TEST: Denon Stereosystem PMA-700AE/DCD-700AE/TU-1500AE/DP-300F

30. April 2007 (th/cr)

Einführung

Stereo-Komponenten, die akustisch überzeugen und gleichzeitig in zivilen preislichen Gefilden beheimatet sind, gibt es keinesfalls wie den oft zitierten "Sand am Meer" - vielmehr gleicht eine Suche nach preis-/leistungsbezogen überzeugendem, Performance-starkem Equipment oftmals eher der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Denon möchte der zeit- und nervenraubenden Produktfindungsaktion nun ein einfaches Ende setzen: Denn mit dem Vollverstärker PMA-700AE (349 €), dem CD-Player DCD-700AE (349 €), dem Tuner TU-1500AE (209 €) und dem vollautomatischen Plattenspieler DP-300F (329 €) wird gleich eine komplette Lösung offeriert, die sogar demjenigen Anwender gefallen dürfte, der wieder Freude am analogen Plattenhören gefunden hat. Mit einem Gesamtpreis von 1.256 € bekommt man also ein Paket geschnürt, welches keine Komponente auslässt, die der Stereo-Liebhaber zum kompletten Musikgenuss benötigt. Grund genug für uns, die gesamte Denon-Anlage einmal unter die Lupe zu nehmen.

Aufbau des Testberichts

Wir haben uns bei diesem Test für einen speziellen Aufbau des Testberichts entschieden - schließlich handelt es sich um vier einzelne Komponenten, die allesamt danach verlangen, ausführlich vorgestellt zu werden. Darum haben wir uns jedes Gerät - Vollverstärker, CD-Player, Tuner und Plattenspieler - einzeln vorgenommen und haben jeweils einen individuellen Text verfasst. 

Stereo-Vollverstärker PMA-700AE

Für einen Kaufpreis von 369 € macht der PMA-700AE einen sehr edlen Eindruck und bietet beispielsweise eine sauber verarbeitete Alu-Front und einen sehr griffsymphatischen Lautstärkedrehregler

Der sehr attraktive Lautstärke-Drehregler sticht auf der Gerätefront hervor

Der Denon verbindet eine zeitlos-elegante Formensprache mit sehr hoher Funktionalität

Regler für Bass, Höhen und Balance, hinzu kommt eine Loudness- und eine Lautsprecher A/B-Schaltung

Die mitgelieferte Fernbedienung sieht schick aus und ist übersichtlich, wenngleich die einzelnen Tasten teilweise ein wenig klein geraten sind

Beginnen wir unsere Testeindrücke mit dem Stereo-Vollverstärker PMA-700AE. Dieser kommt auf einen Verkaufspreis von 369 €, in Anbetracht dessen erstaunt das attraktive, edle Äußere voll und ganz. Die ausgezeichnet verarbeitete Aluminiumfrontblende ist alles andere als selbstverständlich in dieser Preisklasse. Hier kommt in Ansätzen schon etwas "PMA-SA1-Flair" auf. Alles wirkt übersichtlich, nichts billig gemacht oder überfrachtet. Der große Lautstärkedrehregler liegt hervorragend in der Hand und besteht aus Aluminium. Das ist übrigens das Kennzeichen aller auf der aufgeräumten Gerätefront untergebrachten Bedienelemente: Die Bedienung macht einfach Freude, denn alles ist sauber eingepasst und liegt gut in der Hand. Auch die mitgelieferte Fernbedienung enttäuscht nicht, die RC-1022 ermöglicht zudem nicht nur die Bedienung des Verstärkers, sondern auch die komfortable Handhabung von Tuner, CD-Player und Kassettendeck. 

Ausgestattet ist der PMA-700AE genauso, wie man es von einem Stereoverstärker bürgerlicher Preisklasse erwartet. Es finden sich Bass- und Höhenregler, ein Balanceregler, eine Loudness-Schaltung eine eine Source Direct-Schaltung. In Anbetracht des oftmals enorm üppigen Ausstattungsumfangs moderner AV-Receiver kommt schon fast ein wenig Wehmut auf: So ein Gerät wie den PMA-700AE hatte man vielleicht in seiner Jugend, lange Zeit bevor es um automatische Lautsprechereinmess- und Equalizingsysteme, kanalselektive manuelle Equalizer, Bassmanagement und getrennt regelbare Übernahmefrequenzen ging. Für viele war und ist sie schön, die heile, übersichtliche HiFi-Welt, und das beschert auch Gerätschaften wie dem PMA-700AE eine wahre Renaissance. 

Lieferbar ist der 7 kg wiegende Vollverstärker in schwarzer oder "Premium Silber" - farbener Version. Mit Abmessungen von 434 x 121 x 337 (B x H x T in mm) nimmt der Verstärker nicht allzu viel Platz im Regal oder im HiFi-Möbel weg. Die Leistungsdaten: An 4 Ohm stehen 2 x 85 Watt (1 kHz, 0,7 % Klirrfaktor) zur Verfügung, an 8 Ohm sind es noch 2 x 50 Watt (20 Hz bis 20kHz, 0,07 % Klirrfaktor).

Sehr ordentlicher innerer Aufbau beim PMA-700AE - erstaunlich für einen Vollverstärker, der keine 400 € kostet

Der innere Aufbau des PMA-700AE ist ausgesprochen überzeugend ausgeführt. Denon zeigt hier in allen Preisklassen konsequent, was möglich ist, ganz gleich, ob Stereo oder Surround. Auch die günstigen Surroundreceiver von Denon sind bereits ordentlich aufgebaut, wie z.B. der AVR-1707 zeigt. Nirgendwo sind unsauber verlegte Kabelstränge zu sehen - vielmehr hat Denon die Anzahl der verwendeten Kabel auf ein Minimum reduziert. Eine hervorragende Übersichtlichkeit stand im Vordergrund bei der Konzeption des inneren Layouts, in dessen Mittelpunkt die jeweils diskret aufgebauten Endstufen stehen. Denon selektiert auch für dieses verhältnismäßig kleine Modell die verwendeten Bauteile, was einem klaren, präzisen Klangbild zugute kommt. In geöffnetem Zustand kann man auch am besten das für diese Preisliga sehr steife, solide Chassis bewundern. Insgesamt ist also der innere Aufbau auf einem Level, der für die Preisklasse ausgezeichnet ist. Dass allerdings auch in diesen sehr günstigen Preisklassen bezüglich des Aufbaus noch mehr geht, beweist der Harman Kardon HK 970. Dieser allerdings kann bezüglich seiner "äußeren" Qualität mit Kunststofffront und sehr einfachem Lautstärkedrehregler dem PMA-700AE nicht das Wasser reichen. Dafür trumpft der HK-970 mit seinen erstklassigen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals auf, hier kann man sich zwar auch beim Denon nicht beklagen - das hier Gebotene ist immer noch als sehr gut zu bezeichnen - aber der Harman Kardon Vollverstärker setzt hier klar Maßstäbe, was übrigens auch für die Qualität der Cinchbuchsen auf der Geräterückseite zutrifft.

Auf der Rückseite offeriert der PMA-700AE sechs analoge Eingänge, darunter auch ein dedizierter Phono-Eingang für Plattenfreude. Zwei analoge Cinch-REC-Ausgänge sowie ein Pre-Out für den Anschluss einer externen Endstufe sind ebenfalls vorhanden. Gleich drei geschaltete Netzanschlussbuchsen sorgen für reichlich Anschlussmöglichkeiten für die komplette Peripherie aus Plattenspieler, CD-Player und Tuner

Die Cinchbuchsen sitzen zwar recht fest, sind aber nicht vergoldet

Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind leichtgängig und auch für Bananenstecker geeignet

Die Cinch-Anschlusssektion von Innen betrachtet

Genauer Blick auf die verwendete Elkos

Hochwertiger Aluminium-Kühlkörper

Der Trafo - wie sich später in den Testreihen zeigen wird, liefert er Strom satt

Sehr gespannt waren wir auf die Hörtestreihen. Der Harman Kardon HK 970 hatte schon satt vorgelegt mit kräftigem, fundiertem und harmonischen Klang, da sollte es eigentlich für den PMA-700AE nicht allzu einfach werden. Erschwerend hinzu kommt, dass moderne AV-Receiver einer gefälligen, gut strukturierten Stereowiedergabe längst nicht mehr so feindlich gegenüber stehen wie noch vor einigen Jahren. Hervorragende Beispiele dafür kommen beispielsweise aus dem Hause Onkyo. Sogar der mit 350 € enorm preiswerte TX-SR505E klingt im Stereobetrieb schon überraschend erwachsen: Ein lebendiges, gut detailliertes Klangbild wird geboten, für uns eine faustdicke Überraschung. Aber auch andere Anbieter schaffen schon mit günstigen AV-Receivern prima Stereo-Hörerlebnisse: Der Marantz SR4001 ist ein treffliches Beispiel dafür. Er klingt so fein, dass man es kaum glauben mag, hier einen AV-Receiver der 600 €-Klasse vor sich zu haben. Natürlich liefert auch Denon AV-Receiver, die im Stereoeinsatz überzeugen, dies beweist zum Beispiel der Denon AVR-2807, der sich im damaligen Dreier-Mastertest durchsetzen konnte. Wo genau also stellt sich der PMA-700 auf?

Der PMA-700AE machte durch hervorragende akustische Leistungen auf sich aufmerksam

Klare Antwort: An der Spitze. Dieser kleine, edle Vollverstärker schlägt alle oben aufgeführten Kontrahenten souverän, sogar den HK 970 - für knapp 370 € kann man nicht mehr erwarten. Besonders erfreulich ist die mögliche Feinzeichnung. Bei Smetanas "Moldau" arbeitet der PMA-700 auch kleine Feinheiten sorgfältig heraus und sorgt für ein authentisches Abklingen der Instrumente. Dabei bleibt das Klangbild stets über alle Maßen angenehm und hörenswert. Der Denon präsentiert sich nicht als reiner Analytiker, der Details sezierend durch die Musikwelt marschiert und über diese Sammeltätigkeit hinaus das Schaffen einer akustischen Harmonie vergisst. Auch bei Ludwig van Beethovens "Pastorale" merkt man diese gelungene Mischung: Die Streicher erklingen samtig und zart, wenn es gefordert ist, die orchestralen Einsätze beweisen dann, wie antrittsstark der PMA-700AE ist: Blitzschnell stemmen die beiden diskreten Endstufen massiv Leistung, so dass ein raumfüllend-kräftiger, zugleich aber differenziert-strukturierter Klangeindruck entsteht. Die unterschiedlichen Tempi und Stimmungen in den verschiedenen Sätzen der Pastorale werden so vom Denon sehr schön herausgearbeitet: Von lieblich bis dramatisch, die schwungvolle, lebendige Wiedergabe macht dem Auditorium pure Freude. 

Sogar die NAD C162/C272 Vor-Endstufenkombination, die mit herausragenden Klangleistungen aufwarten kann, muss sich anstrengen, um dem Denon Paroli bieten zu können: Diese sensible, gleichzeitig harmonisch-klare Darstellung, die der PMA-700AE bietet, ist schon besonders gelungen. Wer oftmals mit sehr hohem Pegel hört und einen großen Hörraum beschallen möchte, dem sei allerdings der Griff zum starken NAD-Duo angeraten: So brutal, wie die C272 auch noch bei hohem Pegel vorangeht, ist nicht nur der PMA-700AE chancenlos, sondern auch Vor-/Endstufenkombis, die sehr deutlich teurer sind als die beiden NAD-Komponenten, die in ihrer Klasse mit Kraft, Nachdruck und Dynamik herrschen. Wer in etwas kleineren Hörräumen mit Fokussierung auf eine stets wohl ausgewogene, sensible, aber gleichzeitig fundiert-dynamische Wiedergabe hört, ist hingegen mit dem PMA-700AE hervorragend bedient, zudem werden auch die finanziellen Ressourcen durch den günstigen Kaufpreis des Denon-Vollverstärkers nicht zu stark beansprucht.

Mitten im Testeinsatz

Der PMA-700 kann übrigens nicht nur mit klassischer Musik ausgesprochen gut umgehen. Auch italienischer Schmuse-Pop ist bestens dazu angetan, die Qualitäten des PMA-700 herauszustellen. Bei "Musica é" von Eros Ramazzotti beeindruckt die Fähigkeit des Denon, die Stimme des italienischen Sängers vom Lautsprecher zu lösen und nahezu frei in den Raum zu stellen. Mit diesem Pluspunkt ist aber auch ein aus finanzieller Sicht erkennbarer Minuspunkt verbunden: Für den PMA-700AE sollte man ausgesprochen gute Lautsprecher verwenden. Sehr empfehlenswert ist beispielsweise die Canton Karat 709DC (Stückpreis UVP 1.000 €), die durch ihre differenzierte, nie vordergründig-laute, aber stets klare und authentische Spielweise genauso ein Multitalent ist wie der PMA-700AE. Wer sehr viel Klassik und Jazz hört und auf eine brillante, mitreißende Hochtonwiedergabe setzt, auf einen opulenten Bassbereich jedoch verzichten kann, ist mit der Elac FS 207.2 sehr gut bedient, die bezüglich der Hochtondarstellung auch über die Preisklasse hinaus Maßstäbe setzt. Der PMA-700 ist klanglich so erwachsen, dass er auch prächtig mit einer Opera Seconda harmoniert. Allerdings sollte man hier nicht darauf aus sein, sehr hohe Lautstärken hören zu wollen, dann benötigt die Seconda doch einen leistungsstärkeren Verstärker einer höheren Preisklasse. Hier tut sich der Audio Analogue Verstärker "Primo" für 990 € auf das Angenehmste hervor: Er ist zwar sehr kompakt, liefert aber Leistung satt. Sein über jeden Zweifel erhabener innerer Aufbau aus besten Bauteilen beweist, dass für unter 1.000 € eine nahezu perfekte Kombination aus angenehm warmen (Röhrenvorstufe, daher unbedingt ausgiebig Probe hören!), zugleich aber trotzdem nicht schwerfälligen Klang, hervorragender Detaillierung und kompaktem Äußeren möglich ist. Nicht umsonst ist der Primo einer der Lieblinge der Redaktion und wird oft für Stereotestreihen eingesetzt. 

Wer für wenig Geld einen ausgezeichneten Sound realisieren möchte, kann den Denon auch mit der Nubert nuWave 85 zusammen einsetzen. Für ihre Preisliga sticht die nuWave 85 durch enorme Pegelfestigkeit, einen klaren, sauberen Klang und einen kräftigen Bass hervor. Wem ein fundiertes Klangbild, verbunden mit einer räumlich exzellenten Abbildung, besonders am Herzen liegt, auf beides aber eigentlich aufgrund der Tatsache, dass nur Regallautsprecher aus räumlichen Gründen gestellt werden können, bislang verzichten musste, dem raten wir zur zwar teuren, aber überragenden Focal Profile 908. Sie kann weitaus mehr, als man von einem Lautsprecher dieser Größe erwarten würde, und sieht auch noch sehr attraktiv aus. Apropos Optik: Wer eine schön und intensiv klingende, perfekt verarbeitete und extravagant auftretende Schallwandler-Ergänzung zum PMA-700 sucht - die Schweiz ist das Ziel der Träume: Denn daher kommt die Piega Twen, die all diese Ansprüche optimal vereint. Die Hochtonwiedergabe ist praktisch auf Elac-Level, zudem aber wird eine für diese schmale Box überraschend volle Bassreproduktion erzielt. In allen Frequenzbereichen agiert die Piega-Box sehr detailliert und dynamisch.

Nach diesem Exkurs widmen wir uns erneut dem PMA-700AE, der sich bei der Wiedergabe bass- und effektgeladener Techno- und House-Musik als "Meister aller Klassen" behaupten kann: Er ermöglicht einen intensiven räumlichen Eindruck und ist bei "Blank&Jones - Sound of Machines, Vorwerk Remix" in der Lage, alle Effekte weit in den Hörraum zu befördern. Seine souveräne, erwachsene Kraftentfaltung sorgt für einen üppigen, nachdrücklichen Aufbau - man mag kaum glauben, wie preisgünstig der PMA-700AE tatsächlich ist. "Ikarus" von Flutlicht (Sunshine Live Classics) stellt hohe Ansprüche an die Verstärkung: Treibende Bässe, vielschichtige Effekte, eine komplex abgemischte Stimme und ein sehr prägnanter Hochtonbereich. Der Denon meistert alles so gelassen, als wäre es eine Selbstverständlichkeit: Kraftvoll schlagen die Bassanteile ein, kontrolliert ertönt die Stimme, davon sauber getrennt zielen die Effekte auf die Zuhörerschaft. Daher ist unsere Bilanz eindeutig: Der PMA-700AE ist ein starkes Stück Technik zum Mini-Preis - Respekt.

Einzelwertungen (Bewertung in Relation zur Preisklasse zu sehen):

Verarbeitung außen/innen: Ausgezeichnet - hervorragend/ausgezeichnet
Bedienung/Ausstattung: Sehr gut - ausgezeichnet
Klang: Hervorragend

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