TEST: XTZ EDGE A2-300 - ultrakompakte und leistungsstarke Stereo-Endstufe für weniger als 500 EUR

XTZ Edge A2-300 Front Seitlich1

Im Dezember des vergangenen Jahres haben wir sie vorgestellt, nun ist sie endlich bei uns im Testraum gelandet: Die XTZ Stereo-Endstufe EDGE A2-300. Sie tritt edel, dezent und äußerst kompakt auf. Nur 200 mm breit, 58 mm hoch und 285 mm tief, gibt es kaum Unterbringungsschwierigkeiten. Dafür setzt das Kraftpaket umso mehr Leistung frei: Satte 2 x 300 Watt an 4 Ohm sind eine Ansage. Realisiert wird diese enorme Performance durch moderne ICEpower-Technologie.

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Rückseite

Die digitalen Endstufeneinheiten erzeugen bei vergleichsweise geringem Stromverbrauch traumhafte Werte beim Wirkungsgrad: Bis zu 90 Prozent sind einsame Spitze. Im Leerlauf benötigt die EDGE-Endstufe lediglich 6,8 Watt, im Standby-Betrieb 0,27 Watt. 

XTZ Edge A2-300 Verarbeitung

Hochwertiges Finish

XTZ Edge A2-300 Front Seitlich2

Enorme Materialgüte

Der Dynamikbereich von bis zu 113 dB wird mit extrem geringen Hintergrundgeräuschen umgesetzt, bei einem Dämpfungsfaktor von 1.500. Vorzüge in der Praxis: Volle Kontrolle über das anliegende Audiosignal. Die akustische Auslegung ist, so XTZ, auf Natürlichkeit und direkte Dynamik getrimmt. Eine sehr niedrige Ausgangsimpedanz hat eine sehr präzise Basssteuerung als Folge. 

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Innenleben

Viel Technik also, aber auch eine hervorragende Verarbeitungsqualität. Der solide verschraubte Gehäusedeckel, die geschliffene Aluminium-Oberfläche oder die formschönen und robusten Standfüße wären hier beispielsweise aufzuführen. Die großformatigen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals auf der Rückseite überzeugen zur Gänze und nehmen auch Bananenstecker auf.

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Gain-Regler

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Hochwertige Lautsprecherkabel-Anschlüsse

Ein Gain-Regler sowie präzise eingepasste Cinch-Eingängen finden sich ebenfalls hinten. Auch ein richtiger Netzschalter ist vorhanden. Man kann auch von der Stereo- auf Monowiedergabe umstellen (per Kippschalter) und zwischen "Auto On" und "Always On" wählen. Bei so viel Gegenwert erscheinen die 495 EUR als sehr fair, wer nochmals 100 EUR extra in die Hand nimmt, erhält dafür anstatt zwei satte zehn Jahre Garantie auf das Produkt. Die jetzt entscheidende Frage: Kann die EDGE A2-300 klanglich in ihrer Liga begeistern?

Klang

Ein "Evergreen" als erster Track in den Testreihen: "Fire Wire" von Cosmic Gate im Remix von DJ Scot. Kontrolle im Bassbereich, das verspricht XTZ. Ob genau dies auch zutrifft, werden wir jetzt überprüfen. Die ersten satten Bassschläge kündigen sich an, und die EDGE macht keinen Hehl aus ihrer Leistungsstärke. Sie lässt es im wahrsten Wortsinne gnadenlos krachen. Nein, wir haben es der Endstufe nicht einfach gemacht und XTZ-Boxen angeschlossen. Das wäre zu schön gewesen. Wir griffen auf die Saxx clubSOUND CLX 9 zurück, die sich im Test als äußerst kontrolliert und pegelfest erwiesen hat. Als "Vorstufe" setzen wir einen Denon AVC-X8500H ein Die XTZ-Endstufe harmoniert mit dem Rest der Kette erstklassig. Man darf sich von den kompakten Abmessungen nicht täuschen lassen. Gerade bei Endstufen herrscht noch die landläufige Meinung vor, dass Größe und Gewicht durch nichts zu ersetzen sind, außer durch noch mehr Gewicht und noch fettere Bauteile im nochmals größeren Gehäuse. Die Zeiten ändern sich aber, wie XTZ beweist. Die ICEpower-getriebene EDGE A2-300 sticht manchen "großen" Konkurrenten bezüglich auf die Leistungsbereitschaft locker aus. Sofort steht die Power bereit, und hohe Pegel schrecken die Hochleistungsendstufe nicht ab. Sie realisiert Club-taugliche Pegel, und das in einer Art, die unglaublich gelassen ist. Keine Einbrüche in der Dynamik, kein Rauschen, keine sonstigen Artefakte: stoisch ruhig geht die EDGE ihrer Arbeit nach.

Nun wenden wir uns "Encore Un Fois" von Sash, bei uns im Remix von Future Breeze, die mit "Why Don't You Dance With Me" ihren größten eigenen Erfolg feierten. Und die EDGE-Endstufe übernimmt souverän das Kommando und liefert nur eines: Satten Schub. Wir drehen kräftig am Lautstärkeregler des AVC-X8500, die Endstufe pariert umgehend: Mehr Leistung ohne störende Nebeneffekte wird bereitgestellt. Wechsel beim Rhythmus setzt die XTZ-Endstufe sofort um, die Impulstreue verdient ausschließlich Lob. Von der Auslegung her bleibt sie immer homogen, harmonisch und klar. Zu spitz, zu aggressiv oder schrill wird sie nie. Dass es so gut funktioniert, liegt natürlich auch an den Saxx CLX 9, die einfach außergewöhnlich leistungsfähig sind und eine Basskraft an den Tag legen, die nicht nur in der Preisklasse, in der sich die Standbox befindet, maßstabsetzend ist. 

Ed Sheerans "Perfect" folgt, und zwar im Remix von Robin Schulz. Klar, fundiert, facettenreich ertönt die Stimme, und alle akustischen Effekte, die sich langsam aufbauen, gibt die Endstufe sorgfältig wieder. Als sich der sehr kräftige Bassbereich hinzuschaltet, verdeutlicht die EDGE ein weiteres Mal, dass für alle "Moves" mehr als genug Kraft bereit steht. Diese extreme Souveränität für so wenig Geld - das erscheint kaum möglich, doch XTZ hat dieses Vorhaben mit Erfolg realisiert. Jeder Effekt, jede akustische Ebene wird exakt und daher nachvollziehbar im Hörraum platziert. Übrigens: Mit 495 EUR ist die EDGE so preisgünstig, dass man auch Mehrkanal-Setups problemlos finanzieren kann. 

"Last Train To Transcentral": The KLF gibt nun Gas im Hörraum. Die EDGE ist wieder voll in ihrem Element, liefert richtig Leistung an. Die CLX 9 arbeiten in Höchstform, und das Ergebnis ist energiegeladen, präzise und einfach enorm Spaß bringend. Lebendig, dynamisch feuert die EDHE A2-300 in jede Ecke des 30 Quadratmeter-Hörraums, da stellt sich die berechtige Frage: Wer braucht hier noch mehr? Vielleicht Liebhaber anspruchsvoller Musik? Das überprüfen wir nun. 

Wir wechseln nun von Aufnahmen in CD-Qualität zu Hi-Res-Audio und beginnen hier mit der Diana-Krall-Version von "I'm Not In Love" (Flac 48 Khz/24-Bit) beweist: Die XTZ-Endstufe kann es auch bei "seriöseren" Songs. Dynamisch, sehr fundiert, mit feiner Betonung der charakteristischen vokalen Konturen von Diana: Hier fällt es schwer, gerade in Anbetracht des Kaufpreises, ernsthaft Kritik zu üben. Wenn man unbedingt "motzen" möchte: deutlich teurere Endstufen bringen noch mehr Auflösung im Hochtonbereich zustande, aber für knapp 500 EUR kann man nicht erwarten, dass auch richtig teure Endstufen in allen Disziplinen in Reichweite sind. 

Ebenfalls von Diana Kralls "Wallflower" Album stammt "In My Life". Hier gefällt uns die EDGE sogar noch besser, was am Piano-Intro liegt, das sehr gefühlvoll zum Besten gegeben wird. Die Stimme Dianas löst sehr fein auf - eben haben wir gesagt, dass teurere Endstufen noch mehr Auflösung schaffen: Das ist auch so, aber für nicht einmal 500 EUR arbeitet die XTZ-Endstufe sensationell sauber. 

Jonas Kaufmann singt "Nessun Dorma" (Flac 96 kHz/24-Bit) aus Puccinis Turandot - und die grandiose Stimme des Tenors wird von der EDGE A2-300 exzellent in den Hörraum getragen. Feinfühlig, mit enormer Präzision, verteilt sich der Klang im Hörraum und umgibt die Zuhörerschaft zur Gänze. Dichte, ehrliche Räumlichkeit, in Tiefe und Weite begeisternd: Der "Endstufen-Hammer" schlägt auch bei klassischen Tönen gnadenlos zu und sichert enormes Hörvergnügen. 

"Good Life" also mit der EDGE A2-300. Auch beim gleichnamigen Stück von Till Brönner? In 88,2 kHz/24-Bit/Flac vorliegend, bietet der Saxophon-Titel so manchen Fallstrick. Blechern und undifferenziert, so hört sich das Saxophon manchmal an. Nicht aber, wenn die XTZ-Endstufe die Präsentation übernimmt. Dann freuen wir uns über erstklassigen Facettenreichtum und einen satten Tiefgang im Bassbereich. Die Endstufe ist der beste Beweis dafür, dass ohne Einschränkung begeisternde Stereo-Elektronik auch günstig zu realisieren ist.

Fazit

XTZ Edge A2-300 Front Seitlich1

XTZ schafft mit der EDGE A2-300 die Sensation: Ein "Masterpiece", unsere höchste und daher selten vergebene Test-Auszeichnung, für eine lediglich 495 EUR kostende Zweikanal-Endstufe. Hochwertig verarbeitet, äußerst kompakt, und akustisch schlichtweg grandios. So sehen Sieger aus. 

Die Test-Sensation: Die XTZ EDGE A2-300 sichert sich souverän die höchste Auszeichnung
masterpiecelogo
Stereo-Endstufen
Test 23. März 2018

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23. März 2018

 

 

 

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