TEST: Pioneer Pure Audio-Stereokombi A-A9/PD-D9J 

23. Mai 2008 (cr)

 

Einführung

Pioneer verdeutlicht in allen Geräteklassen den Anspruch, Premium-Qualität sowohl in optischer als auch in technischer Qualität anzubieten - also auch bei den aktuellen Pure Audio-Stereokomponenten. Für jeweils 899 EUR werden der Stereo-Vollverstärker A-A9 und der SACD-/CD-Player PD-D9J offeriert - ein konsequenter Aufbau im Sinne einer hohen Klangqualität und eine moderne Optik, die neue stylistische Trends setzt, sollen für eine entsprechende Akzeptanz bei anspruchsvolleren Stereo-Hörern sorgen, die gleichzeitig noch Sinn für ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis haben. Was Pioneers Stereo-"Team" leistet, lesen Sie im folgenden Test. 

Ausstattung und Technik, Verarbeitung

Weiße Displays mit dunkler Schrift - schön anzusehen, aber nicht immer gut ablesbar

Der A-A9 kommt mit einer extravaganten Optik sehr modern daher. Die Gerätefront mit der "Treppenstufe" auf der Frontplatte sieht sehr hochwertig und gelungen aus. Die Bedienelemente sind auf das Wesentliche reduziert, was für ein "cleanes" Design sorgt. Das weiße Display sieht sehr gut aus, die Ablesbarkeit ist aber nicht perfekt. Die Passung der aus Aluminium bestehenden Frontblende überzeugt, seitlich sind die Spaltmaße sauber und gleich bleibend. Der Lautstärkedrehregler sieht sehr gut aus und hat eine angenehme Größe. Die Führung könnte mit einer leichten Rasterung aber noch mehr Präzision und haptische Wertigkeit vermitteln. So gleitet der Drehregler etwas emotionslos durch die Hand. Der Eingangswahl-Regler hingegen ist gut gerastert und zudem ergonomisch. Die Gerätestandfüße machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Innenleben des mit einer FTC-Sinusleistung (20 - 20.000 Hz, 4 Ohm) von 2 x 70 Watt (FTC-Sinusleistung 20 - 20.000 Hz, 8 Ohm 55 Watt + 55 Watt ) versehenen Verstärkers erscheint für die Preisklasse außerordentlich gelungen. So ist der Pioneer-Amp quasi wie ein Mono-Verstärker aufgebaut, zwei getrennte Verstärkerzüge für die beiden Kanäle sind klar auszumachen: Jeder hat seinen eigenen Ringkerntrafo nebst Netzteilsektion, eigene Elkos und einen eigenen Kühlkörper. Dieser streng symmetrische Aufbau ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich. Alle Baugruppen sind direkt auf der massiven, doppelten Bodenplatte mit Kupferschrauben befestigt. Das gesamte Chassis erscheint uns sehr stabil und verwindungssteif. Mit 11,5 kg ist der  (B x H x T) 420 x 113 x 369 mm messende Verstärker durchschnittlich schwer für ein 2-Kanal-Gerät mit analogen Endstufen - bei dieser Modellreihe setzt Pioneer nicht, wie beim neuen AV-Verstärker-Topliner "Susano" auf digitale Endstufeneinheiten. 

Konsequenter Verstärkeraufbau mit getrennten Zügen für beide Kanäle, erkennbar an den zwei Ringkerntrafos und den jeweils eigenen Aluminium-Kühlkörpern. Auch besitzt jede Endstufe eigene Elkos

Genauer Blick auf Trafo- und Elko-Sektion

Die beiden Alu-Kühlkörper im Detail

Sehr sauber und überdurchschnittlich in seiner Preisklasse: Der SACD/CD-Player begeistert mit seinem Top-Layout. Im Inneren des PD-D9J sorgen zwei Wolfson 192 kHz/24-bit Hochleistungs-Digital-Analog-Wandler, die parallel arbeiten, für eine präzise Umwandlung digitaler in analoge Signale, wenn über den Stereo Cinch-Ausgang ausgegeben wird.

Sorgfältiges Platinenlayout beim PD-D9J

Blick auf die Laufwerkseinheit

Netzteilsektion

Optisch lassen sich betreffend des PD-D9J die identischen Aussagen treffen wie beim Verstärker - er ist eine sehr zeitgemäße, aufgeräumte Erscheinung, nur wenig Bedienelemente finden sich auf der Frontblende - das passt. Die beiden Pioneer-Komponenten werden mit dieser intensiven, aber nie drückenden optischen Ausstrahlung den Weg in viele Haushalte finden, in denen Wert auf Qualität und Design gelegt wird. Die CD/SACD-Lade ist gut gelagert, eine überdurchschnittliche Hochwertigkeit wird aber nicht geboten. Dafür sind die analogen Cinch-Ausgänge von besonders hoher Qualität. Sie sind vergoldet und ausgesprochen kontaktsicher. 

Auch der SACD/CD-Player überzeugt ebenso wie der A-A9 durch seinen stringenten, hochwertigen inneren Aufbau. Ein geschirmtes Netzteil und eine klare Trennung in Stromversorgungs- und Arbeitssektion sind die Merkmale. Ein akkurates Platinenlayout und ein festes Chassis sind weitere Pluspunkte des 899 EUR-Geräts. Die Verkabelung beim SACD/CD-Player fällt zu unserer Freude sehr übersichtlich aus - im Sinne kürzester Signalwege finden sich nirgendwo lange "Strippen", die den Innenraum verunstalten und Signalverluste mit sich bringen. Der Player verfügt über ein spezielles, vierschichtiges Chassis mit Seitenteilen, Oberteil und Frontplatte aus Aluminium. Die besonders steife Unterkonstruktion bewirkt eine extrem hohe, innere Stabilität, die eine Klangwiedergabe ohne Interferenzen und Nebengeräusche ermöglicht.  Die Pioneer-typischen TAOC Füße sehen nicht nur gut aus sondern entkoppeln des Gerät auch effektiv von Schwingungen. Mit Abmessungen von 420 x 113 x 340 mm passt der 11 kg schwere SACD/CD-Spieler  perfekt zum A-A9. Der Pioneer PD-D9-J spielt CDs und SACDs, CD-R und CD-RWs ab. Er ist ebenfalls  MP3- und WMA-kompatibel. Für eine Verbesserung der Hochtonwiedergabe normaler CDs (deren Frequenzspektrum reicht nur bis 20.000 Hz) sorgt Pioneers "Legato Link Pro"-Schaltung, die auf psychoakustischer Grundlage arbeitet und sich zur Aufgabe macht, den bei CDs (durch die Frequenzbeschneidung bei 20 kHz bedingt) praktisch nicht vorhandenen Oberwellenbereich aufzubereiten, damit mehr Brillanz und Transparenz bei der Wiedergabe hoher Frequenzen gegeben ist.

Die Pioneer Stereo-Komponenten von hinten - es lassen sich ausschließlich positive Eindrücke sammeln, denn die Anschlussterminals sind sehr gut verarbeitet. Der SACD/CD-Player bietet einen optischen und einen koaxialen Digitalausgang. Der Verstärker verfügt sogar über eine USB-Buchse

Der A-A9 ist mit Klangregler für Höhen und Tiefen ausgestattet, wer es lieber ohne Beeinflussung mag, kann den "Direct"-Modus verwenden. Ein "Sound Retriever" (analog) verbessert den Klang von komprimierten Dateiformaten wie MP3.  Die Anschlüsse des A-A9 umfassen Audioeingänge für CD, Phono MM + MC, Tape, AUX, Tuner, einen USB-Anschluss sowie einen Audio-Ausgang (Tape) und einen Vorverstärkerausgang, wenn für die Beschallung größerer Lokalitäten eine leistungsstärkere Endstufe angeschlossen werden soll. Soll es anstatt sehr  laut eher - für die anderen Familienmitglieder oder die Nachbarn - sehr leise sein: Selbstverständlich ist auch ein Kopfhörerausgang vorhanden. 

Die Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse sind sehr solide, außerdem leichtgängig und bieten auch hochwertigen Bananensteckern Halt

Die Fernbedienungen dürften hochwertiger verarbeitet sein 

Nicht überzeugen konnten uns die mitgelieferten Fernbedienungen im Scheckkarten-Format. Sie entsprechen nicht der optischen Noblesse, die die beiden Pioneer Komponenten ausstrahlen - hier sollte man zumindest eine dünne Alu-Oberfläche o.Ä. über die Fernbedienung legen - dann wäre der Anspruch schon gleich ein anderer.  Trotzdem sind unsere Eindrücke bezüglich der Verarbeitung und dem Aufbau insgesamt sehr positiv. Es wird ein Level geboten, der alles andere als selbstverständlich in der Preisklasse ist, in der sich beide Komponenten aufhalten. Die Ausstattung ist ebenfalls tadellos, es wird weder beim Verstärker noch beim SACD/CD-Player etwas Essentielles vermisst. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Klang

Getestet wurden Pioneer A-A9/PD-D9J mit unseren Nubert nuLine 122 Exclusiv. Auch wenn man aufgrund der ausladenden, sehr hoch belastbaren 2-Wege-/2 Subbass-Standlautsprecher fast denken könnte, dass die bezüglich der Abmessungen kompakte Pioneer Stereo-Lösung hiermit leicht überfordert sei, beweist sich im Test als Vorurteil: Der Pioneer Stereo-Vollverstärker kommt ausgezeichnet mit den nuLine 122 zurecht, die gesamte Kette erscheint akustisch sehr harmonisch. Die nuLine 122 ist ein Lautsprecher, der sehr neutral und klar darstellt. Eine gleichmäßige Betonung aller Frequenzbereiche ist ebenso gegeben wie ein (sollte das Quellmaterial dies hergeben) straffer, sehr nachdrücklicher Bass. Im Mitteltonbereich agiert die nuLine 122 ebenfalls ausgesprochen gekonnt und offeriert eine genau ausbalancierte, facettenreiche Wiedergabe. Die Höhen werden korrekt akzentuiert wiedergegeben, Aggressivität und Schärfe sind der nuLine 122 selbst bei hoher Lautstärke fremd.

Hier nun kommt die Pioneer-Kombination ins Spiel, denn ihr Grundcharakter ist von ruhigem, sicheren, aber gleichzeitig dynamisch-lebendigem Spiel geprägt. Sie behält bis zu gehobenem Pegel hervorragend die Kontrolle und lässt sich auch von heftigen Dynamikattacken nicht aus der Ruhe bringen. Bei Bon Jovis 80er Jahre Charthit „Living on a Prayer“ stellen die Pioneer-Komponenten Stimmen wie Instrumente sauber voneinander getrennt dar. Gleichzeitig vermittelt das Gebotene Kraft und Nachdruck – bei erstaunlicher Schnelligkeit. Diese Vorzüge lassen sich auch Techno- und Trance-Musik verschiedener Interpreten nachvollziehen - so wird auch bei „Raumpatrouille“ von Kosmonova der harte, markerschütternde Bass sehr kontrolliert in den Hörraum getragen. Dynamisch und nachdrücklich befördert die Kombi aus A-A9 und PD-D9J auch Scooters „Imaginary Battle“ in den Hörraum. Man kann der Musik Scooters mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber stehen – hinsichtlich Dynamik und Belastbarkeit wird der Verstärker durchaus gefordert.

Klanglich ist der Pioneer A-A9 sehr harmonisch im Umgang mit dem unteren Frequenzbereich – er stellt ihn rund und in sich schlüssig dar. Der mögliche Tiefgang ist enorm und für die Preisklasse als sehr gut zu bezeichnen. In Bezug auf seine tonale Auslegung neigt er leicht dazu, die Bässe sehr charakteristisch und intensiv zu gestalten, wobei er dies aber mit klanglicher Klarheit und Dynamik wieder sehr schön ausspielt. Anders ausgedrückt: Wer einen Verstärker sucht, der schon bei normalen Hörlautstärken im Bassbereich das nötige Feuer entwickelt, wird mit dem A-A9 sehr zufrieden sein. Die gerade bei tiefen Frequenzen sehr ausgeprägte Dynamik des zugehörigen SACD-Players beweist, dass diese beiden Komponenten erstklassig zusammenspielen und eine harmonische Gesamtlösung nicht nur optisch, sondern auch akustisch darstellen. 

Wo der Pioneer ebenfalls seine Talente aufblitzen lässt, ist im gesanglichen Part von Laura Brannigans „ Self Control“: Die Stimme Brannigans ertönt bestimmt, dynamisch, mit Verve. Der Pioneer A-A9 gibt Stimmen grundsätzlich sehr klar und mit einer von Dynamik und Stabilität geprägten Aura wieder. Bezüglich der Platzierung im Raum fällt auf, dass die Kombination aus beiden Pioneer-Modellen es schafft, eine erstaunlich plastische, beinahe direkt fassbare Unterbringung vokaler Elemente zu ermöglichen. Die Bühne wirkt sehr weitläufig und klar definiert. Bezüglich der Tiefenstaffelung ist eine saubere Struktur erkennbar, hintere, eher im Background angesiedelte musikalische Ebene werden nicht mehr ganz vollständig erfasst.  Das allerletzte Bisschen vokaler Kontur opfert das Pioneer-Gespann einer harmonischen Ausgestaltung des gesamten Stücks. Wir finden diese Auslegung gerade in Anbetracht der Preisklasse absolut in Ordnung, denn schließlich werden am Pioneer A-A9 wohl kaum Lautsprecher der 3.000EUR/Stück-Liga und höher angeschlossen. Mit der runden und klaren Charakteristik eignet sich das Pioneer-"Team" sehr gut zur Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Lautsprechern. Gerade Boxen der Anbieter Nubert und Teufel können mit ihrer recht neutralen, frischen und mitreißenden Spielweise sehr gute Ergänzungen zu den Pioneer Stereo-Geräten sein. 

Der Pioneer-Kombination bereitet erstaunlicherweise auch bei klassischer Musik und insbesondere bei lauterer Gangweise eine klangliche Bühne von hervorragender Weite, nie kommt das etwas gedrückt- komprimierte Gefühl auf, was wir sonst von preisgünstigeren Stereo-Lösungen her kennen. Die Detaillierung ist sehr gut, allerdings handhabt es der Pioneer auch bei klassischen Stücken so, dass entspanntes, langzeitiges Hören auch mit erhöhtem Pegel stressfrei möglich ist. Dafür wird das letzte Stückchen mögliche Ausleuchtung im Hochtonbereich geopfert. Dies wird aber höchstes dem sehr versierten Hörer auffallen. Wie sich bei der instrumentalen Aufbereitung der James Bond-Filmmelodien durch das London Symphonic Orchestra (SACD) zeigt, ist die schwungvolle, raumfüllende Wiedergabe der Pioneer-Kombi ausgesprochen angenehm. Auch Streicher erscheinen nie zu spitz, sondern glänzen stets durch exzellente Verständlichkeit. Bei "Diamonds are Forever" werden die prinzipiellen Strukturen sauber aufgenommen und auch kleine Dynamikunterschiede werden gut dargestellt. Nur im hochfrequenten Bereich könnten Sensibilitäten noch klarer und mit etwas mehr Prägnanz zum Ausdruck kommen. 

Insgesamt kommen der A-A9 und der PD-DJ9 sehr gut mit beinahe allen Musikstilen zurecht – man könnte es so formulieren: Durch die geschickte akustische Bearbeitung dieser beiden Komponenten haben die Pioneer-Ingenieure und die beteiligten Akustiker der berühmten Londoner Air Studios den Geräten beinahe alle überhaupt denkbaren unschönen klanglichen Marotten "aberzogen". Alles wirkt wie aus einem Guss und sehr harmonisch – der sehr kräftige Bassbereich ist bei dieser Auslegung bewusst gewählt worden, um den runden, angenehmen Sound nachhaltig zu unterstützen. Billig-aufgesetzt wirkt der Bass nie. Er betätigt sich als solides, Kraft spendendes Fundament, das jederzeit bei entsprechendem Quellmaterial vorhanden ist. Die nahtlosen Übergänge zwischen Bässen, Mitten und Höhen zeigen das hohe Potential der Pioneer-Lösung eindrucksvoll auf. Der fließend-harmonische Gesamtcharakter gewinnt durch diese Beobachtung weiter an Gestalt. High- Endig im klassischen Sinne sind beide Geräte, man könnte sagen, "Gott sei dank", nicht ausgelegt. Der nüchtern-analytische Klang, überrepräsentiert in den oberen Mitten, zu schlank im Bassbereich, passt auch nicht mehr allzu gut in die heutige Zeit, die von Stress und Hektik geprägt ist. Hier sind Komponenten gefragt, die dem Anwender ein Abschalten vom Alltag und ein bewusstes Eintauchen in musikalische Welten gewähren können. Es geht den wenigsten Hörern, auch den erfahrenen, die häufiger Konzerte besuchen, darum Musikstücke analytisch motiviert zu sezieren, sondern die Freude am kultivierten, räumlich fülligen, klaren Hören steht im Fokus. Genau dieser Klientel kommt das Pioneer-Duo bestens entgegen.

Klar ist in diesem Zusammenhang, dass die Grenzen der nuLine 122 deutlich höher liegen. Bei allem Respekt vor der Leistung des A-A9: Wenn man in großen Hörräumen richtig hohe Pegel fährt, ist der A-A9 nicht die optimale Wahl. Er ist eher in Lokalitäten bis 35 Quadratmeter richtig aufgehoben, und am wohlsten fühlt er sich bei etwas erhöhter Lautstärke. Es kann auch mal deutlich lauter werden als das, was man landläufig unter der „Zimmerlautstärke“ versteht, und  es macht sogar enormen Spaß, den runden Sound mit viel Substanz zu genießen. Irgendwann macht eine hörbare Komprimierung im Bassbereich und leichtes Verzerren im äußersten Hochtonbereich dann aber deutlich, dass massive Pegelorgien nochmals teureren und üppiger dimensionierten Verstärkern vorbehalten bleiben sollten. 

Ziehen wir einige akustische Vergleiche. Die Harman Kardon HK 970/HD 970 stereolegend-Kombination kann bilanzierend dem Pioneer-Duo nicht das Wasser reichen - dabei sieht es bei einem reinen Vergleich der Verstärker noch sehr gut aus, denn mit der Pegelfestigkeit, die der HK 970 offeriert, kann die Pioneer-Einheit nicht mithalten. Dafür agiert der A-A9 deutlich dynamischer und spritziger. Hier ist es also eine Frage des persönlichen Geschmacks. Anders sieht die Sache beim PD-D9J und beim KD 970 aus - die Pioneer-Maschine offeriert eine bessere Grob- und Feindynamik, Details werden auch in unteren akustischen Ebenen besser eingearbeitet. Hier erarbeitet sich Pioneers Player einen klaren Vorsprung, der Harman Kardon erscheint etwas träge, wenn auch voll und rund klingend. Insgesamt entpuppt sich das Pioneer-Duo hier als der bessere Kompromiss - rund klingt diese Kombination ebenso wie das "Pärchen" von Harman Kardon, aber die Pioneer Stereokomponenten verstehen es besser, diesen homogenen, schlüssigen Klang mit solider Grob- und Feindynamik zu kombinieren. Die HK-Geräte erscheinen etwas zu sehr auf ruhig-kräftigen Sound ausgelegt, der manchem schon etwas zu schwer erscheinen dürfte. Preisgünstige und harte Konkurrenz droht Pioneer und Harman Kardon vom Denon-Duo PMA-700AE/DCD-700AE. Weniger als die Hälfte kostend, darf man Denons erfolgreiche Stereo-Komponenten nach wie vor gern als Maßstab für hochwertige und preisgünstige Stereo-Komponenten sehen, die ihrer Favoritenrolle auch im Vergleich mit den den doppelt so teuren Lösungen von HK und Pioneer gerecht werden: Samtig, klar und rund klingend, ordnet sich der PMA-700AE schon beinahe in der 800 bis 900 EUR-Liga ein. Wer genau hinhört, wird allerdings Vorteile der teureren Verstärker ausmachen können - der HK bietet gerade bei höherer Lautstärke mehr Kraft und intensiver erlebte Räumlichkeit, der Pioneer erzielt grob- wie auch feindynamisch bessere Werte und punktet mit einem stabileren Bühnenaufbau. Der Denon CD-Player DCD-700AE hingegen ist die Überraschung - denn den HD-970 kann dieser enorm gelungene Player hinter sich lassen, er spielt impulsiver und detailliert präziser. Mit dem PD-D9J gelingt dieser Coup nicht - die sehr gut ausbalancierten, exakt umrissenen Mitten, die direkt und "seamless" anschließenden Höhen und der straffe, gleichzeitig runde Bass sind eine sehr gelungene Kombination, die deutlich macht, dass der Pioneer-Player auch in einer anderen Preisklasse spielt. 

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet

Fazit

Die Pioneer-Stereo-Kombination aus dem Verstärker A-A9 und dem SACD/CD-Player PD-D9J fällt bereits optisch positiv auf - das schicke, unverwechselbare und moderne Design sorgt für frischen Wind.  Erfreulich ist, dass auch die Verarbeitungsqualität der beiden Geräte auf hohem Niveau angesiedelt ist: Sowohl außen als auch innen sichert sich das Duo ausgezeichnete Zensuren.  Der Aufbau des A-A9 mit den beiden Ringkerntransformatoren und dem steifen Chassis ist überdurchschnittlich hochwertig geworden. Nicht überzeugt haben uns die mitgelieferten Fernbedienungen im Scheckkarten-Format, die einen etwas sehr preisgünstigen Touch mit hineinbringen. Akustisch gefällt das "Team" mit sicherem, klarem und souveränen Spiel. Der kräftige Bass und die intensiv erlebte Räumlichkeit sorgen für viel Spaß beim Hören. Die Pegelfestigkeit ist gut, aber nicht auf sensationellem Level. Für beinahe alle Praxisanwendungen in Hörräumen bis 35 Quadratmeter dürfte das Gebotene aber problemlos ausreichen. Der angenehme Klang macht es möglich, dass praktisch alle Musikrichtungen problemlos mit den zwei Pioneer-Modellen genossen werden kann. Die nahtlosen Übergänge zwischen den Frequenzbereichen ist sehr lobenswert. Im Hochtonbereich setzen die Pioneer Stereo-Komponenten eher auf Harmonie und Gefälligkeit als auf den letzten Schliff bezüglich der gebotenen Transparenz.

Klar, dynamisch und kräftig aufspielende, optisch enorm elegante Stereo-Kombination mit hochwertigem Innenleben

Stereo-Kombinationen obere Mittelklasse
Preis-/Leistungsverhältnis
Test 26. Mai 2008

+ Klarer und kräftiger Klang
+ Sehr gut geeignet für nahezu alle Musikrichtungen
+ Glaubhaft dargebotene Räumlichkeit
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Moderne und elegante Optik

- Transparenz im Hochtonbereich könnte stärker ausgeprägt sein 

Text: Carsten Rampacher
26. Mai 2008