VERGLEICHSTEST: Bluetooth-Lautsprecher von JBL, Harman, Teufel, Dockin, Denon und Canton (140 bis 180 EUR)

Bluetooth-Lautsprecher sind mittlerweile kein Trendprodukt mehr, sondern gehören schlichtweg zum „guten Ton“ in jedem Produkt-Portfolio. Wir haben nun verschiedene Vertreter der Liga um 140 bis 180 EUR miteinander verglichen (alle genannten Preise sind Marktpreise): 

JBL Charge 3 Front Seitlich2JBL Charge 3, um 135 EUR

Teufel_Bamster_front3Teufel Bamster, 139,99 EUR

dockin_d_fine_front2

Dockin D Fine, 139,95 EUR

Denon Envaya Front Seitlich1Denon Envaya, um 140 EUR

Canton MusicBox S TitelCanton Musicbox XS, rund 162 EUR

Harman Kardon Esquire 2 Front Seitlich3Harman/Kardon Esquire 2, ab ca. 175 EUR

Elementare Daten:

Akkulaufzeiten:

  • JBL Charge 3: 20 Stunden
  • Teufel Bamster: 12 Stunden
  • Dockin D Fine: 10 Stunden
  • Denon Envaya: 10 Stunden
  • Canton Musicbox XS: 10 Stunden
  • Harman/Kardon Esquire: 8 Stunden

Denon Envaya Seitenansicht

Der Envaya ist schon älter, bietet aber genauso 10 Stunden Akkulaufzeit wie deutlich jüngere Kontrahenten

Bluetooth-Standard und Features:

  • JBL Charge 3: Bluetooth 4.1 ohne aptX, Kopplung von 3 BT-Zuspielern gleichzeitig, Kopplung von mobilen JBL Lautsprechern mittels JBL Connect
  • Teufel Bamster: Bluetooth 4.0 mit aptX, Kopplung von 2 Devices gleichzeitig möglich
  • Dockin D Fine: Bluetooth 4.0 + EDR, kein aptX, kein NFC, nur 1 Device gekoppelt
  • Denon Envaya: BT mit aptX und NFC, Kopplung von bis zu 3 Devices gleichzeitig
  • Canton Musicbox XS: Bluetooth 4.0 mit aptX und NFC, Kopplung von 2 Musicbox XS zum Stereo-Paar möglich
  • Harman/Kardon Esquire: Bluetooth 4.1 ohne aptX, Kopplung von 2 Zuspielern gleichzeitig

Teufel_Bamster_steuerrad_led_beleuchtung

Schick und talentiert: Der Bamster kommt mit aptX und erlaubt die Kopplung von 2 BT-Zuspielern gleichzeitig

Gesamtleistung:

  • JBL Charge 3: 2 x 10 Watt
  • Teufel Bamster: 15 Watt (RMS)
  • Dockin D Fine: 50 Watt
  • Denon Envaya: Keine Angabe
  • Canton Musicbox XS: 60 Watt
  • Harman/Kardon Esquire: 2 x 8 Watt

Canton MusicBox XS Bedienelemente

Laut Hersteller bringt die Musicbox XS mit 60 Watt die höchste Ausgangsleistung mit

Chassis-Bestückung, sofern bekannt:

  • JBL Charge 3: 2 x 50 mm Vollbereichstreiber plus seitliche Passivradiatoren
  • Teufel Bamster: 2 Breitband-Chassis plus 2 Passiv-Radiatoren
  • Dockin D Fine: 2-Wege-System, 2 Hochtöner plus 2 Tiefmitteltöner, 2 x Passivradiatoren
  • Denon Envaya: Zwei 57 mm Vollbereichstreiber plus 100 mm Passivmembran
  • Canton Musicbox XS: 1 x 85 x 35 mm Tieftöner, 2 x 40 mm Hoch-/Mitteltöner
  • Harman/Kardon Esquire: 4 x 32 mm Vollbereichstreiber

Spritzwassergeschützt:

  • JBL Charge 3: Ja, IPX7
  • Teufel Bamster: Nein
  • Dockin D Fine: Ja, IP55
  • Denon Envaya: Nein
  • Canton Musicbox XS: Nein
  • Harman/Kardon Esquire: Nein

JBL Charge 3 Seitenansicht

Besonders robust und spritzwassergeschützt ist der Charge 3

 

Auflademöglichkeit für Smartphone via USB: 

  • JBL Charge 3: 
  • Teufel Bamster: Ja
  • Dockin D Fine: Ja
  • Denon Envaya: Ja
  • Canton Musicbox XS: Nein
  • Harman/Kardon Esquire: ja

Freisprecheinrichtung:

  • JBL Charge 3: Ja
  • Teufel Bamster: Ja
  • Dockin D Fine: Ja
  • Denon Envaya: Nein
  • Canton Musicbox XS: Nein
  • Harman/Kardon Esquire: Ja

Harman Kardon Esquire 2 Detail Seitlich

Der Esquire bietet eine besonders gute und technisch aufwändige Freisprecheinrichtung

Mitgeliefertes Zubehör:

  • JBL Charge 3: Netzteil plus Ladekabel
  • Teufel Bamster: Micro USB-Kabel, 3,5 mm Klinkenkabel
  • Dockin D Fine: Tragetasche, 3,5 mm Audiokabel, Micro USB-Kabel
  • Denon Envaya: 4 farblich unterschiedliche Gitter zum Austausch, Tragetasche nur optional
  • Canton Musicbox XS: Steckernetzteil
  • Harman/Kardon Esquire: Micro USB-Kabel

dockin_d_fine_beutel

Nur Dockin liefert einen Transportbeutel mit

Lieferbare Farben:

  • JBL Charge 3: Schwarz, Königsblau, Grau, Rot, Mint
  • Teufel Bamster: Schwarz, Silbern
  • Dockin D Fine: Graumetallic-Schwarz-Kombination
  • Denon Envaya: Weiß oder Schwarz
  • Canton Musicbox XS: Lack schwarz seidenmatt, Lack titan
  • Harman/Kardon Esquire: Gold, Silbergrau, Schwarz
Feststellungen

Generell wird wenig Zubehör mitgeliefert. Transporttaschen sind eine Seltenheit. Nur zwei der sechs Kandidaten sind spitzwasserfest. Nur JBL und Denon unterstützten das Koppeln von bis zu 3 Devices. Bei Canton und Denon fehlt die Freisprecheinrichtung. JBL und Harman bieten kein aptX, hier stellt sich aber die berechtigte Frage, wer das braucht. Ähnliches gilt auch für NFC. Canton bietet keine Auflademöglichkeit fürs Smartphone – damit hat die Musicbox XS leider die schlechteste Ausstattung, trotz aptX und NFC. Die längste Akkulaufzeit bietet mit 20 Stunden der Charge 3, die 8 Stunden des Esquire sind unzureichend. JBL und Canton offerieren die Möglichkeit, 2 Lautsprecher miteinander zu koppeln. Was die Chassis-Bestückung angeht, gibt es meist Vollbereichstreiber, die mit passiven Radiatoren für mehr Basskraft gekoppelt sind. Dockin leistet sich den Luxus eines echten 2-Weg-Systems. JBL bietet die größte Farbauswahl, gefolgt von Harman. Denon, Teufel und Canton bieten 2 Farbversionen, Dockin nur eine Variante. 

Ranking
  1. JBL Charge 3
  2. Harman/Kardon Esquire, Teufel Bamster
  3. Dockin D Fine
  4. Denon Envaya
  5. Canton Musicbox XS
Verarbeitung

JBL Charge 3 Bedienelemente Oberseite2

Robust verarbeitet: Der Charge 3

Der JBL Charge 3 kommt robust und solide daher. Je nach gewählter Farbe wirkt er zurückhaltend oder progressiv. Die Materialqualität ist für die Preisliga sehr gut, so edel wie manch anderer Konkurrent wirkt er aber nicht. Dafür ist er spritzwassergeschützt.

Teufel_Bamster_detail_links_ls_gitter

Hochwertigkeit dominiert beim Bamster

Der Teufel Bamster ist überragend verarbeitet und gefällt mit dem schicken Alu-Body. Auch der Lautstärkedrehregler wirkt hochwertig und stylish. Leider ist der Bamster nicht spritzwassergeschützt, was laut dem Hersteller nur an einer Kleinigkeit liegt: Keine Abdeckung über den Anschlüssen.

dockin_d_fine_verarbeitung

Gute, aber nicht perfekte Materialqualität, recht geringe Spaltmaße

Der Dockin D Fine schlägt sich sehr gut. Ganz so edel wie der gleich teure Bamster ist der BT-Speaker nicht, aber geringe Spaltmaße und gut integrierte Bedienelemente sprechen für ihn. Der D Fine ist spritzwassergeschützt. 

Denon Envaya Anschluesse Seitlich

Der Kunststoff des Envaya-Gehäuses wirkt nicht besonders edel

Nicht perfekt schneidet der Envaya ab. Er ist zwar gut verarbeitet, die Materialqualität aber überzeugt nicht mehr vollständig. Zu einfach wirkt der hochglänzende Kunststoff, da helfen auch die austauschbaren Farb-Folien nicht. 

Canton MusicBox XS Detail

Diamond-Cut am Rand des Gehäuses

Die Canton Musicbox XS leistet sich keinen Schnitzer, nur der große Musicbox-Schriftzug wirkt billig. Ansonsten herrscht eitel Sonnenschein, mit Alu-Gehäuse und Diamond-Cut-Gehäuserand. 

Harman Kardon Esquire 2 Verarbeitung

So nobel wie der Esquire ist keiner 

Meister der Noblesse: Der Harman/Kardon Esquire liefert eine Glanzvorstellung ab. Edle lieferbare Gehäusefarben und eine nahezu perfekte Material- und Verarbeitungsqualität küren den Esquire hier zum Sieger.

Ranking
  1. Harman/Kardon Esquire
  2. Teufel Bamster
  3. Canton Musicbox XS
  4. JBL Charge 3
  5. Dockin D Fine
  6. Denon Envaya
Klang
JBL Charge 3

Der günstigste Lautsprecher (laut Marktpreis) setzt sich überlegen an die Spitze. Der JBL Charge 3 klingt absolut vollwertig und kann im kleinen Studentenzimmer sogar als Erstlösung durchgehen. Klar, ein Esquire oder auch eine Musicbox XS lösen besser auf – aber dieser Nachdruck, diese Räumlichkeit, dieser angenehm volle, dichte Klang – das begeistert schlichtweg. Pegelfest ist der kompakte Charge 3 auch noch, und weibliche wie männliche Stimmen klingen authentisch und angenehm. Am Charge 3 führt auch aus akustischer Sicht derzeit kein Weg vorbei.

Teufel Bamster

Der Teufel Bamster zeigt sich als angenehmer, kultivierter Begleiter, der eine echte Räumlichkeit entwickelt und sich für alle Musikstile eignet. Zusammen mit dem Charge 3 und der Musicbox XS ist er der Universalist. Dockin und Envaya sind besonders für seriöse Anwender geeignet – wenngleich man schon auch andere Musikrichtungen damit hören kann -, der Esquire ist der Klassik- und Jazz-Experte. Den Bamster kann man nicht auf dem falschen Fuß erwischen, es reicht aber nicht für absolute Spitzenleistungen in einer Einzeldisziplin, ähnlich wie beim Dockin. 

Dockin D Fine

Der Dockin D Fine schlägt sich als kultivierter, natürlich klingender Bluetooth-Lautsprecher tadellos, erzielt aber in keiner akustischen Einzeldisziplin die Bestleistung. Seine Auslegung ähnelt etwas dem Denon Envaya, auch der D Fine punktet mit ehrlichem Sound. Er ist keiner, der überzieht, keine schrillen Höhen, keine zu nachdrücklichen Bässe. Dafür ist das Auflösungsvermögen erstaunlich gut, nur der Esquire bietet hier noch mehr. Mit seinem guten Fundament im Tieftonbereich ist der D Fine für Tracks mit höherem Bassanteil gut geeignet. 

Denon Envaya

Der Denon Envaya überzeugt uns mit seinem impulstreuen sowie lebhaften Klang. Der Bassbereich ist recht präzise, aber nicht so füllig wie bei manchem Konkurrenten. Denon legt Wert auf einen authentischen, seriösen Klang, den auch der Klassik- oder Jazz-Liebhaber schätzt, wenn er auf der Suche nach einem Bluetooth-Lautsprecher ist. Allerdings reichen die Reserven des Envaya auch aus, um Dance oder Pop-Titel in tadelloser Güte zu präsentieren. Auch, wenn es den Denon Bluetooth-Speaker schon seit 2014 gibt, gehört er akustisch immer noch zu den empfehlenswerten Alternativen. 

Canton Musicbox XS

Die edle Musicbox XS macht akustisch praktisch alles richtig. Die Pegelfestigkeit ist gut, das Auflösungsvermögen gleichauf mit dem überraschend guten Dockin. Hier ist der Esquire der beste Kandidat. Räumlich und angenehm, kann man der Musicbox XS auch über längere Zeit zuhören. Nie wird der Sound aufdringlich oder störend. Die tadellose Stimmwiedergabe ist auch hervorzuheben.

Harman/Kardon Equire

Der Esquire ist der Meister der Auflösung und der Stimmwiedergabe. Wie schön – anders kann man es kaum umschreiben – Stimmen präsentiert werden, verdient höchsten Respekt. Für Klassik oder Jazz ist der noble BT-Speaker daher absolut zu empfehlen. Aufgrund der Auslegung und der Bauform läuft im Bassbereich nicht besonders viel. Für Dance- oder Trance-Liebhaber gibt es daher bessere Alternativen. 

Feststellungen

Interessant ist, dass die tasächliche Pegelfestigkeit und die Watt-Angaben der Hersteller in keinem direkten Verhältnis zueinander stehen. Nur beim Esquire decken sich die 2 x 8 Watt mit den geringsten möglichen Pegeln, der Bamster, obwohl mit 15 Watt sogar nach dem Datenblatt schwächer, kann in der Praxis aber vorbeiziehen. Der Charge 3 hat laut Datenblatt aber nur 2 x 10 Watt, steckt aber den Dockin, der angeblich 50 Watt bietet, bezüglich der maximal erzielbaren Pegel in die Tasche. Die Canton Musicbox bringt 60 Watt mit. Er ist auch wirklich pegelfest, muss sich aber auch dem Charge 3 beugen. Denon macht überhaupt keine Watt-Angaben zum Envaya. In der Praxis reicht die Leistung des Class D-Verstärkers aber problemlos für die meisten Anwendungen aus. 

Die Wertungen

Basskraft:

  1. Charge 3
  2. Musicbox XS
  3. D Fine
  4. Envaya, Bamster
  5. Esquire

Räumlichkeit:

  1. Charge 3, Musicbox XS
  2. Envaya
  3. Bamster, D Fine, Esquire

Stimmwiedergabe:

  1. Esquire
  2. Musicbox XS, Charge 3
  3. Bamster, D Fine, Envaya

Gesamtes Auflösungsvermögen:

  1. Esquire
  2. Musicbox XS, Envaya
  3. Bamster, D Fine, Charge 3

Pegelfestigkeit

  1. Charge 3
  2. Musicbox XS
  3. Envaya, D Fine
  4. Bamster
  5. Esquire
Fazit

JBL Charge 3 Front Seitlich2

Strahlender Sieger: Der JBL Charge 3 setzt sich souverän an die Spitze

Klare Sache im Vergleichstest: Der preisgünstige, robuste JBL Charge 3 holt sich überlegen den Sieg. Drei der fünf akustischen Einzelwertungen entscheidet er für sich und bringt akustisch keinen wirklichen Nachteil mit. Zudem bietet der Akku eine lange Laufzeit, und es können bis zu 3 BT-Devices parallel mit dem Charge 3 verbunden werden. Spritzwasserfest ist er ebenfalls, die Akkulaufzeit ist exzellent. 

Wir verzichten auf die Vorstellung eines Zweit- und Drittplazierten, was aufgrund der Leistungsdichte auch kaum möglich wäre. Daher zählen wir die Vor- und Nachteile der anderen Geräte ohne spezielle auf die Fähigkeiten bezogene Reihenfolge auf. 

Denn alle anderen Teilnehmer haben auch zahlreiche Vorteile – so der Harman Esquire, der zwei akustische Einzelwertungen gewinnen kann, dafür aber bei Pegelfestigkeit und Basskraft den letzten Platz belegt. Dafür sieht er am edelsten aus. Viel Leistung fürs Geld bekommt man auch beim Denon Envaya, der mit seinem fairen Marktpreis und natürlichem Klang aufwarten kann. Bei der Materialqualität und der gesamten Optik ist er nicht mehr „up to date“, auch die Akkuleistung liegt bestenfalls im Mittelfeld. Optisch eine Wucht ist die Musicbox XS von Canton. Enorm edel, sauber verarbeitet, gefälliger Sound. Ein richtig gutes Produkt, an dem man leider kein Smartphone aufladen kann. Schade. Die 10 Stunden Akkulaufzeit sind nur Durchschnitt. Und: Wassergeschützt ist die Musicbox XS auch nicht. Das ist auch ein Nachteil des Design-Meisterwerks Teufel Bamster. Es gibt kaum einen anderen Bluetooth-Lautsprecher mit einem so großen Wiedererkennungswert. 12 Stunden Akkulaufzeit gehen in Ordnung, der Klang ist lebendig sowie ausgewogen. Richtig gut gefällt uns auch der D Fine von Dockin. Spritzwasserfest, gleichzeitig optisch edel – die Materialqualität ist nur etwas schlechter als bei Esquire, Bamster und Musicbox XS. 


JBL Charge 3
Testsieger Bluetooth-Lautsprecher bis 200 EUR
23. Februar 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23. Februar 2017




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