Wir waren Helden - Cine Collection

VÖ: 19.03.2003

Original

We were Soldiers

Studio

Icon Productions (2002)

Anbieter

Concorde Home Entertainment (2003)

Laufzeit

132:48 min. (FSK 18)

Regie

Randall Wallace

Darsteller

Mel Gibson, Greg Kinnear u.a.

DVD-Typ

DVD-9 (Film), DVD-5 (Extras)

TV-Norm

PAL

Bitrate

7.21 Mbps (Video: ca. 5 Mbps)

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)
2. Deutsch, DTS 5.1 (754 kbps)
3. Deutsch, Dolby Digital 2.0 (224 kbps)
4. Englisch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)
5. Audio-Kommentar Randall Wallace (224 kbps)

Untertitel

Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte (optional)

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 €
Film 

1965: Im amerikanischen Armeestützpunkt Fort Bening werden letzte Vorbereitungen für den ersten großen Kampfeinsatz im Norden von Vietnam getroffen. Der hoch dekorierte Lieutenant Conolel Hal Moore (Mel Gibson), ein erfahrener Weltkriegs- und Korea-Veteran, ist mit der Leitung dieser heiklen und lebensgefährlichen Mission betraut worden. Gemeinsam mit seinem engsten Vertrauten Sergeant Major Plumley (Sam Elliott) ist er abkommandiert worden, eine schlagkräftige Luft-Kavallerie zusammenzustellen und auf den Einsatz vorzubereiten. Während seine Frau Julie (Madeleine Stowe) Freundschaft mit den anderen Soldatenfrauen im Stützpunkt schließt und versucht, dort ihre Familie zu integrieren, findet Moore nach und nach vertrauenswürdige Männer für seinen inneren Zirkel. So rekrutiert er den Helikopter-Piloten Major Crandall (Greg Kinnear) als Verantwortlichen für zukünftige Luft-Einsätze und entdeckt im idealistischen Lieutenant Geoghegan (Chris Klein) einen jungen Soldaten mit Führungsqualitäten. Doch das Basis-Training ist kaum absolviert, da wird Moore unerwartet und gegen seinen Protest in den Kampf geschickt. Er weiß, dass er verfrüht und fast chancenlos in eine Schlacht ziehen wird und auch seine Frau spürt den Druck, der auf ihm lastet. Er rechnet mit dem Schlimmsten und so fällt der Abschied von seiner Frau und den gemeinsamen fünf Kinder alles andere als leicht. Aber er hat keine andere Wahl und so kommt es, dass Moore am Morgen des 14. November 1965 als Kommandeur von rund 400 Soldaten in der vietnamesischen Talebene Ia Drang landet. Und einmal auf fremdem Boden wird jeder Plan, jedes Kalkül hinfällig: Alle Befürchtungen Moores erweisen sich als untertrieben. Auf dem Luftweg ist weder Nachschub von mehr Männern noch von genug Munition möglich, während sich die Gegner in der erdrückenden Übermacht von 2000 Mann befindet und auf heimischem Gelände kämpft. Stunden des Sterbens wechseln mit Nächten der Angst. Einheiten werden abgetrennt, die Napalm-Bomben der US-Jets treffen Freund und Feind, während zu Hause, im ahnungslosen Amerika erste Telegramme für die Witwen eintreffen. Moores Frau Julie macht es sich zur Aufgabe, diese den betroffenen Frauen persönlich zu überreichen, sie selbst muss unterdrückt die eigene Angst um das Leben ihres Mannes, wohl wissend, dass schon das nächste Telegramm an sie adressiert sein könnte. Drei Tage und Nächte dauert die Schlacht und immer rascher werden die Reihen der Kämpfenden dezimiert. In dem blutigen Gefecht verliert die Frage nach Sieg und Niederlage jede Bedeutung, nur das Überleben zählt.

 

Was mag sich der deutsche Verleih wohl dabei gedacht haben, als er aus dem Original-Titel "We were Soldiers" ein pathetisches "Wir waren Helden" machte? So neigt man angesichts dieses Titels und eines schmalzigen Trailers gerade in Deutschland, wo es in einem nicht unbeachtlichen Teil der Bevölkerung Ressentiments gegenüber den Vereinigten Staaten gibt, doch dazu, dass dieser Film nur noch eine weitere Heldenbeweihräucherung sein könnte, wie sie vielfach in amerikanischen Filmen der letzten Jahre zu sehen war. Schließlich hat Regisseur Randall Wallace ja auch noch vor kurzem mit dem Ober-Patrioten Jerry Bruckheimer zusammengearbeitet und diesem das Drehbuch zur Kriegs-Schmonzette "Pearl Harbor" geschrieben. Doch das Vorurteil trügt, weil "We were Soldiers" das Thema Vietnam auf vielerlei Art und Weise anders behandelt, als man es von den meisten Filmen dieses Genres gewohnt ist: Der Film basiert auf dem Buch "We Were Soldiers Once...and Young" von Harold G. Moore und Joseph L. Galloway und erzählt deren Erlebnisse vom ersten militärischen Gefecht zwischen Soldaten der USA und Vietnam im Herbst 1965. Während die meisten Vietnam-Filme den Zuschauer irgendwo in den Dschungel Vietnams schicken, ohne groß auf die Ausgangssituation einzugehen und die Figuren einzuführen, beginnt die Handlung dieses Films zunächst auf amerikanischem Boden und begleitet die Einheit unter Kommando von Harald Moore auf dem Weg in den Krieg. Zwar gibt der Film keinen Einblick in den politischen Hintergrund und ist somit mehr Schlachten- als Kriegsfilm, doch dafür wird dem Zuschauer direkt vom ersten Moment an kein Zweifel daran gegeben, dass dies ein Krieg ist, den niemand gewinnen kann, und bei dem es nur darum geht, überhaupt am Leben zu bleiben: Die Amerikaner sind den in unterirdischen Tunnelsystemen verschanzten Vietnamesen taktisch unterlegen. Ihr Vormarsch kommt schnell zum erliegen und nach zahlreichen Opfern auf beiden Seiten kann nur noch der massive Waffeneinsatz inklusive Napalm-Brandbomben verhindern, dass sämtliche US-Soldaten niedergemetzelt werden. Die Rolle der Vietnamesen in diesem Film reduziert sich aber nicht auf Kanonenfutter mit Statisten, die sofort umfallen, sobald ein Amerikaner seinen Abzug drückt, sondern der Zuschauer bekommt auch die Strategie der vietnamesischen Armee vermittelt und Moore selbst bringt mehrfach seinen Respekt für den Einsatz des Gegners zum Ausdruck. "We were Soldiers" ist kein pazifistischer Film, der die Sinnlosigkeit des Krieges an sich verdeutlichen will. Dafür wird hier die Tapferkeit der Soldaten angesichts der fürchterlichen Situation, in der sie stecken, zu stark betont. Aber es fehlt doch nicht an Kritik am leichtfertigen Einsatz der Soldaten, den auch Moore von Anfang an recht skeptisch betrachtet. Und pathetische Kameraeinstellungen, die die Heldenhaftigkeit der Soldaten demonstrieren sollen, sind hier auch fehl am Platze, sondern eher subtiler Art, wenn Moore am Ende sein Versprechen einhält, erst als letzter das Schlechtfeld zu verlassen. Interessant ist vor allem, dass der Film auch die Schicksale und Sorgen der zurückgelassenen Familien behandelt, die mit einem einfachen Telegramm über den Tod ihrer Väter benachrichtigt werden. So etwas hat man bislang selten in Kriegsfilmen gesehen. Von der Kritik wurde "Wir waren Helden" recht zwiespältig beurteilt, doch davon sollte man sich nicht beirren lassen, denn dieser Film hat es verdient, zukünftig mit "Apocalypse Now", "Full Metal Jacket" oder "Platoon" in einem Atemzug genannt zu werden, weil er durch seine neue Herangehensweise an dieses Thema eine positive Ergänzung zu den meisten Vietnam-Filmen darstellt, die meist auf fiktiven Erzählungen basierten. Angesichts der Zeit, die sich der Film für die Erzählung der Geschichte nimmt, ist es aber doch wieder bedauerlich, dass nicht die Chance genutzt wurde, auch etwas mehr politischen Background in die Handlung einzubringen, was aber aber deswegen abgelehnt wurde, weil Regisseur Randall Wallace mit seinem Film nicht "politisieren" wollte.

Die deutsche Kinofassung von "Wir waren Helden" wurde um rund 12 Minuten gekürzt. Ungeachtet des realistischen Stils, der dem Zuschauer auch einige blutige Details nicht vorenthält, erscheinen die Kürzungen, die auch Dialogsequenzen betreffen, aber stark übertrieben: Denn es gibt während des gesamten Films nur wenige kurze Szenen, die wirklich schockieren. Auf DVD sind beide Fassungen erhältlich, die ursprüngliche amerikanische Originalfassung ist aufgrund der FSK 18-Freigabe aber nicht auf dem Wege des Versandhandels erhältlich.

 

Bild 

Das Film-Master mit englischen Texteinblendungen ist etwas verrauscht, lässt aber kaum Dropouts erkennen. Ein Rausch-Filter produziert gerade in Bewegungen stellenweise stehende Rauschmuster. Der Kontrastumfang ist zu steil und gibt dem Bild einen ausgewaschenen Look, Farben bekommen einen etwas gelblichen Stich und Grüntöne wie Gräser erscheinen übertrieben bunt. Die generelle Farbsättigung ist aber gut. Das Bild bietet nur eine mittelmäßige Detailschärfe. Die Kantenschärfe ist OK, allerdings sieht es so aus, als ob hier ein wenig künstlich nachgeschärft worden wäre. Während der Ton wieder einmal mit übertriebener Sorgfalt behandelt wurde (DTS und ein zusätzlicher Dolby Digital 2.0-Track nehmen fast 1 Mbps in Anspruch), hat man das Bild bei der Kompression vernachlässigt: Es ergibt sich eine Bitrate von rund 5 Mbps, die für das insgesamt etwas matschige Bild eine Erklärung bietet. Sichtbare Artefakte treten häufiger in schnellen Bewegungen auf. Die Kapazität der DVD wurde zu 93 % ausgenutzt.

 

Ton 

Bis zum Beginn der Kampfhandlungen in Vietnam vergeht zunächst eine Menge Zeit, in der soundtechnisch nur wenig passiert. Da der Music Score nur sehr dezent eingesetzt wird, fehlt hier auch ein Element zum Ausgleich. Sobald die Waffen entsichert sind und das Fanal seinen Lauf nimmt, ändert sich alles schlagartig. Dann startet das typische "Kanonenfeuer-Surround"-Programm mit sehr präzise ortbaren Schüssen aus allen Richtungen, welches auf Dauer etwas eintönig wird. Die Dynamik des Films ist kräftig: Der Subwoofer leistet hier wirkliche Höchstarbeit. Nicht ganz so hundertprozentig ist allerdings die Höhenwiedergabe. Der Sound klingt insgesamt doch ein wenig stumpf. In der englischen Originalfassung sind die Dialoge etwas zu leise und werden selbst von leiseren Umgebungsgeräuschen schnell übertönt.

Die frei wählbaren deutschen Untertitel für Hörgeschädigte wurden als "Color Title" produziert und präsentieren die Dialoge der Darsteller in verschiedenen Farben.

 

Special Features 
  • Audio-Kommentar Randall Wallace (mit deutschen UT)

  • Making of (25:33 min.): Im Vergleich zur Mehrheit der Making ofs ist dieses Feature wirklich gelungen. Es werden die Hintergründe der Ereignisse und deren Film-Adaption ausführlich erläutert, wobei auch die wirklichen Personen zu Wort kommen. Der echte Harold Wallace, der sich jahrelang einer Verfilmung seines Buches verweigerte, gibt hier auch seine persönliche Botschaft ab, die der Film ausdrücken sollte: "Hasst den Krieg, aber liebt den amerikanischen Soldaten". Recht kurz werden die Special Effects angesprochen, die in "Wir waren Helden" so dezent eingesetzt wurden, dass es meistens gar nicht einmal auffällt. Außerdem wird noch kurz auf den Music Score des Films eingegangen.

  • Interview mit Mel Gibson (18:34 min.): Dieses Interview entstand am Rande der Dreharbeiten. Mel Gibson spricht hier über das begleitende Militär-Training für die Schauspieler, die Rolle der erstmals in Vietnam eingesetzten Luft-Kavallerie, die Schwierigkeiten, die Autoren zur Verfilmung ihres Buchs zu überreden sowie auch über andere Vietnam-Filme wie z.B. "Platoon".

  • Behind the Scenes (02:24 min.): Dieses Feature ist ohne großen Wert, da es sich nur um B-Roll-Aufnahmen von den Dreharbeiten ohne Kommentierung handelt.

  • Deleted Scenes: Bei dieser DVD lohnen sich wirklich die insgesamt zehn Deleted Scenes ausnahmsweise einmal. Es handelt sich hierbei gänzlich um vollkommen neue Szenen mit neuen Handlungssträngen, die größtenteils sogar ganz interessant sind, aber aus verschiedensten Gründen aus dem Film herausgenommen wurden. Gerade die letzte dieser Szenen wäre am Ende sehr sinnvoll gewesen, weil sie zeigt, wie im Anschluss an die Schlacht der Verteidigungsminister Mc Namara den Schluss gezogen hat, dass Vietnam mit genügend Truppen besiegt werden könne und Harold Moore daraufhin ein recht eindeutiges Statement abgibt. Hier bringt Regisseur Randall Wallace aber auch zum Ausdruck, dass "Wir waren Helden" kein politischer Film sein soll, sondern lediglich zeigen soll, dass es sich bei Soldaten auf beiden Seiten des Konflikts um Menschen handele.

  • Biographien/Filmographien: Kurze Textinfos über einige Darsteller und den Regisseur

  • Produktionsnotizen: Über 19 Seiten verteilte Text-Infos mit ein wenig mehr Background über die Entstehung des Films

Review von Karsten Serck

Test-Equipment:
TV Panasonic TX-W32D3F
DVD-Player Sony DVP-S9000ES
AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

05.03.2003

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