TEST: Canton Surround-System Digital Movie 1

18. Juli 2008 (cr)



Einführung

Die Canton Systemlösung Digital Movie 1 (DM 1), dessen Marktpreis sich auf rund 1.100 EUR beläuft, besteht aus einem Soundbar und einem leistungsstarken aktiven Subwoofer, der die für das gesamte Set benötigten Endstufen enthält. Die Gesamt-Systemleistung  Im Gegensatz zu Yamahas Soundprojektoren, die das Reflexionsverhalten des Hörraums als Basis für die Erzeugung eines realistischen Surround-Sounds verwenden, basiert die Canton-Entwicklung auf psychoakustischen Effekten, die dem Auditorium auf virtuellem Wege eine Surround-Räumlichkeit eröffnen. In schwarzer oder silberner Version lieferbar, soll die DM 1 den Anwender ansprechen, der einen einfachen Aufbau, eine hochwertige Anmutung und eine gelungene Akustik vereint in einem Gerät sucht. In unserem Praxistest haben wir nachgeprüft, ob Cantons klangliche Komplettlösung überzeugen kann.

Verarbeitung

Sachlich-schlichte Formensprache des Soundbars

Geringe Spaltmaße

Die Gehäusekanten sind etwas spitz, ansonsten gibt es keine Beanstandungen

Tadelloses Finish im Detail

Hochwertige Schraubanschlüsse

Sehr gut verarbeitete Frontseite des aktiven Subwoofers

Formschönes Metallgitter

Gerundete Kanten. Im Detail minimale Schwächen bei den Spaltmaßen

Etwas spitze Kanten hinten

Solide Verschraubung des Anschlussfeldes

Korrekte Spaltmaße auf der Unterseite

Hochwertige Standfüße

Die Standfüße sind solide verschraubt

Etwas dicke, aber hochwertige Fernbedienung

IR-Controller mit hochauflösendem Display

Canton-typisch erfreut auch das DM 1-System mit einer hochwertigen Verarbeitung. Die Spaltmaße bei Soundbar und Subwoofer fallen relativ gleichmäßig aus, und die Metallgitter vor den Chassis strahlen Solidität und Haltbarkeit aus. Zudem sehen sie deutlich besser aus als die bei der Konkurrenz oft gern genommenen Stoff-Abdeckungen. Bei Canton zählt jedes Detail, darum kokettiert der aktive Subwoofer mit seinen großen, stabilen und formschönen Standfüßen, und die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals am Soundbar genügen auch höheren Ansprüchen. Nicht ganz perfekt sind die Ecken auf der Gehäusehinterseite ausgeformt. Sie erscheinen uns etwas zu spitz, während die Ecken an den Vorderfronten perfekt gearbeitet sind und keinerlei Verletztungsrisiko bieten. Das Anschlussterminal des Basslautsprechers ist sehr gut eingepasst und akkurat verschraubt. Viele Punkte sammelt das System durch die mitgelieferten Fernbedienung. Diese ist zwar etwas dick geraten, durch die gummierte Unterseite ist sie hinsichtlich der Materialqualität aber sehr gut gelungen. Auch das hochauflösende Display und die sehr gut eingepassten Tasten sorgen für Zufriedenheit. Gesamtnote Verarbeitung unter Berücksichtigung der Preisklasse: Ausgezeichnet.

Anschlussbestückung

 

Übersicht über alle Anschlüsse auf der Rückseite des aktiven Subwoofers

Lautsprecherkabel-Anschlüsse

Cinch-Anschlüsse

Mitgeliefertes Anschlusskabel

Die DM 1 Systemlösung verfügt über 2 koaxiale und einen optischen Digitaleingang. Es können allerdings nicht die optischen und die koaxialen Digitaleingänge parallel verwendet werden - ein Umschalter regelt, welche Art von Digitaleingang gerade aktiv ist. Des Weiteren sind 3analoge Stereo-Cinch-Eingänge verfügbar. Als Ausgänge gibt es einen Zone 2 Ausgang und einen Pre-Out, der wahlweise für Frontlautsprecher (2.1 Betrieb) oder Surroundlautsprecher (5.1-Betrieb) mittels Service-Menü zu konfigurieren ist. Als Anschluss-Partner für diese Pre-Outs sind weniger externe Endstufen als aktive Funklautsprecher (wireless) vorgesehen. Für den Fall, dass man den Soundbar nicht als komplette Klanglösung, sondern nur als Center einsetzen möchte, kann man mittels der Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse auf der Rückseite des Subwoofers auch diesen Anschlussweg realisieren. Gesamtnote Anschlüsse unter Berücksichtigung der Preisklasse: Befriedigend - denn HDMI findet keine Berücksichtigung. Wenigstens liefert Canton ein Signalkabel zum gleichzeitigen Anschluss von 2 digitalen Quellen und einer optischen Quelle mit. 

Konfigurationsmöglichkeiten und Bedienung

Bedienung und Konfiguration gestalten sich einfach

Übersichtliche Tastatur

Konfiguration mittels Punktmatrixdisplay der Fernbedienung

Bedienelemente auf der Subwoofer-Rückseite

Es befinden sich zwar auch kleine Bedienknöpfe auf der Rückseite der Subwoofereinheit, diese dürften in der täglichen Praxis aber eher selten Verwendung finden, so dass die Steuerung des Systems in beinahe allen Fällen ausnahmslos über die Fernbedienung erfolgt. Da das DM1 ausschließlich akustische Quellen und Eingangssignale verwaltet, sind keinerlei Videooptionen abrufbar, was wir als klaren Nachteil aufführen. Zumindest das Durchschleifen von HDMI-Signalen sollte möglich sein. Ein On Screen Menü gibt es nicht, da das DM 1 über keinen Videoausgang verfügt. Dies entpuppt sich aber nicht als gravierender Nachteil, denn das große Display der Fernbedienung ist für das Treffen aller relevanten Einstellungen völlig ausreichend. 

Die Konfigurationsmöglichkeiten:

• Input: Umschaltmöglichkeit zwischen den Eingängen ((DVD/SAT/TV/VCR/AUX/Radiotuner)
• Play Mode: Surround 1 (Virtual Dolby Digital, Virtual Dolby Pro Logic II, virtual DTS)/Surround 2 (bei Verwendung eines 5.1 Setups: Dolby Digital, DTS, Dolby Pro Logic 2)/Stereo
• Mute-Schaltung 
• Lautsprecher-Einstellmöglichkeiten (Front left/Front right/Subwoofer), Distanz einstellbar in 0,10 Meter-Schritten, Pegelangleich (in 1 dB-Schritten, - 6 dB bis + 6 dB für alle LS)
• Weitere Menü-Einstellmöglichkeiten/Parameter-Auswahl zur klanglichen Anpassung: Room Compensation (Function Treble/Function Bass, schaltbar von - 6 bis + 6 dB, bei akustisch stark bedämpften Räumen kann man die Höhen anheben, bei akustisch halligen Räumen absenken, bei einer freien Positionierung werden die Bässe angehoben, bei einer Positionierung in Wandnähe kann der Bass entsprechend abgesenkt werden), Bass Expand (Einstellbar: Expand normal, Expand medium, Expand bypass. Diese Funktion hat zur Aufgabe, gehörpsychologisch lautstärkeabhängig die Tiefton-Intensität anzupassen. Bei der Wiedergabe von Kinofilmen rät Canton zu "Expand normal" oder"Expand Medium". Bei der Wiedergabe von Musik in Stereo wird "Expand bypass", also eine Umgehung dieser Funktion, empfohlen), Lip Sync (0 bis 70 ms, einstellbar in 10 ms-Schritten), Dynamic (einstellbar: Full Dynamic/Compressed)
• Output:Wählbar sind Zone 2 mit LS-Reglung und Line Out
• Durch Drücken und Halten der Menü- und gleichzeitiges Drücken der Power-Taste kommt man ins Service-Menü der DM 1. Hier sind folgende Optionen einstellbar: i2c schaltet die interne Steuerung des Systems zu Service-Zwecken aus."Startup Volume" legt die maximale Lautstärke fest, die beim Einschalten des DM-Systems anliegt. Wird das Gerät bei einer geringeren Lautstärke ausgeschaltet, bleibt diese erhalten. Unter "Volume Limiter" kann eine maximal einstellbare und erreichbare Lautstärke eingestellt werden. "Preset" legt fest, ob das DM-System im 2.1 virtual Mode (Lieferzustand) oder im 5.1-Mode betrieben wird.
• Programmieren der Fernbedienung: Durch Halten und Drücken der "OK" Taste und zusätzliches Drücken der NUM-Taste gelangt man nach ca. 2 Sekunden in den Lernmodus der Fernbedienung. Innerhalb dieser Betriebsart kann man im zugehörigen Menü das zu programmierende Gerät mittels der "Select"-Taste auswählen. Ein Kreuz im Kästchen vor dem jeweiligen Gerät zeigt an, dass dieses Gerät bereits von der Canton-Fernbedienung erlernt wurde. Mit der "clear"-Taste können erlernte Geräte gelöscht werden. Wurde die gewünschte Quelle mit "Enter" bestätigt, kann man im nächsten Submenü mit "Select" die zu erlernende Funktion auswählen. Die Originalfernbedienung z.B. des BD-Players wird gegenüber der Canton-Fernbedienung positioniert, dann drückt man die Taste mit der zu erlerndenden Funktion an der Original-FB und wartet, bis von der DM-Fernbedienung dieser Vorgang im Display bestätigt wird. War die Programmierung erfolgreich, erhält man die Meldung "Programming successful". In der Praxis funktioniert das Programmieren von Befehlen sehr einfach - wir testeten die Möglichkeiten mit der IR-Fernbedienung unseres Pioneer BDP-LX70A, und mittels der Canton Fernbedienung konnte man ins Home Menü gelangen und dort die gewünschten Funktionen anwählen. 

Fazit dieser Wertung: Das Canton System ist sinnvoll und praxisgerecht ausgestattet. Die Steuerung aller Funktionen über die Fernbedienung ist einfach, da der IR-Controller sehr übersichtlich gehalten und nicht mit Tasten überfrachtet ist. Dadurch, dass jeder Bedienvorgang durch das beleuchtete, hoch auflösende Punktmatrixdisplay begleitet und kommentiert wird, sind auch anspruchsvollere Bedienprozesse wie das Erlernen neuer IR-Codes für weniger versierte Anwender möglich. Der gute Tastendruckpunkt hilft dabei, schnell zum gewünschten Ziel zu gelangen. Das manuelle Lautsprechersetup weist alle für die tägliche Praxis relevanten Einstelloptionen auf. Mittels einfach zu handhabender und verständlicher Funktionen können kleinere akustische Probleme, die ihre Ursache in der Beschaffenheit des Hörraums haben, gut abgeschwächt werden. Auch ein UKW-Radiotuner ist integriert. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Klang

Kinofilme:

Soundbar mit sehr guter räumlicher Wirkung

Sehr kräftiger Subwoofer mit kompakten Abmessungen 

1. James Bond 007, Casino Royale, Blu-ray, Modus Surround 1 Virtual Dolby Digital: Was die Canton-Anlage hier leistet, ist ohne jeden Abstrich überragend: Die nervenaufreibende Verfolgungsjagd auf der Großbaustelle wird akustisch imposant übertragen. Die gebotene Räumlichkeit ist frappierend, besonders bezüglich der Front-Effektkulisse, die sehr breit gefächtert und weitläufig erscheint. Die durch psychoakustische Effekte realisierte Surroundkulisse weiß ebenfalls zu überzeugen, wenngleich hier das auf Reflexionen basierende Konzept des Yamaha Soundprojektors eine noch authentischere Umgebung generiert. Allerdings ist der Soundprojektor bezüglich Aufstellung und Konfiguration deutlich komplexer und sollte eher von Anwendern fokussiert werden, die einige Erfahrungen mit Klangkalibrierung und Einstellparametern haben, aber nicht über den Platz verfügen, ein komplettes 5.1 Setup aufzustellen. Was Cantons DM 1 leistet, ist für diese Geräteklasse aber exzellent: Scharf und bellend zischen die Schüsse bei den Schusswechseln auf dem Botschaftsgelände am Zuhörer vorbei. Kleine Details wie ein vorbeifahrendes Auto im Hintergrund werden sehr gut eingearbeitet und von der Dimensionierung her treffend erfasst. Stimmen, ganz gleich ob weibliche oder männliche, gefallen mit glaubhafter Akzentuierung und sehr guter Präsenz. Die Stimme ist gut verständlich, wird aber nicht übertrieben in den Vordergrund gerückt. Überhaupt versteht es das DM 1sehr gut, mit dynamischen Verschiebungen umzugehen: Durch die sehr authentische Wiedergabe der Dynamikunterschiede (genau dies beherrschen viele dieser Systeme nicht einmal ansatzweise) wird eine realistische und glaubwürdige Wiedergabe erzielt. Große Explosionen wie die Gasexplosion auf dem Botschaftsgelände oder auf der Großbaustelle verleiht der optisch kompakte, aber bärenstarke aktive Subwoofer viel Gestalt. Ansatzlos wird ein höchst beachtliches Bassfundament zur Verfügung gestellt. Man kann die Fähigkeiten der DM 1-Systemlösung auch sehr gut bei größerer Lautstärke genießen, die Pegelfestigkeit ist enorm. Eine so hohe Affinität zu hohen Hörlautstärken haben wir bei einem solchen Gerätekonzept bislang noch nicht erlebt - dafür ein Sonderlob an Canton, denn mit dem DM 1 kann man problemlos in heimkinotauglicher Lautstärke hören. Nur das deutlich erhöhnte Grundrauschen stört dann etwas.

2. Star Wars Episode 3, DVD, Modus Surround 1 Virtual Dolby Digital: Auch bei der spektakulären Eröffnungsschlacht oberhalb von Coruscant leistet die DM 1 Beachtliches. Explosionen werden mit überraschendem Tiefgang und deutlichem Nachdruck durch den Subwoofer wiedergegeben. Die charakteristische Star Wars Melodie zu Beginn des Filme kommt mit Substanz und Kraft zum Zuhörer. Die Dialoge in den Raumjägern zwischen Obi Wan und Anakin erscheinen aus vokaler Sicht natürlich, stimmeigene Merkmale werden erstaunlich exakt erfasst. Der durch den Bildschirm gleitende Sternzerstörer bringt natürlich auch den kleinen Canton Subwoofer an seine Grenzen (diese Szene bringt praktisch jeden Subwoofer an die Belastungsgrenze), es zeigt sich aber erneut, wie gut es um den Tiefgang der Canton Lösung bestellt ist. Sehr gut gefällt uns der sehr klare Hochtonbereich - das hätten wir nie von einem derartigen System erwartet. Deutlich umrissen und mit sehr guter Dynamik versehen, kommen die hochfrequenten Klanganteile beim Auditorium an. Der beinahe nahtlos daran anschließende Mitteltonbereich lässt dann die gesamte Akustik zu einem einheitlichen Ganzen verschmelzen - selbst die akustische Lücke bis zum Eingreifen des aktiven Subs fällt ausgesprochen gering aus - so gering, dass normal erfahrene Hörer sie gar nicht ausmachen dürften. 

Musik Mehrkanal:

1. Jean-Michel Jarre, Jarre in China, DTS 5.1 gehört mit Modus 1: Beim Konzert in der verbotenen Stadt ist "Aero" sehr beeindruckend - und das Spektrum dieses Stücks wird vom DM 1 sehr gut dargestellt: Der voluminöse, kräftige Bass, die hochfrequenten Synthesizer-Anteile, die Dynamik - all dies verschmilzt zu einem intensiven Klangerlebnis. Die Präzision der Basswiedergabe liegt bei größeren, sehr potenten aktiven Subwoofern natürlich höher, aber für die Geräteklasse ist es ausgezeichnet, was der Canton-Woofer leistet. Vor allem, was er noch bei hoher Lautstärke an Kraft nachschieben kann, verdient höchsten Respekt. "Oxygene 4" wird vom DM 1 sorgfältig aufgebaut, die einzelnen akustischen Elemente zu Beginn werden gut eingearbeitet. Als die Basslinie einsetzt, entdeckt man erstaunt, wie deutlich der Canton Subwoofer den Raum öffnen kann. Das Anschlagen jeder Synthi-Taste durch Jarre wird gekonnt vermittelt. Gerade bei "Oxygene 4" beeindruckt die hervorragende Räumlichkeit, man fühlt sich tatsächlich von elektronischen Musikeffekten umgeben. Somit umgeht Cantons Digital Movie System geschickt die Problematik, dass der Zuschauer durch die nur von vorn kommende Wiedergabe sich einer sehr platten, zweidimensionalen Wiedergabecharakteristik gegenüber sieht. Mit der gebotenen, als realistisch erlebten Räumlichkeit liftet sich das DM 1 in eine andere Klasse - hervorragend. 

2. Pat Mentheny Group, The Way Up, Blu-ray, DTS, gehört mit Modus 1: Sehr gut wird das Beifall spendende Publikum eingearbeitet. Kleine instrumentale Nuancen werden natürlich nicht auf feindynamischem Weltmeisterniveau, aber auf absolut beachtlichem Level eingearbeitet: Wie klar und deutlich das Hi-Hat zu hören ist, hat uns überrascht. Auch die E-Gitarre und der Bass punkten durch die räumlich korrekte, präzise Darstellung. Sehr schön unterscheidet das DM 1 zwischen verschiedenen instrumentalen Ebenen und weiß trotzdem, alle Elemente zu einem stimmigen Ganzen zu verarbeiten. Der vermittelte Klangeindruck ist ausgesprochen intensiv und sogar mitreißend. Tempounterschiede innerhalb des Stücks werden stimmige abgebildet, die eingeflochtenen vielfältigen Geräusche, die in unterschiedlich tiefen Ebenen zu finden sind, kommen mit der geeigneten Prägnanz zum Ausdruck. 

Musik Stereo/Musik PLII virtual

1. Wax, Building a Bridge to Your Heart - Stereo: Der 80er Jahre Charthit klingt etwas blechern - dass die Aufnahme und das Mastering der zu Grunde liegenden CD nicht eben sensationell gelungen sind, kann auch die DM 1 nicht verbergen. Die gebotene Grobdynamik und die erzielbaren Pegel aber sind ausgesprochen erfreulich. Auch die breite Bühne spricht für das Canton-System. Man hat nie den Eindruck, dass sich der Klang zu deutlich um den Soundbar herum positioniert, sondern es findet eine gute Loslösung vom Lautsprecher statt. Der Subwoofer sorgt für ein gutes Fundament, ohne mit übertriebener Deutlichkeit einzugreifen und den Bass zu stark in den Vordergrund zu schieben. 

2. Human League, Don't You Want Me - Stereo: Klarer, sauberer Bass gleich zu Beginn des Songs - der kleine Canton Woofer überzeugt immer wieder aufs Neue und zeigt erstaunliche Qualitäten. Die Stimme wird im richtigen Verhältnis zur Basslinie und den weiteren Instrumenten angesetzt. Dadurch wirkt das Lied wie aus einem Guss und sorgt für Freude beim Auditorium. Die Synthesizer-Sounds erklingen sehr deutlich und präzise umrissen. Die männliche wie auch die weibliche Stimme werden mit Verve und guter Akzentuierung wiedergegeben. 

3. Lasgo, Pray - Dolby PLII virtual: Eine gute Räumlichkeit und ein erstaunlich präziser sowie harter Bass - wiederum lässt das DM 1 seine Muskeln spielen. Die weibliche Stimme erscheint nie aufgesetzt, sondern ausgesprochen gut eingearbeitet. Die Raumwirkung ist nicht von geringer Präzision und starkem Hall geprägt, sondern von einer glaubhaft vorgetragenen Weitläufigkeit, die nie übertrieben wirkt. Hier haben Cantons Entwickler offensichtlich ganze Arbeit geleistet. Die Basslinie weicht auch bei größerer Lautstärke nie auf, sondern bleibt strukturell stets fest und kräftig. Auch bei gestandenen Pegeln unterscheidet das DM 1 alle vokalen und instrumentalen Ebenen ohne Schwierigkeiten.

Fazit: Gratulation an Canton - akustisch kommen die Leistungen des DM 1 Systems einer kleinen Sensation gleich. Kräftig antretend, pegelfest, sauber und klar im Hochtonbereich, präzise und gut akzentuierte Mitteltonwiedergabe - besser geht es für ein Gerät dieser Kategorie und Preisklasse kaum noch! Gesamtnote Klang in Relation zu Preisklasse und Gerätekategorie: Hervorragend!

Fazit

Canton schafft die Sensation - die DM 1 holt sich unser Referenzprädikat! Nie hätten wir eine derartige klangliche Performance von einem aus Soundbar und Subwoofer bestehenden Virtual Surround-System erwartet, aber die DM 1 belehrt uns eines Besseren: Ein sehr kräftiger und zugleich überraschend präziser Bass mit erstaunlichem Tiefgang, eine hervorragende Raumwirkung, eine enorme Pegelfestigkeit auch im 25 Quadratmeter-Hörraum, eine sinnvolle Ausstattung und eine sehr hochwertige Verarbeitung verdichten sich zu einem erstklassigen Gesamtergebnis. Dass die Canton-Systemlösung auch noch ausgesprochen einfach zu bedienen ist, füllt das Punktekonto weiter an. Als kleinen Nachteil möchten wir nur die fehlende Video-Signalverarbeitung anführen. Wir halten es aber in der Praxis für den besseren Ansatz, eine akustisch brillante Lösung anzubieten, die die Videosignalverarbeitung außen vorlässt, als eine Systemlösung für Audio- und Video-Anwendungen zu offerieren, die aber im Endeffekt nichts wirklich überzeugend beherrscht. 

Besser geht es kaum noch: Einfach zu installierende, hochwertige verarbeitete Soundbar-/Subwoofer-Komplettlösung mit exzellenten klanglichen Eigenschaften und einfacher Bedienung

Soundbar-Komplettsystem obere Mittelklasse
Test 18. Juli 2008
Preis-/Leistungsverhältnis




+ Hervorragende Raumwirkung
+ Kräftiger Bass mit erstaunlichem Tiefgang
+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Klarer, aufgeräumter Hochtonbereich
+ Für Räume bis 30 Quadratmeter einzusetzen
+ Sinvolle akustische Ausstattungsoptionen
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Einfache Bedienung

- Keine Videosignalverarbeitung

Technische Daten
  • Verwendung Virtual Surround System 

  • Prinzip Center: 2-Wege Bassreflexsystem
    Subwoofer: Bassreflexsystem

  • Nenn-/Musikbelastbarkeit Center: 2x45 / 2x90 Watt
    Systemleistung 350 Watt 

  • Übertragungsbereich Center: 150...30.000 Hz
    Subwoofer: 25...150 Hz
    Übergangsfrequenz Center: 3.000 Hz
    Subwoofer: 150 Hz

  • Tieftonchassis Center: 4 x 110 mm, Aluminium
    Mitteltonchassis Center: 2 x 110 mm, Aluminium
    Hochtonchassis Center: 2 x 25 mm, Alu-Mangan

  • Impedanz 4...8 Ohm

  •  Abmessungen (BxHxT) Center: 90 x 14,5 x 12,5 cm
    Subwoofer: 25,5 x 45 x 37 cm
    Gewicht Center: 7,5 kg
    Subwoofer: 12,5 kg

  • Lieferbares Zubehör Tischständer TS 360 F

  • Besonderheiten Center:
    Wandhalter im Lieferumfang enthalten

  • Besonderheiten 350 Watt Mehrkanal-Endstufe
    Lernfähige Fernbedienung (Infrarot & Funk)
    Magnetisch abgeschirmt
    Praktische Plug & Play Lösung
    SC-Technologie
    Systemintegrierter FM-Tuner
    Vollaktives 2.1 Musik- und Heimkinosystem 

Test: Carsten Rampacher
18. Juli 2008