AREA DVD-TEST: Apple iPod nano 3G mit Video-Funktion und "Cover Flow"

28.09.2007 Autor: Karsten Serck

 

Das Gerät

Mit dem Älterwerden ist häufiger die Nebenerscheinung verbunden, dass man nicht weiter in die Höhe wächst, sondern sich das Wachstum nur noch in die Breite fortsetzt. Ähnlich ergeht es dem Apple iPod nano, dessen seit Mitte September 2007 erhältliche dritte Generation vom Design kaum noch mit den beiden Vorgänger-Generationen vergleichbar ist. Aus dem ursprünglich schlanken nano der ersten und zweiten Generation mit winzigem, aber zum Ablesen von Informationen ausreichendem Display wurde ein ganz neuer, von Apple-Fanboys schnell "Fatty" getaufter Player, der optisch auf den ersten Blick bis auf die geringeren Abmessungen kaum vom neuen "iPod classic" mit Festplatte zu unterscheiden ist.

Hauptgrund für den Formatwechsel beim nano dürfte die von Apple beabsichtigte Video-Wiedergabe sein, was mit dem bisherigen Winz-Display kaum möglich war. Als Zubehör gibt es jetzt sogar ein Video-Kabel mit Komponentenausgang. Das neue 2 Zoll-Display hat eine Auflösung von 320 x 240 Pixeln. Der iPod nano ist in silber mit 4 GB Flash-Speicher für 149 EUR erhältlich. Die 8 GB-Variante in silber, schwarz, blau, grün und rot kostet 199 EUR. Getestet haben wir das 8 GB-Modell, welches eine verfügbare Speicherkapazität von maximal 7.41 GB im Display anzeigt. Auch wenn Apple selbst seine Musikdateien im AAC-Format verkauft, eignet sich der iPod nano ebenso zur Wiedergabe von MP3 und WAV-Dateien.

Verpackung und Zubehör

Der iPod nano wird in einer kleinen Kunstoff-Box geliefert, die nicht viel größer als das Gerät. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Ipod selbst nur noch ein paar Ohrhörer, ein USB-Kabel und ein Adapter für iPod Docking Stations. Eine Schutzhülle oder ein Ladegerät sind nicht dabei. Der iPod nano wird wie bereits alle seine Vorgängermodelle direkt über das USB-Kabel geladen, sobald der iPod mit einem Rechner verbunden wird. Einen Wechsel-Akku, der am Ende der Akku-Lebenszeit einen schnellen Wechsel auf einen neuen Stromspeicher ermöglicht, hat der neue nano leider nicht zu bieten. Die Verwaltung des Musik-Archivs erfolgt über die für PC und Mac erhältliche iTunes-Software, die aus dem Internet geladen werden kann. Genauere Informationen zu iTunes haben wir in einem Special zusammen gefasst.

Bedienung

Der iPod nano ist Wirklichkeit viel kleiner, als er auf vielen Produktabbildungen wirkt. Obwohl das Gerät in die Breite gegangen ist und somit etwas von dem "Winzig"-Look der Vorgänger verliert ist er gerade einmal so breit wie eine Scheckkarte und viel kürzer als der "Ur-nano" (siehe Bild unten). Das Aluminium-Gehäuse wirkt solide verarbeitet und zeigt sich recht unempfindlich. Lediglich die glänzende Unterseite des nano sieht bereits nach erste Anfassen so aus, als ob sie zur Beweisaufnahme von Fingerabdrücken verwendet werden soll, die sich selbst mit den saubersten Fingern sofort auf der Unterseite zeigen. Die Steuerung erfolgt über das "Click Wheel", welches rasend schnell ist und mit kurzen Drehungen des Daumens die Navigation ermöglicht. Trotz des hohen Tempos gestaltet sich die Bedienung einfacher als mit einem größeren Click Wheel, wie es bei den iPods mit Festplatte zum Einsatz kommt, da die Steuerung recht präzise ist und selbst größere Musikarchive in Windeseile durchsucht werden können.

Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der unteren Seite, auf der auch der "Hold"-Button versteckt ist. Der Klinkenstecker des mitgelieferten Ohrhörers sitzt sehr fest im Gerät und lässt sich aufgrund des sehr kurzen und nicht sehr griffigen Steckers nur mit viel Kraft herausziehen. Für die YUV-Video-Ausgabe in 480i/480p oder 576i/576p wurde die Docking-Schnittstelle verändert, arbeitet aber zumindest mit reinen Audio-Adaptern weiter zusammen.

Nach dem Einschalten startet der iPod nano mit einem geteilten Bildschirm mit der Aufforderung zur Sprachauswahl. Sehr viele Einstellungen werden auf diese Art und Weise präsentiert. Auf der rechten Seite sieht man dann meist Bilder von Alben oder Visualisierungen für die Einstellungen. Das 2 Zoll-Display bietet eine Auflösung von 320 x 240 Pixeln und wirkt sehr kontrastreich und bunt. Die Schriften für die verschiedenen Einstellungen sind mit einer Kantenglättung versehen und gut ablesbar. Das Ablesen ist auch aus größerer Distanz möglich, so dass sich der neue nano jetzt auch wesentlich besser im Auto einsetzen lässt, ohne dass man extra ein teures Steuer-Modul benötigt. Aufgrund des geringen Gewichts von nur knapp 50 Gramm hält der iPod nano auch bereits mit einer einfachen Klettverbindung in Lenkradnähe.

Eines der Features der neuen iPod-Serie, welches von Apple am intensivsten beworben wird, ist der "Cover Flow". Dieser ist als erster Menüpunkt zu finden, sobald man ins Menü "Musik" geht. In diesem Modus werden sämtliche Alben auf dem iPod mit ihrem Cover grafisch dargestellt, was aufgrund der 3D-Animation recht peppig wirkt - sofern man auch Cover zu allen seinen Alben hat. Denn ansonsten präsentiert sich dem Benutzer nur ein Notenschlüssel in drögem Grau. Zwar bietet iTunes auch die Möglichkeit, Cover kostenlos für MP3-Titel nachzuladen, die nicht über den iTunes Music Store gekauft wurden, sofern diese Musik bei iTunes erhältlich und auch ein Account vorhanden ist. Das gestaltet sich aber recht aufwendig, wenn die Schreibweise in den ID3-Tags etwas anders ist und iTunes die Alben nicht erkennt. So hübsch "Cover Flow" auch aussehen mag, wird die Handhabung um so komplizierter, je größer das Musikarchiv ist. Die Cover-Flow-Navigation ist auch träger als die parallel weiter nutzbare Standard-Navigation und ab und zu treten auch kurze Ladezeiten für die Darstellung der Cover auf. Hat mein ein gewünschtes Album gefunden, so öffnet sich durch Druck auf die Enter-Taste ein kleines Fenster, in dem dann die einzelnen Titel des Albums dargestellt werden.

Doch selbst für iPod-Nutzer, denen der "Cover Flow" nicht zusagt, wurde die Navigation optisch etwas aufgepeppt. Beim Zugriff auf die Interpreten-Liste erscheint zunächst die alphabetische Auflistung, im darauf folgenden Untermenü bekommt man aber die Alben mit einem kleinen Cover-Bild auf der linken Seite angezeigt. 

Auch währen des Abspielens eines Titels erfolgt die Anzeige des Covers mit einem leichten "Cover Flow"-Effekt. Das Cover wird leicht angewinkelt und mit einem dezenten Schatten-Effekt angezeigt. Stellenweise ist aber zu beobachten, dass Cover nicht geladen werden, obwohl welche vorhanden sind und diese erst nach mehrmaligem Versuch angezeigt werden. Während praktisch alle sonstigen Anzeigen vom größeren Display profitieren, ist ausgerechnet beim Info-Display für den aktuellen Titel dies nicht der Fall. Dieses wirkt leicht verschwommen und lässt sich nur aus kurzer Distanz gut ablesen. Ab einem Abstand von rund 40 cm und mehr wird das Ablesen recht schwierig. Leider wird beim Ausgehen der Hintergrundbeleuchtung nicht mehr der aktuelle Titel weiterhin im Display angezeigt sondern stattdessen zeigt der iPod den Batteriestand und die aktuelle Uhrzeit im 12 Stunden-Format an. 

Für die Darstellung von Podcasts wird ein ähnliches Format verwendet wie in der Alben-Übersicht. Sofern der Anbieter ein eigenes Logo anbietet, wird dieses im linken Bereich der Übersicht mit eingeblendet.

Dank des größeren Displays lassen sich auch Videos auf dem neuen iPod nano abspielen. Apple-typisch werden nur aktiv von Apple unterstütze Video-Formate wie MPEG4/H.264 unterstützt. Als Dateien werden MOV, MP4 und M4V akzeptiert. Die Auflösung darf maximal bei 640 x 480 Pixeln liegen. Das Abspielen von MPEG1 und MPEG2-Dateien ist nicht möglich. Hingegen sind die meisten im Netz verfügbaren Video-Podcast auf genau diese Apple-typischen Formate spezialisiert und auf dem kleinen Display erscheint die Darstellung auch recht gut. Selbst Schriftzüge auf dem Bildschirm lassen sich mit ein wenig Mühe noch ablesen. Eine getrennte Helligkeits/Kontrast-Regelung ist nicht vorhanden. Wem das Bild zu dunkel ist, kann nur die Helligkeit aufdrehen, was automatisch auch den Schwarzwert verschlechtert.

Zusätzlich zum normalen Musikbetrieb sind auf dem iPod nano noch drei Spiele enthalten (iPod Quiz, Klondike & Vortex). Weitere kleine Gimmicks sind ein Kalender, ein Wecker, eine Stoppuhr, ein Adressbuch und eine recht rudimentäre Anzeige für Text-Dateien.

Equalizer

Wie fast jeder andere MP3-Player auch, ist im iPod nano ein Equalizer eingebaut, der durch eine Frequenzanpassung den Klang optimieren soll. Leider gibt es keinen justierbaren Equalizer, mit dem man die einzelnen Frequenzbänder per Hand nach Wunsch einstellen kann, sondern nur eine größere Anzahl von Voreinstellungen, die bestimmten Hörsituationen angepasst sein sollen, deren Bezeichnungen selbst aber bislang keinen Anhaltspunkt boten, was genau sich mit den Einstellungen beim Klang ändert. Mit der neuen iPod-Generation bietet Apple jetzt zum Glück zumindest eine kleine Grafik an, die die Frequenzanpassung symbolisch darstellen soll.

Leider taucht bei unserem neuen iPod nano 3G aber wieder genau das gleiche Problem auf, welches wir auch bereits beim nano der ersten Generation und dem bisherigen iPod-Topmodell der 5. Generation beobachten mussten. Während die Equalizer-Presets zum Teil wirklich eine Klangverbesserung bieten, treten bei einzelnen Presets bei der Wiedergabe verschiedener Musikstücke aber auch häufiger Verzerrungen auf. Diese sind besonders deutlich in den Programmen "R&B" sowie "Rock" wahrzunehmen, welche vor allem eine hohe Bassanhebung vornehmen, die anscheinend bei manchen Titeln zu einer Übersteuerung führt. Wir konnten diesen Effekt mit sämtlichen in diesem Test verwendeten Kopfhörern nachvollziehen. Ein Titel, bei dem die Verzerrungen besonders deutlich auffielen, ist z.B. der Titel "Rubicon" von Alan Braxe & Fred Falke, einem in Großbritannien recht erfolgreichen Dance-Track, der auch im deutschen iTunes Music Store erhältlich ist.

Auf Dauer wirken diese Verzerrungen so unangenehm, dass der Equalizer für viele Titel kaum zu gebrauchen ist und stattdessen eine Klangverbesserung nur durch den Erwerb hochwertiger Kopfhörer erreicht werden kann.

 
Klang (mitgelieferte Kopfhörer)

Die mitgelieferten Mini-Ohrhörer sind sehr leicht und weisen keine scharfen Kanten auf, die beim Tragen stören. So kann man die Ohrhörer auch problemlos über längere Zeit tragen, ohne dass diese in den Ohren drücken. Der Klang der Ohrhörer ist allerdings recht dünn. Ohne Equalizer klingt der Sound sehr matschig und dumpf. Auch die Räumlichkeit der Wiedergabe kann mit den mitgelieferten Kopfhörern nicht überzeugen. Erst durch den Einsatz des Equalizers gewinnt der Sound etwas an Volumen und erreicht zumindest befriedigendes Niveau. Vor allem die Equalizer-Einstellung "Rock" kann empfohlen werden, die für ausreichend Höhen sorgt, aber mit den Apple-Ohrststöpseln immer noch Defizite im Bassbereich erkennen lässt und zudem bei einzelnen Titeln die bereits erwähnten Verzerrungen produziert. 

Note: Ausreichend - Befriedigend

 

Klang (mit Sennheiser PX 100)

Die Sennheiser-Kopfhörer sind zwar nicht so kompakt wie die Apple-Ohrstöpsel, bieten aber ebenfalls einen sehr hohen Tragekomfort. Sie lassen sich zusammenfalten und in einer mitgelieferten Transportbox verstauen, die vor Beschädigungen schützt. Mit den PX 100 wird die Klangqualität des iPod nano erheblich verbessert. Mit vielen Titeln bietet der Sennheiser auch ganz ohne Equalizer bereits einen guten Klang. Die Sennheiser-Kopfhörer produzieren einen sehr satten Sound mit viel Bassvolumen, dass einzelnen Zuhörern mit dem Equalizer-Preset "Rock" schon wieder zu impulsiv erscheinen könnte. Das Equalizer-Preset "Jazz" sorgt hier für ein wenig Ausgleich, da bei diesem gerade die tiefen Bässe nicht ganz so stark angehoben werden. Die Höhenwiedergabe ist sehr transparent und auch in der Räumlichkeit der Wiedergabe bietet der Sennheiser einen Sound der mit mit der Qualität preiswerter Stereo-Kopfhörer für den Heimgebrauch vergleichbar ist. 

Note: Gut

 

Klang (mit Beyerdynamic DT 990)

Zum Schluss überprüften wir den iPod noch mit dem High End-Kopfhörer Beyerdynamic DT 990, den wir kürzlich noch einmal zusammen mit dem Kopfhörer-Verstärker Beyerdynamic A1 getestet hatten. Der Stereo-Kopfhörer von Beyerdynamic ist mit einem 3,5 mm-Klinkenstecker ausgestattet, über den der 6,3 mm-Adapter aufgeschraubt wird. So lässt sich das Topmodell aus der Consumer-Linie von Beyerdynamic auch mit mobilen Musik-Playern nutzen. Die hohe Nennimpedanz von 250 Ohm erweist sich dabei nicht als Problem, denn zwar sind am iPod mit dem Kopfhörer keine Pegel auf Konzert-Niveau möglich. Dennoch erreicht der DT 990 am iPod eine Lautstärke, die konzentriertes Hören bei erhöhtem Pegel ermöglicht.

Mit dem DT 990 wurde es endlich möglich, aus dem iPod einen Sound heraus zu bekommen, der auch ohne Equalizer-Unterstützung voluminös und räumlich klingt. Selbst dem dumpf und lustlos abgemischten Titel "Fools Gold" der "Stone Roses" kann der Beyerdynamic-Kopfhörer neues Leben einhauchen und dem an dieser Stelle immer wieder gerne zitierten Debüt-Album von Tracy Chapman verleiht der DT 990 eine ungemeine räumliche Wärme mit einer exzellenten Transparenz im Höhenbereich. Gleichzeitig bietet er kräftige Bässe bei lautstärkerer Musik wie z.B. "Two More Years" von "Block Party" und bringt selbst nach kurzem Hinhören z.B. Nuancen in Katie Meluas-Cover-Version des "The Cure"-Klassikers "Just like Heaven" so deutlich hörbar zum Vorschein, dass man überrascht ist, diese nicht schon vorher gehört zu haben.

Zwar klang so gut wie jede Musik auf dem iPod mit dem DT 990 deutlich besser als mit den anderen Kopfhörern. Seine Fähigkeit zur transparenten Wiedergabe bis in kleinste Feinheiten offenbart beim konzentrierten Zuhören aber auch deutlichere Qualitätsunterschiede zwischen MP3-Dateien mit unterschiedlicher Audio-Bitrate. So mancher 128 kbit MP3-Datei, die mit den anderen Kopfhörern noch passabel klang, zieht der DT 990 quasi die Hosen runter und offenbart gerade bei der Stimmwiedergabe und im Höhen-Bereich Defizite von stark komprimierten Audio-Dateien.

Note: Sehr Gut

Fazit

War der iPod nano bislang nur eine abgespeckte Version des großen iPods, so hat Apple mit dem neuen iPod nano dem ebenfalls überarbeiteten iPod "classic" jetzt einen kleinen Bruder zur Seite gestellt, der ihm sogar richtig Konkurrenz machen könnte. Von der Funktionalität gibt es kaum noch Unterschiede und vor allem die kompakten Abmessungen sprechen für den iPod nano, der mit 8 GB Speicher inzwischen auch schon ausreichend Platz für umfangreichere Musikarchive bietet. Im Direktvergleich mit den Speicherkapazitäten im zweistelligen GB-Bereich der "Classic"-Reihe kann der nano hingegen nicht mithalten, zumal der kleinste "Classic" im Vergleich zum größten "nano" für rund 50 EUR Aufpreis gleich ein Vielfaches an Speicher bietet. 

Der "Cover Flow" ist Geschmacksache und bringt etwas "analogen Charme" aus der Zeit, in der man sich noch durch Plattensammlungen wühlen konnte, in die digitale Welt. Es sieht hübsch aus, wenn man die Cover animiert über den Bildschirm laufen sieht, aber eigentlich auch nur, wenn wirklich zu jedem Album ein Cover vorliegt und es der iPod nano auch lädt, was bei unserem Gerät nicht immer der Fall war. Weitaus positiver fällt beim Nano die sehr flinke Click Wheel-Navigation auf, die selbst das Durchsuchen größerer Archive in kurzer Zeit ermöglicht und dabei aufgrund der geringen Größe des Click Wheels auch handlicher erscheint als beim großen iPod.

Klanglich bietet der iPod nano mit guten Kopfhörern, die auch nicht übermäßig teuer sein müssen, einen guten Sound, den man mit den mitgelieferten Ohrhörern nur erahnen kann. Leider verderben bei aktivierten Equalizer-Presets wie "Rock" häufiger Verzerrungen den Musikgenuss, die wir selbst im Zusammenspiel mit dem Referenz-Kopfhörer Beyerdynamic DT 990 feststellen mussten.

Im Dauerbetrieb schlägt sich der iPod nano recht wacker. Ganz an die von Apple angegebenen 24 Stunden mit einer Batterieladung kamen wir im Test zwar nicht heran, aber mit aktiviertem Equalizer und sporadischen Menüzugriffen brachte es der Ipod nano immerhin auf eine Wiedergabe von 18 1/2 Stunden, was für ein Gerät, dass insgesamt nicht viel größer als zwei Handy-Akkus ist, schon beachtlich erscheint.

Wer einen iPod kauft, muss sich klar sein, dass dieser in erster Linie für die Verwendung mit "iTunes" zugeschnitten ist und der Käufer nach Apples Vorstellungen auch möglichst dort seine Musik einkaufen sollte. Wer mit "iTunes" nicht zurecht kommt und die Beschränkungen auf typische Apple-Formate nicht mag, sollte daher seine Finger vom iPod lassen. Der Vorteil der iPod-iTunes-Kombination ist aber eine recht universelle Verwaltungsmöglichkeit für Musik, Videos und Podcasts. Speziell Video-Podcasts sind meist genau auf den iPod zugeschnitten und jetzt auch auf dem iPod nano abspielbar.

Zum Preis von rund 150 bzw. 200 EUR bietet der iPod nano eine Menge, gerade seine Eignung zur Video-Wiedergabe wertet den neuen nano deutlich auf. Im Vergleich zur Konkurrenz erscheint die Ausstattung aber doch ein wenig mager. So bietet z.B. Creative mit seiner neuen "Zen"-Serie zu vergleichbaren Preisen einen Musik-Player an, dessen Speicher (4, 8 oder 16 GB) sich noch durch SD-Karten erweitern lässt, zusätzlich über ein UKW-Radio verfügt und Aufnahmen mit einem integrierten Mikrofon ermöglicht.

Preis-/Leistung:
Pro
  • Kompakte Abmessungen
  • Lange Akku-Laufzeit
  • Schnelle Click Wheel-Navigation
  • Gute Tonqualität (mit Extra-Kopfhörer)
Contra
  • Verschiedene Equalizer-Presets neigen zu Verzerrungen
  • Unscharfe Darstellung der Titel-Informationen beim Abspielen
  • Cover werden nicht immer angezeigt
  • fest integrierter Akku

Technische Daten laut Hersteller

Abmessungen und Gewicht

* Höhe: 69,8 mm
* Breite: 52,3 mm
* Tiefe: 6,5 mm
* Gewicht: 49,2 g

Lieferumfang

* iPod nano
* Ohrhörer
* USB 2.0 Kabel
* Dock-Adapter
* Dokumentation

Kapazität

* 4 GB oder 8 GB Flash-Laufwerk1
* Bis zu 1.000 oder 2.000 Songs im 128 KBit/Sek. AAC-Format2
* Bis zu 3.500 oder 7.000 vom iPod nano anzeigbare Fotos3
* Bis zu 4 Std. (4 GB) oder bis zu 8 Std. (8 GB) Videos4
* Speichert Daten via USB-Flash-Speicher

Display

* 2" LCD-Display (5,08 cm Diagonale) mit blau-weißer LED-Hintergrundbeleuchtung
* Auflösung von 320 x 240 Pixeln mit 204 ppi

Audio

* Wiedergabe ohne Aussetzer
* Frequenzbereich: 20 Hz bis 20.000 Hz
* Unterstützte Audioformate: AAC (16 bis 320 KBit/Sek.), Protected AAC (aus dem iTunes Store), MP3 (16 bis 320 KBit/Sek.), MP3 VBR, Audible (Formate 2, 3 und 4), Apple Lossless, AIFF und WAV
* Maximale Lautstärke vom Benutzer festlegbar

Video

* Unterstützte Videoformate: H.264 Video: bis zu 1,5 MBit/Sek., 640 x 480 Pixel, 30 Bilder pro Sek., Low-Complexity Version des H.264 Baseline Profile mit AAC-LC Audio mit bis zu 160 KBit/Sek., 48 kHz, Stereo-Audio in den Formaten .m4v, .mp4 und .mov; H.264 Video: bis zu 2,5 MBit/Sek., 640 x 480 Pixel, 30 Bilder pro Sek., Baseline Profile bis zu Level 3.0 mit AAC-LC Audio mit bis zu 160 KBit/Sek., 48 kHz, Stereo-Audio in den Formaten .m4v, mp4 und .mov; MPEG-4 Video: bis zu 2,5 MBit/Sek., 640 x 480 Pixel, 30 Bilder pro Sek., Simple Profile mit AAC-LC Audio mit bis zu 160 KBit/Sek., 48 kHz, Stereo-Audio in den Formaten .m4v, .mp4 und .mov

Kopfhörer

* Ohrhörer
* Frequenzbereich: 20 Hz bis 20.000 Hz
* Impedanz: 32 Ohm

Systemvoraussetzungen für Mac

* Mac mit USB 2.0 Anschluss
* Mac OS X 10.4.8 (oder neuer)
* iTunes 7.4 (oder neuer)5

Systemvoraussetzungen für Windows

* PC mit USB 2.0 Anschluss
* Windows Vista oder Windows XP Home oder Professional mit Service Pack 2 (oder neuer)
* iTunes 7.4 (oder neuer)5

Sprachen

* Tschechisch, Dänisch, Niederländisch, Englisch, Finnisch, Französisch, Deutsch, Griechisch, Ungarisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Chinesisch (vereinfacht), Spanisch, Schwedisch, Chinesisch (traditionell) und Türkisch
* Zusätzliche Unterstützung für die Anzeige von Informationen zu Song, Album und Interpret in den folgenden Sprachen: Bulgarisch, Kroatisch, Rumänisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch und Ukrainisch

Umgebungsbedingungen

* Betriebstemperatur: 0 °C bis 35 °C
* Lagertemperatur: -20 °C bis 45 °C
* Relative Luftfeuchtigkeit: 5 % bis 95 %, nicht kondensierend
* Maximale Höhe über NN: ca. 3.000 m, ohne Druckausgleich

Ein- und Ausgänge

* Dock-Anschluss
* Stereo-Kopfhöreranschluss (3,5 mm)

Stromversorgung und Batterie

* Integrierte wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterie
* Wiedergabedauer
o Musik: bis zu 24 Std. bei voller Ladung
o Videos: bis zu 5 Std. bei voller Ladung
* Aufladen via USB-Anschluss an einem Computer oder über ein Netzteil (separat erhältlich)
o Schnelles Laden: ca. 1,5 Std. (auf 80%ige Kapazität)
o Kompletter Ladevorgang: ca. 3 Std.