TEST: Smartphone HTC Advantage 7500 - der Ausstattungsriese 

06.09.2007 (cr)



Einführung

Eine Hightech-Kreuzung aus Subnotebook, Multimedia-Player und Handy ist seit einiger Zeit bei HTC im Angebot: Der Advantage 7500 soll mit neuester Technik und großzügigem Ausstattungpaket den Kunden anlocken, der eine ideale Schnittstelle zwischen Business und Entertainment sucht. Doch zunächst möchten wir kurz die Firma HTC vorstellen.

Über HTC

Die taiwanesische Firma HTC kennt hierzulande kaum jemand – von Business People und Handykennern einmal abgesehen. Dabei fertigt das erst 1997 gegründete Unternehmen beinahe alle gebrandeten Smartphone-PDAs beispielsweise für T-Mobile, Vodaphone, E-Plus und O2. Meilensteine wie der T-Mobile MDA-Pro, im Jahre 2006 bezüglich Funktions- und Innovationsvielfalt „Kaiser“ der Smartphones, wurde ebenfalls von den HTC-Ingenieuren entwickelt. Ein besonders interessantes Smartphone ist neben dem hier vorgestellten Advantage 7500 auch der „Touch“, der ein besonders kompaktes Gehäuse mit einem einfach bedienbaren Touchscreen verbindet. Als „MDA Touch“ ist er beispielsweise auch bei T-Mobile erhältlich. 

Drei Smartphone-Generationen treffen aufeinander: Der Nokia 9210 Communicater war 2004 ein gern genutztes und komfortables Gerät. 2006 sorgte der von HTC gebaute MDA Pro (T-Mobile Branding) für Furore. 2007 schiebt die taiwanesische Firma den Advantage 7500 nach

Überblick über Eigenschaften und Ausstattung

Teuer und solide verarbeitet: Der HTC Minicomputer Advantage 7500 - hier ist nur das Hauptgerät ohne die magnetisch andockbare Tastatur zu sehen

Einige unserer Vergleichs-Handys aus unterschiedlichen Generationen

Das HTC Advantage 7500 ist mit einem Marktpreis von rund 900 EUR für Neuware und rund 620 EUR für geprüfte B-Ware (Preise: www.amazon.de, Stand 06.09.2007) eines der teuersten Smartphones auf dem deutschen Markt. Als Vertragsgerät „Ameo“ bei T-Mobile kostet er mit Vertrag (Relax 100 XL, Stand 06.09.2007) 479,95. Ganz gleich, ob man den schwarzen, nicht gebrandeten Advantage oder den silberfarbenen, gebrandeten T-Mobile Ameo kauft: Der Kunde erhält für den immensen Preis allerdings im wahrsten Wortsinne VIEL Gegenwert: mit 359 Gramm Gewicht und Abmessungen von 133 x 98 x 16 mm (ohne Schutzhülle) ist das Gerät kaum geeignet, um es zum abendlichen Discobesuch mitzunehmen. Auch die Innentasche des Armani-Sakkos würde sich nach längerer Kontaktaufnahme mit dem Advantage ziemlich „gebeutelt“ zeigen, ganz abgesehen davon, dass es sich weniger gut macht, wenn man zum Businesstermin mit prall gefüllter Jacketttasche aufläuft. 

Das Advantage 7500 Smartphone von der Seite aus gesehen


Daher empfiehlt es sich, den in einem schmucken braunen Lederimitat-Etui untergebrachten Advantage lieber in die Hand zu nehmen oder aber in der Notebooktasche verschwinden zu lassen. Sehr clever sind folgende Merkmale: Das Advantage lässt sich mitsamt der Tastatur im Etui verstauen (in die Aufbewahrungstasche ist ein Magnetband integriert, so dass die ebenfalls magnetische Tastatur sehr guten Halt findet), und das magnetische Andocken der Tastatur ans Hauptgerät funktioniert vorzüglich. So kann man dann, wenn man das Etui aus der Tasche genommen hat, mit einem schnellen Griff Hauptgerät und Tastatur miteinander verbinden, ohne die Gerätschaft aus dem Etui nehmen zu müssen. 

Hauptgerät und Tastatur finden im mitgelieferten Etui Platz

Das solide verarbeitete Smartphone verfügt über eine beispielhafte Funktionsvielfalt und weist neben dem festen Telefonspeicher (256 MB für Betriebssystem und Anwendungen) einen 128 MB fassenden Arbeitsspeicher und eine 8 GB große MicroDrive Festplatte auf. Zusätzlich ist es möglich, den On-the-Go-Speicher mittels MiniSD-Karten zu füllen. Im Test funktionierten mittlerweile sehr preisgünstige 2 GB-Karten problemlos, sowohl Kingston- als auch SanDisc-Karten wurden schnell erkannt. Für Rechenpower soll der eingebaute Intel-Prozessor mit 624 MHz Taktfrequenz sorgen. 

Als Betriebssystem dient Microsoft Windows Mobile® 5.0 Pocket PC Phone Edition incl. Direct Push-Technologie. Darunter versteht man die Möglichkeit – die z.B. auch die gern verwendeten Original Black Barrys mitbringen – eine automatische Synchronisation zwischen dem Firmen-Server und dem Smartphone. E-Mails, Termine, Kontakte und Aufgaben können so ausgetauscht werden. Für den Selbstständigen mit Mini-Office sicherlich keine besonders wichtige Funktion, verwendet man jedoch den HTC-Minicomputer als „Truppensmartphone“ für den Außendienst, ist dieses Merkmal beinahe unverzichtbar. 

Excel (oben) und Word (unten) sind im Softwareumfang enthalten - ebenso Power Point


Da das Gerät mit einem Microsoft Windows-Betriebssystem ausgestattet ist, muss der Kunde auf die vom stationären PC beziehungsweise vom Notebook her bekannten Menüs und Benutzeroberflächen nicht verzichten. Man findet sich daher rasch zurecht und kann auch die hinlänglich bekannten Programme aus der Office-Produktfamilie nutzen, die erfreulicherweise gleich mitgeliefert werden: Word, Excel sowie Power Point sind in spezieller Pocket PC-Version installiert. Auch der Windows Media Player fehlt nicht, er ermöglicht die Wiedergabe von Audio- und Videodateien. Zusätzlich ist für die Verwaltung von Audio-Dateien noch ein „Audio Manager“ integriert. 

Die große Bildschirmdiagonale hebt das Advantage aus der Smartphone-Masse unter anderem hervor

3 MP-Kamera

Der große Bildschirm misst 5 Zoll (12,5 cm) in der Diagonale und weist die typische VGA-Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten aus. Verwendet man die interne 3 Megapixel-Kamera für Foto- und Videoaufnahmen, dann dient der riesige Touchscreen auch als überdimensionaler Sucher. Für die Videotelefonie vorgesehen ist eine zweite Kamera mit VGA-Auflösung

Eingebaut in den taiwanesischen Alleskönner ist auch ein GPS-Empfänger, so dass das Teil als portables Navigationssystem genutzt werden kann. Die für den Betrieb erforderliche Tom Tom-Software ist vorinstalliert, eine Karte zum Download bei Tom Tom, um die Fähigkeiten zu überprüfen, gibt es gratis. Der Download kann mittels des Advantage oder auch mit dem PC erfolgen – anschließend wird die Datei dann aufs Smartphone übertragen. 

Natürlich sind mit dieser Aufzählung die Leistungsmerkmale des Advantage noch lange nicht erschöpft. Dass das moderne Smartphone HSPDA/UMTS/EDGE unterstützt und zudem ein Quadbandhandy (GSM 850/900/1800/1900) für nahezu alle weltweiten Netze ist, verwundert kaum. WLAN-fähig nach Standard 802.11 b/g ist das HTC-Gerät ebenfalls. 

Hier die ausführliche Variante der Akkustandsanzeige

Gerade bei derartigen Geräten sind natürlich Sprech- und Standby-Zeiten wichtig – denn viele Smartphones präsentieren sich akkutechnisch schon nach sehr kurzer Zeit als völlig ausgebrannt. Geräte aus dem Hause HTC haben hier bislang keine sonderlich überzeugende Performance an den Tag gelegt. So musste vergangenes Jahr der Akku unseres MDA Pro bereits nach einem Tag wieder aufgeladen werden – außer ca. viermal E-Mails checken, einige Termine eintragen, ein- bis zweimal synchronisieren und ca. 1,5 Stunden Telefonie haben wir das Gerät kaum gefordert. Ein ebenfalls genutzter MDA III wies auch keine entscheidend bessere Konstitution hinsichtlich der Akku-Lebensdauer auf. HTC gibt beim Advantage 7500 die Standbyzeit relativ optimistisch mit bis zu 300 Stunden an, als Sprechzeit werden großzügige 5:30 Stunden genannt. Wir können schon vermuten, dass das sowohl Bluetooth- als auch WLAN-Funktion deaktiviert sein müssen – denn beides schluckt einiges an Strom.

HTC Advantage plus mitgeliefertes Zubehör

Doch die Deaktivierung der Bluetooth-Schnittstelle wird der Eigner des HTC Advantage hauptsächlich im Flugzeug vornehmen – denn für den Telefonbetrieb wird sie dringend benötigt. Zum „normalen“ Handy-Telefonieren mit der üblichen Bindung Ohr-Gerät taugt das Smartphone überhaupt nicht. Und wer nicht möchte, dass das gesamte Umfeld bei Nutzung der Freisprecheinrichtung jedes Telefonat mithört, muss zu einem Bluetooth-Headset greifen, um sich mit einem Gesprächspartner zu verständigen. Unser Test-Bluetooth-Set Logitech HS04 V01 verstand sich auf Anhieb mit dem Advantage. Das sehr kleine und leichte Headset weist einen guten Tragekomfort, einen ordentlichen Klang und einen sehr günstigen Kaufpreis (ab ca. 22 EUR) auf, so dass der bereits vom hohen Smartphone-Anschaffungspreis finanziell geplagte HTC-Owner wenigstens keine weiteren großartigen Summen ins Headset stecken muss. 

Natürlich könnte man auch das mitgelieferte, schnurgebundene Teil verwenden – das ist aber nur für hartgesottene Sparfüchse empfehlenswert, da die unzureichende Verarbeitung dieser Noname-Einheit für überhaupt kein Vergnügen sorgt. Wir raten HTC dringend, in Anbetracht des Preisgefüges, in welches sich das Smartphone einnordet, gleich ein hochwertiges Bluetooth-Headset mitzuliefern. 

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