XXL-SPECIAL: Auswahl, Einstellung und Verwendung von AV-Receiver/Verstärker, TV, Ultra HD-BD-Player – was ist zu bedenken?

Aktuelle AV-Receiver, Ultra HD-TVs und Ultra HD Blu-ray-Player haben eine Vielzahl von Einstell- und Konfigurationsmöglichkeiten. Überdies sollte man auch verschiedene Dinge wissen und entsprechend berücksichtigen, bevor man sich über die Einrichtung der Geräte macht.

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3D-Klang mit objektbasiertem Audio gibt es nicht nur im Kino. Er ist längst zu Hause angekommen 

Dies fängt schon mit der Auswahl der Komponenten an. Wer es mit dem Begriff „Heimkino“ ernst meint, sollte auf einen AV-Receiver, eine AV-Vorstufe oder einen AV-Verstärker mit Decodern für Dolby Atmos und DTS:X zurückgreifen. Einige AV-Receiver, AV-Vorstufen und AV-Verstärker von Denon und Marantz haben zusätzlich noch einen Decoder für Auro-3D. Dolby Atmos, DTS:X und Auro-3D sind sogenannte objektbasierte Audioformate. Nur noch die Basis findet sich wie früher gängig im Kanal-Layout wieder. Ansonsten verteilt der AV-Receiver in Echtzeit sogenannte „Audio-Objekte“ über die Boxen des angeschlossenen Lautsprecher-Systems. Besonderheit ist, dass mit den drei objektbasierten Systemen eine dritte Hörebene über den Köpfen der Zuhörer hinzugekommen ist, so dass der Eindruck von Räumlichkeit noch intensiver und umfassender ist. 

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Universell zu verwenden: Teufel Reflekt

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Cantons AR400 ist für die GLE-Lautsprecherserie gedacht

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Nubert nuLine RS-54 

Vorteil ist auch, dass (mit Ausnahme Auro-3D) auf die Frontlautsprecher oder auf die Front-und Rear-Lautsprecher sogenannte Aufsatz- oder Top-Firing-Module gestellt werden, die dann in exaktem Winkel die 3D-Effekte in Richtung der Zimmerdecke befördern. Onkyo und Pioneer z.B. haben auch eine spezielle Technologie integriert, dass die Übergänge zu den Top Firing-Modulen besonders nahtlos vonstatten gehen. Dadurch, dass die Aufsatzmodule sozusagen „eins“ sind mit Front- und Rearboxen, könnte es mit etwas Glück sein, dass man auch familienintern ein solches System durchgewinkt bekommt, zumal man die Kabel für die Top-Firing-Module gleich mit in die Kabelkanäle für Front und Rear stecken kann. Bei einzeln „herumstehenden“ Back Surround-Lautsprechern war die optische Harmonie deutlich geringer. Meist bieten die Lautsprecher-Hersteller entweder ein universelles Top-Firing-Modul an (wie z.B. Teufels „Reflekt“) oder aber eines, welches zu einer oder mehreren speziellen Baureihen passt (z.B. Canton). 

Wichtig ist eines: Nicht nur die nativen 3D-Tonspuren sind oftmals ein echtes Raumklang-Erlebnis. Auch, wenn man konventionelle Tonspuren mittels der Audio-Upscaler Dolby Surround, DTS Neural:X oder Auro-Matic hochrechnet, sind die Resultate überraschend gut. Kaum Präzisionsverluste, aber deutlich mehr hörbarer Raum, tolle Tiefenstaffelung – es lohnt sich, auch eine gute DTS-HD- oder Dolby True HD-Tonspur hochzuskalieren. 

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Denon AVR-X2400H

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl gerade an AV-Receivern mit Decodern für Dolby Atmos und DTS:X, und bezogen auf die Marktpreise kann man schon mit und 450 EUR ein gutes Exemplar finden, das für den „Wohnzimmergebrauch“ bestens ausreicht. 

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Pioneer SC-LX502

Hier einige Beispiele in der Preisklasse bis 1.500 EUR (alles 2017er Modelle, alle 7 Endstufen):

Schon der Denon AVR-X2400H mit HEOS-Modul kann eigentlich alles, was man im Alltag braucht: Er klingt homogen und räumlich dicht, hat ein gutes Einmesssystem, einen Ersteinrichtungsassistenten, sogar eine tadellose Videosektion und mehr als genug Anschlüsse. Der Pioneer SC-LX502 begeistert dank Direct Energy HD Endstufen (digital) mit enormer Pegelfestigkeit und großartiger Dynamik. Optisch schlicht und schick, mit sehr gut ausgestattetem MCACC Einmesssystem.Google Chromecast und DTS Play-Fi-kompatibel und damit sehr flexibel. Der RX-A870 aus dem Hause Yamaha beeindruckt mit tollen DSP-Programmen, sehr guter Videosektion und erstklassigen Apps zur Steuerung. MusicCast funktioniert ausgezeichnet und die Einrichtung ist denkbar einfach. Der Onkyo TX-RZ820 beeindruckt mit Boliden-Optik und neutralem Klang. Mit Google Chromecast und DTS Play:Fi ist auch der 820 sehr flexibel bei Multiroom/Streaming. 

Modelle mit 9 und mehr Endstufen:

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Onkyo TX-RZ3100

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Yamaha RX-A3070

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Marantz SR7012

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11 Endstufen für „ein Halleluja“: Denon AVR-X6400H

11 Endstufen, HEOS-Modul und Decoder für Auro-3D, DTS:X und Dolby Atmos: Zusammen mit der überragenden Videosektion ist der 6400H ein „Rundum-Sorglos-Paket“. Der Marantz SR7012 mit neun Endstufen bringt auch alle  drei Decoder für objektbasiertes Audio mit und klingt im Zweikanal-Betrieb überragend. Die typische Marantz-Optik macht den AV-Receiver mit HEOS-Modul sehr sympathisch und unverwechselbar. Der Yamaha RX-A3070 ist akustisch extrem sorgsam abgestimmt und brilliert mit wahnsinnigem Ausstattungsumfang. Zwar nur neun Endstufen, aber DAB+-Tuner, XLR-Anschlüsse und den Cinema DSP HD3 Chip für die DSP-Modi der Extraklasse. Bleibt der extrem pegelstabile SC-LX801 von Pioneer und der „Konzernbruder“ Onkyo TX-RZ3100.

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Pioneer und Onkyo setzen in den großen Modellen (im Bild der SC-LX801) auf digitale Endstufen

Zwei Dynamiker, der eine noch extremer (SC-LX801), der eine mit neun (Pioneer), der anderen mit elf (Onkyo) Endstufen, der eine auf ständigen Vormarsch programmiert (Pioneer), der andere unglaublich kultiviert und dreidimensional (Onkyo). Zwei Ausnahme.-Talente, wen man möchte, liegt an den persönlichen Präferenzen. Übrigens: Auch den Onkyo gibt es als TX-RZ1100 mit neun Endstufen, und den Pioneer als SC-LX901 mit elf Endstufen. 

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Panasonic DMP-UB704

Wenn man dann den bisherigen Blu-ray-Player gegen einen Ultra HD-Blu-ray-Player tauscht – ein UHD-BD-Spieler ist mit rund 180 EUR bis 350 EUR Marktpreis für die günstigsten Modelle kein Luxusartikel mehr -, so wird der Player wie gewohnt über HDMI mit dem AV-Receiver verbunden. Was HDMI-Kabel betrifft: Sündhaft teuer lohnt sich nicht, gut verarbeitet und kontaktsicher auf jeden Fall. 

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Samsung UBD-M9500

Hier die Preise einiger Ultra HD-BD-Player (Marktpreise, Stand 02. Februar 2018):

Mehr als 350 EUR muss man selbst dann, wenn man gewisse Ansprüche hat, nicht für einen Ultra HD-BD-Spieler investieren. Eine solide Bildsignalausgabe ohne große Schwächen haben auch schon Modelle unterhalb der 200 EUR. 

Weiter geht es nun mit dem AV-Receiver. 

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Einrichtungsassistent bei Denon und Marantz

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Inbetriebnahme bei Pioneer und Onkyo

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AV Setup Guide bei Yamaha

Moderne AV-Receiver haben meist einen Einrichtungsassistenten „on Board“. Bislang ging Yamaha einen Sonderweg, hier kann man sich eine entsprechende App auf Smartphone oder Tablet herunterladen, die bei der Ersteinrichtung assistiert. Bei allen anderen wird die Ersteinrichtung mittels Grafiken und Hilfetexten auf dem GUI erledigt. Dass hier auch wirklich „Hilfe“ gegeben werden kann, setzt voraus, dass alle Lautsprecher des zukünftigen Systems korrekt am AV-Receiver angeschlossen sind. Das ist heute, wo große AVRs nicht selten 11 Kanäle haben, leichter gesagt als getan.

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Lautsprecherkabel-Anschlussterminal bei einem 11-Kanal-AVR

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Bananenstecker vereinfachen das Handling

Am besten in Ruhe das Anschlusspanel betrachten und die richtigen Terminals finden, und optimal ist es, gleich Bananenstecker zu verwenden und nicht die Kabelenden in die Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse des AV-Receivers zu stecken. Bananenstecker müssen kein Vermögen kosten, hier kann man durchaus auch bei reduzierter und etwas einfacherer Ware sein Glück finden. Verwendet man Lautsprecher mit Bi-Wiring-Terminal (hier kann man Hoch-Mitteltöner und Tieftöner mit jeweils eigener Endstufe vom AVR antreiben, wenn man leistungshungrige Lautsprecher betreibt oder hohe Pegel-Anforderungen stellt) und nutzt die Bi-Wiring-Funktion nicht, muss man darauf achten, dass die beiden Kabel-Anschlussterminals mit einer Brücke miteinander verbunden sind. 

Wenn die Lautsprecher alle korrekt angeschlossen sind, muss noch der TV mit dem AV-Receiver verbunden werden.

Wenden wir uns daher dem Thema „TV“ in einem Exkurs zu. Die Welt (wenn auch leider noch nicht unsere TV-Sendeanstalten) spricht Ultra HD, das heißt, es sind kaum noch Full HD-TVs zu bekommen. Genauso unsinnig ist es derzeit, auf einen 8K-TV zu warten. Da vieles nicht einmal in Ultra-HD vorhanden ist und schon Ultra HD eine immens hohe Auflösung bietet, muss man derzeit nicht an die Anschaffung eines 8K-Tvs denken. 

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55 Zoll ist eine sehr beliebte Größe, gerade bei OLED-TVs (im Bild: LG OLEDC7D)

Besonders beliebt und im „durchschnittlichen“ Wohnzimmer Sinn machende Bildschirmgröße ist 55 Zoll. Vereinzelt gibt es auch 58-Zöller, dann ist es aber sinnvoller, gleich auf 65 Zoll zu wechseln, was schon ein gewisses „Kino-Feeling“ garantiert. Natürlich hängt auch das wieder vom Betrachtungsabstand ab, aber, wie aktuelle Verkaufszahlen belegen, für viele sind 65 Zoll schon sehr groß. Auch, wenn 75-Zöller, 77-Zöller oder gar 85-Zöller aufs Ganze gesehen mehr als noch vor 2 Jahren verkauft werden, so ist der Marktanteil solcher „Bildriesen“ eher gering.

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Kleinere Diagonalen, hier ein 49-Zöller von Panasonic, gehen in der Beliebtheit zurück, werden aber immer noch gut verkauft

Die Klasse bis 55 Zoll geht immer mehr zurück, die Zeiten, in denen die 40 bis 42 Zoll Liga ständig anwuchs, sind vorbei. 

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Philips 55POS9002: Schöner 55-Zoll-OLED mit Ambilight

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Hier ist der Ambilight-Effekt beim 9002 sehr gut zu erkennen

Was natürlich alle nun bewegt, nachdem entschlossen wurde, es wird ein 55-Zöller oder ein 65-Zöller angeschafft: OLED oder LCD?

Schauen wir uns zum Einstieg aktuelle Preisbeispiele an:

  • LG OLED 55C7D (2017er Modell): Gut 1.600 EUR
  • Philips 55POS9002 (2017, OLED): Rund 1.900 EUR
  • Samsung QLED-TV Q7F (2017, Quantum Dot-LCD): Rund 1.350 EUR
  • Panasonic TX-58EXW784 (2017, LCD): Rund 1.500 EUR 
  • LG 55SJ8509 (2017er Super UHD-TV, Nano-Cell-LCD): Rund 1.450 EUR
  • Hisense H55NEC5605 (LCD-TV): Rund 570 EUR
  • Samsung MU6199 in 55 Zoll: Rund 725 EUR
  • LG 55UJ635V: Gut 650 EUR

Hier merkt man schon: OLED und hochwertige LCD-TVs rücken in der 55 bis 58 Zoll Liga preislich viel näher zusammen, als man vielleicht denken möchte. Sollte man daher einfach gleich zum OLED greifen? Schließlich, nach schleppendem Start, setzen bis auf Samsung und Hisense praktisch alle Hersteller auf OLED-Technik in den Spitzenmodellen. Nur, wer wirklich etwas Günstiges und Ordentliches sucht, kommt an einem LCD-TV nicht vorbei. Hier gibt es 55-Zöller, die zumindest ihre Grundaufgaben gut erfüllen, schon für rund 600 bis 700 EUR: Geräte von Hisense, LG und Samsung stehen hier bereit. 

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Samsung Q8C – QLED Curved-TV mit toller Bildqualität 

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Sony Bravia A1 OLED, rund 4.000 EUR in 65 Zoll

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Panasonic TX-65EZW954 in 65 Zoll, Preis ebenfalls knapp 4.000 EUR

Und wie sieht es in der 65-Zoll-Liga aus (alle Preise sind Marktpreise) ?

65-Zoll-OLEDs kosten meist noch noch recht happige Beträge. Ausnahmen aber bestätigen die Regel, wie das 2017er Modell 65B7D aus dem Hause LG beweist. Rund 2.600 EUR Marktpreis sind als äußerst günstig für einen OLED zu bezeichnen. Wer nach dem Motto „groß und günstig“ verfährt, der muss in der 65-Zoll-Liga auch auf LCD setzen: Schon für rund 1.100 EUR wird man hier fündig. Wer normale Ansprüche an seinen TV stellt, demnach günstig glücklich. 

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Der Panasonic FZW954 steht bereits als 2018er Modell in den Startlöchern

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Auch der LG 65E8 ist ein 2018er Modell, das im Frühling bestimmt nach Deutschland kommt

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Besonders edel im Design ist der LG OLED 65G8

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Der Samsung Q7F ist in verschiedenen Bilddiagonalen erhältlich

Anspruchsvolle Bildliebhaber müssen, ganz gleich, ob 55 oder 65 Zoll, mehr Geld in die Hand nehmen. Wer etwas besonders Gutes möchte: Hier stellt bereits der LG OLED 65B7 eine tolle Wahl dar, mit rund 2.600 EUR Marktpreis nicht zu teuer bezahlt. Aber Vorsicht, bestimmt gibt es zu diesem Preis nur wenig Exemplare. Wer „First Class“ unterwegs sein möchte und eine Hollywood-mäßige Bildgüte fokussiert, liegt beim EZW954 von Panasonic goldrichtig. Aber: Im Februar ist Panasonic Convention 2018, hier werden die neuen TV-Baureihen vorgestellt. Vielleicht sind die neuen Geräte schon laut UVP günstiger als die 2017er Generation im Sale – hier heißt es, noch kurz abwarten und sich dann entscheiden.  

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Sony Bravia A1 mit „Acoustic Surface“ Technologie

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Die neuen 2018er OLEDs setzen auch auf Acoustic Surface 

Der Sony Bravia A1, so sieht es derzeit aus, wird noch weitergebaut. Für knapp 4.000 EUR erhält man hier ein Design-Meisterstück mit einer Akustik, die zusätzlich zum exzellenten Bild verblüfft: Der A1 klingt besser als manche Soundbar. Die großen Samsung QLED UHD-TVs oder die Super UHD TVs mit Nano Cell-Display von LG sind ebenfalls eine Überlegung Wert – es ist eine Frage, wie man persönlich am liebsten sieht. Wer stets größtmögliche Bildhelligkeit braucht und eine extreme Schärfe schätzt, liegt bei einem hochwertigen LCD-TV richtig. Wer hingegen immer ein Plasma besaß und das Kino-gemäße, äußert angenehme Bild mag, kauft einen OLED. Und die Mär, dass OLEDs zu finster sind, stimmt nicht mehr: Spätestens seit dem Modelljahr 2017 ist die Spitzenhelligkeit absolut ausreichend, wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie bei Top-LCDs. 

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Immer nötig: HDMI-Kabel. Übrigens: Der Standard 2.1 ist zwar verabschiedet, derzeit aber sind noch keine Komponenten mit HDMI 2.1 verfügbar

Der Ultra HD-TV wird mittels eines HDMI-Kabels von einem der HDMI-Ausgänge des AVRs verbunden. Möchte man, dass die Anlage, die über den AV-Receiver angeschlossen ist, immer läuft, wenn der TV an ist, wählt man beim TV den HDMI-Eingang mit ARC (Audio Return Channel). 

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Wichtig ist die Einstellung des Videoformats beim Ultra HD-BD-Player bei Medien, die nicht in 4K vorliegen

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Bei Auflösung „Auto“ kommunizieren UHD-BD-Player und TV miteinander im Hinblick auf die höchste darstellbare Auflösung

Was soll man wo einstellen? Starten wir mit dem wichtigen Punkt, wer niedriger auflösende Quellen auf die native 3.840 x 2.160 Pixel Auflösung des Ultra HD-TVs hochrechnen soll. Ist der Ultra HD-Blu-ray-Player beim Upscaling sehr talentiert, wie es z.B. die großen Panasonic-Player oder die Oppo-Player sind, kann man den Player fix auf die Ultra HD/4K-Ausgabe einstellen. Beim AV-Receiver wird dann Passthrough aktiviert, er schleift das Signal nur durch. Hat man einen Einstiegs-Ultra HD-Blu-ray-Spieler mit nur durchschnittlichem Upscaling, schaltet man die Auflösung so, dass die Quelle 1:1 ausgegeben wird, demnach z.B. Blu-rays in 1.080p und Ultra HD-BDs in 2.160p. Hat der BD-Player die Ausgabemöglichkeit in Originalauflösung der Quelle nicht und muss immer ein Signalformat fix eingestellt werden, muss man leider umschalten zwischen 1.080p und 2.160p, je nach dem, was für eine Disc im Player liegt. Viele Ultra HD BD-Playder haben einen „Auto“ Modus. Hier verständigen sich TV und UHD BD-Player, welche Auflösung der TV maximal schafft, diese liegt dann am HDMI-Ausgang des Ultra HD-Blu-ray-Players an. 

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Dem Yamaha RX-A3070 darf man ruhig die Videosignalverarbeitung zutrauen

Hat der AV-Receiver eine sehr gute Upconversion-Unit wie z.B. der Yamaha RX-A3070, dann aktiviert man beim AVR die Videosignalverarbeitung. Wenn die Signale einer Ultra HD-BD vom Player gesendet werden, darf man aber im Sinne größtmöglicher Signalreinheit nicht vergessen, den AVR auf „Passthrough“ zu setzen. Sind weder UHD-BD-Player noch der AV-Receiver hinsichtlich der Upconversion talentiert, so verwendet man den Upscaler im Ultra HD-TV. Ist man sich nicht sicher, welches Gerät am besten arbeitet, so muss man Vergleichsreihen anstellen.

Taugt der Video-EQ im TV oder/und im Ultra HD-BD-Player nichts (wenn einer vorhanden ist), dann muss der AV-Receiver als Videoschaltzentrale für Feinjustagen dran. Yamaha bietet in den großen Aventage-AVR-Modellen sechs Video-EQ-Speicherplätze für eigene Justagen. Denon offeriert nicht nur einen kleinen Video-EQ, sondern auch noch gute Bildprogramme.

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Bildmodis bei Panasonic

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Bei LG gibt es auch noch den Technicolor Expert Mode seit Herbst letztem Jahres

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Samsungs HDR+ Bildmodus erzeugt einen Quasi-HDR-Effekt, und das ziemlich gut

Da aber auch zahlreiche TVs, z.B. von Philips oder Panasonic, sehr gute ISF-Bildmodi anbieten, braucht man die Bildfelder und den Video-EQ des AVRs nur, wenn, wie oben erwähnt, der TV hier versagt. Das ist aber bei modernen Ultra HD-TVs selten der Fall. Samsung, Panasonic, LG, Sony, Hisense oder Philips: Meist sind die Bildmodi wohl ausgewogen und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Wir raten gern zu den Movie,- Kino- oder Cinema-Betriebsarten beziehungsweise zu ISF Day (am Tage) und ISF Night (bei Nacht). Hinzu kommen noch zahlreiche Hersteller, die eine Quasi HDR-Aufbereitung für SDR-Material anbieten. Je nach Quelle kann das ziemlich gut, aber auch deutlich verfremdet und übertrieben aussehen. Hier hilft nur Ausprobieren.

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4K und HDR gehören zusammen

Generell noch ein paar Worte zu HDR: Am gebräuchlichsten ist noch immer HDR10, was auch von allen Ultra HD-BD-Playern sowie allen gebräuchlichen Ultra HD-TVs unterstützt wird. HDR10 arbeitet mit statischen, nicht veränderbaren HDR-Metadaten. Der Nachfolger HDR10+ verwendet dynamische, für jede Sequenz des Films anpassbare HDR-Metadaten. HDR10+ ist ein offener, lizenzfreier Standard und wird TV-seitig von Panasonic, Samsung, und, neu in 2018, auch von Philips unterstützt. Dolby Vision, der nächste dynamische HDR-Standard, kostet Lizenzgebühren, und der jeweilige TV-Hersteller nimmt den Dolby Algorithmus so, wie er ihn bekommt. Nachträgliches Verändern geht nicht. Ultra HD-BDs (ab 2017) und verschiedene VoD-Dienstleister unterstützen Dolby Vision. Ab 2017 haben viele AV-Receiver Dolby Vision-taugliche HDMI-Ports. Bei den TV-Herstellern unterstützen unter anderem TCL und Sony Dolby Vision, am konsequentesten fraglos tut dies LG. HLG (Hybrid Log Gamma) ist der HDR-Standard für TV-Übertragungen, da man problemlos Daten für Fernseher mit und ohne HDR-Unterstützung ohne große Bandbreite transportieren kann.

Es gibt nicht wenige, die behaupten, dass HDR völlig überflüssig und unnütz sei. Dem können wir nicht zustimmen. Wichtig ist, dass man Material in HDR am besten im abgedunkelten Raum genießt, um die feinen Kontrastabstufungen in ihrer vollen Pracht bewundern zu können. Bei deutlichem externem Lichteinfall sieht das Bild schlechter als ein konventionelles Signal ohne erweiterten Kontrastumfang aus. Natürlich hängt es auch von der Quelle, das heißt vom VoD-Inhalt oder von der jeweiligen Ultra HD Blu-ray ab, ob das Ergebnis überzeugen kann. Manches Material, das leicht verrauscht ist, führt die Vorzüge von HDR schnell ad absurdum. 

Weiter „im Text“.

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Die automatische Lautsprecher-Kalibrierung ist im Einrichtungsassistenten meist enthalten

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Pioneers MCACC gibt genaue Anweisungen

Während der AV-Receiver mittels Einrichtungsassistent justiert wird, sind auch einige Dinge zu bedenken. Die Durchführung einer automatischen Einmessung mittels Mikrofon ist immer im Einrichtungsassistenten integriert. Diese Einmessung findet entweder an einer Hörposition oder an 6 bis 8 Positionen (Mehr-Positionen-Einmessung) statt. Das Einmessmikrofon wird im Idealfall auf einem Fotostativ montiert, was die Messergebnisse verbessert und die Handhabung vereinfacht. Es sollte stets in Ohrhöhe möglichst exakt an der tatsächlichen Hörposition aufgestellt werden. Oftmals werden während des Einmessens gleich verschiedene EQ-Kurven generiert. Eine komplett optimierte kann anschließend verwendet werden, oder z.B. eine (je nach AVR und verwendetem Einmesssystem unterschiedlich), die die Frontlautsprecher im „Naturzustand“ belässt. Hier muss man prüfen, welche Kurve am besten zu den Bedingungen in der Praxis passt, bzw. je nach Einsatz die Kurve wechseln. Weiter geht Pioneer. Bei MCACC kann man zum einen umfangreich nachjustieren, zum anderen gibt es nicht weniger als sechs Speicherplätze für eigene Justagen. So kann man sich zum Beispiel individuelle Setups für Musik und Filmton sowie Sport-Übertragungen zusammenstellen. 

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Kabelgebundene Netzwerkverbindung ist sehr zuverlässig

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Dualband-WLAN und zwei Antennen sorgen für Stabilität auch bei der drahtlosen Einbindung

Geht es an die Netzwerkeinbindung, so ist diese heutzutage kabellos oder per Netzwerk-Kabel möglich. Hat man in jedem Zimmer Netzwerkbuchsen in der Wand, so ist die „klassische“ Kabel-Variante die beste. Doch nicht jedes Heim ist so gerüstet, daher nimmt die WLAN-Variante einen hohen Stellenwert ein. Stabiles Dualband-WLAN (2,4/5 GHz) hat sich mittlerweile durchgesetzt, und mittels WPS-fähigem Router ist die Installation wirklich einfach. 

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HEOS App bei Marantz und Denon

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AVR-App bei Marantz

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Streaming bei Pioneer

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Steuerung der AVR-Funktionen bei Pioneer

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DSP-Programme, per App ansteuerbar bei Yamaha

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Yamaha MusicCast-App

Insgesamt bieten moderne AV-Receiver/Verstärker/Vorstufen immense Möglichkeiten, die aber erstaunlich einfach zu verwenden sind. Es finden sich Apps für die Steuerung der AV-Receiver-Funktionen, die nicht selten praktischer sind als die Graphical User Interfaces, und Apps für die Steuerung der Streaming- und Multiroom-Optionen. Wir sind uns sicher, dass auch der Schritt kommen wird, in dem man den AVR komplett per App einrichten kann im bidirektionalen Kommunikationsverfahren.

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Setup des TVs per Smartphone

Bei TVs hat z.B. Samsung schon auf der CES ein komplettes Setup des TVs mittels Smartphone und der „Smart Things“ App präsentiert. Auch Sprachsteuerung mittels Google Assistant oder Amazon Alexa ist ein großes Thema.

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Neue Philips-Remote mit Mikrofon für Google Assistant

Beispiele: Philips rüstet alle 2018er TVs, die auf Android basieren (und nicht auf der neuen, auf Linux basierenden Einsteiger-Plattform SAPHI für die günstigsten Ultra HD-TV-Modelle), mit Google Assistant und passender, neuer Stabfernbedienung mit Mikrofon aus.

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Bixby, der hauseigene Sprachassistent, ist Kernthema für Samsung

Samsung propagiert den hauseigenen Sprachassistenten Bixby, den nun auch Third Parties verwenden können. Samsung erhofft sich davon einen Anstieg in der Popularität. LG integriert Amazon Alexa und Google Assistant. Sony, auch Android-basiert, führte auf der CES mit Google Assistant vor.

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Yamaha integriert Amazon Alexa in MusicCast

Denon und Yamaha offerieren per Update entsprechende Amazon Alexa-Skills für die Steuerung per Sprache. 

Wir sind gespannt auf die Zukunft.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 05.02.2018




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