Update Special: AV-/Mehrkanal-Komponenten des Jahres 2017 im großen Vergleich – nun mit Denon AVR-X6400H, Yamaha RX-A3070 und IOTAVX AVXP1 Endstufe

Wir haben schon zahlreiche AV-Receiver und Mehrkanal-Komponenten gehört, und es gesellen sich jetzt neue Devices zu unserem bisherigen Erfahrung-Fundus. So der 9-Kanal-AV-Receiver Yamaha RX-A3070, der Denon AVR-X6400H und die kraftvolle Mehrkanal-Endstufe IOTAVX AVXP1. Daher wird es nun Zeit für ein Update.

Insgesamt ist, beinahe unabhängig von der Preisklasse und zumindest aus unserer Betrachtungsweise, festzustellen, dass die Hersteller mehr und mehr einen angenehmen, aber zugleich dynamisch-lebendigen Sound fokussieren, das geht schon bei relativ günstigen Modellen los.

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AVR-X540BT

So zum Beispiel der – laut aktueller Marktpreise von Ende November 2017 – nur noch gut 200 EUR kostende Denon AVR-X540BT. Die damalige UVP waren 329 EUR. Natürlich muss man für diesen Kaufpreis Abstriche bei der Ausstattung machen. So hat der 540 keine Netzwerk-Sektion, sondern nur Bluetooth. Ebenfalls belässt es Denon beim Einstiegsmodell bei 5 Endstufen, wie bei Denon üblich analog arbeitend. Decoder für dts:X und Dolby Atmos fehlen.

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Rückseite

Auch gibt es, das ist unserer Meinung nach ein echtes Manko, nur Klemmanschlüsse für alle Lautsprecher. Klanglich kann sich der AVR-X540BT durchaus „hören“ lassen. Er ist innen relativ ordentlich aufgebaut und gefällt mit guter Pegelfestigkeit, tadelloser Dynamik und einer ordentlichen Auflösung. Natürlich geht noch viel mehr, das beweisen teurere Modelle.

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Innenleben

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Fernbedienung

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OSD mit Einrichtungsassistent (in englischer Sprache)

Schon der 540 hat übrigens ein gutes Lautsprechereinmesssystem und ein, wenn auch schlichtes, OSD. Zudem kann man ihn per Bluetooth-App bedienen. 

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VSX-832

Der Pioneer VSX-832 hat zwar ebenfalls nur fünf Endstufen, aber bereits Decoder für dts:X und Dolby Atmos (nach Update, Dolby Atmos Duet) an Bord und bringt einen Marktpreis von knapp 290 EUR mit. Wahnsinn, denn die UVP waren einmal 499 EUR. Was bringen die objektbasierten Audio-Decoder bei einem 5-Kanal-Mehrkanal-Receiver? Man kann, also ohne Surround-Speaker, ein 3.2.1 Setup aufbauen. Zwei Höhenlautsprecher vorn realisieren somit eine zwar einfache, aber durchaus gefällige Form des 3D-Sounds. Die Endstufen des VSX-832 sprechen etwas spontaner an als die des Denon AVR-X540BT, zudem agiert der Pioneer bei hohem Pegel souveräner. Das Auflösungsvermögen ist über den gesamten Frequenzbereich ausgeprägter.

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Einrichtungsassistent

Die Ausstattung ist sehr gut, das Einmesssystem MCACC sowie eine Netzwerk-Sektion inklusive WLAN ist ebenso an Bord wie Bluetooth. Ein Einrichtungsassistent fehlt auch nicht.

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Innenleben

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Rückseite

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MCACC-Mikrofon

Der VSX-832 bringt 384 kHz/32-Bit Audio D/A-Wandler (AK4438) mit und besitzt als Herstück eine Cirrus Logic „Digital Core Engine“ in Quad Core-Konfiguration. Der wahlweise in silberner oder schwarzer Variante erhältliche VSX-832 verfügt über die Minimalausstattung an HDMI-Eingängen. Vier Stück sind an Bord (4K, 60p, 4:4:4, 24-Bit, HDR10/Dolby Vision-kompatibel), hinzu kommt ein HDMI-Ausgang. Eingehende Full HD-Signale kann der VSX-832 auf 4K hochskalieren. Zudem kommt der VSX-832 mit FireConnect für Multiroom-Audio. Zusätzlich zu FireConnect sorgen dts Play-Fi und Google Chromcast sowie Apple AirPlay beim VSX-832 für Flexibilität und erweiterte Einsatzmöglichkeiten. An onlinebasierten Musikdiensten ist folgendes vorhanden: Spotify, TIDAL, Deezer sowie Internet Radio mittels TuneIn. Folgende Audioformate unterstützt der VSX-832:Dolby Atmos und dts:X, Dolby Surround und dts Neural:X, Dolby True HD und dts-HD, Dolby Digital Plus, dts-HD Express und dts 96/24. Möglich ist auch Hi-Res-Audio-Playback: ALAC, AIFF, Flac, WAV bis 192 kHz/24-Bit, DSD (2,8/5,6 MHz), mittels USB ist auch Dolby True HD Playback realisierbar. Der Pioneer ist sein Geld ohne Zweifel Wert, er bietet eine sehr umfangreiche Ausstattung und skaliert sogar von 1.080p auf 4K noch – in guter Qualität. 

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AVR-X2400H

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 699 EUR und aktuell rekordverdächtig günstige Marktpreise um 450 EUR liefert der Denon AVR-X2400H in jeder Hinsicht voll ab. Viele Anwender werden sich fragen, warum man überhaupt mehr investieren soll, und selbst für Käufer mit etwas gehobenem Anspruch stellt der 2400H wahrhaftig eine sehr gute Wahl dar.

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Rückseite

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Fernbedienung

Ausgestattet mit Heos-Modul für umfangreiche Streaming- und Multiroom Audio-Applikationen, bindet man den AVR schnell in ein Heos Multiroom Audio-System ein.

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Heos-App

Zu steuern ist er mit der Denon AVR App als Alternative zur mitgelieferten Fernbedienung, die Heos App arbeitet Hand in Hand mit der AVR App und ist für die Steuerung der Streaming- und Multiroom Audio-Funktionen zuständig. Mit einem sehr guten Audyssey MultEQ XT-Lautsprechereinmesssystem, das eine saubere Balance der Lautsprecher ermöglicht, und natürlich mit Decodern für dts:X und Dolby Atmos zeigt sich der 2400H voll auf der Höhe der Zeit.

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Einrichtungsassistent beim 2400H

Natürlich kommt der 2400H mit allen relevanten Hi-Res-Audioformaten zurecht, inklusive DSD. Und dank der überraschend guten Stereo-Klangqualitäten merkt man auch wirklich, wenn der Denon besonders hochwertige Audio-Dateien wiedergibt: Lobenswerte Auflösung, eine enorm weitläufige Räumlichkeit und ein homogener Klang sind die Vorzüge. Der AVR-X2400H ist in der Lage, digital eingehende Videosignale in 480i, 480p, 576i, 576p, 720p, 1.080i und 1.080p auf bis zu 4K hochzukonvertieren. Und nicht nur das, auch sehr gute vorgefertigte Bildprogramme sind vorhanden. Überdies kann der Anwender, sollte er dies wünschen, auch selbst „Hand anlegen“ und die Bildgüte mittels einiger Parameter justieren. Bilanzierend stellt der AVR-X2400H eine überragende Wahl dar und beeindruckt mit seiner praktisch lückenlosen Ausstattung, zu der auch mehr als genug HDMI-Terminals zählen.Dank des hervorragenden Einrichtungsassistenten ist es einfach, den AVR-X2400H zu konfigurieren. 

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VSX-LX302

Für 100 EUR mehr tritt der Pioneer VSX-LX302 an: 799 EUR werden hier laut UVP fällig, tatsächlich sind es noch knapp 600 EUR Marktpreis. Und der optisch schicke 7-Kanal-Receiver brilliert mit Pioneers hervorragendem MCACC-Lautsprechereinmesssystem, das auch verschiedene Speicherplätze für eigene Justagen bietet. Videoseitig nur Grundprogramm, das heißt Upscaling von 1.080p auf 4K. Dafür gibt es einen gut gemachten Assistenten für die Ersteinrichtung – ebenso wie beim VSX-832.

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Innenleben

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Rückseite

Zudem kokettiert der Mehrkanal-Receiver mit hochwertigen 384 kHz/32-Bit D/A-Wandlern und mit sehr kräftigen „Direct Energy“ Endstufen. Trotz des Namens arbeiten diese analog, und nicht, wie in verschiedenen größeren Pioneer Modellen, digital. Die digitale Variante heißt „Direct Energy HD“. Der VSX-LX302 erweist sich als besonders pegelfest und kann sich hier sogar knapp über dem AVR-X2400H positionieren. Zudem arbeitet er im Stereo-Betrieb noch eine Idee geschliffener. Der Denon AVR-X2400H liegt bei der Räumlichkeit allerdings knapp vorne, was man besonders bei der Mehrkanal-Filmtonwiedergabe merkt. Nahtlos funktionieren, das ist beim Denon auch zu loben, die Übergänge zu den vorderen Top Firing-Modulen.

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App-Steuerung

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Eingangswahl

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Streaming-Services

Fire Connect, Google Chromecast sowie zahlreiche integrierte Streaming-Dienste sorgen nebst Bluetooth und Dualband-WLAN für moderne Einsatzmöglichkeiten. Steuerbar alternativ per App und mit einem klar gegliederten OSD versehen, stellt der Pioneer eine besonders für Hi-Res- und Stereo-Liebhaber verlockende Alternative dar.

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RX-A870

Mit 1.049 EUR ist der Yamaha RX-A870 deutlich teurer als der Pioneer VSX-LX302, hat wie dieser sieben Endstufen und ist derzeit kaum unter der UVP zu bekommen. Lohnt sich diese Investition? Hat man ein großes Mehrkanal-Lautsprechersystem, das vielleicht auch ohne aktiven Subwoofer schon genug Tiefgang mitbringt, kann man durchaus von einem ordentlichen Mehrwert sprechen. Der 870 hat sieben leistungsstarke, impulstreue analoge Endstufen. Diese erhitzen sich zwar schon spürbar, aber nicht gefährlich.

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Innenleben

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Fernbedienung

Der Yamaha hat eine komplette Videosektion mit Upconversion auf bis zu 4K, die sehr gut arbeitet und der Videosignalverarbeitung in manchen günstigeren Blu-ray-Player oder älterem 4K-TV vorzuziehen ist. Der RX-A870 hat nicht den größten Yamaha DSP-Prozessor Cinema DSP HD3, dieser bleibt den drei 2017er Aventage Top-Modellen RX-A3070, RX-A2070 und RX-A1070 vorbehalten. Daher kann man bei dts:X und Dolby Atmos nicht auf die komplette, verlustlose DSP-Verarbeitung setzen wie es bei den drei großen Mehrkanal-Receivern möglich ist. Macht nichts, für alle anderen Tonformate agieren die schon beinahe legendären DSP-Programme wie gewohnt sehr gelungen. Sie arbeiten subtil, schleifen am Detail – und beeinflussen nicht die Grund-Klangcharakteristik.

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DSP-Nachbearbeitung per App

Man kann die DSPs auch noch individuell nachbearbeiten, entweder mittels Fernbedienung und OSD oder mittels der grafisch sehr attraktiven App. Yamahas Lautsprecher-Einmesssystem YPAO präsentiert sich im ausgereiften, zuverlässigen Zustand. Der RX-A870 schiebt schon bei normalen, üblichen Lautstärken nachdrücklich an und gefällt durch eine äußerst homogene akustische Gesamtauslegung. Im Stereobetrieb begeistert er durch den soliden Bühnenaufbau und die ausgezeichnete Detaillierung, gerade im Hochtonbereich. Beim Thema Multiroom Audio und Streaming ist Yamaha sehr aktiv, schon länger als viele Konkurrenten. „Music Cast“ heißt das firmeneigene Streaming und Multiroom Audio-Universum.

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MusicCast-App

Schnell ist der RX-A870 in ein Music Cast Multiroom Audio-System eingebunden, und der Anwender erhält bequem per übersichtlicher App Zugriff auf zahlreiche onlinebasierte Music Streaming-Services.

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Rückseite 

Genug HDMI-Terminals aktueller Spezifikation sind natürlich auch vorhanden. Fazit: Es ist nicht einmal die Ausstattung, die beim 870 sogar einen DAB+ Digital-Radiotuner umfasst, sondern vielmehr die hörbar gestiegene akustische Souveränität, die den RX-A870 auszeichnet. Er strukturiert besser durch, bietet mehr Homogenität und eine sehr authentische Räumlichkeit.

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Marantz SR7012

Mehr geht immer, wie uns der brandneue Marantz SR7012 beweist. Mit 9 kraftvollen analogen Endstufen, die sich selbst bei deutlichem Leistungseinsatz nur moderat erwärmen. Der SR7012 kostet 1.799 EUR, setzt seinen immensen Mehrpreis aber auch in einen erstklassigen akustischen Mehrwert um. Er ist bestens geeignet, um auch im dedizierten Heimkino-Einsatz zu überzeugen. Mit seinen neun Endstufen, die Standard in dieser Preisliga sind, kommt er auch mit einem 5.2.4 Setup zurecht.

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Rückseite

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Audyssey-Einmess-Mikrofon

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Innenleben

Wer ein 7.1.4 oder ein 7.2.4 Setup wünscht, schließt einfach noch eine Stereo-Endstufe an den SR7012 an. Die Vorstufe des edlen AVRs im typischen Marantz-Design ist für 11.2 Decoding vorbereitet. Das größte und beste Audyssey MultEQ XT-Lautsprechereinmess- und Room EQ-System fehlt natürlich auch nicht. Integriert sind 8 HDMI-Eingänge und gleich 3 HDMI-Ausgänge. Selbstredend entsprechen sie neuestem Standard.

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Heos-App

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AVR-App

Das Heos-Modul an Bord sorgt für eine nahtlose Einbindung in Heos Multiroom Audio-Systeme, überdies erlaubt die Heos-App den Zugriff auf viele relevante Streaming-Services. Hi-Res-Audio-Dateien handhabt der SR7012 souverän, er ist in der Lage, den Mehrwert an Dynamik und Auflösung dank seiner enorm präzisen akustischen Arbeit tadellos darzustellen. Nochmals überarbeitet präsentiert sich die Videosektion. 480/576i/p, 720p sowie 1.080i/p werden von analog und digital eingehenden Videosignalen auf bis zu 4K hoch konvertiert, und zwar in exzellenter Güte. Hochwertiges Video-Processing von Analog Devices sorgt hier für ein hohes Niveau. Wie auch der AVR-X2400H bringt der SR7012 ausgezeichnete Bildprogramme mit, darunter sich zwei ISF-Bildmodi für Tag und Nacht.

Marantz SR 7012 Screenshot3

Einrichtungsassistent

Wer sich nicht scheut, 1.799 EUR auszugeben, erhält mit dem SR7012 einen enorm flexiblen, sehr kraftvollen und praktisch voll ausgestatteten 9.2 Kanal-Receiver, der serienmäßig neben dts:X und Dolby Atmos auch noch Auro-3D dekodiert. Vor allem Auromatic als überragender Audio-Upscaler, der aus Stereosignalen oder herkömmlichen Mehrkanal-Audiosignalen ein 3D Audiosignal formt, sorgt für Furore und für eine Daseinsberechtigung, denn was das Angebot an nativer Software angeht, gibt es bei Auro-3D nicht besonders viele Titel. 

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Vor- und Endstufe von IOTAVX

Stoppen wir kurz den Reigen der 2017e AV-Receiver und wenden wir uns einem äußerst bemerkenswerten Gerät zu: Der IOTAVX AVXP1 7-Kanal-Endstufe, die lediglich 1.199 EUR kostet. Für weitere 799 EUR kommt jetzt im Dezember die dazu passende Vorstufe. Gut, Decoder für DTS:X und Dolby Atmos besitzt die Vorstufe nicht, aber für zusammen rund 2.000 EUR stellen Vor- und Endstufe ein enorm preisgünstiges System dar.

IOTAVX AVXP1 Innenleben Gesamt

Layout der Endstufe – enormer Materialaufwand

Die schon getestete Endstufe begeisterte uns ohne Abstriche. Tolle Verarbeitung innen und außen treffen hier auf eine grandiose Pegelfestigkeit, eine erstklassige Dynamik und einen kraftvoll-räumlichen Klang.

IOTAVX AVXP1 Front Seitlich1

Rundherum exzellente 7-Kanal-Endstufe

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Rückseite

Ausgewogen, homogen, klar – die AVXP1 kann stundenlang auch mit erhöhter Lautstärke spielen und wird nie aufdringlich. In Kürze testen wir die passende Vorstufe. 

 

Denon-AVR-X6400H-Front-Seitlich2

AVR-X6400H

Denon-AVR-X6400H-Fernbedienung

Fernbedienung

Ein exzellenter 11.2 Kanal-AV-Receiver ist der Denon AVR-X6400H, der für 2.499 EUR angeboten wird. Im Vergleich zum Vorgänger AVR-X6300H hat sich optisch sehr wenig geändert. Das gilt für die Optik außen, aber auch für den inneren Aufbau.

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Layout innen

Das monolithische Design der Endstufen ist gleich geblieben, aber die Pegelfestigkeit und die Souveränität bei hoher Lautstärke konnte beim 2017er Modell nachhaltig optimiert werden. Auch, so ist zumindest unserer Eindruck, wird der AVR-X6400H nicht mehr so heiß. Zudem verbessert wurde von den Denon-Ingenieuren die Auflösung im Hochtonbereich.

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Jetzt serienmäßig dabei: Auro 3D und Auro-Matic

Denon AVR-X6400H App 10

Wie auch beim Vorgänger dabei: Heos-Modul mit App-Steuerung 

Neu hinzugekommen bei der Ausstattung ist, wie bei den Denon/Marantz-Topmodellen 2017 üblich, ein Decoder für Auro-3D. Moment mal, werden hier versierte Leser gleich einwerfen, den gab es doch auch schon für den AVR-X6300H. Stimmt, aber nur für zusätzliche 150 EUR Aufpreis. Beim 6400H ist er serienmäßig dabei. Ein cleverer Schachtzug? Nun, Blu-rays/Ultra HD Blu-rays mit nativen Auro-3D Tonspuren gibt es nicht enorm viele. Aber der sehr gut abgestimmte Audio-Upscaler Auro-Matic, der ist wahrhaftig wertvoll und punktet bei uns in allen Test-Reihen. Verglichen mit dem Marantz SR7012 beeindruckt der 6400H mit noch mehr räumlicher Dichte bei der Surroundwiedergabe, wirkt aber nicht so geschliffen wie der SR7012 bei der Zweikanal-Wiedergabe. 

Denon-AVR-X6400H-Rueckseite-Seitlich

AVR-X6400H von hinten

Ansonsten bietet der AVR-X6400H wie auch schon der Vorgänger ein Heos-Modul für Multiroom-Audio und Streaming, hochwertige D/A-Wandler und eine vollwertige Videosektion, deren Upscaling im Detail beim 6400H noch optimiert wurde. Nichts auszusetzen gibt es an der üppigen, modernen Anschlussbestückung.

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RX-A3070 für 2.499 EUR

Yamaha RX-A3070_remote

Fernbedienung 

Ebenfalls 2.499 EUR kostet der Yamaha RX-A3070 – das Receiver-Top-Modell aus der Yamaha Aventage-Baureihe belässt es allerdings bei 9 Endstufen – die ehrlich gesagt auch für sehr viele Anwender in der Praxis ausreichen dürften.Wie auch bei Denon und Marantz setzt Yamaha auf analoge Endstufen, die sich nur maßvoll erhitzen – wenn der 3070 nach oben etwas „Luft zum Atmen“ hat. Der AVR präsentiert sich in gewohnter Aventage-Optik – gerade die Spitzenmodelle wirken massiv und edel – überzeugt uns der 3070 schon optisch.

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Innenleben

Der sorgfältige Aufbau innen und das mehrfach verstrebte Chassis wecken Vertrauen. Neue Gerätestandfüße, und der Aventage-typische fünfte Standfuß, ein neu hinzugekommener XLR-Anschluss, ein DAB/DAB+ Radiotuner, der Hochleistungs-Chip Cinema DSP HD3: Der Yamaha RX-A3070 ist ein würdiges Spitzenmodell. Akustisch ist er so gut wie nie zuvor ein Yamaha Aventage-Topliner. Nur Gerede? Am besten selber Probe hören, dann kann man unsere Sätze immer noch als „Hype“ abtun. So harmonisch, in sich geschlossen, dabei aber hellwach und hochpräzise: Die Auslegung des 3070 sitzt einfach in jedem Detail.

Yamaha RX-A3070 Screenshot 13

Die DSP-Programme lassen sich wahlweise per OSD anpassen…

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…oder auch per App

Wie gewohnt, sind zahlreiche hochwertige DSP-Programme an Bord. Gerade die Cinema DSP-Modi Spectacle, Sci-Fi und Adventure gefallen uns sehr gut. Eingesessen wird der RX-A3070 mit dem neuen YPAO mit 64-bit Genauigkeit – ein hervorragendes System, wie unsere Checks beweisen.

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YPAO-Mikrofon

Der Yamaha RX-A3070 gibt sich im Mehrkanal-Betrieb noch eine Idee präziser  als der 6400H, der Denon bleibt aber auch im Vergleich zum Yamaha Maßstab bei der Räumlichkeit. Dass der RX-A3070 sogar den Marantz SR7012 bei der Stereowiedergabe überflügelt, hatten wir gehofft. Denn 2.499 EUR für 9 Endstufen sind happig – doch der Yamaha ist seinen Preis definitiv Wert. Im Stereobetrieb bietet er eine noch überzeugendere Herausarbeitung kleiner Details, auch wirkt die virtuelle Bühne noch stabiler. Dass ein komplettes MusicCast-Modul im Inneren des 3070 steckt, ist nichts Neues. Streaming und Multiroom-Audio werden damit einfach möglich. Auch die Zuverlässigkeit von MusicCast überzeugt. Fehlt noch die Videosektion: 480/576i, 480/576p, 720p und 1.080i/p können auf bis zu 4K hochkonvertiert werden – und das in einer Qualität, die der Schulnote 1- entsprechen würde. Der Video-EQ offeriert einige selbst zu justierende Parameter, zudem gibt es sechs Speicherplätze für eigene Justagen.

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Rückseite 

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XLR bei AV-Receivern? Ja, selbst das gibt es beim RX-A3070

Die Anschlussbestückung ist sehr gut, nur gibt es keine drei, sondern lediglich zwei HDMI-Ausgänge. Da ist die Konkurrenz von Denon/Marantz im Vorteil. Der Yamaha bringt dafür, wie schon erwähnt, XLR-Terminals mit.

Fazit

Eine große Auswahl an hervorragenden AV-Receivern und AV-Komponenten im Modelljahr 2017: Ausgewogener Klang, flexible Einsatzmöglichkeiten, umfangreiche Anschlussbestückung, App-Steuerung, Multiroom/Streaming-Optionen, ausgefuchste und im Vergleich zu früheren Generationen weiter optimierte Lautsprecher-Einmesssysteme: Die „Generation 2017“ überzeugt. Natürlich, oft sind es Nuancen, die optimiert wurden. Und manch ein Hersteller wechselt die Top-Modelle gar nicht jedes Jahr aus. Boliden z.B. von Onkyo und Pioneer in der Liga ab 2.000 EUR aufwärts laufen schon seit Herbst 2016, sind aber immer noch in der ersten Liga zu finden und werden durch Updates „jung“ gehalten. 

Special: Carsten Rampacher
Update: 07. Dezember 2017




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