TEST: Yamaha NX-A01 Multimedia-Kompakt-Lautsprecher

28.01.2008 (th/pr)

Einführung

"Quadratisch, praktisch, gut" - diesen Werbeslogan bringt man spontan mit einem deutschen Schokoladenhersteller in Verbindung. Von Yamaha kommt mit dem NX-A01 ein Kompaktlautsprecher für den Einsatz in Verbindung mit mobilen Multimediageräten, den man auf den ersten Blick ähnlich charakterisieren könnte: Der kleine, schwarz-hochglänzende Würfel besticht durch seine sehr kompakten Abmessungen (84 x 89 x 84 mm, B x H x T) und das geringe Gewicht von 310 Gramm. Was der kleine Akustiker, der auf dem Markt für rund 65 EUR erhältlich ist, sonst noch zu bieten hat, klären wir im nun folgenden Testbericht. 

Angeschlossen an:
Verarbeitung

Verarbeitung und Oberflächenqualität sind ohne Fehl und Tadel 

Angesagtes Klavierlack-Finish

Der mobile Lautsprecher leistet sich hier keine Schwäche: Die hohe Oberflächenqualität und die sauber gerundeten Ecken des würfelförmigen Gehäuses fallen ausgesprochen positiv auf. Die in neongrün beleuchteten Bedienelemente auf der Oberseite sind sehr gut integriert und passen sich dem Rest des Gerätes optimal an. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.  

Technik

Anschluss fürs Netzteil und einen 3,5 mm Miniklinkenstecker

3 cm Titankonus-Breitbänder

Angeschlossen am iPod Touch

Der NX-A01 wäre kein typisches Yamaha-Produkt, wenn nicht besonders clevere interne Technik für überzeugende akustische Voraussetzungen trotz der sehr kompakten Abmessungen sorgen würde. Der "Swing Radiator Bass", kurz SR Bass, nutzt die Schallenergie, die von den Lautsprechermembranen ins Innere des Gehäuses abgestrahlt wird, um einen Bass mit erstaunlicher Tiefe und Kraft zu erzeugen. Bei der verbauten Lautsprechereinheit handelt es sich um einen 3 cm messenden Titankonus, der als Breitbandlautsprecher ausgelegt ist, was bei derart kompakten aktiven Boxen üblich ist. Durch die Anordnung einer Lautsprechereinheit links und einer rechts im würfelförmigen Gehäuse soll ein ordentlicher Stereo-Effekt erreicht werden. Mit 2 x 4 Watt ist die Leistung der eingebauten Verstärkereinheiten nicht enorm großzügig bemessen. Einige Konkurrenten bieten zumindest auf dem Papier mehr. Leider ist der NX-A01 auf eine Steckdose angewiesen, praktischer wäre es gewesen, ihn gleich noch für den Betrieb mit Akkus/Batterien auszulegen, dann wäre ein deutlich erweitertes Spektrum mobiler Einsatzmöglichkeiten möglich gewesen. Als Anschlussmöglichkeit steht nur ein 3,5 mm Klinkenstecker zur Disposition. Eine zusätzliche USB-Schnittstelle wäre hier eine sinnvolle Option gewesen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Gut - sehr gut. 

Klang

Obwohl mit lediglich 2 x 4 Watt "starken" Endstufen auf dem Papier nicht sonderlich kraftvoll bestückt, lehrt der NX-A01 in der Praxis vielen Kontrahenten das Fürchten: Sein kraftvoller Antritt zieht sich hoch bis in enorme Lautstärkebereiche. Bei Luke Terrys "When it falls Apart" (Techno Club ""Talla 2XLC meets Alex M.O.R.P.H./B2B/Woody van Eyden", CD 2) bietet der NX-A01 eine Performance, die im höchsten Maße erstaunlich ist. Eine unter strengen Gesichtspunkten natürliche Wiedergabe, wie sie bei den kompakten Multimedia-Lautsprechern in überzeugender Weise der Canton DSS-103 ermöglicht, ist nicht die Domäne der nachdrücklich spielenden Yamaha-Box - sie stellt eher den puren Spaß am Hören in den Vordergrund, wie sich auch beim Track "I Love Trance" (Alex M.O.R.P.H. & Woody van Eyden) auf der selben CD zeigt.  Er beweist es der Zuhörerschaft, dass es auch bei einer kleinen mobilen Box richtig vorangehen kann - und zwar auch mit einem nachvollziehbaren Bassbereich. Bei Ludwig van Beethovens "Freude schöner Götterfunken" wirkt das gebotene Bassfundament des Yamaha schon beinahe zu üppig, und auch bei "Chan Chan" (Buena Vista Social Club) erwischt man die NX-A01 nicht genau auf dem richtigen Fuß. 

Nachdrücklich und mit erstaunlicher Basskraft macht sich Yamahas kleiner Lautsprecher ans Werk

Sie geht bei differenzierten Musikstücken etwas zu forsch zur Sache und übersieht dabei so manches kleine Detail. Prima dafür kommt sie mit Sandras "Midnight Man", einem deutschen Charthit aus den 80er Jahren, zurecht. Extrem facettenreich sind Cretus damalige Kassen-Schlager nicht - aber sie machen auch im 21. Jahrhundert immer noch Spaß, wenn man einfach mal schnell abschalten möchte. Die NX-A01 tritt mit ordentlich Verve auf - und vermittelt so viel Freude beim Hören. Mit Punch nimmt sich Yamahas kleiner "Spaßlieferant" auch Falcos "Out of the Dark" an - wen stört es da schon, dass die Yamaha-Box bei genauem Hinhören etwas zu bassstark und etwas vordergründig auftritt. Ein Makel allerdings wird beim Falco-Hit offenbart: Wenn Falco mit richtig Nachdruck beim Singen loslegt, wirkt die Stimme hörbar blechern und bietet keine Transparenz. Vergleicht man hier die ausgeglichene Hochtonwiedergabe des Canton DSS-103, ist festzuhalten, dass in diesem Teilbereich deutlich mehr Performance möglich ist. Im Gegenzug hängt die NX-A01 die Canton-Konkurrenz bezüglich Basswiedergabe und Pegelfestigkeit klar ab. Es ist also, wie meistens, eine Frage der persönlichen Prioriäten. Die Canton DSS-103 dürfte den erfahrenen, reiferen Hörer mehr ansprechen, während die NX-A01 für den jugendlichen Bassliebhaber und passionierten Disco- und Clubgänger die geeignete Alternative ist. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut. 

Fazit

jugendlicher Spaßmacher: Yamaha NX-A01

Yamahas ultrakompakter Sound-Würfel präsentiert sich in trendiger schwarz-hochglänzender Optik und ist mit seinem kräftigen, bassbetonten Klang eine verheißungsvolle Offerte für jugendliche Bassliebhaber, die auch bei einem sehr kompakten mobilen Lautsprecher nicht auf das Erlebnis nachdrücklicher tieffrequenter Wiedergabe verzichten möchten. Mit der gebotenen überraschenden Grobdynamik ist der NX-A01 ein echter Spaßmacher, der sich für die Wiedergabe sehr differenzierter Musik allerdings weniger eignet. Die Verarbeitung ist hervorragend, dass nicht die Möglichkeit zum Akkubetrieb besteht, ist allerdings ein Nachteil. 

Stilistisch interessanter Kompaktlautsprecher mit kraftvollem Bass

Transportable Multimedia-Lautsprecher obere Mittelklasse
Test 28. Januar 2008
Preis-/Leistungsverhältnis (Marktpreis)

+ Gute Pegelfestigkeit
+ Kraftvoller Klang
+ Hochwertiges Finish
+ Sehr kompakt

- Basswiedergabe für manchen Musikstil zu dominant
- kein Akkubetrieb möglich

Test: pr/th
Redaktion: Thomas Hermsen
28. Januar 2008