TEST: Stereo-Lautsprecher Magnat Quantum 1005 - Hochleistung für 1.399 EUR/Stück ?

06. April 2009 (cr) 

Verarbeitung

Außen:

Schicke Optik, erlesene Verarbeitung

Edles Metall umgibt die sorgfältig eingepassten Chassis

Solide eingepasstes Bassreflexrohr

Interessanter Materialmix

Hervorragende Oberflächenqualität

Tadelloses Terminal 

Innen:

Wir wollten wissen: Nur schöne Worte oder habhafter Gegenwert? Darum öffneten wir den Schallwandler

Habhafter Gegenwert - Beweis 1: Wahrhaftig dicke, Resonanzen hemmende Gehäusewände

Beweis 2: Aufwändige, dicke Gehäuseversteifungen, also keine leeren Worte, sondern Taten von Seiten Magnats

Oehlbach Innenverkabelung

Von hinten verschraubte Terminals

Das Bassreflexrohr ist solide verschraubt, besteht aber aus Kunststoff

Aufwändiges, schweres Tieftonchassis

Was Magnat an Verarbeitungsqualität bei der Qunatum 1005 bietet, ist ohne Zweifel hervorragend. Die Oberflächenqualität ist nahezu perfekt, die Oberfläche unserer Testexemplare glänzt ebenmäßig und satt. Der Materialmix erscheint durch den Kontrast zwischen weißem Gehäuse und Holz-Seitenwangen sehr gelungen, das Spaltmaß zwischen Korpus und Seitenteilen ist gleichmäßig. Die LS-Chassis sind hoch präzise eingepasst und mit soliden Alu-Körben versehen, was für Hochwertigkeit auch im Detail sorgt. Das hinten montiere Bassreflexrohr ist solide verschraubt. Die Box ruht auf einem soliden Sockel. Das Anschlussterminal auf der Rückseite ist für die Preisliga ebenfalls von ausgezeichneter Qualität. Nach vielen theoretischen konstruktiven Highlights konnten wir es nicht lassen, Bassreflexrohr, Anschlussterminal sowie einen Tieftöner auszubauen, um zu schauen, wie es um die Produktqualität im Detail bestellt ist. Und auch hier steht die 1005 glänzend dar: Ein dickes Gehäuse mit hochwertigen zusätzlichen Verstrebungen, eine ansehnliche Innenverkabelung sowie ein schweres, aufwändig und sauber konstruiertes Chassis geben auch bei der Beurteilung des Innenlebens keinen Raum für Kritik. Insgesamt punktet die Quantum 1005 mit Luxus-Finish zum fairen Kaufpreis. Gesamtnote in Relation zum Kaufpreis: Hervorragend. 

Testequipment
Klang

James Bond, CD "Best of Bond"

Carly Simon, Nobody does it better, Thema aus „der Spion der mich liebte“: Die Quantum bietet einen ausgewogenen und sehr klaren Sound. Schon der Pianopart am Anfang kommt plastisch und differenziert zur Geltung. Als dann die Stimme einsetzt, umreißt die Box die vokalen Konturen präzise und nachvollziehbar. Sehr schön werden Stimme und Instrumente voneinander getrennt. Die Ortungsmöglichkeit für die Stimme ist jederzeit gegeben. Tonal agiert die Quantum neutral, sie zeichnet den Hochtonbereich enorm brillant durch. Hier muss man einen leistungsfähigen und hochwertigen Verstärker anschließen, der auch bei gehobenem Pegel bei der Hochtondarstellung souverän bleibt.

Duran Duran, A View to a Kill, Thema aus „A View to a Kill”: Der Anfang wird kräftig und dynamisch zur Geltung gebracht. Geräusche im Hintergrund kommen tadellos zum Ausdruck Die Energie, die im Song steht, wird von der Quantum beinahe ungefiltert in den Hörraum transportiert. Erstaunlich ist die Präzision im Basssbereich: Obwohl die Quantum nach dem Bassreflexprinzip arbeitet, formt sie auch kleine Bassanteile exakt aus und lässt sich nicht zu Strömungsgeräuschen oder tieffrequentem Wummern verleiten. Sie agiert gleichermaßen schnell wie kraftvoll.

Sheena Easton, For Your Eyes only, Thema aus „For Your Eyes only“: Bravo, Magnat – war der Anbieter früher eher für Boxen, die extrem belastbar , aber akustisch eher grobschlächtig waren, bekannt, zeigt die Quantum einen absoluten Wertewandel: Ein geschliffener, kultivierter Auftritt kennzeichnet die 1005, sie modelliert den gefühlvollen Song exakt heraus und vergisst kaum Details. Gleichzeitig aber ist ihr Antritt kräftig und Raum füllend – wenn spontane Kraft gefragt ist, überträgt sie die Quantum souverän und antrittsschnell.

Rita Coolidge, „All Times High”, Thema aus “Octopussy”: Der nachdrückliche und exakte Bass sowie die hervorragende Stimm- und Instrumentaltrennung bestimmen auch hier das akustische Bild. Feinfühlig werden kleine Nuancen erkannt, und energiegeladen managt die Quantum große Dynamiksprünge. Sie jongliert gekonnt zwischen allen akustischen Motiven des Songs, was beim Zuhörer den Eindruck enormer Souveränität erweckt.

Paul Potts, CD “One Chance”

Nessun Dorma: Die gewaltige Stimme des neuen Startenors kommt ausgezeichnet zum Ausdruck – wobei man die Quantum an preiswerte Mittelklassestereoverstärker nicht unbedingt anschließen sollte. Die enorme Strahlkraft im Hochtonbereich, welche diesen Schallwandler auszeichnet, kommt mit weniger hochwertigen Verstärkern noch nicht einmal annähernd zum Ausdruck. Die Folge ist dann ein unschönes und komprimiert-gequält erscheinendes Klangbild. Mit unserer Rotel Vor-/Endstufenkombination schwingt sich die Quantum zu einem sensibel und brillant agierenden Schallwandler auf, der auch dem anspruchsvollen Klangliebhaber viel Freude bereitet.

Time to say Goodbye: Nachdrücklich, vielschichtig, brillant – die Quantum spielt auch bei diesem Titel auf hohem Level. Mit ihrer sehr guten Durchhörbarkeit und dem sehr strahlkräftigen Hochtonbereich erweist sie sich als die richtige Wahl für den erfahrenen und anspruchsvollen Musikliebhaber, der mit allen Sinnen hören und genießen möchte. Für normale Anwender, die die Quantum einfach nur im Hintergrund laufen lassen, ist dies nicht der richtige Lautsprecher. Sie möchte, dass man ihr zuhört, ihre vielen Talente mit verfolgt – wer einfach „nur mal so“ hört, sollte sich eine Box mit einem weniger facettenreichen Charakter suchen. 

Jean-Michel Jarre, CD "Jarre in China"

Aero: Mit den vielen verschiedenen Effekten kommt die impulstreue Magnat-Box sehr gut zurecht. Auch schnelle Effekt-Wechselspiele zwischen linken und rechtem Kanal werden mit enormer Dynamik übertragen. Die kraftvolle, gleichzeitig aber tiefe Wiedergabe erfreut gerade denjenigen, der bewusst zuhört und auf eine komplette Wiedergabe achtet. Der Hochtonbereich löst sehr gut auf und agiert gleichzeitig feinfühlig. Die Piano-Parts sind glaubwürdig und plastisch in den akustischen Effektreigen integriert.

Oxygene 2: Den massiven Bass zu Beginn überträgt die Quantum mit Nachdruck. Gleichzeitig aber vergisst sie nicht, die feinen Zwischentöne heraus zu modellieren, so dass der Zuhörer jederzeit voller Freude über ein komplettes, authentisches Klangbild sein kann. Der Tiefgang im Bassbereich ist für die doch relativ kleinen Chassis und die zurückhaltenden Gehäuseabmessungen ausgezeichnet. Strömungsgeräusche gibt es auch dann, wenn es tief in den Frequenzkeller geht, kaum. Der Bass schwingt kaum nach und erscheint dadurch gemessen und fundiert. Die Entwicklung des recht komplexen Songs wird von der Quantum treffend erfasst, die akkurate Feinauflösung ist auch hier wieder heraus zu hören. Der Lautsprecher macht sich am besten, wenn er möglichst frei im Raum positioniert ist und leicht auf den Zuhörer angewinkelt wird. Dann fühlt man sich inmitten einer klar definierten, bezüglich Weite und Tiefe sehr realistischen Bühne, auf der man die meisten akustischen Geschehnisse einwandfrei nachvollziehen kann.

Dream Dance Volume 50, CD 1

Paffendorf, Self Control: Der harte, klare Bass wird von der Magnat-Box enorm druckvoll wiedergegeben. Die Wiedergabe bleibt auch bei hohem Pegel stabil, es kommt zu keinen Komprimierungserscheinungen. Die Quantum wird, kommt sie in den Grenzbereich ihrer Belastungsfähigkeit, erst im Hochtonbereich unangenehm. Der Sound erscheint dann zu grell und zu spitz. Dies passiert aber erst in einem Pegelbereich, den kaum ein Anwender aufsucht, Wer mit extrem hohem Pegel dauerhaft hören möchte, sollte sich aber lieber bei Nubert umsehen – hier werden nach wie vor Maßstäbe bezüglich der maximal möglichen Pegel gesetzt, an die kaum ein Kontrahent heranreicht. 

Scotty, The Black Pearl (Thema aus „Fluch der Karibik“, Dave Darell Mix: Auch bei dieser Interpretation der Filmmusik aus „Fluch der Karibik 1“ im House-Style drückt sich die Quantum nicht vor der Arbeit, sondern legt sich richtig ins Zeug. Der klare, harte, kraftvolle Bass gehört zum Besten, was wir in dieser Preisklasse bislang gehört haben. Bis zu sehr hohen Pegeln bleibt der Schallwandler souverän und offeriert ein vielschichtiges Klangbild mit sehr schneller Effektdarstellung. Nie zögert die 1005, stets, ist eine enorme Impulstreue gegeben. Diese erstreckt sich über das gesamte Frequenzspektrum. Nie „hinkt“ der Bassbereich hinterher – die stimmigen Gruppenlaufzeiten sind auch ein Merkmal der Quantum.

Anwenderprofil

Die Quantum 1005 richtet sich an den hörerfahrenen Anwender, der ein direktes und intensives, ganzheitliches Hörerlebnis schätzt. Durch die Fähigkeit der Box, den Hochtonbereich sehr ausdrucksvoll abzubilden, ist die 1005 auf die Zuspielung eines leistungsfähigen, Clipping-freien Verstärkers angewiesen, wenn dauerhaft hohe Lautstärken schmerzfrei gehört werden sollen. Aufgrund des nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis hohen Wirkungsgrades denkt man eigentlich, dass es auch weniger leistungsstarke Endstufen tun. Das ist auch absolut nicht falsch. Wer nur mit leicht erhöhtem Pegel hört, kann auch problemlos einen weniger potenten Verstärker mit speziellen Eigenschaften anschließen. Wegen des recht brillanten Hochtonbereichs kann man, um einen "sanfteren" Sound zu generieren, auch einen akkurat konstruierten Röhrenverstärker verwenden. Der Bassbereich ist beinahe ein Idealfall - sehr kräftig, aber nicht wummerig oder schwammig, sondern stets auf den Punkt kommend und präzise. Nur Freude einer bewusst schmal gehaltenen Basswiedergabe würden hier nach einer anderen Auslegung verlangen. Mit den klar umrissenenen Mitten ist die Quantum 1005 von einer früher durchaus für Magnat typischen "Badwannenauslegung" weit entfernt - vielmehr wird der Mitteltonbereich gleichberechtigt abgebildet und fügt sich stimmig zwischen Tief- und Hochtonbereich ein. Die günstig gewählte Übernahmefrequenz entspricht offensichtlich genau den konstruktiven Bedingungen der verbauten Chassis. Somit werden Anwender, denen eine korrekte Abbildung auch in komplexen Randbereichen zwischen Frequenzbereichen außerordentlich wichtig ist, ebenfalls mit der Quantum sehr zufrieden sein. 

Akustisches Fazit

Klar, präzise, brillant – die Quantum 1005 überzeugt auch den anspruchsvollen Hörer. Mit der sehr guten Durchhörbarkeit und der sehr guten Räumlichkeit bietet sie Tugenden, die früher nicht für Magnat typisch waren. Sie ist alles andere als eine vordergründige „Kravallbox“, vielmehr agiert sie sehr kultiviert und erwachsen – eine Hi-Fi-Box im besten Sinne. Allerdings fordert sie auch vom Hörer – dieser sollte sich auf ein intensives, eindringliches, emotionsgeladenes Hörerlebnis einstellen. Als unkomplizierter, nur auf Harmonie getrimmter Schallwandler, der im Hintergrund läuft, eignet sich dieses Energiebündel mit hervorragendem akustischen Überblick kaum. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet – hervorragend.

Fazit

Klar und präzise bezüglich der akustischen Eigenschaften sowie hochwertig verarbeitet - die Quantum 1005 weiß zu gefallen

Magnat hat einen "Werte-Wandel" hinter sich - mit dem Klangbild, das die Quantum 1005 in unserem Test zur Schau stellte, haben die etwas grobschlächtigen Pegelorgien früherer Modelle nichts mehr zu tun - ganz im Gegenteil: Mit der Quantum 1005 ist dem Traditionsunternehmen ein Schallwandler gelungen, der sich bewusst und gekonnt an den erfahrenen, versierten Hörer wendet, der zum fairen Kaufpreis ein präzises akustisches Instrument sucht, bei dem man auch auf kleine Zwischentöne hören kann - die gebotene klangliche Sensibilität der Quantum ist im höchsten Maße beachtlich. Der Hochtonbereich begeistert mit enormer Strahlkraft, das sehr intensive Hörerlebnis ist aber für Anwender die nicht so bewusst hören, aber etwas "zu viel des Guten". Man muss sich voll und ganz auf die Quantum einlassen, ihr Raum geben, sich zu entfalten, ihren Facettenreichtum zu zeigen. Dazu braucht die leistungsfähige Box auch einen entsprechend hochwertigen Verstärker als Partner. Dem schon beinahe elitären Charakter der Quantum wird die edle, fehlerfreie Verarbeitung voll und ganz gerecht. 

Optisch sehr schöner, bestens verarbeiteter Standlautsprecher mit klarem, präzisen und räumlichen Klang

Stereo-Lautsprecher obere Mittelklasse
Test 06. April 2009
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Sehr präzise Wiedergabe durch hohe Impulstreue
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Sehr brillanter, strahlender Hochtonbereich
+ Klar umrissene, facettenreiche Mitteltonwiedergabe
* Nahtlose Übergänge zwischen den Frequenzbereichen
+ Glaubhafter Bühnenaufbau
+ Hervorragende Verarbeitung

- Für Anwender mit wenig Hörerfahrung nur bedingt zu empfehlen

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Test: Carsten Rampacher
06. April 2009