TEST: Aurum 5.0-Set Montan VII/Base Prestige T

12. März 2008 (cr)

Basisdaten

Aurum Montan:

  • 3-Wege Druckkammer-/Bassreflex-Standlautsprecher
  • Nenn-/Musikbelastbarkeit 160/250 Watt
  • Übertragungsbereich 25 bis 65.000 Hz
  • Wirkungsgrad (dB/1 W/1 m) 88
  • Für Verstärker von 4 bis 8 Ohm
  • Bändchenhochtöner
  • 135 mm Mitteltöner
  • 260 mm Bass
  • Maße (H x B x T in cm): 107 x 32,0 x 36,95
  • Lieferbare Farben: Creme weiß Lack, Graphit Lack, Kombination Holzfurnier Kirsche/Schwarz, Kombination Holzfurnier Ahorn Champagner/silbern
  • Preis pro Stück: 2.500 €

Aurum Base Prestige T:

  • 3-Wege Bassreflex Centerlautsprecher
  • Nenn-/Musikbelastbarkeit 140/200 Watt
  • Übertragungsbereich 30 bis 65.000 Hz
  • Wirkungsgrad (dB/1 W/1 m) 88
  • Für Verstärker von 4 bis 8 Ohm
  • Bändchenhochtöner
  • 170 mm Mitteltöner
  • 170 mm Tieftöner
  • Maße (H x B x T in cm) 21,5 x 60,0 x 39,4
  • Lieferbare Farben: Schwarz, Kirsche-rot, Ahorn Champagner, weitere individuelle Farben auf Anfrage
  • Preis pro Stück: 1.200 EUR

Gesamtpreis 5.0 Set (4 x Montan VII plus Base Prestige T): 11.200 EUR

Einleitung

Die Aurum Montan VII konnte bereits im Stereotest rundherum begeistern - wie wird sich dieser Lautsprecher in Surround-Konfiguration, das heißt ein Paar Montan für Front L/R und eines für Surround L/R, schlagen? Dieser Frage können wir nun problemlos nachgehen, da sich mit dem voluminösen Centerlautsprecher Aurum Base Prestige T nun eine passende Ergänzung im Aurum-Portfolio eingefunden hat. Wir haben eine 5.0-Kombination in unserem Testraum genau angehört. 

Verarbeitung

Hochwertige Gehäuseverarbeitung auch beim Center

Aurum-typische Kennzeichen des Prestige T sind die acrylummantelten Anschlussterminals

Sehr saubere Gehäuseverarbeitung - die Montan ordnet man spontan der Premium-Liga zu

Akkurat eingelassener, "vergitterter" Tieftöner

Die Montan ruht auf einem in silbern gehaltenen Sockel

Bereits im Stereotest haben wir uns der Verarbeitung der Montan sehr genau angenommen. Und auch unsere vier Montan VII, die wir für diese Testreihen ausgehändigt bekamen, überzeugen wieder durch ihr hochwertiges Finish. Bereits optisch stechen die Aurum-Boxen, ebenso wie die größeren Geschwister Vulkan VII und Titan VII, aus der breiten Masse hervor. Die spezielle Linienführung lässt eine optische Verwandtschaft zu hochwertigen klassischen Musikinstrumenten aufkommen. Die Materialien, die fürs Gehäuse Verwendung finden, sind ausgesprochen hochwertig, das Echtholzfinish ist makellos ausgeführt. Die Gehäuseecken sind sehr akkurat ausgeformt und bergen nur ein sehr geringes Verletzungsrisiko. Die etwas altbacken aussehenden Lautsprecher-Schutzgitter aus Stoff sitzen straff und sind problemlos abnehmbar. Alle Chassis sind sauber eingepasst, und große, hochwertige Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse nehmen auch Bananenstecker ohne Schwierigkeiten auf. Der Base Prestige T gefällt ebenfalls mit sehr guter Verarbeitung. Das Echtholzfurnier ist penibel genau aufgebracht. Die Chassis sind ebenso exakt eingepasst wie bei der Montan. Nur die hinteren Gehäuseecken sind etwas zu spitz - ein wenig mehr "Rundungen" würden hier die Haptik weiter verbessern. Die Anschlussterminals sind auch beim Base Prestige T qualitativ auf hohem Level. 

Hinter dieser massiven Abdeckung, die mit soliden Schrauben gesichert ist, verbirgt sich die Frequenzweiche

Das Lautsprecherkabel-Anschlussterminal aus der Innensicht

Die im Inneren der Montan verbauten Teile sind von namhaften Herstellern

Selektierte Bauteile für höchste Klangqualität

Blick auf die aufwändigen Gehäuseverstrebungen und die Druckkammer-Bassreflexkonstruktion der Montan

Klarer, konsequenter Aufbau - so sieht Qualitätsarbeit aus

Frequenzweiche

Real-Innenverkabelung bei der Montan

Hochwertige Innenverkabelung auch beim Center

Das dicke Gehäuse des Centers verhindert auftretende Resonanzen und Vibrationen

Qualität beim Base Prestige T: Die Platte, auf dem die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals ruhen, ist aus dickem Metall. Auch auf der innenliegenden Seite sind die Terminals hochwertig ausgeführt

 

Wer sich die Mühe macht und hinten einige Schrauben löst, erhält Einblicke ins Innenleben der Montan, die für Begeisterung sorgen: Die Innenverkabelung mit sehr hochwertigem Real Cable (mit üppigem Querschnitt) sorgt ebenso für Bestnoten wie die weit überdurchschnittlich hochwertige Frequenzweicheneinheit mit streng selektierten, besten Bauteilen, die von namhaften Qualitätsanbietern stammen. Das Gehäuse macht auch von Innen einen hochsoliden Eindruck. Kräftige Verstrebungen sorgen für eine hohe Steifigkeit. Der Center Base Prestige T punktet ebenfalls mit einem qualitativ überzeugenden Inneren. Die Verkabelung weist einen hohen Querschnitt auf, das Gehäuse ist aus dickem, Resonanz hemmenden Material gefertigt. 

Gesamtnote in Relation zum Preis: Hervorragend - perfekt.

Technik und Aufbau

Der Bändchenhochtöner ist Garant für fein auflösende Räumlichkeit im Hochtonbereic

Die Montan VII weist viele technische Gemeinsamkeiten mit ihren größeren "Geschwistern" Titan VII und Vulkan VII auf. Sie ist eine 3-Wege-Box, die nach dem Druckkammer-/Bassreflexprinzip arbeitet. Als Hochtöner setzt Aurum auch bei diesem Modell auf eine Bändchenkonstruktion, die nach dem magnetostatischen Prinzip arbeitet. Die besonders dünne und zudem ausgesprochen leichte Membran befindet sich in nächster Nähe zu vier Neodym-Magnetstäben. Neodym-Magneten sind besonders leistungsstark, so können sie im Vergleich zu konventionellen Magneten deutlich kleiner und leichter ausfallen. Die durch diese Konstruktion entstehende Kraft ist so immens, dass man sie mit bloßen Händen nicht mehr voneinander trennen kann. Die Membranfläche des Hochtöners ist im Vergleich zum Vorgänger beinahe viermal so groß. Aus diesem Grunde kann der neue Aurum Hochtöner eine ganze Oktave tiefer eingesetzt werden (ab 2 kHz) und kann 10 dB mehr an Maximaldruck erzeugen - was in der Praxis heißt, dass der neue Hochtöner doppelt so laut aufspielen kann wie der alte. Für die neue Konstruktion spricht auch die enorme Impulsschnelligkeit. 

26 cm-Tieftöner

Das Druckkammer-Bassreflexprinzip ist ebenfalls sorgfältig durchdacht. Die Membranrückseiten arbeiten auf ein Bassreflex-Volumen, an den Vorderseiten dagegen auf eine Druckkammer. Ursprünglich war diese Art der Technik professionellen Studiomonitoren vorbehalten. Vorteile der Technologie-Kombination sind der sehr gute Tiefgang (was man auch im Surround-Test eindrucksvoll nachvollziehen konnte), gekoppelt mit hoher Präzision. Auch für die Pegelfestigkeit ergeben sich Vorzüge, denn auch bei sehr hohen Lautstärken wirkt die Basswiedergabe noch souverän. Mit 26 cm ist der Tieftöner der Montan kleiner bezüglich des Durchmessers als der der Titan (38 cm) und der Vulkan (32 cm). Im Testbetrieb zeigte sich aber, dass auch dieser deutlich kleinere Tieftöner immer noch zu akustischen Spitzenleistungen fähig ist. 

Der Mitteltöner hat einen Durchmesser von 13,5 cm und ist wie der Basslautsprecher aus dem ausgesprochen stabilen, resonanzfreien und klangneutralen Werkstoff ALTIMA gefertigt. ALTIMA® vereint die drei Leichtmetalle Aluminium, Titan und Magnesium miteinander - um ein perfektes Schwingungsverhalten zu erzielen. Die Hauptursache für den unterschiedlichen Klang diverser Materialien liegt in der Tatsache, dass sich Membranen beim Schwingen unkontrolliert verbiegen und dann nicht genau den Vorgaben der Schwingspule folgen. Das Ausmaß dieser so genannten "Partialschwingungen" determiniert großenteils den Eigenklang von Membranen - den man eigentlich absolut gering halten möchte. Deshalb versuchen die Lautsprecherhersteller, materialbedingte Eigenresonanzen möglichst effektiv zu unterdrücken und auf verschiedene Frequenzen zu verteilen, um sie damit bestmöglich zu kaschieren. ALTIMA® eröffnet dagegen ganz andere Möglichkeiten: Zum einen lassen sich die Materialresonanzen damit aus dem jeweiligen Einsatzbereich der Lautsprecher herausdrängen oder -schieben, und zum zweiten wird es ermöglicht, die Resonanzen zu bündeln und dann per Netzwerk zu eliminieren. Das scheint simpel, gelingt aber kaum mit anderen Materialien. Daher sind Schnelligkeit, Genauigkeit und die Abwesenheit von Eigenklängen die besonderen Kennzeichen der Aurum-Konusmembranen.

Base Prestige T mit Bändchenhochtöner

Zwei Bassreflex-Öffnungen auf der Rückseite des Base Prestige T

Der Base Prestige T Center ist extra als Surround-Ergänzung für Titan, Vulkan und Montan konstruiert worden. Er verfügt ebenfalls über ALTIMA Membranen und setzt im Hochtonbereich auf eine Bändchenkonstruktion. Somit sind durch die eng verwandte Konzeption sehr ähnliche tonale Eigenschaften garantiert. Die für Aurum/Quadral- Speaker typische Laufzeit- bzw. Phasenkorrektur  in der Frequenzweiche erweitert den horizontalen Abstrahlwinkel, so dass der Base Prestige auch den Hörern eine hervorragende Klangqualität bietet, die seitlich von der Hauptachse sitzen. Aufgrund der opulenten Abmessungen von 215 x 600 x 394 (H x B x T in mm) bringt der Center ein großes Gehäusevolumen mit - auch dies ist neben der Chassisbestückung ein wichtiger Punkt, um mit den großen Aurum Standboxen akustisch zu harmonieren. 

So verheißungsvoll unser Set in 5.0-Konfiguration allerdings auch sein mag: Wir können Aurum nur empfehlen, noch einen tonal passenden Regallautsprecher zu Montan VII; Titan VII und Vulkan VII zu entwickeln, der auch optisch passt. Ebenfalls wäre ein aktiver Subwoofer mit kraftvoller Endstufe eine sinnvolle Abrundung des Sortiments. So wäre man bei der Zusammenstellung eines Surround Set Ups weitaus flexibler. 

Insgesamt weist das Aurum 5.0-Lautsprecherset einen hohen konstruktiven Aufwand zum fairen Kaufpreis auf.  Gesamtnote unter Berücksichtigung des Preis-/Leistungsverhältnisses: Hervorragend 

Testequipment
Klang

Überragend schlägt sich das Aurum-Set bei der Wiedergabe von verlustfrei komprimierten Dolby TrueHD-Tonspuren

Da wir einen TEST im Stereobetrieb bereits in aller Ausführlichkeit durchgeführt haben, beschränken wir uns hier auf die Eindrücke, die wir in den umfangreichen Surround-Testreihen sammeln konnten. Ein brillantes Werkzeug zur Standortbestimmung von Lautsprechersystemen ist die Dolby Demo-Blu-ray "The Sound of High Definition". Die sehr auf Dynamik und Nachdruck setzenden Filmausschnitte und Musikstücke fordern alle Komponenten eines Lautsprecher-Ensembles gleichermaßen. Sehr beeindruckend fällt Harry Potters Kampf mit dem Drachen  (Harry Potter und der Feuerkelch, Dolby TrueHD) aus. Die wegfliegenden Dachziegel, die der wütende Drache lostritt, und Harrys gewagte Flucht auf seinem Besen kommen sehr authentisch und mit viel Schwung zum Auditorium. Besonders der sehr lebendige, vielschichtige Hochtonbereich fällt auf. Dank der Tatsache, dass alle Montan-Komponenten unseres Sets auf Bändchenhochtöner setzen, erscheint die akustische Verteilung im Hochtonbereich außerordentlich klar. Dazu begeistern die Aurum-Lautsprecher mit enormer Ortungssicherheit bei der Effektdarstellung - jeder Effekt ist klar und deutlich im Raum auszumachen. 

Dank der 26 cm-Tieftöner der Montan fehlt es auch weder an Volumen noch an Tiefgang - wer auf die allerletzten subtilen Bassnuancen unterhalb der 30 Hz verzichten kann, benötigt zusätzlich zu den vier Montan und dem Base Prestige T (dieser reicht ca. bis 50 Hz hinunter) keinen aktiven Subwoofer. Die Konfiguration ohne aktiven Sub funktioniert auch mit nicht sündhaft teuren Audiokomponenten sehr gut, ein ausgezeichnetes Beispiel ist unser Onkyo TX-NR905. Dieser Siebenkanal-AV-Receiver ist klanglich ausgesprochen talentiert, entstammt allerdings der Preisregion zwischen 1.700 und 2.000 EUR, also einer ganz anderen Klasse als unser Aurum-Testset. Durch die für seine Liga enorme Leistungsfähigkeit des Onkyo, verbunden mit dem guten Wirkungsgrad der Aurum-Komponenten, ergibt sich beim Zusammenspiel dieser Kette eine hohe klangliche Harmonie. Die Tatsache, dass die Montan akustisch mit etwas warmer Einfärbung spielen, wird durch den sehr leichten, fein zeichnenden, bei Bedarf aber auch nachdrücklichen Sound des Onkyo hervorragend ergänzt. So wirkt das Klangbild dann nicht zu stark in Warme tendierend, gleichzeitig aber treibt der Onkyo den Montans und dem Base Prestige auch nicht durch sehr analytisches Spiel die Wärme komplett aus. Er bringt genau das richtige Maß an Frische und Lebendigkeit mit ein, um auch den Hochtonbereich, der bei der Montan eigentlich etwas zurückhaltender ausfällt als bei Titan VII und Vulkan VII, zu Höchstleistungen anzutreiben. In Verbindung mit dem TX-NR905 erscheint uns die Hochtonwiedergabe als sehr homogen, klar und feinnervig. Mit anderen Worten: Der relativ preisgünstige Onkyo AV-Receiver nutzt die technischen Vorzüge des Bändchenhochtöners sehr wirksam aus. Wer einen sehr großen Hörraum zu beschallen hat und Kraft im Überfluss benötigt, kann sich auch die erstklassige Parasound Halo A 51 Fünfkanal-Endstufe kaufen und diese als Ergänzung zum TX-NR905 betreiben. Die exzellenten Qualitäten des Onkyo zeigen sich auch in seiner überraschend guten Eignung als Vorstufe, und die extreme Souveränität und die nicht enden wollenden Leistungsreserven der Halo A 51 sind eine ausgesprochen verheißungsvolle Kombination, die, rechnet man die Preise von Parasound und Onkyo zusammen, nicht mehr kostet als die Speerspitze der AV-Bolidenliga. Was Nachdruck, Kraft und Raumausleuchtung angeht, ist man dann aber in einer anderen Liga und kann so auch die Vorzüge der neuen HD-Tonformate voll ausnutzen. 

Kommen wir zurück zu unseren Testreihen. Auf der bereits erwähnten Dolby Blu-ray sollte man sich auch den Ausschnitt aus dem Action-Movie "Sahara" mit Frauenschwarm Matthew McConaughey nicht entgehen lassen - die Verfolgungsjagd durch die Wüste, als McConaughey, Penelope Cruiz und Steve Zahn mit einem Oldtimer vor einem Kampfhubschrauber flüchten, ist klanglich sehr imposant: Die Rotorblätter des Helikopters, das scharfe, abgehackte MG-Feuer, die Sprengstoff-Explosionen - all dies wird mit einer ungeheuer dichten Räumlichkeit vorgetragen. Dadurch, dass hinter der Zuhörerschaft zwei hochwertige Fullrange-Lautsprecher stehen, wirkt auch die Surroundklangkulisse druckvoll und weitläufig. Trotz dieser "vordergründigen" Vorzüge erzeugt das Aurum-Ensemble auch beim genauen Hinhören viele Sympathien: So gehen kleine Nuancen nicht unter, sondern werden wirkungsvoll eingeflochten - denn erst so entsteht der Eindruck einer wahrhaft kompletten, umfassenden, dreidimensionalen Klangkulisse.

Der Base Prestige T ist eine hochklassige und hervorragend passende Ergänzung zu den vier Montan VII

Nun ist es an der Zeit, den Base Prestige T einmal genau zu durchleuchten. Schließlich ist er, obwohl für einen Centerlautsprecher durchaus ausladend, im Vergleich zur Montan doch kompakter. Alle Vorurteile, dass die Gesamtakustik durch den Center leiden könnte, werden vom Base Prestige T schon im Ansatz entkräftet. Diese Konstruktion der Hannoveraner Klangprofis ist nicht mehr und nicht weniger als einer der besten Center-Lautsprecher, die wir je gehört haben, denn es passt einfach alles: Er bindet sich, auch bedingt durch den großen horizontalen Abstrahlwinkel, nahtlos in die Front-Klangkulisse ein, ist tonal exzellent passend, enorm hoch belastbar und bietet eine sehr dynamische Wiedergabe, die auch kleine Einzelheiten ausgezeichnet erfasst. Stimmen verleiht der Center eine glaubwürdige Gestalt, mit viel Subsatz und einem lebendigen Obertonbereich, der vokale Eigenheiten wunderbar herausstellt. Wie auch die Montan VII schafft es der Base Prestige, alle Klanganteile praktisch komplett vom Lautsprecher zu lösen und auf präzisen Pfaden im Hörraum zu platzieren. So fühlt sich der Zuhörer mitten im Geschehen und findet keinen unrealistischen Raumeindruck vor, der vom Standort der Lautsprecher geprägt ist. 

Viel Dynamik und viel Nachdruck: DTS-HD Master Audio-Tonspuren kommen hervorragend zur Geltung

Sehr turbulent geht es im dritten Teil von "Rush Hour" (DTS-HD Master Audio) zu - besonderes Hörvergnügen verspricht die Sequenz, als sich Chan und Tucker in einem Renault Espace befinden und von einer Horde schwarz gekleideter Motorradfahrer gejagt werden. Die enorme Geschwindigkeit dieser Verfolgungsjagd wird vom Aurum-Ensemble sehr gut herausgearbeitet, alles wird in einer intensiv-nachdrücklichen Weise übertragen, so dass das Auditorium mit jeder Faser mitfiebert. Souverän bleibt der Base Prestige T Herr der Lage bezüglich der vokalen Präsenz aller Akteure und arbeitet die Stimmen akustisch genau passend ein. Ein fliegendes Haus bekommt man nicht alle Tage zu sehen - und schon gar nicht mit anschließender Bruchlandung. In "X-Men: The Last Stand" ist eine solche Szene zu finden, und dort kann die auf der DTS Demo-Blu-ray enthaltene DTS-HD Master Audio Tonspur zeigen, was an Effektgewalt möglich ist. Der anspruchsvolle Surround-Liebhaber wird nicht enttäuscht: Schon die massiven Auseinandersetzungen zwischen den Mutanten werden sehr ausdrucksstark übertragen. Der Center profitiert erneut von seinem breiten Abstrahlwinkel und schließt sich fließend an die Klangkulisse der Montan an. Durch bewegen sich Effekte und Klanganteile nahezu frei im Raum, auf der Surround-Seite nehmen die beiden hinteren Montan schnell und spontan alle Effektanteile an und erstellen in Windeseile eine sehr dynamische, bewegliche Surround-Klangkulisse. Diese ist auch bei "Eragon" (DTS-HD Master Audio) herauszuhören, die Dynamikunterschiede und die verschiedenen akustischen Ebenen werden zu einem sehr emotionalen Gesamterlebnis verknüpft. 

Sehr viel Action findet der Freund unterhaltsamer Movies bei der "Bourne Verschwörung". Zwar liegen die deutsche und die englische Tonspur auf der entsprechenden HD DVD nur im verlustbehaftet komprimierten Dolby Digital + und nicht im verlustfrei komprimierten Dolby TrueHD vor. Dies hindert das Aurum-Set aber nicht daran, viel realistische Atmosphäre zu schaffen - die sehr klare und auch bei großer Lautstärke harmonische klangliche Auslegung ermöglichen ein völlig stressfreies Hören. Wer sich die ganze "Bourne Verschwörung" mit immensem Pegel anschauen möchte, wird keinerlei Probleme bekommen - so souverän und gelassen geben die niedersächsischen Lautsprecher das Geschehen wieder und vermitteln dabei stets Dynamik und Plastizität pur. Die wilde Jagd, an deren Ende Franka Potente - Gottseidank nur im Film - durch einen Schuss in den Nacken ihr Leben lässt, wird energiegeladen präsentiert, wobei sich auch hier wieder die Erkenntnis durchsetzt, dass zwei hochwertige Standlautsprecher im Surroundbereich sehr viele Reize haben. Gerade verschiedene neuere Abmischungen nutzen ein deutlich breiteres Frequenzband auch für die Rears aus, somit kann es nicht schaden, wenn auch diese die Bassanteile nicht zu einem aktiven Subwoofer umleiten, sondern selbst und unmittelbar in der Lage sind, kräftig hinzulangen. Bei "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" (Englische Tonspur: Dolby TrueHD) kommt der Gesang des Chors (als Harry, Hermine und Ron am ersten Abend in Hogwarts in der großen Empfangshalle zusammen mit den anderen Zauberschülern sitzen) sehr gut akzentuiert zur Geltung. Der Hochtonbereich, ein hörbarer Vorzug der neuen HD-Tonformate, wirkt sehr aufgeräumt und entwickelt viel Strahlkraft. Erneut überzeugt die Kombination mit dem TX-NR905, der die Hochtonwiedergabe der Montan in einem sehr günstigen Licht dastehen lässt. Die DTS-HD High Resolution-Tonspur des abgedrehten Streifens "Crank" bietet durch die Non-Stop-Action dieses Films sehr viele Reize. Trotz der verlustbehafteten High Resolution-Komprimierung ist die Dynamik enorm und der Music Score entwickelt viel Kraft. Jason Statham rennt im wahrsten Sinne des Wortes um sein Leben - er braucht Adrenalin, damit er nicht tot umfällt, und daher kommt auch das filmische Geschehen ebenso wenig zur Ruhe wie das Herz des Hauptdarstellers. Die Aneinanderreihung hochprozentig actiongeladener Sequenzen wird mit einer ungeheuren Leichtigkeit vom Montan/Base Prestige-Set Up übertragen. 

Mehrkanalige Musik in den neuen HD-Tonformaten enthält aufgrund der erhöhten Bitiefe und Abtastrate deutlich mehr Informationen, die ein Lautsprecher-Set natürlich entsprechend umsetzen muss. Ein sehr gutes Beispiel für enormen Detail- und Facettenreichtum ist die Blu-ray der Pat Metheny Group. Die DTS-HD Master Audio-Tonspur vermittelt den vielschichtigen instrumentalen Reigen sehr differenziert und präzise, dies macht die herausragende Umsetzung durch das Aurum-System deutlicht. Das Anzupfen der Saiten einer akustischen Gitarre, kleine Kunstgriffe an der Trompete, ein präzise gesetztes Hi-Hat - all dies wirkt so echt, als würde der Zuhörer direkt im Publikum der 2005 aufgezeichneten Live-Darbietung sitzen. "BT - Dynamic Symmetry" ist ein experimentelles Musikstück, das ebenfalls in DTS-HD Master Audio vorliegt und auf der aktuellen DTS Demo-Blu-ray enthalten ist. Der langsame, von vielen Einzelheiten getragene Aufbau, die vielen verschiedenen musikalischen Einflüsse und die teils bewusst verzerrt eingesetzten Instrumente stellen hohe Anforderungen an das LS-Set Up. Die Hannoveraner Boxen nehmen diese Herausforderung aber gern an und setzen mit einem wie frei durch den Raum schwebenden, dichten Klangteppich klare Akzente. Bei Chieli Minuccis "Daybreak" wird das facettenreiche Spiel an der Gitarre, dargeboten in DTS-HD Master Audio, mit exzellenter Räumlichkeit und einer fein dosierten Klangverteilung im Hochtonbereich vorgetragen. Die Dolby-Konkurrenz hat auch interessante Musikstücke in Dolby TrueHD anzubieten: Aron Coplands "Appalachian Spring" ist zwar aus musikalischer Sicht eine sehr stark polarisierende Geschmackssache, hält mit kräftigen Dynamiksprüngen und großer instrumentaler Vielfalt aber eine Menge interessanter Themenbereiche für die Bewertung eines Lautsprechersystems bereit. Auch kurze, abgehackte Instrumenten.-Einsätze handelt das Aurum-Package gelassen und ohne unschönes Nachschwingen. Jede Gangart wird in Sekundenschnelle aufgegriffen und sehr ansprechend umgesetzt, so dass die Vorzüge von TrueHD sehr deutlich herausgestellt werden: Diese Klarheit über alle Frequenzbereiche, diese feine Modellierung im Hochtonbereich und diese gekonnte Trennung zwischen einzelnen Instrumenten sticht hervor. 

Gesamtnote Mehrkanal-Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Fazit

Intensiver, emotionaler Hörspass mit dem Aurum 5.0-Surroundset

Surround für Genießer, die enormen Spaß am atmosphärisch dichten Hören haben möchten: So kann man das Aurum 5.0-Set in aller Kürze charakterisieren. Mit einer exzellenten räumlichen Ausleuchtung des Hochtonbereichs, der bis in sehr hohe Pegelregionen vollständig erhalten bleibt, weisen Montan VII und auch der Base Prestige T viele Kontrahenten - darunter nicht wenige teurere Modelle - in die Schranken. Dies ist zusammen mit dem stets angenehmen, dabei aber trotzdem feinen und dynamischen Klang Verdienst der aufwändig und sorgfältig konstruierten Bändchenhochtöner. Der Mitteltonbereich mit harmonischer, charismatischer Stimmwiedergabe und der fest zupackende, dabei aber immer kontrollierte und präzise Bassbereich runden den Eindruck eines wahren akustischen Feuerwerks ab. Das Aurum Ensemble sollte man an einem frisch, feinfühlig und lebendig klingenden AV-Verstärker oder -Receiver betreiben - dann steht einem großartigen Hörvergnügen nichts mehr im Wege. Der Verstärker oder Receiverbzw. die Vor-/Endstufenkombination muss noch nicht einmal extrem leistungsstark sein - dem guten Wirkungsgrad der Aurum-Lautsprecher sei Dank. Somit sind auch keine exorbitanten Investitionen nötig, die zusätzlich zu den gewiss nicht niedrigen, in Anbetracht der Leistung aber absolut gerechtfertigten 11.200 EUR für das Aurum 5.0-System fällig werden. Die massive, solide und penible Verarbeitung außen und auch innen dokumentieren den hohen qualitativen Standard des Hauses Aurum. Bezüglich der Gesamtqualität kann kaum ein anderer Anbieter in diesen Preisregionen Ähnliches bieten. Somit fällt unser Testurteil eindeutig aus: Wer Freude am emotionalen, intensiven Hören von Film- und Musikmaterial praktisch aller Arten hat und dieser Freude auch gern mit hoher Lautstärke nachgeht, wird mit dem aus Montan VII und Base Prestige T bestehenden Aurum 5.0-Ensemble beinahe wunschlos glücklich werden. 

Das aus vier Montan VII und einem Base Prestige T Center bestehende Aurum 5.0-Ensemble besticht mit exzellenter Räumlichkeit, erstklassiger Pegelfestigkeit, universellen Einsatzmöglichkeiten und hochsolider Verarbeitung

Gesamtreferenz Mehrkanal-Lautsprechersystem Oberklasse
Preis-/Leistungsverhältnis
Test 12. März 2008

+ Exzellentes räumliches Abbildungsvermögen im Hochtonbereich
+ Sehr präzise und nachdrückliche Effektwiedergabe 
+ Montan und Base Prestige T lösen die Akustik ausgezeichnet vom Lautsprecher
+ Sehr hohe Pegelfestigkeit aller Komponenten
+ Druckvoller und zugleich schneller Bass
+ Hoher Wirkungsgrad
+ Überragende Bauteil- und Fertigungsqualität

- Noch kein passender aktiver Subwoofer und kein optisch und tonal passender Regallautsprecher lieferbar

Test: Carsten Rampacher
12. März 2008