XXL-PREVIEW: Marantz 9.2-Kanal AV-Receiver SR7012 – neuer Stern am AVR-Himmel mit Heos-Modul?

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Erst vor kurzem konnten wir den neuen 9.2 Kanal-Receiver Marantz SR7012 in einem Special ausführlich präsentieren.  Nun ist der im typischen Marantz-Design gehaltene Mehrkanal-Receiver schon bei uns im Testraum eingetroffen – Zeit für ein erstes ausführliches Preview des kraftvollen Geräts, das mit 200 Watt pro Kanal antritt. Nach wie vor überlässt Marantz der anderen Sound United/D&M-Brand Denon den Bau von 11-Kanal-AV-Receiver, daher, wie schon eingangs erwähnt, belässt es der SR7012 bei 9 eingebauten Kanälen.

Marantz-SR7012-Display

„Bullauge“

Wer doch eine 11.2 Konfiguration betreiben möchte, kann dies trotzdem tun. Denn die Vorstufe des SR7012 ermöglicht auch 11.2 Processing, man braucht dann zusätzlich einfach eine Stereo-Endstufe. 

Marantz legt großen Wert auf ein hochwertiges Innenleben und entsprechend leistungsstarke Endstufen. Gut gefallen uns die passiven Kühlelemente aus Aluminium, leider aber gibt es an Bord keinen Ringkerntrafo, auch fehlen weitere Chassisverstrebungen. 

Marantz-SR7012-Innenleben-Gesamt

Innenleben komplett

Marantz-SR7012-Innenleben2

Aluminium-Kühlkörper

Die Verstärkersektion ist mit typischen Marantz Baugruppen ausgestattet. Der SR7012 unterstützt die von Marantz entwickelte HDAM-Technologie (Hyper Dynamic Amplifier Module). Die HDAM Module bieten im Vergleich zu herkömmlichen Operationsverstärker-ICs eine optimierte Breitbandleistung mit geringerem Rauschen in einer vollständig diskreten Konfiguration. Klingt kompliziert, wirkt sich aber in Form eines besonders reinen Klangs aus – wir haben das besonders bei der Stereo-Wiedergabe in der Vergangenheit heraushören können. Des Weiteren überzeugt die Technologie durch eine extrem hohe Slew-Rate für einen echten Breitband-Frequenzgang und einen maximalen Dynamikbereich, so dass moderne hochauflösende Audioformate in hervorragender Klangqualität wiedergegeben werden.

Marantz-SR7012-Innenleben1

Platinenlayout

Marantz-SR7012-Innenleben3

Transformator

Zusätzlich zur HDAM-Technologie, verfügt der SR7012 über Current Feedback anstelle der typischen Spannungs-Gegenkopplung. Eine Technik, die Marantz bereits vor über 60 Jahren bei den ersten audiophilen Verstärkern vorgestellt hat. Die Current Feedback-Technologie bietet eine hohe Bandbreite und ist sehr schnell für eine authentische und absolut impulstreue Wiedergabe von allen Audioquellen. Für beste Qualität und höchste Dynamik mit geringsten Verzerrungen wurde der SR7012 mit 32-Bit D/A-Wandlern von AKM ausgestattet.

Hier die Übersicht über weitere wichtige Merkmale:

Marantz-SR7012-Anschluesse-Rueckseite1

HDMI-Sektion hinten

Marantz-SR7012-Bedienelemente-Frontklappe

Weiterer HDMI-Input vorne

  • 4K/60 Hz Full-Rate-Passthrough, 4:4:4 Farbauflösung, HDR, BT.2020 , Dolby Vision und HLG (Hybrid Log Gamma) Passthrough
  • 8 HDMI-Eingänge (einer davon vorn) mit voller HDCP 2.2-Unterstützung, 3 HDMI-Ausgänge (2+1 Zone). Dadurch ergeben sich erweiterte Verbindungsmöglichkeiten: Fernseher und Beamer können parallel angesteuert werden und sogar ein Bildschirm im zweiten Raum
  • eARC (Enhanced Audio Return Channel) Unterstützung (über Firmware-Update). Das neue Format eARC unterstützt die Übertragung von HD- und 3D-Audio-Formaten über den Audio Return Channel mit kompatiblen TVs
  • Analog zu HDMI-Konvertierung und SD/HD Upscaling auf 4K. Wie gewohnt setzt auch Marantz, wie Denon, auf eine vollwertige Videosektion mit hochwertigem Bild-Processing. Daraus resultiert: Tadellose Bildqualität mit bestehenden DVDs und Analogquellen
  • Dolby Atmos und DTS:X (bis 7.1.4 mit einem externen 2-Kanal-Verstärker) und Auro-3D integriert. Marantz und Denon sind die einzigen Anbieter, die neben Dolby Atmos und dts:X auch Auro-3D integrieren. 

Marantz-SR7012-Wifi-Antenne

Antenne hinten, auf jeder Seite eine

  • WLAN integriert mit 2,4 GHz / 5 GHz Dual Band-Unterstützung. Verbesserte Netzwerkstabilität, insbesondere bei hoher WLAN-Dichte
  • Drahtlose HEOS Musikstreaming-Technologie. Umfangreiche Streaming-Optionen und einfache Verbindung mit anderen HEOS Komponenten für Multi Room Audio im gesamten Haus

Marantz SR 7012 Screenshot22

Umfassende Streaming-Möglichkeiten, hier Tune In

  • AirPlay, Bluetooth, Tune In Internetradio, Spotify Connect, TIDAL, Deezer und mehr – Zugriff auf nahezu alle Online-Musikquellen 
  • Unterstützung für DSD (2,8 / 5,6 MHz), FLAC, ALAC und WAV > High-Resolution-Audiostreaming, auch mit lückenloser Wiedergabe. Laut Werksangaben kein Support für Quad-DSD (11,2 MHz), das bieten verschiedene Pioneer Mehrkanal-Receiver z.B.
  • Audyssey MultEQ XT32, LFC, Sub EQ HT, Dynamic Volume und Dynamic EQ. Aufwändige und effektive Raumakustikkorrektur

Marantz-SR7012-Anschluesse-Rueckseite3

Farbcodierte Lautsprecherkabel-Anschlüsse

  • Farbcodierte Lautsprecheranschlüsse, Setup-Assistent, Marantz 2016 AVR Remote App, HEOS App. Schnelle und einfache Installation, Einrichtung und Bedienung, wie wir es von Marantz & Denon gewohnt sind.
  • Intelligenter Eco-Modus mit drei Einstellungen (Ein/Aus/Automatik).
  • Erweiterte Multiroom-Optionen, 11.2-Kanal-Vorverstärkerausgang, RS232-Steuerung, Crestron Connected. Audio und Video in mehreren Räumen, vorbereitet für Heimautomatisierungstechnik von Drittanbietern.

Natürlich fehlt der allseits beliebte Assistent nicht, der auch beim SR7012 für die erste Systemeinrichtung bereitsteht. Mit klaren Hilfetexten und Grafiken  macht es der Marantz-Receiver seinem neuen Besitzer leicht, ihn fertig für den Betrieb zu machen. Hier einige Screenshots:

Marantz SR 7012 Screenshot1

Sprachauswahl

Marantz SR 7012 Screenshot2

Erläuterungen zum Einrichtungsassistenten

Marantz SR 7012 Screenshot3

Übersicht über alles, was benötigt wird

 

Marantz SR 7012 Screenshot4

Lautsprecher-Einstellungen – los geht’s

Marantz SR 7012 Screenshot5

Erklärungen zu den Lautsprecher-Einstellungen

Marantz SR 7012 Screenshot6

Nun geht es um die Höhen-Lautsprecher

Marantz SR 7012 Screenshot7

Dolby Atmos Lautsprecher-Layout

Marantz SR 7012 Screenshot8

Lautsprecher-Kalibrierung mittels Audyssey

Marantz SR 7012 Screenshot9

Überprüfung des Kanalpegels

Marantz SR 7012 Screenshot10

Konfiguration

Marantz SR 7012 Screenshot11

Abstände

Marantz SR 7012 Screenshot12

Netzwerkeinrichtung

Marantz SR 7012 Screenshot13

Empfehlung zum Download der Marantz AVR App und der Heos App

Marantz SR 7012 Screenshot14

Jederzeit aufrufbares Einrichtungsmenü

Keine Überraschungen beim OSD: Nur in Details überarbeitet, nach wie vor klar und übersichtlich. Hier ist nur Lob angebracht. 

Marantz-SR7012-Fernbedienung

bekannte, gute Fernbedienung

Im Lieferumfang enthalten ist eine tadellos in der Hand liegende Fernbedienung mit kompletter Beleuchtung (Taste für die Aktivierung ist seitlich untergebracht). Nicht zu viele Tasten, und nur im unteren Bereich etwas kleine Buttons – die Remote gefällt ausnahmslos. Trotzdem gibt es natürlich alternative Steuerungsmöglichkeiten.

Der SR7012 kann mit der Marantz AVR-App bedient , der Übergang zur Heos-App für die Verwendung der Streaming- und Multiroom Audio-Funktionen erfolgt nahtlos und somit sehr gelungen. Hier einige Screenshots:

Marantz_App1

Die App startet

Marantz_App2

Gerade nutzen wir Heos Music

Marantz_App3

Menü

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Verwendung der App als Ersatz für die Fernbedienung

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Surround-Parameter

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Audio-Menü der App

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Video-Justagen

Marantz_Heos_App1

Nun greift die Heos-App ein

Marantz_Heos_App2

Üppige Auswahl an Diensten, neu hinzugekommen ist Amazon Music

Marantz_Heos_App3

Wiedergabe eines Musikstücks von Spotify

Klang

Wir starten, indem wir etwas machen, was der anspruchsvolle Hörer niemals tun würde: Wir polieren Spotify-Tracks mittels Dolby Surround auf 5.1.4 auf. Ohje, wird mancher nun entsetzt ausrufen. Doch der leistungsstarke SR7012 liefert eine tolle Performance ab. Bei „Lonely Together“ von Avicii featuring Rita Ora beeeindruckt uns der SR7012 durch einen fundierten Bass, und zwar auch dann, wenn man ein 5.0.4 Setup ohne aktiven Subwoofer betreibt. Nimmt man einen leistungsstarken aktiven Basslautsprecher hinzu, sind die Ergebnisse natürlich noch beeindruckender. Es sollte sich aber um einen aktiven Subwoofer handeln, der der Leistungsstärke des SR7102 angemessen ist, wie zum Beispiel der Nubert nuLine AW-990.

Der Dolby Surround-Algorithmus, das haben wir bereits in anderen Testreihen herausgefunden, arbeitet selbst beim Aufpolieren von Stereo-Tracks mit natürlicher, echt wirkender Räumlichkeit. Klar, der Präzisions-Liebhaber wird sich mit dem Ergebnis nicht anfreunden können. Zu wenig klar können kleinere musikalische Einzelheiten geortet werden. Bei niedrigen Lautstärken ist zudem ein leichter Hall zu vernehmen. Dass es aber für das Quellmaterial richtig gut ist, wenn man einfach Spaß am Hören haben möchte, belegt auch Chers Klassiker „Believe“: Der Rhythmus kommt sauber zur Geltung, die gewollte Stimm-Verzerrung, die damals einen  neuen Trend auslöste, wird prima herausgearbeitet.

Die neue 2017er Variante des Snap-Klassikers „Rhythm is a Dancer“ von U96-Founder Alex Christensen zusammen mit dem „Berlin Orchestra“ aufgelegt, gefällt uns besonders gut. Der SR7012 entpuppt sich als sehr schnell reagierend, keine Spur mehr von den trägen, üppig auftragenden Reaktionen mancher älterer Marantz AV-Receiver. Zugleich aber klingt der SR7012 sehr homogen, schlüssig, einfach komplett. Selbst bei diesem Audio-Upscaling mittels Dolby Surround arbeitet er die Höhen-Lautsprecher stimmig ein, nicht übertrieben, aber spürbar.

Marantz-SR7012-Mikro

Audyssey-Einmessmikrofon im bekannten Design

Der zuvor erfolgte, völlig problemlose Audyssey-Einmessvorgang fördert ebenfalls nur Erfreuliches zutage: Audyssey arbeitet präzise, sorgt für eine ausgewogene Front-Surround-Balance und „beschneidet“ die Lautsprecher weder im Hochton- noch im Bassbereich. Wie sieht das Audyssey-Package beim SR7012 aus?

Der SR7012 ist mit der aktuell umfassendsten Audyssey-Suite, die enorm leistungsstarke DSP-Algorithmen beinhaltet, ausgestattet:

  • Dazu gehört im Kern natürlich die Raumakustikkorrektur Audyssey MultEQ XT32. Mit dem mitgelieferten Messmikrofon analysiert MultEQ XT32 die Wiedergabemerkmale der einzelnen Lautsprecher (einschließlich der Subwoofer) an bis zu 8 Messpunkten und erstellt exakt gesetzte digitale Filter, mit denen für die einzelnen Kanäle geeignete Frequenzgänge und Zeiteinstellungen optimiert werden.
  • Mit Audyssey Dynamic Volume werden störende Lautstärkesprünge korrigiert, die zum Beispiel bei Werbeblöcken im Fernsehen auftreten.
  • Audyssey Dynamic EQ sorgt für präzise Klangabstimmung und höchste Klarheit bei allen Lautstärkestufen.
  • Bei Audyssey Low Frequency Containment kommen leistungsstarke psychoakustische Algorithmen zum Einsatz, um im gesamten Frequenzbereich für einen ausgewogenen Klang zu sorgen, auch bei den tiefen Bässen. Gleichzeitig wird gewährleistet, dass direkt angrenzende Nachbarn und Familienmitglieder in Zimmern nebenan nicht gestört werden. Über einen mehrstufigen Einrichtungsprozess ist es möglich, die jeweils gewünschte Containment-Stufe anpassen.
  • Audyssey Sub EQ HT ermöglicht bei Konfigurationen mit zwei Subwoofern eine individuelle DSP-Abstimmung der einzelnen Subwoofer. Im Vergleich zu Konfigurationen mit einem einzelnen Subwoofer lassen sich auf diese Weise tiefere und klarer definierte Bässe erreichen.

In der jüngsten Vergangenheit zeichnete sich die größte Audyssey MultEQ XT Variante durch eine verbesserte, weil feinere und genauer ausbalancierte Gesamtwirkung und durch eine hohe Betriebssicherheit aus. Das beweist die Einmessung beim SR7012 aufs Neue. 

Wer noch weiter gehen möchte in der Optimierung durch Audyssey, dem bietet Marantz eine zusätzliche Möglichkeit.

Mit der Audyssey MultEQ Editor-App kann man die Einstellungen, die über die automatisch durchgeführte Einmessung erfolgen, in der Audyssey MultEQ Editor-App überprüfen und anpassen. Auf diese Weise lässt sich die Leistung noch präziser abstimmen, um alle spezifischen Probleme im Raum zu lösen und das Surround-Erlebnis ganz nach Ihren persönlichen Vorlieben maßzuschneidern, und zwar in folgenden Punkten:

  • Betrachten der Ergebnisse der Audyssey MultEQ-Lautsprechererkennung, um die Konfiguration zu prüfen.
  • Betrachten der Ergebnisse vor und nach der Audyssey-Kalibrierung, wodurch es ein Leichtes ist, Raumprobleme zu identifizieren.
  • Individuelle Anpassung der Audyssey-Zielkurve für jedes Kanalpaar
  • Anpassung des Gesamt EQ-Frequenz-Rolloff für jedes Kanalpaar
  • Mögliches Umschalten zwischen zwei Hochfrequenz-Rolloff-Zielkurven
  • Aktivieren/deaktivieren der Midrange-Kompensation 
  • Speicherung und Wiederherstellung von Kalibrierungs-Einstellungen

Die kostenpflichtige Audyssey MultEQ Editor-App ist für iOS und Android verfügbar und kann im Apple AppStore sowie Google Play Store erworben werden. Mit 21.99 EUR ist sie nicht eben günstig, für den sehr erfahrenen Anwender kann es sich aber lohnen, diese App zu erwerben. 

Nach diesem Exkurs steigen wir endlich in die Klangtestreihen ein. 

Nun folgt ein „Klassiker“ der Redaktion in Dolby Atmos: „Mission Impossible – Rogue Nation“ in der englischen Original-Tonspur. Wie üblich hören wir uns die Sequenz des Films an, die in Wien spielt. Schon bei der klassischen Musik, die zu Bildern des nächtlichen Wiens gespielt wird, beeindruckt uns der SR7012 durch Dynamik und Weitläufigkeit. Noch ist es viel zu früh, Vergleiche anzustellen mit anderen Modellen, daher hören wir weiter.

Die Geräusche, als Benjamin aus dem U-Bahn-Zug steigt, werden authentisch erfasst: Der aus der Station fahrende Zug, das Gemurmel der Menschenmenge. Als Benji einen Umschlag zugesteckt bekommt und er diesen öffnet, scannt die darin enthaltene Brille sein Gesicht, um zu überprüfen, ob er der „Richtige“ ist – auch solche kleinen Effekte arbeitet der Marantz sorgsam heraus. In der kurzen Szene in der U-Bahn-Station erfreut überdies die genau ausbalancierte Einarbeitung der Top Firing-Module für 3D-Sound. 

Anschließend trifft vor der Wiener Oper der österreichische Bundeskanzler nebst Ehefrau in seinem Dienst-Maybach ein. Viele Pressefotografen empfangen ihn. Das Blitzlicht-Gewitter gibt der SR7012 exakt und mit überragender räumlicher Einarbeitung wieder. 

Kurzer Sprung, nun startet Puccinis „Turandot“ im Opernsaal. Ganz gleich, ob kurze orchestrale Einlagen oder der Einsatz der Opernsängerinnen und Opernsänger – der SR7012 erfreut uns durch eine ausgewogene tonale Balance und ein hohes Maß an Realismus. Dass es sich um einen hohen Saal handelt, stellt der AV-Receiver klar heraus. Hier hört man immer wieder, und im Falle des SR7012 besonders überzeugend, wozu die objektbasierten Audioformate gut sind. Alles wirkt noch echter, der Zuhörer wird 360 Grad in allen Dimensionen eingehüllt. Die Sänger auf der Bühne sind präzise zu orten, auch die Position des Orchesters im Orchestergraben wird akkurat berücksichtigt. Auffällig – Stimmen, ganz gleich, ob sie sprechen oder singen, werden ungemein fließend in den akustischen Gesamtzusammenhang eingearbeitet, gleichzeitig erscheinen sie sehr detailliert. 

Wie ordnet sich der SR7012 ein? Klar ist, dass es keine akustischen Revolutionen mehr geben wird, zumindest vorerst. Das heißt, man muss die Kunst der stetigen Evolution anwenden, und das hat Marantz, so unsere bisherigen Eindrücke, überzeugend getan: Stimmen werden noch etwas besser eingearbeitet, die Übergänge zu den Top Firing-Modulen erscheinen noch eine Spur homogener, nahtloser. Der Bass ist enorm straff und gleichzeitig sehr kraftvoll. Auch hier zeigt der SR7012 noch mehr Kontur als ältere Marantz und auch Denon Modelle. Da auch der SR7012 noch auf analoge Endstufen setzt, ist die Erhitzung, gerade wenn der AVR im Rack steht, durchaus beachtlich. Nach rund 2 Stunden Lauf mit 75 Prozent des maximalen Pegels (alle Eco-Funktionen deaktiviert) war die Wärmeentwicklung aber nicht als bedrohlich einzustufen. Der SR7012 agiert äußerst pegelfest und liefert, wenn es richtig laut wird, noch eine Idee mehr Souveränität als die letztjährigen Sound United/D&M AVR-Modelle. Das gefällt uns sehr. 

Videosektion

Marantz SR 7012 Screenshot15

Video-Grundmenü

Eine reife Leistung beim Video-Upscaling von 1.080p auf 2.160p: Scharf und klar wird das Programmheft von „Turandot“ in der U-Bahn-Station wiedergegeben, als Benji den Umschlag öffnet. Benjis Bart, seine Frisur und seine Brille sowie die Wandtäfelung in Holz-Optik, als die Rolltreppe aus der U-Bahn-Station führt, beweisen: Der SR70102 hat ein äußerst sauberes Upscaling mit nur geringer Rauschneigung. Kein Wunder, schließlich ist Qualität verbaut: „NatureVue“ des renommierten Herstellers Analog Devices ist für die Upconversion zuständig. Hinzu kommen sehr gute vorprogrammierte Video-Modi wie „ISF Day“. Bei etwas externem Lichteinfall sieht das Bild authentisch und lebendig aus. Die Polizistin, die diejenigen kontrolliert, die in die Oper möchten, kommt hervorragend zur Geltung, man sieht auch den Glanz in den Augen und Details an der Uniform. Den Sensor, den Benji mit dem Programmheft verbindet, zeigt uns unser LG OLED55C7D nach Upscaling durch den SR7012 in allen Einzelheiten. Selbst, als es recht dunkel auf dem Screen zugeht (Blick vor Beginn von Turandot in den Orchestergraben), schafft der SR7012 klare visuelle Strukturen, ohne dass das Bild wie künstlich aufgehellt wirkt – eine Top-Leistung. 

Erstes Fazit

Marantz-SR7012-Front-Seitlich2

Der Marantz SR7012 erweist sich als rundherum stimmiger AV-Receiver, der einfach im Handling ist. Die mittels Setup-Assistent wirkungsvoll unterstützte Erst-Konfiguration, die sehr klaren OSDs oder auch die ausgezeichnet arbeitenden Apps geben keinerlei Anlass zur Klage. Sogar die mitgelieferten Fernbedienung sammelt viele Pluspunkte. Akustisch brilliert der Marantz SR7012 mit enormer Homogenität und einer überragenden Tiefenstaffelung. Die analogen Endstufen wärmen sich zwar spürbar auf, es wird aber nie bedrohlich. Auch für stark gehobene Ansprüche ausreichend ist die hervorragende Pegelfestigkeit. Zum sonstigen Qualitätsniveau passt die exzellente Videosektion.

Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. September 2017




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