TEST: Focal Chorus 7.1 Surround-Set 

10. September 2007 (cr)

Einleitung

Focals Chorus-Linie konnte bislang stets mit ausgezeichneten Testergebnissen aufwarten - besonders die Chorus 816V und die Chorus 836V begeisterten als kraftvoll und räumlich aufspielende Standlautsprecher. Nun haben wir uns ein 7.1-Surround-Set aus der Chorus-Familie ausgiebig angehört - Focal bietet hier eine Konfiguration an, die auch Home Theatre-Liebhaber neugierig machten dürfte, denn für den Surroundbereich haben wir uns für die Dipole Chorus SR-800V entschieden. Als Back Surround-Lautsprecher wählten wir die Chorus 806V Regalbox, und für Front Links/Rechts die Standbox Chorus 826V. Flankiert wird das Set durch den Chorus CC-800V Center und den aktiven Subwoofer Chorus SW-800V, der sehr kompakt auftritt. Als Gesamtpreis für das in elegantem Mokka-Dunkelbraun gehaltene Ensemble ruft der deutsche Focal-Vertrieb von in-akustik 4.452 EUR auf. Wir werden im folgenden Test überprüfen, ob das Geld für die französischen Schallwandler gut angelegt ist.  

Die Komponenten im einzelnen:

Focal Chorus 826V, Stückpreis 825 EUR

Die Dreiwege-Bassreflexbox kommt mit zwei Bassreflexrohren - eines auf der Gehäusevorderseite und eines unter dem Gehäuse (Downfire). Ausgestattet ist sie mit 2 x 16,5 cm Polyglass-Tieftönern, einem 16,5 cm Polyglass-Mitteltöner und einer 25 mm Hochton-Inverskalotte. Der Frequenzgang reicht von 45 Hz bis 28 kHz. Den Wirkungsgrad (2,83 V @ 1 m) gibt Focal mit 91,5 dB an. Die maximale Belastbarkeit liegt bei 220 Watt, die RMS-Belastbarkeit bei 150 Watt. Die 826V wiegt 25,8 kg und ist mit Abmessungen (H x B x T in mm) von 1.038 x 282 x 375 optisch noch nicht zu dominant. Pro Stück kostet die Chorus 826V mit 8 Ohm Nennimpedanz 825 EUR. 

Focal Chorus SR800V

Für die Surroundwiedergabe haben wir den pro Stück 399 EUR kostenden Dipol Chorus SR800V in den Testraum geholt. Bestückt ist er mit 2 x13 cm Polyglass Tief-/Mitteltönern und 2 x 25 mm Invers-Hochtonkalotten. Der Frequenzgang des 8 Ohm-Lautsprechers geht von 75 Hz bis 28 kHz. Der Wirkungsgrad liegt bei 90 dB (2,83 V @ 1 m). Der SR800V wiegt 5,6 kg und misst (H x B x T) 290 x 400 x 175 mm. Die maximale Belastbarkeit beträgt 120 Watt, die RMS-Belastbarkeit 80 Watt. 

Focal Chorus 806V

Die Chorus 806V (von uns für die Back Surround-Wiedergabe eingesetzt) mit einem Stückpreis von 325 EUR ist eine 2-Wege-Bassreflex-Regalbox mit einem Frequenzgang von 55 Hz bis 28 kHz. Der Wirkungsgrad wird von Focal mit 90 dB (2,83 V @ 1 m) angegeben. Die maximale Belastbarkeit liegt bei 120, die RMS-Belastbarkeit bei 80 Watt. Die 8,2 kg wiegende Box misst (H x B x T) 390 x 222 x 293 mm. Bestückt ist die 8 Ohm-Box mit einem 16,5 cm Polyglass Tief-/Mitteltöner und einer 25 mm Invers-Hochtonkalotte. 

Center Chorus CC800V

Der Center Chorus CC800V (Stückpreis 455 EUR) ist mit 2 x 16,5 cm Polyglass-Tief-/Mitteltöner bestückt, hinzu kommt eine 25 mm Invers-Hochtonkalotte. Die Belastungswerte gibt Focal mit 150 Watt (maximal) beziehungsweise 100 Watt (RMS) an, der Frequenzgang reicht des 8 Ohm-Lautsprechers reicht von 57 Hz bis 28 kHz. Der Wirkungsgrad (2,83 V @ 1 m) wird mit 91 dB angegeben. Der 11 kg schwere Schallwandler ist ebenfalls als Bassreflex-Modell konzipiert, ist magnetisch geschirmt und mit Abmessungen von (H x B x T) 189 x 493 x 294 mm relativ einfach unterzubringen. 

Focals aktiver Subwoofer hört auf den Namen Chorus SW800V

Der aktive Subwoofer Chorus SW800V ist mit einem 27 cm Polyglass-Basschassis ausgerüstet und weist einen Frequenzgang von 32 bis 160 Hz auf. Die Leistung der eingebauten Endstufe beziffert Focal mit 350 Watt (RMS) beziehungsweise 500 Watt (Maximale kurzzeitige Leistung). Der 18,8 kg wiegende Bassist ist mit Abmessungen von 456 x 324 x 426 mm (H x B x T) nahezu voll wohnraumtauglich. Konzipiert ist er als Bassreflexmodell/Frontfire. Die Ausstattung umfasst eine regelbare Übernahmefrequenz (40 bis 160 Hz), einen Nachtmodus, eine Subsonic (35 Hz, 24 dB/Oktave)- sowie eine Bass Boost (+ 3 dB @ 40 Hz)-Einstellung sowie einen LFE-Input (mono) und einen Stereoeingang. 

Technik/Ausstattung

Focal hat viel Wert darauf gelegt, auch bei einer preislich durchaus noch als relativ günstig zu bezeichnenden Lautsprecherserie ein aufwändiges und hochwertiges Gehäuse zu entwickeln. Die Gehäusewände aus MDF weisen eine minimale Stärke von 20 mm (Seitenwände 25 mm) auf. Dies garantiert ein stabiles, steifes Gehäuse, das auch bei hohen Pegeln ruhig bleibt und keine Eigengeräusche produziert. Dazu tragen auch die stabilen Verstrebungen bei, während eine integrierte Kabelführung im Inneren der Chorus-Box für einen aufgeräumten Auftritt sorgt. Die Wände innerhalb der Chorus-Lautsprecher sind bewusst nicht parallel ausgeführt, um stehende Wellen zu vermeiden. 

25 mm Hochtöner der Chorus 800er Baureihe

Besonders stolz sind die Focal-Entwickler auch auf die im Stammwerk Saint-Etienne gebauten Lautsprecherchassis. Focal ist einer der wenigen Hersteller, die auf keine Zulieferer angewiesen ist, sondern auf einer eigenen Fertigungsstraße alles komplett selber baut. Die Invers-Hochtonkalotte aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung, der Polyglass Mittel- und Tieftöner sind spezielle, hochwertige Kennzeichen der Chorus-Lautsprecher. Focal hat es hier geschafft, Oberklasse-Technologie in die Mittelklasse zu transformieren. 

Der Hochtöner, der in der Chorus 800er-Serie zum Einsatz kommt, fußt auf den Erfahrungen, die Focal mit dem Beryllium-Hochtöner, der beispielsweise in der Elektra-Serie zum Einsatz kommt, sammeln konnte. Zunächst wurde der TNC-Hochtöner entwickelt, der laut Focal erste Hochtöner aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung. Vorteil dieser Legierung sind die ausgezeichneten Dämpfungseigenschaften - aus diesem Hochtöner wurde dann der neue TNV der Chorus 800er-Baureihe entwickelt. Mit einem neuen Schaumstoff, der verbesserte mechanische Eigenschaften in die Aufhängung einbringt, einem neuen Set-Up für den Neodym-Antrieb (Neodym-Magneten sind besonders kräftig, daher genügt ein kleinerer Magnet als bei Nicht-Neodym-Versionen) und einem komplett neuen Gesamt-Layout soll dieser Hochtöner neue Maßstäbe setzen. Die harmonische Verzerrung konnte bei 1.000 Hz um das Dreifache, bei 500 Hz um das Sechsfache verringert werden. 

Nicht nur bei der Wiedergabe hoher Frequenzen, auch bei der Darstellung tieffrequenter Klanganteile haben die Focal Chorus-Lautsprecher einiges zu bieten. Zunächst realisiert Focal eine schnelle Basswiedergabe durch ein relativ kleines Basschassis von 16,5 cm. Große Membrandurchmesser haben den Vorteil, dass zwar ein größer Tiefgang realisiert wird, durch die Trägheit der großen Membran leidet aber die Schnelligkeit. Das Manko des kleineren Membrandurchmessers gleicht Focal durch einen höheren maximalen Hub aus - ein Modell das auch bei Nubert sehr gut funktioniert, wie man anhand verschiedener kompakter, sehr leistungsfähiger Nubert-Subwoofer nachvollziehen kann. 

Focal musste sich aber bei der Chorus-Baureihe noch mit der Lösung weiterer Probleme auseinander setzen - denn der größere Membranhub bringt zunächst eine Schwierigkeit mit sich: Eine größere Auslenkung in Verbindung mit einem verringerten Innenvolumen steigt der Innendruck des Lautsprechers stark an. Die Strömungsgeschwindigkeit im Bassreflexrohr wird extrem hoch. Dadurch tritt schon bei normalem Pegel das Problem der dynamischen Kompression im Tiefbassbereich auf. Die Folge sind schnell und stark ansteigende Verzerrungen. Um diese Problematik zu lösen, muss die Größe des Bassreflex-Ports erhöht werden, dies verringert die Geschwindigkeit der durchströmenden Luft.  Mit diesem relativ einfachen Prinzip konnte der Bereich des kompressionsfreien Basses um 6 dB (400 %) erhöht werden. Focal gab sich ferner Mühe, die beiden Bassreflex-Ports der Chorus 800-Lautsprecher (816V, 826V) besonders intelligent zu konfigurieren: Es gibt einen Frontport, für den optimale Timing, eine große Dynamik und eine gezielte Kontrolle sprechen, und einen Downfiring-Port, der mehr Tiefgang bei der Basswiedergabe ermöglicht. Durch eine aufwändige Konstruktion konnten die Vorzüge beider Systeme miteinander kombiniert werden. 

Stereo-Cincheingang plus LFE Mono-Input. Was fehlt, sind Cinch-Ausgänge zum Kaskadieren mehrerer SW800V

Solide Drehregler für Lautstärke und Übernahmefrequenz. Die Phase ist nicht stufenlos schaltbar

Direkt auf der Gerätefront sind Nachtmodus, Subsonic-Filter und Boost-Programm anwählbar

Bei Focal wurde die Chorus 800er-Serie direkt nicht nur für die Stereowiedergabe, sondern auch für die Surroundwiedergabe vorgesehen. Daher wurde der Entwicklung Heimkino-typischer Lautsprecher wie dem aktiven Subwoofer SW800V große Bedeutung beigemessen. Ein besonders steifes Gehäuse, eine sehr leistungsstarke B.A.S.H. Endstufe mit über 350 Watt wird eingesetzt. Die B.A.S.H.-Technologie von Indigo Manifacturers soll akustische Sauberkeit mit großer Leistungsfähigkeit auf hohem Level verbinden und die Vorteile der Class D-Verstärkung und des Class AB-Verstärkerlayouts miteinander verbinden. Obwohl der SW800V mit kompakten Abmessungen auftritt, die ihn voll wohnraumkompatibel machen, soll durch die kraftvolle Endstufe und das intelligente Gesamtlayout eine gleichermaßen nachdrückliche wie raumfüllende Basswiedergabe möglich sein. Eingelassen ins Gehäuse ist ein 27 cm Polyglass-Woofer. Verschiedene interessante Einstellmöglichkeiten komplettieren die Ausstattungsliste. Der "Nacht"-Modus dient als dynamische Kompression für das Hören bei niedrigen Lautstärken. Die Einstell-Variante "Boost" verleiht insbesondere effektgewaltigen Filmen und Techno- oder HipHop-Musik noch mehr Nachdruck. Die "Subsonic"-Einstellung soll unter schwierigen akustischen Verhältnissen (z.B. Hörraum unter 15 Quadratmeter) für eine stimmige akustische Anpassung an den Hörraum sorgen. 

Eine sorgfältige Abstimmung und eine identische Chassisbestückung sollen beim Center dafür sorgen, dass er genauso klingt wie die anderen Chorus 800 Lautsprecher

Beim Center CC800V stand eine optimale Anpassung an das klangliche Auftreten der übrigen Chorus 800er-Boxen im Mittelpunkt. Die sorgfältige Abstimmung garantiert eine stimmige Richtcharakteristik und eine räumliche Wiedergabe. Wie die Testreihen später zeigen werden, ist es für einen so kompakten Center wirklich gut, was für eine Räumlichkeit in der Praxis erzeugt wird. Focal verspricht, dass sich der Klang gut vom Lautsprecher löst - in Anbetracht der Tatsache, dass der Center mit relativ kleinen Gehäuseabmessungen versehen ist, gelingt dieses Vorhaben gut. 

Leistungsfähige Dipole gehören auch zum Programm der Chorus 800er-Serie

Die Dipole SR800V sind als leistungsstarke, kompakte Surroundlautsprecher ausgelegt. Besondere Erkennungsmerkmale sind die Acryloberfläche und ein integriertes Wandmontage-System. 

Mitgeliefertes Befestigungsmaterial für die Dipole - zur Wandmontage

Insgesamt steckt einiges an High-Tech in allen Vertretern der Chorus 800-Linie. Lobenswert ist ferner, dass sich die Franzosen sogar an Dipole heranwagen, um Filmton-Liebhaber anzusprechen. Der aktive Subwoofer ist gut, aber nicht überdurchschnittlich ausgestattet. Gesamtnote: Ausgezeichnet. 

Verarbeitung

Gute Kantenverarbeitung, ordentliche Spaltmaße - im Bild der Chorus-Center

Die Spaltmaße hier bei der Chorus 806V sind nicht ganz perfekt

Die Dipole hinterlassen einen robusten Eindruck

Sauber eingepasste Chassis

Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals an der Chorus 826V wirken eher billig

Solide Schraubanschlüsse aus Metall an den SR800V Dipolen

Wie auch die Chorus 826V ruht der aktive Subwoofer auf einer robusten Bodenplatte

Der Sockel in der Detailansicht

Die Verarbeitung des Chorus 7.1-Sets ist bilanzierend als sehr gut einzustufen. Zwar sind nicht alle Spaltmaße perfekt, grob aus der Reihe tanzt aber auch keines. Die verwendeten Materialien machen einen hochwertigen Eindruck, nur sollte Focal an allen Lautsprechern einheitliche Lautsprecherkabel-Schraubterminals verbauen - am besten in der Art, wie man sie an den Dipolen findet: Komplett aus Metall und leichtgängig, werden hier die Anforderungen der Preisklasse erfüllt. Die Terminals, die sich z.B. an den 826V Frontlautsprechern und am aktiven Subwoofer finden, verdienen sich nicht mehr als die Note "befriedigend". Alle Chassis sind akkurat eingepasst, die Umrandung des Hochtöners, die sehr schick aussieht, ist jedoch etwas scharfkantig. Ausgezeichnet gefiel uns der massiv verarbeitete Sockel, auf dem die Chorus 826V und der aktive Subwoofer ruhen. Gesamtnote in Relation zum Preisniveau: Sehr gut - ausgezeichnet. 

Testequipment:
Klang

Überzeugend: Die Chorus-Lautsprecher ermöglichen ein nahezu nahtloses 360 Grad Surround-Klangpanorama

Das Focal Chorus 7.1-Testset liefert eine ganz spezielle Interpretation zum Thema Mehrkanal-Klang - in der AREA DVD-Redaktion fand diese französische Sichtweise starken Anklang. Ganz gleich, ob "King Kong" (HD DVD), "Casino Royale" (Blu-ray) oder "Star Wars Episode III": Bei der Auslegung der Chorus-Schallwandler steht klar die pure Freude am Hören im Vordergrund. Der leicht warme, runde und volle Sound ist auch nach Stunden des intensiven Hörens nie als störend empfunden worden. Der angenehme Hochtonbereich mit weichem Übergang in den Mitteltonbereich gefällt ebenfalls immer wieder - die Höhen sind aber trotzdem alles andere als unterrepräsentiert, vielmehr erstaunt die Brillanz, die alle Focal-Komponenten im Surroundbetrieb ermöglichen. Alles wirkt souverän und leicht, nichts gepresst oder gequält. Die leicht zurückgenommenen Mitten mögen dem Analytiker missfallen - haben aber den Vorteil, dass der gesamte Klang auch bei hohem Pegel nachdrücklich und satt zum Auditorium getragen wird. Sehr stark betonte Mitten bieten zwar eine messerscharfe, feinst umrissene Stimmwiedergabe, bergen aber das Risiko, dass, ist die gesamte Kette nicht auf First-Class-Level, die Wiedergabe bei hohen Pegeln etwas blechern wird. 

Die Focal 806V - eine Zweiwege-Bassreflexkonstruktion - liefert als Back Surround Lautsprecher einen kraftvollen Sound

Als wahrhaftig imposant - mit solchen Superlativen kann man ansonsten in diesen preislichen Dimensionen kaum dienen - ist die gebotene Surround-Klangkulisse zu bezeichnen.  Bei der Eröffnungsschlacht von Star Wars Episode III zeichnet das Focal Set einen sehr facettenreichen Surround-Aufbau scheinbar mühelos mitten in den Hörraum. So bekommen die Zuhörer einen höchst lebendigen Eindruck von allem, was sich hinter ihnen zuträgt. Als exzellent entpuppt sich das Zusammenspiel zwischen den Direktstrahlern im Back Surround Bereich und den beiden Surround-Dipolen: Die SR800V werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dazu beitragen, dass die Marke Focal auch von Home Theatre-Liebhabern noch stärker wahrgenommen wird. Sie schaffen ein weitläufiges Gefühl intensiver Räumlichkeit, diese Eigenschaft hebt sie zusammen mit der erstaunlich akkuraten Effekt-Ortbarkeit auf Premium-Niveau. Gefestigt wird diese Aussage vom niedrigen Einstandspreis der Dipole, für 399 EUR pro Stück wird hier Hörspaß pur geboten. 

Der Center ist im Vergleich zum Rest des Sets etwas zu klein dimensioniert

Der Centerlautsprecher ist im Vergleich zum Rest des Sets etwas zu klein dimensioniert, was dazu führt, dass er seine Darbietung minimal zurückversetzt präsentiert. Er schafft ein gutes Gefühl realistischer Räumlichkeit - für sich betrachtet. Nur die kraftvollen Chorus 826V Standlautsprecher spielen ihn zusammen mit dem antrittsstarken aktiven Subwoofer ein wenig "an die Wand". Prima am Center gefällt der große Abstrahlwinkel, die Wiedergabe von vokalen Anteilen gelingt mit tadelloser Natürlichkeit. Wir würden Focal empfehlen, zusätzlich noch einen größeren Center anzubieten, der gerade in Hörräumen von über 30 Quadratmetern Sinn machen würde. 

Der aktive Subwoofer ist enorm leistungsfähig

Der aktive Subwoofer ist ein Quell nahezu reiner Freude - denn er bietet trotz kompakter Abmessungen jede Menge Tugenden, die man ansonsten meist nur bei deutlich kostspieligeren und bezüglich der Abmessungen größeren Basslautsprechern findet. Die Verfolgungsjagd auf Madagaskar in "Casino Royale" gibt er höchst eindrucksvoll wieder, er setzt eine Kraft frei (Beispiel: Explosion in der Botschaft der Bananenrebublik), die man dem kompakten Würfel gar nicht zugetraut hätte. Besonders überzeugt hat uns der spontane Antritt. Der SW800V scheint seine 350 Watt RMS-Leistung stets griffbereit zu haben, man zweifelt keine Sekunde an den Leistungsangaben: Einen 40 Quadratmeter messenden Hörraum setzt der Bassist nachdrücklich unter Feuer, dies beweisen auch King Kongs lautstarke Auftritte im gleichnamigen Film. Die Eröffnungsschlacht in SW Ep. 3 stellt den Basslautsprecher ebenfalls vor überraschend wenig Schwierigkeiten: Knallhart und sehr gut akzentuiert agiert der französische Tiefton-Experte, nur beim Durchmarsch des republikanischen Sternzerstörers gleich zu Beginn ist auch er, wie praktisch alle anderen uns bekannten aktiven Woofer ziviler und weniger ziviler Preisklassen, am Ende. Sehr gut managt er die immensen Bassattacken in "Im Fadenkreuz" mit Owen Wilson: Ganz gleich, ob brutale Minenexplosionen oder die Verfolgungsjagd Rakete-Kampfjet gleich zu Beginn - stets bleibt der SW800V Herr der Lage und liefert hervorragenden Nachdruck. Die Art, wie der Focal-Sub die Kraft umsetzt, beeindruckt ebenfalls: Kontrolliert, souverän und genau wird agiert, und kein dumpfes Blubbern ist vernehmbar, das zwar nach Kraft klingt, in Wahrheit aber nicht viel mehr als die berüchtigte "heiße Luft" darstellt. 

Die im Filmtonbetrieb gezeigte Auslegung lässt sich auch bei der Wiedergabe mehrkanaliger Musik nachvollziehen. Die facettenreiche Surround-Klangkulisse ist ein Trumpf, den das Focal-Set bei "Jarre in China" voll und ganz ausspielen kann: Der Zuhörer fühlt sich voll ins akustische Geschehen eingebunden und erlebt jeden Effekt hautnah mit. Die ausgezeichneten Dipole machen auch im Musikbetrieb eine sehr gute Figur, sie öffnen den Raum weit, ohne durch eine verwaschene Wiedergabe für Dissonanzen zu sorgen. Bei Ludwig van Beethovens "Pastorale" glänzen die Chorus-Boxen erneut durch ihre Antrittsschnelligkeit und die überragende Spielfreude. 

Durch den guten Wirkungsgrad aller Komponenten - selbst die diesbezüglich aufgrund ihrer Konstruktion kritischen Dipole fallen nicht aus dem Rahmen - kann das Focal-Set auch mit nicht allzu leistungsstarken AV-Receivern der Mittelklasse betrieben werden. Durch die hohe Pegelfestigkeit praktisch aller Komponenten (nur beim relativ kleinen Center sollte man nicht übertreiben) steht die Chorus-Tür aber auch sehr leistungsfähigen Verstärkereinheiten offen. Die Chorus-Komponenten sind wenig aufstellungskritisch, man sollte nur die üblichen Aufstellregeln (Dipole an die Wand, die beiden Front-LS leicht zum Hörer anwinkeln, Center leicht nach oben anwinkeln, Back Surround-LS mindestens 1,5 Meter vom Hörer entfernt aufstellen) beherzigen, dann kann nicht viel schief gehen. Der aktive Subwoofer bereitet durch sein Frontfire-Arbeitsprinzip wenig sorgen, er lässt sich gut vorn zwischen die beiden 826 integrieren - hier fühlt er sich wohler als allein in der Ecke stehend, wo die Präzision bei der Wiedergabe doch ein wenig leidt. 

Insgesamt liefert Focal mit dem Chorus-Set einen echten Charakterdarsteller ab - während das Nubert nuLine 120/CS-70/DS-60/AW-1500-Set mit extremer Pegelfestigkeit und klanglicher Neutralität antritt, ein Canton Karat-Set mit akustischer Rafinesse und vornehm-integrativer Zurückhaltung auftritt, ein Polk Audio LSi-Set mit massiven Kraftausbrüchen auffällt, ist die französische Art zu Hören eine andere: Eine enorme Räumlichkeit trifft hier auf kultivierte Kraft und ein höchst harmonisches Gesamt-Klangbild. Die Freuden höchster Detailtreue überlässt das Focal-Set dabei lieber anderen Offerten: Im Hochtonbereich gelingt dies beispielsweise dem Pioneer S-H810V, S-C80 und S-W250 - Ensemble sehr überzeugend, so viel akustische Emotion wie beim Focal-Ensemble darf jedoch nicht erwartet werden. Das ebenfalls überzeugende Quadral Platinum Ultra 5.1 Surround-Set klingt im direkten Vergleich härter und noch pointierter - so "smooth" wie beim Focal-Set ist der Sound nicht. Hier ist es schlicht und einfach Ansichtssache, welche Art der klanglichen Auslegung man persönlich bevorzugt. 

Gesamtnote Klang in Relation zum Kaufpreis: Ausgezeichnet. 

Fazit

Mit exzellenter Räumlichkeit und höchst angenehmem Klang weiß das Chorus 800 7-1-Set zu gefallen

Das Focal Chorus 800 7.1-Set spricht eine breite potentielle Hörergruppe an, denn hier wird zum vertretbaren Kaufpreis enorm viel pure Freude am Hören geboten. Die überragende Surround-Klangkulisse sorgt für eine gleichermaßen druckvolle wie weitläufige Effektdarstellung. Auch die Front-Effektkulisse präsentiert sich als gleichermaßen angenehm wie lebendig, die beiden Chorus 826V mit ihrem kraftvoll-runden Sound gefallen immer wieder. Der CC800V Centerlautsprecher ist für sich betrachtet eine sehr gelungene Konstruktion, mit guter Stimmwiedergabe und breitem Abstrahlwinkel, in unserem Test-Set tut er sich gerade bei hohen Pegeln etwas schwer. Hier würde Focal eine sehr gute Entscheidung treffen, wenn zusätzlich ein bezüglich der Abmessungen größerer und leistungsstärkerer Chorus-Center seinen Weg ins Produkt-Portfolio fände. Kaum noch etwas zu verbessern gibt es am aktiven Subwoofer: Kraftvoll, integrativ und antrittsschnell, sichert er sich erstklassige Bewertungen. Die zeitgemäß-schicke Optik des Focal-Ensembles weiß ebenfalls zu überzeugen. Somit bleibt insgesamt ein sehr positiver Eindruck des französischen Schallwandler-Sets zurück - hier werden auf angenehme Art und Weise Emotionen beim Auditorium geweckt, ganz gleich, ob Mehrkanal-Musik oder Filmton präsentiert wird. 

Das Chorus 800 7.1-Ensemble überzeugt mit angenehm rundem Klang und hervorragender Räumlichkeit 

Lautsprechersystem obere Mittelklasse
Preis-/Leistungsverhältnis
Test 10. September 2007

+ Exzellente Räumlichkeit
+ Enorm facettenreiche Surround-Klangkulisse
+ Sehr pegelfester, antrittsstarker aktiver Subwoofer
+ Sehr angenehmer, leicht warmer und kräftiger Klang
+ Elegante und zeitgemäße Optik
+ Faires Preisniveau
+ Wenig aufstellungskritisch

- Lautsprecherkabel-Anschlussterminals teils verbesserungswürdig
- Center im Vergleich zu den restlichen Komponenten etwas klein dimensioniert

Test: Carsten Rampacher
Datum: 10. September 2007