XXL-TEST: Zweiwege-Bassreflex-Aktivlautsprecher Nubert nuPro X-3000 - Allzweckwaffe für klanglich Anspruchsvolle

Die Nubert nuPro X-Aktivlautsprecher-Serie wurde auf der High End 2018 präsentiert. Zwei Regallautsprecher und zwei Standboxen umfasst das Programm, die nuPro X-6000 schlug sich in unserem Testbericht exzellent. Nun haben wir mit der pro Stück 585 EUR kostenden, in weißer oder schwarzer Ausführung (matte Oberfläche) lieferbaren nuPro X-3000 das kleinste Modell in unserer Redaktion. 

Gerundete Ecken

Rückseite komplett 

Display

Navigationseinheit direkt an der Box

Die nuPro X-3000 präsentiert sich in gewohnt hochwertiger Verarbeitungs- und Materialqualitität. Das Unibody-Gehäuse ohne separat befestigte Schallwand überzeugt durch sorgfältig gerundete Ecken hinten und vorne. Die Schleiflack-Oberfläche ist makellos, das spürt man deutlich, wenn man mit einem Finger über die Lackierung streicht. Auch an Details haben die Schwaben von der Ostalb gedacht, so an ein helles, sehr gut auflösendes Display, das auch dann noch gut ablesbar ist, wenn das magnetisch haftende Stoff-Schutzgitter an der nuPro X-3000 befestigt ist. Die gummierten Bedienelemente, die sich an den aktiven Boxen befinden, haben uns mit haptisch angenehmer Oberfläche und mit einem ausgezeichneten Druckpunkt überzeugt. Wenden wir uns kurz den bereits weiter oben erwähnten Stoff-Schutzgittern zu, auch diese sind sauber verarbeitet. Der Stoff ist akkurat auf ein Kunststoffgerüst aufgezogen und wirft keine Falten, auch an den Rändern ist das Finish gut. 

Wir erkennen ferner die saubere, wenn auch nicht an jeder Stelle absolut nahtlose Integration der Treiber in die Schallwand. Wer ganz genau hinschaut, bemerkt: Der obere Bereich des Hochtöners weist bei beiden Lautsprechern einen nicht ganz planen Übergang auf. Kleine gummierte Plättchen an der Unterseite dienen übrigens als Füße. Sehr gut gefallen uns auch die tadellos in der Hand liegende, ausgezeichnet verarbeitete Fernbedienung (identisch bei allen nuPro X-Lautsprechern) und das kostenlos beiliegende USB-Kabel mit hochwertigem Gewebemantel. 

Umfangreiche Anschlussbestückung 

Hier mit angeschlossenem HDMI-ARC-Dongle

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Zu loben ist die bei allen nuPro X-Modellen identische, sehr umfangreiche Anschluss-Sektion mit zwei optischen und zwei koaxialen Eingängen, XLR, Cinch analog Stereo In, Subwoofer-Ausgang und USB-Slot vom Typ B - außerdem ein weiterer USB-Slot vom Typ A für das mitgelieferte HDMI-ARC-Dongle.

Setup

Die Prozedur der Inbetriebnahme läuft exakt wie bei der schon getesteten nuPro X-6000 ab. Wir haben kurz die einzelnen Schritte für die kabelgebundene und die kabellose Integration zusammengefasst. 

a) Mit Kabel

  • Es ist eine Bluetooth-Verbindung erforderlich, soll die App (Nubert X-Remote) genutzt werden
  • An der Masterbox wird das Kabel am Link-Ausgang (Cinch-Buchse) angeschlossen.
  • Anschließend wird das Kabel zur Slave-Box in einen der beiden koaxialen Eingänge geführt - so wie bei der ersten nuPro-A-Serie.
  • Betriebsmodus (zu finden unter "Setup") für die kabelbasierten Verbindung muss auf "Pair" geschaltet werden
  • Ist dies erfolgt, erscheint an der Master-Box der gewählte Quelleneingang, an der Slave-Box hingegen wird der Schriftzug "nuPro" angezeigt

Nun können die beiden nuPro X-3000 mit dem Spielbetrieb beginnen. 

b) Drahtlos

  • Soll die App (Nubert X-Remote) verwendet werden, muss Bluetooth aktiv und die nuPro-Box mit dem Smartphone verbunden sein.
  • Die Bluetooth-Verbindung gelang im Testbetrieb ohne Probleme, im Menü unter Bluetooth wird "pair" gewählt, die Lautsprecher sind dann direkt im Smartphone oder Tablet unter "Sichtbare Geräte" zu finden
  • Man kann alternativ den drahtlosen Betrieb über die Tasten an der Box auch ohne Smartphone und Bluetooth konfigurieren
  • Die Masterbox muss im Setup als "WLS Master" definiert werden. Man kann die rechte oder linke Box wahlweise als Master festlegen.
  • Analog dazu wird die Slave-Box als "WLS SLAVE" definiert. Man kann die linke und die rechte Box wahlweise als Slave festlegen, je nach dem welcher Kanal der "WLS Master" ist.
  • In den Displays der beiden nuPro-X-Boxen erscheint "Connecting", kurz darauf "Connected".

Jetzt ist die nuPro X-3000 spielfertig, und keine störenden Kabel verlaufen zwischen den beiden aktiven Kompaktlautsprechern. 

Es gibt neben Bluetooth oder dem kabelbasierten Anschluss klassischer Quellen noch eine weitere interessante Einsatzmöglichkeit: Der Direktanschluss an einen Windows-PC oder an einen Mac. Hier muss, verwende man einen Windows-basierten PC, zunächst ein spezieller Treiber installiert werden.Setzt man einen Apple-Rechner/ein Apple-Notebook ein, so ist keine separate Treiber-Installation nötig. 

Treiber-Installation Windows

Erweiterte Einstellungen

Die Fakten zum Anschluss an Notebook oder PC kurz zusammengefasst:

  • Für den Anschluss an einen Mac sind keine weiteren Schritte erforderlich, außer die Lautsprecher für die Tonausgabe in den Systemeinstellungen festzulegen
  • Für den Anschluss per USB an einen Windows-Rechner muss unter https://www.nubert.de/downloads/61/ der entsprechende Treiber heruntergeladen werden. Nach dem Installieren schließt man die Lautsprecher per USB-Kabel am PC an und wählt diese ebenfalls in den Einstellungen für "Sound" in den "Wiedergabegeräten aus". Zudem legt man hier unter den Geräte-Eigenschaften und "Erweitert" die Übertragungsrate auf 192 kHz / 24-Bit fest.

Natürlich offeriert die ganze nuPro X-Baureihe auch, wie wir es von Nubert gewohnt sind, Möglichkeiten zur Klangeinstellung. Es finden sich Bass- und Höhenregler, diese heben entweder die tiefen oder die mittleren/hohen Frequenzen um bis zu 10 dB an oder senkt sie um bis zu 10 dB ab, je nach Hörraum (akustisch eher lebendig oder eher tot?) oder dem individuellen Geschmack des Hörers. Exaktere und umfangreichere Eingriffsmöglichkeiten ergeben sich durch den 5-Band-EQ. Wahlweise ist dieser über die App oder über das Steuerkreuz erreichbar.

Darüber hinaus steht eine hörphysiologisch akkurat arbeitende Loudness-Funktion zur Verfügung, die je nach Lautstärke den Basspegel sanft bis moderat anhebt und damit gehörmäßige Defizite bei geringen Abhörpegeln ausgleicht.

App

Natürlich haben wir von der Bluetooth-basierten App ebenfalls entsprechende Screenshots parat. 

Beide nuPro X-3000 werden gleich erkannt

Verschiedene Betriebsarten

Wahl des entsprechenden Kanals

Fernbedienung-Ersatz

Umfangreiche Einstellmöglichkeiten 

Eingangswahl

Klang-Optionen

Mittel-/Hochtonbereich einstellbar

5-Band-EQ

"Advanced"-Einstellungen

Technik

Nun steht die technische Ausstattung der nuPro X-3000 im Fokus. Da der kompakte Lautsprecher eine vollaktive Zweiwege-Box (Bassreflex-Öffnung auf der Rückseite) ist, befinden sich im Innern eine aktive Weiche sowie zwei leistungsfähige digitale Verstärkereinheiten, die besonders effizient arbeiten und, wie es bei digitalen Verstärkern üblich ist, sehr viel weniger Verlustwärme beim Verstärkungsprozess produzieren als die analog arbeitenden Pendants. Jeweils 220 Watt Musikleistung (150 Watt Sinusleistung) stemmen diese digitalen Verstärker, getrennt für den Hochton- und den Tief-/Mitteltonbereich. Obwohl die nuPro X-3000 mit ihrem kompakten Gehäuse eher für den Einsatz auf dem Schreibtisch und insgesamt eher für kleinere bis mittelgroße Lokalitäten geeignet ist, dürfte Leistungsmangel auch im größeren Hörraum kein Thema sein. Geht ein Signal ein, durchläuft dieses als erstes die aktive DSP-Weiche und kommt im Anschluss daran zum Verstärker. Warum wird dieser Weg gewählt? So wird eine exakte Trennung sowie Linearisierung der einzelnen Frequenzbereich erzielt, das hat, so argumentiert Nubert, eine optimierte Tiefbasswiedergabe im Besonderen als Vorteil. 

Das schon erwähnte, sehr gut verarbeitete Gehäuse besteht aus MDF-Material mit hoher Wandstärke.So werden effektiv Vibrationen und Resonanzen reduziert. Die abgerundeten Längskanten mindern überdies störende Kantendispersionen, was einem präzisen Klangbild förderlich ist. 

Tiefmitteltöner

Für den Mittel-/Tieftonbereich setzt Nubert auf ein neu entwickeltes 14,8 cm-Chassis, das mit einer Polypropylen-Verbundmembran ausgestattet ist. Diese ist leicht und somit impulstreu, aber gleichzeitig hoch belastbar. Der große Hub sorgt dafür, dass trotz des vergleichsweise kleinen Membrandurchmessers kraftvolle Bässe und ein überraschend gut ausgeprägter Tiefgang erreicht werden.  Ein niedriger Klirrfaktor und ein hervorragendes Rundstrahlverhalten sind die Vorzüge dieses Mittel-/Tieftöners. Dass sich nicht unnötig viel Hitze im Verlauf des Betriebs anstaut, dafür sorgen der Druckgusskorb mit Hinterlüftung. 

Hochtöner

Bassreflexrohr

Als Hochtontreiber wird ein 25 mm Kalottenhochtöner verwendet, der mit besonders effektiver Dämpfung und einem ausgezeichneten Abstrahlverhalten überzeugen soll. Eine hervorragende Auflösung im oberen Hochtonbereich und ein glaubwürdiger Bühneneindruck im Stereobetrieb sind hier unter anderem die Vorteile in der Praxis.

So bestückt, erzielt die nuPro X-3000 einen Frequenzgang von 38 Hz bis 22 kHz bei +/- 3dB und einen Frequenzgang von 40 Hz bis 20 kHz bei 

Insgesamt überzeugt die nuPro X-3000 mit hochwertiger Technik, praxisgerechter, umfangreicher Ausstattung und mit einer ausgezeichneten Verarbeitung. 

Klang

Generell möchten wir zunächst eine Anmerkung zum Hintergrundrauschen machen. Dieses fällt, im Gegensatz zu manch anderen aktiven Lautsprechern, äußerst gering aus. Nur, wenn man sich mit dem Ohr dem Schallwandler im Bereich 5-10 cm nähert, wird noch ein leises  Flüstern vernommen, das gilt sowohl für den drahtlosen Betrieb als auch kabelgebunden, der Zuspielung via Bluetooth und ebenso bei der USB-Verbindung mit einem PC.

Beginnen wir nun mit den konkreten Klangeindrücken. Wir spielen Flac HiRes-Audio von einem PC zu und beginnen mit Diana Kralls Song "Stop this World" (96 kHz/24-Bit). Sofort fällt die exzellente Loslösung des Klangs von den Lautsprechern auf. Selbst wenn die nuPro X-3000 - z.B. an einem Schreibtisch, nicht allzu weit voneinander entfernt stehen, ist dieses akustische Verhalten wanrzunehmen. Von der Wand sollte man wg. der Bassreflexöffnung an der Rückseite ein wenig Abstand einhalten. 

Die hervorragende Stimmcharakteristik hätten wir in dieser Ausprägung nicht erwartet, die Stimme steht schön zentral im Stereo-Dreieck, feindynamische Details werden sauber herausgearbeitet. Hier werden auch anspruchsvolle Hörer auf jeden Fall glücklich. Sowohl im Nahfeld als auch aus größeren Distanzen wird eine sehr authentische Stereo-Bühne mit ausgezeichneter Instrumentaltrennung geboten. Sehr gut herausgearbeitet wird auch das Piano, der Anschlag ist hörbar und der voluminöse Sound des Tasteninstruments kommt gut zur Geltung. Auch die Präsentation anderer Instrumente kann überzeugen. Die Percussion-Elemente gelingen auch mit viel Detail, das Schaben der Besen über die Drums kann klar nachvollzogen werden und ist sehr gut in die Kulisse eingebettet

Eine kleine Sensation sind die unteren Frequenzen: was hier trotz des kleinen Gehäuses an Nachdruck im niedrigen bis mittleren Pegelbereich geboten wird, ist überdurchschnittlich. Der Langhub-Treiber für den Mittel-/Tieftonbereich leistet hier ganze Arbeit. Doch nicht nur Kraft und Tiefgang sorgen für Erstaunen, auch Struktur und Präzision liegen auf hohem Niveau. Wer möchte, kann die sauber abgestimmte Loudness-Regelung aktivieren, der auch ohne Loudness schon kräftige Klangeindruck bei niedrigeren Pegeln wird gelungen verstärkt, gerade dann, wenn man etwas weiter von der nuPro X-3000 entfernt ist, durchaus sinnvoll.

HiRes-Audio, zugespielt von einem PC, Bad Religion - Robin Hood in Reverse (Flac, 88,2 kHz/24-Bit): Nun muss sich die Aktivbox von der Ostalb mit schnellem Punkrock auseinander setzen - was aber für die sehr impulstreue nuPro X-3000 keine Hürde darstellt. Durch das blitzschnelle Reaktionsverhalten entsteht eine absolut authentische Klangkulisse, an der nichts vermisst wird. Klar sorgen großvolumiger Standlautsprecher für noch mehr "Feeling", aber für die kompakten Abmessungen lässt sich die nuPro X-3000 nichts vormachen. 

Das Schlagzeug wirkt schon bei gemäßigtem Pegel sehr kraftvoll, minimal in den Hintergrund geraten die Hi-Hats bei der sehr komplexen und schnellen Kulisse - das fällt aber nur dem sehr erfahrenen Hörer in der Praxis auf. Die üppig bemessene Leistung der digitalen Endstufeneinheiten macht sich bei "Robin Hood in Reserve" bezahlt:  Bei höherem Pegel verhalten sich die X-3000 absolut souverän, keinesfalls fehlt es an Power, das Schlagzeug bleibt sehr präzise.

Auch die sehr trockenen, exakt auf den Punkt kommenden Bässe, die kein Nachschwingen erzeugen, sind bei hoher Lautstärke nach wie vor präsent. Demnach eignet sich der schwäbische Kompakt-Aktivist absolut für Fans eines harten, sauberen, impulstreuen Basses. Sogar ultraschnelle Double Bass-Tiraden werden umgehend und mit der richtigen Härte umgesetzt, auch das realisierte Volumen aus den kompakten Gehäusen beeindruckt.

In den oberen Frequenzbereichen bleiben die Nuberts souverän und werden im Extrembereich nur geringfügig spitzer, untenrum kann man die X-3000 selbst im Extrembereich kaum beeindrucken, nur am absoluten Maximum kann man sie mit geeignetem Material überfordern. Das ist bilanzierend sehr beeindruckend, und die X-3000 ist in der Lage, selbst mittelgroße Räume zu beschallen  - bei einer stets realistischen, umfassend räumlichen Klangkulisse, die auch von der enormen Transparenz im Mittel- und vor allem im Hochtonbereich lebt. 

Und weiter geht es mit HiRes-Audio, zugespielt von einem PC, in Flac 48 kHz/24-Bit hören wir Daft Punk - "Giorgio by Moroder". Und unsere Höreindrücke aus den vorherigen Beispielen werden hier erneut bestätigt. Die nuPro X-3000 beeindrucken durch eine absolut saubere Präsentation ohne Verzerrungen, auch bei hohem Pegel bleibt dieser souveräne akustische Eindruck erhalten. Und wir staunen ein weiteres Mal, wie unglaublich kraftvoll sich die nuPro X-3000 für die kompakte Größe gibt: Wer den Lautsprecher nicht sieht, vermutet ein deutlich größeres Gehäusevolumen. Im Bassbereich verdient sich die nuPro X-3000 bei diesem Titel ebenfalls exzellente Zensuren: Der Kickbass ist hart, auf den Punkt gebracht und nachdrücklich. Die elektronischen Synthi-Elemente sind exzellent in der räumlichen Kulisse integriert und können gut geortet werden.

Weitere potentielle "Gefahrenherde" meistert der Lautsprecher gelassen und auf hohem Level: Der sehr voluminös wirkende, pulsierende Bassteppich gegen Mitte des Liedes wird ausgezeichnet umgesetzt. Die sehr gute Sprachdarstellung von Giovanni Giorgio beweist, dass die nuPro X-3000 auch mit vokalen Elementen treffsicher umgeht. Die Streicher gegen Ende des Liedes überzeugen durch ihre sehr harmonische und angenehme Umsetzung, hier wird auch der hervorragende nahtlose Übergang zwischen den einzelnen Frequenzbereichen und die stimmige Gruppenlaufzeit deutlich. Das Lied schließt in den letzten Sekunden mit einem sehr trockenen Kickbass ohne weitere akustische Elemente, die Nuberts geben diesen absolut impulstreu und für ihre Größe enorm kraftvoll wieder

Spielen wir nun Musik von Spotify via Bluetooth zu: Leonard Cohen - "You want it Darker" (Paul Kalkbrenner Remix). Nachdem die nuPro X-3000 bislang mit qualitativ sehr guten Hi-Res-Audio-Dateien "gefüttert" wurde, muss sie sich nun bei deutlich komprimiertem Material behaupten - was auch in der Praxis gelingt: Die Box agiert sehr kraftvoll, enorm harte, trockene Punches sorgen für Freude beim Musikliebhaber. Der Kickbass, der von einem sehr tiefen Fundament begleitet wird, ertönt in Anbetracht der kompakten Gehäusegröße  geradezu sensationell und schlägt direkt in der Magengrube des Zuhörers ein - nicht nur für die Größe des Gehäuses, sondern auch für die Preisklasse eine Referenzleistung. 

Dazu passt, dass die rauhe, tiefe Stimme Leonard Cohens sehr authentisch wiedergegeben wird. Die ganze Kulisse überzeugt mit hoher atmosphärischer Dichte. Der Chor im Hintergrund ist ausgezeichnet eingebunden und verleiht dem Gesamtbild mehr Fülle. Dabei werden auch bei hohem Pegel die akustischen Elemente akkurat voneinander getrennt. 

Und wieder wechseln wir die Art der Zuspielen - nun folgt über HDMI ARC die Filmwiedergabe via Netflix: "Fantastic Beasts and Where To Find Them". 

Nach Anbringen des HDMI-ARC-Dongles an der Masterbox kann das HDMI-Kabel direkt angeschlossen werden - Achtung, die meisten TVs verfügen über einen speziellen Eingang, der für die Übertragung des Audio Return Channels vorgesehen ist, hier muss man hinten am Anschlussfeld oder in der (bei modernen TVs meist ins Gerät integrierten) Bedienungsanleitung nachschauen. Bei der nuPro X-3000 muss der Eingang "Port" gewählt werden, z.B. indem man ein zweites Mal auf die USB-Taste der Fernbedienung drückt. Bei dieser einfachen Art der Installation traten bei uns im Testbetrieb keine Schwierigkeiten auf. Zudem ist nun die Lautstärkeregelung mit der TV-Fernbedienung möglich.

Und wie sind die klanglichen Ergebnisse? Akustisch agiert die nuPro X-3000, wie wir es gewohnt sind, absolut überzeugend mit identischen Qualitäten wie in den bisherigen Klangtests. Daher freuen wir uns auch im Filmbetrieb über eine absolut souveräne und pegelfeste Präsentation. Der Schiffsmotor direkt zu Beginn des Filmes im ersten Kapitel kommt sehr authentisch zur Geltung, und insgesamt wird eine beachtliche Räumlichkeit für ein Stereo-Setup bereitgestellt. Der Raum sollte natürlich nicht allzu riesig sein, kleine bis mittelgroße Wohnzimmer (knapp 25 Quadratmeter) profitieren aber absolut von den nuPro-Komponenten. Auch bei einer etwas weiter voneinander entfernten Aufstellung liefern die X-3000 eine authentische Kulisse mit präziser Abbildung. Stets gegeben sind eine sehr gute Sprachwiedergabe und Dialogverständlichkeit. In Action-Szenen arbeitet die nuPro X-3000 generell kraftvoll und nachdrücklich.

Konkurrenzvergleich

Nubert nuPro A-300: Nur 444 EUR pro Stück kostet die nuPro A-300 im Abverkauf, ehemals lag der Preis bei 525 EUR/Stück. Der Regallautsprcher aus der ersten Nubert Aktivlautsprecherserie ist ebenfalls sehr ansprechend verarbeitet und akustisch immer noch beeindruckend. Bedingt durch das größere Gehäusevolumen und den mit 180 mm größeren Tiefmitteltöner ist der Tiefgang bei der nuPro A-300 noch ausgeprägter, auch kann man die nuPro A-300 in noch etwas größeren Räumen einsetzen, was ebenfalls mit den beiden eben genannten Faktoren zu begründen ist. Die nuPro X-3000 bietet im Gegenzug eine sehr komfortable Möglichkeit zum Wireless-Betrieb (bei der nuPro A-300 nur mit optionalem externen Wireless-System möglich), ist Hi-Res-Audio-tauglich und überzeugt über den gesamten Frequenzbereich mit noch etwas besserer Präzision sowie mit feinerer Auflösung. 

KEF LSX: 1.200 EUR kostet ein Paar der extrem kompakten KEF LSX. Dafür gibt es eine große Farbauswahl und eine exzellente Verarbeitung. Perfekte Gruppenlaufzeiten sind die Folge des Uni-Q-Koaxialtreibers. Für das geringe Gehäusevolumen ist der Bassbereich richtig gut, kommt aber natürlich nicht an den Tiefgang und den Nachdruck der größeren nuPro X-3000 heran. Die Streaming-Sektion hat die KEF LSX der nuPro X-3000 voraus, etwas umständlich bei der LSX ist, dass gleich zwei Apps für Installation, Inbetriebnahme und täglichen Gebrauch verfügbar sind. In größeren Lokalitäten kann man die nuPro X-3000 besser einsetzen als die KEF LSX, der es dann doch an Gehäusevolumen fehlt. 

Canton C 500 Aktiv-Set: Online-exklusiv direkt beim Hersteller erhältlich - und zwar für 1.200 EUR -  ist das ordentlich, aber nicht überdurchschnittlich edel verarbeitete Canton C 500 Aktiv-Set, das darum eine interessante Alternative darstellt, weil es ganz andere Schwerpunkte setzt: Es handelt sich um große Master-/Slave-Aktivboxen, die mittels Kabel miteinander verbunden werden. Das Canton C 500 Aktiv-Set überzeugt uns aus klanglicher Sicht mit einem kraftvollen Bass, sehr gute Pegelfestigkeit sowie mit einem überragender virtueller Surround-Aufpolierer. Für Musik und Filmton eignet sich das C 500 Aktiv-Set gleichermaßen gut und erfüllt auch gehobene Ansprüche. Erfreulich, dass ein Dolby Digital- und dts-Decoder vorhanden sind, ebenso gut gefallen uns die drei HDMI-Eingänge und der HDMI-Ausgang mit ARC. Die nuPro X-3000 wirkt edler und hochwertiger, zudem löst sie im Hochtonbereich noch feiner auf. Klar, dass die nuPro X-3000 viel weniger Platz benötigt, das Canton-Set dafür im Bassbereich tiefer herunterspielt. Beeindruckend, auch im Vergleich mit der C-500, ist die überragende Pegelfestigkeit der nuPro X-3000. 

Fazit

Gerne erheben sich Vorwürfe, man wäre "unkritisch" und würde Komponenten mit erstklassigen Bewertungen überhäufen. Im Falle der Nubert nuPro X-3000 dürfte es aber auch überaus kritisch eingestellten Anwendern schwer fallen, ernsthafte Kritikpunkte zu finden. Der kompakt bauende Lautsprecher ist hochwertig verarbeitet, sieht sehr gut aus und verfügt zur Steuerung über eine ebenfalls edel wirkende Fernbedienung. Alternativ kann man die nuPro X-3000 auch über eine Bluetooth-basierte App steuern. Das Setup ist schnell erledigt, und Probleme treten auch dann nicht auf, wenn man die nuPro X-3000 in kabelleiser Form konfiguriert. Eine umfangreiche Anschlussbestückung und sogar ein tadellos verarbeitetes USB-Kabel im Lieferumfang sprechen ebenfalls für den schwäbischen Aktivlautsprecher. Akustisch beeindrucken Auflösungsvermögen, Pegelfestigkeit, Druck im Bassbereich und räumliche Abbildung. 

Kompakt, hochwertig, flexibel und extrem klangstark: Die Nubert nuPro X-3000 besticht mit einem erstklassigen Gesamtpaket

Gesamt-Referenz aktive Kompaktlautsprecher
Test 15. Februar 2019

Test: Philipp Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. Februar 2019

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