XXL-TEST: Blu-ray/DVD/SACD-Receiver Arcam Solo Movie 2.1 – Hochklassiges Audio- und Video-Ass?

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Oftmals klingen Blu-ray-Receiver wenig begeisternd. Kein Wunder, sind doch oft eher einfache Bauteile im Inneren zu finden, die eine Performance garantieren, die zwar für Anwender mit normalem Anspruch vollkommen in Ordnung ist, den Hörer mit höheren Erwartungen aber nicht im Entferntesten glücklich macht. Schon seit mittlerweile einem Jahrzehnt haben die britischen Sound-Experten von Arcam die passende Antwort parat: Die Arcam Solo-Systeme garantieren – kompakt verpackt im Gewand eine BD-Receivers/All-In-One-Systems – enorme akustische Leistungsfähigkeit, die auch für Musik-Freude mit Anspruch mehr als ausreichend ist. Wir haben nun den Arcam Solo Movie 2.1 für 2.249 EUR zu Besuch im Testraum. Das scheint auf den ersten Blick viel Geld zu sein, auf der anderen Seite wird auch die feine Technik hochwertiger, ausgewachsener Stereo-Vollverstärker inklusive Ringkern-Transformator innen offeriert. An Leistung gibt es 2 x 80 Watt an 8 Ohm beziehungsweise 2 x 125 Watt an 4 Ohm (jeweils beide Kanäle ausgesteuert). Das sind äußerst üppige Leistungswerte, die mancher Stereo-Vollverstärker im 43 cm Rastermaß nicht erreicht. 

Trotz anscheinend guter Grundvoraussetzungen wird es dem Solo Movie 2.1 nicht leicht gemacht. Die Ansprüche an All-In-One-Systeme sind in den letzten Jahren immer stetig gewachsen: eine qualitativ hochwertige Wiedergabe von Musik und Film reicht längst nicht mehr aus, auch eine Netzwerk-Funktionalität mit flexibler Quellenauswahl sowie eine einfache Installation und Bedienung sind für audiophile Anwender ein wichtiges Thema. Genau das will Arcam mit den neuen Solo-Komponenten bieten. 

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Disc-Lade

Blu-ray, DVD, CD und sogar SACD gibt das ruhige Laufwerk des Arcam Solo Movie 2.1 wieder, die Einlesezeit kann mit aktuellen Blu-ray Playern der großen Brands durchaus verglichen werden. Arcam gibt an, alle „aktuellen HD-Audioformate“ dekodieren zu können. Darunter fällt dem Hersteller nach Dolby TrueHD sowie DTS-HD Master Audio, die objektbasierten Tonformate Dolby Atmos oder gar dts:X gehören dazu allerdings nicht, was jedoch nicht ins Gewicht fällt, da man bei einem 2.1 Gerät ohnehin auch hinsichtlich der angeschlossenen Lautsprecher nicht auf die Wiedergabe von dts:X oder Dolby Atmos abzielen kann, sondern nur ein Paar Stereo-Boxen, unter Umständen ergänzt von einem aktiven Subwoofer, mit dem Blu-ray-Receiver verbindet. 

Musik nimmt das Solo Movie 2.1 auch via Bluetooth von mobilen Endgeräten entgegen und unterstützt für eine qualitativ hochwertige Wiedergabe den aptX-Codec. Dabei wird ein Signaltransfer im Bereich der CD-Qualität ermöglicht. Auch via Netzwerk kann die Arcam-Komponente Musik und sogar einige Videoformate von einem DLNA-Server wiedergeben, zu denen unter anderem AAC, MP3, FLAC (Musik) und Divx (Video) zählen. 

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Bedienelemente und Power-Button rechts

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Sehr solide Verarbeitungsqualität

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Punktmatrix-Display

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Bedienelemente auf der Oberseite, kreisförmig angeordnet

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Seitliche Ansicht

Der Blu-ray AV-Receiver kommt mit einem Gewicht von 12 kg sehr massiv daher und bietet eine exzellente Haptik. Abgesehen von der Hochglanzblende, hinter der sich das Display verbirgt, der CD-Lade und den Bedienelementen sitzt das Solo Movie 2.1 komplett in einem Gehäuse aus Metall. In Anthrazit wirkt das ohnehin nicht zu groß dimensionierte Gehäuse unaufdringlich und elegant. Das Display ist in Punktmatrix ausgeführt, löst sauber auf und bietet ausreichend Platz für Informationen. Man kann es leicht dimmen oder komplett abschalten. Obenauf sind ebenfalls Bedienelemente angeordnet, mit denen z.B. auch das Menü einer Blu-ray direkt am Gerät navigiert werden kann. Praktisch: Der Power-Button trennt das Gerät komplett vom Netz, in den Standby-Modus wird das Gerät per Fernbedienung versetzt.

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Fernbedienung

Die Fernbedienung ist recht großzügig dimensioniert, kann aber noch gut mit einer Hand bedient werden und offeriert für jegliche Anforderungen die richtigen Bedientasten. Sehr gut gefällt uns auch die Beleuchtung der gesamten Fernbedienung mit Ausnahme weniger Tasten. Bilanzierend kann gesagt werden, dass diese Fernbedienung eine der besten ist, die wir überhaupt kennen, hier können sich viele Konkurrenten ein Beispiel nehmen. 

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Rückseite

Das Solo Movie 2.1 bringt eine ganze Reihe sinnvoller Anschlussmöglichkeiten mit. Für ein derart kompaktes und schlankes Gerät sind die vier HDMI-Eingänge plus ein Ausgang definitiv positiv zu bewerten. Allerdings müssen wir die Begeisterung etwas einschränken, es handelt sich nämlich nur um Anschlüsse mit dem HDMI-Standard 1.4b. Das ist allerdings nicht wirklich schlimm, da das eingebaute Laufwerk zwar unter anderem Blu-ray und SACD unterstützt, nicht aber Ultra HD-Blu-rays. 

Weitere Anschlussmöglichkeiten umfassen digitale koaxiale und optische Eingänge, ein Phono-Eingang, Ethernet- und USB-Slot. Außerdem verfügt das Gerät über einen Subwoofer Pre-Out. Zwei WLAN-Antennen, die im Lieferumfang enthalten sind, können befestigt werden, außerdem die Antenne für FM und DAB/DAB+. An der Geräte-Vorderseite kann per 3,5mm Klinke ein Kopfhörer angeschlossen werden.

Die Lautsprecheranschlüsse wirken sehr hochwertig und nehmen sowohl Bananenstecker als auch Kabel mit etwas größerem Querschnitt problemlos auf. Es handelt sich um Schraubverschlüsse mit vergoldetem Mantel.

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Home-Menü Solo movie 2.1

Der Arcam Blu-ray-AV-Receiver bringt keinen Einrichtungs-Assistenten mit. Die Installation erfolgt für erfahrene Anwender völlig problemlos und auch Laien sollten relativ flott in den Genuß eines funktionierenden Setups kommen. Viele „ausgewachsene“ AV-Receiver bieten hier natürlich vom Verkabeln der Lautsprecher bis hin zur Verbindung mit verschiedenen Zuspielern eine beinahe kindgerechte Schritt-für-Schritt-Anleitung. Dennoch können wir vom Handling mit dem Solo Movie 2.1 bereits viel positives berichten. Die Navigation durch das Menü und die Festlegung verschiedener Einstellung erfolgt stets flink und nahtlos. Kein einziges Mal hat sich das Arcam-Gerät auch nur eine kurze Bedenkpause gegönnt. Die Lautsprechereinstellungen sind mit Größe, Abstand und Pegel in Ordnung, die Abstandseinstellung mit Schritten von 5 cm könnte noch etwas präziser ausfallen.

Menü-Screenshots

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Quellenwahl

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Display-Einstellungen

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Auflösung festlegen, auch 4K ist möglich

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Einstellungen „Audio“, hier DRC für einen authentischen Genuss bei mäßigem Pegel

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Ist ein Subwoofer vorhanden?

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Einige Parameter wurden nicht ins Deutsche übersetzt – hier die Lautsprechereinstellungen

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Abstandseinstellung in 5cm-Schritten

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Sprache für OSD und Disc-Wiedergabe festlegen

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Netzwerkeinstellungen inklusive Verbindungsassistent (Wizard)

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Unter System finden sich weitere Einstellungen sowie die Möglichkeit, ein Firmware-Update über das Netzwerk durchzuführen

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Die Firmware ist auf aktuellem Stand

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DLNA-Serverübersicht unter „My Media“

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Hier bei der Wiedergabe von Video-Dateien

App Control

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Mögliche Musik-Quellen, die das solo Movie 2.1 nutzen kann

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Übliches DLNA-Layout

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Musikdateien auf einem unserer DLNA-Server

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Die Lieder können zu einer Playliste hinzugefügt werden

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Die Playlist kann auch gespeichert und benannt werden

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Wir wählen das Arcam Solo Movie als Wiedergabegerät aus

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Wiedergabe eines MP3-Titels

Das Arcam Solo Movie 2.1 System kann auch per App gesteuert werden. Arcam bietet hier sowohl die Navigation und Wiedergabe von Mediendateien via DLNA als auch die Steuerung des Gerätes, ähnlich einer Fernbedienung, an. Die „MusicLife“ App durchsucht beim Öffnen sofort das Netzwerk und zeigt in einer Übersicht die vorhandenen Server im Netzwerk, die als Quelle dienen können, an. Dort kann man dann im üblichen DLNA UPnP-Layout zu den gewünschten Dateien manövrieren und diese über den Blu-ray AV-Receiver wiedergeben. Unter dem Punkt „Audio Output“ muss dann natürlich das Arcam Solo Movie 2.1 ausgewählt werden.

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Steuerung des Solo Movie

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Quellenwahl

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„Remote“-Funktion

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Wiedergabe-Informationen und weitere Steuerungselemente

 Mit „Arcam Control“ lässt sich das Solo Movie dann auch direkt per Smartphone oder Tablet steuern. Natürlich ist die Einbindung beider Geräte ins Heimnetzwerk Voraussetzung. Die App durchsucht das Netzwerk auch gleich nach dem Öffnen und man kann den Blu-ray AV-Receiver zur Steuerung auswählen. Quellenwahl, Lautstärkeregelung, Mute und Subwoofer-Level findet man sofort auf der Startseite, aber auch das Einstellungs-Menü oder die Wiedergabe einer Blu-ray kann mit dem simulierten Steuerkreuz und direkten Zugriffstasten erreicht und gesteuert werden. Wiedergabetasten für Mediendateien sowie ein Fenster für Statusinformationen ist das im rechten Punkt der unteren Leiste untergebracht.

Das Arcam Solo Movie 2.1 macht besonders bezüglich Verarbeitung, Haptik und Bedienung einen ausgezeichneten ersten Eindruck. Multimedial überzeugt die DLNA-Wiedergabe und die Integration von Bluetooth und aptX. Fehlen werden dem diesbezüglich anspruchsvollen Anwender möglicherweise Dinge wie Internetradio oder die Möglichkeit der Nutzung von Streaming-Diensten. Arcam legt den Wert hier aber nicht unbedingt auf die größte Vielfalt, sondern auf eine hohe Leistungsfähigkeit und exzellente Performanz im akustischen und visuellen Bereich. Ob dies auch in der Praxis zutrifft, untersuchen wir jetzt. 

Klang

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Canton Reference 5 K

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KEF R 300

Wir haben es dem Arcam Solo Movie 2.1 nicht leicht gemacht und die pro Stück 3.500 EUR kostenden Canton Reference 5 K angeschlossen. Die formschönen, edlen Highend-Lautsprecher fordern den Solo Movie richtig. Alternativ haben wir auch noch kurz die KEF R300 Regallautsprecher (ca. 1.300 EUR Paarpreis) angeschlossen, um eine Alternative „aus gleichem Hause“ anzubieten. KEF und Arcam werden von GP Acoustics vertrieben. Eines vorweggenommen – auch die R 300 kommt gut mit dem Arcam Blu-ray-Receiver klar und erfreut mit frischem und dynamischem Klangbild sowie einer ordentlich gestaffelten Räumlichkeit. Genauso klar müssen wir aber sagen, dass im Solo Movie 2.1 noch deutlich mehr akustische Performance steckt. Um diese zu 100 Prozent ausloten zu können, haben wir für den eigentlichen Test-Betrieb die Reference 5 K eingesetzt. 

High Resolution Audio-Wiedergabe (Flac)

Da Arcam den Solo Movie 2.1 auch als Medienzentrale versteht, haben wir völlig verschiedene Quellen hinsichtlich der Klangqualität überprüft und beginnen mit HiRes-Audio-Dateien im Flac-Format, die wir via DLNA von unserem NAS-System zuspielen. Erwähnenswert ist, dass wir den Solo Movie 2.1 sowohl kabelgebunden als auch wireless getestet haben. Die Wireless-Verbindung erwies sich ebenfalls als stabil, das Streaming eines DivX-Videos (720p) und von HiRes Audio-Dateien funktionierte problemlos. 

Nun starten wir mit Smoking Gun von „Blues Company“ durch (Flac 96 kHz/24-Bit) und sind erstaunt: So satte und klare Töne entlockt der Arcam Solo Movie 2.1 den großen Canton Reference Standlautsprechern! Kraftvoll das Bassfundament, das sich auch im Hörräum mit gut 25 Quadratmetern noch tadellos verteilt. Der angenehme Klang ist hervorzuheben – die Harmonie mit den edlen Reference 5 K Schallwandlern ist viel größer, als wir zu hoffen wagten. Die vokalen Anteile trennen sich ausgezeichnet vom instrumentalen Rest, und das Schlagzeug wird sehr differenziert, aber gleichzeitig mit Nachdruck präsentiert. Der Rhythmus wird impulstreu in den Hörraum getragen, so dass man ohne Übertreibung sagen kann: Der Solo Movie 2.1 bietet die gleiche kompromisslos gute Stereo-Qualität, so zumindest bei diesem Beispiel, wie ein kleinerer Arcam Stereo-Vollverstärker, die ja nachweislich zum Besten gehören, was der Markt zu bieten hat. 

Weiter geht es mit „Dronning Fjellrose“ (Flac 192 kHz/24-Bit) der Akustik-Jazzer des Hoff Ensemble. Was der Arcam BD-Receiver hier leistet, ist nicht mit dem zu vergleichen, was selbst gute BD-Receiver der 1.000 EUR-Liga an Klangqualität produzieren. Viel mehr Detailfreude, eine viel bessere Herausarbeitung der weiblichen Gesangsstimme, feine Präsentation des Pianos inklusive Anschlagdynamik: Arcams akustisches Ass zeigt hier die Zähne. Impulstreu werden auch kleine musikalische Einzelheiten eingearbeitet, der Bass besitzt ein exaktes Timing, genau die richtige Fülle und glänzt mit vielschichtigem Aufbau. Das melancholische Wesen des schönen Stücks kommt auf jeden Fall überragend zur Geltung.

In Flac 48 kHz/24-Bit erklingt nun „I Can’t Tell You Why“ in der Adaption von Diana Kralls „Wallflower“Album. Und ohne Übertreibung müssen wir festhalten: So gut haben wir diesen Track bislang nur selten gehört. Dass ausgerechnet ein Blu-ray-Receiver so geschliffen, lebendig, nachdrücklich und räumlich dicht klingt, war nicht zu erwarten. Klar wussten wir, was Arcam an hochwertiger Technik eingebaut hat, aber so viel Power, Emotion, atmosphärische Dichte sind schon enorm. Vor allem der Bassbereich spricht für sich. Wucht, Impulstreue, räumliche Tiefe – spielerisch lehrt der Solo Movie 2.1 vielen 1.000 EUR Stereo-Verstärkern das Fürchten. Dianas Stimme wird auch erstklassig wiedergegeben, das rauchige Element in ihrer vokalen Präsenz kommt zu jedem Zeitpunkt tadellos heraus. 

„Nessun Dorma“ (Flac 96/24) aus Puccinis Oper „Turandot“ wird, wie wir es bereits erwartet haben, ebenfalls mit einer tollen vokalen Darstellung zu einem echten Hörerlebnis. Der Chor im Hintergrund und die Instrumente kommen ebenfalls sehr gelungen heraus. Die schon mehrfach erwähnte, akkurat dosierte und kultivierte Räumlichkeit zeichnet den BD-Receiver aus England auch dieses Mal wieder aus. Die Streicher klingen klar, gleichzeitig aber angenehm. Wie wir es auch von Arcam AV-Receivern wie dem AVR 550 her kennen, ist die tonale Abstimmung überaus gelungen. Kaum ein Konkurrent kann den Ingenieuren von Arcam hier das Wasser reichen. Wie kraftvoll und energiegeladen der orchestrale Gesamteinsatz vonstatten geht, ist über alle Maßen zu loben. 

Bluetooth-Streaming von Spotify

Weiter geht es mit der Bluetooth-Zuspielung von Musikdateien. Wer sich beklagt, dass der Arcam Solo Movie 2.1 nicht über Spotify Connect verfügt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass man Spotify-Musik komfortabel per Bluetooth zum Solo Movie streamen kann. Wir wechseln nun gänzlich das Genre, und es geht mit „Poison 2k11 – THK Radio Edit“ von General Base los. Hart, vehement, nach vorn drückend – der Bassbereich ist exzellent. Leistung satt ist vorhanden, und die Pegelfestigkeit ist praktisch über jeden Zweifel erhaben. So scheint klar zu sein: Der Solo Movie 2.1 ist zwar eine relativ kostspielige Angelegenheit, aber so eine klanglich überragende Leistung gibt es eben nicht zum Schnäppchenpreis.

Die elektronischen Effekte werden bis weit in den Hörraum transportiert, das Gefühl dichter Räumlichkeit ist hier auch vorhanden. „The Sun Alwys Shine On TV“ im Mix von Mario Lopez zeigt die identischen akustischen Merkmale. Der Bass dringt bis in die Magengrube des Zuhörers vor, verlässt aber nie den „Pfad der Tugend“: Stets ist eine hoch liegende Präzision garantiert. Die vokalen Anteile lösen sich sehr gut vom Lautsprecher und verteilen sich frei im Hörraum. Sehr gut bei allen Anwendungen gefällt uns im Übrigen das zweizeilige Punktmatrix-Display, das alle relevanten Informationen, natürlich in Abhängigkeit von der gerade laufenden Quelle, zuverlässig und tadellos ablesbar anzeigt.

Wir schließen mit dem Dance 2 Trance Klassiker „The Power Of American Natives“ – und der Solo Movie 2.1 Receiver präsentiert sich wieder als „Clubmaster“: Wer diesem großen Talent keine besonders hochwertigen Boxen zur Seite stellt, ist seiner nicht würdig. Denn nur dann können die verbauten Hochleistungsendstufen ihr Potential dauerhaft aufblitzen. Und es spielt keine Rolle, welches Material eingespeist wird, der Solo Movie 2.1 begeistert immer durch Dynamik, Nachdruck und exakte Staffelung. Interessant übrigens: Im Spotify Bluetooth-Betrieb zeigt der Solo Movie im OSD das Format (in unserem Falle AAC) und die Übertragungsrate sowie den Titel an – äußerst hilfreich und praktisch.

SACD-Betrieb

Nun folgt die SACD-Wiedergabe, und wir setzen hier auf die SACD „Leben“ von Schiller. Der Track „Liebe“ wird mit hoher Emotionalität wiedergegeben. Die weibliche Stimme löst sich hervorragend von den Lautsprechern, der Bass begeistert durch Tiefgang und enorme Lebendigkeit, auch bei Pegeln über „70“ laut Anzeige. So souverän, so komplett – auch bei diesem Beispiel sind wir enorm angetan von den Fähigkeiten des All-In-One-Devices. „Leben – I Feel You“ setzt diese erfolgreiche akustische Linie des Solo Movie 2.1 nahtlos fort.

Eine unglaublich dichte Hör-Atmosphäre voller Energie, anders kann man das Gehörte kaum in Worte fassen. Klar – bei teuren reinrassigen Stereo-Verstärkern geht sicher noch mehr, gerade bei Arcam weiß man das auch. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass es hier um einen BD-Receiver geht, sind die Ergebnisse schon als exorbitant gut zu bezeichnen.

Parallel stattfindende akustische Ereignisse werden überdies mit ausgeprägtem Differenzierungsvermögen wiedergegeben – dieser Sinn auch für Kleinigkeiten bleibt fast ohne Kompromisse auch bei hohem Pegel erhalten, ebenso die nie schrille, sondern harmonisch-natürliche Tonalität – das richtige Gerät für den „Genusshörer“. 

DAB-Tuner

Nun checken wir den DAB-Tuner und lauschen „Song For Sophie“ von Aura Dione. „Absolut relax“ heißt der Sender, und die entspannte, souveräne Wiedergabe des Solo Movie 2.1 lädt wirklich zum Entspannen ein. Schon bei Zimmerlautstärke wird ein ausdrucksstarker Bassbereich generiert, so dass man nicht erst, wie zuvor, enorm Gas geben muss, um die akustischen Vorzüge des Arcam BD-Receivers auskosten zu können.

Die saubere Einarbeitung der Stimme und die impulstreue Wiedergabe des Rhythmus sind des Weiteren positiv zu bewerten. Auch der Klassiker „Love Is A Shield“ von Camouflage wirkt akustisch sehr ausgewogen und verteilt sich räumlich umfassend rund um den Zuhörer. Praktisch sind die Informationen zu Sender und gerade laufendem Titel, die links unten im OSD zu finden sind. 

Filmton-Wiedergabe von Blu-ray

Bleibt die Güte der Klangqualität bei der Filmtonwiedergabe. „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ soll nun Auskunft darüber geben. Der satte, massive Bass, was Kylo Ren Poe verhört, verteilt sich mit unnachgiebiger Härte im ganzen Hörraum. Die Stimme des erbarmungslosen Kylo Ren und die Stimme des von Schmerzen geplagten Poe werden mit guter Akzentuierung herausgestellt. Auch beim Filmton beweist der Solo Movie wieder, wie gut er auch parallel stattfindende Klang-Ereignisse präsentiert. Der Ausbruch von FN-2187/Finn und von Poe gerät auch zu einem hervorragenden akustischen Erlebnis.

Die Geräuschkulisse im großen Hangar ist vielschichtig und räumlich dicht. Als Finn seinen Helm im Innenraum des Tie-Fighters abnimmt, werden auch solche kleinen Effekte ohne Abstriche eingearbeitet. Das nun folgende Weltraum-Gefecht und die herumfliegenden Trümmerteile im Hangar, aber auch die charakteristischen, von Star Wars Fans geliebten Fluggeräusche der Tie-Fighter sind Beleg für das enorme klangliche Können des Solo Movie, der auch bei der Filmtonwiedergabe seine zuvor zur Genüge gezeigten Qualitäten hervor holt. Somit ist der BD-Receiver nicht nur für Musik-Liebhaber, sondern auch für Film-Freunde, die kein komplettes Mehrkanal-Lautsprechersetup aufstellen wollen, eine sehr gute Wahl. 

Bild

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Panasonic TX-65CZW954

Bei „Star Wars Episode 7 – Das Erwachen der Macht“ überprüfen wir, wie gut der Solo Movie 2.1 von Full-HD auf 3.840 x 2.160 Pixel skalieren kann. Und das Bild weiß von Anfang an zu überzeugen:  Schärfe und Sauberkeit sind schon zu Beginn sehr gut, als die gelbe Star Wars-Laufschrift über die Bildfläche gleitet. Das Gelb wirkt minimal zu kalt, und in den hinteren Bildebenen nimmt die Bildschärfe etwas ab, das war es auch an Kritik. Sehr gut gefällt uns, wie viele Sterne im Universum zu sehen sind.

Das Schwarz wirkt klar und satt – und wir können dies wahrhaftig gut beurteilen, dient doch der Panasonic OLED-TV CZW954 als unsere absolute Bild-Referenz als Wiedergabegerät. Beim Gespräch  zwischen Poe Dameron und Lor San Tekka in der Hütte, in fast völliger Dunkelheit, bietet der Solo Movie 2.1 einen guten Detailkontrast und holt auch in diesen dunklen Sequenzen noch einiges an Details heraus. Nun kommen die Truppen der Ersten Ordnung auf dem Wüstenplaneten Jakku an und vernichten das ganze Dorf, die Bewohner werden getötet. Dieses Grauen setzt der Solo Movie 2.1 visuell beeindruckend um und beweist, dass das „Movie“ im Produktnamen auch aus visueller Sicht zu Recht getragen wird.

Der sandige Untergrund, als Poe vor den Truppen der Ersten Ordnung flüchtet, oder auch die Oberfläche seiner Lederjacke werden tadellos herausgearbeitet. Zu loben sind auch, dass es kaum zur Artefaktebildung kommt, und das Scaling-Rauschen fällt zwar bei sehr genauem Hinsehen sichtbar, aber insgesamt erfreulich gering aus. Auch Tageslichtaufnahmen zeigen, dass der Solo Movie alles im Griff hat – Rey beim Schrottsammeln wird sehr gut dargestellt, ihre Gesichtszüge, der Glanz in ihren Augen, ihr leicht verzweifelter Blick, als sie den Gegenwert ihrer täglichen Teile-Sammlung entgegen nimmt, ihre Hautoberfläche – all dies wird natürlich und detailreich herausgearbeitet.

Früher, wir erinnern uns, war eine hochwertige Videoverarbeitung nicht unbedingt eine Arcam-Stärke. Offensichtlich hat man hier einiges geändert, um nun mit hochwertigem Video-Processing auch hier nachzulegen. Die Gebrauchsspuren an BB-8 bringt der Arcam BD-Receiver gut zur Geltung, ebenso das Wüsten-Panorama der trostlosen Landschaft.

Fazit

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Kompliment an Arcam – der Solo Movie 2.1 ist zwar ein Nischen-Produkt, weil viele in Anbetracht des recht hoch anmutenden Kaufpreises zurückschrecken dürften und viele Anwender eher eine Soundbar oder ein Sounddeck suchen, aber eigentlich hätte dieser rundherum brillante 2.1 Blu-ray/SACD-Receiver alle Aufmerksamkeit verdient. Er sieht dank hervorragendem Finish schon edel und hochwertig aus, all dies tritt aber in den Hintergrund, wenn sich der Solo Movie 2.1 akustisch betätigt: Enorme Dynamik, Pegelfestigkeit, akustische Frische bei gleichzeitig angenehmer, harmonischer Tonalität, überragendes Auflösungsvermögen, bei Musik und Filmton exzellent – der Solo Movie 2.1 setzt Maßstäbe und lehrt der Konkurrenz das Fürchten.

Und jetzt kommt das Überraschende: Selbst visuell holt der Arcam enorm viel aus einer Blu-ray heraus, die auf 4K hochskaliert wird. Natürliche Bildschärfe, hohe Detailtreue, stabiler Bildstand, geringes Scalingrauschen – das enorme Niveau des Solo Movie 2.1 wird auch beim Video-Processing praktisch kompromisslos gehalten. Und auch in Disziplinen, die von vielen nicht so ganz ernst genommen werden, holt der Solo Movie zum großen Schlag aus. Etwas Besseres als die Arcam-Fernbedienung ist derzeit kaum zu finden. Hochwertig, übersichtlich und komplett beleuchtet, lässt sie kaum noch Spielraum für Verbesserungen. Die Flexibilität des Solo Movie brilliert ebenfalls: Blu-ray, DVD, SACD, DAB, Bluetooth, DLNA-Zuspielung, HiRes-Kompatibilität – eine echte Entertainment-Zentrale.

Wer sich beschwert, dass Spotify Connect und Internet Radio nicht an Bord sind: Wer braucht das, wenn man schlichtweg mit dem Smartphone per Bluetooth-Verbindung zuspielt? Das gute OSD, die ordentliche App, das insgesamt sehr einfache Handling sowie das äußerst zügige Ansprechen auf Bedien-Befehle zeigen: Der Arcam BD-Receiver ist nicht ein Audio-Ass mit einem ansonsten nicht durchdachten Gesamt-Konzept, sondern operiert in jeder wichtigen Disziplin auf einem äußerst hohen Niveau. Der Kaufpreis mutet somit nur auf den ersten Blick hoch an, betrachtet man den Gegenwert, erhält man doch einen erstklassigen Stereoverstärker und einen visuell hervorragenden Blu-ray-Player sowie eine Entertainment-Zentrale fürs Wohnzimmer, die mit hochwertigen Bauteilen bestückt ist.

Klar finden sich auch Nachteile: So würde sich ein Ultra HD Blu-ray-Laufwerk noch besser machen, aber hier ist Arcam schlichtweg zu klein, um ein solches derzeit zu integrieren. Auch fehlt ein Lautsprecher-Einmesssystem  mit Room EQ. Hier würde sich vielleicht anbietenn ähnlich wie beim Arcam Stereo-AV-Receiver SR 250 noch Dirac zukünftig zu integrieren. Das ändert aber bilanzierend nichts daran, dass der Solo Movie 2.1 ein rundherum exzellentes Device der Luxus-Klasse ist. 

Gesamtkunstwerk von der Insel: es dürfte schwer sein, einen besseren Blu-ray-Receiver als den Arcam Solo Movie 2.1 auf dem Markt zu finden
referenz
Gesamt-Referenz 2.1-BD-Receiver
Test 19. Dezember 2016

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 19. Dezember 2016




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