XXL-TEST: Arcam Solo Bar/Solo Sub in 2.1-Konfiguration – Edle Systemlösung für 1.500 EUR

Arcam Solo Bar Set Gruppenbild1

Arcam, bekannt für edles HiFi und erstklassige AV-Receiver und AV-Vorstufen,  möchte sich nun auch auf dem Markt für hochwertige Soundbars betätigen und in direkte Konkurrenz zu Firmen wie Bose, Harman Kardon, Yamaha oder Teufel treten. Zu diesem Zweck ist die Arcam Solo Bar einzeln für 1.000 EUR erhältlich. Man bekommt dafür eine Soundbar mit sechs Treibereinheiten und 100 Watt Gesamtleistung, vier HDMI-Eingängen sowie einem HDMI-Ausgang, automatischem Einmesssystem und Decodern für DTS-HD und Dolby TrueHD plus Bluetooth mit aptX. 6,4 kg wiegt die Soundbar, ist 1.000 mm breit, 130 mm hoch und 110 mm tief. Eine Wandhalterung wird mitgeliefert. Für 1.500 EUR ist die Solo Bar auch im Paket mit dem Solo Sub erhältlich. Der 12,4 kg wiegende, mit einer Breite von 310, einer Höhe von 430 und einer Tiefe von 310 mm recht kompakt bauende Bassist bringt eine starke 300 Watt Endstufe mit. Sie leitet ihre Kraft zu einem 10 Zoll (25 cm) Basschassis weiter. Genau diese Kombination, die schon auf dem Papier Leistungsstärke verspricht, haben wir nun bei uns im Testraum.

Arcam Solo Bar Set Soundbar Front Seitlich4

Soundbar mit gerundeten Formen

Arcam Solo Bar Set Soundbar Rueckseite Seitlich1

Rückseite. Die Soundbar ist auch für die Wandbefestigung geeignet

Arcam Solo Bar Set Soundbar Wandhalter

Wandhalterung im Detail

Das Design der Soundbar ist schlicht, aber nicht unattraktiv. Die sechs Treibereinheiten werden von einem präzise eingepassten Metallgitter abgedeckt. Es handelt sich um einen Hochtöner und zwei Tiefmitteltöner pro Seite. Mittig ist ein großes Punktmatrixdisplay, zweizeilig, im Arcam-typischen Grün untergebracht. Mittels zwei schmalen Chromstreifen, ein hübscher Akzent, setzt sich die Display-Einheit zusätzlich vom Lautsprechergitter links und rechts ab. Die Soundbar steht ungemein stabil und kann nicht zum Kippen bewegt werden. Das Gehäusematerial ist, wie es auch die Preisklasse erfordert, hochwertig. Nur einen kleinen Kritikpunkt: Das Gehäuse würde noch edler wirken, wäre es als Unibody ausgeführt. So besteht es aus drei Teilen: Zwei für die Seiten und ein Mittelteil. Zugegeben, das ist die Suche nach der „Stecknadel im Heuhaufen“ – aber bei einer einzeln 1.000 EUR kostenden Soundbar schauen wir gern genau hin. Gut verarbeitet präsentiert sich die Anschlusssektion.

Arcam Solo Bar Set Soundbar Display Bedienelemente

Schick und hübsch gemacht – zweizeiliges, sehr gut ablesbares Punktmatrixdisplay

 Arcam Solo Bar Set Soundbar Anschluesse Rueckseite

Üppig bestückte Anschlusssektion

Wie wir bereits eingangs erwähnten, verfügt die Arcam Solo Bar über ein automatisches Einmess- und Room EQ System. Somit kann der Zuhörer nach dem kurzen Einmessvorgang davon ausgehen, dass sich die Solo Bar nun auf die jeweilige Unterbringung im Aufstellungsraum akustisch korrekt eingestellt hat. Das mitgelieferte Messmikrofon ist sehr klein, aber recht schwer und wirkt deutlich hochwertiger als das, welches vielen, sogar ziemlich teuren AV-Receivern anderer Hersteller beiliegt.

Arcam Solo Bar Set Soundbar Mikro

Einmessmikrofon 

Arcam Solo Bar Set Soundbar Fernbedienung

Fernbedienung mit Oberseite im Brushed Alu-Design

Die Solo Bar bringt neben dem DTS-HD/Dolby True HD-Decoder auch verschiedene DSP-Betriebsarten mit. Diese lassen sich einfach mittels der kompakten Fernbedienung aufrufen und ändern. „Concert“, „Movie“ und normaler Stereo-Betrieb sind möglich. Apropos Fernbedienung. Revolutionär ist die Remote aus qualitativer Sicht nicht. Die Oberfläche im Brushed Aluminium-Design soll zwar Hochwertigkeit suggerieren, so ganz gelingt diese Mission aber nicht. Immerhin hat Arcam nicht den Fehler gemacht, in diesem hochpreisigen Segment eine absolute Billig-Fernbedienung mit Folientasten mitzuliefern. Die Tasten, leider mit schlechtem Kontrast zum Gehäuse der Fernbedienung, sind präzise eingepasst und weisen einen guten Druckpunkt auf. Arbeitswinkel und Reichweite sind voll befriedigend. 

Arcam Solo Bar Set Screenshot 1

Attraktiv gestaltet: Die App

Arcam Solo Bar Set Screenshot 2

Das Smartphone fungiert als Fernbedienungs-Ersatz

Man kann die Soundbar auch mittels einer dafür entwickelten App steuern, wir haben sie für iOS heruntergeladen. Bis auf die Tatsache, dass die App recht schick aussieht, lässt sich kein wirklicher Nutzwert generieren. Sie erfüllt einfach die Funktion, die sonst die Fernbedienung übernimmt. Man kommuniziert nach wie vor mittels Gerätedisplay mit der Solo Bar, nur dann eben in Verbindung mit dem Smartphone anstatt mit der Remote. 

Arcam Solo Bar Set Sub Front Seitlich2

Schlichte Formensprache beim aktiven Subwoofer

Arcam Solo Bar Set Sub Rueckseite Seitlich

Rückseite mit Bedienelementen

Arcam Solo Bar Set Sub Unterseite

25 cm Basstreiber in Downfire-Anordnung

Der solide verarbeitete, optisch in matter schwarzer Variante schlicht auftretende aktive Subwoofer verfügt über eine leistungsstarke 300 Watt Class-D Endstufe. Das 25 cm Chassis strahlt un Downfire-Anordnung nach unten ab. Vier Füße sorgen für stabilen Stand und den richtigen Abstand vom Boden. Arcam sieht den Solo Sub nicht nur als passende Ergänzung zur Solo Bar, sondern auch zu anderen Arcam-Komponenten wie z.B. den AV-Receivern des Hauses. Der aktive Subwoofer koppelt sich drahtlos mit der Solo Bar, wahlweise kann man ihn auch kabelbasiert anschließen. 

Arcam Solo Bar Set Sub Bedienelemente Anschluesse Rueckseite2

Bedienelemente beim aktiven Subwoofer. Eine Fernbedienung ist beim Subwoofer nicht mitgeliefert

Arcam Solo Bar Set Sub Innenleben2

Elektronik im Detail, sauber verarbeitet

Arcam Solo Bar Set Sub Innenleben1

Auf der Metallplatte ist die gesamte Elektronik solide befestigt

Mit reichhaltiger Ausstattung, die auch genug HDMI-Inputs sowie für eine Soundbar zeitgemäße Decoder umfasst, sowie solidem Finish weiß die Solo Bar zu überzeugen. Der mit rund 500 EUR Zusatzkosten nicht eben günstige Wireless-Aktivsubwoofer ist ebenfalls sehr gut verarbeitet und gefällt mit aufgeräumtem Innenleben.

Klang

Wir hören uns „Avatar“ ab Filmbeginn an (Englisch, DTS-HD Master Audio) und verwenden das Movie-DSP der Solo-Bar. Was uns gleich auffällt: Der Klang ist echt, authentisch, ehrlich, Das aufgeblasene Volumen, der zu dicke Bass, den wir bei vielen Soundbar-/Subwoofer-Systemen feststellen, fehlt hier. Meist bieten Soundbar/Sub-Systeme bis zu mittleren Pegeln hin einen sehr voluminösen Bass, oben herum schlägt dann das meist recht kleine Chassis des aktiven Subwoofers an, und man kann kaum in filmtauglichen Lautstärken hören. Arcam macht es anders. Die recht hart aufgehangene Membran des Solo Sub garantiert Präzision und Pegelfestigkeit. Wenn der Subwoofer gefragt ist, wie beim kurzen harten Bassschlag, als das Langstreckenraumschiff von außen gezeigt wird, steht er bereit und überzeugt uns mit seiner hohen Impulstreue. Die Soundbar liefert eine ausgezeichnete Stimmwiedergabe, die Stimmen der Protagonisten lösen sich sehr gut von der Solo Bar und verteilen sich auch im größeren Hörraum bis gut 20 Quadratmeter souverän. Als das Kurzstreckenraumschiff startet, wird die Geräuschkulsse vielschichtig wiedergegeben. Gerade auch bei kleineren Effekten zeigt sich, dass die Solo Bar im Hochtonbereich für ein derartiges Device überdurchschnittlich fein auflöst. Der monotone, eindimensionale Sound, den viele Soundbars abliefern, kann hier nicht einmal im Ansatz herausgehört werden.

Was leisten die Solo-Soundbar und der Solo Sub bei der BD von „Avengers“? Hier haben wir uns die Kapitel „Der Krieg“ und „Die Avengers Versammeln Sich“ angehört. Und auch hier bleibt die Solo Bar der natürlichen Auslegung treu. Selbst als die gepanzerte Riesenechse aus dem schwarzen Loch kommt und anschließend ganze Straßenzüge verwüstet, blamiert sich der aktive Subwoofer nicht. Es fehlt zwar ganz unten etwas Tiefgang, was am relativ kompakten Gehäuse liegt, aber er produziert keine Verzerrungen, wie wir es sonst oft hören. Das gesamte Szenario wird sehr facettenreich wiedergegeben, das hört man gut heraus, als die verschreckten Zivilisten aus den zerstörten Gebäuden flüchten. Sehr gut sind die Stimmen ins tonale Gesamtgeschehen eingearbeitet, der Music Score wird von der Solo Bar auch nicht vergessen. Auffällig ist die sehr gute tonale Balance. Dynamische Unterschiede, die Gewichtung zwischen verschiedenen Effekten – all dies gelingt ausgezeichnet. Nun, nach viel Lob, gibt es auch Tadel. Ohne den Solo Sub macht das alles wenig Sinn. Dann darf man an eine wahrnehmbare tieffrequente Wiedergabe nur sehr geringe Ansprüche stellen. Es fehlt einfach jede Menge, da nutzen die sauber durchmodellierten Mitten und der fein auflösende Hochtonbereich wenig. Film- oder Musikspass ist nur dann authentisch möglich, wenn der aktive Subwoofer im Paket dabei ist. Dann steigt die akustische Leistung gleich um mehrere Klassen an, was sich auch später in unserer Endbewertung niederschlägt. Mit dem Solo Sub ist jedenfalls hohes Filmvergnügen garantiert. Zersplitterndes Glas und fliegende Autos, ohrenbetäubendes Gebrüll oder herabstürzende Trümmer – all dies wird impulstreu und mit durchaus beträchlichem Nachdruck wiedergegeben. 

Nun hören wir uns in Dolby True HD ein paar Sequenzen aus „Mission Impossible – The Phantom Protocol“ an. Es fehlt in der Dubai-Eröffnungssequenz etwas der Tiefgang, aber Basskraft ist ansonsten schon spürbar. Die Dialoge im Land Rover Defender kommen gut heraus, die Fahrgeräusche ebenfalls. Das Ausweichmanöver wegen der Kamele wirkt ebenfalls authentisch, das Quietschen der Reifen wirkt sehr echt. Der Music Score ist stets tadellos herauszuhören. Sehr imposant wird die Wiedergabe, als der Burj Khalifa in den Fokus rückt Hier beeindrucken Solo Bar und Solo Sub durch Dynamik, Klarheit und Fundament. Die Geräusche beim Auspacken mit dem Schließen des Reißverschlusses erscheinen realistisch. Kurze Zeit später geht Ethan Hunt seinen Weg an der Fassade des Burj Khalifa entlang in den Serverraum. Die von seinen Spezialhandschuhen verursachten Geräusche arbeitet das Arcam Soundbar/Subwoofer-System gelungen heraus. Der wehende Wind in luftiger Höhe kommt räumlich dicht und mit guter Auflösung zur Geltung. Der in der Ferne bereits näher rückende Sandsturm kündigt sich schon mit entferntem Grollen an. Dieser Effekt wird sehr gelungen reproduziert. Der Schrei, als Hunt als „Fassadenkletterer“ abrutscht, weil ein Handschuh versagt, ist exakt räumlich definiert. Obwohl die Solo Bar nur mit psychoakustischen Effekten arbeitet, ist die Wiedergabe sehr glaubwürdig. 

Mit dem „Concert“ DSP lauschen wir nun der orchestralen Eröffnung und der ersten Arie von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“. Die BD liegt in DTS-HD High Resolution Audio vor, die Aufführung stammt von den Salzburger Festspielen 2006. Dirigent der Wiener Philharmoniker ist Nikolaus Harnoncourt, die Susanna wird von Anna Netrebko gesungen und der Figaro von Ildebrando D’Arcangelo. Schon das leise Raunen, Hüsteln und die leisen Gespräche des Auditoriums direkt am Anfang, gefolgt von aufbrandendem Applaus, kommen authentisch heraus. Nicht zu viel Hall, keine fehlende Brillanz. Die Spannung steigt, nun schaltet sich das Orchester ein. Und die verschiedenen dynamischen Differenzen werden hervorragend betont. Uns ist kaum eine andere Soundbar bekannt, die bei klassischer Musik so gediegen klingt. Zwingend von Nöten für diesen Gesamteindruck ist aber auch hier der sehr kultiviert und doch antrittsstark agierende Solo Sub. Ohne ihn ist das Ergebnis akustisch nicht komplett und fade. Sehr schön kommen im Orchester auch die Streicher heraus, filigran auflösend und mit lebendiger, aber nicht aggressiver Charakteristik. Wenn das gesamte Orchester eingreift, ist immer eine enorm gute Gesamtdynamik herauszuhören. Nun folgt die erste Arie. Und auch hier setzt sich der Eindruck fort, dass die Solo Bar sowie der Solo Bar durchaus die gehobenen Ansprüche von Liebhabern klassischer Musik erfüllen. Die Stimmwiedergabe von Ildebrandos und auch von Annas Stimme ist geschliffen sowie kultiviert. Keine billige, oberflächliche Integration, sondern eine Einarbeitung mit Substanz und Tiefgang. Die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen gelingt ausgezeichnet. 

In Dolby True HD hören wir Celine Dions Adaption von „The Power Of Love“. Bestechend, wie gut die Arcam Solo Bar mit dem Solo Sub im Verbund hier auftritt. Klare Strukturen, eine akkurate Weite der Bühne und eine klare Fokussierung auf Celines Stimme, ohne die Instrumente zu weit in den Hintergrund zu schieben. Es folgt „It’s All Coming Back To Me Now“ – und auch hier überzeugen uns Detailreichtum und Lebendigkeit. Alles wirkt bewegt, dynamisch, nicht so statisch und detailarm, wie man es eigentlich eher bei einer Soundbar vermuten würde. Das Klavier ist wohltemperiert und sogar die Anschlagdynamik der Tasten ist herauszuhören. Bei allem Lob wird aber auch hier wieder deutlich, dass man den Solo Sub dringend braucht, möchte man ein komplettes, tief gehendes Klangerlebnis. Sonst fehlt schlichtweg etwas – aber mit dem Solo Sub zusammen wird eine enorme Kultur und eine enorme Ausdruckskraft bei musikalischem Material geboten. 

Dritte Mehrkanal-BD mit Musikmaterial – das 2010er Konzert von a-ha im Oslo Spektrum. In DTS-HD Master Audio liegt „The Sun Always Shines On TV“ vor, und wie schon bei „Figaros Hochzeit“ punktet das Arcam-„Team“ mit einer starken Präsentation des Aufbaus direkt zu Beginn. Der Jubel der Fans, die sich aufbauenden musikalischen Effekte, all dies verdichtet sich zu einer lebhaften gesamt-Atmosphäre,die in dieser intensiven Ausprägung absolut atypisch für eine Soundbar mit Subwoofer ist. Als Morten Harket dann seine Stimme erhebt, löst sich diese hervorragend von den Lautsprecher-Chassis und verteilt sich wohldosiert im Hörraum. Nun, nach dem Intro, startet der Song richtig durch. Schlagzeug und Synthesizer sowie die E-Gitarre werden sorgfältig, mit sauberen Konturen, integriert. Die Räumlichkeit ist tadellos, sowohl was die Weite als auch was die Tiefe angeht. 

Nun koppeln wir unser Smartphone via Bluetooth und spielen Musik zu, die wir nativ in Stereo wiedergeben. Und gleich geht es zur Sache. Von der „Future Trance Festival Classics“ spielen wir „Out Of The Blue“ von System F zu. Mit nachdrücklich-dynamischen Bass macht der Solo Sub gleich seinen Status der Unverzichtbarkeit deutlich. Er liefert gerade bei solchen Tracks nicht nur ein solides Fundament, sondern auch genau die Würze, die dafür sorgt, dass das Hören schlichtweg Spaß macht. Die weitläufige Effektpräsentation und die gute Berücksichtigung kleinerer dynamischer Unterschiede im Aufbau des Tracks sind hervorzuheben. „Sunrise“ von Ratty entwickelt ebenfalls Schwung und Lebendigkeit, erst bei hohem Pegel, der bereits in die Bereiche vordringt, in denen kleinere AV-Receiver mit echten 5.1 Lautsprechersystemen beheimatet sind, nimmt die Dynamik etwas ab. Ansonsten auch hier – eine Top-Leistung! Wie gut sich die vokalen Elemente von der Soundbar lösen, ist ebenso beachtlich wie die Tatsache, dass man den Solo Sub praktisch nicht im Hörraum orten kann. Das kann kaum sein, dachten wir bei Keri Hilsons Black-Hit „I Like“ – so klar und dynamisch, ohne anzuschlagen, gibt der Solo Sub den harten, satten Bass wieder. Hier wird echtes Hörvergnügen geboten, im Stereobetrieb wird alles offeriert, wofür Arcam steht: Klarer Sound, authentisches Bühnen-Erlebnis, sehr dichte Räumlichkeit, solide Stimmpräsenz und feine Staffelung. Andrea Bocellis „Perfidia“ bringt dies ebenfalls zum Ausdruck, die Stimme Andreas wird mit viel Charisma dargestellt, die Instrumentierung wird mit Liebe zum Detail eingearbeitet. Der Solo Sub gefällt mit harmonischer, kräftiger, aber nie übertriebener Basswiedergabe.

Konkurrenzvergleich

Es finden sich Konkurrenten, die durchaus auch eine sehr gelungene Hochtonwiedergabe, wie wir sie bei der Solo Bar heraushören konnten, beherrschen. Insbesondere die Teufel Cinebar 52 THX liefert im Hochtonbereich eine sehr gute Durchzeichnung. Mit 900 EUR inklusive sehr kraftvollem aktiven Subwoofer im Paket ist sie preislich außergewöhnlich fair kalkuliert. Der Basslautsprecher agiert nicht ganz so exakt wie der Solo Sub von Arcam, dafür aber packt er noch dynamischer zu, ohne unschön zu übertreiben. Stimmen stellt die Cinebar 52 für ihre Preisliga erstklassig dar, die teurere Solo Bar liefert noch eine etwas feinere räumliche Ausbreitung und noch etwas mehr Struktur.

Teufel bietet noch mehr Auswahl auf dem Gebiet hochwertiger Soundbars – unter dem Label Raumfeld gibt es für 1.299 EUR eine sehr hochwertig verarbeitete und optisch sehr gelungene Soundbar – bei Teufel/Raumfeld heißt es immer „der Soundbar“ – mit ultraflachem Subwoofer. Dadurch, dass es sich um ein Raumfeld Produkt handelt, kann man es in eine Raumfeld Wireless Streaming World komplett integrierten. WiFi Streaming von Musikdateien vom Home Server, inklusive HiRes-Audio, der Zugriff auf zahlreiche Online Musik-Dienste und die komplette Steuerung per App sind Kennzeichen der Raumfeld Soundbar. Es fehlen dafür komplett Decoder. Nur PCM wird verarbeitet, daher ist es wichtig, den BD-Player bei der Audiosignalausgabe entsprechend umzustellen. Mit 180 Watt Leistung hat die Soundbar dafür genug Druck.  Der flache Sub liefert die 200 Watt Endstufenleistung an drei impulsschnelle 5 Zoll Treiber. Bei Musik ist die Raumfeld Soundbar sehr authentisch abgestimmt, der flache Subwoofer arbeitet perfekt mit der Soundbar zusammen und liefert einen homogenen, schnellen Bass. Arcams Alternative löst noch minimal feiner auf bei Stimmen und bietet noch etwas mehr Facettenreichtum insgesamt, klingt aber nicht ganz so homogen. 

1.000 EUR im Paket mit einem extraflachen Design-Subwoofer kostet die Harman/Kardon Sabre SB35 Soundbar. Nur 32 mm tief, ist die Soundbar sehr attraktiv und bestens im Raum zu integrieren. Eine Achtkanal-Endstufe befeuert die Treiber mit 4 x 20 plus 4 x 15 Watt. Es gibt Decoder für Dolby True HD und DTS-HD sowie drei HDMI-Inputs und einen HDMI-Ausgang. Bei normalem Pegel liefert der nur 86 mm tiefe aktive Subwoofer tolle Leistungen. Wird es lauter, kann irgendwann seine 100 Watt-Endstufe nicht mehr mit. Im normalen Wohnzimmerbetrieb reicht die Performance aber locker aus. Die Sabre-Soundbar hat sogar ein kleines OSD, ein ordentliches Display bietet sie auch.  

Mittels echtem Surround-Sound – hier werden Reflexionen an den Wänden des Hörraums durch speziell konstruierte Beam-Lautsprecher generiert – besticht der Yamaha Digital Sound Projector YSP-2500 für 899 EUR im Paket mit einem aktiven, sehr schmalen Subwoofer. Somit schafft der Sound Projector, gerade bei Filmmaterial, eine extrem gute Surround-Atmosphäre. Trotz automatischer Einmessung, die sehr gut arbeitet, ist die Yamaha-Alternative, da sie einen geeigneten Hörraum benötigt, schwieriger hinsichtlich der Aufstellung. Steht sie richtig, glänzt sie, aber z.B. in Räumen mit viel Glas kann es schonmal schwierig werden, wenn Schallreflexionen der Beam-Lautsprecher auf Glas treffen. Man muss sich eben sagen, dass man quasi ein echtes Surround-System hat, mit entsprechenden Bedingungen für die Aufstellung. 

Fazit

 Im Paket mit dem Solo Sub liefert die Solo Bar eine erstklassige akustische Performance in allen Belangen ab. Dynamik, Fundament, Räumlichkeit, Auflösungsvermögen sowie Räumlichkeit sind exzellent. Die beiden DSPs für Musik- und Filmtonwiedergabe sind überragend. Ebenso zu loben ist die ausgezeichnete Pegelfestigkeit. Dass Decoder für Dolby True HD und DTS-HD an Bord sind, lohnt sich aufgrund der hohen akustischen Leistungsfähigkeit im Falle des Arcam-Systems durchaus. Genug HDMI-Terminals, ein automatisches Room EQ/Einmesssystem und eine Bluetooth-Schnittstelle mit stabilem Empfang sind weitere Pluspunkte des solide verarbeiteten Systems. Ein zweizeiliges Punktmatrix-Display gehört ebenfalls zur Solo Bar. Die mitgelieferte Fernbedienung ist recht praktisch, aber nicht enorm hochwertig. Alternativ kann man, nach Herunterladen der entsprechendne App (für iOS sowie Android verfügbar), das Smartphone oder Tablet als Ersatz für die Fernbedienung nehmen.

Arcam Solo Bar:

Arcam Solo Bar Set Soundbar Front Seitlich2

Hochwertige Soundbar mit üppiger Ausstattung, aber unterrepräsentiertem Bassbereich
ausgezeichnet
Soundbars Oberklasse
Test 23. November 2015

Arcam Solo Bar + Arcam Solo Sub:

Arcam Solo Bar Set Gruppenbild2

Erstklassige Soundlösung auch für Anwender mit Anspruch – gleichermaßen exzellent für Musik und Filmton
referenz
Gesamtreferenz Soundbar-/Subwoofer-Systeme Luxusklasse
Test Montag, 23. November 2015

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: Montag, 23. November 2015




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