VERGLEICHSTEST: Bluetooth-Adapter von Logitech, Homespot und Philips – empfehlenswert für die preiswerte Aufrüstung von AV-Receivern ohne BT?

Wer noch einen älteren AV-Receiver ohne integrierte Bluetooth-Schnittstelle verwendet, die Möglichkeit des kabellosen Streamings aber sehr schätzt, dem kann preiswert geholfen werden. Zwar haben einige AV-Receiver-Hersteller auch BT-Dongles im Zubehörangebot, diese sind aber richtig kostspielig und daher oft unrentabel. 

Wir haben uns auf dem „freien“ Zubehörmarkt umschaut und vergleichen in diesem Test drei Produkte miteinander. 

Logitech

Bluetooth Adapter Vergleich Logitech Bluetooth 1

Lieferumfang

Bluetooth Adapter Vergleich Logitech Bluetooth 5

Der Adapter im schicken Design

Bluetooth Adapter Vergleich Logitech Bluetooth 4

Rückseite

Bluetooth Adapter Vergleich Logitech Bluetooth 3

Von schräg hinten

Bluetooth Adapter Vergleich Logitech Bluetooth 2

von vorn

Zunächst haben wir für aktuelle Marktpreise von knapp 30 EUR einen Bluetooth-Adapter mit BT 3.0 von Logitech im Angebot. Dieser verspricht zum kleinen Preis gute Ausstattung. Dank Multipoin-Bluetooth ist es möglich, zwei Geräte parallel mit dem Adapter zu verbinden. In der Praxis haben wir es mit iPhone 6 und iPhone 6S Plus ausprobiert – es funktioniert absolut zuverlässig und problemlos. Logitech verspricht überdies eine hohe Reichweite von bis zu 15 Metern. In der Praxis sind es gut 12 Meter, auf jeden Fall mehr als die sonst bei BT-Übertragungsreichweite üblichen 10 Meter.

Dass die erste Kopplung etwas Zeit in Anspruch nimmt, ist nicht weiter schlimm, denn immerhin funktioniert alles zuverlässig. Der Logitech-Adapter führt sich also sehr gut ein, das kleine Kästchen ist überdies zwar nicht sensationell, aber gut verarbeitet und extrem kompakt. Die Optik mit der blauen Beleuchtung gefällt uns besonders gut und lässt den Adapter edler als die Konkurrenten wirken. Dass Logitech auch noch entsprechende Verbindungskabel mitgeliefert, so dass man sofort loslegen kann, begrüßen wir ebenfalls. Top – es gibt einen 2-Kanal-Stereo-Cinch-Eingang und noch eine 3,5 mm Miniklinken-Eingang hinten. Nicht besonders gut: Das mitgelieferte Netzteil ist mit festem Kabel ausgestattet. So muss man es in eine Steckdose nahe dem AV-Receiver oder Stereoverstärker suchen. Praktischer wäre hier ein USB-Kabel mit externem Netzteil gewesen. Verfügt nämlich z.B. der AV-Receiver über einen Front-USB-Eingang, den man auch für die Stromversorgung einsetzen kann, könnte man den Bluetooth-Adapter einfach anschließen. Unsere Marantz AV-Vorstufe AV8802A hat z.B. einen solchen Eingang. So aber musste eine freie Steckdose her.

Leider ist, als wir den Adapter mit den Cinch-Eingängen des Marantz auf der Front (AUX1) verbinden, der Pegel deutlich zu niedrig. Abhilfe schafft ein Ausflug ins Menü der AV8802A Vorstufe: Im Menü „Eingänge“ einfach „Eingangspegel“ auswählen, dann zu „analoge Eingänge“. Wir haben den Pegel deutlich auf + 5 dB angehoben, nun geht „die Post ab“. Die extrem stabile Verbindung ist hervorragend, auch, dass es nicht zu unschönem Rauschen kommt, wenn gerade kein Signal anliegt, spricht für das Logitech-Produkt. Nicht ganz so toll: Logitech garantiert zwar laut eigener Aussage „eine herausragende Akustik“, die Integration des Standards aptX hielt man aber nicht für nötig, vielleicht auch Tribut an die Preisklasse.

Akustisch lässt sich der Adapter aber wirklich nichts vorwerfen. Wir testen an den exzellenten Canton Chrono SL 586 und lauschen den Klängen des 007-Titelsongs „Moonraker“ von Shirley Bassey. Absolut störungsfrei, kein Rauschen, keine Artefakte, solider, klarer Bass, prima Stimmwiedergabe. Alles läuft rund, so stellen wir uns das vor. Auch „Goldeneye“ (Tina Turner, aus dem gleichnamigen Bond-Movie) punktet mit der stabilen Wiedergabe. Klar und lebendig, homogen und räumlich sauber kommt der Song heraus. Der Trance-Track „Raptor“ von Digital X macht durch den straffen, impulstreuen Bass und die räumlich akkurate Ausbreitung der elektronischen Effekte ebenfalls Spaß. Bleibt „Focus“ von Ariana Grande. Auch hier leistet sich der Logitech-Adapter keine Fehler und sichert eine stabile, klanglich saubere Übertragung. Wir können dem preislich sehr fairen Adapter nur eine Kaufempfehlung aussprechen. In unserem Dreier-Vergleich gewinnt der Logitech-Adapter durch extrem kompakte Abmessungen, gute Ausstattung inklusive Multipair, sehr stabile Verbindung, die längste mögliche Verbindungsdistanz und den überzeugenden Klang. 

Tadelloser Bluetooth-Adapter mit Multipairing für kleines Geld
ausgezeichnet
Test Bluetooth-Adapter zum Nachrüsten
14. März 2016
HomeSpot 

Bluetooth Adapter Vergleich HomeSpot 4

USB-Netzkabel, sehr praktisch

Bluetooth Adapter Vergleich HomeSpot 3

Von schräg hinten

Bluetooth Adapter Vergleich HomeSpot 2

Mit NFC

Bluetooth Adapter Vergleich HomeSpot 1

Lieferumfang

Das nächste Produkt kommt von HomeSpot und kostet rund 26 EUR. Sehr gute Kundenbewertungen, ähnlich wie bei der Logitech-Lösung, ermutigen uns auch hier zu einer gewissen Anspruchshaltung. Die Verarbeitung des kleinen Kästchens ist ebenso wie bei Logitech nicht wirklich hochwertig, aber für den Preis absolut ok. Es fehlt auch der Zweikanal-Stereo-Cinch-Anschluss, es gibt nur Miniklinke. Das ist aber in der Praxis nicht weiter schlimm, da entsprechende Adapterkabel mitgeliefert werden. Top ist die Ausstattung: Bluetooth 4.0 als Standard, für die besonders einfache Kopplung mit Android-Smartphones und -Tablets ist auch NFC an Bord. Als mögliche maximale Entfernung spricht der Hersteller sogar von 20 Meter. Das entpuppt sich in der Praxis als nicht zutreffend. Nicht einmal 10 Meter entfernt man sich und schon kommt es zu Unterbrechungen. Hier war der Logitech-Adapter besser.

Gut: Das USB-Ladekabel. Das haben wir beim Logitech-Adapter bemängelt, hier ist es sinnvoll ausgeführt. Zudem wirkt die Einheit Ladekabel-Ladegerät hochwertiger als bei Logitech. Es ist darauf zu achten, dass das 3,5 mm Miniklinkenkabel auch komplett in der Buchse steckt, fehlt auch nur ein mm, kommt es zu Störungen. Steckt es hingegen fest, verläuft alles tadellos. Es ist auch hier ratsam, den Pegel des analogen Fronteingangs beim Marantz AV8802A etwas hochzuregeln, + 5 dB haben wir auch hier gewählt – reichen würden auch + 3 dB.

Die Klangqualität in einem Radius zwischen 1 und rund 8 Meter zwischen Smartphone und dem kompakten BT-Kästchen ist ausgezeichnet. Auch der Homespot-Empfänger leistet sich keinen Schnitzer. Leider fehlt das Multi-Pairing hier, allerdings merkt sich der HomeSpot die 8 zuletzt gekoppelten Devices. Mit dem zuletzt gekoppelten Device verbindet sich der Empfänger automatisch. Wir starten basskräftig durch – mit der Freischwimmer-Club-Version des Klassikers „California Dreamin“ im Mix von Calvo. Solide und impulstreu erfolgt die Bassdarstellung, der Klang ist klar und lebendig. Auch bei der Tom Dot Kom-Version des 80er Jahre-Hits „One Night In Bangkok“ haben wir an der Wiedergabequalität des Home Spot-Adapters keine Kritik. Die rundherum überzeugende Basswiedergabe ist sehr gut, der Klang ist angenehm und doch nicht fade. Hier wird das identische Niveau wie beim Logictech-Pendant geboten. Bei „Moonraker“ scheint der Home Spot sogar noch eine Idee detailreicher und frischer zu agieren, allerdings klingt der Logitech-Adapter noch harmonischer, runder.

Trotzdem: Das Produkt der außerhalb von Fachkreisen eher unbekannten Firma entpuppt sich als echter Geheimtipp, denn die Güte der Wiedergabe ist wirklich so gut, dass man kaum einen Unterschied zu BT-Modulen bemerkt, die in aktuellen AVRs verbaut sind. Auch „Goldeneye“ verdeutlicht dies, Tina Turners Stimme kommt tadellos und mit akkuraten Konturen heraus. Rauschen leistet sich der HomeSpot-Adapter nur in sehr geringem Umfang – eine rundherum gute Performance. Der Logitech-Adapter rauscht allerdings noch weniger. 

Klarer und frischer Klang sowie Bluetooth 4.0 plus NFC für wenig Geld
sehrgut
Test Bluetooth-Adapter zum Nachrüsten
14. März 2016
Philips AEA2500

Bluetooth Adapter Vergleich Philips AEA2500 4

Von schräg hinten

Bluetooth Adapter Vergleich Philips AEA2500 3

Anschlusssektion

Bluetooth Adapter Vergleich Philips AEA2500 2

Von oben – das Weiße sind Spiegelungen unserer Lampen im Fotostudio und keine Klebestreifen-Reste

Bluetooth Adapter Vergleich Philips AEA2500 1

Lieferumfang

Das dritte Produkt stammt von Philips. Mit rund 36 EUR ist der AEA2500 am teuersten. Es ist in drei Varianten in leicht unterschiedlichem Design lieferbar. Die einfachste Version AEA2000 kommt auf knapp 30 EUR, hier gibt es Bluetooth 2.1, kein NFC und kein Multipair, natürlich auch kein aptX. Die von uns getestete Variante bietet Bluetooth 3.0, NFC und sogar aptX. Für üppige 50 EUR gibt es dann noch die dritte Variante AEA2700, die der unsrigen entspricht, aber zusätzlich noch Multipair offeriert. Zuviel Geld, wie wir finden.

Der Philips BT-Adapter sieht schick aus und bringt sowohl Cinch-  als auch Miniklinken-Anschluss mit. Philips bleibt realistisch bei der maximal möglichen Entfernung und gibt 10 Meter an. Diese werden auch erreicht. Nicht so gut – Philips wählt die identische Netzteil-Lösung wie Logictech, das heißt:  Man braucht eine freie Steckdose. Das Netzteil im Stil eines Smartphone-Ladegerätes wirkt aber hochwertiger als bei Logitech.  Beim Verbindungen und erneuten Verbinden traten Probleme auf – während es bei Logitech und HomeSpot fast immer auf Anhieb klappte, tauchte im Display des iPhone 6S Plus beim Philips öfters die Meldung auf „Verbindung fehlgeschlagen“.

Auch ist der Philips-Adapter das einzige der drei Produkte, bei dem es im Betrieb zu kurzzeitigen Aussetzern bei der Übertragung kam. Was den Eingangspegel angeht, so kann uns der Philips nicht überzeugen. Der Philips-Adapter ist sehr viel leiser als der HomeSpot, und auch deutlich leiser als der Logitech. Daher ist es hier besonders wichtig, den Eingangspegel des analogen Eingangs anzupassen.  

Akustisch lässt sich der Philips sonst nichts vorwerfen, klare Stimmwiedergabe bei „Goldeneye“ und bei „Moonraker“, auch bei „Broken Arrows“ von Avicii ist der Klang gefällig und die Bass- sowie Stimmwiedergabe präsentiert sich impulstreu. Der Bass ist weniger füllig als bei den Konkurrenten. Das bestätigt sich auch bei der schon in weiter oben angesprochenen Club-Version von „California Dreamin“. Insgesamt bleibt dem Philips-Adapter in diesem Teilnehmerfeld nur der letzte Platz. 

Da hilft leider auch aptX nicht: Verschiedene Detailmängel und der höchste Preis trüben die Bilanz
befriedigend
Test Bluetooth-Adapter zum Nachrüsten
14. März 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 16. März 2016




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