TEST: Yamaha MusicCast Netzwerk-Lautsprecher WX-30 – ideale Lösung für kleinere Räume?

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Yamaha macht schon seit der letzten IFA Druck an der „MusicCast-Front“. Für praktisch jeden Anspruch und für jeden Use-Case werden die passenden MusicCast-Komponenten angeboten. Ganz gleich, ob AV-Receiver, Digitaler Soundprojektor oder Mini-HiFi-System: Alles arbeitet via MusicCast vernetzt zusammen. Natürlich findet sich auch die passende MusicCast-Lösung für die Wiedergabe zum Beispiel im Schlafzimmer, in der Küche oder im Home Office. Der für Marktpreise von knapp 210 EUR erhältliche, sehr kompakte  und optisch integrative WX-030 Netzwerk-Lautsprecher ist hier eine verheißungsvolle Alternative.  

Der Netzwerklautsprecher unterstützt z.B. WAV, FLAC und ALAC an HiRes-Audioformaten. Für komprimierte Musikdateiformate wie MP3 ist der „Yamaha Music Enhancer“ direkt integriert, damit verlustbehaftete Dateien spritziger und authentischer wiedergegeben werden können, das gelingt in der Praxis sehr gut. Yamahas DSP-Technologie in Verbindung mit einem extra Passiv-Radiotor garantiert laut Hersteller eine kraftvolle und räumlich lebendige Wiedergabe. 

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Anschlüsse unter Abdeckung

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Oberseite mit einigen wenigen Touch-Bedienelementen

Ausgestattet mit WiFi, Netzwerk-Anschluss für kabelgebundene Integration, AirPlay,Bluetooth 2.1 + EDR sowie dem Zugriff auf zahlreiche onlinebasierte Musikstreaming-Abodienste (z.B. JUKE, Spotify) präsentiert sich der WX-030 als zeitgemäß. Er ist allerdings für den stationären Einsatz zu Hause gedacht und verfügt daher nicht über einen eingebauten Akku. Leider ist der WX-030 auch nicht spritzwassergeschützt, somit eignet er sich weniger für den Einsatz z.B. im Badezimmer. 

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Rückseite mit Gummi-Puffern für die Wandbefestigung

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Unterseite

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Wandbefestigung problemlos möglich

Tadellos verarbeitet ist der WX-030 mit insgesamt 30 Watt Leistung (6 Ohm, 1 kHz, 10 % Klirr) auf jeden Fall. Das Metallgitter über den Chassis sitzt akkurat, und der verwendete Kunststoff fürs Gehäuse hinterlässt ebenfalls einen ordentlichen Eindruck. 

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Seitliche Ansicht

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Schutzgitter aus Metall, präzise eingepasst

Lieferbar ist der WX-030 wahlweise in schwarzer oder weißer Variante.  Man kann den WX-030 alternativ an der Wand montieren, was sich aufgrund seiner Formgebung tatsächlich anbietet. Der WX-030 ist übrigens im MusicCast-Bundle „Trio“ enthalten, das außer dem WX-030 noch aus dem Sound-Projektor YSP-1600 und der Design-Anlage ISX-80 besteht. 

Inbetriebnahme/Installation sowie MusicCast-App

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Einfache Einrichtung

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  1. Step: Einschalten des WX-030

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Connect-Touch-Taste auf der Gerätefront 5 Sekunden drücken

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Warten auf Verbindung

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Die weiteren Schritten werden gut erklärt, zunächst muss man in das MusicCastSetup-WLAN

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Erledigt, es kann weitergehen

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Nun erfolgt die finale Verbindung mit dem gewünschten Heimnetzwerk

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Passwort-Eingabe

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Ortsname

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Raumname

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Verschiedene Raumabbildungen stehen zur Verfügung

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Installation abgeschlossen. Wer möchte, kann direkt noch weitere MusicCast-Komponenten hinzufügen

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Der WX-030 läuft nun

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MusicCast-Einstellungen

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Übersicht

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Erklärung, wie man Spotify Connect verwendet

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Spotify-Wiedergabe über den WX-030

Die Integration mittels der MusicCast-App ist beispielhaft einfach – auch weniger versierte Anwender schaffen es daher in wenigen Minuten, den WX-030 in Betrieb zu nehmen. Nur selten kommt es dann im Betrieb zu Verzögerungen, wenn mittels App Befehle gegeben werden. HiRes-Dateien von unserem Home Server werden schnell geladen und problemlos wiedergegeben. 

Klang

Wir starten mit einigen 90er Jahre Eurodance/Trance-Tracks aus unserer Spotify-Bibliothek – und der WX-030 setzt sich gleich ansprechend in Szene. Bei „Is E.T. On XTC“ von Mediteria legt sich der WX-030 ungeachtet der bescheidenen Qualität des Quellmaterials richtig „ins Zeug“. Besonders die außergewöhnlich gute Pegelfestigkeit überzeugt uns. Der Yamaha Netzwerk-Lautsprecher gefällt durch die gute Dynamik und den recht kräftigen Bass. Laut Datenblatt stehen 30 Watt zur Verfügung (6 Ohm, 1 kHz, 10 % Klirrfaktor). Bestückt mit 1 x 9 cm Woofer, 1 x 3 cmm Hochtöner sowie einer Passivmembran, zeigt sich der WX-030 als echtes kleines 2-Wege-System.

Bei „Dreamer Trance“ (Mediteria, General Base Remix) geht die Show des WX-030 weiter. Noch etwas mehr Basskraft und Volumen zaubert er aus dem kompakten Gehäuse. Dass gerade bei diesem Quellmaterial nicht allzu viel Brillanz im Hochtonbereich herauszuhören ist, können wir vermutlich nicht zur Gänze dem WX-030 anlasten. Hier wird der kompakte Netzwerklautsprecher später die Gelegenheit bekommen, sich entsprechend zu beweisen. „Back Again“ von General Base gefällt gleich von Beginn an. Das Quellmaterial ist hier etwas lebendiger abgemischt, und siehe, oder besser höre, da: Der WX-030 setzt dies gleich in einer frischeren Darstellung des Hochtonbereiches um. Der Kickbass wird ordentlich getroffen und bietet eine überraschende Härte.

„Poison 2k11“, wiederum von General Base, überzeugt durch die tadellose Trennung der weiblichen Stimme vom akustischen Rest. Auch der Beat kommt erneut richtig gut heraus, so dass der WX-030 gerade in kleineren Hörräumen um die 15 Quadratmeter als richtig gelungene Alternative gelten darf. Der Aufbau des Tracks kommt tadellos und mit guter Impulstreue heraus. 

Weiter geht es mit „Desperado“ (Flac 48 kHz/24-Bit, Stereo) in der Adaption von Diana Krall. Und auch hier zeigt der WX-030 beachtliche Talente. Sicherlich – dass ein solcher Lautsprecher die Anschlagdynamik des Klaviers herausarbeiten kann, sollte man nicht erwarten. Aber ein insgesamt homogener, in sich schlüssiger Sound ist schon Überraschung genug für einen aktiven Netzwerk-Speaker dieser Größenordnung.

Die Stimme Dianas arbeitet der WX-030 im Übrigen treffend heraus. Kleinere dynamische Differenzen stellt er überzeugend dar und gefällt auch mit der tadellosen Räumlichkeit. Nur in zu großen Hörräumen, ab gut 20 Quadratmeter, ist der kompakte Speaker nicht die ideale Bestückung. Dann empfiehlt es sich, zu einer anderen Alternative aus dem üppig bestückten Yamaha MusicCast-Programm zu greifen. Oder man nutzt die Stereo-Pairing-Funktion und paart mittels der MusicCast-App gleich zwei WX-030 – dann erweitert sich natürlich der Einsatzbereich. 

Bei „Don’t Dream It’s Over“, ebenfalls in der Diana Krall-Version,  gibt der WX-030 selbst die Harfe im Intro prima wieder, nicht zu dumpf, aber auch nicht zu spitz. Die vorhandenen Leistungsreserven sind immer tadellos. Während andere Lautsprecher mit kompakten Abmessungen oft nur eine befriedigende Pegelfestigkeit aufweisen, schenkt der Yamaha-Speaker reichlich Lautstärke ein, so dass auch in dieser Hinsicht anspruchsvollere Anwender sehr zufrieden sein dürften.

Wie sieht es mit „Nessun Dorma“ (96/24, Flac), gesungen von Jonas Kaufmann, aus? Die legendäre Arie aus dem dritten Akt von Puccinis „Turandot“ stellt gerade für kleine Netzwerk-Lautsprecher eine echte Herausforderung dar. Die vokale Gewalt, die Kaufmann freisetzt, beeindruckend facettenreich, verlangt nach enorm leistungsstarkem Equipment. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, kann der WX-030 auch hier Punkte sammeln. Zwar wird gerade bei den Instrumenten deutlich, dass hier noch viel mehr Details lauern, als dargestellt werden, aber Kaufmanns Stimme kommt prima heraus – das akustische Ergebnis erscheint uns keinesfalls so ärmlich, wie es viele vermuten würden. Auch der Chor wird gut präsentiert. Die Gesamtdynamik passt zu unserem positiven Höreindruck. 

Wir setzen unsere Testreihen mit „Basil“ (192 kHz/24-Bit, Stereo, Flac) von Mark Knopfler fort. Wir haben einen melancholisch-ruhigen Track vor uns, der von Marks charismatischer Stimme lebt. Und genau diese gibt der WX-030 tadellos wieder. Vor allem schafft es der Yamaha-Netzwerklautsprecher, die vokalen Elemente mit solidem Bühnencharakter in den Hörraum zu stellen. Das Wirken des Passiv-Radiators ist positiv zu bewerten: Mehr Volumen und mehr Bass-Energie, ohne dass die Gesamtakustik extrem übersteuert und Bass-lastig erscheint.

Von ganz anderer musikalischer Natur ist „Diamante“ von Sandra & Tony Alessi. Italienisches Sommer-Flair pur – kann der WX-030 das auch nur annähernd transportieren? Auch hier ein großes Lob an den Yamaha-MusicCast-Speaker. Er spielt souverän und nachdrücklich auf, und versetzt den Hörer in ein intensives Hörerlebnis. Einmal mehr beweist uns der WX-030, dass eine richtig gute klangliche Vorstellung auch mit bescheidenen Abmessungen möglich ist. Man vermisst nichts wirklich beim Yamaha-Aktivlautsprecher, so dass er gerade für den relativ günstigen Kaufpreis als eine echte Empfehlung zu handeln ist. 

Konkurrenzvergleich
  • Panasonic SC-ALL6: Vertikal und horizontal kann man den SC-ALL6 aufstellen. Innerhalb eines Panasonic ALL-Setups ist es überdies möglich, ihn als Wireless-Rear-Speaker zu verwenden. Also stehen auch beim SC-ALL6 die flexiblen Einsatzmöglichkeiten klar im Fokus. Klanglich weiß er zu überzeugen und glänzt mit kräftigem, angenehmem Sound. Der WX-030 klingt allerdings nicht schlechter, ist aber etwas günstiger. Die aktuelle, kürzlich renovierte Panasonic MusicStream-App erweist sich als betriebssicher und komfortabel im Handling. 
  • HEOS 1 mit GoPack: Aktuell kostet der HEOS 1 HS2 mit GoPack knapp 250 EUR – und erweist sich als enorm flexibel. Unser Test bezieht sich noch auf die erste Generation, mittlerweile gibt es die HS2 Version, die HiRes-Audiodateien entgegen nimmt. Auch der HEOS 1 verfügt über ein echtes 2-Wege-Lautsprechersystem. Er ist ebenfalls sehr kompakt und klingt ausgewogen sowie lebendig. Ein Stereo-Pairing bietet HEOS, somit sind die Einsatzmöglichkeiten des kleinen, gut verarbeiteten Aktivlautsprechers enorm groß. Sehr gut gefällt, dass unter anderem auch TIDAL als Streaming-Service unterstützt wird, hier gibt es sogar HiRes-Audio-Dateien. Die Installation ist auch einfach, im Gegensatz zu MusicCast wird bei HEOS aber nach wie vor das spezielle 3,5 mm Miniklinkenkabel für die Erstinstallation benötigt. 
Fazit

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Der Yamaha Netzwerklautsprecher WX-030 offeriert zum günstigen Kaufpreis eine runde Leistung. Pegelfestigkeit, Nachdruck,, Räumlichkeit, Klarheit und Dynamik sind ohne Zweifel überzeugend. Darüber hinaus erweist sich die Möglichkeit, per App zwei WX-030 für den Stereo-Betrieb miteinander zu paaren, als sehr praktisch. Die Integration ins MusicCast-System ist sehr einfach. Im Betrieb lässt sich die App komfortabel handhaben. Die Verarbeitung des wahlweise in weißer oder schwarzer Variante lieferbaren WX-030 ist, wie wir es von Yamaha stets gewohnt sind, ausgezeichnet. Durch das schlichte, schicke Design lässt sich der kompakte Netzwerklautsprecher in praktisch jedem Ambiente integrieren. Leider ist auch optional kein Akkupack lieferbar, und der WX-030 ist nicht spritzwassergeschützt. Wären Akkubetrieb und Spritzwasserschutz vorhanden, könnte man den klangstarken MusicCast-Lautsprecher noch flexibler verwenden.

Preiswerter, klangstarker und schicker MusicCast-Netzwerklautsprecher
ueberragend
Wireless Multroom-Aktivlautsprecher bis 300 EUR/Stück
Test 12. August 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 12. August 2016




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