechende Format angewählt, wird ein dem USB-Menü ähnliches Layout aufs Display geworfen. Nun können bequem Mediadaten vom Rechner gestreamed und wiedergegeben werden. Wir müssen von keinerlei Problemen bei der Arbeit mit Windows Media Player 11 unter Vista oder Windows Media Connect unter XP berichten. Das Netzwerk-Setup zieht sich problemlos bei eingeschaltetem DHCP eine IP-Adresse und der Pioneer wurde in unserem Netzwerk sofort erkannt. Auf freigegebene Ordner wurde problemlos zugegriffen und Inhalte wurden ohne Verzögerung wiedergegeben.

Fazit: Praxisgerechte und einfach bedienbare Multmedia- und Netzwerkfunktionen - hier unsere Kurzbewertung:

+ Komplette iPod-Einbindung per mitgeliefertem Adapterkabel und nicht per teurer, optionaler Dockingstation
+ Zusätzlich zur Streamingmöglichkeit von Musikdateien Streaming von Video- und Fotodateien möglich
+ Hohe Betriebssicherheit

- Kein Internet Radio

Gesamtnote: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Ton

MCACC

Einmessmikrophon

Pioneers MCACC ist eines der am besten funktionierendsten, oder besser, am wenigsten negativ in den Klang eingreifenden akustischen Einmesssysteme. Konfiguration, Pegel, Delay werden justiert. Neben den Funktionen, die auch von weniger differenzierten Einmesssystemen vorgenommen werden, werden zusätzlich stehende Wellen ermittelt und ausgemerzt bzw. abgeschwächt, eine Phasen-Kontrolle durchgeführt und eine Equalizer Kalibrierung (Pegelerhöhung/Absenkung an bestimmten Frequenzen) vorgenommen. Für diese anspruchsvollen Aufgaben benötigt MCACC insgesamt etwa 7 Minuten und 15 Sekunden, traditionell wird nur an einer Messposition gemessen. Verschiedene, genau sechs, Speicherplätze stehen zur individuellen Sicherung verschiedener Messungen zur Verfügung, die Speicher können eigens benannt/gesichert/und sogar am PC ausgegeben werden. Sicher ist die PC-Ausgabe eher etwas für Tüftler und versierte Techniker, allerdings lassen sich auch Szenarien vorstellen, in denen dies sich als äußerst nützlich erweisen könnte. Möchten man seinen Raum beispielsweise akustisch verbessern lassen, so kann sich ein Raumakustiker angelehnt an die MCACC-Messungen schon einmal ein Bild von den akustischen Moden bilden, ohne selbst überhaupt schon vor Ort gewesen zu sein, die Daten schickt ihm der Anwender bequem per E-Mail zu. 

Blu-ray

Stirb Langsam 4.0, Kapitel 5, Schlacht um das Appartement von Matthew Farrell, Tonspur englisch DTS-HD Master Audio (EQ Off, normales Decoding ohne DSP):

Das beeindruckende Effektspektakel in dieser Sequenz wird vom SC-LX90 nahezu perfekt umgesetzt. Die Pistolenschüsse und Explosionen werden realitätsgetreu wiedergegeben, mit viel Dynamik und Nachdruck. Der große AV-Verstärker steuert den aktiven Subwoofer mit ordentlichem Pegel an, so dass der M 9500 SW seine Fähigkeiten zur abgrundtiefen Basswiedergabe voll ausspielen kann. Manchen etwas empfindsamen Gemütern dürften die kraftvollen Salven aus den MPs von Gabriels Killern schon beinahe zu viel Bass haben. Die imponierende Räumlichkeit sticht ansonsten besonders hervor, der Zuhörer hat dadurch den Eindruck, dem Geschehen nicht von außen beizuwohnen, sondern mitten in die Handlungsstränge integriert zu sein. Der SC-LX90 ist ein typischer Heimkino-AV-Verstärker, auch bezüglich der restlichen Kette – damit sein beeindruckendes akustisches Spiel die ideale visuelle Ergänzung findet, ist ein Beamer, wie unser Pioneer KURO KRF-9000, sehr empfehlenswert. Dann erhält man ein Gesamterlebnis, das bezüglich Facettenreichtum, Dynamik und Emotionalität im wahrsten Wortsinne „tief unter die Haut“ geht.

Iron Man, Kapitel 11, erster Einsatz, Tonspur DTS-HD Master Audio deutsch (EQ Off, normales Decoding ohne DSP):

Die akustischen Feinheiten beim Anlegen des Anzugs kommen sehr plastisch heraus, ohne dass die im Hintergrund laufende Filmmusik vernachlässigt wird. Dies ist einer der großen Vorzüge teurer Hightech AV-Verstärker – sie sind in der Lage, verschiedene akustische Ebenen mit identischer Sorgfalt abzubilden. Die kurz nach dem Start des Iron Man folgenden MP-Schüsse klingen gefährlich authentisch, ebenso die Schreie der verzweifelten Menschen. Der sich immer nachdrücklicher, bis zum Eintreffen des Iron Man, aufbauende Spannungsbogen wird vom Pioneer exzellent umgesetzt. Als der Iron Man eintrifft, punktet der SC-LX90 mit einer deutlichen, sauberen Darstellung der Geräusche des Anzugs. Als der Iron Man einen der Anführer der finsteren Freiheitskämpfer aus seinem Versteck holt, wird das Durchschlagen der Betonmauer mit der Stahlhand sehr gut klangliche verdeutlicht. Das Stimmengewirr in der Armee-Kommandozentrale gibt der Susano glaubwürdig und mit sehr hoher Präzision wieder, die vokalen Elemente können tadellos räumlich lokalisiert werden. Das Gespräch zwischen Tony und Rose klingt ebenfalls sehr realistisch. Als die Kampfjäger den Iron Man in der Luft geortet haben und zum Angriff übergehen, beeindrucken die facettenreichen, kraftvollen Triebwerksgeräusche. Sehr gut schafft es der SC-LX90 auch hier, Musik und Effekte parallel akkurat einzuarbeiten.

Transformers, Kapitel 8, Kampf in der Wüste ,Dolby TrueHD, Englisch (EQ Off, MCACC off, THX on:

Die Stimmen klingen, bedingt durch die THX-Nachbearbeitung, nicht zu aggressiv, selbst bei sehr hohem Pegel wird eine tadellose Durchhörbarkeit gewährleistet. Sehr gut funktioniert im THX-Modus das Erschaffen einer harmonischen, gleichmäßigen, räumlich weiten Klangkulisse. Im Vergleich zum Modus ohne THX wirken die Höhen minimal gedämpft, die Detaillierung leidet aber kaum. Die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzen sind praktisch nicht auszumachen. Beim erbitterten Kampf mit dem Decepticon in der Wüste kommen die MP-Salven mit Kraft und Dynamik zum Ausdruck. Die mechanischen Geräusche des Skorpion-Decepticon arbeitet der SC-LX90 flink und umfassend ein. 

Transformers, Kapitel 8, Kampf in der Wüste ,Dolby TrueHD, Englisch (EQ On, MCACC on, normales Decoding ohne DSP):

Im Vergleich zum THX-Modus wird im Hochtonbereich mehr Brillanz geboten – kleine Details kommen hier plastischer heraus – erstaunlich, wie exakt MCACC arbeitet und nicht einfach, wie es viele automatische Einmesssysteme machen, einfach im oberen Frequenzbereich glättet und den Lautsprecher so Entfaltungsmöglichkeiten nimmt. Wir haben die MCACC-Kurve, die ermittelt wurde, nicht weiter bearbeitet, nur die Übernahmefrequenzen etwas angepasst. Es ist auch möglich, die automatisch ermittelte Kurve weiter zu bearbeiten und dieses Ergebnis dann in einen anderen Speicher zu kopieren, damit man mit beiden Settings arbeiten kann. Insgesamt gefällt uns diese Betriebsart ausgezeichnet, denn Brillanz, Dynamik und Facettenreichtum gehen eine sehr homogene Verbindung miteinander ein. Nur bei sehr hohem Pegel agiert der SC-LX90 im THX-Modus durch die geringere Strahlkraft und die enorme Gesamtharmonie gekonnter – für echte Home Theatre-Enthusiasten mit enormem Pegelanspruch ist der THX-Modus die erste Wahl, vor allem dann, wenn auch ein entsprechendes THX Lautsprecherset zum Einsatz kommt. Bei dieser Sequenz aus „Transformers“ gefällt die exakte Betonung der vokalen Elemente, die sehr authentischen Kampfgeräusche inklusive weiter Ausleuchtung des Hochtonbereiches und der eindrucksvoll wiedergegebene Music Score.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, ,Dolby TrueHD, Englisch (EQ Off, MCACC off, THX on), Ab Kapitel 1:

Hervorragender Sound bei "Indiana Jones und das Königrech des Kristallschädels" im THX-Modus


Die Rock’n'Roll-Musik, das Lachen und die Motorgeräusche des Hot Rods werden sehr plastisch wiedergegeben. Der Pioneer komprimiert die Gesamtdynamik auch bei extremen Pegeln nicht, sondern bleibt Herr über alle akustischen Ebenen. Das nach dem Überholen der Armee-Fahrzeuge davon rasende Hot Rod erscheint sehr authentisch. Als der Konvoi dann vor dem Stützpunkt stoppt, kommen auch kleine Effekte (Laufen auf dem sandigen Unterboden) gut zur Geltung. Mit enormem Nachdruck ertönt kurze Zeit später die MP-Salve. Bei diesem Soundtrack ist aufgrund der sehr nachdrücklichen Abmischung die Verwendung des THX Modus sehr empfehlenswert, welcher ein massives, aber nicht aggressives, sehr voluminöses Klangbild sichert. Mit viel Akribie schafft es der SC-LX90, die unterschiedlichen Stimmprofile der Akteure heraus zu arbeiten. Der Music Score wird vielschichtig und detailliert wiedergegeben. Das Öffnen der Hangartüren und der zu dieser Zeit filigrane Music Score – beide völlig unterschiedlichen Ebenen versteht es der Pioneer geschickt, mit exzellenter Betonung herauszuarbeiten.

Andrea Bocelli, Live in Tuscany, Tonspur PCM 5.1, Track „Melodramma“, MCACC/EQ on:

Zu Beginn der Eingangssequenz der Vivere – Live in Tuscany Blu-Ray werden die Umgebungsgeräusche dezent, aber deutlich ausgegeben. Die erzählende Stimme von Andrea Bocelli sowie die Kirchenglocken aus der Ferne werden sehr natürlich ausgearbeitet und gefallen bezüglich der Authentizität. Bei der mächtigen Einleitung des Liedes ist die Ansteuerung des Tieffrequenzemitters bezüglich Präzision und Ausbalancierung ein Genuss, hier wird nicht etwa mit zuviel Power gearbeitet, sondern stimmig und detailgetreu wiedergegeben. Gleichzeitig ist aber zu erkennen, dass der SC-LX90 auch in den anderen Frequenzbereichen keinerlei Kompromisse eingeht. Das realitätsgetreue Klatschgeräusch versetzt den Zuschauer direkt in die VIP-Loge des Teatro de Silenzio, und wir behaupten: Hier sitzt es sich gut! Als Andrea letztendlich die Stimme erhebt, dürfte selbst der weniger audiophile Zuhörer feststellen können, dass der SC-LX90 ein umfassendes, emotional tief gehendes akustisches Erlebnis zu vermitteln weiß. Bei der Wiedergabe dieser uns sehr genau bekannten BD zeigt der SC-LX90 höchst eindrucksvoll, dass die Zeiten, in denen Geräte mit digitalen Endstufen kalt, oberflächlich und emotionslos klangen, endgültig vorbei sind. Der Schmelz in der Stimme, die feine Spielweise der Streicher – all dies erfasst der Susano mit Leidenschaft, Akribie und Feingefühl. Mit diesen Leistungen setzt er sich aktuell an die Spitze der uns bekannten AV-Vollverstärker in der Preisregion bis 7000 EUR. So einen Detailreichtum, gepaart mit ungemein hoch liegender Klarheit, haben wir von Pioneer noch nie gehört. 

Celine Dion, Live in Las Vegas, Tonspur Dolby TrueHD 5.1, Track “A New Day Has Come”, MCACC/EQ on:

Bevor Celine die Bühne betritt, wird man vom ehrlichen Klatschgeräusch begrüßt, auch das zerspringende Glas klingt realitätsgetreu, die wegspritzenden Splitter verteilen sich fein dosiert im Hörraum. Die Stimme Dions ist jederzeit genau auf der Bühne auszumachen, die vokale Präsenz ist enorm und schließt auch kleine Elemente wie das Ausklingen der Stimme und die Ausformung einzelner Wörter mit ein. Der Hochtonbereich spielt frei auf und löst sich exzellent von den Lautsprechern. Celines Stimme scheint mitten im Hörraum zu stehen, die Lokalisierungsmöglichkeit der Geräusche aus den Surroundkanälen ist jederzeit präzise gegeben. Der akustische Background wird vom SC-LX90 glaubwürdig mit einbezogen, die Vokals kommen sehr gut zum Ausdruck. 

Black Symphony, Within Temptation, Tonspur PCM 5.1, Startsequenz, MCACC/EQ on:

Das Eröffnungsspektakel gibt der Pioneer atmosphärisch sehr dicht wieder. Der Choralgesang gleich zu Beginn wirkt klar umrissen und detailliert, der Spannungsbogen wird immer intensiver, als dann mit leicht düsterem Einschlag der instrumentale Einsatz beginnt. Das Mystische, Geheimnisvolle, Bestimmende der Musik wird vom SC-LX90 herausragend dargestellt. Selten haben wir bei dieser BD eine so stimmige Wiedergabe vernehmen dürfen. Die diffizil darstellbaren Streicher zeichnet der Pioneer mit einer enormen Souveränität durch. Die Blechbläser wirken unkomprimiert und höchst dynamisch. Als die Intensität des Orchesters anschwillt, und die Vocals hinzu kommen, trennt der Verstärker auch bei hohem Pegel Instrumente und Stimmen einwandfrei und offeriert eine schon fast sensationelle Räumlichkeit – kein Klangelement scheint mehr aus den Lautsprechern zu kommen, der SC-LX90 baut einen großen, dichten, virtuellen Klangraum auf, in dessen Zentrum das Auditorium ein Spektakel der Extraklasse genießt. Das begeistert Beifall spendende Publikum kommt überragend zur Geltung. Die extrem präzise Ansteuerung des aktiven Subwoofers ist von außerordentlicher Güte. Die gegen Ende des Intros auftauchenden Glocken klingen ungemein realistisch. Als dann der erste Track mit Wucht und Nachdruck einsetzt und die Sängerin ihre Stimme erhebt, hält es auch eher nüchterne Zeitgenossen kaum auf der Couch, mit einer Klang-Macht, die manche teurere Vor-/Endstufenkombination locker in den Schatten stellt, macht sich der SC-LX90 zum uneingeschränkten Herrscher über den Hörraum und deren Insassen. 

Tiesto, Kopenhagen – Elements of Live World Tour, BD 2, Tracks 2 (Traffic) und 3 (Back in Your Head), DTS-HS Master Audio:

Hart und klar, ohne Nachschwingen, bringt der SC-LX90 den Kickbass zur Geltung. Die alternierenden Effektsalven schiebt er mit unnachgiebigem Druck durch den Hörraum. Der Aufbau von „Traffic“ wird vom Pioneer mit immenser Dynamik vorgenommen, auch kleine Lautstärkeunterschiede, Überblend-, und Ausblendeffekte arbeitet er mit Bravour ein, Mit seiner kraftvollen, nach vorn strebenden Wiedergabe eignet sich dieser Ausnahmeverstärker auch hervorragend für die Wiedergabe von Techno oder Trance. Der SC-LX90 hat es dabei gar nicht nötig, den Frequenzgang zu verbiegen oder den Bass künstlich überzubetonen – die Herrschaft der brutal zupackenden digitalen Endstufen steht über allem, immer steht genug Power bereit, um alle Dynamiksprünge echt und natürlich darzustellen. Die Vocals im 3. Track werden selbst bei extremem Pegel noch klar und dynamisch wiedergegeben. Die Loslösung des Klangs von der Box gelingt erneut hervorragend.

Audioprogramme im Praxistest

  • Paul Potts – One Chance, Track 1 „Nessun Dorma“ in Dolby Pro Logic IIx Music und DTS Neo 6: Music: Der Dolby Pro Logic IIx-Modus leistet saubere Arbeit, ohne Einbußen der Dynamik oder einer Verfälschung der Stimme wird das Signal reprozudiert. Der Center wird trotz der verbesserten Räumlichkeit präzise angespielt und vermittelt eine natürliche, angenehme Stimme. Auch DTS Neo 6: Music bietet eine ordentliche Darstellung, wenngleich der Raum nicht so ausdrucksstark ausgefüllt wird wie beim vorherigen Programm begeistert die sehr ausgeglichene Ansteuerung des LFE.
  • Snap – The Cult of Snap, Track „Rhythm is a Dancer“ in Dolby Pro Logic IIx Music und DTS Neo 6: Music: Auch in diesem Fall fällt das Ergebnis der Dolby-Bearbeitung sehr gut aus. Die Stimmen lösen sich von den Lautsprechern, können aber räumlich gut geortet werden. Im DTS Neo 6: Music Modus ist eine leichte Aggressivitätsminderung der Stimme herauszuhören, die Loslösung von den Lautsprechern ist nicht ganz so ausgeprägt, der LFE ist hingegen mehr betont. Ingesamt auch hier eine ordentliche Leistung.
  • Jeckyll & Hyde, Track „Spring Break“ in Dolby Pro Logic IIx Music und DTS Neo: 6 Music: Hier gelingt dem Dolby-Programm eine ausgeprägte Räumlichkeit, die LFE-Anspielung könnte etwas aggressiver sein. Dieser ist womöglich dem zarten Gemüt im DTS Neo: 6 Music etwas zu hart, sehr gut löst sich aber das musikalische Geschehen in diesem Setup von den Lautsprechern.  Sehr positiv zu beurteilen ist, dass beide Audioprogramme keine Beeinträchtigung des Musikerlebnisses darstellen, so kann der user das Programm wählen, dass am besten zu seiner Klanggewohnheit passt.

Klang Stereo

Dvorak – Moldau

  • hervorragende Loslösung von den LS
  • makellose Frequenzübergänge
  • ausgezeichnete Bühnenstaffelung
  • Überragende Feindynamik der Streicher

James Bond – Goldeneye, The Royal Philharmonic Orchestra

  • Verschiedene Orchesterinstrumente glasklar differenziert
  • Grob-wie Feindynamik auf absolut hohem Level
  • Trockener, hochpräziser Bass
  • Ausgeprägter Grundtonbereich
  • Spielt emotional, schwungvoll auf

Corona - Try Me Out

  • Charakteristische, klar authentische Vokalstimme
  • Trockener, kräftiger und präziser Bass
  • Harmonisches Klangbild, breite Bühne

Der Pioneer SC-LX90 Susano bietet die beste Stereoperformance, die wir bislang von einem Pioneer AV-Verstärker gehört haben. Mit exzellenter Grobdynamik konnten schon frühere Generationen aufwarten, hinzugekommen sind nun aber auch sehr gute feindynamische Qualitäten. Der Bassbereich setzt mit Nachdruck, Präzision und Klarheit neue Bestmarken. Auch die Stimmwiedergabe, die von älteren Pioneer AV-Verstärkern und -Receivern teils etwas stiefmütterlich behandelt wurde, brilliert beim Susano. Der dargestellte Raum punktet sowohl bezüglich der gebotenen Tiefe als auch der gebotenen Weite.

Akustische Grundfaktoren in der Übersicht

  • Tonalität: Der SC-LX90 präsentiert sich tonal relativ neutral, im Gegensatz zu früheren Pioneer AV-Verstärkern ist kaum noch eine Zurückstellung des Mitteltonbereiches heraus zu hören.
  • Hochtondarstellung: Überragend - mit enormer Raumwirkung und exzellenter Dynamik wird der Raum präzise ausgeleuchtet. 
  • Mitteltonwiedergabe: Stimmen gibt der SC-LX90 facettenreich und lebendig wieder. Kleine vokale Merkmale arbeitet er plastisch heraus. 
  • Bassperformance: Kein anderer uns bekannter AV-Verstärker oder -Receiver produziert einen so harten, druckvollen Kickbass. Maßstäbe setzt aber auch der Tiefgang. 
  • Loslösung des Klangs vom Lautsprecher: Der SC-LX90 schafft es, den Sound fast völlig frei im Raum zu verteilen und erzielt somit eine hervorragende Loslösung vom Lautsprecher. 
  • Grob- und Feindynamik: Die Grobdynamik setzt Maßstäbe, massive Dynamiksprünge werden spontan und in vollem Umfang umgesetzt. Feindynamisch ist der SC-LX90 bislang der beste Pioneer AV-Verstärker - kleine tonale Gebilde mit leichten Dynamikdifferenzen werde sehr gekonnt umgesetzt. 
  • Räumlichkeit im Front- und im Surroundbereich: Der Pioneer öffnet einen gleichermaßen weiten wie tiefen Raum mit sehr schöner, glaubwürdiger Staffelung. Im Surroundbereich harmoniert der Verstärker auch prima mit Dipolen. 
  • Pegelfestigkeit: Hier legt der SC-LX90 die Messlatte nochmals ein Stück höher und avanciert zum bezüglich der Pegelfestigkeit besten AV-Verstärker oder -Receiver, den wir bislang im Testraum hatten. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Perfekt. 

Bild

Video-Performance , Komponente 576i analog auf HDMI 1.080p: 

a) Star Wars 

Bei der uns bestens bekannten Star Wars Eröffnungssequenz haben wir die Scaling- und De-Interlacingqualitäten genau überprüft. Die Schrift läuft absolut ruhig nach hinten ins All und präsentiert sich farblich ausgewogen, wenngleich das Gelb einen minimalen Grünstich enthält. Ansonsten begeistert der Pioneer, da er es sogar schafft, innerhalb der Buchstaben Störeinflüsse zu vermeiden. Der Sternzerstörer wird scharf und detailreich abgebildet und verfügt über eine der Realität entsprechende Kontrastdynamik. Es findet eine klare visuelle Abtrennung zwischen dem gigantischen Raumschiff und dem Untergrunds (leuchtender Planet) statt. Beim Abknicken der Raumjäger in die Schlacht über Coruscant verleiht der SC-LX90 dem Bild eine räumliche Wirkung, die über dem liegt, was wir selbst von sehr guten BD-Playern im DVD Upscaling-Modus kennen. Sehr gut werden die Gesichter der Akteure wiedergegeben, die Hautoberfläche erscheint mit wohl dosierter Bildschärfe, die Poren sind nicht überbetont. Der Bartwuchs von Obi-Wan ist sauber durchgezeichnet, man kann beinahe schon einzelne Härchen unterscheiden. Alle Bewegungsabläufe sind gleichmäßig und sicher, diagonale Linien stellt der SC-LX90 extrem sauber und ohne die gefürchteten „Treppenstufen“ dar. Die Außenhaut des Raumjägers von Obi-Wan wird beim Angriff der fliegenden Droiden mit allen Gebrauchsspuren und exakter Oberflächenstruktur wiedergegeben. 

b) Congo

Sehr gutes De-Interlacing und Scaling bei "Congo"

Der SC-LX90 holt auch aus dieser DVD viel heraus und offeriert ein tadelloses Upscaling auf 1080p. Farbneutralität, Bildschärfe und Detailtreue sind in Anbetracht des Ausgangsmaterial ausgezeichnet. Alle Schwächen der DVD kann aber auch der SC-LX90 verständlicherweise nicht vergessen machen (Rauschschleier, MPEG-Artefakte). Die gebotene Bildtiefe ist sehr gut. 

c) AVEC Professional Test DVD, Upscaling von SD-Videomaterial 576i YUV analog auf 1080p HDMI:

Exzellentes De-Interlacing und Upscaling von SD-Material

• Schriften vor unterschiedlich farbigen Hintergründen in verschiedenen Geschwindigkeiten: Sauberer Lauf, minimales Flimmern der Schriftketten, gute Bewegungsschärfe, saubere Farbtrennung.
• Pendel in verschiedenen Geschwindigkeiten: Sehr präzise Wiedergabe des Pendels, die Linie, über die es gleitet, zittert nicht, die Pfeilspitzen sind akkurat gezeichnet, die Farben innerhalb des Pendels sind gut getrennt. 
• Bewegte Aufnahme Stadtbild von Esslingen: Sehr ruhige, praktisch flimmer- sowie ruckelfreie Bewegungswiedergabe, extrem gute Detaillierung (Rasen, Weg, Blumenbeete), natürliche Gesamtbildschärfe. 

Insgesamt beweist die Videosektion des Susano in jeder Hinsicht Klasse - der edle AV-Verstärker kann somit auch bedenkenlos als Videoschalt- und Videobearbeitungs-Zentrale verwendet werden. Herausragend ist auch die stabile Durchführung von 24p-Signalen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt. 

Konkurrenzvergleich und absolute Einordnung

Der Pioneer SC-LX90 ist ohne Zweifel einer der besten AV-Verstärker, die wir bislang unter die Lupe nehmen durften. Bei der absoluten Einordnung ist anzumerken, dass bezüglich der Pegelfestigkeit neue Maßstäbe gesetzt werden. Mit der Leichtigkeit, die der Pioneer selbst bei immenser Lautstärke an den Tag legt, können höchstens sehr leistungsfähige AV-Vor-/Endstufenkombinationen mithalten. Wir kennen keinen anderen Vollverstärker, der mit seinem Leistungsniveau hinsichtlich der Pegelfestigkeit nicht nur nah dran ist an reinrassigen VE-Kombinationen, sondern diese teilweise sogar übertrifft. Auch hinsichtlich der Grobdynamik ist der Pioneer so exzellent, dass selbst anspruchsvolle Anwender sich kaum noch mehr wünschen dürften. Gerade in Verbindung mit hochklassigen Home Theatre-Lautsprechersystemen zeigt der Susano ein Leistungsprofil, das ohne Zweifel an der Spitze des finanziell noch Erträglichen zu finden ist. Wer allerdings bereit ist, nicht nur ein kleines, sondern gleich ein mittleres bis großes Vermögen in seine Heimkinoanlage zu investieren, wird sicherlich Komponenten erstehen können, die eine nochmals gestiegene Leistungsfähigkeit in jeder Disziplin aufweisen, z.B. Anthem, Denon (große A1 VE-Kombi) oder Audionet (leider aktuell nur herkömmliche Tonformate) bieten Geräte an, die in folgenden Punkten noch mehr Performance mitbringen:

  • Pegelfestigkeit in extensiven Hörräumen - hier muss allerdings schon ein sehr großer Raum vorhanden sein, denn bis 60 Quadratmeter beschallt der Susano souverän
  • Feindynamik in Verbindung mit einem entsprechenden hochklassigen Lautsprechersystem der Preisklasse oberhalb der 15.000 EUR
  • Nochmals feinere, fließendere und ausgeformte Front-/Surround-Übergänge
  • Letzte Ausprägung vokaler und instrumentaler Details kommt formvollendet zum Ausdruck

Wichtig ist allerdings, dass man immer die Relationen bedenkt. Um eine Leistungsfähigkeit zu erhalten, die nur geringfügig über der des Susano oder über der des Denon AVC-A1HDA zu erhalten, muss deutlich mehr Geld investiert werden. Hier also ist eine Kosten-Nutzen-Analyse unabdingbar. Die Frage ist nämlich auch, wie jemand hört - das heißt, ob man dann letzten Endes überhaupt in der Lage ist, das Mehr an gebotener Leistung, für das man eine Stange Geld hingelegt hat, auch wahrzunehmen. 

Vergleichen wir den SC-LX90  hingegen mit kleineren und preiswerteren AV-Verstärkern und -Receivern, dann ist festzustellen, dass der große Pioneer AV-Bolide ein immenses Faszinationspotential bietet, das man in entsprechendem Surrounding voll auskosten kann. Die Leichtigkeit, die Souveränität, die überbordende Dynamik - all dies sind Faktoren, die den versierten Heimcineasten dazu verleiten können, noch etwas weiter zu sparen und sich dann gleich den SC-LX90 zu erstehen. Fairerweise muss aber gesagt werden, dass es auch exzellente preiswertere Geräte gibt, die schon enorme Ansprüche erfüllen - wer aber das Thema "Heimkino und Effektwiedergabe" sehr ernst nimmt, wird kaum am SC-LX90 vorbei kommen. Hier unser Konkurrenzvergleich:

 

Der AV-Vollverstärker Denon AVC-A1HDA mit Denon Link 4th ist ein sehr harter Konkurrent für den SC-LX90, allerdings sprechen die beiden AV-Boliden unterschiedliche Käuferschichten an. So ist der große Denon ein wohltuender Harmoniespender, der trotzdem nie langweilig klingt und mit fein dosierter, sehr gut ausbalancierter Räumlichkeit auch den Kenner überrascht. Der SC-LX90 übertrifft die Pegelfestigkeit und die Grobdynamik des Denon, spielt aber nicht ganz so homogen auf. Im Vergleich zu früheren Pioneer-Modellen aber weiß sich der Susano auch feindynamisch sehr gut in Szene zu setzen und muss kaum hinter dem Denon zurückstecken. Seine ungemeine Antrittsschnelligkeit ist auch ein Alleinstellungsmerkmal des SC-LX90. Beide Boliden verfügen über gleichermaßen leistungsfähige wie leicht bedienbare automatische Lautsprecher-Einmesssysteme, die extrem umfangreichen Nachbearbeitungsmöglichkeiten und manuellen Justagemöglichkeiten des Pioneer sprechen den sehr erfahrenen Anwender besonders an - wer nicht über gute Akustikkenntnisse verfügt, wird diesen Part der Ausstattung nicht benötigen. Bezüglich der Videosektion liefern beide AV-Boliden exzellente Ergebnisse ab, der Denon produziert ein noch etwas stabileres Bild, dafür zeigt der Pioneer noch mehr Details. Ebenso wie in der Klangwertung ein "Patt", hier muss sich der Kunde zwischen zwei exzellenten Geräten entscheiden. Die Netzwerkfunktionen des Denon sind dank der Möglichkeit, Internet Radio-Stationen zu empfangen, praxisgerechter als die des Susano.  Der Respekt einflößende optische Auftritt des SC-LX90 - "Darth Vaders Wahl" - lassen den zeitlos-eleganten Denon direkt zurückhaltend wirken. Die monumentale Wirkung des SC-LX90 ist einzigartig, für uns gibt es optisch keinen begehrenswerteren AV-Boliden. Nicht nur aus diesem, aber auch aus diesem Grund bereichert der SC-LX90 auch das Redaktionsheimkino. Die Fernbedienung des Pioneer gefällt uns besser als die etwas gewöhnungsbedürftige Remote des Denon. Dafür sind die On Screen Menüs des Denon noch übersichtlicher und von den Farben her kontrastreicher gestaltet. Auch die Grafik wirkt frischer und moderner. Beiden Boliden fehlen hochaktuelle Features wie Audyssey DSX oder Dolby Pro Logic IIz.

Wer einen AV-Boliden haben, aber keine Unsummen investieren möchte, liegt beim AV-Verstärker Yamaha DSP-Z11 goldrichtig. Für einen Marktpreis von rund 4500 EUR wechselt das grundsolide verarbeitete und optisch massiv und trotzdem schick auftretende Yamaha AV-Verstärker den Besitzer. Auch wenn der tonal neutral ausgelegte DSP-Z11 schon eine Weile auf dem Markt ist, ersteht der Käufer nach wie vor einen der besten derzeit erhältlichen AV-Verstärker. Die herausragenden DSP-Programme (Cinema und HiFi) sind ein Alleinstellungsmerkmal. Versierte Anwender können die exakt und gekonnt abgestimmten DSPs, die auf aufwändigen akustischen Vermessungen real existierender Lokalitäten basieren, auch noch individualisieren und auf den jeweiligen Hörraum anpassen - top. Der DSP-Z11 ist sehr pegelfest und muss sich dem Denon AVC-A1HDA nur  knapp geschlagen geben. Für einen Großteil der Anwender ist schon die Pegel-Power des DSP-Z11 exorbitant. Deutlich höhere Lautstärken erzielt hingegen der hier getestete Pioneer SC-LX90, der den DSP-Z11 auch grobdynamisch in die Schranken weist. Eine so feine Abstimmung auf das Quellmaterial, wie sie der Yamaha dank der DSPs bietet, können aber weder Pioneer noch Denon offerieren. Auch bei der Güte der Videosektion hält der Yamaha locker mit - allerdings bietet er keinen Video-EQ. Insgesamt darf man den Yamaha DSP-Z11 keinesfalls unterschätzen, gerade für den Anwender, der für vergleichsweise wenig Geld einen waschechten Boliden mit ausgewogenem Leistungsprofil sucht, ist er besonders empfehlenswert. 

Für rund 4500 EUR bekommt der HiFi-Fan den Arcam AVR600 - warum haben wir explizit "HiFi-Fan" geschrieben? Ganz einfach: Weil der extravagant gestaltete und innen nahezu perfekt aufgebaute Arcam die versammelte Konkurrenz im Stereobetrieb alt aussehen lässt. Mehr Präzision, Detailreichtum, Räumlichkeit und Klarheit realisiert kein anderer uns bekannter AV-Receiver oder -Verstärker. Beeindruckend ist auch die Performance bei den herkömmlichen Mehrkanaltonformaten. Bestechend exakt, sehr pegelfest, feindynamisch begeisternd. Soviel Nachdruck wie bei Denon oder Pioneer darf nicht erwartet werden - der AVR600 ist ein sensiblerer Zeitgenosse, der zum filigranen Hören animiert. Die aktuellen HD-Tonformate gibt er noch nicht zur vollen Zufriedenheit der Redaktion wieder, darum ist noch kein Testbericht verfügbar. Mit dem neusten Firmwareupdate ausgerüstet, geht der AVR600 aber daran, uns sein umfangreiches Können in Kürze auch in dieser Disziplin zu vermitteln. Sehr einfach und praxisgerecht integriert sind die Netzwerkfunktionen inklusive Internet Radio-Nutzungsmöglichkeit. Die Qualität der Videosektion reicht an die von Denon, Pioneer und Yamaha nicht heran. 

Er hat es verdient, auch diesem Konkurrenzvergleich zugehörig zu sein, obwohl er mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2499 EUR sehr deutlich günstiger ist. Doch der Onkyo 9.2 AV-Receiver TX-NR5007 beeindruckt mit hochmoderner Ausstattung inklusive THX Ultra 2, Audyssey DSX und Dolby Pro Logic IIz, mit hervorragendem inneren Aufbau und Top-Videosektion. Hier stellt sich dann wirklich die Frage: Wieso noch mehr Geld investieren?". Hand aufs Herz - für viele Anwender ist schon der TX-NR5007 zu Recht ein Traumgerät, das alle Ansprüche erfüllt. Aber es gibt sie eben doch, die enorm erfahrenen, hoch motivierten und versierten Home Cinema Enthusiasten - und diese Klientel greift dann zu Susano & co. 

Empfehlenswerte Bildzuspieler

Mit dem ultrastabilen 24p-Bild und der extremen Bildtiefe ist der Pioneer BDP-LX91 ein echter Traumpartner

Akustische Raffinesse und Top-DVD-Bild zum günstigen Preis: Sony BD-S5000ES 

Fast perfekt bezüglich Bild- und Tonwiedergabe: Der Denon DVD-A1UD

Empfehlenswerte Lautsprechersysteme

Das 7.1-THX Ultra 2-Set Teufel System 9 Cinema liefert Kino-Sound pur - mit kraftvollem Bass und überragenden Dipolen

Mit gleich zwei Subs, die von einer externen Endstufe befeuert werden, und einer erstklassigen räumlichen Wirkung stellt das Klipsch THX Ultra 2 7.2-System eine verlockende Alternative da

Fazit

Beeindruckend: Der Pioneer SC-LX90 "Susano"

Der Pioneer SC-LX90 zeigte sich als absolutes Ausnahmetalent: Extrem pegelfest und souverän aufspielend sowie grobdynamisch superb. In beiden Disziplinen setzt der SC-LX90 neue Maßstäbe, ebenso bezüglich des extrem präzisen, knallhart zuschlagenden, dabei aber sauber strukturierten Basses. Neu für einen Pioneer AV-Verstärker ist allerdings, dass sich der SC-LX90 auch feindynamisch keine Blöße gibt - das zeigt nicht nur eine veränderte Philosophie, sondern viel mehr: Dass digitale Endstufen bei sauberer Abstimmung und Integration mittlerweile emotional und sensibel spielen können. Dazu passt das exzellente automatische Einmesssystem MCACC, das für den erfahrenen, akustisch bewanderten Heimkino-Liebhaber noch eine Vielzahl erstklassiger Zusatzfunktionen zur erweiterten Kalibrierung bereit hält. Sogar die Möglichkeit zur Ausgabe der Daten an einen PC zur weiteren Verwendung besteht - das ist beispielhaft. Der erstklassige Video-Part spricht ebenfalls für Pioneers Top-Modell. Die einfach bedienbaren und praxisgerechten Netzwerkfunktionen sind sehr zu loben, allerdings gibt es keine Internet Radio-Funktion. Der optische Auftritt des SC-LX90 ist durch das exklusive Styling einzigartig und mit keinem anderen AV-Verstärker zu vergleichen - selbst die kleineren AV-Receiver (SC-LX82 etc.) aus dem gleichen Hause können nicht dieses enorme Hightech-Flair vermitteln. Bilanzierend ist der SC-LX90 ein Monument des modernen AV-Verstärkerbaus und die Krönung sehr hochwertiger AV-Anlagen. 

Monumentaler AV-Verstärker mit extremer Pegelfestigkeit und neuen Bestwerten bezüglich Grobdynamik und Bassperformance

AV-Verstärker Luxusklasse
Test 30. Oktober 2009

+ Maßstäbe setzende Pegelfestigkeit
+ Neue Bestwerte bei Grobdynamik und Bassperformance
+ Hervorragende Räumlichkeit
+ Sehr gute Feindynamik
+ Überragendes Einmesssystem MCACC
+ Top-Videosektion
+ Erstklassige Verarbeitung
+ Exzellente Multimediafunktionen
+ Für den Funktionsumfang relativ einfache Bedienung

- Kein Dolby Pro Logic IIz
- Kein Internet Radio

Technische Basis-Daten
  • Hauptmerkmale
    Max. Ausgangsleistung pro Kanal 200 W x 7 (8Ω), 140 W x 10 (8Ω) 
    Impedanz am Ausgang Vorne: 4Ω - 16Ω, Andere: 6Ω - 16Ω 
    Anzahl Kanäle 10 
    Signal / Rausch-Abstand 92 / 65 dB 
    Eingänge 6 x HDMI (1080p @ 24/50/60Hz), 2 x iLink, 1 x USB, 1 x Ethernet, 1 x iPod Digital und Analog, 4 x Digital Koaxial, 7 x Digital optisch, Analog Mehrkanal (7.1ch), 8 x Komposit, 4 x S-Video, 5 x Komponentenvideo 
    Ausgänge 2 x HDMI, 1 x Digital Koaxial, 2 x Digital optisch, 10.2 Kanal Vorverstärkerausgang, 2 x Komposit, 2 x S-Video 
    DLNA-zertifiziert ja 
    THX-zertifiziert  ja, THX Ultra 2 Plus 
    AIR Studio Sound Tuning ja 
    HD Digital Film Direct 24 ja 
    MCACC Advanced (9-Band) 
    HD Audioformate Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio, DTS-HD hochauflösend 
    KURO LINK ja 
    Deep Colour  ja 
    iLink ja 
    On-Screen Display (GUI) 5.1 Zoll (13 cm) LCD-Display 
    Fernbedienung LCD, lernfähig 
    Stromverbrauch (Betrieb max./ Bereitschaft) 550 W / 0,75 W 
    Gewicht 35,5 kg 
    Abmessungen 440 x 247 x 479 mm 

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
30.10. 2009

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