TEST: WiFi für HiFi – Internetradio & Streaming-Client Clint H3

Clint H3 Front Seitlich2

Sämtliche Hersteller einer Wireless Multiroom-Lösungen haben ihn: den WiFi-Adapter, der mit Musik-Streaming sowie den Zugriff auf Internetradio-Services die vorhandenen HiFi-Komponenten fit für aktuelle Multimedia-Features macht. Im dänischen Unternehmen Clint findet sich der „H3“, der sich als DLNA-zertifizierter UPnP-Client präsentiert. Unter Zuhilfenahme einer DLNA-App kann man also vom Smartphone oder Tablet komfortabel Musik zu den eigenen, hochwertigen HiFi-Komponenten streamen. Das ganze geht natürlich auch vom PC oder Notebook. Das kompakte Gerät bietet außerdem ein Farbdisplay, eine Weckerfunktion und ist zudem mit einer Fernbedienung ausgestattet. Mit einem Preis von 99 EUR zählt es eher zu den günstigen Streaming-Adaptern.

Clint H3 Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Clint H3 Fernbdienung

Fernbedienung

Der Clint H3 ist, wie bereits erwähnt, ein Gerät mit sehr kompakter Formensprache und bietet Abmessungen von lediglich 190 x 37 x 75 mm (LxBxH). Die Platzfindung sollte also aufgrund der Größe keine Probleme bereiten, wenn auch auf die Sichtbarkeit des Displays geachtet werden muss. Der H3 ist komplett aus Kunststoff gefertigt und macht einen insgesamt soliden Eindruck. Scharfe Grate oder unsaubere Übergänge bei den einzelnen Gehäusekomponenten gibt es nicht. Beim mittig integrierten Display handelt es sich um einen LCD-Bildschirm, der solide Auflösung und Helligkeitswerte für problemlose Ablesbarkeit sowie recht gute Farbgebung bietet.

Bei der mitgelieferten Fernbedienung handelt es sich erfreulicherweise nicht um eine einfache Folientasten-Remote im Scheckkartenformat. Die Fernbedienung bleibt trotzdem kompakt, macht aber haptisch einen deutlich wertigeren Eindruck. Der Druckpunkt der gummierten Tasten ist sehr gut, betrieben wird die Fernbedienung mit einer CR20 Knopfzelle. Problemlos sind Radio-Stationen in der Favoritenliste gespeichert oder die Helligkeit des Displays gedimmt (in zwei Stufen). Auf die Menüführung des Clint H3 gehen wir weiter unten noch etwas genauer ein.

Clint H3 Anschluesse Rueckseite2

Rückseitige Cinch-Anschlüsse

Clint H3 Anschluesse Rueckseite1

USB-Slot

Die Anschluss-Sektion der Rückseite ist praxisgerecht. Elementar ist natürlich der Anschluss für das externe Netzteil, um den H3 mit Strom zu versorgen. Darüber sitzen die wichtigen Stereo-Cinch-Anschlüsse, mit denen der Streaming-Adapter mit der HiFi-Anlage verbunden wird. Hierfür liegt ein einfaches Kabel dem Lieferumfang bei, das Verwenden eines eigenen Kabels ist selbstverständlich möglich. Gegenüber sitzt ein konventioneller USB-Anschluss, der ausschließlich für Firmware-Updates genutzt werden kann.

Die Installation des Clint H3 gestaltet sich einfach. Nach Anschluss des Netzteils und der Verbindung zwischen H3 und HiFi-Komponenten via Cinchkabel muss das Gerät noch ins eigene Heimnetzwerk integriert werden. Dafür nimmt man die Fernbedienung zur Hand und wählt im Menü die „Einstellungen“ aus. Unter „Netzwerk“ ist dann eine komplett manuelle Konfiguration aber auch die WPS Push-Button-Methode möglich. Hierfür muss in Kombination mit einem kompatiblen Router lediglich eine Taste gedrückt werden und der H3 ist integriert. Etwas mühsamer, aber ebenso zu Erfolg führend, ist die Eingabe des Passworts über die Fernbedienung.

Außerdem finden sich in den Einstellungen Konfigurationsmöglichkeiten für Sprache (acht verschiedene verfügbar), die Weckfunktion mit zwei individuellen Timern, Software-Update, Schlaftimer und sonstige Parameter. Der H3 kann auch Informationen zum Wetter aus dem Internet abrufen und diese im Standby-Modus anzeigen. Die gewünschte Region wählt man ebenfalls hier aus.

Kommen wir zu den eigentlich interessanten Features des Clint H3 Streaming-Adapters. Während man für DLNA-Streaming-Funktionen auch diverse Apps verwenden kann, ist man bei der Nutzung von Internetradios bzw. lokalen Stationen auf die Fernbedienung und das Display des H3 angewiesen. Eine eigenständige App für den Streaming-Adapter von Clint gibt es nicht. Mit der Menü-Taste öffnen wir also die Auswahl der verschiedenen Quellen. Hier steht als erstes „Lokale Station“ zur Verfügung. Jetzt kann man eine bestimmte Region wählen und die dortigen, regionalen DAB-Sender über den H3 an die HiFi-Komponenten weitergeben. Achtung – es handelt sich hier ebenfalls um Internetradio und nicht um „echten“ DAB-Empfang, da viele lokale DAB-Sender auch über das Internet abrufbar sind. Dafür kann man Sender aus ganz Deutschland genießen.

Direkt daneben im Menü findet man den Punkt „Internetradio“ mit der üblichen Funktionalität. Es gibt eine Favoritenliste, davon abgesehen sind die bis zu 10.000 Programme in Genre oder Land/Region kategorisiert. Die Navigation durch das Menü und innerhalb der Multimedia-Features geht flott von der Hand, Verzögerungen gibt es nur sehr vereinzelt. Nach der Auswahl eines Senders dauert es etwa 1-2 Sekunden, bis der H3 ausreichend Puffer heruntergeladen hat.

Direkt daneben befindet sich das „Media-Center“. Man kann also auch direkt am H3 die gewünschten Musikdateien vom DLNA-Server herauspicken und wiedergeben. Der H3 zeigt, sofern mehrere vorhanden, eine Übersicht der sich im Netzwerk befindlichen Freigaben an. Ähnlich flink wie bei den Internetradio-Stationen wählt man die gewünschte Musikdatei aus und gibt sie mit einem Druck auf die OK-Taste wieder. Nicht perfekt ist, dass nach jedem einzelnen Lied der H3 neu puffert, also keine völlig nahtlose Wiedergabe gegeben ist. Der Clint Streaming-Adapter unterstützt MP3, WMA, AAC, WAV und FLAC, allerdings in maximaler Auflösung von 44.1 kHz und 16 Bit. Das entspricht der Qualität einer konventionellen CD, höher aufgelöste Musik-Dateien kann der H3 nicht verarbeiten.

Die gebotene akustische Qualität hängt natürlich zum großen Teil von den kombinierten HiFi-Komponenten ab. Mit einem uns bekannten Stereo-Vollverstärker und hochwertigen Lautsprechern konnten wir aber ein sehr dynamisches und harmonisch angenehmes Ergebnis erzielen. Der Bühnenaufbau gelingt mit sehr solider Staffelung in Breite und Tiefe und auch die Instrumentaldifferenzierung überzeugt. Auch das Detaillierungsvermögen sowie Klarheit und Struktur der einzelnen Frequenzbereiche sind kaum zu bemängeln. Auch eine ausgezeichnete Räumlichkeit und lokale Platzierung einzelner Elemente ist gegeben. Die festgestellten Eigenschaften gelten in ähnlichem Maße auch für Internetradio-Stationen, allerdings kann es hier natürlich zu Unterschieden kommen, da manche Sender ihr Musikprogramm nur mit geringen Bitraten senden.

Fazit

Clint H3 Front Seitlich1

Der Clint H3 ist ein solide verarbeiter, recht kompakter Streaming-Adapter mit integriertem WiFi. Dank WPS-Funktion und einer sehr praxisgerechten, beinahe spartanischen Anschlussbestückung ist eine Integration ins Heimnetzwerk und die Verbindungen zu den HiFi-Komponenten binnen Minuten erledigt. Die Einrichtung ist mit der guten Fernbedienung und dem LCD-Display ebenfalls recht schnell erledigt. Für 99 EUR ist das Gerät ein interessanter Bonus für Anwender, die vorhandene klassische HiFi-Produkte mit DLNA-Streaming und Internetradio-Zugriff versorgen möchten. Ein umfangreicheres Leistungsangebot, dass auch eine eigene Steuerungs-App und den Zugriff auf weitere populäre Musik-Streamingdienste wie Spotify umfasst, wären natürlich noch besser. Passt das Anforderungsprofil, kann man den H3 aber bedenkenlos empfehlen.

Kompakter WiFi-Adapter mit DLNA-Streaming und Internetradio sowie unproblematischer Installation und Inbetriebnahme
sehrgut
07.08.2015

+ Einfache Installation
+ WiFi + WPS integriert
+ Solides Display
+ Kompakte Abmessungen
+ Gute Fernbedienung

– Keine eigene Steuerungs-App
– Puffern zwischen Liedern bei DLNA-Streaming

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07.08.2015




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