XXL-PREVIEW: Marantz 11.2-Kanal-AV-Receiver SR8012 – Exzellenter Klang und volle Ausstattung

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Marantz hat seit kurzer Zeit auch einen AV-Receiver mit elf Kanälen im Angebot: Den wahlweise in schwarzer oder silbergoldener Farbgebung lieferbaren SR8012. Die Endstufen leisten jeweils 205 Watt, für hohe Stromlieferfähigkeit sorgt ein Ringkerntransformator. Der Preis für das neue Aushängeschild liegt bei 2.999 EUR. Laut Herstellerangaben ist der SR8012 der leistungsstärkste AV-Receiver in der Geschichte des japanischen Anbieters. Der Netzwerk-AV-Receiver made in Japan bietet eine Menge an derzeit aktuellen Audio- und Video-Ausstattungsmerkmalen. Dazu zählen u.a. die 3D-Audioformate Dolby Atmos, dts:X und Auro 3D, das firmeneigene HEOS Multiroom-System sowie eine HDMI-Sektion für 4K/Ultra-HD, HDR, Dolby Vision und HLG. Integriert in das AV-Receiver-Spitzenmodell von Marantz ist auch ein HEOS-Modul. Später erfolgt hier die Amazon Alexa Integration über geplantes HEOS Firmware-Update für das Bedienen des Receivers direkt per Sprachbefehl.

Marantz-SR8012-Display

„Bullauge“

Marantz-SR8012-Bedienelemente-Frontklappe

Die Hochwertigkeit der Bedienelemente unter der Klappe ist in Ordnung

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Sieht schön aus, ist aber nicht so hochwertig wie erwartet: Lautstärke-Drehregler

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Regler für die Quellwahl

Optisch gibt sich der SR8012 als typisches Marantz-Gerät zu erkennen. Das „Bullauge“, zentriert auf der Frontblende untergebracht, fungiert als „Basis-Display“. Wird die große Klappe geöffnet, sieht man ein weiteres, zweizeiliges Display, das sehr gut ablesbar ist. Ebenfalls befinden sich weitere Bedienelemente und Anschlüsse, z.B. 1 x HDMI und die Buchse für das Audyssey-Messmikrophon. Nicht so glücklich: Wie bei den günstigeren Marantz AV-Receivern bestehen der linke und der rechte Teil der gebogenen Frontblende aus Kunststoff. das dürfte bei einem Modell für satte 3.000 EUR nicht passieren, auch nicht der von der Lagerung her billig wirkende Lautstärke-Drehregler. Eine präzise Rasterung und eine exakte Lagerung wären eigentlich selbstverständlich. Wir müssen klar sagen: Was die Hochwertigkeit der Gerätefrontblende angeht, sind wir enttäuscht. Gut gefällt uns die komplett beleuchtete, im Lieferumfang enthaltene, klassische Systemfernbedienung. 

Marantz-SR8012-Fernbedienung

Systemfernbedienung, per Taste aktiviert sich die Beleuchtung

Marantz-SR8012-Mikro

Audyssey-Einmessmikrofon

Die Rückseite gibt weniger Anlass zu tadelnden Worten, weder hinsichtlich der Verarbeitung noch hinsichtlich des Umfangs. Es finden sich, wie heute schon in deutlich kleineren Preisklassen bei Marantz und Denon üblich, acht HDMI-Eingänge und drei HDMI-Ausgänge – alle entsprechen natürlich neuesten Spezifikationen und sind auch für HDR10, HLG und Dolby Vision geeignet. Über ein zukünftiges Update der Firmware kommt auch eARC in den SR8012. Dies ermöglicht objektbasiertes Audio (Dolby Atmos/DTS:X) über eine HDMI-Verbindung zum Fernseher/zu TV-Apps.  Des Weiteren stattet Marantz den SR8012 mit einer kompletten Videosektion aus. Herkömmliche SD- und HD-Bildsignale können bis auf 4K hochkonvertiert werden. Analoge Videosignale können auch zu digitalen Videosignalen gewandelt werden. ISF-Programme (Day & Night) fehlen auch nicht. 

Für hohe Stabilität im Falle der drahtlosen Netzwerkeinbindung sorgt das integrierte Dualband-WiFi (2,4 und 5 GHz). Bluetooth sowie AirPlay ergänzen den Ausstattungsumfang. Was die Wiedergabe von Hi-Res-Audio-Formaten angeht, offeriert der SR8012 all das, was üblich ist. DSD (2,8 und 5,6 MHz, kein 11,2 MHz), FLAC, ALAC und WAV werden entgegen genommen. Die Gapless-Wiedergabe ist ein weiteres Feature, das der SR8012 mit anderen AV-Receivern von Marantz und Denon teilt. Apropos hochwertige Audio-Merkmale: Der SR8012 hat einen speziellen „Moving Magnet“ Phono-Eingang. 

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Äußerst hochwertig verarbeitete Geräterückseite

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Tadellose Lautsprecherkabel-Anschlüsse

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Hinten gibt es sieben HDMI-Eingänge und drei HDMI-Ausgänge. Der achte HDMI-Eingang ist vorn untergebracht

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Unter anderem gibt es zwei koaxiale und zwei optische klassische Digitaleingänge, einen kompletten Mehrkanal-Pre-Out und einen Phonoeingang

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Klassische analoge Videoeingänge und passende Videoausgänge liefert Marantz ebenfalls mit

Außen gibt es trotz der sauber aufgebauten Rückseite einige Kritikpunkte, wie sieht es Innen aus? Hier zeigt sich der SR8012 als aufwändig aufgebaut, was schon ein Blick auf das gesamte Innenleben verdeutlicht. Ein massiver Ringkerntransformator garantiert allzeit hohe Stromlieferfähigkeit, sollte bei ohnehin hohem Grundpegel nochmals, z.B. während einer Explosion, noch mehr Energie notwendig sein, verfügt der SR8012 über großzügig bemessene Elektrolyt-Kondensatoren. Das Platinenlayout ist recht sauber, nur teilweise wirken die Chips im hinteren Bereich wie zufällig verteilt. Alle Endstufen haben identische Arbeitsbedingungen, sechs sind auf einer Seite des Ringkerntrafos, die anderen fünf auf der anderen Seite des Ringkerntrafos angeordnet. Pro Endstufen-Block gibt es einen Aluminium-Kühlkörper für eine effektive Wärmeabfuhr. Die aufwändige Signalverarbeitung erfolgt eigens über vier dedizierte SHARC-DSPs. Um eine Premium-Signalverarbeitung zu garantieren, dürfen auch entsprechende 192 kHz/32-Bit D/A-Wandler mit „Clock Jitter Remover“ für eine präzise Wandlung des digitalen in ein analoges Signal nicht fehlen.

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Der Blick von oben beweist: Es wurde an nichts gespart

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Ringkerntransformator im Inneren des SR8012 

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Sechs Endstufeneinheiten auf der einen, die fünf weiteren auf der anderen Seite des Ringkern-Transformators

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Platinenlayout, rechts im Bild die vier SHARC-DSP-Prozessoren

Streng selektierte Bauteile, die bisher nur in den Premium-Stereokomponenten von Marantz Verwendung fanden, werden im SR8012 eingesetzt. Das verkupferte Chassis des Receivers unterstützt die präzise Signalverarbeitung. Gut zu sehen ist von unten die Kupferschicht. Auch extrem hochwertige Gerätestandfüße sind zu erkennen. Somit werden potentielle Vibrationen effektiv unterbunden. Natürlich fehlen auch die Current Feedback HDAM Vorverstärker nicht, um eine erstklassige Klangreinheit sicherzustellen. 

Wenden wir uns nun der Inbetriebnahme des SR8012 zu. Typisch für ein Marantz (oder Denon) Gerät gibt es einen GUI-basierten Assistenten, der mit Hilfetexten und gut gemachten Grafiken bei der ersten Inbetriebnahme hilft.

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Es geht los. Man definiert zunächst die Sprache, in der die Einrichtung erfolgen soll

Marantz SR8012 Screenshot 2

Sinn des Ersteinrichtungs-Assistenten kurz erläutert

Marantz SR8012 Screenshot 3

Der Abgleich: Ist alles, was benötigt wird, vorhanden?

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Lautsprecher-Einstellungen

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Erklärung mit Bild, wie man richtig anschließt

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Im Bild ein 9.1 Auro 3D-Setup (kann auch für DTS:X verwendet werden)

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Im Bild ein 5.0.4 Dolby Atmos-/DTS:X-Setup

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Hier nun ein Dolby Atmos/DTS:X 5.1.4 Setup mit aktivem Subwoofer

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Prüfung, ob alle Lautsprecher richtig angeschlossen sind

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Audyssey-Einmessung

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Bestimmung der Lautsprechergrößen

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Bestimmung der Distanzen

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Netzwerkeinrichtung, wahlweise kabelbasiert oder per WLAN

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Ist der Ton zu hören? Dann kann es weitergehen

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Automatische Update-Funktionalität

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Wahl der Zeitzone

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TV-Audio-Verbindung

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Einrichten der Eingänge

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Mobile Apps

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Wie man es heute kennt: Update der Firmware ist meist notwendig

Insgesamt ist der SR8012 rasch eingerichtet, man sollte aber in den meisten Fällen noch rund 15 Minuten für ein Update der Firmware mit einkalkulieren. Schon während des Setups wird man auf die mobile AVR-App und auf die HEOS-App, die Hand in Hand miteinander arbeiten, hingewiesen. Wir haben noch einige Screenshots der problemlos und komfortabel laufenden Smartphone-Apps erstellt:

Marantz SR8012_AVR_App_Menu

Grundmenü der AVR-App

Marantz SR8012_AVR_App_Mainzone

Aktueller Eingang bei der AVR-App

Marantz SR8012_Heos_Dienste

Musikdienste sowie Zugriff auf Musik auf dem Smartphone und auf Servern/PCs/NAS-Systemen

Marantz SR8012_Heos_Album_Liste

Inhalt eines Albums vom NAS-System

Marantz SR8012_Heos_Wiedergabe

Titelwiedergabe

Was bleibt jetzt noch zu erwähnen? Als Lautsprechereinmesssystem mit Room EQ-Funktion kommt Audyssey MultEQ XT32 zum Einsatz. Inkludiert in der derzeit größten und besten Audyssey-Suite sind auch Dynamic Volume und Dynamic EQ. Der SR8012 ist zudem kompatibel zur optional erhältlichen Audyssey MultEQ Editor-App. welche präziseres Anpassen, Speichern und Bearbeiten von LS-Einstellungen ermöglicht. 

Die Ausstattung wird durch den intelligenten Eco-Modus mit drei Einstellungen, ein, aus oder Automatik, vervollständigt. 

Der SR8012 ist darüber hinaus mit einer Reihe von Funktionen ausgestattet, die verbesserte Smart Home-Steuerungsmöglichkeiten und Kompatibilität mit Integrationslösungen von Drittanbietern ermöglichen. Mithilfe der IP-Steuerungs-Funktionen kann der AV-Receiver über LAN oder WLAN gesteuert werden. Um Kompatibilität mit den Fernbedienungen anderer Komponenten des eigenen Heimkinosystems zu ermöglichen, hat der SR8012 einen Infraroteingang vorn und einen Infrarotausgang auf der Rückseite. Darüber hinaus gibt es zwei 12V-Schaltausgänge. Das Topmodell verfügt über eine serielle RS-232C-Schnittstelle zum direkten Anschließen externer Automatisierungstechnik und besitzt eine Crestron Connected-Zertifizierung für schnelle und einfache Integration mit Creston-Heimautomatisierungstechnik.

Bilanzierend beeindruckt der SR8012 mit einer kompletten Ausstattung, die den Hang zur Perfektion im Detail, nicht aber den Hang zur Innovation als besonderen Reiz mitbringt. Decoder für Arudo-3D, Dolby Atmos und DTS:X oder eine vollständige Videosektion findet man auch bei günstigeren Marantz- und Denon-Modellen. Was macht den SR8012 dann besonders? Hier wären Merkmale klassischen AVR-Baus wie ein großer Ringkerntrafo oder der durchdachte Endstufenaufbau zu erwähnen, ebenso die extrem leistungsstarke DSP-Sektion oder das unten verkupferte Chassis mit wertiger Anschlusssektion. Abzüge gibt es für den Material-Mix der Frontblende und den wenig edlen Lautstärkedrehregler. Punkte aufs Konto holt sich der SR8102 durch die einfache Installation und die zuverlässigen Apps.  

Klang

Mission Impossible „Rogue Nation“, Dolby Atmos, Kapitel 1:

Der Marantz SR8012 entwickelt eine enorme Dynamik beim Start des Militärflugzeugs und verschafft den dröhnenden Triebwerken eine räumlich nachdrückliche Wirkung. Stimmen arbeitet der SR8012 hervorragend ein und gibt sie in allen Situationen charismatisch wieder. Der Spannungsbogen, durch Stimmengewirr, Music Score und Effekte getragen, wird vom großen Marantz sehr glaubwürdig vermittelt. Der Titel-Music Score, der sich der Eröffnungssequenz anschließt, wird dicht, kraftvoll und im Hochtonbereich klar wiedergegeben. Selbst bei enormer Lautstärke bleibt der SR8012 souverän und neigt nicht zur schrillen Wiedergabe. Die ruhigere Sequenz im Plattenladen in London beweist ein weiteres Mal, wie ausgewogen der Marantz Stimmen präsentiert und wie gut auch kleinere Effekte, die sonst gerne einmal „unter den Tisch fallen“, einarbeitet. Die große Sorgfalt und die sehr feinfühlige Abstimmung zeichnen den großen AV-Receiver ganz besonders aus.

Wir wenden uns der Wien-Sequenz zu. Kurz wird gleich zu Beginn des Kapitels die österreichische Hauptstadt bei Nacht gezeigt, dazu ertönt klassische Musik. Mit Dynamik und exakter räumlicher Verteilung kann sich der SR8012 hier bestens in Szene setzen. Nun ist man inmitten einer belebten U-Bahn-Station, gegenüber des Wiener Opernhauses. Benjamin Dunn steigt aus dem U-Bahn-Zug, und er bekommt einen Umschlag mit für die Operation wichtigen Utensilien ausgehändigt. Die Spezialbrille scannt Benjis Gesicht, dieses Geräusch kommt klar heraus. Ebenso die weiteren Geräusche, wie die sich bewegenden Menschenmassen und der weiterfahrende U-Bahn-Zug.

Nun begibt sich Benjamin zum Opernhaus, vor dem gerade der österreichische Bundeskanzler mit seiner Ehefrau in seinem Dienst-Maybach vorfährt. Das Blitzlichtgewitter, welches nun folgt, stellt der Marantz, wie wir es nun schon kennen, mit sehr guter Tiefenwirkung und hoher Präzision dar. Wenige Minuten später startet die Oper „Turandot“ von Puccini, und den Beginn präsentiert uns der SR8012 sehr dynamisch, mit sehr viel Struktur, die Präzision nimmt auch bei großer Lautstärke nicht ab. Die Stimmen der Opernsängerinnen und Opernsänger beweisen, was wir schon fast zu wissen glaubten: Sehr gut strukturiert, mit feiner Ausprägung vokaler Details. So macht Hören Freude, auch wenn man äußerst anspruchsvoll ist und nicht nur einfach ein nachdrückliches Effektgewitter, sondern auch ein kultiviertes, exaktes Klangerlebnis serviert bekommt. Die Schlägerei zwischen Hunt und seinem Widersacher hoch oben über der Bühne stellt ebenfalls die besonders ausgeprägten Talente des SR8012 klar: Präzise, mit Härte und Substanz, kommen die Faustschläge zur Geltung.

Auro-3D Demo-Disc 2014, Trondheim Solistene, Ved en Unf Kunstners Baara (Carl Nielsen), Auro-3D 9.1:

Klar, ungemein dicht, facettenreich, mit fein dosierter Strahlkraft der Streicher, so bringt der SR8012 das Musikstück zur Geltung. Auf höchstem Niveau ist die Ausarbeitung der Dynamiksprünge, die Endstufen stehen sofort bereit. Einen aktiven Subwoofer benötigt der bärenstarke Marantz keinesfalls zwingend, mit großen Standlautsprechern vorn, die einen entsprechenden Tiefgang realisieren können, ist man bestens bedient. Beim hier vorliegenden Titel ist es faszinierend, wie stark das Gefühl beim Hörer ist, inmitten des Geschehens zu sein. Das ist wirklich 360 Grad-Surround ohne Lücken, ohne spürbare Übergänge. Auch eingefleischte Stereohörer oder Liebhaber „reiner“ 5-Kanal-Aufnahmen werden überrascht sein: Es gibt keine Präzisionsverluste, keine störenden Verschiebungen, keinen Hall-Anteile. Man sitzt sozusagen inmitten der Musik. Dass diese enorme Räumlichkeit manche Sinne überfordern dürfte, steht auf einem anderen Blatt, aber dafür kann weder der SR8012 noch das exzellent abgemischte Quellmaterial etwas.

Auro-3D Demo-Disc 2014, Flint Juventino Beppe, Flötenkonzert Nr. 2, Mrala, Auro-3D 9.1:

Wie machtvoll und kräftig der SR8102 operiert, verdeutlicht er auch beim zweiten Stück, ebenfalls in Auro-3D 9.1 Man kann über den extravaganten Musikstil geteilter Meinung sein, die Leistungsstärke des Marantz steht außer Frage. Mit ungemein akkurat dargebrachter Dynamik und einer auch bei 80 % maximaler Lautstärke noch souveräner, nie aggressiver Tonalität strebt der 3.000 EUR-AVR voran. Kleinste dynamische Unterschiede schält er beeindruckt deutlich heraus, seine analogen Endstufen erwärmen sich zwar spürbar, aber selbst dann, wenn der SR8012 nach oben nur wenige Zentimeter in einem Rack z.B. zur Verfügung hat, wird er nicht über Gebühr heiß. Auch bei hohem Pegel werden die Blechbläser noch eindrucksvoll fundiert mit Schmiss präsentiert – eine Leistung, wie man sie nur selten zu hören bekommt.

Video

Mission Impossible, Rogue Nation: Im Modus “ISF Night” liefert der SR8012 ein lebendiges Bild mit hoher Detaillierung, wie gleich in der ersten Szene man an den Grashalmen und an Luthers Lederjacke beispielsweise sehen kann. Auch kurze Zeit später, als der Militär-Airbus auf der Landebahn sichtbar wird, modelliert der AVR die Asphalt-Oberfläche sauber heraus, das gleiche gilt für die Außenhaut des Flugzeugs. Als Ethan am Airbus hängt, arbeitet der Marantz sogar die Stoffoberfläche seines Anzugs korrekt heraus, es kommt kaum zu Flimmern oder anderen Störungen.

Das Scalingrauschen ist erkennbar, fällt aber erst, wenn man nur 30 bis 45 cm vom TV entfernt sitzt, wirklich auf. Was der Marantz kann, sieht man deutlich, als die Giftgas-Behälter herangezoomt werden. Also der Piccadilly Circus in London bei Nacht aus der Vogelperspektive zu erkennen ist, modelliert der SR8012 die Details der fahrenden Autos und der Reklametafeln sehr gut heraus, die Bildschärfe überzeugt auch bei kleinen Einzelheiten absolut. Wir wissen nicht, was Marantz im Vergleich zu den kleineren Modellen an der Videosignalverarbeitung verändert hat – ob überhaupt etwas wissentlich optimiert wurde -, aber wir haben den Eindruck, dass der SR8012 noch eine Idee plastischer, schärfer und lebendiger darstellt.

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Wie gewohnt, erfüllen die ISF-Modi hohe visuelle Ansprüche und verlangen nach einem passenden Display. Moderne OLED-UHD-TVs wie unser Philips 55POS9002 eignen sich exzellent für eine stimmige Zusammenarbeit mit dem SR8012. Im Plattenladen in London arbeitet der Marantz die Cover in vielen Details sehr gut heraus, er vermittelt darüber hinaus einen ausgezeichneten Eindruck von der tatsächlichen Tiefe des Geschäftsraumes. Nicht ganz überzeugt der SR8012, als die nächtliche Kulisse Wiens einige Zeit später erkennbar ist, während der kurzen Kamerafahrt ist leichtes Ruckeln zu erkennen.

Schwamm drüber, im Anschluss punktet der SR8012 wieder. Benjamins Fungerkuppen, als der sein Smartphone hält, die Rolltreppe in der U-Bahn-Station von oben oder aber das prächtige Treppenhaus der Winer Oper: Der Marantz holt viele Details aus der Quelle heraus, skaliert sauber hoch und bietet eine feine Kontraststaffelung.

Erstes Fazit

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Der SR8012 sorgt mit extremer akustischer Performance für große Begeisterung. Dynamisch, gleichzeitig feinfühlig, hoch auflösend, kraftvoll zupackend: Er lässt sich nichts vormachen und wird zu einem sehr ernsthaften Kontrahenten für den Onkyo TX-RZ3100. Mit der überragenden Videosektion und dem sorgfältigen Aufbau innen sammelt der Marantz weitere Punkte. Die Verarbeitung der Frontblende, insbesondere auch die Materialwahl, zeigt Verbesserungspotential auf. Sehr gut gefällt uns das durchdachte Bedienkonzept. 

Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 06. Februar 2018

 

Special: Carsten Rampacher
Bilder: Marantz PR
Datum: 13. Oktober 2017




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