Ich hab' ihn mir mit viieel Vorfreude angesehen...
... und war entsetzt angesichts eines Films, der so offensichtlich faschistische Ideale portraitiert, ohne jeden Anflug von Ironie (das mit dem Apfel rechtfertigt wohl kaum den ganzen restlichen Film) und offensichtlich mit der Rechtfertigung, dass in einem Actionfilm so etwas erlaubt ist. Die ganzen Rechtfertigungsversuche hier im Forum für etwas, das ziemlich offensichtlich beste Nazi-Ideologie ist, finde ich eher daneben. Wer den Film geil findet, sollte hoffentlich kein Problem mit "Tal der Wölfe - Irak" haben.
zitat:Original geschrieben von peterhengl Die ganzen Rechtfertigungsversuche hier im Forum für etwas, das ziemlich offensichtlich beste Nazi-Ideologie ist, finde ich eher daneben. Wer den Film geil findet, sollte hoffentlich kein Problem mit "Tal der Wölfe - Irak" haben.
Wer in einem solchen Film irgendwelche Nazi Assoziazionen sieht, hat meiner Meinung nach ein paar Probleme schwerwiegenderer Art.
zitat:Original geschrieben von Warpcore Wer in einem solchen Film irgendwelche Nazi Assoziazionen sieht, hat meiner Meinung nach ein paar Probleme schwerwiegenderer Art.
Es ist glaube ich ziemlich klar, dass Zack Snyder keinen Nazi-Film drehen wollte, sondern (wie x-fach angemerkt) einen reinen Unterhaltungsfilm. Dass das, was der Film ideologisch transportiert, trotzdem astreiner Faschismus ist, sollte jeder, der im Geschichteunterricht aufgepasst hat, leicht erkennen.
Registriert seit: 08.2002
Wohnort: Ghost in the Shell
Habe den Film noch nicht gesehen, aber die Spartaner waren in der Tat etwas härter drauf:
So wurden z.B. die Neugeborenen von einem Ältestenrat untersucht, wer 'schwach' aussah wurde in den Bergen einfach zum sterben in einer isolierten Schlucht ausgesetzt.
Mit 5 Jahren mussten die Kinder das Elternhaus verlassen und wuchsen mit einer Gruppe gleichaltriger Spartaner auf. Dort wurden sie geistig wie körperlich gestählt, bis sie schließlich mit 19/20 gleichberechtigte Bürger wurden.
Es gab für einen Spartaner keine heroischere Tat, als zu sterben.
So gibt es auch eine historische Geschichte über einen der '300' genannt 'Aristodemos'. Da er eine Augeninfektion erlitt, befahl im König Leonidas sich zurück zu ziehen (er konnte nicht mehr sinnvoll am Kampf teilnehmen). Ein anderer Spartaner, als 'Pantites' bekannt, war als Bote unterwegs.
Es fielen also nur 298 der 300.
Als die zwei Überlebenden nun zurückkehrten, wurden sie aus der Gemeinschaft verbannt - schließlich wäre ein wahrer Spartaner anständig gestorben!
Pantites hielt dem Druck und der Schande nicht stand und beging Selbstmord.
Aristodemos wartete auf eine Gelegenheit, seine Ehre wiederherzustellen.
Bei der Schlacht von Plataia sollte er Gelegenheit dazu bekommen...
Als seine Einheit unter anhaltenden Pfeilhagel geriet und kein Befehl kam anzugreifen, preschte er als erster auf den Feind zu und fand dabei den Tod.
Von seinem Beispiel inspiriert folgten die flankierenden Eiheiten und auch der Kommandant der Spartaner gab in diesem Moment den Befehl zum Angriff.
Aristodemos zeigte Mut und Herodotus bezeichnete ihn als tapfersten Mann des Tages.
Doch die Spartaner gewährten ihm dennoch nicht die Ehre als Held des Staates genannt zu werden...
So hatte Aristodemos zwar großen Mut bewiesen, aber nicht die hohen Standards von Disziplin und Gehorsam erfüllt.
zitat:Original geschrieben von peterhengl Es ist glaube ich ziemlich klar, dass Zack Snyder keinen Nazi-Film drehen wollte, sondern (wie x-fach angemerkt) einen reinen Unterhaltungsfilm. Dass das, was der Film ideologisch transportiert, trotzdem astreiner Faschismus ist, sollte jeder, der im Geschichteunterricht aufgepasst hat, leicht erkennen.
Also ich stimme dir soweit zu.
Vor allem ist ja nicht der erste Film der das macht.
Finde z.B. der Faschismus in LotR ist nicht wirklich weniger.
Nur störts mich halt anscheinend im Gegensatz zu dir nicht.
Ein paar Dinge in deinem Blog scheinen aber durch die Ärgernis über den Faschismus halt doch überschattet.
mfg
__________________
"Zähmen sollen sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfaßt haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frißt" ...Albert Einstein
Ich will hier gar nicht auf den offensichtlichen faschistoiden Subtext eingehen, bescheuerte politische Botschaften müssen sich ja nicht negativ auf den Film als Gesamterlebnis auswirken.
Nein, ich fand ihn einfach irgendwann langweilig, weil es sich ständig wiederholt hat:
Spartaner reden irgendwelches dummes Zeug a la "Blut und Ehre blablabla" - Perser werden in Zeitlupe gemetzelt - "Sieg oder Sterben blabla" - Perser werden gemetzelt - etc pp
Das ist ja Anfangs noch ganz geil, wenn da die abgetrennten Gliedmaßen durch die Luft wirbeln, aber dann ist ja auch irgendwann mal gut.
Lichtblick für mich war natürlich my man McNaulty. Oh und der Typ aus Lost als gepiercter Perser-Porno-King.
Ich würd mal sagen so 5-6/10.
Würde ich die politische Aussage dieses Films ernst nehmen 1/10 (tu ich aber nicht).
zitat:Original geschrieben von Denver
Spartaner reden irgendwelches dummes Zeug a la "Blut und Ehre blablabla" - Perser werden in Zeitlupe gemetzelt - "Sieg oder Sterben blabla" - Perser werden gemetzelt - etc pp
Das ist ja Anfangs noch ganz geil, wenn da die abgetrennten Gliedmaßen durch die Luft wirbeln, aber dann ist ja auch irgendwann mal gut.
Lichtblick für mich war natürlich my man McNaulty. Oh und der Typ aus Lost als gepiercter Perser-Porno-King.
Ich würd mal sagen so 5-6/10.
Würde ich die politische Aussage dieses Films ernst nehmen 1/10 (tu ich aber nicht).
__________________
Fehlende PS werden durch Wahnsinn ersetzt.
zitat:Original geschrieben von peterhengl Dass das, was der Film ideologisch transportiert, trotzdem astreiner Faschismus ist, [...]
Das ist genau das Problem: Du und viele andere Kritiker erwarten das jeder Film eine Botschaft "transportiert", das jeder Film etwas aussagen will. Viele Filme wollen das nicht. Sie wollen nur eine Geschichte erzählen und unterhalten... und dabei möglichst viel Geld einspielen...
300 ist ein Fantasyfilm, der auf einem Comic basiert, der wiederum auf einer antiken Heldensage beruht. Die Geschichte spielt 480 Jahre vor Christus, in einer Zeit, in der es kaum eines der heutigen Länder gab, von heutigen Konflikten um Religion, Geld oder Macht ganz zu schweigen.
Warum man da zwanghaft Bezüge zur aktuelle Weltpolitik und ihren Konflikten hineininterpretieren muß erschließt sich mir genausowenig wie der krampfhafte Versuch eine ideologische Botschaft oder gar durchhalteparolen für aktuelle Militäraktionen zu sehen.
Sparta war nach heutigen Maßstäben eine Gesellschaft mit vielen faschistischen Zügen. Die einzig realistische Möglichkeit die "faschistische Ideologie" die der Film Deine Meinung nach transportiert nicht darzustellen, wäre ihn nicht zu drehen.
Ich sehe den Film als Fantasy-Action, als Popcorn-Kino dessen einziger Zweck es ist zu unterhalten, und dessen einziger Entstehungsgrund der Erfolg von Sin City ist...
Und wenn ich den Film als Fantasy-Action sehe, die zudem auf einer antiken Legende beruht, stören mich weder übertriebenes Pathos noch vermeintlich faschistische Tendenzen, noch die übertrieben negative Darstellung von Xerxes oder die stilisierte, zum Teil auch ein wenig zelebrierte Darstellung von Gewalt. Nichts von dem ist real, nichts von dem hat für mich einen Bezug zur Realität oder eine Bedeutung für mein Leben.
Damit bleiben als mögliche Kritikpunkte nur noch filmhandwerkliche Fehler. Der Film ist stellenweise ein wenig lang, die Dialoge sind etwas flach und die Story ist auch etwas dünn, aber die Optik gefällt mir sehr gut und alles in allem hat der Film mich sehr gut unterhalten. Mehr habe ich davon auch nicht erwartet.
So, ich komme gerade aus dem Kino. Ich hatte mich bereits darauf eingestellt, dass der Film meine Erwartungen nicht erfüllen würde und so war es dann auch. Optisch durchaus ansprechend, aber leider nicht in einer Liga mit Filmen wie "Braveheart" oder "Gladiator". Es fehlte jegliche emotionale Bindung zu den Charakteren, die man geschickt bei den anderen Epen aufgebaut hat. Daher war es dann auch ziemlich egal, wann und wie welcher starb. Das ist für mich auch der größte Schwachpunkt des Filmes. Leonidas (Gerard Butler) wird einem als Hauptcharakter nicht im geringsten näher gebracht. Die Erzählerstimme, fand ich mehr als einmal ziemlich nervend.
Alles in allem zwar durchaus unterhaltsam für einen Kinoabend. Leider aber auch nicht mehr.
Registriert seit: 09.2001
Wohnort: kleiner Ort in der Nähe von Offenbach (Hessen)
Sehe es ähnlich, die Figuren waren mir absolut egal. Dabei waren die Schauspieler noch nicht einmal schlecht, aber der Film legt leider nur Wert auf Style und nicht auf den Inhalt.
Trotzdem ist der visuell ein Fest und unterhaltsam fand ich den auch, aber halt auch nicht mehr.
Im Vergleich zu "Sin City" wurde hier IMHO nicht die grandiose Optik genial mit dem Inhalt verknüpft, so dass nur ein netter Popcornfilm geworden ist.
Trotzdem sollte man den Film schon alleine wegen der Optik im Kino gesehen haben.
Die Synchro fand ich gelungen, könnte im OT natürlich noch einen Tick besser rüberkommen.
zitat:Original geschrieben von skynetworld Wie oft denn noch? Das ist ein FILM!
und in dem Film trennen die Spartaner sich halt von allem, was die nicht (mehr) gebrauchen können.
Das machst Du doch auch oder hebst Du Deine leeren Milchpackungen auf?
zitat:Original geschrieben von Nebu Im Ernst?
Was war denn da faschistisch?
Frag mich nicht
Aber wenn ich das richtig in Erinnerung habe, echauffierte man sich u.a. über "Second Renaissance" wegen angeblicher Parallelen zum Holocaust, was manche wohl für geschmacklos erachteten.
Man würde Mitgefühl für die Maschinen auf Kosten der Juden produzieren (oder so ähnlich) wurde den Verantwortlichen vorgeworfen.
Was natürlich nur zeigte, daß an denjenigen des Pudels Kern spurlos vorübergezogen war.
__________________
Fehlende PS werden durch Wahnsinn ersetzt.
Naja "Männer des Westens", gegen das Böse aus dem Osten....
Extreme Gut-Böse Darstellung praktisch ohne Zwischenstufen.
Aber das kann man wenn man will und sich etwas Zeit nimmt mit jedem Film machen.
Ich will das nicht.
Filme sind so wie sie sind.
Ich schau sie mir einfach an, ohne viel zu hinterfragen, wenn er mir gefällt dann gut, wenn nicht dann halt nicht.
mfg
P.S. etwas mehr achte ich berufsbedingt auf die Technik.
__________________
"Zähmen sollen sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfaßt haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frißt" ...Albert Einstein
Registriert seit: 11.2002
Wohnort: ... zum Glück am Arsch der Welt fernab jeder stinkenden hellen lauten Stadt!
zitat:Original geschrieben von VirginBruenhild Nur so ein paar Anmerkungen:
Weil die historischen Spartaner noch härter drauf waren, ist das trotzdem nicht ok, kleine Kinder zu töten.
Die Darstellung von Faschismus (oder dem Töten von kleinen Kindern) ist nicht das Problem, sondern die Bewertung, die der Film vornimmt...
... denn: jede Geschichte transportiert eine Botschaft - oder anders: Ich kann nicht nicht kommunizieren.
Demnächst wird den Neandertalern vorgeworfen faschistoid gewesen zu sein, weil sie verletzte Stammesmitglieder zurückgelassen und fremde Stämme überfallen haben. Meine Güte ...
Im Mittelalter z.B. wurden Menschen so zu Tode gequält, daß man das heute gar nicht mehr fassen kann und die Leute fanden Gefallen daran, dabei auch noch zu zu sehen, damals ... ABER - andere (Mittelalter)Zeiten, andere Sitten.
Die Menschen damals waren viel öfter mit Tod, Krankheit und Verderben konfrontiert, daß diese eine ganz andere Beziehung zum Leben bzw. zum Tod hatten. Der Tod kam oft, schnell, unerwartet und er kam meist sehr früh. Soll heissen, die Menschen waren, so blöd das auch klingen mag, einfach abgebrühter. Mit heutigen Maßstäben natürlich nicht mehr zu messen.
Und wenn manchen Leuten, die Darstellung uralter Sitten und Gebräuche im Kino nicht zusagen (ich z.b finde das sehr interessant), dann sollten diese bitte fern bleiben und zu Hause weiter KIKA schauen ...
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Beiträge zu schreiben.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.