INFO: HD-AV-Welt: Fragen/Antworten zu Blu-ray, Full-HD und HD-Tonformaten

27.03.2008 (cr)

Neue HD-Tonformate auf Blu-ray

Dolby TrueHD-Decoding im Onkyo THX Ultra 2-AV-Receiver TX-NR905

Aktivierung der 1.080p/24 Hz-Bildsignalausgabe beim Philips Blu-ray-Player BDP-7100

Einleitung

Schöne neue AV-Welt: In Zeiten von Blu-ray, Full-HD, Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio tun sich vielfältige Möglichkeiten auf, um die Freude an einer qualitativ hochwertigen audiovisuellen Wiedergabe nachhaltig zu steigern. Gleichzeitig aber drängen sich auch jede Menge neuer Fragen auf, die vielleicht einer akkuraten Lösung und einem sauberen Aufbau einer HD-Anlage im Wege stehen. Wir möchten versuchen, in diesem kleinen Special entsprechende Antworten auf elementare Fragen zu geben. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen. 

Die neuen Tonformate

Verlustfreie Königsklasse bezüglich facettenreichem Sound: DTS-HD Master Audio

"The Empire strikes back": Natürlich verfügt auch Dolby über ein verlustfrei komprimiertes HD-Tonformat

  • Welche neuen Tonformate gibt es? Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, DTS-HD High Resolution Audio und DTS-HD Master Audio.

Wahlmöglichkeit: Dolby Digital Plus (verlustbehaftete Komprimierung), Dolby TrueHD (verlustfreie Komprimierung)

Bei DTS stehen HD High Resolution Audio oder HD Master Audio zur Disposition

  • Sind die neuen Tonformate alle qualitativ gleich gestellt? Nein. Dolby Digital Plus und DTS-HD High Resolution sind, ebenso wie die hinlänglich bekannten Tonformate DTS Digital Surround und Dolby Digital, verlustbehaftet komprimierte Formate. Das heißt, dass bei der Komprimierung der Ursprungsdaten zwecks raumökonomischem Handling auf dem Datenträger Informationen verloren gehen. DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD hingegen sind verlustlos komprimierte HD-Tonformate. Hier sollte keinerlei Basisinformation beim Setzen des Codecs verloren gegangen sein. 

  • Klingt Dolby TrueHD oder DTS-HD Master Audio besser? Wie schon beim "Formate-Duell" Dolby Digital versus DTS kann hier keine globale Aussage getroffen werden. Geht es um schiere theoretische Systemdaten, bietet DTS-HD Master Audio eine nochmals höhere Performance. Dolby TrueHD gibt sich hier "bodenständiger". In der Praxis jedoch ist es wie üblich eine Frage der jeweiligen Abmischung, d.h., wie sorgfältig und effektiv mit dem jeweiligen Ausgangsmaterial umgegangen wurde.

Es gibt auch Blu-rays mit DTS-HD High Resolution Audio-Tonspur

  • Bieten Dolby Digital Plus und DTS-HD High Resolution Audio überhaupt einen klanglichen Benefit? Diese beiden Formate bieten prinzipiell einen klanglichen Vorteil selbst gegenüber gut abgemischten Dolby Digital- und DTS-Tonspuren. Dieser fällt allerdings eher subtil denn gewaltig aus und findet seine Ausprägung in einer leicht verbesserten Weitläufigkeit und einer etwas höheren atmosphärischen Dichte.

Die brillantere und transparentere Hochtonwiedergabe sind Vorteile von Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio

  • Wo liegen die klanglichen Vorteile von Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio? Im Gegensatz zum Sprung von Dolby Surround auf die damals neuen Digitaltonformate Dolby Digital und DTS Digital Surround haben wir es diesmal mit einer Evolution und keiner Revolution zu tun. Die akustischen Vorteile der neuen verlustfrei komprimierten Tonformate liegen zunächst in einem deutlich höheren Dynamikumfang, das heißt, die Lautstärken-Differenz zwischen leisester und lautester Film- oder Musikpassage ist ungleich höher als bei herkömmlichen Tonformaten aus der SD-Ära. Zu vergleichen ist dieser Vorteil auf visueller Ebene mit einem drastisch erweiterten Kontrastumfang, der praktisch alles zwischen tiefem Schwarz und leuchtendem Weiß abbilden kann. Das Ergebnis ist ein komplettes, vielschichtiges Bild und im Falle der akustischen Dynamik ein komplettes, facettenreich aufgebautes Klangbild. Die Hochtonwiedergabe ist durch die erhöhte Bittiefe und die gesteigerte Abtastrate (Samplingrate) brillanter und transparenter. Der Bass ertönt präziser und strukturierter. Die räumliche Verteilung wirkt feiner und authentischer.

Flexible Schaltzentrale: AV-Receiver oder -Verstärker mit Decodern für die neuen HD-Tonformate

Kennzeichen des HD-Zeitalters: Nur mit der HDMI-Signalübertragung ist die höchstmögliche audiovisuelle Performance gegeben

Hochwertige Lautsprecher stellen die Vorzüge der neuen Tonformate eindrucksvoll zur Schau (Aurum 5.0-Set Montan VII/Base Prestige T, 7.1-THX Ultra 2-Set Teufel System 9)

Sehr leistungsfähige, zum Genuss der neuen HD-Tonformate geeignete Boxensysteme müssen nicht zwangsläufig teuer sein - als Beispiel dient das Nubert nuBox 5.2-Set

  • Was brauche ich, um die neuen HD-Tonformate genießen zu können? Zum einen einen HD DVD- oder Blu-ray-Player mit der Möglichkeit, die Formate über die HDMI-Buchse (die in diesem Fall dem Standard 1.3 entsprechen sollte) als Datenstrom (Bitstream) auszugeben. Zum anderen einen AV-Receiver oder AV-Verstärker, der die entsprechenden Decoder eingebaut hat, um die Formate decodieren zu können. Und zum dritten ein hochwertiges Lautsprechersystem, das bezüglich Frequenzgang und Hochton-Wiedergabe in der Lage ist, die systembedingten Vorteile der neuen HD-Tonformate auszunutzen. 

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Eindeutige Kennzeichnung auf dieser Blu-ray

  • Wie kann ich sehen, ob meine Blu-ray oder HD DVD Tonspuren mit den neuen Tonformaten enthält? Meist sind die Kennzeichnungen mittlerweile eindeutig, und es geht auch klar daraus hervor, ob es sich um eine DTS-HD Master Audio- oder um eine DTS-HD High Resolution Audio-Tonspur handelt. Ab und zu aber verwirren Bezeichnungen wie "DTS-HD" ohne weiteren Zusatz doch noch. Dann bringt nur das Einlegen der Disc Aufschluss über den tatsächlichen Standard. 

Anschluss/Signalverarbeitung
  • Wie bekomme ich die neuen HD-Tonformate digital aus dem Blu-ray- oder HD DVD-Player? Nur mittels HDMI (möglich ab Standard 1.3). Mittels des optischen oder koaxialen Digitalausgangs oder einer älteren HDMI-Form (1.0, 1.1, 1.1a oder 1.2) ist es nicht möglich, Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, DTS-HD Master Audio und DTS-HD High Resolution Audio aus dem Blu-ray- oder HD DVD-Player zu führen. 

  • Kann ich die neuen Tonformate auch im Player decodieren lassen und den Ton analog über den 5.1/7.1-Ausgang ausgeben? Es gibt aktuell kein Gerät, das alle HD-Tonformate intern decodieren kann. Daher ist für die Nutzung aller HD-Tonformate in vollem Umfang ein separater AV-Receiver/-Verstärker mit entsprechendem Decoder nötig.

Sind mehrere Zuspieler vorhanden, bietet sich ein entsprechend ausgerüsteter AV-Receiver als Schaltzentrale an

Moderne Edel-AV-Verstärker wie der Yamaha DSP-Z11 verfügen über viele HDMI-Eingänge

  • Wenn ich mehrere HD-Zuspieler mit HDMI und einige SD-Zuspieler habe: Wie verbinde ich alles, damit ich eine überzeugende Bild- und Tonqualität habe? Um hier für eine hohe Leistungsfähigkeit zu sorgen, ist ein AV-Receiver oder -Verstärker mit entsprechenden Anschlussmöglichkeiten und Signalaufbereitungsfähigkeiten gefragt. Habe ich z.B. einen HD DVD-Player, einen Blu-ray-Player, einen HDTV SAT-Receiver und einen herkömmlichen DVD-Recorder, so brauche  ich einen AV-Receiver mit mindestens drei HDMI-Eingängen (Blu-ray, HD DVD, SAT-Receiver) und z.B. einem analogen Komponenteneingang für den DVD-Recorder (ansonsten S-Video). Bei qualitativ hochwertigen Full HD-Signalen übernimmt der AV-Receiver lediglich die Funktion eines Switches/Umschalters. Das heißt, mittels der Quellumschaltung kann der Anwender zwischen den einzelnen HD-Quellen hin- und herschalten, die aktuell gewünschte Quelle leitet der AV-Receiver über seinen HDMI-Ausgang ans Bildwiedergabegerät weiter. Signalbearbeitung findet im AV-Receiver keine statt. Bei analogen SDTV-Signalen können verschiedene Wege möglich sein: Entweder übernimmt der AV-Receiver nur die Wandlung des analogen Signals in die digitale Ebene und gibt das Signal in SD-Auflösung digital ans Bildwiedergabegerät weiter (dieses ist dann für Upscaling und De-Interlacing verantwortlich), oder aber der AV-Receiver führt intern eine Hochskalierung auf eine der HD-Auflösungen 720p, 1.080i oder 1.080p durch. Dann gibt er das Signal bereits bearbeitet weiter. Manche AV-Receiver sind nicht in der Lage, zu skalieren, können aber de-interlacen. Das heißt, aus einem analog eingehenden 576i-Signal kann ein digital ausgehendes 576p-Signal gemacht werden. Für welche Art der Signalverarbeitung und Signalbearbeitung man sich letztendlich entscheidet, hängt von den Fähigkeiten von Zuspieler, AV-Receiver und Bildwiedergabegerät ab. Fakt ist, dass immer mehr AV-Verstärker-/Receiver über eine leistungsfähige De-Interlacing/Scaling-Elektronik verfügen und somit den Part als Videosignalverarbeitungs-Schaltzentrale überzeugend wahrnehmen können. 

  • Was ist bei 1.08p/24 Hz-Signalen zu beachten? Nicht alle AV-Verstärker und -Receiver können 1.080p/24 oder auch 1.080p/60-Signale weiterleiten. Viele aktuelle Modelle beherrschen dies aber ohne Probleme. 

  • HDMI ist ist für die digitale audiovisuelle Datenübertragung zuständig. Gibt es da überhaupt Unterschiede zwischen einzelnen HDMI-Kabeln? Eigentlich müsste das audiovisuelle Ergebnis doch immer das selbe sein. Hier wollen wir nicht in irgendwelche philosophischen Betrachtungen über Kabel einsteigen, sondern uns auf praktische Tipps beschränken. Ein qualitativ gutes HDMI-Kabel der preislichen unteren Mittelklasse reicht für viele Anwendungen aus. Eine hohe Kontaktsicherheit und eine verschleißresistente Materialqualität sollten die Kaufentscheidung ausmachen. Sündhaft teuere HDMI-Kabel sind für die Verkabelung eines Blu-ray-Players, eines HD DVD-Spielers mit einem AV-Receiver und einem Flachbildschirm nicht notwendig. Anders sieht es aus, wenn eine 10 Meter-Distanz zwischen zuspielender Einheit und Beamer zu bedienen ist: Dann ist ein HDMI-Kabel gefragt, das über große Distanzen das Signal stabil hält, damit noch ein ausreichend starkes Signal am Projektor ankommt. Dann steigt der Spaß für das Ganze gleich doppelt an: Zum einen sind größere Kabellängen teurer, und gerade ab 5 Meter aufwärts wird es richtig teuer, zum anderen muss man dann auch noch auf eine hohe Qualität des Kabels achten. 

HD DVD-/Blu-ray-Player - Einstellungen

Übersicht über die möglichen Ausgabeauflösungen

Die 1.080p/24 Hz-Signalausgabe muss separat aktiviert werden

Der Toshiba Full HD-LCD-TV 46ZF355D bemüht sich auch bei Einspeisung von 1.080p/i/60-Signalen um eine ruckelfreie Bilddarstellung

  • Wie muss ich meinen HD DVD- oder Blu-ray-Player einstellen, um eine qualitativ optimale Bildsignalausgabe sicherzustellen? Hier ist zunächst zu klären, ob der Player über eine 1.080p/24 Hz-Bildsignalausgabe verfügt. Denn nur dann kann das Signal in bestmöglicher Güte weitergereicht werden. 1.080p/24 Hz ist, kurz erklärt, die Signalform, in der die Bilder auf der Blu-ray oder HD DVD gespeichert sind. Allerdings ist es in der Praxis nicht so einfach, dass der Player das Signal von der Blu-ray abgreift und simpel weiterleitet - es steckt ein ordentlicher Rechenaufwand hinter der 1.080p/24 Hz-Bildsignalverarbeitung. Sehr viele der aktuellen Blu-ray-Player und einige HD DVD-Spieler können 1.080p/24 Hz ausgeben. Ältere Modelle sind nicht dazu in der Lage. Sie können nur 1.080p/60 Hz ausgeben (oder, in Einzelfällen, nur 1.080i/60). Bei dieser Art der Bildsignalausgabe ist dann ein bei langsamen Bewegungen oder langsamen Kameraschwenks sichtbares Bildruckeln die Folge. Begründet liegt dies im 3:2-Pulldown. Wer diese Ruckelbewegungen wahrnimmt und einen älteren Player hat, besitzt demnach kein defektes Gerät - vielmehr lassen die Rahmenbedingungen eine perfekte Bildwiedergabe nicht zu. Abhilfe schafft hier nur ein Bildwiedergabegerät mit "Reverse Pulldown", welches in der Lage ist, den 3:2-Pulldown im Sinne einer besseren Bewegungswiedergabe durch interne Rechenprozesse rückgängig zu machen. 

  • Mein Blu-ray-/HD DVD-Player beherrscht 1.080p/24 Hz, und ich habe im Menü als Bildsignalausgabe 1.080p eingestellt. Trotzdem stelle ich ein Ruckeln des Bildes bei langsamen Bewegungen fest. Im Menü praktisch aller Player ist bei Aktivierung der 1.080p-Signalausgabe eine Ausgabe in 1.080/60 Hz gemeint. Die 24 Hz-Ausgabe muss separat aktiviert werden (meist gekennzeichnet mit "Video 24 fs/fs = Frames an/aus). Selbst dann, wenn als maximale Signalausgabe (z.B. für die Signalausgabe herkömmlicher DVDs) nur 1.080i aktiviert ist, 24 fs aber auf "an" steht, werden Blu-rays in 1.080p/24 Hz ausgegeben, eine normale DVD aber mit 1.080i. 

Der Einsatz des Video-EQs sollte sehr überlegt erfolgen

  • Das Bild meiner HD DVD/Blu-ray wirkt insgesamt unausgewogen, obwohl die Disc überall als Bildreferenz gehandelt wird. Woran kann das liegen? Hat der Blu-ray- oder HD DVD-Player einen internen Video-Equalizer, so ist nachzuprüfen, ob sich dieser im neutralen Grundeinstellung befindet. Oftmals sind die ab Werk eingegebenen "Null-Werte" leider nicht absolut neutral, sondern eine neutrale Einstellung kann leicht darunter oder darüber liegen. Wir raten des Weiteren dazu, etwaige Rauschfilter komplett zu deaktivieren, wenn Blu-rays oder HD DVDs wiedergegeben werden. Auch andere Features wie Farb- und Kantenverstärkung zunächst nicht einsetzen, sondern deaktivieren. Weitere Möglichkeit: Das Signal wird nicht im optimalen Format ausgegeben, sondern z.B. anstatt in 1.080p/24 Hz in 720p. 

Bildwiedergabegerät - Einstellungen

Hervorragender Full HD-LCD: Philips AUREA 42PFL9900D/10 

  • Was heißt "Full-HD"? Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein Bildwiedergabegerät, welches beim Panel über eine native Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel verfügt. Zum Vergleich: HD ready-Geräte weisen Auflösungen von 1.024 x 768, 1.280 x 768 oder 1.366 x 768 Pixel auf, ein herkömmlicher Röhren-TV bringt eine Auflösung von 720 x 576 Pixeln (entspricht der PAL-Auflösung) mit. 

Wichtig ist die Wahl des richtigen Bildmodus, soll ein Full-HD-Signal akkurat angezeigt werden

  • Mein Full-HD-Flachbildschirm hat so viele verschiedene mögliche Bildformate. Welches muss ich anwählen, wenn ich ein Full-HD-Signal zuspiele? Diese Frage ist von elementarer Bedeutung. Aktuelle Full-HD-Flachbildschirme sind praktisch alle in der Lage, das Full-HD-Signal pixelgenau auf den Screen zu bringen. Das heißt, es findet keinerlei interne Skalierungsarbeit statt. Mittels geeigneter Testbilder lässt sich das auch nachvollziehen. Allerdings muss sich der Flachbildschirm im richtigen Bildformat-Modus befinden. Hier sollte man sich in der Bedienungsanleitung informieren, wie der entsprechende Modus (z.B. "TrueScan") bezeichnet wird, in dem das Full-HD-Signal direkt ohne weitere Skalierung angezeigt wird. Nur dann ist eine maximale Bildqualität (z.B. kein Overscan, wenn der Modus richtig arbeitet) möglich. Bei älteren Full-HD-Geräten ist es durchaus möglich, dass der Fernseher nicht in der Lage ist, das Signal ohne interne Bearbeitung pixelgenau zu übertragen. 

  • Mein Blu-ray/HD DVD-Player gibt 1.080p/24 Hz aus, und mein Bildwiedergabegerät nimmt 1.080p/24 Hz entgegen. Trotzdem sehe ich Bildruckler. Die Frage ist letzten Endes, ob das Bildwiedergabegerät intern das Panel auch mit 1.080p/24 Hz ansteuert. Manche Panels "verstehen" als Ansteuerungsfrequenz nur 60 Hz. Dann ist die 1.080p/24 Hz-Signalentgegennahme eine Farce, denn intern wird das Signal dann doch wieder durch eine pulldownähnliche Prozedur angepasst, was die berüchtigten Bildruckler zur Folge hat.  Ein Bildwiedergabegerät, welches richtig mit einem 1.080p/24 Hz-Signal umgeht, rechnet dieses für eine akkurate Darstellung auf ein ganzzahliges Vielfaches von 24 hoch - im Sinne flimmerfreier, flüssiger Darstellung. 

Mittels entsprechender Testbilder kann der TV optimal eingestellt werden

Besonders der Kontrast entscheidet über eine sehr gute Bildqualität

  • Wie bereite ich mein Bildwiedergabegerät auf eine optimale Bilddarstellung vor? Abhängig von den Aufstellbedingungen (starker/schwacher externer Lichteinfall z.B.) ist es von elementarer Wichtigkeit, Bildhelligkeit und Kontrast mit Hilfe entsprechender Testbilder zu optimieren. Die Reihenfolge: Zuerst wird die Bildhelligkeit angepasst, und anschließend der Kontrast. Das menschliche Auge reagiert von allen Bildparametern am sensibelsten auf den Kontrast. Dieser sollte möglichst groß sein, nur dann ist ein plastisches, vielschichtiges Bild das Resultat. Ein kontrastarmes Bild wirkt flau und zweidimensional. Erst in weiteren Schritten kann man dann überprüfen, ob eine Anpassung anderer Parameter wie Bildschärfe und Farbwiedergabe nötig ist. Noch eine Anmerkung: Kaum ein Plasma- oder LCD-Gerät ist frei von Farbstichen. Sehr gut sichtbar werden diese z.B. bei Grautreppen-Testbildern. Ein leichter rötlicher, violetter oder grüner Einschlag ist bei beinahe jedem Panel zu sehen. Die Stärke und Ausprägung der jeweiligen Farbstiche können bei verschiedenen Chargen des identischen Geräts unterschiedlich ausfallen. 

Rauschunterdrückungen sollten beim Betrachten von HD DVDs oder Blu-rays deaktiviert werden

  • Das Bild meiner Blu-ray oder HD DVD wirkt weich gezeichnet und unscharf,  obwohl ein 1.080p/24 Hz-Signal dargestellt wird. Tritt dieses Phänomen auf, sind meist aktivierte Rauschfilter als "Schuldige" zu ermitteln. Wir raten, bei Zuspielung eines nativen Full HD-Signals alle Rauschfilter, die der Flachbildschirm bereit stellt, zu deaktivieren. Generell gilt: So kürzer der Signalweg bei der Reproduktion von Full HD-Material, umso besser die Bildqualität. So wunderbar sich verschiedene interne Schaltungen zur Bildoptimierung vielleicht bei Videomaterial, analogen/digitalen Fernsehsendungen und herkömmlichen DVDs auswirken mögen: Bei HD-Material ist eine Deaktivierung meist die beste Wahl. Daher raten wir, den Großteil der internen Videosignalverarbeitung in die Warteschleife zu schicken. Dies ist leider nicht immer möglich, so muss der Anwender damit leben, dass selbst dann, wenn praktisch alles deaktiviert ist, noch in den Signalweg eingegriffen wird. 

  • Sehe ich normale SDTV-Sendungen auf meinem Full-HD-Flachbildschirm an, ist das Bild eine einzige Katastrophe. Woran liegt das?  Dieses Phänomen hat viele Anwender maßlos enttäuscht. Sie legten sich einen Full-HD-TV zu in der Absicht, Fernsehsendungen in optimaler Qualität genießen zu können, und nun ist das Bild schlechter als beim alten Röhrenfernseher. So traurig dies auch klingen mag - dies ist zu einem beträchtlichen Teil in den Rahmenbedingungen, unter denen aktuell zu einem großen Teil hierzulande noch TV-Sendungen ausgestrahlt werden, begründet. Die meisten Sendungen liegen aktuelle noch in SDTV vor, das heißt, eine Auflösung von 720 x 576 Pixeln wird erzielt. Diese sehr kleine Auflösung muss vom Full-HD-TV auf eine ungleich höhere Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel hochgerechnet - das bedeutet "übersetzt", dass der Flachbildschirm die SDTV-Auflösung auf die fünfmal höhere Full-HD-Auflösung hochrechnen muss. Und: Das analoge TV-Signal ist oft verrauscht, unscharf und farblich inhomogen. Das digitale TV-Signal ist pixelig, manchmal unnatürlich überschärft und flau. Daher sind die eingehenden TV-Signale qualitativ nicht mit einer guten DVD zu vergleichen, die auch "nur 720 x 576 Pixel Auflösung mitbringt, bei sauberer Komprimierung und akkuratem Mastering aber deutlich bessere Voraussetzungen für ein Upscaling auf Full-HD mitbringt. Wundert man sich, dass auch angebliche HD-Ausstrahlungen visuell unbefriedigend sind, so kann der Grund darin gesucht werden, dass nicht selten von der Sendeanstalt einfach SD-Inhalte hochskaliert und dann ausgestrahlt werden. Diese Inhalte sind natürlich von deutlich schlechterer Qualität als ein von HDTV-Kameras nativ aufgenommenes Full-HD-Signal. Ganz freisprechen von der "Schuld" am schlechten Bild kann man aber auch die Anbieter von Full-HD-TVs nicht. Oftmals sind lieblos entwickelte, empfangsschwache und unsensitiv agierende interne analoge/digitale Tunereinheiten ebenso mit "schuldig" wie billige De-Interlacing- und Scaling-Units. Dass es deutlich besser geht und dass man auch aus analogen SD- Fernsehsignalen eine Menge herausholen kann, beweist z.B. Philips mit seinen sehr guten Tunereinheiten in den Full-HD-TVs. 

Fazit

Mit etwas Basiswissen und Geduld ist es problemlos möglich, sich zu einem vernünftigen Preis eine fürs neue HD-Zeitalter vollständig geeignete AV-Anlage aufzubauen. Ist man mit den elementaren Grundbegriffen vertraut, stellt die optimale Konfiguration auch kein größeres Problem dar. Wir raten allen Interessierten, sich sorgfältig umzuschauen, vorab zu informieren und nicht eine überstürzte Entscheidung zu treffen. Viel wichtiger als eine besonders hochwertige Komponente ist ein gleichbleibendes Niveau innerhalb der gesamten Kette - denn diese ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied. 

Text: Carsten Rampacher
27. März 2008