XXL-TEST: beyerdynamic Tesla-Highend-Kopfhörer T 1 Black Special Edition - akustische Perfektion in der Luxusklasse?

Für aktuell 759 EUR ist der beyerdynamic T 1 der zweiten Generation in der "Black Special Edition" erhältlich. Noch mindestens bis Weihnachten gilt der niedrigere Preis, daher lohnt es sich gerade jetzt, die zweite Generation des T 1 in der besonders attraktiven schwarzen Variante einem ausführlichen Test zu unterziehen. Wer im Übrigen den T 1 in klassischer silberner Version bevorzugt, ist ebenfalls mit 759 EUR dabei

Verpackung

Der High-End-Over-Ear-Kopfhörer ist Hi-Res-Audio-zertifiziert, hat fünf Jahre Herstellergarantie und arbeitet halboffen. Er verfügt über beyerdynamics selbst entwickelte Tesla-Wandler und hat eine Impedanz für 600 Ohm. Damit ist der 3600 Gramm wiegende T 1 der ideale HiFi-Kopfhörer für den anspruchsvollen Einsatz zuhause. Der edle Kopfhörer wird in Deutschland von Hand gefertigt, und zwar mit größter Sorgfalt: Erst kürzlich konnten wir uns bei einem Werksbesuch davon überzeugen. 

Packungsinhalt

Beidseitiges Anschlusskabel

6,25 mm Adapter im Lieferumfang

Kabel von erstklassiger Güte

Kabel am T 1 befestigt

Das beidseitig geführte Anschlusskabel ist von exzellenter Qualität, ein hochwertiger Stoffmantel garantiert hohe Haltbarkeit. Am Kabel hängt ein 3,5 mm Miniklinken-Stecker, ein 6,25 mm Adapter, natürlich ebenfalls vergoldet, liegt bei. Ebenso gibt es ein hochwertiges Case.

Aufbewahrungsbox und Zertifikat

Zertifikat

beyerdynamic-Logo im Case

"Made in Germany"

Sehr bequem gepolsterter Kopfbügel

beyerdynamic-Schriftzug

Sehr hochwertige Verarbeitungs- und Materialqualität überall

Seriennummer

Geringe, gleichbleibende Spaltmaße

Der T 1 ist präzise auf die Kopfgröße des Trägers einstellbar und hat sehr angenehme Ohrpolster aus Velours. Außen an den Ohrmuscheln finden sich hochwertig gestaltete Einlagen, Metallbügel verbinden das Kopfband mit den beiden Ohrmuscheln. 

Ohrmuscheln außen

Dezentrale Schallwandler

Schon eingangs haben wir auf die Tesla-Wandler hingewiesen. Schallwandler mit einer Antriebsleistung von mehr als einem Tesla (exakt 1,2 Tesla) punkten mit enormem Wirkungsgrad. In Verbindung mit der 600 Ohm-Schwingspule wird eine erstklassige Impulstreue erzielt - das belegen auch die Testreihen später. Dabei ist der Aufbau eines Tesla-Schallwandlers unkompliziert, da nur verhältnismäßig wenige Bauteile zusammengefügt werden müssen. Als Membranmaterial setzt das Heilbronner Traditionsunternehmen auf eine mehrlagige Sandwich-Konstruktion.

Laut Hersteller sind ein enormer Tiefgang im Bassbereich auf der einen Seite sowie besonders brillante Höhen auf der anderen Seite die akustischen Vorzüge. Vorzug der Tesla-Technologie ist auch die maximale Fokussierung des Magnefeldes im Luftspalt. Das besonders kraftvolle Tesla-Magnetfeld ist im Inneren des Schallwandlers fokussiert, und das äußere Streufeld ist äußerst gering, so werden Verluste minimiert. Die Schwingspule des Tesla-Schallwandlers ist durch ein hochwertiges Vollmetallgehäuse gegenüber elektromagnetischen Feldern abgeschirmt. Die Tesla-Wandler sind nach vorn angewinkelt montiert und dezentral angeordnet. 102 dB Kennschalldruckpegel sind möglich. Frequenzen von 5 Hz bis 50 kHz werden wiedergegeben. Da der T 1 ein halboffener Kopfhörer ist, werden Umgebungsgeräusche in geringem Umfang vom Hörenden wahrgenommen. 

Klang, Hi-Res Audio, Flac

Diana Kralls Adaption von "I'm Not In Love" (48 kHz/24-Bit) bringt der T 1 mit einer ungemein direkten, zugleich feinen Präsentation auf ein Niveau, das man nur selten von einem Kopfhörer geboten bekommt. Die Anschlagdynamik beim Piano kommt ebenso überzeugend zur Geltung wie die charakteristische, rauchige Stimme von Diana. Kleine Zwischentöne aus hinteren akustischen Ebenen bereiten dem beyerdynamic-Kopfhörer ebenso wenig Probleme wie andere Details wie z.B. das Abklingen von Instrumenten. Er beeindruckt durch einen souveränen, kompletten Klang, der überdies mit einer hohen räumlichen Dichte glänzt. Dabei wirkt die Räumlichkeit für den Hörenden nie drückend, sondern entfaltet sich auf angenehme Art und Weise. 

Bei "Feels Like Home" (Diana Krall, Wallflower, 48 kHz/24-Bit) erbringt der T 1 eine nicht ganz makellose Leistung - hier ist bei höherer Lautstärke die Trennung zwischen dem Klavier und Dianas Stimme nicht mehr in vollem Umfang gegeben. Hört man leiser, ist das Problem umgehend verschwunden und der T 1 beeindruckt wie sonst mit einer klaren,, fein gestaffelten Wiedergabe. Interessanterweise war diese kleine Schwächen nur bei diesem einen Stück wahrzunehmen, Bei allen anderen Test-Beispielen verhielt sich der T 1 auch bei Pegeln, die man den Ohren im eigenen Interesse auf Dauer nicht zumuten möchte, äußerst gelassen. 

Hervorragend, so haben wir dieses Stück selten gehört: Till Brönners "The Good Life" (96 kHz/24-Bit) kommt mit einer überragenden atmosphärischen Dichte heraus. Die Nuancen der Trompete trennen sich mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks vom Piano und dem Bass.  Brönners virtuoser Umgang mit dem Instrument wird klar fokussiert, trotzdem sind alle Konturen auch bei Bass und Klavier noch zu vernehmen. Zudem schafft es der T 1, ein homogenes Ganzes zu formen, obwohl er parallel, wie schon erwähnt, auch auf kleine Details in besonderem Maße achtet. Auch, wenn rund 1.000 EUR für einen Kopfhörer zweifelsohne viel Geld sind: Der T 1 verdeutlicht, dass er seinen Kaufpreis auch Wert ist, und nicht nur das: Er animiert durch seine direkte, mitreißende Art, einfach immer weiter zu hören, weil man schon gespannt ist, welche bislang noch unbekannten Nuancen der Heilbronner Kopfhörer denn aus dem nächsten Stück wohl holen wird. 

Mark Knopflers "Basil" (192 kHz/24-Bit) überzeugt uns ebenfalls, wenn der beyerdynamic T 1 die Wiedergabe übernimmt: Der melancholische Track kommt genau mit dem präzise dosierten Maß an Gefühl zum Zuhörer, um sich mitten in die Musik hineinversetzen zu können. Der T 1 spielt authentisch, frisch - aber ohne dabei zu anstrengend zu werden. Diese Mischung aus akustischem Realismus und einer extrem ausgeprägten Impulstreue auch bei kleinsten, kurzen Impulsen mit einer ungemein angenehmen Weise, zu hören: Das macht den Charakter dieses Highend-Kopfhörers aus. Marks Stimme bewegt sich facettenreich in einem präzise definierten Raum, das Anzupfen der Saiten der Gitarre beweist mit vorbildlicher Qualität die zuvor schon angesprochene Impulstreue.

Nun kommt italienisches Flair ins Spiel: "Diamante" (Flac, 96 kHz/24-Bit) von Sandra und Tony Alessi soll angemessen dargestellt werden. Und dieses Stück hat es in sich, wie wir von mittlerweile beinahe unzähligen Beispielen wissen. Gerade wenn sich Tony Alessi richtig ins Zeug legt, werden zahlreiche Kopfhörer leicht schrill und metallisch - kurzum, schwierig zu handhaben. Der T 1 hingegen behält auch hier seine Souveränität. Mit der gewohnten Impulstreue zeichnet der die vokalen Details nach, bringt gelassen auch die deutlichen Dynamiksprünge innerhalb der Stimmpräsenz zur Geltung und sorgt für ungefilterten, direkten Hörspaß - durch die hohe Gesamtharmonie eignet sich der T 1 sehr gut auch für mehrstündige Sessions.

Klassisches liegt dem T 1 ebenfalls. Die legendäre Arie "Nessun  Dorma (96 kHz/24-Bit) entfaltet eine ungeheuer tiefe Wirkung, was zu einem beträchtlichen Teil an der exzellenten Stimmwiedergabe des T 1 liegt. Aber auch die akkurat gezeichneten instrumentalen Strukturen sorgen für Begeisterung: Die Streicher und die Harfe  begeistern durch die sensible, feindynamisch erstklassige Darstellung ebenso wie der Chor. Alle akustischen Elemente bringt der T 1 exakt auf den Punkt, gegen Ende der Arie, als alles musikalisch gewaltiger, imposanter wird, bringt der Kopfhörer diese dynamische Steigerung überragend zum Ausdruck.

Klang CD-Qualität, TIDAL

Phil Collins 80er Jahre Klassiker "I Wish It Would Rain Down" ertönt lebendig und frisch. Ausgewogen über den gesamten Frequenzbereich, mit einer als authentisch empfundenen Räumlichkeit, schafft sich der T 1 viele Freunde. Phils Stimme ist klar auf einer angemessen breiten virtuellen Bühne definiert. Nichts wirkt übertrieben, der beyerdynamic agiert absolut homogen - was aber keinesfalls mit "langweilig" gleichzusetzen ist:  Man lernt vielmehr Details kennen, die man bislang noch nicht gehört hat, und entdeckt daher den Song in Teilen "neu".

Auch aus den 80er Jahren stammt Gary Moores "Friday On My Mind" - die Härte und die Gschwindigkeit des Songs geht der T 1 problemlos mit. Er macht es beinahe vergessen, dass das Quellmaterial höchstens als befriedigend einzustufen ist. Gut, die Stimme klingt bei höherem Pegel etwas zu schrill, aber dieser Effekt ist weitaus weniger ausgeprägt als bei vielen Konkurrenten.  Was der T 1 mit Bravour schafft: Einen überraschend großen Dynamikumfang darzustellen. So wirkt das akustische Ergebnis trotz der Schwächen im Quellmaterial mitreißend und intensiv. 

Nun ziehen wir ein Jahrzehnt weiter, in die 90er, und starten hier mit dem 90er Jahre-Hit "Get Up" von Technotronic durch. Klar, kraftvoll, und mit einem gesunden Maß an präziser Härte, bringt der T 1 bei der Kickbass-Wiedergabe viele Argumente auch für den Dance-Liebhaber mit. Die im Frequenzspektrum unterhalb des Kickbasses liegenden Bassanteile holt der T 1 in beeindruckender Manier heraus - Tiefgang gehört auch zu seinen Stärken. Dass die Stimme in einer hervorragenden Auflösung ertönt, bringt weitere Punkte aufs beyerdynamic-Konto.

Nun muss sich der T 1 nochmals richtig beweisen, denn beim "Steve Aoki Midnight Hour Remix" des Michael Jackson-Superhits "Thriller" ist ein weiteres Mal eine harte, klar definierte Basswiedergabe gefragt. Erst bei Pegeln, die schnell ungesund fürs Gehör werden, beginnt der beyerdynamic-Kopfhörer deutlich zu verzerren. Bei normalen bis höheren Pegeln bleibt der T 1 stets kontrolliert und schafft eine impulstreue Wiedergabe aller akustischen Elemente. Der Kickbass trifft genau den richtigen Punkt, trotz des harten Basseinsatzes werden vokale Anteile nicht in den Hintergrund gedrängt.

Fazit

Der in Deutschland gefertigte beyerdynamic T 1 ist ein exzellent verarbeiteter HiFi-Kopfhörer, der zudem durch den hohen Tragekomfort und die erstklassige Materialqualität glänzt. Das Kopfband ist äußerst bequem, zudem lässt sich der T 1 präzise auf den Kopf des Trägers anpassen. Die atmungsaktiven Velours-Ohrpolster haben uns auch bei mehrstündigen Hörsessions überzeugt. Mit seinen hochwertigen Tesla-Treibern mit hohem Wirkungsgrad und dem erstklassigen Auflösungsvermögen bringt sich der T 1 in seiner zweiten Auflage auch akustisch in eine verheißungsvolle Position. Er begeistert bei praktisch jedem musikalischen Material durch das Vermitteln eines mitreißenden, emotional tiefgehenden Hörerlebnisses, das auch sehr anspruchsvolle Anwender überzeugen dürfte. Mit knapp 1.000 EUR ist der T 1 nicht zu teuer bezahlt. 

Feinste Materialqualität, hochwertige Verarbeitung, grandioser Klang: Der beyerdynamic T 1 ist perfekt für akustische Gourmets

Kopfhörer Luxusklasse
Test 07. Dezember 2018

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 07. Dezember 2018

 

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