Wes Craven präsentiert Dracula

Studio

Dimension Films (2000)

Verleih

Highlight Communications (2001)

Laufzeit

95:12 min. (FSK 16)

Regie

Patrick Lussier

Darsteller

Gerard Butler, Jonny Lee Miller, Christopher Plummer, Omar Epps

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Deusch, DTS 5.1
3. Deutsch, Dolby Surround
4. Englisch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

keine

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 €
Film 

Als der Gangster Marcus (Omar Epps) zusammen mit seiner Bande den Hochsicherheitsbereich der im Eigentum des  des Antiquitätenhändlers van Helsing (Christopher Plummer) stehenden Lagerräume stürmt, hofft er auf reiche Beute. Der eher unscheinbare Metallsarg, der sich im Herzstück der Katakomben findet, sieht zwar eigentlich nach nichts aus, aber, wie Marcus messerscharf kombiniert, was so gut abgesichert wird, muss auch einen entsprechenden Wert haben. Also sackt er das Ding erst einmal ein und macht sich mit einem Flugzeug davon Richtung Vereinigte Staaten. Aber die Strafe folgt auf dem Fuße, denn der Behälter sieht nicht nur aus wie ein Sarg, er ist tatsächlich einer und sein Inhalt ist bemerkenswert untot. Es handelt sich um niemanden geringeren, als Dracula (Gerard Butler) persönlich. Den hatte der Vampirjäger van Helsing vor gut hundert Jahren eingefangen, nachdem sich der Blutsauger als ausgesprochen unkaputtbar hinsichtlich jeder bekannten Tötungsmethode erwiesen hatte, eingeschlossen jene, die sonst bei der Eliminierung eines Vampirs den einwandfreien Erfolg garantieren. Nach dem Motto, was du kannst, kann ich schon lange, hält van Helsing seitdem das blutgierige Biest gefangen und zapft dessen Blut ab, um sich mittels Infusion selbst die Lebensspanne zu verlängern, jedenfalls solange, bis ein endgültiges Gegenmittel gegen den Vater aller Vampire gefunden werde. Selbiger erfreut sich nun allerdings seiner neugewonnenen Freiheit und macht seine unfreiwilligen Befreier umgehend zu seinesgleichen. Sodann steuert er schnurstracks New Orleans an. Dort befindet sich nämlich Mary (Justine Waddell), die ein dunkles Geheimnis mit dem Blutsauger verbindet, wovon sie allerdings nur insofern eine Ahnung hat, als sie seit ihrer Kindheit von merkwürdigen Alpträumen geplagt wird, in welchen der gutaussehende Untote die Hauptrolle spielt.
Währenddessen bleibt aber auch van Helsing nicht untätig. Er macht sich auf zu einem Last-Minute-Trip nach Amerika, um seinem Widersacher erneut das Handwerk zu legen. Begleitet wird er von seinem Assistenten Simon (Jonny Lee Miller), der ihm gegen seinen Willen gefolgt ist und nunmehr aus dem Staunen nicht mehr herauskommt, ob der Ereignisse die da auf ihn einstürmen. Denn schon bald muss er sich mit den "Kolleginnen" des Obervampirs herumschlagen, zu denen zu seinem Leidwesen auch Solina (Jennifer Esposito) gehört, die ehemalige Assistentin van Helsings, für die Simon immer noch eine Schwäche hat, obwohl er schon damals immer abgeblitzt war, kein Wunder, war die Schöne doch die Freundin von Marcus und hatte den Job nur angenommen, um für diesen den Tatort auszuspionieren. Doch selbst ihre neuen markanten Reißzähne lassen Simon immer noch zögern, ihr so einfach den Kopf abzuhacken, was den Kampf gegen die Mächte des Bösen nicht gerade vereinfacht.

Es ist ja nicht so, dass die Story von dem Nachtarbeiter mit den verstörenden Essgewohnheiten noch nie filmisch aufbereitet worden wäre. Aber das kreative Team hinter "Dracula 2000" hat sich zumindest den einen oder anderen Gedanken gemacht, um das erneute Aufwärmen des Stoffes zumindest formal zu rechtfertigen. Als Grundkonzept dient eine jugendorientierte Action-Variante von Bram Stokers Legende und dann wurde noch die eine oder andere neue Wendung zu Draculas Widerpart van Helsing, sowie zur Herkunft des Fürsten der Dunkelheit selbst ersonnen. Allerdings besteht kaum Anlass dafür, sich tiefer in die Frage zu versenken, ob die Ideen, welche die Drehbuchautoren dabei zu Papier gebracht haben eine originelle Neudeutung der Sage oder doch ziemlicher Mumpitz sind, da das hieße, dem Werk schon zu viel der Ehre anzutun. Es erscheint dagegen schon lohnenswerter, zu rätseln, woran es letztlich wohl lag, am Budget, mangelndem Talent des Regisseurs oder schlicht der Abwesenheit jeglicher Inspiration der Mitwirkenden; jedenfalls ist das Resultat eine ausgesprochen belanglose Angelegenheit. Schauspieler, die in Gedanken anscheinend schon die Rollen für ihren nächsten Film vorbereiten (besonders Jonny Lee Miller agiert unerwartet hölzern), Spezialeffekte im Sparprogramm und vor allem eine Inszenierung, deren Bestreben einzig und allein darauf gerichtet zu sein scheint, Bestandteile wie Spannung oder Atmosphäre unter allen Umständen außen vor zu lassen. Auf diese Weise bleibt auch das Charisma des Titeldarstellers Gerard Butler (der sogar immer wieder mal als neuer James Bond ins Gespräch gebracht wird) reine Behauptung. Ob wenigstens die Hardcore-Action-Fraktion zufriedengestellt wird, dürfte ausgesprochen fraglich sein, begnügt sich der Film diesbezüglich doch zumeist mit dekorativen Blutspritzern an diversen Wänden, ein paar herumkollernden Vampirköpfen, sowie der einen oder anderen Zeitlupenaufnahme eines Silberbolzens auf Kurs Vampirherz.
Wes Craven, der als Produzent hinter dem Projekt stand, sollte sich wohl endgültig mit dem Gedanken vertraut machen, dass Vampire nicht so ganz sein Ding sind. Da "Dracula 2000" wenigstens allzu ausgeprägte  Längen und Momente echten Stumpfsinns vermeidet, ist das Ergebnis zwar nicht so desaströs, wie bei Cravens "Vampires In Brooklyn"; ihm sei dennoch geraten, dabei zu bleiben, was er wirklich gut kann: Auf witzig-spannende Art und Weise Teenies von durchgeknallten Maskenmördern oder messerklauen-bewehrten Alptraumfiguren abschlachten zu lassen.

 

Bild 

An sich ganz in Ordnung, fehlt dem Bild trotzdem noch der letzte Schliff. Insbesondere die Kontraste können nicht immer ganz überzeugen, was insbesondere deshalb auffällt, da das Bild allgemein relativ dunkel geraten ist; ohne dass dies allerdings die an sich passende düstere Atmosphäre zur Folge hätte, es fehlt einfach nur Licht. An typischen Übertragungsmängeln auf die DVD fallen allerdings nur gelegentliche bis zum leichten Flimmern reichende Überbetonungen der Kanten auf.

 

Ton 

Der Film bietet einen relativ ausgewogenen Rundumklang, der insbesondere auch die Möglichkeiten der getrennten Kanäle ausnutzt, so zum Beispiel in der Szene, als die drei Vampir-Damen aus allen Richtungen auf die Heldin Mary einreden. Im übrigen ist auch die Abstimmung zwischen den Dialogen und den Umgebungsgeräuschen zufriedenstellend. Störend wirkt sich lediglich manchmal die leichte Überbetonung der lärmigen Begleitmusik aus. Schließlich hätte auch die Dynamik noch eine kleine Stufe besser ausfallen können, ohne aber ernsthafte Mängel aufzuweisen, wobei die DTS-Fassung insoweit ein wenig besser abschneidet.

 

Special Features 

Eins der interessanteren Extras hat es gar nicht auf das Cover der DVD gefunden, denn es ist auch ein Audio-Kommentar enthalten, in dem Regisseur Lussier und Drehbuchautor Soisson ihre Meinung zum Besten geben, wobei der Informationsgehalt in Ordnung ist und durch den Dialog zwischen den beiden Kommentatoren die Sache auch relativ flüssig abgeht. An geschnittenen Szenen werden vier Stück vorgestellt in recht guter Bildqualität und wahlweise mit erläuterndem Kommentar des Regisseurs. Zu vier weiteren Szenen darf man die Storyboards durchblättern.
Das "Dracula Spezial" besteht aus einem so gehaltvollen Inhalt wie zwei Trailern zu Vampirfilmen, dafür aber wenigstens ausführlichen Daten zum Leben des echten Grafen Dracula.
Der Rest ist Standart: biografische Daten zu einigen der Mitwirkenden, gleichfalls die üblichen Interviewausschnitte (die relativ unglücklich geschnitten und mit irritierenden Tonaus- bzw. einblendungen versehen wurden) bei Gerard Butler und Justin Waddell ergänzt durch einige Aufnahmen anlässlich des Castings und das unvermeidliche Featurette, nebst B-Roll-Aufnahmen hinter den Kulissen, nicht zu schweigen von einer Trailershow von Highlight-DVDs inklusive dem zu "Dracula".

17.01.2002

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES

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