XXL-TEST: Yamaha 9.2-Kanal MusicCast-AV-Receiver RX-A2080 - grandiose Performance in der angehenden Oberklasse?

Hochwertiger Mehrkanal-Receiver der angehenden Oberklasse gesucht? Zu Marktpreisen ab 1.580 EUR gibt es den 9.2-Kanal Yamaha AVENTAGE RX-A2080 AV-Netzwerk-Receiver mit MusicCast und DAB/DAB+ Radiotuner sowie mit der mit der 2018er Aventage-Generation neu eingeführten Surround:AI Funktionalität. Im Abhängigkeit zur aktuellen Quelle optimiert Surround:AI den Klang in Echtzeit. Der RX-A2080 bringt ein weiteres, interessantes Ausstattungsmerkmal des aktuellen Jahrgangs im Ausstattungsumfang mit: Optional ist es möglich, drahtlose Surround-Lautsprecher hinzuzufügen und die eingebauten Endstufen anderweitig (z.B. für eine weitere Hörzone oder Bi-Amping) oder gar nicht verwenden. Zur Auswahl stehen hier die Modelle MusicCast 20 oder MusicCast 50. Auch die Verwendung eines einzelnen MusicCast 50 als Single-Lautsprecher hinten ist möglich.

Die Endstufen des RX-A2080 arbeiten nach wie vor analog und stellen üppige Leistungsreserven bereit:

  • 140 W / Kanal (8 Ohm, 20 Hz-20 kHz, 0,06% THD, 2 Kanal angesteuert)
  • 220 W / Kanal (8 Ohm, 1 kHz, 10% THD, 1 Kanal angesteuert)
  • 220 W / Kanal (4 Ohm, 1 kHz, 0,9% THD, 1 Kanal angesteuert)

Natürlich decodiert der RX-A2080 die 3D-Audioformate Dolby Atmos® und DTS:X™, und auch die Yamaha-"Spezialität", nämlich hochwertige DSP-Programme für Kino, Musik, Entertainment und Gaming, gehören natürlich zum Ausstattungspaket. Der besonders leistungsstarke CINEMA DSP HD3 sorgt für einen besonders imposanten und zugleich präzisen DSP-Klangeindruck. Wer hier nun ins Grübeln kommt, wieso eine DSP-Programm authentisch und präzise arbeiten kann - oft sind diese Modi für ein unnatürliches und halllastiges Klangbild verantwortlich - sollte sich mit der Yamaha-eigenen DSP-Technologie etwas näher befassen: Real existierende Räumlichkeiten, wie Referenz-Kinosäle, Kirchen, Konzerthallen oder Jazzclubs werden akustisch exakt vermessen. Die während dieses Prozesses gewonnenen Daten dienen als Vorlage für ein DSP-Programm.

Einmessmikrofon

Der RX-A2080 verfügt über das automatische Lautsprecher-Einmess- und Room EQ-System YPAO™-R.S.C. mit 3D, Mehrpunkt-Einmessung und präzisem EQ. Dazu später mehr, wenn wir auf die Menüs des RX-A2080 eingehen. 

Weitere Ausstattungsmerkmale des RX-A2080 umfassen unter anderem eine extrem robuste Konstruktion mit Anti Resonance Technology (A.R.T.) Wedge (fünfter Standfuß zentral unter dem Gerät, traditionelles Merkmal der Yamaha AVENTAGE AV-Komponenten), hochwertige Bauteile ESS (SABRE 9007S Premier Audio DACs für die D/A-Wandlung, Transistoren, Elkos etc.) für überragenden Klang und sieben HDMI-Eingänge sowie drei HDMI-Ausgänge. Natürlich werden unter anderem Dolby Vision, HDR10 und HLG unterstützt. Für Vinylfreunde verfügt der RX-A2080 auch über einen Phonoeingang. Zudem an Bord ist der Compressed Music Enhancer, der die Wiedergabe bei der Zuspielung via Bluetooth optimiert. 

Die Optik können wir schon beinahe als traditionell bezeichnen. Seit es die Yamaha AVENTAGE AV-Komponenten gibt, wurde das Design stets behutsam weiterentwickelt und angepasst, was wir durchaus begrüßen, denn Solidität und Hochwertigkeit liegen immer im Trend. 

Auch die aktuellen AVENTAGE-Modelle sind von sehr solider Verarbeitungsqualität gekennzeichnet

Großer Lautstärke-Drehregler rechts

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Solide Frontplatte und geringes Spaltmaß

Zweizeiliges Display

Bedienelemente unter der soliden Klappe

Aufgeräumtes Innenleben

Großzügig dimensionierter Kühlkörper

Rundum sauber verschraubt

Der RX-A2080 tritt auf wie ein echter Bolide, was durch die dicke Alu-Front mit massiver Blende besonders hervorgehoben wird. Ein gerasterter Quellenwahlregler mit sauberem Lauf und ein etwas größerer Lautstärkedrehregler mit leider nicht absolut gleichmäßigem Lauf sind markante Fixpunkte bezüglich der frontalen Ansicht. Die stationären Bedienelemente punkten mit sehr gutem Druckpunk. Der obere Bereich der Frontblende ist durch ein großes zweizeiliges, weiß beleuchtetem Punktmatrix-Display, das ausgezeichnet ablesbar ist, gekennzeichnet. Das Innenleben präsentiert sich aufgeräumt, deutlich sieht man die für die AVENTAGE Baureihe typischen Chassis-Verstrebungen für eine fast völlige Immunität störenden Resonanzen gegenüber. Die neun analogen Endstufen haben identische Arbeitsbedingungen und jede Seite hat ihren eigenen (Blech-) Kühlkörper. 

HDMI-Anschlüsse im Detail

Zahlreiche digitale und analoge Anschlüsse

2x Komponentenvideo-Eingang + Pre-Out + Zone 2/3

Nur Gutes kann man auch über die Qualität und die Bestückung der Anschlusssektion zu Papier beziehungsweise ins Dokument bringen: 

  • Hochwertige gekapselte Schraubterminals auf der Rückseite
  • Sehr solide wirkende, sehr gut eingepasste Anschlüsse
  • Insgesamt 3 HDMI-Ausgänge
  • Sieben HDMI-Eingänge 

Natürlich kann man den RX-A2080 wahlweise per App oder aber mittels der für den aktuellen Jahrgang neu entwickelten Fernbedienung steuern. 

Neue Yamaha-Fernbedienung

Die Tasten der komplett überarbeiteten Fernbedienung erinnern spontan ein wenig an Folientasten, wie man sie aus Scheckkarten-Fernbedienungen kennt. Manchen Anwendern, die sich klar hervorhebende, klassische Tasten schätzen, könnte dies missfallen. Der Druckpunkt ist allerdings ausgezeichnet und die darunter liegende weiße Beleuchtung aller Tasten wirkt hochwertig und erleichtert die Bedienung im dunklen Raum erheblich. Für Anwender, die relativ kleine Hände haben, könnte die Größe als recht ausladend empfunden werden. Pluspunkte bringen die haptisch sehr angenehme gummierte Oberfläche und die groß dimensionierten "Scene"-Tasten für komfortablen Direktzugriff, diese sind prominent ganz weit oben platziert. Wir finden fast ohne Einschränkung Gefallen an der neuen Fernbedienung. 

Wenden wir uns nun den gründlich überarbeiteten On-Screen-Menüs und der Einrichtung sowie Steuerung des RX-A2080 mittels App zu. 

Nach wie vor setzt Yamaha nicht auf einen direkt in die grafische Benutzeroberfläche integrierten Einrichtungsassistenten, sondern auf die "AV Setup Guide"-App, die man auf dem Smartphone oder auf dem Tablet installieren kann. Wir haben einige Screenshots angefertigt:

"AV Setup Guide"

Auswahl des korrekten Modells

Vorbereitungen

Anschluss-Hilfe oder Bedienungsanleitung

Elementare Fragen zum Lautsprecher-Setup

Welche Quellen müssen angeschlossen werden?

Nun startet die eigentliche Einrichtung

Verbindungen

Was kann man zum AV Setup Guide sagen? Die App ist kostenlos für iOS und Android verfügbar. Zunächst wählt man den gewünschten AV-Receiver aus, anschließend lädt man sich die gerätespezifischen Informationen herunter. Ist dies geschehen, führt die App mit klarer Struktur und genauen Anweisungen durch die Installation. Als Nachteil sehen wir, dass wir in der App nicht direkt unsere gewählte Lautsprecherkonfiguration mit Dolby Atmos-Lautsprechern auswählen konnten. Insgesamt eine Alternative, wir halten die Einrichtungsassistenten, die direkt tim Gerät integriert sind, aber für sinnvoller. 

Menü im neuen Design

Menü "Lautsprecher"

Übernahmefrequenzen und Lautsprecher-Schema

Entfernungen der Lautsprecher vom Hörplatz

Pegelabgleich

Verschiedene YPAO-Modi, bei "Direkt" sind alle YPAO-Kurven deaktiviert

Auch der RX-A2080 bietet, wie bereits weiter oben erwähnt, das automatische Lautsprechereinmess- und EQ-System YPAO. Die Einmessung erfolgt, wie wir es schon seit geraumer Zeit schätzen, zuverlässig. Dazu gehört die korrekte Erkennung der Lautsprecher – diese erfasst auch zusätzliche Lautsprecher für Dolby Atmos/DTS:X - und auch die relativ präzise ermittelten Parameter, z.B. den Abstand des einzelnen Lautsprechers vom Hörplatz. YPAO verfügt natürlich über eine Mehrpunkteinmessung, und die erfassten Parameter lassen sich nach der Messung verändern, um so z.B. dem persönlichen Geschmack stärker Rechnung zu tragen. 

Generell ist eine individuelle Endstufen-Zuordnung möglich, was aber nichts Besonderes ist, das bieten die Konkurrenten ebenfalls. Der RX-A2080 verfügt über einen parametrischen EQ. Dieser kann manuell für jeden Lautsprecher angepasst werden (7 Frequenzbereiche stehen zur Verfügung), aber auch vorgefertigte Presets basierend auf den YPAO-Messungen gibt es: YPAO:Linear, YPAO:Front, YPAO:Natürlich. Zudem lässt sich der parametrische EQ auch deaktivieren.

Menü zu den Scene-Makrofunktionen

Netzwerk-Menü

Natürlich verfügt der RX-A2080 über ein eingebautes WLAN-Modul

Zur Auswahl stehende Medienserver/PCs

Menü "System"

Acht Menüsprachen stehen zur Verfügung

Firmware-Aktualisierung

Internet Radio

Hi-Res-Flac-Wiedergabe

Das eigentliche, in acht Sprachen verfügbare Menü wurde überarbeitet und macht einen sehr guten optischen Eindruck. Ab dem RX-A1080 ist das neue, erweiterte Menü mit höherer Auflösung integriert. Insgesamt ist die Struktur übersichtlicher als früher, man findet sich leichter zurecht und ist demnach schneller am gewünschten Einstellparameter. 

Links befinden sich die Menüpunkte und Unterpunkte, 2/3 des Bildschirms auf der rechten Seite sind aber für ausführliche, leicht verständliche Hilfetexte reserviert. Dank einer guten Übersetzung helfen diese weniger versierten Anwendern auch wirklich weiter. Die Auflösung könnte aber immer noch etwas höher sein, Buchstaben und Kanten verraten mit leichten Treppenstufen und unsauberen Kanten, dass das Menü nicht in 4K Ultra HD auflöst. 

Der RX-A2080 kann zudem auch mit der AV Controller App von Yamaha gesteuert werden. Diese offeriert sehr umfangreiche Funktionen, sogar DSP-Modi können komfortabel editiert werden. Natürlich ist auch die Klangregelung von Höhen und Bässen inklusive Subwoofer-Pegeleinstellung möglich. Weitere Funktionen: Die Eingangswahl, die Lautstärke und auch die Scene-Makrotasten können über die App bedient werden, von der es auch eine eigene Tablet-Version gibt. In der Tablet-Version geht gerade das Editieren der DSP-Parameter noch leichter und übersichtlicher von der Hand. Hier die Screenshots:

Einstellungen, die man auch über die App treffen kann

Wiedergabe eine Blu-ray über unseren Cambridge Audio CX UHD

Eingangswahl 

Editieren der Benutzereinstellungen

Hier kann man sich für die Scene-Modi eigene Thumbnails aussuchen

Zahlreiche Makrofunktionen

Surround:AI sowie DSP-Modi mit passendem Bild

 

Was kann man sonst noch zum RX-A2080 sagen? Wie bereits kurz angesprochen, verfügt auch der RX-A2080 über ein MusicCast-Modul. 

MusicCast ist mittlerweile ein Yamaha-Standard-Feature, und selbstverständlich ist auch der RX-A2080 damit ausgestattet. Wie gewohnt, können die  Netzwerk-Features mit der MusicCast App gesteuert werden. Internetradio, Netzwerk-Streaming, AirPlay 2, Bluetooth, Napster, Pandora, Tidal, Deezer, Qobuz sind in MusicCast integriert. Mittels entsprechendem Skill ist der RX-A2080 auch kompatibel zu Amazon Alexa. Man benötigt noch ein Alexa-Device wie z.B. einen Echo Dot, und schon kann es losgehen. 

Der Yamaha RX-A2080 erweist sich als solide verarbeiteter Oberklasse-AV-Netzwerk-Receiver, der mit einer üppigen Ausstattung punkten kann. Besonders hervor tut er sich durch den hochwertigen Aufbau des Chassis, absolut zur Preisklasse passende Baugruppen, die neue Surround:AI-Funktion und die umfangreichen DSP- und Svene-Funktionen. Nun hören wir genau hin, wie der RX-A2080 klingt.

Klang

Was können wir zum Klang sagen? Für den Kaufpreis kann man eine exzellente Performance erwarten, der RX-A2080 sollte sich nicht nur fürs Wohnzimmer, sondern auch für den dedizierten Heimkinoraum, der durchaus 30 Quadratmeter messen kann, hervorragend eignen. Schafft er es, unsere hohen Ansprüche zufriedenzustellen? 

Blu-ray Metallica - "Through The Never 3D", Dolby Atmos

Wir starten mit "Metallica - Through the Never 3D"; Blu-ray mit Dolby Atmos-Tonspur. Hier, bei harten Heavy Metal-Hymnen wie "Ecstasy Of Gold" oder "Creeping Death", besticht der RX-A2080 direkt mit seiner brachialen Kraft. Auch ohne Subwoofer schiebt der RX-A2080 massiv an und spielt in Kombination mit den großen Canton Reference 5K enorm tief hinunter und bleibt dabei kontrolliert und präzise. Der Yamaha agiert extrem schnell und setzt auch feine akustische Elemente blitzschnell um. Auffällig ist die sehr dichte Gesamtkulisse, die Übergänge von links nach rechts erfolgen nahtlos. Auch die Überkopf-Ebene - wenn die Ausprägung auf der Tonspur entsprechend vorgesehen ist - wird akkurat eingearbeitet, und die räumliche Weite sowie die räumliche Tiefe sind sehr ausgeprägt. Man muss allerdings hinzufügen, dass die Intensität der Atmos-Effekte bezüglich der Tonspur dieser BD recht unterschiedlich ausfällt. Ein Effekt, der die Vorzüge von 3D-Audio gut verdeutlicht: Als das Bühnenbild von oben herab stürzt (geplanter Show-Effekt), gliedern sich die Überkopf-Elemente sehr harmonisch in die Gesamtkulisse ein und erweitern das Klangbild effektiv nach oben.

Der RX-A2080 tritt trotz der sehr natürlichen Darstellung sehr dynamisch, lebendig und mitreißend auf. Kennzeichnend ist die fetzig-kraftstrotzende Darstellung der E-Gitarren, die für Metallica unverkennbare Verzerrung erkennt man sofort. Das Schlagzeug begeistert besonders, zu loben sind die schnelle Umsetzung der Doppelbass-Artillerie, auch bei hoher Komplexität geht hier nichts unter, vielmehr wird alles klar und mit sauberer Balance hervorgehoben. Die Kombination aus enormer Kraft und hoher Präzision gefällt; nachdrücklich, aber nie übertrieben wirken die Drums: Trocken und hart werden sie präsentiert - genauso, wie es sich der Metallica-Fan wünscht. Nun sind wir ausführlich auf die Darstellung der Instrumente eingegangen, wie sieht es aber mit der Stimmwiedergabe aus - eine hervorragende Präsentation vokaler Elemente ist nicht die Stärke dieser Blu-ray, aber der Charakter des Frontmannes James Hetfield ist absolut nachvollziehbar, was belegt, dass der Yamaha sehr gute Arbeit leistet. In jeder Situation diese Blu-ray betreffend gibt sich der RX-A2080 absolut souverän und pegelfest, beschallt locker größere Wohnzimmer/Heimkinos und zeigt nur minimale tonale Veränderungen im Hochton, wenn es in den Maximalbereich geht.

Blu-ray a-ha, "The Final Concert", DTS-HD Master Audio, Wiedergabe nativ und mit Surround:AI

Kommen wir zu unserem zweiten Beispiel, erneut "Musikalisches", diesmal a-ha, "The Final Concert", DTS-HD Master Audio, u.a. mit Surround: AI. Tracks; "The Sun Always Shines On TV", "Hunting High And Low", "We Are Looking For The Whales":

Wieder überzeugt der Yamaha durch die sehr räumlich wirkende, dreidimensionale Kulisse gleich zu Beginn. Bedingt durch diese dichte, facettenreiche Atmosphäre fühlt man sich selbst wie ein Konzertbesucher. Der RX-A2080 stellt hier sein ausgeklügeltes Bass-Management wieder exzellent unter Beweis, enorm präzise werden die Canton Reference 5K angesteuert und liefern exakt die notwendigen Bassanteile; lediglich an manchen Stellen fällt diese Performance etwas ab, wo wir uns ein wenig mehr Nachdrück wünschen. Das liegt aber zum Teil auch an der Tonspur dieser Blu-ray, die im Bassbereich sowieso etwas mehr Nachdruck vertragen könnte.  Erwähnenswert ist die exzellente Stimmwiedergabe, hier können wir kaum kritisieren: charakteristisch und fein detailliert werden die Vokalstimmen der beiden Sänger reproduziert.

Nun schalten wir Surround:AI zu: Der RX-A2080 greift auf DSPs mittels Cinema DSP HD3 Chip zurück und bezieht außerdem unsere Dolby Atmos Lautsprecher mit ein. Und die Mission kann man durchaus als gelungen bezeichnen: Die Klangkulisse wirkt nochmals weitläufiger und breiter, auch gewinnt sie durch die Überkopf-Ebene an Dreidimensionalität. Beeindruckend ist, dass die Gesamtkulisse aber nicht weniger authentisch wirkt, beinahe im Gegenteil: die Stimme erscheint zentraler und näher am Zuhörer bei aktiviertem Surround: AI und wird so noch präsenter wahr genommen. Auch die Atmosphäre profitiert und wirkt insgesamt dichter und gewinnt an Lebendigkeit. Wir hätten nicht gedacht, dass sich das Wirken von Surround:AI so positiv bemerkbar macht. 

Ultra HD Blu-ray "Mad Max - Fury Road", Dolby Atmos

Natürlich darf auch ein Film-Beispiel nicht fehlen, wir hören Ausschnitte aus "Mad Max - Jury Road" in Dolby Atmos. Mad Max bietet eine Kombination aus vielen, schnell umzusetzenden akustischen Effekten sowie kraftvollen Explosionen sowie einen progressiven, harten Electro-Score und ist demnach gut geeignet, dem RX-A2080 akustisch "auf den Zahn" zu fühlen. Und der 9.2-Kanal-Receiver schlägt sich hervorragend. Eine exzellente Umsetzung der Motorengeräusche der verschiedenen Fahrzeuge und eine gewaltige, vom Timing her absolut stimmige Umsetzung der zahlreichen Explosionen sprechen für den RX-A2080. 

Die Richtung umherfliegender Geschosse kann genau nachvollzogen werden. Absolut souverän und pegelfest, bleibt der Yamaha auch bis ans Limit angenehm und sauber - die bereits bei musikalischem Material gemachten Eindrücke bestätigen sich. Die sehr dichte atmosphärische Kulisse versetzt den Zuschauer mitten ins Geschehen, so z.B. bei der kurzen Verfolgungsjagd direkt zu Beginn, aber auch, als die zahlreichen Menschen händeringend auf das Wasser warten. Das "Mittendrin anstatt nur dabei"-Feeling ist beim RX-A2080 sehr ausgeprägt. Wie eine Welle überrollt der Klang über den Zuschauer und nimmt ihn für sich ein, als sich zur rasanten Action-Fahrt der treibende Musik-Score gesellt.

Der Yamaha setzt stets auf eine authentische Wiedergabe, so klingen aufeinander treffende Metallteile passend spitz, der RX-A2080 neigt nicht zu tonaler Wärme, wenn es nicht angebracht ist.Der Yamaha AV-Receiver wirkt über den gesamten Zeitraum gelassen und unangestrengt, während er bis ans Maximum seiner Leistungsreserven geht und neben enormer Kraft und Nachdrücklichkeit auch eine sehr präzise Darbietung abliefert. Die schnell umgesetzten Explosionen gelingen immer auf den Punkt und scheinen keinen großen Einfluss auf die sonstige Klangkulisse zu haben, der RX-A2080 behandelt alle Bereiche mit identischer Sorgfalt.

Ultra HD-Blu-ray, "Deadpool", Tonspur Dolby Atmos, 2. Kapitel

Kommen wir zum nächsten Filmbeispiel. Diesmal handelt es sich um Deadpool als Ultra HD Blu-ray mit Dolby Atmos-Tonspur, wir haben uns Kapitel 2 genau angehört. Hier können wir die absolut geschlossene, dichte Surround-Atmosphäre, in die sich der Zuschauer exzellent hinein versetzen kann, loben. Diese wird kombiniert mit einer generell sehr guten Sprachverständlichkeit zu Beginn der Szene, aber auch in den folgenden Sekunden und Minuten der Verfolgungsjagd kann man die Dialoge noch tadellos verstehen.

Noch etwas mehr Fokus und Prägnanz erhält die Sprachwiedergabe, wenn man Surround: AI aktiviert; dies ist gar nicht so einfach, da der Comic-Charakter während der explosiven Verfolgungsjagd immer wieder lustige One-Liner loslässt. Ausgezeichnet gefallen ferner die Motoren-Geräusche der großen SUVs und der Motorräder, die authentisch und kraftvoll auftreten, der Subwoofer greift hier sehr präzise und nicht überbordend ein - diese ausgewogene Auslegung ändert sich auch bei hohem Pegel nicht. 

Bei Explosionen und schweren Geschützen hätten wir uns sogar noch ein wenig mehr Nachdruck gewünscht – dies wird mit Surround:AI exzellent erfüllt, hier legt der RX-A2080 noch ein wenig nach und versieht laut abgemischte Bass-Schläge mit etwas mehr Punch. Demnach ist die Surround:AI-Funktion ein deutlich wertvolleres Feature, als wir vor dem Test erwartet hätten. Die Überkopf-Ebene ist in den ersten Szenen von Deadpool nicht überdurchschnittlich ausgeprägt, der Dolby Atmos-Soundtrack wird aber durchaus authentisch präsentiert und das akustische Erlebnis ist für den Zuschauer sehr immersiv. 

Zum Abschluss haben wir uns die deutsche DTS-Tonspur angehört und lassen diese mit DTS Neural: X aufpolieren. Auch hier liefert der Yamaha AV-Receiver ein sehr mitreißendes, den Zuschauer praktisch komplett einhüllendes Ergebnis. Der Subwoofer wird massiv und muss bei DTS Neural: X noch etwas mehr Volumen und Kraft aufbringen. Sensiblen Naturen steckt hier vielleicht ein wenig viel Bass in der Gesamtkulisse, Action-Fans sehen dem aber gelassen entgegen. Besonders bei feindynamischen Strukturen erkennt man aber doch den Unterschied zur hochwertigeren Tonspur. Die Motorengeräusche gelingen deutlich differenzierter und auch die Schüsse und Granat-Explosionen wirken in der nativen objektbasierten Tonspur insgesamt authentischer. Und noch eine wichtige Anmerkung: Die äußerst leistungsfähigen Endstufen sind nicht auf den Support durch einen aktiven Subwoofer angewiesen. Wer große Standboxen vorn ohne einen zusätzlichen aktiven Subwoofer verwendet, muss sich nur dann mit dem  Thema "Leistungsmangel im Bassbereich" auseinander setzen, wenn der Hörraum enorm groß und der Pegel entsprechende mächtig ist. 

Diana Krall – "Desperado" und "If I Take You Home Tonight", Flac 48 kHz/24-Bit High-resolution audio, zugespielt vom DLNA-Server, HiRes-enhancer off/on

Der Yamaha gefällt mit einer geschlossenen Frontkulisse und mit einer räumlich überragenden Darstellung. Auffällig ist die exzellente Loslösung des Klangs von den Lautsprechers. Dies geschieht mit viel Struktur und äußerst glaubwürdig. Für einen AV-Receiver schafft der RX-A2080 eine erstaunlich authentische Stimmcharakteristik von Diana Krall, selbst kleine Feinheiten der Aufnahme lassen sich erkennen. Das Piano präsentiert uns der Japaner ebenfalls sehr natürlich und mit leichter Wärme - das fördert den Eindruck eines sehr angenehmen, homogenen Klangs. Die dichte, geschlossene Atmosphäre ist für einen authentischen Eindruck zuständig. Auch im 2.0-Betrieb agiert der Yamaha im Bassbereich im Bedarfsfall sehr kräftig und präzise. Zudem überzeugt er bei unseren Beispielen sowohl grob- als auch feindynamisch.

Was kann der HiRes-Enhancer? Für qualitativ hochwertige, hoch auflösende Dateien ist ein Enhancer eigentlich nicht notwendig – der RX-A2080 verschlechtert die Aufnahme aber auch keinesfalls; die gesamte Stereo-Kulisse wirkt etwas dichter und voller, und man hat den Eindruck, als würde sich die Stimme noch etwas besser lösen und zentraler stehen; die Verwendung muss man hier vermutlich auch in Abhängigkeit des Quellmaterials in Erwägung ziehen. 

Videosektion

Der Yamaha RX-A2080 verfügt über eine umfangreiche Videosektion. Auch hier macht sich die überarbeitete und optisch neu designte Menüführung positiv bemerkbar, aussagekräftige Hilfetexte unterstützen weniger versierte Anwender bei den vorhandenen Einstellungsmöglichkeiten.

Zusätzlich zur hilfreichen „Information“-Anzeige mit der Auflistung der Eigenschaften sämtlicher Eingangssignale kann man unter „Videomodus“ einstellen, ob man in das Signal eingreifen oder es unbearbeitet durchschleusen möchte. Selbstverständlich kann man die gewünschte Auflösung einstellen, der Yamaha RX-A2080 skaliert ab 480i sämtliche Videosignale auf 4K, auch das Seitenverhältnis von 4:3-Inhalten lässt sich anpassen.

Detaillierte Parameter lassen einen spezifischen Eingriff ins Signal zu, darunter fallen: „Detailanreicherung“, „Randschärfe“, „Helligkeit“, „Kontrast“, „Sättigung“. Nicht vorhanden sind etwaige Presets und ISF-zertifizierte Bildfelder.

Im Praxisbetrieb darf sich der RX-A2080 bei einem alten, mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen, Bekannten profilieren. Casino Royale, zugespielt in 1080p von einer konventionellen Blu-ray Disc, wird vom AV-Receiver auf 4K-Auflösung hochskaliert. Der Yamaha AVR realisiert eine sehr natürliche Darstellung des Bond-Spektakels, die in ihrer Intensität leicht zurück genommenen Farben werden authentisch wiedergegeben. Insbesondere kann der RX-A2080 mit einer sehr ruhigen und ruckelfreien 24p-Darstellung überzeugen, die sogar besser als bei manchem Zuspieler der Mittelklasse wirkt. Auch bei schnellen Bewegungen wird präzise agiert, Nachziehen oder ein Zittern der Objektkanten können wir nicht erkennen. Für die 1080p-Auflösung wird eine absolut angemessene und nicht überzogene Schärfe auf unserem Ultra HD-TV präsentiert, während der Verfolgungsjagd sind feine Elemente, wie z.B. die Schweißperlen auf der Stirn des Gejagten, gut sichtbar. Selbst Scaling-Rauschen können wir bei vorwiegend hellen Szenen nicht bestätigen, eine insgesamt überaus solide Performance mit klaren Stärken im Bereich der Bildruhe und Bewegungsdarstellung.

Konkurrenzvergleich

Der Yamaha RX-A2080 ist relativ preisstabil und wechselt für knapp 1.600 EUR den Besitzer. Für nur etwas mehr bekommt man auch das 2017er Modell Denon AVR-X6400H (nur noch vereinzelt, da Auslaufmodell), der gleich elf Endstufen mitbringt. Wer ein großes Lautsprecher-Setup oder aber eine weitere Hörzone betreiben möchte, hat hier einen echten Vorteil .Zudem überzeugt der AVR-X6400H durch typische Denon-Vorteile wie die solide Verarbeitung, den sorgfältigen Aufbau und den ausgewogenen Klang. Die Anschlussbestückung ist vollständig, und dank des Einrichtungsassistenten gelingt die Inbetriebnahme auch weniger versierten Anwendern. Der Yamaha RX-A2080 hält mit den hervorragenden DSP-Programmen, dem sehr gut funktionierenden Surround:AI-Modus, dem DAB/DAB+ Radiotuner und mit dem moderneren Lautsprecher-Einmesssystem dagegen. Und leider muss sich der RX-A2080 gleich gegen den nächsten "Elfender" wehren. Diesmal gegen den Onkyo TX-RZ3100, der für rund 1.650 EUR zu haben ist. Aber auch hier schlägt sich der Yamaha sehr gut. Auch, wenn der Onkyo damals Maßstäbe setzte, die Zeit bleibt nicht stehen. Nach wie vor ist er ein kräftig und dynamisch klingender AV-Netzwerk-Receiver in Boliden-Optik, der DTS Play-Fi und Google Chromecast eingebaut hat und sich als sehr pegelfest erweist. Ebenso das Pioneer-/Onkyo-eigene Flare Connect. Aber sein Einmesssystem arbeitet weniger präzise, er hat keinen DSP-Tuner, der DSP-Macht und der vollwertigen Videosektion des RX-A2080 hat er wenig entgegen zu setzen. 

Fazit

Schon seit Generationen sind Yamahas Aventage AV-Receiver enorm begabt - akustisch natürlich in erster Linie, aber auch hinsichtlich eines überzeugenden Gesamtkonzepts. Der RX-A2080 macht da keine Ausnahme. Surround:AI als technisch aufwändige und akustisch sehr gelungene Möglichkeit, in Abhängigkeit des jeweiligen Quellmaterials in Echtzeit den Klang zu optimieren, ist ein besonders erwähnenswertes Feature. Aber auch das aufwändige YPAO-Einmesssystem ist ein wichtiges Merkmal. Die neun analogen Endstufen packen nachdrücklich zu und erweisen sich als sehr pegelfest. Neben den akustischen Eigenschaften überzeugt auch die Videosektion des RX-A2080, die sich als vollwertig ausgestattet erweist. Die Verarbeitung ist Yamaha-typisch hochwertig, und auch im Inneren zeigt sich der RX-A2080 als solide und absolut preisklassengemäß aufgebaut. 

Die voll ausgestattete DSP-Macht: Der Yamaha RX-A2080 glänzt mit Vollausstattung und grandiosem Klang

Gesamtreferenz AV-Receiver Oberklasse bis 2.500 EUR
Test 13. Februar 2019

 

Test Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13. Februar 2019

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