TEST: Philips CinemaOne - Heimkino-Spaß im Miniaturformat?

01.12.2008 (cr)

Funktion zusammen mit 4 GB USB-Stick mit gespeicherten jpeg-, WMV- und MP3-Dateien

Es ist möglich, sich eine Bildvorschau anzeigen zu lassen 

Keine Anzeige von ID3-Tags

Das Menü ist grafisch sehr schlicht gehalten. ID3-Tags sind nicht verfügbar. Es ist dafür möglich, eine Diashow durchzuführen und dazu die auf dem USB-Stick abgelegten jpeg-Bilder anzuschauen. Obwohl im Hintergrund die Musik läuft, baut die CinemaOne die einzelnen Bilder sehr schnell und in guter Qualität auf. Der Kontrast ist tadellos, die Bildschärfe ordentlich. Farben werden natürlich wiedergegeben. Es ist möglich, sich vom Bild, das dargestellt werden soll, eine Bildvorschau anzeigen zu lassen. Videos im WMV-Format werden rasch geladen und problemlos abgespielt.

Funktion zusammen mit Apple iPod Nano 4 GB 

On Screen Menü bei der iPod-Wiedergabe

Das geöffnete iPod-Dock

Nach dem Einsetzen ins Dock auf der Oberseite des CinemaOne wird der iPod erkannt. Mittels der Fernbedienung ist es nun möglich, alle Abspielfunktionen des iPods zu nutzen und auf Wiedergabelisten, Alben, Interpreten etc., zuzugreifen. Ein entsprechendes On Screen Menü, welches sehr übersichtlich geraten ist, zeigt alles Relevante an. Leider ist die Anzahl der Zeichen bei der Listenanzeige und der Anzeige des gerade laufenden Titels stark begrenzt. 

Funktion zusammen mit Apple iPhone 3G 16 GB

Nach etwas "Eingewöhnung" funktioniert der Betrieb auch zusammen mit dem iPhone 3G (im Flugmodus)

"Dieses Zubehör wurde nicht für den Betrieb mit dem iPhone entwickelt" - das Zusammenspiel mit dem iPhone 3G funktioniert nicht reibungslos, so scheint es auf den ersten Blick. Das iPhone rät, den Flugmodus zu verwenden, um Interferenzen zu vermeiden, was wir getan haben. Nach kurzer Zeit dann verständigen sich iPhone und CinemaOne, und wie beim iPod Nano funktioniert die Navigation dann über die Fernbedienung. 

Laufwerk

Slot In-Laufwerk mit Beleuchtung

Das recht leise Laufwerk fällt im Betrieb nur durch leichtes Sirren auf. Die Fehlerkorrektur steigt bei deutlich mitgenommenen CDs und DVDs aus. Leicht zerkratzte Exemplare werden ohne Schwierigkeiten wiedergegeben. Die CinemaOne merkt sich die Stelle, an der die zuletzt eingelegten Discs zuletzt unterbrochen wurde. Nach Entfernen der DVD und dem anschließenden erneuten Einlegen wird der Spielbetrieb an der zuvor verlassenen Stelle fortgesetzt, das ist sehr komfortabel. Allerdings stimmten beim Wiedererkennen der Disc die Sprachoptionen (gesprochene Sprache) bei "Star Wars Episode III" nicht mehr. Bei "Sahara" hat sich die CinemaOne die korrekte Spracheinstellung gemerkt Die Einlesezeiten sind ausgesprochen kurz. Gesamtnote Laufwerk in Relation zur Preisklasse: Gut - sehr gut. 

Klang 

Die Klangqualität ist beachtlich gut - sobald die Lautstärkepegel aber höher werden (größer als 25, bis 30, manchmal sogar bis 33 noch erträglich, zwischen 30 und 40 deutliche Verzerrungen), merkt man, dass Philips bei einem so kompakten Gehäuse keine Wunder vollbringen kann. Es ist allerdings festzustellen, dass die Pegelfestigkeit für ein so kleines Gerät ausgesprochen überzeugend ausfällt. Dies kann von der Wirkung der verschiedenen Audio-EQ-Programme nicht behauptet werden. Hier ist zwischen den einzelnen Voreinstellungen praktisch kein Unterschied zu bemerken. Bemerkenswert ist aber, wie gut komprimierte Dateien generell klingen. Tonal recht ausgewogen, nur minimal topfig, ansonsten lässt sich die CinemaOne-Lösung kaum etwas vorwerfen. Die Raumwirkung bei "Star Wars Episode III" hat uns verblüfft - die CinemaOne schafft es tatsächlich, in kleineren Hörräumen so etwas wie Surround-Flair aufkommen zu lassen. Gute 2.1-Systeme mit virtueller Surroundfunktion bieten noch mehr Feeling, aber für ein All-In-One-Microsystem ist es sehr beachtlich, was "CinemaOne" leistet. Die Darstellung von Stimmen ist, wie sich bei Star Wars Episode III und bei "Sahara" nachvollziehen lässt, gut gelungen. Natürlich fehlt es an detailliertem vokalen Charisma, aber das kann man von einem Einsteigersystem auch nicht erwarten. Überzeugend ist auch jeden Fall die klare Verständlichkeit auch bei höheren Pegeln. Kleine akustische Nebensächlichkeiten erfasst das Philips-System sogar zum Teil, insgesamt ist es erstaunlich, wie viel räumliche Tiefe erzeugt wird. Der kleine Subwoofer unter dem Gehäuse überrascht mit einer Präsenz, die man dem kleinen Lautsprecher gar nicht zugetraut hätte. Es ist verständlicherweise nicht möglich, eine richtige Tiefbasswiedergabe zu realisieren, aber immerhin - man merkt, dass die Tonspuren von "Sahara" und "Star Wars Episode III" recht kräftig abgemischt sind. Geht es um die Wiedergabe von Musik-CDs, so erfüllt CinemaOne auf jeden Fall die Grundbedürfnisse von "Otto Normalverbraucher". Als Wiedergabegerät für die Hintergrundmusik beim Abendessen oder für Abende, die mit netter Musik in Zimmerlautstärke gemeinsam auf der Couch stattfinden, ist die kleine AV-Anlage auf jeden Fall geeignet. Eine homogene Wiedergabe mit guter Räumlichkeit konnten wir auf jeden Fall feststellen, das Klangbild erschien sogar recht lebendig und nicht zu oberflächlich-fade. Gesamtnote in Relation zu Gerätekategorie und Preisklasse: Sehr gut. 

Bildqualität, DVD hochskaliert auf 1.080p

Bei "Star Wars Episode III" läuft die Schrift zu Beginn des Films recht ruhig über den Bildschirm. Nur ab und zu stören leichte Flimmereffekte, ebenfalls sind leichte Rauschmuster in der Schrift sichtbar. Die Buchstaben sind sauber umrandet, es kommt nicht zu "Heligenscheinen" oder anderen Überstrahlungseffekten. Das Schwarz wirkt ebenso wie die Sterne etwas verwaschen, für eine preisgünstige Komplettlösung aber sind die Ergebnisse ohne Zweifel gut. Der durchs Bild gleitende Sternzerstörer wird recht sauber erfasst. Nur am oberen Rand rechts ist auf der Außenhaut des großen Raumschiffs und am Rand leichtes Flimmern sichtbar. Der Kontrast ist sehr gut, Einzelheiten des Flügels sind tadellos auszumachen. Bei der Sicht aus den Raumjängern herunter auf Coruscant fällt auf, dass die CinemaOne Anlage anders als die meisten Kontrahenten im günstigen All-In-One-Segment in der Lage ist, verschiedene visuelle Ebenen zu trennen. Die Bildtiefe ist für eine solche Gerätschaft ausgezeichnet. Das Innere des Kommandoschiffs von General Grevieous wird mit guten Abstufungen wiedergegeben, was erneut belegt, dass der Kontrast wirklich ohne Fehl und Tadel ist. Extrem scharf ist das Bild nicht - Philips wählt lieber eine "langzeittaugliche", augenfreundliche Auslegung mit natürlicher Bildschärfe. Wer viel Wert auf eine hohe Gesamt-Bildschärfe legt, wird mit dieser Komplettlösung nicht ganz glücklich. Gerade auf hochwertigen Full HD-Panels sieht man, dass bezüglich der Bildschärfe noch mehr möglich ist. Bei "Sahara" sind ähnliche Beobachtungen zu machen. Das Bild erscheint sehr angenehm und farblich überraschend neutral. Leichtes Rauschen ist zu sehen, dafür sind die Treppenstufen, die an diagonalen Linien entstehen, relativ gering. Insgesamt kann man daher mit den visuellen Leistungen der CinemaOne zufrieden sein, sie macht ein besseres Bild als verschiedene DVD-Player der unteren Mittelklasse. Gesamtnote Bild in Relation zur Preisklasse: Sehr gut. 

Fazit

Schick und audiovisuell überraschend gut: CinemaOne von Philips

Philips hat mit der CinemaOne eine optisch attraktive, sauber verarbeitete All-In-One-Lösung im Programm, die zudem mit einer reichhaltigen Ausstattung überzeugt. Dass die Ausgabe von 1.080p-Signalen möglich ist, gefällt ebenso wie der kleine Video-EQ an Bord, dem leider ein Schärferegler fehlt. Sehr gut ist, dass "CinemaOne" mit vielen verschiedenen Medien und komprimierten Formaten zurecht kommt. Durch das eingebaute iPod-Dock und den USB-Anschluss sind die Einsatzmöglichkeiten beinahe unbegrenzt. Der Klang ist für ein so kleines Komplettsystem mit integrierten Lautsprechern überraschend gut, das Bild mit sehr gutem Kontrast und natürlichen Farben punktet ebenfalls. Das etwas träge Zusammenspiel zwischen Gerät und Fernbedienung, die zudem bezüglich Arbeitswinkel und Reichweite Verbesserungspotential aufweist, ist als Kritikpunkt anzuführen. Auch die sehr schlichte Menügrafik passt nicht zu einer modernen, zeitgemäßen Komponente. 

Sauber verarbeitete, optisch interessant gestaltete AV-Komplettlösung mit geringem Platzbedarf, ordentlichen audiovisuellen Eigenschaften und praxisgerechter Ausstattung
 
Komplettsysteme untere Mittelklasse
Test 01. Dezember 2008
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Bild mit natürlichen Farben und sehr gutem Kontrast
+ Voll befriedigende Scaling- und De-Interlacingeigenschaften
+ Guter Klang gerade bei Filmen
+ USB-Anschluss und integriertes iPod-Dock für hohe Flexibilität
+ Übersichtliche Fernbedienung
+ Durch sehr kompakte Abmessungen minimaler Platzbedarf

- Kommunikation Gerät - Fernbedienung etwas träge
- Menügestaltung wirkt altbacken

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Test: Carsten Rampacher
01. Dezember 2008