TEST: Portable iPod-Soundstation Audio Pro Porto 

22. April 2008 (cr)

 

Einführung

Apples iPod-Produktfamilie ist schon längst Kult - durch die kompakten, portablen Musik- und Media-Player haben sich unsere Angewohnheiten, wie Musik konsumiert wird, dramatisch verändert. Online Musik-Downloads, die Möglichkeit, eine gesamte Musik-Bibliothek immer bei sich zu haben - all dies hat der iPod maßgeblich beeinflusst und gefördert. Durch die Popularität der iPods hat sich ein ganzer Industriezweig neu etabliert - mittlerweile gibt es eine kaum noch zu überschauende Menge an Zubehör, um den Media-/Music-Player für alle Aufgaben zu rüsten. Und nicht nur für die Einbindung in die Heimkino-Anlage  - hier gibt es von beinahe jedem namhaften Hersteller eine passende Docking-Station -, auch Standalone-Soundstations gibt es einige. Einen besonders vielversprechenden Eindruck hinterließ die "Porto" Soundstation von Audio Pro. In Deutschland befindet sich das in Schweden designte Produkt im Vertrieb von Osiris-Audio, wo das optisch elegante Gerät in schwarzer, weißer oder roter belederter Ausführung für 399 EUR inklusive Versand geordert werden kann. Im Gegensatz zu anderen Lösungen steckt im Onebox-Gehäuse der Porto-Soundstation richtig gute Technik: 2 x 7 Watt plus 1 x 12 Watt mobilisieren die eingebauten Endstufen, der Frequenzgang reicht von 58 bis 20.000 Hz. Ein Radio mit RDS-Tuner ist auch noch eingebaut, dazu gibt es zwei 3,5 mm Miniklinken-Line-Ins für den Anschluss weiterer externer Geräte. Wir haben uns überraschen lassen - verhilft "Porto" dem iPod zu vollem Sound?

Verarbeitung

In Leder eingefasstes Gehäuse

Weiß abgesetzte Nähte

Noble Erscheinung

Weißes Display

Übersichtliche Gerätefront

Fernbedienung im Scheckkarten-Format

Die Verarbeitung der portablen Soundstation hinterlässt einen ausgesprochen gediegenen Eindruck. Wo sonst gibt es einen sehr sauber gearbeiteten Überzug aus Echtleder? Dies sorgt für eine sehr edle Optik und Haptik, die in dieser handwerklich einwandfreien Qualität sonst kaum geboten wird. In Anbetracht dieser verarbeitungstechnischen Finesse erscheint uns der Verkaufspreis als sehr fair. Der knackige Druckpunkt aller am Porto befindlichen Bedienknöpfe sorgt für weitere Punkte auf dem Konto der eleganten Soundstation. Das gilt auch für das magnetisch befestigte Abdeckgitter, unter dem sich die Lautsprecher-Chassis befinden  - eine viel bessere Lösung als die Befestigung mittels windiger Plastikbolzen. Die darunter liegenden Chassis sind absolut akkurat eingepasst. Die massive Antenne für den Radioempfang ist zwar aus Designer-Sicht kein großer Wurf, garantiert aber, wie wir später feststellen werden, einen ordentlichen Empfang, zudem wird der Eindruck hoher Solidität der gesamten Lösung weiter unterstützt. Wird sie nicht gebraucht, kann man sie an der Rückseite befestigen. Das in weiß gehaltene Display würde sich  in Voll-Punktmatrixausführung noch besser machen. Kein qualitatives Highlight stellt die mitgelieferte, sehr schlichte Fernbedienung im Scheckkarten-Format dar - sie verdient sich bezüglich ihrer optischen und haptischen Anmutung voll befriedigende Zensuren. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Technik und Anschlüsse

Anschlussauswahl

RDS-Tuner

Kleines Netzteil

Auch zusammen mit dem iPhone kann man das Porto-Sounddock betreiben 

Mit Anschlüssen ist die Soundstation gut bestückt. Es finden sich zwei 3,5 mm Line-Ins für den Anschluss von zwei weiteren externen Geräten auf der Rückseite, ebenso ein S-Video-Ausgang und eine 3,4 mm Kopfhörerbuchse. Sogar ein Vorverstärkerausgang (3,5 mm Miniklinke) für den Anschluss eines aktiven Subwoofers ist vorhanden. Auch auf der Rückseite befindet sich ein Umschalter von Stereo- auf Mono-Klangwiedergabe. Der Anschluss für das recht kompakt gehaltene Netzteil ist ebenso dort lokalisiert. Unter dem Gerät befindet sich - sehr praktisch - ein Schalter "Battery On/Off". Wenn das Gerät im Netzbetrieb verwendet wird, stellt man den Schalter auf "Off", was zur Folge hat, dass sie innerhalb von 48 Stunden vollständig entladen ist. Durch diese Funktion wird die Lebensdauer des Akku-Packs erhöht. 

Radioantenne

Tragegriff

Hier kommen die Einsätze für die unterschiedlichen iPods hinein

Die mitgelieferten Einsätze

Praktisch ist der Henkel zum Transport des mit Batterie-Packs (wiederaufladbar, 12 V, 1.800 mAH, Ladezeit 4 bis 5 Stunden, beim ersten Laden nach dem Auspacken 10 Stunden, Akkulaufzeit 4 bis 6 Stunden im Normalbetrieb) rund 2,1 kg schweren und 120x305x140 mm  (B x H x T) messenden Porto. Die Verstärkerleistung fällt mit 2 x 7 Watt plus 1 x 12 Watt für die Geräte-Gattung großzügig aus. Der Stereo-UKW-Tuner beherrscht auch RDS, was zwar weit verbreitet, aber immer noch nicht selbstverständlich ist. Bestückt ist die Sound-Station mit zwei 1,5 Zoll Hochtönern und einem 4,5 Zoll-Woofer. Die im Liederumfang enthaltene Fernbedienung bietet die elementaren Funktionen - Lautstärkeregelung, Titelsprung, Mute-Button, Standby-/Einschalter und Play-/Pause. Was wir leider vermissen, ist eine USB-Schnittstelle.

Frequenzeinstellung

Lautstärkeregelung

Für den iPod Nano der 2. Generation (2/4/8 GB),  den Nano der 2. Generation (2/4 GB), den iPod Video (60/80 GB) und den iPod Photo (40/60 GB) sind passende Einsätze dabei. Das iPhone läuft ebenfalls mit dem Porto, wenngleich im Display des iPhones zu lesen ist, dass "dieses Zubehör nicht für das iPhone entwickelt wurde". Deaktiviert man die Telefonfunktion (Aktivierung des Flugmodus im Menü "Einstellungen"), funktioniert aber die Wiedergabe problemlos, inklusive der Steuerung über die Fernbedienung. 

Gesamtnote in Relation zum Preis: Sehr gut.

Klang

Akustisch kommen die Leistungen der Porto-Soundstation ohne Übertreibung einer kleinen Sensation gleich - was dieses kompakte Gerät an Performance mitbringt, verdient höchsten Respekt. Erste Erkenntnis: "Klein kann Bass". Der relativ kleine Woofer schiebt mit einem Nachdruck voran, der verblüffend ist. Gleichzeitig wird der Bass - überprüft bei kraftvoller Trance-/Techno-Musik - auch noch präzise und schnell wiedergegeben. Was weiter sehr erstaunlich ist: Das Bass-Erlebnis nimmt auch bei steigender Lautstärke nicht ab. Der Bass weicht nicht auf und verliert nicht an Dynamik - auch nicht bei deutlich überhöhtem Pegel. Diese enorme Pegelfestigkeit hätten wir der Porto nie zugetraut. Mit dem kompakten iPod-Soundsystem kann man daher spontan eine kleine Party steigen lassen. Das Cosa Nostra Mix des Film-Hits "Axel F." kommt sehr ausdrucksstark und nachdrücklich zur Geltung. Nicht nur der kräftige, schwungvolle Bass, sondern auch die enorme Räumlichkeit sorgen für Begeisterung. Anstatt mit billig aufgesetzten Pseudo-Surroundeffekten vordergründig zu protzen, setzt die Porto lieber auf fundierte Klangqualität: Der Sound wird richtig weit in den Hörraum transportiert und konzentriert sich keinesfalls nur dicht ums Gerät. Der Loslösungs-Effekt des Klangs vom Lautsprecher ist überraschend. Richtig Gas gibt die Porto auch beim Shamen-Klassiker "Move any Mountain": 

Klang- und pegelstark

Eine gute Trennung der vokalen und instrumentalen Ebene ist hier festzustellen. Erstaunlich ist, dass die Audio Pro-Lösung vokale Anteile nicht einfach in den Hintergrund drängt. Dies ist auch der Grund, wieso das Captain Jack-Mix des Klassikers "Say Captain, say whot" so authentisch zum Publikum übertragen wird: Stimmen werden mit Substanz und Kraft und keinesfalls oberflächlich-fade dargestellt. Kurze, abgehackte Ryhthmus-Elemente werden korrekt von der Porto-Soundstation erkannt und ohne Zögern umgesetzt, was für eine energiegeladene, Spaß bringende Wiedergabecharakteristik sorgt. Dabei wird nicht der Fehler einer zu warmen akustischen Auslegung begangenen: "Porto" klingt sehr lebhaft und verleiht Stimmen, wenn es in ihrem Charakter liegt, auch einen leicht scharfen oder aggressiven Touch - aber, wie gesagt, nur dann, wenn dies auch so vorgesehen ist (z.B. bei verschiedenen Dance- oder HipHop-Stücken). Kommen wir zu einigen prinzipbedingten Nachteilen - eine enorme Transparenz im Hochtonbereich kann bei einer solchen Lösung natürlich nicht erwartet werden. Ein "Sensibelchen", das tonale Minimalitäten feinst verteilt ausbreitet, ist Porto definitiv nicht - dafür wurde sie aber auch nicht konstruiert. 

Die Mission des edlen iPod-Soundsystems ist klar, möglichst viel Hörspaß und Pegel zu erzeugen. Beides gelingt ausgezeichnet, wie sich auch bei Mario Lopez' Remix des A-HA-Hits aus den 80er Jahren "The Sun always shine on TV" erneut nachvollziehen lässt: Knackig, kräftig, pulsierend - die Basswiedergabe ist immer wieder im positiven Sinne überraschend. Der ganze Titel wird nachvollziehbar aufgebaut und kann sich daher sehr gut im Hörraum entfalten. Es ist völlig atypisch für eine derartige Konstruktion, dass verschiedene Effektebenen und instrumentale Sequenzen so gekonnt miteinander verknüpft werden. Das Audio Pro-Soundsystem erledigt das Ganze mit großer Souveränität - es ist stets genug Luft nach oben vorhanden, um auch drastische Dynamiksprünge gut zu verarbeiten. Bei diesem Titel wird abermals das Raumgefühl deutlich, das die Porto-Soundstation vermittelt: Plumper, zweidimensionaler Klang ist nicht die Sache dieses akustischen Talents. Vielmehr schieben sich Stimmen, Instrumente und Klangeffekte mit Verve in den Hörraum und verursachen dadurch das Entstehen eines richtigen "Feelings" bei den Zuhörern. Messiahs "Temple Of Dreams", klassischer UK Oldschool-Techno, kommt mit den vielen, damals Anfang der 90er Jahre neuartigen Effekten und Soundelementen sehr gut zur Geltung. Man erinnert sich wieder lebhaft an die Zeit zurück, als die Techno-Jünger mit Gasmasken und Staubsaugerschläuchen bestückt die Discotheken enterten. Auch bei "Temple Of Dreams" verblüffen wieder Basskraft und Räumlichkeit. Kommen wir zu den Qualitäten des eingebauten UKW-Radios. Die Empfangsqualitäten sind gut, aber nicht überdurchschnittlich. Mit minimalem Rauschen im Hintergrund muss auch bei starken Sendern gerechnet werden. Der Klang ist ansonsten überzeugend - ausgewogen und klar, verfolgt das Audio Pro-Gerät konsequent die Auslegung weiter, die uns schon im iPod-Betrieb sehr gut gefiel. Gesamtnote Klang im Verhältnis zum Kaufpreis: Ausgezeichnet

Fazit

Die Audio Pro Porto Soundstation für die iPod-Produktfamilie ist eine rundherum gelungene Lösung ohne wirkliche Schwächen. Bereits der optische Auftritt gefällt, denn durch die Belederung des Gehäuses bringt Porto einen exklusiven Touch mit. Die einfache Handhabung weiß ebenfalls zu überzeugen. Akustisch hervor stechen der kraftvolle Bass und die enorme Pegelfestigkeit - hier werden für derartige portable Soundstations neue Maßstäbe gesetzt. Das gilt auch für die überraschende Räumlichkeit und die gute Trennung von Stimmen und Instrumenten. Die Anschlusbestückung ist gut, wir vermissen lediglich eine USB-Schnittstelle. Bilanzierend ist die Audio Pro Porto eine der schönsten Möglichkeiten, nahezu die gesamte iPod-Produktfamilie akustisch ins rechte Licht zu rücken. 

Exklusiv, edel und klangstark - die Audio Pro Porto-Soundstation ist ein echtes Schmuckstück zum fairen Kaufpreis

iPod-Zubehör obere Mittelklasse
Test 22. April 2008
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Enorme Pegelfestigkeit
+ Kraftvoller Bass
+ Gelungene akustische Balance
+ Gute Stimmwiedergabe mit Substanz
+ Sehr hochwertige Anmutung
+ In Anbetracht der Qualität des Gesamtkonzepts sehr fairer Kaufpreis

- Keine USB-Schnittstelle

Test: Carsten Rampacher
22. April 2008