XXL-TEST: Yamaha 5.1-Kanal-MusicCast-Receiver RX-V483 – Klassisches Kanal-Layout, moderne Multimedia-Ausstattung

Yamaha-RX-V483-Front-Seitlich1

Der Yamaha RX-V483 wird, wahlweise in schwarzer oder titanfarbener Variante, aktuell für rund 395 EUR Marktpreis bei seriösen Anbietern angeboten. Ganz schön selbstbewusst, denn es handelt sich um einen reinen Fünfkanal-AV-Receiver ohne Decoder für Dolby Atmos und DTS:X. Der siebenkanalige Denon AVR-X1400 ist laut Marktpreisen lediglich circa 10 EUR teurer, und der Onkyo TX-NR575E weist ebenfalls sieben eingebaute Endstufen auf und liegt laut Marktpreis derzeit auf dem gleichen Niveau wie der Denon: Gut 400 EUR wechseln den Besitzer. Der Yamaha hat darüber hinaus nur einen Pre-Out für den Anschluss aktiver Subwoofer und ist demnach ein klassisches 5.1-Gerät. Die Konkurrenten, die wir eben nannten, bringen zwei Pre-Outs mit. Sieht es also für den wertstabilen RX-V483 direkt schlecht aus? Mitnichten, denn einen sehr guten AV-Receiver zeichnet ein gelungenes Gesamtkonzept und nicht unbedingt ein perfektes Verhältnis Endstufen/Decoder zu Kaufpreis aus. Daher begegnen wir dem 483 unvoreingenommen und wenden uns der Ausstattung zu, die natürlich auch ein MusicCast-Modul für Multiroom und Streaming umfasst. 

Yamaha-RX-V483-Bedienelemente-Front1

Großer Drehregler für die Lautstärke

Yamaha-RX-V483-Bedienelemente-Front2

Linke Seite ohne Drehregler. Die Eingänge werden mit den kleinen Pfeiltasten, rechts auf dem Bild zu sehen, gewechseln

Der RX-V483 ist solide verarbeitet, auffällig sind die sehr hochwertigen, schwarzen Standfüße. Ein großer Drehregler ist für die Lautstärke zuständig. die Quellwahl wird per kleinen Pfeil-Tasten und nicht mittels eines zweiten Drehreglers gesteuert. Dadurch, dass nur rechts auf der Kunststoff-Front ein Drehregler ist, wirkt das Design etwas asymmetrisch.

Yamaha-RX-V483-Bedienelemente-Front3

Display und Scene-Tasten

Yamaha-RX-V483-Fernbedienung

Fernbedienung

Gut löst das einzeilige Display auf, vier Macro-Tasten für die Verwendung der „Screne“ Funktion sind ebenfalls in die Frontblende eingelassen. Die Rückseite des RX-V483 ist ordentlich verarbeitet, weist aber keinerlei Besonderheiten auf, weder in positiver noch in negativer Hinsicht. Das Innenleben erscheint relativ aufgeräumt, die Qualität der Baugruppen entspricht der Preisklasse. Gut gefällt uns die mitgelieferte Fernbedienung, die hochwertiger wirkt als manche „Dreingabe“ der Konkurrenz. 

Yamaha-RX-V483-Innenleben-Gesamt

Innenleben komplett

Yamaha-RX-V483-Innenleben3

Kühlkörper aus Blech

Yamaha-RX-V483-Innenleben2

Platinenlayout

Yamaha-RX-V483-Innenleben1

Transformator

Hier nun die Leistungsdaten der analogen Endstufe, die sich auch bei Belastung nicht zu sehr erwärmt:

  • 80 W / Kanal (6 Ohm, -20 kHz, 0,09% THD, 2 Kanäle angesteuert)
  • 115 W / Kanal (6 Ohm, 1kHz, 0,9% THD, 1 Kanal angesteuert)
  • 145 W / Kanal (6 Ohm, 1kHz, 10 % THD, 1 Kanal angesteuert)

Weitere Ausstattungsmerkmale umfassen unter anderem:

  • Integriertes Wi-Fi

Yamaha-RX-V483-WLAN-Antenne

Antenne

  • Bluetooth® für kabelloses Musik-Streaming und Compressed Music Enhancer für Bluetooth
  • AirPlay®, Spotify®, Tidal*, Deezer, Qobuz, JUKE music streaming service
  • Hi-Res-Fähigkeiten:  DSD 2.8 MHz / 5.6 MHz, FLAC / WAV / AIFF 192 kHz / 24bit, Apple Lossless 96 kHz / 24-bit Wiedergabe, Gapless Playback ermöglicht die lückenlose Wiedergabe

Yamaha-RX-V483-Anschluesse-Rueckseite3

HDMI-Sektion

  • HDMI® (4 in / 1 out) mit voller 4K Ultra HD Unterstützung (4K / 60p [4:4:4]), HDR Video inklusive Dolby Vision und BT.2020 Farbraum Durchleitung
  • Digitaler USB Anschluss an der Gerätefront

Yamaha-RX-V483-Mikro

YPAO-Einmessmikrofon

  • YPAO™ Automatisches Lautsprecher-Setup mit Klangoptimierung. In unseren Testreihen funktionierte diese recht einfache YPAO-Variante sehr zuverlässig und überzeugte mit einer sauberen Einmessung, die Unzulänglichkeiten des Hörraums gut erkannte und eliminierte. Dabei wurde das verwendete Lautsprechersystem nicht „akustisch beschnitten“, sondern präzise erfasst. 
  • Dialogue Lift sichert, dass der Dialog auch wirklich aus der Mitte des Bildschirms kommt
  • Dialog Level Adjustment für eine klare und deutliche Stimmenwiedergabe
  • Zuweisbare Verstärker für Bi-Amp Verbindung und Lautsprecher Zone B

Yamaha-RX-V483-Rueckseite-Seitlich

Rückseite Gesamtansicht

Yamaha-RX-V483-Anschluesse-Rueckseite2

2 x koaxial-digital, einmal optisch-digital, 3 x Cinch-AV, 1 x Cinch-Video, Tuner FM/AM, Subwoofer Pre-Out (nur einmal, heute unüblich)

  • Anschlüsse: 

Yamaha RX-V483 Screenshot 13

Das OSD ist einfacher als bei den Avantage Oberklasse-AV-Receivern

  • Mehrsprachiges, farbiges OSD, das auch Albumcover anzeigen kann
  • ECO Modus reduziert den Stromverbrauch um mindestens 20%

Neu ist für viele MusicCast-Geräte, dass Ende Dezember 2017 der Skill für die Amazon Alexa Sprachsteuerung zur Unterstützung des MusicCast Multiroom-Systems verfügbar sein wird.

Damit ermöglicht Yamaha die Sprachsteuerung des umfassenden Multiroom-Systems und aller kompatiblen Geräte. Die Sprachbefehle werden von Devices der Amazon Echo-Serie registriert und dann vom MusicCast-Skill an die entsprechenden Geräte übertragen. So können beispielsweise Soundbars, AV-Receiver und Streaming-Lautsprecher ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden, die Lautstärke lässt sich verändern und auch das Koppeln von verschiedenen Räumen für simultane Wiedergabe ist per gesprochenem Befehl möglich.

Schon jetzt gibt es ein einfaches, aber übersichtliches OSD. Hier einige Screenshots:

Yamaha RX-V483 Screenshot 1

Setup-Menü

Yamaha RX-V483 Screenshot 2

Menü „Lautsprecher“

Yamaha RX-V483 Screenshot 3

Konfiguration

Yamaha RX-V483 Screenshot 5

Pegeljustage

Yamaha RX-V483 Screenshot 6

Separate Aktivierung des Testtons bei manuellem Setup

Yamaha RX-V483 Screenshot 7

HDMI-Optionen

Yamaha RX-V483 Screenshot 8

DSP-Parameter

Yamaha RX-V483 Screenshot 9

Netzwerk-Menü

Yamaha RX-V483 Screenshot 10

Verbindung kabelgebunden oder drahtlos

Yamaha RX-V483 Screenshot 11

Spracheinstellungen

Yamaha RX-V483 Screenshot 12

Internet Radio-Wiedergabe: Optionen

Yamaha RX-V483 Screenshot 13

Internet Radio: Wiedergabe eines Senders 

Die „AV Setup Guide“ App gibt Hilfestellung bei der Verkabelung und Installation, auch von dieser App haben wir ein paar Screenshots erstellt: 

Yamaha RX-V483_Setup1

Erst lädt man die App herunter und wählt dann das passende Modell

Yamaha RX-V483_Setup2

Dann wird die zum Modell passende Software heruntergeladen, und es kann losgehen

Mittels der „AV Setup Guide“ kann man sich eine Hilfe bei Bedienung und Ersteinrichtung in Form einer App herunterladen. Zuerst lädt man die App aufs mobile Gerät, dann wählt man den passenden Yamaha AV-Receiver, in unserem Falle den RX-V483, aus. Im Anschluss wird dann innerhalb der App wiederum die zu unserem AV-Receiver passende Software heruntergeladen und installiert.

Yamaha RX-V483_Setup3

Übersicht über die Möglichkeiten des RX-V483

Yamaha RX-V483_Setup4

Umfangreiche Hilfe bei der Einrichtung

Man erhält dann die Möglichkeit, innerhalb der App auf die Bedienungsanleitung zuzugreifen und bekommt Hilfe bei Konfiguration und Verkabelung. 

Typisch für Yamaha AV-Receiver, bringt auch der RX-V483 zahlreiche DSP-Programme mit, die wir nachfolgend aufzählen:

Musik und Entertainment

  • Hall in Munich
  • Hall in Vienna
  • Chamber
  • Cellar Club
  • The Roxy Theatre
  • The Bottom Line
  • Sports
  • Action Game
  • Roleplaying Game
  • Music Video

Cinema-DSPs:

  • Standard
  • Spectacle
  • Sci-Fi
  • Adventure
  • Drama
  • Mono Movie

Die DSPs können noch individuell angepasst werden. Je nach DSP-Programm können die Parameter, die zur Verfügung stehen, unterschiedlich sein.

Mittels der „AV Controller“App ist der RX-V483 alternativ zur mitgelieferten Fernbedienung komfortabel zu steuern:

Yamaha RX-V483_App1

Der RX-V483 wird sofort erkannt, wir können nun zwischen ihm und unserer in einem anderen Raum installierten Yamaha Vor-/Endstufenkombination wählen

Yamaha RX-V483_App2

Aktueller Eingang, unten die wählbaren Menüpunkte

Yamaha RX-V483_App3

DSP-Programme

Yamaha RX-V483_App7

Basic-Setup zum DSP „Spectacle“

Yamaha RX-V483_App8

Erweitertes Setup

Yamaha RX-V483_App9

Wer auf „Help“ und das Fragezeichen drückt, erhält Hilfetexte

Yamaha RX-V483_App11

Grafisch nett gemacht: Balance-Einstellungen im 5ch Stereo Modus

Yamaha RX-V483_App10

Eingangsübersicht

Yamaha RX-V483_App4

Steuerung vieler Funktionen direkt über die App

Yamaha RX-V483_App5

Auch Enhancer und Dialogpegel sind einstellbar

Yamaha RX-V483_App6

Man kann gleich einsehen, ob die Firmware aktuell ist

Die Yamaha AV Controller App ist sehr umfangreich, man kann sogar, die DSP-Modi innerhalb der App im Basic- und im Advanced-Modus editieren. Mittels hochwertiger Grafiken werden beeinflussende Faktoren verdeutlicht, zusätzlich stehen Basis-Erklärung, was die DSP-Programme bedeuten, zur Verfügung. Natürlich kann man auch weitere Funktionen wie zum Beispiel die Regelung von Höhen und Bässen oder die Subwoofer-Pegeleinstellung über die App bedienen. Eingangswahl und die Yamaha-typischen „Scene“-Makrotasten (die man auch editieren kann) sind auch in der App zu finden.

Für das MusicCast-Modul steht eine weitere App bereit, hier einige Screenshots: 

Yamaha RX-V483_MusicCast3

Diensteauswahl und Quellwahl bei der MusicCast-App

Yamaha RX-V483_MusicCast4

Sehr gute Auswahl, QOBUZ, TIDAL, alles vorhanden

Yamaha RX-V483_MusicCast2

Raum-Scene-Modi: Erklärung

Yamaha RX-V483_MusicCast1

Hi-Res-Wiedergabe

Möchte man alle Streaming- und Multiroom-Optionen bequem übers Smartphone/Tablet steuern, lädt man sich zusätzlich zur „AV Controller“-App noch die MusicCast-App herunter. Um den RX-V483 betriebsfertig für MusicCast zu machen, drückt man für längere Zeit die Straight/Connect-Taste auf der Gerätefrontblende und befolgt anschließend die Anweisungen in der App. Dem RX-V483 wird eine Hörzone, ein Zonenname und, auf Wunsch, auch ein Foto des Raums zugewiesen, und es kann losgehen. 

Fazit: Der RX-V483 hat zwar nur fünf Endstufen, überzeugt ansonsten aber durch gute Verarbeitung und sinnvolle Ausstattung. Vier HDMI-Eingänge stellen aber das Minimum in der heutigen Zeit dar. 

Klang
Blu-ray „Skyfall“, DTS-HD Master Audio (englisch), ab Filmbeginn, mit DSP „Spectacle“ und ohne DSP-Einwirkung (Modus „Straight“)

Der recht preisgünstige Yamaha bietet eine sehr gute Dynamik und ein gutes Auflösungsvermögen, was man schon direkt zu Filmbeginn merkt. 007 trifft auf die verwundeten beziehungsweise getöteten Agenten in der Wohnung in Istanbul und bemerkt die entwendete Festplatte mit den hoch sensiblen Informationen. Die Dialoge mit der MI6 Zentrale in London arbeitet der 483 sauber heraus, und auch der Aufbau des Music Score gelingt ausgezeichnet.

Auffällig beim Yamaha ist, wie entschlossen seine analogen Endstufen zupacken. Als Moneypenny und Bond den flüchtenden Killer Patrice verfolgen und der Land Rover Defender Pickup beide Außenspiegel verliert, liefert der RX-V483 eine sehr genaue Darstellung aller Effekte. Als sich Patrice mit dem Audio A5 Sportback mitten auf einem belebten Markt überschlägt, kommt der Crash mit Wucht heraus. Sofort eröffnet der Killer, nachdem er dem Wrack entstiegen ist, mit einer automatischen Waffe das Feuer. Die Schüsse ertönen mit genauer Zielrichtung und gutem Nachdruck. 

Es folgt die weitere Flucht von Patrice auf der Enduro, Bond schnappt sich ebenfalls ein Geländemotorrad und so rasen beide über die Dächer des Grand Bazar. Das Hochdrehen der Motoren, das Quietschen der Reifen und der Sprung durchs Glasfenster mitten in den Grand Bazar wird sehr lebendig übertragen. In allen Sequenzen vergisst der 483 den Music Score nicht und gibt diesen mit guter Detaillierung wieder, ohne ihn zu weit in den Vordergrund zu rücken. 

Weiter geht es, nun befinden sich, wenige Minuten später, James und Patrice auf einem Güterzug. Wüste Schießereien, die Inbetriebnahme eines großen Baggers und zerstörte VW Beetles – es geht auch auf dem Zug weiter rund. Die Endstufen des RX-V483 bleiben bei allen Effekt-Salven souverän und brechen nicht ein, auch wenn man sie mit 80 Prozent der maximal möglichen Lautstärke belastet. 

Wir springen einige Kapitel (bis zu Nummer 5)vor, und es regnet in London vor der MI6 Zentrale. Im Inneren recherchiert M an ihrem Notebook. Der heftige Regen draußen ist gut zu vernehmen, ebenso detailliert gibt der RX-V483 das Tippen Ms auf der Tastatur wieder. Kurze Zeit später läuten die Glocken des Big Ben, und ein Jaguar hält im Regen, M und ein Mitarbeiter steigen aus. Die Stimmen sowie die Schritte auf der Treppe arbeitet der preisgünstige 5.2-Kanal-Receiver gelungen heraus. Dialoge fördern ebenfalls zutage, dass sich der RX-V483 sehr kultiviert verhält und daher auch in ruhigen, von Dialogen getragenen Szenen überzeugen kann. 

Nun befinden wir uns im 11. Kapitel, und Bond weilt in Shanghai, um dort Patrice zu finden. Die beeindruckende Skyline der Metropole bei Nacht wird von einem kraftvollen Music Score untermalt, den der 483 mit viel Ausdruck wiedergibt. 007 fährt kurze Zeit später zum Flughafen, wo Patrice landet, um in Shanghai den nächsten Auftragsmord zu begehen. 007 verfolgt ihn bis zu einem Wolkenkratzer, dessen obere Stockwerke noch nicht bezogen sind. Von dort aus möchte Patrice sein nächstes Opfer im Hochhaus gegenüber erledigen. Wie der Killer ein Loch in die Fensterscheibe sägt, wie Bond ihn aufspürt und dann nach kurzem Kamp niederringt – all das gibt der RX-V483 erneut mit erstaunlich exakter Darstellung auch kleiner akustischer Einzelheiten wieder. Er erweist sich als tonal angenehm abgestimmt, problemlos kann man auch über längere Zeit mit höherem Pegel hören, ohne dass es unangenehm wird Diese homogene, gelassene, aber doch dynamisch-lebendige Art mit präziser Ansteuerung des aktiven Subwoofers macht den RX-V483 aus. Klar, er ist kein 1.000 EUR-AVR, dazu fehlen im schon Decoder für Dolby Atmos und DTS:X. Aber er spielt die Rolle des erstaunlich leistungsfähigen und kompletten 5.1-AVRs sehr überzeugend. Gut gefällt uns überdies, dass sich der 483 nicht über Gebühr erwärmt. Das spricht für eine effektive Kühlung der analogen Endstufe. 

Das „Spectacle“ DSP basiert, wie bei Yamahas DSP-Modi üblich, auf einem real existierenden Kinosaal, der von Yamaha-Ingenieuren sorgfältig akustisch vermessen wurde. Die DSPs bringen daher eine ausgesprochen gute Leistungsfähigkeit mit und „verbiegen“ nicht die gesamte Klangkulisse. Hier etwas mehr Prägnanz beim Feuer aus der MP, dort etwas mehr Wucht bei einer Explosion: Der „Erlebnis-Faktor“ von „Skyfall“ wird mittels des DSP-Programms vergrößert. Und: Das DSP kann über die Yamaha-App (für Smartphone/Tablet) besonders bequem hinsichtlich der Einstellungen angepasst werden. 

Blu-ray, Celine Dion, „A New Day“, Dolby True HD, Modus „Straight“

Bei der Adaption von „The Power Of Love“ bleibt der Yamaha seiner Arbeitsweise treu. Er arbeitet Celines Stimme akkurat ein, fokussiert sie, aber lässt die Instrumente nicht zu weit im Hintergrund. Die Auflösung, wenn Celine mit voller Hingabe singt, ist enorm, und war in solch günstigen Preisklassen vor einiger Zeit nicht üblich. Das Klare, Mitreißende, Kraftvolle in der Darstellung des RX-V483 gefällt uns sehr gut. Wer nicht so viel Geld investieren möchte und auf Dolby Atmos und DTS_X verzichten kann, findet hier einen prima ausgestatteten AV-Receiver mit einem feinen, und doch nachdrücklichen Klang. 

Bei „It’s All Coming Back To Me Now“ erledigt der Yamaha den nächsten Job ebenfalls gelassen und trotzdem mit einer überraschenden Hingabe. Man merkt dies daran, wie gut das Klavier präsentiert wird. Nicht fade und synthetisch, sondern frisch, mit nachvollziehbarer Struktur und einer tadellosen Einarbeitung ins tonale Gesamtgefüge. Kleine dynamische Unterschiede wie auch deutliche Dynamiksprünge beantworten die Endstufen des 483 spontan und direkt, so fühlt sich der Zuhörer wirklich inmitten des klanglichen Geschehens. 

Und auch bei „Because You Loved Me“ enttäuscht der RX-V483 nicht. Lebendig und klar, mit einer erneut nicht zu tadelnden Fokussierung der Stimme Celines, macht er sich ans Werk. Man ist beinahe geneigt, mitzusingen – diese emotional tiefe Wiedergabe ist ein weiteres Mal Kennzeichen des Yamaha. Natürlich wollen wir nicht verschweigen, dass bei Feinauflösung im Hochtonbereich, bei der Trennung kleiner akustischer Details voneinander und auch bei der Räumlichkeit noch mehr geht. Ein heutiger AV-Receiver mit sieben Endstufen und Dolby Atmos/Dolby Surround rechnet mittels des Audio-Upscalers Dolby Surround eine True HD-Tonspur wie diese erstklassig hoch und bezieht die Height-Lautsprecher gelungen mit ein. Wer diese Technologie gewohnt ist, möchte sie oft nicht mehr missen. Daher haben teurere AV-Receiver mit Atmos/DTS:X Decodern natürlich ihren großen Reiz. Trotzdem genügt vielen Anwendern für eine gute Klangvorstellung im Wohnzimmer eine klassische 5-Kanal-Lösung,, zusätzlich mit einem Subwoofer oder mit zwei Subwoofern. Und hier schlägt zweifelsfrei die Stunde des günstigen RX-V483.

Musikwiedergabe Spotify, aufpoliert auf Mehrkanal-Wiedergabe mittels Dolby Pro Logic II Music:

Bei „Whatever It Takes“ von Imagine Dragons bietet der RX-V483 bei aktiviertem Enhancer für eine verbesserte Wiedergabe bei datenreduziertem Material eine kraftvolle, realistische Wiedergabe ohne störenden Hall und mit einer guten Präzision. Was der Yamaha kann, beweist er uns klar bei „No Limit“ von G-Easy. Der harte Hip Hop-Track wird mit präzisem Bass und einer souveränen Wiedergabe des schnellen Rhythmus wiedergegeben. Das Upscaling von 2.0 auf 5.1 erfolgt akustisch mit exakt dosierter Front-Surround-Balance und einer überzeugenden Loslösung akustischer Anteile von den Lautsprechern.

Musikwiedergabe, Stereo Hi-Res-Flac

Bei „California Dreamin“ in der Version von Diana Krall (Album „Wallflower“) in 48 kHz/24-Bit modelliert der RX-V483 auch kleine Details, wie wir es schon aus den anderen Testreihen gewohnt sind, exakt heraus und beeindruckt uns besonders durch die versierte Wiedergabe der Streicher. Klar und exakt kommen diese heraus, ohne zu spitz zu wirken. Dianas Stimme ertönt mit gutem Fundament, und präsentiert sich ausgezeichnet eingearbeitet. Wie schon zuvor bei Celine Dion im Mehrkanal-Betrieb, behandelt der 483 das Klavier sehr sorgfältig. 

Bei der legendären Arie „Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“, gesungen von Jonas Kaufmann, zeigt der RX-V483 erneut eine starke Leistung. Wie gut er Nuancen von Kaufmanns Stimme herausstellt, ist bemerkenswert, auch wie harmonisch und doch klar definiert insbesondere die Streicher auftreten, sorgt für Top-Zensuren im Yamaha-Zeugnis. Der Chorgesang überzeugt hinsichtlich Betonung und Einarbeitung. 

Video
Problemlos und ohne Qualitätsverlust leitet der RX-V483 Full HD- und Ultra HD-Blu-ray-Signale durch.
Konkurrenzvergleich

Pioneer-VSX-832-Front-Seitlich1

  • Pioneer VSX-832: Der Pioneer tritt ebenfalls mit fünf Kanälen an, verfügt aber über Decoder für Dolby Atmos und DTS:X. was bringt das bei einem 5-Kanal-AV-Receiver? Man kann eine 3.2.1-Konfiguration, also mit Height-Lautsprechern, aber ohne Surround-Boxen, verwenden. Der Pioneer klingt dynamisch und kraftvoll, er ist, typisch für Pioneer Mehrkanal-Receiver, sehr pegelfest. Er setzt wie der Yamaha auf analoge Endstufen und sieht schicker aus als der Yamaha. Der Yamaha bringt sich dafür mit seinem enorm detailreichen und homogenen Klang in Stellung, überdies gefällt uns die Fernbedienung besser. Multimedial setzt der Pioneer mit Google Chromecast, Fire Connect und DTS Play-Fi auf Flexibilität, der Yamaha mit enorm einfach zu handhabenden, sehr zuverlässigen MusicCast-Modul auf Stabilität. Mit Marktpreisen bei seriösen Anbietern um 365 EUR ist der Pioneer etwas preiswerter.

Denon-AVR-X540BT-Front-Seitlich1

  • Denon AVR-X540: Der Denon ist derzeit zu Kampfpreisen für gut 260 EUR zu haben. Dafür gibt es einen gut klingenden AV-Receiver mit analoger 5-Kanal-Endstufen und Bluetooth. Decoder für Dolby Atmos und DTS:X gibt es nicht, auch keine Netzwerk-Sektion. Der Denon reicht für Einsteiger problemlos aus, hat man gewisse Feature-Ansprüche, lohnt es sich, 100 EUR mehr in die Hand zu nehmen und direkt den Yamaha zu kaufen. 
Fazit

Yamaha-RX-V483-Front-Seitlich2

„Nur“ fünf Endstufen, aber was für welche: Mit harmonischem und detailreichen Klang begibt sich der Yamaha RX-V483 auf Kundenfang. Selten ist uns ein so preiswerter Mehrkanal-Receiver mit so gelungener, sorgfältiger akustischer Abstimmung untergekommen. Und nicht nur das: Der Yamaha RX-V483 verwöhnt uns im Zeitalter der „Bananen-Produkte“ (reift beim Kunden) mit vorbildlicher Zuverlässigkeit und hoher Betriebssicherheit. Einfach alles funktioniert problemlos, da kann man auch darüber hinwegsehen, dass vier HDMI-Eingänge die Minimalbestückung sind und es nur einen Subwoofer Pre-Out gibt.

Kleiner Klangmeister: Fein, kraftvoll und kultiviert macht sich der Yamaha RX-V483 an akustische Werk und setzt gekonnt Akzente
ueberragend
AV-Receiver bis 500 EUR
Test 15. Dezember 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. Dezember 2017




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK